Kares bereits in Angriff genommen habe. Dr. Hoffmann beschwert sich über Maßnahmen des Gießener Landw. Institutes, bas in bezug auf den Pflanzenschutz, der ihm schon viele Mühe verursacht hat, Hände und Mund gebunden hat. Es wurden nun verschiedene Fragen und Vorkommnisse aus deni praktischen Berufsleben zur Diskussion gestellt, deren sachgemäße Beantwortung hauptsächlich Dr. Hamann übernahm. Auch Dr. Kleeberger und Maul-Ossenheim gaben manche praktischen Vorschläge dazu. Besonders eingehend wurde die Anfrage über die Verlegung der Geschäftsstelle des Landwirtschastskam- merausschnsses für Oberhesscn von Alsfeld nach Gießen behandelt. Von sämtlichen Mitgliedern aus dem Kreise Friedberg, Gießen, Büdingen wurde einstimmig die Ansicht ausgesprochen, die 'betreffenden Kammermitglieder zu bitten, bei der nächsten Kammersitzung einen diesbezüglichen Antrag zu stellen und zu unterstützen, und unter allen Umständen dafür einzutreten: es wäre dre Verlegung der Geschäftsstelle doch gewiß ein Akt der Gerechtigkeit und eine unbedingte Notwendigkeit. Zum Schlüsse dankte der Vorsitzende der Landwirtschastskammer, die dem Verein die Ehre erwiesen, einen ihrer tüchtigsten und befähigsten Beamten und Referenten zu einem so schönen Vortrag bereittmlligst zur Ver- ^fügung zu stellen. ~
Der Selbstmord eines Berliner Schülers.
Ter Stadtv. Cassel brachte in der letzten Berliner Stadt- vervrdnetensiyung einen wegen d^rch einen Oberlehrer vollzogenen körperlichenZüchtigung begangenen Smülerselbstmord zur Sprache. Oberlehrer Faubel hatte bereits zwei Monate vor dem Selbstmorde den Sekundaner Matthäus mrt Klagen traktiert, so daß der Knabe sich bei seinem Ordinarius beklagte und jener «ich b^guemen mußte, eine Entschuldigung bor der versammelten Klasse abzugeben. Tas Empörendste aber i|t folgendes: Der Lehrer ging dann noch zum Direktor und legte dar, daß der Knabe das consilium abeundi erhalten müßte. Hierbei verschwieg er wissentlich daß er entgegen beit Vorschriften den Knaben geschlagen hatte. Tier Ordinarius traf den Jungen dann auf dem Hof und riet ihm, zunächst einmal ruhig in die Klasse zu gehen. Inzwischen war aber der Lehrer zum Direktor gegangen und dieser nahm sofort Rücksprache mit dem Knaben. Leider ordnete er an, daß der Knabe sofort die Klasse verlassen solle. Der ^Schüler hat daraus entnommen, daß er entweder dem Lehrer die verlangte Abbitte leisten oder die Anstalt verlassen müsse. Der Direktor stellt seine Aeußerung anders dar und will den Schüler nur auf die Ungehörigkeit seines Betragens aufmerksam gemacht haben, unter dem Rate, die 24 Stunden Bedenkzeit zu benutzen und am nächsten Tagee mit seiner Mutter wieder zu kommen. Ter Bericht des Direktors an den Magisttat zeigt aber, daß seine Aeußerung doch so gelautet hat, daß der Knabe daraus entnehmen konnte, er sollte aus der Schule entfernt werden, wenn er nicht dem Oberlehrer Faubel Abbitte leiste. Ter Knabe ging nach Hause, schrieb Abschiedsbriese an seine Mutter und an seinen Ordinarius, und verübte dann Selbstmord. Der überwiegende . Teil der Schuld an diesem so überaus traurigen und beklagenswerten Fall entfällt auf die Schule. Ter Knabe hat stets int Betragen die Zensur lobenswert bekommen. Auch das Verhalten des Direktors ist nicht ganz einwandsfrei. Er hätte den Schüler beruhigen müssen und dann, wenn er ruhig geworden war, sich die Sache erfühlen lassen. Ter Schüler hat nicht einmal eine Darstellung gegeben. Hätte der Direktor ordentlich gefragt, so hätte er erfahren, daß der Schüler zweimal in ungerechter Weise ge- züchtigt worden war. Der Fall ist zur Kenntnis des Provinzial- Schulüillegiums gebracht worden und dieses hat in scharfen Worten Stellung zu dieser Sache geiwmMen. Der Bescheid an ben, Oberlehrer Faubel, der vorläufig an eine andere Schule versetzt ist und auf dem Disziplin a rw e ge mit der höchsten zulässigen Strafe von 90 Mark bestraft worden ist, läßt.darüber keinen Zweifel, daß auch diese Behörde das Verhalten des Lehrers im höchsten Grade mißbilligt. In dem Bescheid l-eißt es unter änderns: „Diese Häufung von Sttafen ist unpädagogisch. Auf das schärfste muß genügt werden, daß Sie sich zu einer Züchtigung haben hitrreißen lassen, die den Bestimmungen der Schule widerspricht. Ihr Verhalten zeugt von einem solchen Mangel an Selbstzucht und Wahrhaftigk eit, daß wir genötigt sind, Die härteste Disziplinarstrafe zu erkennen."
1 Ter Abschiedsbrief des Sekundaners Walter Matthäus «nx seine Mutter lautet folgendermaßen:
„Meine liebe Mama, o zünre nicht zu sehr, aber ich konnte nicht anders. Deine Ahnung heute vormittag war richtig. Der 'Lehrer Faubel ist heute, weil ich zu meinen Nachbarn etwas gesprochen hatte, über mich wütend geworden, er har mir eine Stunde Arrest gegeben, hat mich geschlagen und ist zum Direktor hinuntergegangen. Bei dem hat er sich beschwert, weil ich zu ihm gesagt habe, was er eigentlich von mir wolle. Daraus hpt dieser mir einen Strick gedreht, indem er sagte, ich solle Herr Faubel dafür um Eutichuldigung bitten, dann wird er mir vielleicht nur Arrest geben, sonst werde ich hinausgeworfen. Tiefes ist der trockene Inhalt. Ich habe mir nun alles überlegt, aber ich würde es nicht übers Herz bekommen, dieses zu tun, und überdies weiß ich, daß wir doch wieder aufeinander stoßen würden. Ta ,ich aber andererseits nicht noch einmal von Sekuttda ansangen will und mir auch vor zweijähriger Dienstzeit graut, so habe ich mich zu diesem schrecklichen Schritt entschlossen. Meine beste Mama, nochmals bitte ich Dich um Verzeihung. Aber wenn es bitter in Dir aufsteigt, weil ich Dir solchen Kummer bereitet habe, so denke auch der Qualen, die ich erlitten habe, ehe ich zu diesem furchtbaren Entschluß kam. Also Kopf hoch! Tu hast ja noch zwec Söhne und die ganze Lsche Familie. An diese ahe einzeln zu schreiben, fehlt mir die Ruhe, und bin ich auch durch die Untersuchungen am heutigen Vormittag ganz wirr im Kopf. Und so wünsche ich Tir, lieber Papa, Fritz, Max, Jakob, Lisbeth und allen meinen Verwandten, daß es ihnen allen au>s beste gehen möge; ick) scheide mit der Hosinug, daß Ihr mir nicht zu böse seid und noch öfters meiner gedenkt. Euch alle aber und besonders Dich, Hebe Mama, küsse ich aufs herzlichste. Dein Dich innig ft liebender Sohn Walter. In die Schicke muß noch ein Biblwthcks- buch sowie die bei Lesbeth liegende Bibel von N. 9t. geschickt. Schickt N. 9t. eine Anzeige. Ich lasse chn bestens grüßen und > wünsche ihm viel Glück. Walter."
Vermiete»,
* Das Feuer im Theater zu Meiningen wütete die ganze Nacht hindurch und nm frühen Morgen des Freitag rauchten die Trümmer noch. Ueber die Urjache des Brandts herrscht noch Unklarhett. Tas Theater war versichert. An dem schaden sind 8 Gejellschaftcn beteiligt. Mau erwartet, daß der Herzog von Kap Martin nach 9)!eimngen zurückkehren werde.
* Ein Attentat auf Ernst H a e ck e 14 Wie die „Jen 3tg.w meldet, ist am Abend des 4. d. M. auf Ernst Haeckel em Attentat verübt worden. In das erleuchtete Parterrezimmer seines Hauses, wo Haeckel lesend saß, wurde cm schwerer Stein ge* warfen, der indes den Gelehrten glücklicherweise nicht trat, lieber die Person des Täters verlautet noch nichts, aber die „Jen. Ztg." sagt, daß der Anschlag unzweiselhast mit den heiligen Drohbriefen im Zusammenhang stehe, die Haeckel seit einigen Monaten, zuletzt am 14. Februar, zu seinem 74. Geburtstage, erhielt und in denen ihm wegen seiner Angriffe auf den Lffenbarungs» glauben und insbesondere auf den Papst die ivotjlueiinente Todesstrafe angedroht wurde. Tie anonymen Drohbriefe kamen meist von römisch-katholischer, einige auch von orthodox evangelischer Seite, und zwar aus Aachen, Godesberg, Dtünsler, München, Bamberg, Roseiiheun, Fulda und Erfurt.
* D a s Ende des „F r o u f r o u". Aus Paris wird Uns berichtet: Die Tage des ,jrou ivon" sind gezagt, das zarte Rauschen des spitzenbesetzten Röckchens, das die elegante Pariserin so graziös und anmutsvoll unter dem mit elegantem Handgriff gerafften Kleide hervorlugen zu lassen wei,z, ist im Verklingen. Die Entwicklungsgeschichte der Mode, die seit den letzten Tagen der Krinottne mit Heinen Schwantungen dem Ziele zustrebt, die Frauenkleidung immer mehr den Kürperformen anzupassen, hat vor dem Seid, noessons nimi Halt gemacht. Zu Paris bereitet sich bie Revolution vor. der Unter rock verschwindet. Seit Jahren hatten gewisse
Anzeichen auf dieses große Ereignis vorbereitet. Eine immer stärkere Verminderung der Unterröcke hatte sich bemerkbar gemacht, und während das Ideal der weiblichen Biedermeierkleidung fünf bis sechs solcher Röckchen Mieß, gilt heute schon das Tragen mehrerer Jupons als veraltet und bäurisch. Daß die auf immer schlankere Körperformen ausgehende Mode auch dabei nicht stehen bleiben würde, war zu erwarten. Nun schieben die eleganten Damen resolut den reifenden Jupon beiseite und greifen zu kokett garnierten seidenen „eulottes", die den Körperlinien folgend, die Reize der enganliegenden Robe vollendet. In den Pariser Ateliers arbeiten Erfindungsgeist und tausend geschickte Hände daran, um mit den eulottes all jenen zarten Schmuck zu verschmelzen, der dem Jupon seine intimen Triumphe ^eingetragen. Die kostbaren Spitzen gehen auf die eulottes über, und hunderte von Franks werden bereits^ für die neue Unterkleidung angelegt. Die großen Modehäuser sind mit dem Tausche nicht mrzufrieden, die Künstler erfinden täglich neue Nuancen und wissen so mit der praktischen Zweckmäßigkeit des Kleidungsstückes der Zukunft den ästhetischen Reiz des sterbenden Jupons zu verbinden. Die neue Mode gewinnt immer mehr torrangebende Anhängerinnen; und in dem Maße, als die Nachfrage nach den graziösen eulottes steigt, vermindert sich das Interesse für den Unterrock, ber unabwendbar der Vergessenheit entgegengeht.
* Zigarren in London gewachsen. Die englische Fachzeitschrift „Tobacco" berichtet von Zigarren, welche ans Tabak gefertigt worden sind, der gelegeullich der letzten iw- tcmatisna(en Tabab-Ausstellurrg tun Londoner Regent-Park im Jahre 1906/07 gepflanzt wurde. Tie Zigarreir sind sogar rauchbar, wenn auch ein gewisses Maß von Patriotismus dazu gehört und Londoner Nationalstolz, um Pie Zigarren aromatisch und feinschrneckend zu finden. Jedenfalls hat die 'Londoner Zigarrenfirma, welche sich mit der Anfertigung der Ware befaßte, mit diesen englischen Eigenschaften gerechnet, denn sie wird selbst zu hohen Preisen das schundige Fabrikat los.
* Eine Moderne. „. . . . Sie waren also wirklich allein auf der letzten Nedoute?" — „Gewiß! Es ging sehr dezent zu — da hätte mein Mann ruhig mitfommen können!"
Kleine Tageschronik.
Pfarrer I m m I c r aus L au ch r ö d en an der Werra (Thür.), der, wie wir meldeten, wegen sittlicher Vergehen an Konfirmandinnen geflohen war, hat sich in Magdeburg erschossen.
Der 9jährige Sohn des Kantors Scheibe in S ch w e r t a< (Schlesien) erstickte dadurch, daß er beim Schneerollen unter eine große Kugel geriet.
Bei Hallca. S. in der Böhlauer Heide fand ein Pistolenduell zwischen zwei Studenten statt, von denen einer schwer verwundet wurde.
Ter Sohu des Sentinaroberlehrers Mevius aus Hilchenbach (Rhld.), der feit längerer Zeit verschwunden war, wurde, nachdem der hohe Schnee geschmolzen war, erfroren aufgefunden.
Im Kirchenbureau der evangel.-luth. Hauptgemeinde zu Hamburg wurden bedeutende Unterschlagungen entdeckt, die seit 10 Jahren betrieben wurden. Im vergangenen Jahre wurden allein 7000 Mk. Unter schleife festgestellt. Der schuldige Beamte befinltet sich in einer Bielefelder Heilanstalt.
In der vergangenen Nacht ist im Krankenhause in Brig (Schweiz) noch ein Opfer des Gövvensteiner Lawine n n n g l ü ck s, der 30jährige Ingenieur Silva aus Turin, dem beide Beine zerquetscht waren, gestorben.
In Lausanne sand man vor einem Hotel die Leiche der ftanzüsischen Sängerin Emilie Bastel aus Treux. Ihr Geliebter, der Sänger Louis Billot, wurde unter der Anschuldigung verhaftet, die Sängerin auf die Straße geworfen zu haben.
Von der Kapsel wand in Montapen (Tirol) ging eine Lawine auf das Dorf Gampretz nieder und drückte ein Wohnhaus ein, in dem sich mehrere Personen befanden'. Die Bewohner konnten gerettet werden. Fünf Häuser sind leicht beschädigt. — JmDubrowataleim ungarischen Komitat Liptau wurden durch eine Lawine 12 Holzarbeiter verschüttet; 6 sind tot, 4 schwer m b 2 leicht verletzt.
Bei einem Heuer in einem fünfstöckigen Schulhaus in Dewitt Eli,» ton (Amerika) komtten die 2000 Schüler dank der exakten Wirkung des Feuerdrills ohne die geringste Panik in einer Minute und elf Sekunden nach dem Feuerzeichen das Schulgüiäude verlassen.
)( Marburg, 6. Dkärz. Eine in hohem Grade seit s ame Erpressungsgeschichte beschäftigte heute das Landgericht. Anfangs Mai v. Js. erhielt der Rentier S. in Homberg bei Kassel, ein tirottö nervöser Herr, einen Brief, in dem er ersucht wurde, 100 Mll an einer bestimmten Stelle niederzulegen, sonst würde er roegelt einer strafbaren Handlung mit extern Schüler zur Airzeige gebracht. Der alte Herr war sich nichts bewußt, um jedoch Ruhe zu haben, legte er das Geld hin. Von da ab kamen sorttvhärend B-vrefe und S. opferte nad)_ und nach 410 9)HL Bor Aufregung, wurde er krank und mußte sich in eine Heilanstalt begeben. Als er wieder zu Hause anlangte, gings mit den Drohbriefes schon wieder los. Jetzt vertraute er sein Leid einem Freunde, der die Polizei in Kenntnis setzte. Als der Bricf- schreiber wiede» einmal Geld abholte, wurde er feftgeiwmmen. Es handelte sich um einen Mann aus Homberg, den Händler 9)iartin Grein, der angab, mit seinen 12 Kindern in großer Not gewesen zu sein, dem alten Herrn könne er gar nichts nachsagen. Das Urteil lautete auf 1y» Jahre Gefängnis und 2 Jahre Ehrverlust.
Berlin, 6. März. Der unter dem Verdacht des Vater- mardes verhaftete Försterssohu Willi S ch w a r z e n st c i n ist heute wegen Betrüge« zu 47, Monaten Gefängnis verurteilt worden.
— Wie wir soeben erfahren, ist dem Privatdozenten unb dem 1. Assistenten an dem Hygienischen Institut der Universität K ö ii i g s b e r g m Preußen Dr. E r n st Friedberger, einem gebürtigen Gießener, der Tue! Professor verliehen ivorden.
Tübingen, 6. März. Professor von R ü m e 1 i » wurde zum Unioersilälhkanzler ernannt.
Eine flämische Universität in Belgien. Der 10. Kongreß der flämischen Studenten in Gent besaßt sich mit der Frage, ob es möglich wäre, eine flämische Universitär m Belgien zu schassen. Tie'4 Universitäten Belgiens (Sem, Lüttich, Brüssel und Laven stehen im Zeichen der französischen Sprache und nur in französischer Sprache werden die Kollegs abgchalien. Es wurde eine Nejolulion angenommen, dahin zu wirke«, daß die Universität Gent in eine flänuidje llniücrfiiät umgewandelt werde.
handel.
Berlin, 7. Marz. (Tel). Die ReichLbank ermäßigte ihren Diskont auf 5ll2°lo und den Lombardzinsfuß auf 61/2°/o-
— Buder us'jche Eisenwerke, Wetzlar. In Oer am 6. März ftaitgcljabien Auisichtsratssitzung wurde der Rechnungs- abjehluy für das Jahr 1907 oorgclcgi. Ter Rohgewinn stellt sich aus 2 993 691,75 um Vorjahre Mk. 2 765 71«,17). Nach Abschreibungen in Höhe von Mk. 1 300 985,30 (9)tf. 1141 0-4,60) und Zuweisung zur Erneuerungs-Rücklage m Höhe von Mk. 400 000 (Mk. ÖUO 00vl) zusammen Mk. 1 7ui) 985,30 (Mk. 1 641 024,60) verbleibt em Reingewinn von Mk. 1 292 7u6,45 (Akk. 1 121 693,57), zu dem der Borirag aus dem Vorjahre mit Mk. 43 307,34 (Mark I 18 691,70) tritt. Es wurde beschloßen, der am 31. März d. I. in Wetzlln sluttsindeuden oaupiverjaminümg lolgcnöe Gewinnverwendung vorzujchlagen: Zuivcijung der gesetzlichen Rücklage -Jüt. 64 635,i,2 ('Ulf.ob 234,6b), 6 Proz. -rundende am 'JJif. 10 5UU 0Ö0 Aknenkapual Mk. 84U Ouü (Mk. 840 000), vertragliche und satzungs mäßige Vergütung an Ausslchlsrat, Borsland unO Beamte Mark
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** Verband mitteldeutscher H 0 lzhändler. Wie in anderen Branchen so machte sich auch in der Holz brauch«, seit längerer Zeit eine Bewegung bemerkbar, die darauf hinauslies, den Zwischen- und Detail-Handel anszuschalten oder doch zum mindesten einzuschränken. Um dagegen energisch Stellung zu nehmen, wurde vergangene Woche in Frankfurt a. M. der „Verband 9Ritteldeutscher Holzhändler" mit dem Sitz in Frankfurt a.M. gegründet, dessen Vorstand aus: Ludwig Boos, in Firma I. Schleif- Biebrich als Vorsitzender, Arthur Forchheiiner, Frankfurt a. M. als stellvertretender Vorsitzelider, Saly Nosenbanm, Frankfurt a. M' als Schriftführer, Earl Waldt, Frankilirt a. M. als stellvertretender Schriftführer, Philipp Krebs, Frankfurt a. 9)L als Schatzmeister und weiteren 8 Herren aus Hanau, Gießen, Kassel, Offenbach und Aiainz besteht. Der Wirkungskreis des Verbands erstreckt sich zunächst auf Unterfrankeii, die Provinz Hessen-Nassau, Rheinland, Westfalen und das Großherzogtum Hessen und sind bereits 105 Firmen aus diesen Bezirken als Mitglieder beigetreten. Der Verband will durch gemeinschaftliches Vorgehen die den soliden Zwischenhandel der Holzbranche gebührende Stellung bewahren helfen; er will aber, ohne dazu gezwungen zu werden, das Ziel nicht durch irgendwelche Kauftuittet zu erreichen suchen, sondern vielmehr die Grossisten unb Produzenten zur Mitwirkung heranziehen und hauptsächlich von ihnen verlangen, daß sie als Lieferanten des Zwischen- Handels nicht dessen Koiikurrenlen sein sollen.
Berlin, 4. März. Der Bruttogewinn der Dresdner Bank für 1907 beträgt Mk. 31,490,870.95 (i. V. Mk. 32,013,357.45). Davon entfallen auf Sorten und Kupou-Konto Mk. 265,520.10 (i. V. Mk. 275,785.40 ; auf Zinseukonlo Mk. 6,950,454.55 (i V Mk. 6,954,209.50); aus Wechselkonto Mk. 12,555,090.25 (i. V. Mk' 9,958,234.00); auf Prooisiouskonto, abzüglich gezahlter Provisionen Mk. 8,292,364.20 (i. V. Mk. 8,410,125.80); auf Effekten- unb Hon» sortialkonio, abzüglich Zinsen 9Jlf. 1,169,878.80 (i. V. Mk.4,329,742.40)- Erträgnisse an§ bauemben Beteiligungen bei fremben Banken pro 1906 Alk. 1,366,803.35 (i. V. Alk. 1,081,592.35); vertragsmäßiger Gewinnansgleich vom A. Schaaffhausenschen Bankverein Mark 226,159.40 (i. V. Mk. 753,907.40). — Nach Abzug von Alk. 9,765,216.30 (i. V. Mk. 9,064,909.10) Hanblliirgsunkoflen unb Steuern, ferner von Mk. 143,320.65 (i. V. ÜDlf. 344,708.70) Anteil bes A. Schaaff- haiiscnschen Bankvereins an bem Erträgnis unserer Nieberlassunq in Frankfurt a. M. Alk. 1,700.000 (i. V. Mk. 39,400.40) Abschreibung am Konlo-Korrcnt-Kouto unb von Mk. 376,404.50 (i. V. Mark 624,379.45) Abschreibung auf Mobiliarkouio verbleibt ein Reingewinn von Mk. 19,505,929.30 (i. V. Akk. 21,939,959.80). Der aus den 31. März b. Js. emsubevu’enben Generalversammlung soll vor- geschlagen inerben: All. 1,500,000 zur Minberbewertung uuserer Effekten- unb Kousortialbestänbe unb Alk. 600,000 auf Bankgcbände abzuschreiben, Alk. 221,878.65 bem Pensiousfoubs zuzuiühren, bet baburd) auf bie Höhe von Mk. 2,700,000 gebracht wirb unb eine Divibenbe- von 7 Prozent (gegen 81/, im Vorjahre) zur Verteilung zu bringen.
Berlin, 4. März. Das Gewinn- unb Verlustkonto für 1907 bes A. Schaaf sh aus en'sch en Bankvereins ergiebt ein- schließlich Alk. 301 351,42 (i. 23. Alk. 246 744) Vortrag einen Bruttogewinn von Mk. 18133 304,09 (i. V. Alk. 18 547 763,80). Davon entfallen auf Provisionen Alk. 4 343 631,58 (i. V. Alk. 4 563 993,43) Zinsen Alk. 8 282 708,75 (i. V. Alk. 6 903 287/24), Gewinne auS Wechseln Alk. 3 496 3-5,79 (i. V. Alk. 2 914 805,02), Gewinne aus Effekten- undKoiisortialgefchäften Mk. 1 619 983,21 (1. 23. 3841689.45), Einnahmen aus Jmmobilienbcsitz Alk. 89 263 34 (i. V. Mk. 77 244,66)! — Nach Abzug von Hanblungsimkosteu Akk. 2 560 222,19 (t. 23. Mk. 2 409163,65), Steuern Alk. 780173,21 (t 23. Mk. 598 353,99), vertragsmäßiger Gewirmausgleich mit ber Dresbener Bank Mk. 226159,40 (i. 23. Alk. 753 9u7,40) verbleibt ein Reingewinn von Alk. 14 666 749,29 (t 23. Mk. 14 786 338,76). Bei ber ungeklärten wirtschaftlichen Lage wirb es für angezeigt erachtet, nach- bem bie nolwenbigen Abschreibungen auf Äußenstänbe, Effekten- unb Kousortialbestänbe bereits in ber Gewinn- unb Verlustrechnung Berücksichlignug gefunbeu haben, zur Verstärkung ber inneren Rück- tagen eine wciiere^erheblicheRückstellung vorzunehmen. Der Generalversammlung soll vorgeschlagen werben, außer Mk. 400000 Abschreibung auf Immobilien, einen Betrag von Mk. 600 000 aus Äußenstänbe unb Alk. 1700 000 auf Konsortial- unb Effekten- engagements als Sonberrückstellung abzusetzen unb eine sofort zahlbare Divibenbe von 7 Proz. (i. 23. 8y, Proz.) zur Verteilung zu bringen.
Gießener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Hesseu am Sonntag ben 8. März 1908: Fortbauer ber trüben regnerischen Witterung. Trüb. Westliche Winbe.
OpSginsUDrahtmeLdungeu.
Güusicrberge a. H., 7. Marz. Heule morgen zwischen 6 unb 7 Uhr flogen bie Abteilungen 1 unb 2 der Arveitsräume ber pyrotechnischen Fabrik von Eisfelbt u. Silberhüll in b t c Lust. Mehrere Personen würben verletzt, barunter zwei schwer.
R 0 in, 7. Alärz. Giornale b'Jtalia bespricht bie Zusammen- fnnft Kaiser Wilhelms unb bes Königs von Italien in Venedig und sagt: Ein neuer Fruhlmg des alten Dreibundes, der nach so vielen Ungewittcrn und Stürmen neue Bluten treibe, werde bie Begegnung in Venebtg werben. Durch bie bevorstchenbe Begegnung bes Königs Viktor Emanuel mit König (5b u ar b werde diese wohltätige Folge verstärkt werden.
Rom, 7. März. Aus der Koiifulta wirb bestätigt, baß der Begegnung zwischen bem heutigen Kaiser und K 0 nigBik10 r Emanuel b e r Al i n i st e r bes A e u ß e r e n, T 111 0 n i, beiwohnen werbe, jeboch sei ber Tag ber Zusammen- fünft noch immer nicht festgesetzt.
Budapest, 7. März. Dem Pester Lloyd zufolge ist man in hiesigen politischen Kreisen hinsichtlich der Dinge n Kroatien auf die schlimmsten Eventualitäten igefaßt.
Petersburg, 7. März. DaZ Gerücht von einem bald bevorstehenden Besuch des Präsidenten Fallieres in Petersburg wirb als unbegründet bezeichnet.
Bonbon, 7. März. Im Daily Telegraph erklärt ber gewöhnlich sehr gut informierte Marine-Korrespondent White, man glaube zu wissen, baß der Brief bes beutfchen Kaisers lebhaft bie Preß-Kommentare über bie Rüstungen beider Länber bebciuere unb baß der Zweck, ben er verfolge der gewesen sei, bie Ersetzung ber alten Kriegsschiffe burch neue zu erklären mit ber Förderung des deutschen Seehandels. Es sei unwahrscheinlich, daß der Brief veröffentlicht werden würde. Jebcusalls müsse sein Inhalt vorher bem Minister des Aeußern mitgeteilt werben.


