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Briefkasten -er Redaktion.
(Anouhme Anfragen bleiben unberücksichtigt.*
<5. lot). Wir empfehlen Ihnen die schrill von Tr. Karl Ruß über den Kanarienvogel, in der Sie genaueste Auskunft erhalten über alles, was Sie wissen wollen.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Lissabon, <. jJ'Cbr. iv v »i y m - die 1800 000 Franken, die sie von Versicherungsgesellschaft feit erhält, zu Gunsten der Armen verwenden.
Lissabon, 7. Febr. Amtlich wird bekannt gegeben, daß der Kapitän Azevedo Continbo zum Zivil-Gouverneur von Lissabon ernannt worden sei. Es ist dies seit 18 Jahren das erste Mal, daß ein Militär diesen Posten
Spkiplan des Neuen Gießener Stadttheaters.
Soulltag deu 9. Februar, nachmittags 3Vt Uhr, bei kleinen Preisen: „Ter Andere." Ende gegen 6 Uhr. Abends 71;, Uhr, bei kleinen Preisen: „Zopf imb Schwert." Ende gegen 10 Uhr. Dienstag, abends 8 Uhr: 15. Tienslag.Abonnemeuts-Porslellung. Gastspiel von Frl. Clara A l b r e ch t: „Tie Zmillingsschwester." Lustspiel von Ludwig Fulda. Ende IO1/, Uhr. Mittwoch, abends 7 Uhr: 16. Mittwoch - Abonnements -- Vorstellung: „König Lear" Ende gegen 10 Uhr. Freitag, abends 8 Uhr: 15. Freitag- Abomtements-Vorstclltmg. Gastspiel von Frl. Clara Albrecht: ie Znnlliltgsschivester." Eitde 10'/, Uhr.
Märkte.
— S a a t g u t m ä r k t e. Dre L a n d w i r t s ch a f s k a in m er hält, um den Landwirten Gelegenheit zur Beschaffung von bestem Saatgut unserer ertragsreichslcn Sorten zu geben, eine Anzahl S a a t g u 1 m ä r k t e ab. Auf denselben werden nur Proben von Getreide und Kartoffeln aus den Saalbaustellen der Landwirt- schailskammer ausgestellt und ist Gelegenheit dortselbst geboten, Be- stclliingen aufzugedcn. Tie nächsten Saatgulmarkte finden statt: Groß-Gerau, Montag, 10. Febr., im Gasthaus zum /Adler, von vormittags 8 Uhr bis nachmittags l1/, Uhr; Echzell, Montag, 10. Febr., im Gasthaus zum deutschen Hmis, von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 3 Uhr; Alzey, Donnerstag, 13. Febr., nachm. tut Gasthaus zur Relchspost; Butzbach, Donnerstag, 13. ^ebr., gelegentlich des Schiveineinarktes im Löwen (auf dem Markt) von vormittags 9 Uhr bis nachmittags
opfernde Tätigkeit den Dank aller Erschienenen aus.
—r. Lich, 6. Febr. Tie H o lz P r e i se sind in diesem Jahre hier und in der Umgegend außergewöhnlich hoch. Während man im vorigen Jahre ein Klafter Buchenscheitholz zu 34 bis 38 Mark kaufen konnte, muß man jetzt 40—46 Mark dafür bezahlen. Dem entsprechend sind auch die Preise für alle andern Sorten Brennholz. — Auf de Strecke Lich—Butzbach wurde der Lokomotivführer Hof mann von hier, als er in Butzb ach in den Schuppen einfahren wollte und auf dem Trittbrett stand, zwischen einen vorstehenden Balken und Lokomotive gedrückt, so daß
1 März ein Beamtenwechsel ein. Der 2. Verwalter Stenger tauscht seine Stelle mit Herrn Karpf in Edenkoben (Wests.). Letzterer ist gebürtig aus Gonterskirchen.
X Lauterbach, 6. Febr. Für unfern Meis hat sich ein Verein zur Förderung der K r a n t e n * u n d H a u s- ) f l e q e gegründet. Unter dem Vorsitze des Kreisrats o. Bechtold wird demnächst eine Sitzung stattfmden, tn der der weitere Llusbau beraten werden soll.
X Schlitz, 6. Febr. In der gestern abgehaltenen Sitzung der Bürgermeister der in Betracht kommenden Gemeinden des Bahnbaues Niederaula — Schlitz wurde beschlossen, unter solidarischer Verpflichtung den Grund und Boden zur Bahn kostenlos zur Verfügung zu stellen, vorbehaltlich der Genehmigung der betr. Gemeinderäte. Wie von der Regierung mitgeterlt wurde, soll der Bahnbau beschleunigt werden.
4- Willofs, 5. Febr. Ter Gemeinderat beschloß in einer letzten Sitzung zwecks Errichtung einer Wasser- eitung die erforderlichen Nivellierungen und Vermessungen vornehmen zu lassen.
Bingen, 5. Febr. Heute abend sand hier eine große Versammlung von Viehhändlern statt. Zu ihr waren die Behörden eingcladen, um die Stimmung in den Vichhändler-- kreisen kennen zu lernen. Tie Versammlung war sehr gut besucht. Ter Vorsitzende des Vichhändlervcreins Bingen Albert Max- Kempten begrüßte u. a. den Vertreter des Kreisamtes, ferner den Vorsitzend'n des Nassauischen Viehhändlerverems, den Vor- itzenden des Oberh'ss. Viehhändlervereins und eine Anzahl Ver- reter der Viehhändlervereine aus anderen Hess. Orten. Der Vorsitzende des Bundes der Viehhändler Deutschlands, Herm. Daniel- Dierdorf, bat zunächst die Viehhändler, die irgendwelche Beschwerden oder Wünsche hätten, dieselben jetzt nur vorzubrmgen, damit sie den Vertretern der Behörden bekannt würden. Nack>- dcm mehrere Herren ihre Klagen vorgebracht hatten, ergriff der Vertreter des Kreis a m teS das Wort. Redner erklärte zunächst, daß er mit größtem Jntere'se den Verhandlungen der heutigen Versammlung gefolgt wäre und sprach im Namen der Negierung den Wunsch aus, daß ferner zwischen der Regierung und den Viehhändlern keine Differenzen mehr Platz greifen sollten. Nunmehr wurden die Klagen der Viehhändler dem Bundesvorsitzenden unterbreitet, welcher versprach, die Angelegenheiten zu prüfen und wenn iwtwendig, Abhilfe anzustreben. Nach längerer gegenseitiger Aussprache wurde dann die Versammlung geschlossen.
[] Biedenkopf, 6. Febr. Ein Volks sch üler schoß gestern hier einem anderen Jungen eine Kugel in die Wange. Der Schuß wäre um ein Haar tödlich gewesen. — In Sinkershausen brannte gestern ein dem Schreiner Weigand gehöriges Gebäude nieder..
w. Kassel, 6. Febr. Ter Kriminalpolizei gelang es, eine siebenköpfige Diebesbande zu fangen, die monatelang Kassel und Umgegend unsicher gemacht hat. Ein ganzes Warenlager von gestohlenen Sachen wurde beschlagnahmt.
er schwere Verletzungen davontrug.
—b. Nied er befsin gen, 6. Febr. Bei dem Bahn- Nau Lich—Grün berg ist am Steines zwischen Ober- !bessingen und Münster, die Baubude der Firma Lenz u. Co. erbrochen worden. Von den Keilhacken und Schippen wurden die Stiele abgesägt. Ein wertvolles Nivellierinstrument wurde gänzlich demoliert. Es scheint ein Racheakt vor- .zuliegen.
— Allertshausen, 5. Febr. Bei der heute vorgenommenen Gemeindejagdverpachtung auf sechs Jahre wurde über der doppelte Betrag erzielt. Sie stieg von 361 auf 855 Mk. Als Letztbietender blieb der seitherige Pächter, Oberst Freiherr v. Röder zu Diersburg.
w. Climbach, 7. Febr. Die hiesige Gemeindejagd wurde zum gleichen Preise luie bis jetzt an den seitherigen Pächter Major Frhru. v. Röder zu Diersburg neu verpachtet.
0 Laubach, 6. Febr. In den Gräflichen Waldungen (Distrikt SchepmalSdickung) erlegte dieser Tage der hiesige Oberförster Königer einen starken Achtender. — Die hiesige Stadtverwaltung ist wegen Anlage einer Gasfabrik mit der Firnia Gärtner in Bensheim in Verbindung getreten. Eine Kommission des Stadtvorslandes besichtigte die gleiche Anlage, die von dieser Firma in Neustadt bei Kirchhain bereits erbaut worden ist. Dem Großh. Ministerium ist augenblicklich die Angelegenheit unterbreitet. — Auf der benachbarten chemischen Fabrik in Friedrichshütte tritt am
im Saale „Zur deutschen Eiche" Abeudunterhaltung der hiesigen Heimatvereinigung statt. Ein Vortrag über „..ie heilige Elisabeth", musikalische Darbietungen für Klavier und 2 Violinen, Gesangsvorträge des Kirchenchores und lebende Bilder füllen das reichhaltige Programm aus.
|| Garbenteich, 6.Febr. Heilte wurde einer unserer ältesten Arbeiter, der Taglöhner Johs. Wall bot, unter großer Beteiligung zii Grabe getragen. Der Verstorbene, der ein Alter von 73 Jahren erreichte, ivar früher Flihrknecht und zuletzt nahezu 25 Jahre Taglöhner bei der Firma Abermann u. Kling, die bei der Beerdigiing vertreten war und einen Kranz am Grabe ihres treuen Arbeiters niederlegte.
(a.) Hausen, 6. Febr. Der Gesangverein „(Ein- tracfyt" feierte am vergangenen Sonntag fein 24 jähr. Stiftungsfest in dem Lokal deS Gastwirts Heinrich Schardt. Das Fest siel durch die gebotenen theatralischen Aufführungen und Liedervorträge des Vereins unter Leitung des Dirigenten Ludwig Schäfer von Garbenteich und des Präsidenten Ludwig Spür' r zu voller Zufriedenheit aus.
? Annerod, 6. Febr. Im Saale des Gastwirts Heinz versammelte sich gestern abend auf Einladung des Zweigvereins des Evang. Bundes die Gemeinde zu einem Volks- Unterhaltungs- und Festabend. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Groth aus Rödgen, streifte kurz den Zweck derartiger Veranstaltungen, der nach seiner Ansicht hauptsächlich darin besteht, das Leben auf dem platten Lande reicher und inhaltvoller zu gestalten und dem Landbewohner auf seiner eigenen Scholle mancherlei Anregungen zu geben, die in der Stadt als alltägliche Erscheinungen auftreten. Im Vordergrund des Abends stand ein Vortrag des Pfarrers und Schriftstellers Bech- tolsheimer aus Gießen über: Deutschland im erfreu Jahrzehnt nach den Befreiungskriegen. Frisch und volkstümlich schilderte der Redner die überaus traurige Sage des deutschen Volkes am Ende jener jahrelangen Knechtschaft unb die daraus emporkeimende Sehnsucht nach besseren Tagen, nach einem mächtigen, geeinten Vaterlande. Die Ausführungen gipfelten am Schlüsse in der Mahnung, mit hehrer Freude feftzuhalten an dem, was die Väter wieder aus den Trümmern des alten Reiches erstehen ließen, und in inniger Vaterlandsliebe, mit gesundem Stolze gepaart, mitzuwirken an den von höherer Hand dem deutschen Volke gestellten Ausgaben. In den Rahmen des Vortrages paßten schön die von den Schulkindern und dem Gesangverein „Teutonia" unter Leitung des Lehrers Euler vorgetragenen stimmungsvollen Heimat - und Vaterland s l i e d e r. Reicher Beifall lohnte alle Mitwirkenden und Pfarrer Groth sprach ihnen nochmals besonders für ihre auf-
ht dieser Saison in einem der berühmten Berliner Phrl-- harmonisch en Konzerte mitwirkte, hat dort so erfolgreich gesungen, daß Sie jetzt wieder in aller Kürze in Berlin in dieser vornehmen Körperschaft auftreten wird. Es ist erfreulich, daß der Ouartett-Verein eine solche Künstlerin für sein Konzert gewonnen hat und für den Besuch dürfte dies vorn größtem Einfluß sein.
** Deutsche Seemannssürsorge. Wer einmal, in einer großen Hafenstadt das wüste Treiben in den Makros en- spelunken gesehen hat, der begreift, warum so viele unterer Volksgenossen rm Seemannsberuf, auch ganz abgesehen von Schulz bruch und sonstigen Berufsgefahren, alljährlich an Leib und Seele zugrunde gehen. Bon langer Fahrt für kurze Zeit au Land gekommen, haben sie als Ortsfremde keinen anderen Unterschlupf als jene Spelunken. Und das umsomehr, als deren Inhaber meist die Stelletwermittler für die Seeleute sind, ^a Itotrb denn der gutmütige Matrose so lang hingehalten, bis er all sein mühsam erworbenes Geld verjubelt und 1 eine luenige sonstige Habe an Kleidern unb Ausrüstung versetzt hat Dann geht's mit leerem Beutel, wundem Gewissen — wenn s überhaupt noch schlägt — und oft infiziertem Körper wieder an Bord. Die Fäden nach den Angehörigen daheim sind zerrißen. Was geschieht zur Rettung so vieler deutscher Volkskraft ? , An annähernd 150 Hafenplätzen der deutschen Mste und un Auslande werden die ankommenden deutschen Seeleute nach Möglichkeit auf ihren Schiffen besucht unb mindestens mit guter Lektüre für die Weiterfahrt versehen. Weiter ist man schon da, wo tm eigenen Haus oder in dm Seemannsheimen anbercr Völker besondere Lesezimmer eingerichtet werden konnten. Aber volle Fürsorge kann den Seeleuten erst da angedeihen, wo wir eigene deutsche Seemannsheime haben, wie z. B. zurzeit in den deutschen unb englischen Haupthäfen, in Rotterdam, Änttoerpen, Marseille, Genua, in Petersburg, Kopenhagen, Baltimore, Buenos Aires, Valparaiso, im ganzen etwa 25 bis 30. Von besonderem Wert ist, daß in ihnen mehr und mehr eigene Heuerbureaus eingerichtet werden. In den deutschen Häfen erstreckt sich die Stellenvermittlung auch auf die Schiffsjungen. Die Seeleute finden ferner saubere, billige Quartiere, Lese- und Scpreib- gelegenheit. Gottesdienste unb Unterhaltungsabende werden gehalten, auch frohe Feste unb gemeinsame Ausflüge veranstaltet, meist im Bunde mit den deutschen Kolonien der Auslands- ftädtc. Von größter sittlicher wie volkswirtschaftlicher Bedeutung ist namentlich, daß die Seeleute im Heim ihr Geld und Gut deponieren oder durch seine Vermittlung in Die Heimat senden können. So hat z. V. das Antwerpener Heim im vergangenen Jahr über 73 000 Franks, das in Genua sogar /9 800 Lire in die Heimat gesandt. — Wer Näheres über diese vaterländische und christliche Arbeit zu hören wünscht,, sei hiermit auf den Vortrag aufmerksam gemacht, der am nächsten Sonntag von dem Antwerpener Seemannspastor Pilgram über „Deutsche Seemannsfürsorge" hier im Neuen Saalbau gehalten werden wird.
-r. Klein -Linden, 6. Febr. Am Sonntag findet
Punkt war indes nicht zu erfahren.
Die Königin-Witwe will
Gießener Wetterdienst.
BoranSsichtliche Witterung für Hesien am Samstag den 8. Februar 1908: Meist trüb Mäßige Negensälle. Temperatur wie heute. Tauwetter. Westliche Winde.____________
GriginaL-DrahtsneLSungeiv.
Berlin, 7. Febr. Im Reichsamt des Innern ist soeben ein Gesetzentwurf in seiner Ausarbeitung vollendet worden, der bezweckt, die Polizei unb ihre Hilfsorgane unter die gegen Unfall zu versichernden Personen ein- zureihen. Es kommen neben den Schutzleuten msbesondere die Feuerwehr in Betracht. m .. ,
Berlin, 7. Febr. An der Londoner und Pariser Bor,e waren gestern ungünstige Gerüchte über den Gesundheit s - zu st and der Zaren familie verbreitet, die eine Baisse der russischen Papiere zur Folge hatten. Hier ist nur bekannt, daß die Zarin andauernd an den Folgen der Influenza und an den Nachwirkungen einer Entfettungskur leidet, und daß ihr Befinden noch immer viel zu wünschen übrig läßt. Von einer Erkrankung des Zaren hat man dagegen bisher nichts vernommen. . .
München, 7. Febr. Das Opfer eines Justizirrtums ist der 44 jährige Tagelöhner Feile aus Planegg geworden. Feile war vom Schwurgericht int Jahre 1900 zu fünf Jahren Gefängnis Verurteilt worden, weil er angeblich einen Arbeiter im Streit erstochen haben sollte. Jetzt gelang es, den wirklichen Täter in fccr Person deS Arbeiters Hüsers aus Stock- iyjrf zu ermitteln. Ein neues Verfahren wurde eingeleitet, das mit der Freisprechung Feiles endete. , _ . c r
Oldenburg, 7. Febr. Prinzessin Eitel Friedrich sieht nach einer Meldung des Weserboteii einem freudigen Ereignis entgegen. ,
Barmen, 7. Febr. Die hiesige Strafkammer verurteilte gestern den Diakon B r a k s i ck wegen Vergehen an kleinen Schul- fnaben im Sinne des § 175 zu zwei Jahren Gefängnis.
Cuxhaven, 7. F^br. Lus Linienschiff „H esse n" konnte bei Hochwasserstand abgeschleppt werden und setzte seine Fahrt nach Wllhelmshasen fort. Ob das Schiff Beschädigungen erlitten hat, steht noch nicht fest.
London, 7. Febr. Die liberale Morgenzeitung T r i * bune hat aus Mangel an Mitteln ihr Erscheinen e i n g e st e l l t
Paris, 7. Febr. Franco hatte gestern in Madrid eine längere Unterredung mit dem General-Gouverneur. Das Personal des Hotels, in dem der Exdiktator abgestiegen ist, hat strenge Weisung erhalten, keine Auskunft über ihn zu geben. Umfassende Maßregeln sind getroffen, um die gegen Franco geplante Kündgebung zu vereiteln. Wahrscheinlich wird Franco heute abend nach Frankreich abreisen, doch verlautet anderseits, der Exdiktator beabsichtige, sich nach Deutschland zu begeben, um seinen Sohn an einer deutschen Universität immatrikulieren zu lassen.
Paris, 7. Febr. Nach der Leichenfeier wird die Königin- Witwe von Portugal eine starke Verringern ngdes Hofstaates ins Werk setzen. Die Königin will dem Adel das Beispiel einfacher Lebensführung geben. Durch freiwillige Spenden soll ein Waisenhaus mit einer Sühnekapelle errichtet werden. Die Königin beauftragte drei Vertrauensmänner damit, einige Ordnung in die. verworrenen Vermögensverhältnisse deS verstorbenen Königs zu bringen.
Paris, 7. Febr. Der Matin unb andere Morgen- blätter melden das diese Nacht mit großer Hartnäckigkeit aufgetretene Gerücht, daß ein Attentat gegen den Zaren verübt worden sei. Irgend ein Anhalts-
R. B. D a r mstadt, 5. Februar. Wegen Mißhandlung im Amte wurde der 34jährige Polizeidiener Michael Traut- ni a n n von Rimbach (Kreis Heppenheim) von der Strafkammer zu einer Geldstrafe von 3 Mk. verurteilt. Ein junger Bursche, Peter Eisenhauer aus Rimbach, übte sich an einem Sommerabend auf der dortigen Ortsstraße im Radfahren und fuhr dabei den bejahrten Kirchendiener Getrost über den Haiüen. Trautmann, der vorher gewarnt hatte, war darüber in Erregung geraten und versetzte dem unvorsichtigen Radfahrer eine Ohrfeige. Darüber hätte sich Letzterer beruhigt, als er aber einen Strafbefehl von 20 2)if. erhielt, stellte er seinerseits Strafantrag aiif Körperverletzung.
Neisse, 5. Febr. Tas Oberkriegsgericht des secbsten Armeekorps verurteilte den Leutliant Hannig wegen Vergehens gegen § 175 des R.-Str.-G.-B. und Mißbrauch der Dienst- gewalt zu drei Jahren Gefängnis. In der ersten Instanz hatte da-5 Kriegsgericht auf em Jahr erkannt.
Erfurt, 5. Febr. Tas Kr ieg s g e r i cht der.38. Division vcrurteiltc den überzähligen Unteroffizier Gustav Weisheit von b.r 2. Eskadron des Regimentes Jager zu Pserde in Langensalza wegen Mordversuches an seiner sechs Vkonate alten unehelichen Tochter zu vier Jahren Zuchthaus.
Düsseldorf, 4. Febr. Ter Bezirksausschuß zu Düsseldorf beschäftigte sich mit der Klage der Düsseldorfer Provinzial- verwallung gegen den praktischen Arzt Dr. Weisbrodt, der durch Erpressungsversuche den freiwilligen Tod des Amtsrichters Dr. Hcimu th aus Bialla in Ostpreußen verursacht hatte, auf Entziehun g der Approbation als praktischer Arzt. Die hiesige Strafkammer verurteilte seinerzeit Dr. Weisbrodt wegen seiner schamlosen Erpressungsversuck-e zu einem Jahr Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust. Weisbrodt hatte im Namen feiner Frau von Dr. Heimuth für eine Heiratsvermittelung, bei der er eine sehr zweifelhafte Rolle gespielt hatte, eine Gebühr von 10 000 Mark verlangt. Dr. Heimuth bezahlte am 29. Oktober v. Js., nachdem die Heirat zustande gekommen war, an den Arzt 6000 Mk. W. unterschrieb hierauf einen Nevers, in dem er auf seinen Anspruch an Dr. H. verzichtete. Weisbrodt sollte nun diesen Nevers an Dr. H. senden, tat dies jedoch unter Ausflüchten nicht, sondern verlangte bald daraus noch 4000 Mk. und außerdem 2000 Mk. für seine Frau als Geschenk, widrigenfalls er drohte, die Angelegenheit an die Oefsentliclikeit zu bringen und außerdem den Amtsrichter zu verklagen. Dieser verweigerte die Zahlung und übergab die Angelegenheit einem Rechtsanwalt, der W. wegen Erpressungsversuchs anzeigte. Am Morgen des Tages, zu bem der Verhandlungstermin angesetzt war, kam der Amtsrichter nach Düsseldorf, ließ sich jedoch, da er seine Privataffäre nicht öffentlich breitgetreten haben wollte, am gleichen Morgen von einem Schnellzug überfahren. In der gestrigen Verhandlung entzog der Bezirksausschuß dem Angellagten die Approbation als Arzt für die Dauer von fünf Jahren (die Zeit der ihm auferlegten Ehrverluststrafe).
KJJl ü ii et) e n, 6. Febr. Wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang war der Taglöhner Feile zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden, die er inzwischen verbüßt hat. Kürzlich gelang es, den wirklichen Täter zu ermitteln. Darauf wurde em neues Verfahren eingeleitet und Feile gestern frei g efprodien.
Mailand, 6. Februar. Tie Llnklagekammer des hiesigen Tribunals sprach 22 Karabinieri und Polizisten frei, die am 11. Oktober auf eine sie bedrängende Volksmenge geschossen und dadurch den Generalstreik veranlaßt hatten, weil sie aus Not- ivehr gehandelt hätten.
N o v e r c t o , 6. Febr. Im Jrredetitisten-Prozeß wurde gestern das Zeugenverhör beenbet. Heute wurden bann noch schriftliche Zeugenaussagen verlesen. Die Plädoyers beginnen morgen. — Zwei Gendarme haben gegen den Angeklagten Ingenieur CtaleiS die Ehrenbeleidiguugsklage erhoben. Wegen der Aeußerungen „Deutsches Gesindel"' wurde gegen den Angeklagten Guido Larcher von Innsbruck aus eine Aktion eingeleitet. Reichstagsabgeordneter Alalik tvird den Prozeß iin Abgeordnetenhause zur Sprache bringen.
Suchte Tagcöchronik.
Die Schüler der ersten Abteilung der Kunstgewerbeschule zu C h a l o n s s u r Marne erklärten sich mit einem Schüler, der wegen Wurfes mit einem eisernen Bolzen gegen den die Aufsicht führenden Herrn entlassen war. solidarisch und lehnten sich gegen ihre Vorgesetzten auf. Nach vergeblichen Versuchen, die Schüler zur Ruhe zu bringen, verfügte der Präfekt von Chalvns die Schließung der ganzen Abteilung und ließ die Schule militärisch besetzen. Die Schüler sind unter militärischer Bewachung nach dem Bahnhof abgeführt worden.
Universitäts-NaehrrebLerr.
hc. Tübingen, 6. Febr. Zum Nachfolger des am 3. Jan. d. Js. verstorbenen Professors der Nationalökonomie an der Universität Tübingen ist der Studiendirektor der Handelshochschule zu Köln, Professor Dr. jur. ct phil. Ehriltian Eckert, ausersehen. Studiendirektor Eckert gehört zugleich^ieit Ostern 1904 dem Lehrkörper der Bonner philosophischen Fakultät als Extraordinarius an, seine akademische Laufbahn begann er 1901 als Privatdozent an der Berliner Universität. Prof. Eckert i|t ein geborener Mainzer (1874), promovierte 1897 in Gießen zum Dr. jur. und 1898 in Berlin zum Dr. phil.
Februar
1908
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