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‘tiw Bindeglied o Geshmunxsffe. inde; bringt nur • 2 us berufener be»sL<che Politik, wirtschafkpoliü. Kulturfragen.
s!MsiW da weiteste Ven beraten-Aufträge Annoncen »Exped. igspreie:
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bei der Post oder iisiunigeu Verein, le Vorstandsmit- len Bestellungen regen. v°/, itter «ruthu äge und wahrhaft ,e nie .Hessische ÄenschriiC lesen
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158* Jahrgang
Zweites Blatt
Nr.«
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Dderheffen
Ded. Himmel
Handel
. 122.75
93.7b I Elektnz. Lalnneyer .
194 40
Berliner Börne. 8
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. 27 90
. 145.30
. 120.50
Cauada E. B. . . . I »armstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
Tendenz- ruhig.
4%
3 So 3%
Höchste Temperatur Niedrigste .
Januar. Anfangskurse. Ilarpener Bergwerk. . Laut an title . . . Lombarden E. B. Xordd. Lloyd . . . l'ürkenlose ....
Elektnz. Schlickert . . . Eschwailer Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk Hamburg - Amenk. Paket!. Ilarpener Bergwerk. . . Laurah ütte......
.Xordd. Lloyd . . . .
Obeischlea. Eisen-Industrie
Beichsanleihe do.
Konsols . . do.
Hessen . .
Oberhessen
Wk
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Beniner damielsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio-
Eisenlahu . . . . bottuardbahn . . . . i.omourd. Eisenbahn . Uesterr. Staats intim . . Pnnce-Henri-Eisenbahn
j)arlatnentarL?ches ans Reifen»
R. iu. Darmstadt, 7. Jan. Der Finanzausschuß der 2. Kammer hat heute vormittag mit den Etats-
4 % Gesten Goldrente. . 4l;6 °6 Uesterr. Silberreute 4 So Ungar. Goldrente . .
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WSW SSE
4 *4°/0 russ. Staatsanl. 190b 4>ä'-0 Japan Staatsanleihe 190 Couv.Türken von VJUo Tiirkenlose......
Griech. Mouopol-Anl. .
4% äussere Argentinier . ö°/0 Mexikaner . . . . 4>iv/0 Chinesen . . . .
Aktien:
Bochum Guss.....
Buderus E. W.....
Tendenz.: fest.
Teietomsciäie KursteepdC »te des Glessenei Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.
Frankturter HJör*e, 8. Januar. 1.15 Uhr.
Redaktion, Exveditlon und Druckerei: Schul- strahe 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion:«^ 112. LeL-Adr^AnzeigerGießen.
Dte „Siehener FamiltenblStter" werden dem ^Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, daS „Krrisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zwennaL
82.45
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Mittwoch 8. Januar 1908
* AA Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen : Agr Unwersnäts - Buch- und Stemdruckereu
H R. Lange, Gießen.
am 6 —7. Januar
6.-7.
volle Arbeit gedankt. , . « ~ .
Ter Vorstand der Vereinigung, dcr ans ie 9 Gemeindegliedern und Geistlichen besteht, ist aljährlich von der Hauptversammlung zu erwählen. Ein Vorstandsmitglied, Pfarrer Hahn-Alzeh, ist verstorben, ein Mitglied auf seinen Wunsch aus dem Vorstand ausge- sch'ed'n Die übr'gen 16 scitl)erigen Mitglieder des Vorstandes wur- d.n wieder- und Prof. Dr. A. E. Verger Darmstadt u. Pfarrer Axt- Mommenl?eim nengewählt. Im Anschluß an die Vorstandswahl teilte Pfarrer D. Guyot mit, daß er zwar gern im Vorstände dleibe und der Vereinigung weiter diene, mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand aber unmöglich länger das Tvppelamt des Vorsitzenden in der Freien landeslirchlichen Vereinigung und im Hessischen Diakonieverein weiter behalten könne. Auch sei cs an sich richtig u. wünschenswert, daß ein Laie an die Spitze dcr Vereinigung trete. Durch seine Lutherbiographie sei Professor Dr. Berger (Darmstadt, Tcchn. Hochschule), der der Vereinigung von Anfang an beigetreten sei, geradezu hierfür prädestiniert. Er habe sich auch zur Annahme des Vorsitzes bereit erklärt. Die Neuverteilung der Acrnter werde in allernächiter Zett geregelt und den Mitgliedern durch die Neuen evang. Blätter, deren Schrstt- leitung Pfarrer Rückert-Darmstadt übernommen habe, weitere Mitteilungen zugehen. Tie Versammlung nimmt von diesen Mitteilungen zustimmend Kenntnis. m ,
Hierauf wurde in die Verhandlung über das Thema: „Was halten wir von der Kirche?" eingetreten. Pfarrer Lic. Fuchs-RüsselSheim erstattete das Referat und Oberlehrer Tr. Strecker-Bad-Nauheim das Korreferat. Der Herr Referent entwickelte ungefähr folgende Gedanken:
1. Glied der evangelischen Kirche ist icder Mensch, der für die von ihr vertretenen übersinnlichen Ideale und Werte Sinn und Verständnis hat und sie in seinem Leben zu verwirkltckien sucht. Wir haben nicht das Recht, die Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche abhängig zu machen von der Zustimmung zu irgendwelchen Lehren, mögen sie uns auch noch so. wichtig scheinen Es koüimt nur daraus an, ob der betreffende Men, ch Gefühl dafür hat, daß der Mensch höheres geistiges Leben in sich tragt. Wir haben ihm je nach seinen Gaben und Anlagen eine Mitarbeit — sei es bei den Werken der Liebe, sei es der Aufklärung der Menschen, oder dcr Fürsorge für die Jugend — zu ermög-
+ 3,4 6 C.
— 5.9 6 C.
Italien. Bente . . .
Portugiesen Serie I
Portugiesen „ 111
sinnungSgenossen suchen. Freilich müsse man erst den Versuch machen, wie das die Freie landeskirchliche Vereinigung wolle, die Kirche zum Verständnis der modernen Zeit zu bringen. Der Korreferent ist prinzipiell in dcr Schilderung des religiösen Lebens und der Stellung der Kirche dazu einig mit Pfarrer Fuchs, er unterscheidet sich von ihm in der Frage nach der Bedeutung der gegenwärtigen Kirche und der Möglichkeit ihrer religiösen
Heid).
23er Iin, 7. Jan. Die Verabschiedung des Präsidenten des Reichs bank direktoriums WiklichenGeh. Nates Dr. Koch ist heute unter Verleihung des Großkreuzes des Roten Adlerordens vom Kaiser genehmigt worden. Gleichzeitig wurde die Ernennung des Präsidenten der Seehandlung Haven st ein zu seinem Nachfolger vollzogen.
— Wie der „L.-A." durch Erkundigungen an zuständiger Stelle erfahren hat, Hai Prinz Rupprecht von Bayern während seiner Anwesenheit zu der Neujahrsfeier in Berlin eine Unterredung mit General Keim gehabt. Ueber den Inhalt der Unterredung wird Stillschweigen bewahrt. — Wie die „Münch. N. Nachr." erfahren, sind die Versuche, General Keim zum freiwilligenRücktritt zu bewegen, endgültig gescheitert.
— In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde der Entwurf eines Scheckgesetzes angenommen.
Der „BerL Lokalanz." meldet aus Berlin: Am 8. Januar werben die Bundesratsausschüsse die Beratung der Spiritusvorlage (Gesetzentwurf betreffend den Zwischenhandel mit Branntwein) beginnen. In unterrichteten Kreisen wird nicht bezweifelt, daß die Vorlage in der einen oder anderen Gestalt vom Bundesrate genehmigt werden dürfte.
Trier, 7. Jan. Bei der heutigen Landtagsersatzwahl im Wahlkreise Trier an Stelle des verstorbenen Abgeordneten Dasbach (Ztr.) wurde der Kandidat der Zentrums- partci, Landgerichtsrat Schreiner, ohne Gegenkandidat
Anlage der Flutschleusen nach dem Antrag Wolf erfolgen solL
R. B. Darmstadt, 7. Jan. Tie G e s e tz ge b u n g s - ausschüsse beider Ständekammern werden am nächsten Dienstag abermals zu einer gemeinsam enBe- r a t u n g zusammenkommen, um über die Möglichkeit einer Verständigung in betreff der Wahlrechtsvorlage zu verhandeln. Vorher hält der Gesetzgebungsausschuß der 1. Kammer noch eine besondere Beratung über seine ©te^^ lungnahme zu den Verfassungsartikeln ab.
l£ii'd)e imö Schule.
** Die Freie landeskirchliche Vereinigung für das Großherzogturn Lessen hielt am 2. Januar zu Frankfurt ihre 2. gutbesuchte Hauptversammlung ab. Die Verhandlungen eröffnete dcr Vorsitzende Psarrer O. G u y o t - Lepp'nheim mit dem Vortrag des Jahresberichts. Er gab bekannt, daß die Mitgliederzahl gewachsen ist, und sich ihre Tätigkeit im Berichtsjahre im wesentlichen auf die literarische Tätigkeit, die Herausgabe der Neuen evangelischen Blätter re. beschränkt hat. Doch sei daneben bereits, die Abhaltung von Vorträgen in verschiedenen Städten in die Wege geleitet und zum Teil auch als die Aufgabe der Ortsgruppen erkannt und mit Erfolg versucht worden.
Ten Kässcnberlclst trug Pfarrer Scriba - Groß-Wintern- heim vor. Nach der bereits vorgeprüftcn Rechnung ist ein Kassenvorrat von nahezu 300 Mk. vorhanden. Tem Rechner wurde Entlastung erteilt und für seine umfangreiche und muhe-
Belebung. ,
Eine sehr lebhafte Diskussion über diese Fragen schloß sich an. In ihr wurde von verschiedenen Seiten darauf hingewiesen, daß naturgemäß stets eine Spannung zwischen Religion und Kirckfe, sowie zwischen Kirche und dem vorwärts drängenden Leben der Zeit bestanden habe und bestehen bleiben werde, weil die Kirche als Institution an ihrer Vergangenheit zu tragen und sich stets abwartend zu verhalten habe. Es sei auf staatlichem Gebiet nicht anders als auf kirchlick)em. In den letzten 100 Jahren sei die Kirche allerdings zu konservativ gewesen und oie Spannung sei unnatürlich groß geworden. Bor allem aber wurde irr der Diskussion dem mutigen Glauben Ausdruck gegeben, daß sich die evangelische Kirche nach den Grund-1 atzen, die ihr unverlierbares Erbteil aus der Reformationszcit ’eten, wieder auf ihr wahres Wesen besinnen könne und müsse, um ihre Bedeutung für das gesamte Volksleben zu behalten. Dafür sorgen zu Helsen, daß die Weitherzigkeit in ihr wachse, daß ie wieder dem religiösen Bedürfnisse Mer. diene, wie sie es einst getan, mit dem Bildungsbedürfnis der Zeit in Verbindung bleibe unb nie mehr Werkzeug der Reaktion werden könne, sei die Aufgabe dcr Freien landeskirchlichen Vereinigung. Auch der festen Ueberzeugung wurde Ausdruck gegeben, daß sich unsere hessische Landcsl'.rche wieder auf ihr wahres Wesen besinnen werde, zumal die Zeiten, in denen sie ein sehr gesundes Empfinden für ihre hohen Aufgaben besaß, noch nicht weit hinter ihr liegen. Ihr den Rücken kehren, sei Verschuldung und Fehler zugleich; eine Verschuldung, weil man dadurch die Kirche schädige, der man die vorwärts drängenden Kräfte entziehe, ein Fehler, weil man sich selbst schädige, indem man die Fäden zwischen seinem geistigen Leben und bem der Kirche durchschneide, ohne zu bedenken, daß Religion eingebettet sei in die geschichtliche Ueberlieserung, und niemand sich seine Religion selbst machen könne.
Mit einem' an den Leiter der Verhandlungen, Pfarrep D. Guvot, gerichteten Tankeswort kam die Hauptversammlung zum Abschluß.
beratungen begonnen, nachdem er vorher noch einige Ausschuß!)erichte genehmigt hatte; so den des Mg. Hirsche! über die Regierungsvorlage, betr. die Gehaltserhöhung für die V o l k s s ch u l l e h r e r i n n e n um je 100 Mk. jährlich, und den Bericht des Abg. M o l t h a n über die Vorstellung der Hebammen in Mainz um Erhöhung ihrer Gebührensätze. Die Vorstellung wurde für erledigt erklärt, nachdem sich die Regierung bereit erklärt hat, den Wünschen der Petenten entgegenzukommen. Die Etatsberatung begann mit den dem Abg. Dr. Osann zur Berichterstattung überwiesenen Kapiteln. Zunächst wurde aus der 8. Hauptabteilung des Etats der Abschnitt „Ministerium des Innern", Zentralverwaltung, Kap. 23—29, beraten und genehmigt, worin u. a. für Kap. Ministerium, persönliche und sachliche Auslagen, 283 260 Mk., als allgemeiner Fonds für Vertretungs- und Aushilfekosten 80 000 Mk. und für Zentralbauwesen 232 530 Mk. verlangt werden. Das Ministerium besitzt darnach für 1908 4 Ministerialräte, 10 Vortragende Räte, 2 technische Mitglieder für die Abteilung Landwirtschaft, 4 Hilfsarbeiter (seither nur 2), 2 Sekretäre (seither deren 5) u. s. f. Der Fonds für Vertretungen ist gegen das Vorjahr um 12 724 Mk. erhöht. Weiter kamen zur Beratung die Kapitel „Bergbau, Verkehr, Handel und Gewerbe", worunter u. a. für Kunststraßenwesen 1236 360 Mark, für die sieben Handelskammern wie bisher 21130 Mark, für Förderung des kaufmännischen Unterrichts 17 500 Mark, für Gewerbeaufsicht 79 708 Mk., für die Handwerkskammer 60 020 Mk., für die Zentralstelle für die Gewerbe und den Aandesgewerbeverein 156 964 Mk., für gewerbliche Unterrichtsanstalten sowie sonstige Förderung von Handwerk und Kunstgewerbe 236 487 Mk. usw. Weiter wurden genehmigt die hierzu gehörigen Kapitel 124, 7, 9—13 und Kap. 128, Kunststraßenwesen. Abg. Molthan berichtete alsdann über Kap. 3, Weinbaudomänen, das mit einer Einnahme von 151500 Mk. und einer Ausgabe von 143 360 Mk. abschließt, Kap. 7, Kameral- und Forst- d o m ä n e n, Einnahme 264 707 Mk., Ausgabe 130 638 Mk., Kap. 10, Staatseisenbahnen, Einnahme 15 000 000 Mark, Ausgabe 380 000 Mk. Mg. Reinhart berichtete dann noch über Kap. 11, Lotterie, Einnahme 801500 Mark, Ausgabe nichts, und Kap. 13, Landstände, Ausgabe 139 018 Mk. Den vorstehend aufgeführten Positionen stimmte der Ausschuß im allgemeinen zu, doch soll die Regierung bei der späteren gemeinsamen Beratung über verschiedene Punkte um Aufklärung ersucht werden, besonders darüber, ob sie trotz der geäußerten Bedenken über die Eisenbahnerträgnisse glaube, die .Verantwortung für die Einnah meposition von 15 Millionen Mark übernehmen zu können. Die Fortsetzung der Etatsberatung erfolgt morgen früh.
Der 4. Ausschuß der 2. Kammer nahm heute seine Beratungen wieder auf. Es wurde u. a. eingehender Bericht erstattet über die Vorstellung des Einkaufsvereins der Mainzer Kolonialwarenhändler. Die Regierung hat bei der früheren Beratung erklärt, daß sie dem Verlangen auf Besteuerung der Konsum- und Beamtenvereine nicht beitreten könne und alle diesbezüglichen Wünsche auf die später bevorstehende Beratung der Kommunalsteuerreform verweisen müsse. Es habe niemals eine behördliche Begünstigung dieser Vereine stattgefunden, die Regierung habe aber auch keinen Anlaß, gegen sie Stel- luna zu nehmen. Auch das geforderte Verbot an die Offiziers- und Beamtensrauen, in diesen Vereinen zu kaufen, lehnt die Regierung ab, weil sie darin einen Eingriff.in das freie Bestimmungsrecht der Beamten erblickt. Ter Ausschuß hat sich im allgemeinen diesen Erwägungen an- geschlossen und empfiehlt, den Weg der Selbsthilfe zu beschreiten durch Bildung von Einkaufsvereinigungen usw. Weiter genehmigte der Ausschuß den ausführlichen Bericht über den Antrag Wolf, betr. die S e l z t a l r e g u li e r u n g. Sowohl der Ausschuß, wie der Antragsteller und die Regierung sind darin einverstanden, daß, wie auch der Pro-
2. Als Vollskirche hat die evang. Kirche die Ausgabe, das ganze Volksleben mit ihrem Sinn für Edles zu durchdringen.
3 Tie evang. Kirche ist nämlich noch Volks'kirche, d. h. die von ihr vertretenen geistigen Werte und sittlichen JdeA beherrschen das gesamte Volksleben. Was unsere großen Dichter und Denker als Sittlichkeit vermitteln, ist un wesentlichen Die verarbeitete, wieder gereinigte, manchmal auch verkürzte christliche Sittlichkeit. Sie beherrscht auch, was von Edlem, Gemüt- erwärmendem im Volksleben an Sitten und sittlichem Gefühl vorhanden ist. , ....
4. Als Vollskirche muß die evang. Kirche sich weiter entwickeln, d. h. sie darf nicht in kurzsichtiger Weise die Erscheinungen des modernen Lebens ablehnen, sondern mutz sie verstehen und ihnen gerecht werden. Keine dieser Erscheinungen ist ilr völlig wesensfremd. Aber wenn die Kirche von veriiherein alles ablehnt und als unchristlich kennzeichnet, was nicht mit dem Herkommen stimmt, dann muß es ihr feindlich werden. Gerechte, verständnisvolle Auseinandersetzung erweckt Vertrauen und ickcktt ihrem Geiste Einfluß. Verständnislosigkeit verbittert
5 Tie gereckte Auseinandersetzung mit dem modernen Leben ist der evang. Kirche vielfach erschwert durch eine gewisse Mutlosigkeit ihrer Vertreter. Sie glauben nicht daran, datz tlyre Kirche das Volksleben wirklich noch beherrscht und nehmen deshalb angstlm) Rücksicht auf die konservativen Kreise, die sie äußerlich noch hat. Tie Folge ist, daß unter diesen Umständen fait keine Frage unserer Zeit wahrhaftig und mutig gelost wird. Gegenüber den allerkleiniten Fragen wie Feuerbestattung, Einzelkelch beim Abendmahl führen die kirchlichen Instanzen wahre Tragikomödien aus. Gegenüber den großen, z. B. des Religionsunterrichts versagen sie völl^ ö(mrüber hie crfte Forderung Wahrhaftigkeit und Liebe zur Wahrhaftigkeit. Noch läßt man zurzeit den Fortschritt durck) die Hinterttlre herein, weil man mutz. Man soll ibn os,en an oct Haupttüre willkommen heißen uno, Ivo man ändert und bessert, offen be rennen, daß man das tut. ^ur das kann, Vertrauen erwecken. Man soll die wahrhaftigen Menschen lieben, nicht bloß dulden, weil man muß.
7. Dabei soll man nicht einseitige Aenderungen treffen, z. B. nickst die Bekenntnisse abschofsen, aber offen zugestehen, daß sie nur eben Ausdruck dessen sind, was die Vergangenheit glaubte Wir sind die Kinder dieser Vergangenheit und behalten das Alle lieb. Aber wir sind auch selbständig in unserem Fuhlen und senken. Man hat das tatsächlich in der Kirche zugestanden. Zu fordern ist offene und el/rlick)e Anerkennung, daß es so ist.
8 Darüber wird keine Zuchtlosigkeit eiiircißen Eine Kirche ist eine Gesinnungsgcmeinschaft, die sich einfach durch die Talsackse ihrer Existenz rein und aufrecht erhalt, vorausgesetzt, daß sie eine lebendige Gemeinsck)aft ist und Nicht durch salsck-en Zwang
Dcrmiidytes.
• Hagen i.W., 6 Jan. Das Komitee zur Errichtung eines Eu gen N ichter-Turm es beschloß, auf einer dem Bismarck- Turm gegenüber liegenden Bergesböhe, in der unmittelbaren Umgebung der Stadt, 20 000 Quadratmeter Grund- fläche zur Errichtung des Eugen Richter-Turmes nebst ausgedehnten Anlagen zu erwerben. Zugleich wurde der Arbeitsausschuß beauftragt, unverzüglich mit den Vorarbeiten zu beginnen.
* Wie hoch fliegt ein Schmetterling? Für Entomologen dürfte eine Beobachtung von Interesse sein, die Prof. P o e s ch e l aus Meißen, der neulich als Rektor der Universität Gießen in russischen Blättern auftrat, bei Gelegenheit einer seiner Ballonfahrten nach Russisch-Polen gemacht hat. „Wir schweben über der russischen Kreisstadt Rypin", so schreibt er, „da flattert — wär trauen unseren Augen kaum — in 2000 Meter Höhe ein großer bunter Schmetterling über unseren Korb hinweg. Ein rasch aufsteigender Luftstrom kann ihn nicht emporgetragen haben, denn wir haben ganz allmählich diese Höhe erreicht. Bald darauf trafen wir noch 250 Meter höher einen zweiten Sckmetterling."____________
Slönuihdjc lyteufpidie .ur>ujru-LoUcne
Ziehung I. Klasse 218. Lotterie am 10. und 11. Januar.
Lsse Mk. 5, Mk.10, MV.Tlb siX
sind zu beziehen durch den F
König!. 4Zreußiickcn Lottcicr-Eimicbmcr
Buchacker, Cniesseu, Neuen Baue 11.
die Geister verwirrt. r . .
Oberlehrer Dr. Strecker als Korreferent führte aus, tote auch die evangelische Kirche in Vergangenheit und Gegenwart durch schroffe Stellungnahme gegen alle sortschreiten^n Geister sich daS Virtraucn vieler Nlenschcn versck?erzt habe. Es sei ihm sehr fraglich ob die Kirche imstande sei, sich so von innen h-eraus zu reformieren, daß sie |ür die neue Seit, ihren Entwickelungs- gedanken, ihre sozialen Aufgaben usw. Raum habe unb w das Vertrauen der ihr Entfremdeten wieder gewinnen tönnc. Wenn gterung sind darin einüerjtanoen, oag, nnc uuu, baä nicht nröglich sei, so müsse man vor allem die Verbindung
vinzialausschuß für Rheinhessen empfiehlt, vor Ausfuh- Oon Staat und Kirche lösen, und jeder rnüffe Befriedigung rung des großen Projektes der Selzbachregulierung die1 seine- religiösen SumeS bei einer kleinen Geuteiuschaj von Ge^
MeteoroioKisttre
der Station Gießen.
Januar
1908
Barometer am 0° reduziert
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Absolute Feuchtigkeit
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Wntdstärke
Wetter


