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08/01/1908 Zweites Blatt
 
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tiw Bindeglied o Geshmunxsffe. inde; bringt nur 2 us berufener be»sL<che Politik, wirtschafkpoliü. Kulturfragen.

s!MsiW da weiteste Ven beraten-Aufträge Annoncen »Exped. igspreie:

lieh 75 Pf«.

bei der Post oder iisiunigeu Verein, le Vorstandsmit- len Bestellungen regen. v°/, itter «ruthu äge und wahrhaft ,e nie .Hessische ÄenschriiC lesen

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iMigtjfi) merstag a&ent ialiamriilaolt aifcrboi. P1.

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Tcr Boritavd. ^

;vereia ieiteiknt no Legum der stunden.

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158* Jahrgang

Zweites Blatt

Nr.«

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Dderheffen

Ded. Himmel

Handel

. 122.75

93.7b I Elektnz. Lalnneyer .

194 40

Berliner Börne. 8

156.20

230.25

189.25

144.70

218.25

27.80

742.0

737,7

730,7

. 126.65 . 230 00 . 133 00 . 171.40 . 189 00 . 199.90

. 83.40

104 50

205 00

187 40

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218.50 10550

96 50

150 80

. 27 90

. 145.30

. 120.50

Cauada E. B. . . . I »armstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz- ruhig.

4%

3 So 3%

Höchste Temperatur Niedrigste .

Januar. Anfangskurse. Ilarpener Bergwerk. . Laut an title . . . Lombarden E. B. Xordd. Lloyd . . . l'ürkenlose ....

Elektnz. Schlickert . . . Eschwailer Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk Hamburg - Amenk. Paket!. Ilarpener Bergwerk. . . Laurah ütte......

.Xordd. Lloyd . . . .

Obeischlea. Eisen-Industrie

Beichsanleihe do.

Konsols . . do.

Hessen . .

Oberhessen

Wk

*>% Wk

'K6k

Beniner damielsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio-

Eisenlahu . . . . bottuardbahn . . . . i.omourd. Eisenbahn . Uesterr. Staats intim . . Pnnce-Henri-Eisenbahn

j)arlatnentarL?ches ans Reifen»

R. iu. Darmstadt, 7. Jan. Der Finanzausschuß der 2. Kammer hat heute vormittag mit den Etats-

4 % Gesten Goldrente. . 4l;6 °6 Uesterr. Silberreute 4 So Ungar. Goldrente . .

i 8

WSW SSE

4 *4°/0 russ. Staatsanl. 190b 4>ä'-0 Japan Staatsanleihe 190 Couv.Türken von VJUo Tiirkenlose......

Griech. Mouopol-Anl. .

4% äussere Argentinier . ö°/0 Mexikaner . . . . 4>iv/0 Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss.....

Buderus E. W.....

Tendenz.: fest.

Teietomsciäie KursteepdC »te des Glessenei Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.

Frankturter HJör*e, 8. Januar. 1.15 Uhr.

Redaktion, Exveditlon und Druckerei: Schul- strahe 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion:«^ 112. LeL-Adr^AnzeigerGießen.

DteSiehener FamiltenblStter" werden dem ^Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, daS Krrisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zwennaL

82.45

93.90

82.30

92 95

92.00

97 50

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Mittwoch 8. Januar 1908

* AA Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen : Agr Unwersnäts - Buch- und Stemdruckereu

H R. Lange, Gießen.

am 67. Januar

6.-7.

volle Arbeit gedankt. , . « ~ .

Ter Vorstand der Vereinigung, dcr ans ie 9 Gemeindegliedern und Geistlichen besteht, ist aljährlich von der Hauptversammlung zu erwählen. Ein Vorstandsmitglied, Pfarrer Hahn-Alzeh, ist ver­storben, ein Mitglied auf seinen Wunsch aus dem Vorstand ausge- sch'ed'n Die übr'gen 16 scitl)erigen Mitglieder des Vorstandes wur- d.n wieder- und Prof. Dr. A. E. Verger Darmstadt u. Pfarrer Axt- Mommenl?eim nengewählt. Im Anschluß an die Vorstandswahl teilte Pfarrer D. Guyot mit, daß er zwar gern im Vorstände dleibe und der Vereinigung weiter diene, mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand aber unmöglich länger das Tvppelamt des Vorsitzenden in der Freien landeslirchlichen Vereinigung und im Hessischen Diakonieverein weiter behalten könne. Auch sei cs an sich richtig u. wünschenswert, daß ein Laie an die Spitze dcr Vereinigung trete. Durch seine Lutherbiographie sei Professor Dr. Berger (Darmstadt, Tcchn. Hochschule), der der Vereinigung von Anfang an beigetreten sei, geradezu hierfür prädestiniert. Er habe sich auch zur Annahme des Vorsitzes bereit erklärt. Die Neuver­teilung der Acrnter werde in allernächiter Zett geregelt und den Mitgliedern durch die Neuen evang. Blätter, deren Schrstt- leitung Pfarrer Rückert-Darmstadt übernommen habe, weitere Mit­teilungen zugehen. Tie Versammlung nimmt von diesen Mit­teilungen zustimmend Kenntnis. m ,

Hierauf wurde in die Verhandlung über das Thema:Was halten wir von der Kirche?" eingetreten. Pfarrer Lic. Fuchs-RüsselSheim erstattete das Referat und Oberlehrer Tr. Strecker-Bad-Nauheim das Korreferat. Der Herr Referent entwickelte ungefähr folgende Gedanken:

1. Glied der evangelischen Kirche ist icder Mensch, der für die von ihr vertretenen übersinnlichen Ideale und Werte Sinn und Verständnis hat und sie in seinem Leben zu verwirkltckien sucht. Wir haben nicht das Recht, die Zugehörigkeit zur evange­lischen Kirche abhängig zu machen von der Zustimmung zu irgend­welchen Lehren, mögen sie uns auch noch so. wichtig scheinen Es koüimt nur daraus an, ob der betreffende Men, ch Gefühl dafür hat, daß der Mensch höheres geistiges Leben in sich tragt. Wir haben ihm je nach seinen Gaben und Anlagen eine Mitarbeit sei es bei den Werken der Liebe, sei es der Aufklärung der Menschen, oder dcr Fürsorge für die Jugend zu ermög-

+ 3,4 6 C.

5.9 6 C.

Italien. Bente . . .

Portugiesen Serie I

Portugiesen 111

sinnungSgenossen suchen. Freilich müsse man erst den Versuch machen, wie das die Freie landeskirchliche Vereinigung wolle, die Kirche zum Verständnis der modernen Zeit zu bringen. Der Korreferent ist prinzipiell in dcr Schilderung des religiösen Lebens und der Stellung der Kirche dazu einig mit Pfarrer Fuchs, er unterscheidet sich von ihm in der Frage nach der Bedeutung der gegenwärtigen Kirche und der Möglichkeit ihrer religiösen

Heid).

23er Iin, 7. Jan. Die Verabschiedung des Präsi­denten des Reichs bank direktoriums WiklichenGeh. Nates Dr. Koch ist heute unter Verleihung des Groß­kreuzes des Roten Adlerordens vom Kaiser genehmigt worden. Gleichzeitig wurde die Ernennung des Präsi­denten der Seehandlung Haven st ein zu seinem Nach­folger vollzogen.

Wie derL.-A." durch Erkundigungen an zuständiger Stelle erfahren hat, Hai Prinz Rupprecht von Bayern während seiner Anwesenheit zu der Neujahrsfeier in Berlin eine Unterredung mit General Keim gehabt. Ueber den Inhalt der Unterredung wird Stillschweigen be­wahrt. Wie dieMünch. N. Nachr." erfahren, sind die Versuche, General Keim zum freiwilligenRücktritt zu bewegen, endgültig gescheitert.

In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde der Entwurf eines Scheckgesetzes angenommen.

DerBerL Lokalanz." meldet aus Berlin: Am 8. Januar werben die Bundesratsausschüsse die Beratung der Spiritusvorlage (Gesetzentwurf betreffend den Zwischenhandel mit Branntwein) beginnen. In unterrich­teten Kreisen wird nicht bezweifelt, daß die Vorlage in der einen oder anderen Gestalt vom Bundesrate genehmigt werden dürfte.

Trier, 7. Jan. Bei der heutigen Landtagsersatzwahl im Wahlkreise Trier an Stelle des verstorbenen Abgeord­neten Dasbach (Ztr.) wurde der Kandidat der Zentrums- partci, Landgerichtsrat Schreiner, ohne Gegenkandidat

Anlage der Flutschleusen nach dem Antrag Wolf er­folgen solL

R. B. Darmstadt, 7. Jan. Tie G e s e tz ge b u n g s - ausschüsse beider Ständekammern werden am nächsten Dienstag abermals zu einer gemeinsam enBe- r a t u n g zusammenkommen, um über die Möglichkeit einer Verständigung in betreff der Wahlrechtsvorlage zu verhandeln. Vorher hält der Gesetzgebungsausschuß der 1. Kammer noch eine besondere Beratung über seine ©te^^ lungnahme zu den Verfassungsartikeln ab.

l£ii'd)e imö Schule.

** Die Freie landeskirchliche Vereinigung für das Großherzogturn Lessen hielt am 2. Januar zu Frankfurt ihre 2. gutbesuchte Hauptversammlung ab. Die Verhandlungen eröffnete dcr Vorsitzende Psarrer O. G u y o t - Lepp'nheim mit dem Vortrag des Jahresberichts. Er gab be­kannt, daß die Mitgliederzahl gewachsen ist, und sich ihre Tätig­keit im Berichtsjahre im wesentlichen auf die literarische Tätig­keit, die Herausgabe der Neuen evangelischen Blätter re. be­schränkt hat. Doch sei daneben bereits, die Abhaltung von Vorträgen in verschiedenen Städten in die Wege geleitet und zum Teil auch als die Aufgabe der Ortsgruppen erkannt und mit Erfolg versucht worden.

Ten Kässcnberlclst trug Pfarrer Scriba - Groß-Wintern- heim vor. Nach der bereits vorgeprüftcn Rechnung ist ein Kassenvorrat von nahezu 300 Mk. vorhanden. Tem Rechner wurde Entlastung erteilt und für seine umfangreiche und muhe-

Belebung. ,

Eine sehr lebhafte Diskussion über diese Fragen schloß sich an. In ihr wurde von verschiedenen Seiten darauf hingewiesen, daß naturgemäß stets eine Spannung zwischen Religion und Kirckfe, sowie zwischen Kirche und dem vorwärts drängenden Leben der Zeit bestanden habe und bestehen bleiben werde, weil die Kirche als Institution an ihrer Vergangenheit zu tragen und sich stets abwartend zu verhalten habe. Es sei auf staatlichem Gebiet nicht anders als auf kirchlick)em. In den letzten 100 Jahren sei die Kirche allerdings zu konservativ ge­wesen und oie Spannung sei unnatürlich groß geworden. Bor allem aber wurde irr der Diskussion dem mutigen Glauben Aus­druck gegeben, daß sich die evangelische Kirche nach den Grund-1 atzen, die ihr unverlierbares Erbteil aus der Reformationszcit eten, wieder auf ihr wahres Wesen besinnen könne und müsse, um ihre Bedeutung für das gesamte Volksleben zu behalten. Dafür sorgen zu Helsen, daß die Weitherzigkeit in ihr wachse, daß ie wieder dem religiösen Bedürfnisse Mer. diene, wie sie es einst getan, mit dem Bildungsbedürfnis der Zeit in Verbindung bleibe unb nie mehr Werkzeug der Reaktion werden könne, sei die Auf­gabe dcr Freien landeskirchlichen Vereinigung. Auch der festen Ueberzeugung wurde Ausdruck gegeben, daß sich unsere hessische Landcsl'.rche wieder auf ihr wahres Wesen besinnen werde, zumal die Zeiten, in denen sie ein sehr gesundes Empfinden für ihre hohen Aufgaben besaß, noch nicht weit hinter ihr liegen. Ihr den Rücken kehren, sei Verschuldung und Fehler zugleich; eine Verschuldung, weil man dadurch die Kirche schädige, der man die vorwärts drängenden Kräfte entziehe, ein Fehler, weil man sich selbst schädige, indem man die Fäden zwischen seinem geistigen Leben und bem der Kirche durchschneide, ohne zu bedenken, daß Religion eingebettet sei in die geschichtliche Ueberlieserung, und niemand sich seine Religion selbst machen könne.

Mit einem' an den Leiter der Verhandlungen, Pfarrep D. Guvot, gerichteten Tankeswort kam die Hauptversammlung zum Abschluß.

beratungen begonnen, nachdem er vorher noch einige Ausschuß!)erichte genehmigt hatte; so den des Mg. Hir­sche! über die Regierungsvorlage, betr. die Gehalts­erhöhung für die V o l k s s ch u l l e h r e r i n n e n um je 100 Mk. jährlich, und den Bericht des Abg. M o l t h a n über die Vorstellung der Hebammen in Mainz um Erhöhung ihrer Gebührensätze. Die Vorstellung wurde für erledigt erklärt, nachdem sich die Regierung bereit erklärt hat, den Wünschen der Petenten entgegenzukommen. Die Etatsberatung be­gann mit den dem Abg. Dr. Osann zur Berichterstattung überwiesenen Kapiteln. Zunächst wurde aus der 8. Haupt­abteilung des Etats der AbschnittMinisterium des In­nern", Zentralverwaltung, Kap. 2329, beraten und ge­nehmigt, worin u. a. für Kap. Ministerium, persönliche und sachliche Auslagen, 283 260 Mk., als allgemeiner Fonds für Vertretungs- und Aushilfekosten 80 000 Mk. und für Zentralbauwesen 232 530 Mk. verlangt werden. Das Mini­sterium besitzt darnach für 1908 4 Ministerialräte, 10 Vor­tragende Räte, 2 technische Mitglieder für die Abteilung Landwirtschaft, 4 Hilfsarbeiter (seither nur 2), 2 Sekretäre (seither deren 5) u. s. f. Der Fonds für Vertretungen ist gegen das Vorjahr um 12 724 Mk. erhöht. Weiter kamen zur Beratung die KapitelBergbau, Verkehr, Handel und Gewerbe", worunter u. a. für Kunststraßenwesen 1236 360 Mark, für die sieben Handelskammern wie bisher 21130 Mark, für Förderung des kaufmännischen Unterrichts 17 500 Mark, für Gewerbeaufsicht 79 708 Mk., für die Handwerks­kammer 60 020 Mk., für die Zentralstelle für die Gewerbe und den Aandesgewerbeverein 156 964 Mk., für gewerbliche Unterrichtsanstalten sowie sonstige Förderung von Hand­werk und Kunstgewerbe 236 487 Mk. usw. Weiter wurden genehmigt die hierzu gehörigen Kapitel 124, 7, 913 und Kap. 128, Kunststraßenwesen. Abg. Molthan berichtete alsdann über Kap. 3, Weinbaudomänen, das mit einer Einnahme von 151500 Mk. und einer Ausgabe von 143 360 Mk. abschließt, Kap. 7, Kameral- und Forst- d o m ä n e n, Einnahme 264 707 Mk., Ausgabe 130 638 Mk., Kap. 10, Staatseisenbahnen, Einnahme 15 000 000 Mark, Ausgabe 380 000 Mk. Mg. Reinhart berichtete dann noch über Kap. 11, Lotterie, Einnahme 801500 Mark, Ausgabe nichts, und Kap. 13, Landstände, Aus­gabe 139 018 Mk. Den vorstehend aufgeführten Positionen stimmte der Ausschuß im allgemeinen zu, doch soll die Regierung bei der späteren gemeinsamen Beratung über verschiedene Punkte um Aufklärung ersucht werden, be­sonders darüber, ob sie trotz der geäußerten Bedenken über die Eisenbahnerträgnisse glaube, die .Ver­antwortung für die Einnah meposition von 15 Millionen Mark übernehmen zu können. Die Fort­setzung der Etatsberatung erfolgt morgen früh.

Der 4. Ausschuß der 2. Kammer nahm heute seine Beratungen wieder auf. Es wurde u. a. eingehender Bericht erstattet über die Vorstellung des Einkaufsvereins der Mainzer Kolonialwarenhändler. Die Regierung hat bei der früheren Beratung erklärt, daß sie dem Verlangen auf Besteuerung der Konsum- und Beamten­vereine nicht beitreten könne und alle diesbezüglichen Wünsche auf die später bevorstehende Beratung der Kom­munalsteuerreform verweisen müsse. Es habe niemals eine behördliche Begünstigung dieser Vereine stattgefunden, die Regierung habe aber auch keinen Anlaß, gegen sie Stel- luna zu nehmen. Auch das geforderte Verbot an die Offi­ziers- und Beamtensrauen, in diesen Vereinen zu kaufen, lehnt die Regierung ab, weil sie darin einen Eingriff.in das freie Bestimmungsrecht der Beamten erblickt. Ter Ausschuß hat sich im allgemeinen diesen Erwägungen an- geschlossen und empfiehlt, den Weg der Selbsthilfe zu be­schreiten durch Bildung von Einkaufsvereinigungen usw. Weiter genehmigte der Ausschuß den ausführlichen Bericht über den Antrag Wolf, betr. die S e l z t a l r e g u li e r u n g. Sowohl der Ausschuß, wie der Antragsteller und die Re­gierung sind darin einverstanden, daß, wie auch der Pro-

2. Als Vollskirche hat die evang. Kirche die Ausgabe, das ganze Volksleben mit ihrem Sinn für Edles zu durchdringen.

3 Tie evang. Kirche ist nämlich noch Volks'kirche, d. h. die von ihr vertretenen geistigen Werte und sittlichen JdeA be­herrschen das gesamte Volksleben. Was unsere großen Dichter und Denker als Sittlichkeit vermitteln, ist un wesentlichen Die verarbeitete, wieder gereinigte, manchmal auch verkürzte christ­liche Sittlichkeit. Sie beherrscht auch, was von Edlem, Gemüt- erwärmendem im Volksleben an Sitten und sittlichem Gefühl vorhanden ist. , ....

4. Als Vollskirche muß die evang. Kirche sich weiter ent­wickeln, d. h. sie darf nicht in kurzsichtiger Weise die Erschei­nungen des modernen Lebens ablehnen, sondern mutz sie ver­stehen und ihnen gerecht werden. Keine dieser Erscheinungen ist ilr völlig wesensfremd. Aber wenn die Kirche von veriiherein alles ablehnt und als unchristlich kennzeichnet, was nicht mit dem Herkommen stimmt, dann muß es ihr feindlich werden. Gerechte, verständnisvolle Auseinandersetzung erweckt Vertrauen und ickcktt ihrem Geiste Einfluß. Verständnislosigkeit verbittert

5 Tie gereckte Auseinandersetzung mit dem modernen Leben ist der evang. Kirche vielfach erschwert durch eine gewisse Mut­losigkeit ihrer Vertreter. Sie glauben nicht daran, datz tlyre Kirche das Volksleben wirklich noch beherrscht und nehmen deshalb angstlm) Rücksicht auf die konservativen Kreise, die sie äußerlich noch hat. Tie Folge ist, daß unter diesen Umständen fait keine Frage unserer Zeit wahrhaftig und mutig gelost wird. Gegenüber den allerkleiniten Fragen wie Feuerbestattung, Einzelkelch beim Abend­mahl führen die kirchlichen Instanzen wahre Tragikomödien aus. Gegenüber den großen, z. B. des Religionsunterrichts versagen sie völl^ ö(mrüber hie crfte Forderung Wahrhaftigkeit und Liebe zur Wahrhaftigkeit. Noch läßt man zurzeit den Fortschritt durck) die Hinterttlre herein, weil man mutz. Man soll ibn os,en an oct Haupttüre willkommen heißen uno, Ivo man ändert und bessert, offen be rennen, daß man das tut. ^ur das kann, Ver­trauen erwecken. Man soll die wahrhaftigen Menschen lieben, nicht bloß dulden, weil man muß.

7. Dabei soll man nicht einseitige Aenderungen treffen, z. B. nickst die Bekenntnisse abschofsen, aber offen zugestehen, daß sie nur eben Ausdruck dessen sind, was die Vergangenheit glaubte Wir sind die Kinder dieser Vergangenheit und behalten das Alle lieb. Aber wir sind auch selbständig in unserem Fuhlen und senken. Man hat das tatsächlich in der Kirche zugestanden. Zu fordern ist offene und el/rlick)e Anerkennung, daß es so ist.

8 Darüber wird keine Zuchtlosigkeit eiiircißen Eine Kirche ist eine Gesinnungsgcmeinschaft, die sich einfach durch die Talsackse ihrer Existenz rein und aufrecht erhalt, vorausgesetzt, daß sie eine lebendige Gemeinsck)aft ist und Nicht durch salsck-en Zwang

Dcrmiidytes.

Hagen i.W., 6 Jan. Das Komitee zur Errichtung eines Eu gen N ichter-Turm es beschloß, auf einer dem Bismarck- Turm gegenüber liegenden Bergesböhe, in der unmittel­baren Umgebung der Stadt, 20 000 Quadratmeter Grund- fläche zur Errichtung des Eugen Richter-Turmes nebst aus­gedehnten Anlagen zu erwerben. Zugleich wurde der Arbeitsausschuß beauftragt, unverzüglich mit den Vorarbeiten zu beginnen.

* Wie hoch fliegt ein Schmetterling? Für Entomologen dürfte eine Beobachtung von Interesse sein, die Prof. P o e s ch e l aus Meißen, der neulich als Rektor der Universität Gießen in russischen Blät­tern auftrat, bei Gelegenheit einer seiner Bal­lonfahrten nach Russisch-Polen gemacht hat. Wir schweben über der russischen Kreisstadt Rypin", so schreibt er,da flattert wär trauen unseren Augen kaum in 2000 Meter Höhe ein großer bunter Schmetterling über unseren Korb hinweg. Ein rasch aufsteigender Luftstrom kann ihn nicht emporgetragen haben, denn wir haben ganz allmählich diese Höhe erreicht. Bald darauf trafen wir noch 250 Meter höher einen zweiten Sckmetterling."____________

Slönuihdjc lyteufpidie .ur>ujru-LoUcne

Ziehung I. Klasse 218. Lotterie am 10. und 11. Januar.

Lsse Mk. 5, Mk.10, MV.Tlb siX

sind zu beziehen durch den F

König!. 4Zreußiickcn Lottcicr-Eimicbmcr

Buchacker, Cniesseu, Neuen Baue 11.

die Geister verwirrt. r . .

Oberlehrer Dr. Strecker als Korreferent führte aus, tote auch die evangelische Kirche in Vergangenheit und Gegenwart durch schroffe Stellungnahme gegen alle sortschreiten^n Geister sich daS Virtraucn vieler Nlenschcn versck?erzt habe. Es sei ihm sehr fraglich ob die Kirche imstande sei, sich so von innen h-eraus zu reformieren, daß sie |ür die neue Seit, ihren Entwickelungs- gedanken, ihre sozialen Aufgaben usw. Raum habe unb w das Vertrauen der ihr Entfremdeten wieder gewinnen tönnc. Wenn gterung sind darin einüerjtanoen, oag, nnc uuu, baä nicht nröglich sei, so müsse man vor allem die Verbindung

vinzialausschuß für Rheinhessen empfiehlt, vor Ausfuh- Oon Staat und Kirche lösen, und jeder rnüffe Befriedigung rung des großen Projektes der Selzbachregulierung die1 seine- religiösen SumeS bei einer kleinen Geuteiuschaj von Ge^

MeteoroioKisttre

der Station Gießen.

Januar

1908

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