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9.6.1908 Erstes Blatt
 
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Nr. 198,

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7.

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8. Juni

8.

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch den 10. Juni: Borwiegend heiter. Trocken. SJarmcr.

B. Haendtke: Deutsche Kunst im täglichen Leben. Nr. 215, W. Claassen: Die deutsche Landwirtschaft. Nr. 214, &. S. Rehm: Deutsche Volksfeste und Volkssitten. Leipzig, B. G. Teubner, Preis 1 Mk., geb. 1.25 Mk.

Rudolph Mohr : Die Schlacht bei Wörth unter besonderer Berücksichtigung der Künz'schen Schriften und der neuesten fran­zösischen Veröffentlichungen. Gießen, Emil Roth. Preis 1.20 Mark.

Dr. O s kar Bongard: Wie wandere ich nach deutschen Kolonien aus? 2. Aufl. Berlin, Wilhelm .Süsserot. Preis 60

Dr. med. Rodenacker: Eine hygienische Predigt. Pöß­neck, Herm. Schneider Nachf. Preis 25 Pfg.

JohannesDose : Unberühmte Helden. Sechs Geschichten nach dem Leben gezeichnet. Bielefeld, Anstalt Bethel. Preis 2.50 Mk.

Frederik van Eeden: Ist Kommunismus ein Traum? Deutsch von Else Otten. Berlin, W. 30, Hermann Eckhbock. Preis 50 Pfg.

Paul Feucht: Steuerpslicht und Bodenrecht. Heilbronn,

Leopold." Montag den IS. Jim: ^Hamlet.' Dienstag den 16. Juni: »Mein Leopold.' Mittwoch den 17. Juni: »Mein Leopold."

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.

Eingesandt.

Mr Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Bei den letzten Zwangsversteigerungen, die sich nebenbei in erschrekender Weise vermehrt haben, wurden mehrfach Gebote erzielt, die weil hinter den Kaufpreisen znrückblieben, welche die Eigentümer noch vor einigen Jahren bezahlt hatten. Ein An« wefen, das zn 82 000 Mk. etwa taxiert war, wurde zu kaum 63 000 Mk. höchstbietend zngeschlagen. Ein anderes zu 16 000 Mk., das erst kurze Zeit vorher zn 22 500 Mk. erworben war. Der neue Saalbau (Stein's ©arten) blieb um über 80 000 Mk. hinter den Belastungen zurück; die Konkursmasse des H. Bues erleidet also einen Ausfall von enormer Höhe! Angesichts aller dieser Tatsachen muß man sich denn doch fragen, ob nicht gerade hier eine große kommunale Aufgabe zu lösen ist? Warum will man es privater Spekulation überlassen, die jetzige schlechie Konjunktur auszunntzen und Grundstücke an sich zu reißen, die in den nächsten Jahren, so­bald bessere Verhälttüffe ivieber eintreten, Gewinn nn reicblten Maße bringen müssen? Warum macht die Stadt iiicht im Interesse der Allgemeinheit dies Geschäft? Wo ist der Stadterweiterungs- sonds geblieben? Hat man für solche unbedingt werbende An­lagen kein Geld mehr? Sollten da ,nanchesterliche Grundsätze em Wort mitreden, die ein längst überwundener Standpunkt sind? Wir erhalten wohl in absehbarer Zeit den Nordbahnhof, die Lahn- kanalisation und Schiffbarmachung dis Gießen mit einem Siegener Hafen. Ist cs da Recht, daß private Spekulation vertrauliche Kenntnisse amtlicher Pläne auf Umwegen zugetragen erhalt nnd ein Geschäft macht, das für die Allgemeinheit gemacht werden müßte? Auch die kommende Elektrische fordert, daß man zugren't und die Gelegeiiheit, auf billige Weise in der Stadt Besitz zu er­werben, zu ergreifen weiß, ergreifen kann. Wiederholt wurden ja in jüngster Zeit diese Dinge hier erörtert und wenn irgendwo, dann harren hier des Stadterweiternngssonds würdige und dringende Aufgab en! ~h~

bringt vielen Müttern oft recht sorgenreiche Stunden. Für olche dürfte der nachstehende Bries daher manchen beachtens- werten Wink enthalten:

Wehrden n. d. Saar, Bergstr. 22, den 25. Juli 1907.

Unser Töchterchen Maria war ein recht kräftiges Kind, ober beim" Eintritt der Zahnzeit kam die Kleine rasch zurück, würdevoll Tag zu Tag schwächer, so daß sie sich kaum mehr aut den Beinchen halten konnte. Wenn wir das Kmd hinstellten, so schrie es sörin- lich auf, zitterte am ganzen Körper vor lauter Entkräftung unö konnte mit 19 Monaten noch kaum einen Laut sprechen. Durch den Gebrauch von Scotts Emulsion hat sich daiin die Kleine so rasch gekräftigt, daß sie heute ivie ein Hase herumläuft und ein rechtes Plappermäulchen geworden ist."

(ge.i) Frau Heinrich Forster.

f Dic günstige Wirkung, welche Scotts Emulsion auf die Bildung weißer, gesunder Zähnchen aus- übt, beruht vornehmlich ans ihrem Gehalt an leicht verdaulichen mineralischen Salzen. Es liegt daher auf der Hand, daß die reichliche Zufuhr dieser unerläßlichen Bestandteile das, Zahnen tvesentlich erleichtert und das raschere

Meteorologische Beobachtungen

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Spielplan der vereinigten grantfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Mittwoch den 10. Juni, abends halb 8 Uhr:Madame Butterfly." Donnerstag den 11. Juni"):Oberon." H-reitag den 12. Juni:Die Regimentstochter." Hierauf:FortumoS -ucb. Samstag den 13. Juni: .Figaros Hockzeit." Sonntag den 14. Juni, abends halb 8 Uhr:Lohengrm." Montag den 15. Juni, abends halb 8 Uhr:Ein Walzertraum." Dienstag den 16. Ium : Tjamileh". Hierauf:Feuersnot." Mittwoch den 17. Ium, abends halb 8 Uhr:Die lustige Witwe."

Schauspielhaus.

Mittwoch den 10. Juni *,:Die glückliche Gilberte." Donners­tag den 11. Juni, abends halb 8 Uhr:Wilhelm Tell. Freitag den 12. Juni:Die glückliche Gilberte." Samstag den 13. Ium: Mein Leopold" von L'Arronge. Sonntag den 14. Juni:.mein

«leine Tageschronik.

In Niederwartha (Königreich Sachsen) waren Bewohner der Villen an der Elbe davon Augenzeugen, wie ein lOjährig. Mädchen in den Elbstrom sprang und in den Fluten verschwand. Die aufgefundene Leiche wurde als die kleine Kandier aus Weißttopp erkannt. Wie verlautet, hat sich ein Verwandter, ein Mensch, der vor längerer Zeit wegen Mordes zum Tode verurteilt, dann zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt wurde, vor kurzen: aber voll begnadigt wurde, an dem Kinde sittlich vergangen und ist infolgedessen verhaftet. Dem Kinde sollen von Verwandten Vorwürfe gemacht worden iem, welche es be­stimmten, dem Leben ein Ende zu machen

In dem Thorn er Vororte Mocker ist eine Maurersehefrau an Fischvergiftung gestorben. Ter Ehemann, der nur we­nig von den Fischen gegesseir hatte, ist mit einer leichteren Er­krankung davongekommen. t .

Bei Stuttgart wurde der Nentrer Ludwig Kvch aus einem Spaziergänge von einem Unbeiannten ermordet, seiner wert­vollen Schmucksachen und seines Bargeldes beraubt und die Leiche in den Neckar geworfen. ,

Ter Inhaber eines BreslauerBankgeschäftes", Walter Wentzel, ist in Berlin wegen zahlreicher Betrügereien verhaftet worden, ebenso wurde in Breslau sein Bruder wegen Hehlerei und Unterschlagung festgenommen. Beide stehen in Verdacht, einer Breslauer Dame ihr ganzes Vermögen in Hohe von 0 50 00 Mk. und einem Kaufmann 50000 Mk. abge­schwindelt zu haben. Außerdem schädigten ste noch andere Personen. Ihr Geschäftslokal wurde polizeilich geschlossen. Tie Geldschränke und Safes enthielten wertlose Papiere und Bücher, ilbev kein Geld. _

Der Oberstabsarzt Dr. Sch unk vom Gnesener Dra­goner-Regiment verübte Seist mord durch Erstechen. Die Fa­milie des Unglücklichen war verreist.

In Paris fand zwischen dem diplomatischen Vertreter von Venezuela Gill-Fortou und dem Generalkonsul von Guatemala Gomez Carillo ein Duell statt. Gill wurde am rechten Arm verwundet. Die Gegner trennten sich unversöhnt. Die Ursache des Zweikampfes soll in dienstlichen Angelegenheiten zu suchen sein

In Paris ist die Witwe oe Provigny gestorben. Sie ließ seit 20 Jahren die Vorhänge ihrer 5 Fenster-Front mcht mehr empor ziehen. Ten Pariser Armen hinterläßt sie 10 Millionen Franks und eins der -herrlichsten Schlösser Frankreichs.

In Wien sand in der Celluloidsabrik de Seiler eine furcht­bare Explosion statt. Tie Fabrik ist zum größten Teile em- gcstürzt und zahlreiche Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben. Bisher fand man 1 7 T 0 t e und 10 Schwerverletzte, viele Arbeiter sind leicht verletzi, vier werden vermißt. Tw Schwester der beiden Chefs befindet sich unter den Opfern. Em Kontorist, der aus den Fenstern sprang, brach beide Beine.

In Budapest erregt ein Vitriol-Attentat Aussehen, das auf offener Straße gegen eine Sängerin der komischen Oper, Anna Tallia, verübt wurde. Die Täterm, die flüchtete, soll die Gattin eines Universitätsprofefsors sein, der zu der Sängerin Beziehungen unterhielt. , O3

In der am Bosporus gelegenen Koustanlinopeler Vorstadt Arn- nautkoei sind nachts 200 Häuser abgebrannt; einige Per­sonen sind dabei verunglückt.

Im Goldking-Bergwerk bei Omaha (Nebraska) drangen nach einer Explosion schlaaendevWctter 34 Bergleute in die Grube, um drei vermißte Kameraden zu retten. Nur 14 sind zu­rückgekehrt, alle übrigen wurden, wie man glaubt, von Gasen überrascht und fanden den Tod. .

In Clear Springs (Nordamerika) fand em Kampf zwi­schen Negern und Weißen statt, bei dem 13 Neger und 6 Weiße getötet wurden.

chaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen. Nr.

Arndt : Deutschlands Stellung in der Weltwirtschaft. Nr. 191, A. Müller: Bilder aus der chemischen Technik.

GrsgittaL-Drahtnieldnttgen.

Rom, 9. Juni. An amtlicher Stelle ist über einen Besuch des Zaren in Italien nichts bekannt.

Paris, 9. Juni. Nach einer Meldung desPetit Parisicn" unterbreitete der französische Gesanote in Peking der chinesischen Regierung die L i st e der For­derungen wegen eines Grenzzwischenfalles am 3. Juni an der Grenze von Tonting. Unter diesen Forde­rungen befindet sich auch die der Abberufung des Vizekönigs von Hunan, dessen sranzosenscindliche Haltung schon seit langem bekannt ist.

Pans, 9. Juni. Kriegsminister Piequart führte gestern in Trouyes den Vorsitz beim Verbandsfest des Turnvereins und hielt hierbei eine Ansprache, in der er die Vaterlandsliebe der Franzosen feierte.

London, 9. Juni.Daily Chroniele" bestätigt, daß der Zar im Herbst im S a n d r i n g y a m - P a l a st erwartet wird. Das Schloß werde bereits für diesen Zweck in Stand gesetzt. Voraussichtlich werde auch die Zarin mitkommen. Ter Aufenthalt sei auf 8 Tage berechnet. Wahrscheinlich werde der Besuch im November gelegentlich des Geburtstages des Königs Eduard erfolgen.

Skew-York, 9. Juni. Der Ratio nal-An sschuß hat bisher alle Streitfragen über die Erwählung der Dele­gaten zu Gunsten Tafts entschieden. Damit ist Tafts Sieg im ersten Wahlgange gesichert.

Lebendgewicht 50,0-00 Pf., 2. Qual. 63-00 Psi, Lebendgewicht 49,5-00 Vfg., 3. Dual. 5456 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Uebersland unbedeutend; bet Kleinvieh gut, kein Ueberstand.

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geistesgestört war. Offiziere versuchten, ihn zu beruhigen, aber der Oberst erklärte, er müsse mit seinem Regiment nach Paris, um die AscheZolas aus dem Pantheon zu entfernen.

* Budapest, 6. Juni. In der heutigen Sitzung des Internationalen Anti-Duellkongresses verlas der Präsident Antworttelebramme des Papstes und des Königs von Italien. Der Papst billigt den Kampf gegen das Duell, das eine verhängnisvolle Geißel der christlichen Ideen und den Prinzipien wahrer Gesittung entgegengesetzt sei. Der Kongreß beschloß, die Ansichten der Tuellgegner schrift­lich zu fixieren auf der Grundlage, daß das Duell nicht strafgesetzliche Begünstigung genießen, sondern nach ge­meinem Recht bestraft werden müsse, und daß Ehren­beleidigungen und Verleumdungen strenger zu ahnden seien. Damit waren die Arbeiten des Kongresses beendet. Zum Schluß drückte Marquis Crispoli (Italien) dem Prinzen Alfonso, der die Anti-Tuellbewegung würdig repräsentiere, ben Dank des Kongresses aus.

uk. DasmusikalischeBett,einMittelgegen Schlaflosigkeit. Aus Genf kommt die Nachricht, daß dort ein Nervenarzt mit einem Mechaniker ein Mittel gegen Schlaflosigkeit erftinden hat. Ter Nervenarzt will die Er­fahrung gemacht haben, daß die Musik auf Nervöse ein­schläfernd wirkt. Es sei selbstverständlich, daß diese Musik nicht geräuschvoll sein darf, sondern gedämpft und ohne Vor­bereitung einsetzen muß. Zu diesem Zwecke hat ein Mecha­niker ein Bett konstruiert, unter dessen Matratze ein Mecha­nismus in Gestalt einesMusical Box" angebracht ist. Legt sich der Leidende in das Bett, so setzt sich durch den Druck, den das Körpergewicht ausübt, der Mechanismus in Bewegung. Erst leise, bann etwas lauter, jedoch immer gedämpft ertönen von unter der Lagerstätte her die Klänge einer einlullenden Berceuse, die in das Reich des Morpheus hinübertragen.

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Märkte.

tc. Frankfurt a. 9)1., 9. Juni. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen V ieb Markt­preise. Zum Verkaufe standen: 473 Ochsen, 100 aus Oesterreich 44 Bullen, 5 aus Oesterreich, 639 Kühe, Fersen, Stiere und Rrnder, 185 Kälber, 1 Schafe und Hämniel, 1120 Schweine, 0 Ziegen, 0 Hieaenlärnmer, 0 Scha'lämrner. Bezahlt wurden für

100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 7779 Mk., 2 Qualität 7073 Mk., 3. Qualität 5860 Mk.; Bullen: 1 Qual. 63-66, 2. Qual. 58-60: Kühe 1. Qualität 74-76 Mk., 2. Qual. 63-65 Mk., 3. Qual. 44-46 2)ik., 4. Qual. 00-00 Mk., 5 Qual. 0000 Mk. Bezahlt wurden für das Psund Schlacht- aewicht: Kälber 1. Qualität 36 bis 98 Pfg., Lebendgewicht 5658 Psq., 2. Qualität 84-92 Pfg., Lebendgewicht 48-54 Pfg., Schlachtgew. 7075 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachlgew. 00 bis 00 Psg., 2. Qual. 0000 Pfg. Schweine: 1. Qual. 6400 Pf.,

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