Drittes Blatt
Nr. 209
Erscheint tügllch mit Ausnahme des Sonntags.
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parates solche Nachahmungen kaufen wollte, denn nur der Erfolg entscheidet, und diesen hat die echte Scotts Emulsion auf- zuweisen. Darum Vorsicht beim
158. Jahrgang
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Einkauf. Man bestehe darauf, die echte Scotts Emulsion mit unserer bekannten Fischerschutzmarke zu erhalten und lasse sich keine Nachahmungen ausreden!
Die „Gießener Sotninenblätter* werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beiqelegt, das „Kreisblati für ben Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seil» tragen* erscheinen monatlich zweimal.
plötzlicher Berühmtheit kam, sind also erfolglos gewesen. In der heutigen Aera unserer Kolonialpolitik ist allerdings für Persönlichkeiten, wie die Puttkamers, kein Platz mehr in unserer Kolpnialverwaltung. Dort sind, wie einmal vom RegierungStische gesagt ronrbe, nur die besten und tüchtigsten Kräfte gerade gut genug.
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Auszug a. d. Standesamtsregiftern der Stadt Eietzen.
Aufgebote.
August. 28. Franz Walther, Fabrikant in Gießen, mit Anna Wichelhaus in Elberfeld. 29. Heinrich Eidmann, Eljendrchcr in Frankfurt a. AL, mit Sophie Wißner m Gießen. 31. Karl Horeyseck, Schneider, mit Lutsc Klingclhösser, beide in Gießen. 31. Karl .Kolb, Jnstallationsmcister, mit Elsa Lhörner, beide m Gießen. Sep- tembcr. 1. Ludwig Metzger, Bäcker, mit Kal Harme Stichler, beide in Gießen. 2. Friedrich Unverzagt, Buchbinder, mit Johanna Zeidler, beide in Gießen. 4. Richard Bräutigam, Bürstenmacher, mit Elisabeth Schubecker, beide in Gießen.
Lheschlictzungen.
August. 29. Johannes Glitsch, Schuhmachermeister, mit Ger- trube Kinkel, beide in Gteßen.
Samstag 5. September 1908
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Der Kaiser begab sich mit den Prinzen August Wil- Helm und Oskar, soivie mit dem Fürsten zu Fürstenberg und sämtlichen Herren der Umgebung gestern vormittag um 11 Uhr in Automobilen nach Osthausen, wo der Kaiser einer Einladung des Unterstaatssckretärs Zorn von Bulach jur Früh- stückstafel zu folgen gedenkt. Von Osthauscn begab sich der Kaiser später nach der HohkönigSburg, wo der Tee eingenommen wurde.
Als Nachfolger des zurücktretenden elfaß- lothr. Vertreters besim Bundesrat, Wirk!. Geh. iDberregierungSrat Halley, ist der Vortragende Rat des Statthalters, Wirkt. Geh. OberregierungSrat Dr. Sieveking, in Aussicht genommen.
Der deutsche Botschafter in Wien, v. Tschirschkr;- Dögendorff, ist zum Besuch deS Reichskanzlers Fürsten Bülow in Norderney eingetroffen.
Staatssekretär Dernburg ist auf der Heimreise von Deutsch-Südwestafrika in Teneriffa eingctroffen.
Der Unter st aatSsckretär deS Reichskolonial- SmteS Dr. von Lindequist hat gestern eine 4—6monatigc Dienstreise nach Ostafrika angetrcteu, die in der Hauptsache der BcsiedelungSmöglichkeit der Hochländer des deutschen Schutzgebietes dienen wird. Bis zum Wiedereintreffen des gegen Mitte September erwarteten Staats- sekretärS, Wirklichen Geheimen Rates Dernburg liegt die Leitung der Geschäfte des ReichSkolonialantteS in den Händen des Ministerialdirektors Dr. Conze.
Pensionierung Puttkamers. Der ,Rcichs- anzeiger* meldet: Dem Gouverneur z. D. JeSco von Putt- kamer wurde die nachgesuchte Versetzung in den Ruhestand mit der gesetzlichen Pension unter Belassung seines Ranges und Titels erteilt. Die Bemühungen des ehemaligen Gouver-
Sedorrne.
August. 27. Dem Hilssbreuüer Christian Boppert eine Tochter, ojl1Q Mar,<! Elisabeth. 31. Dem Güterbodeuarbeiter Konrad MargoU ein Sohn, Erwin. 31. Dem prakt. Arzt Dr. Karl Wort) cm Sohn. September. 2. Dem Kutscher Konrad Schloper cm eolm, vemrtch August Konrad. 3. Dem Schlosser Ludwig Sommerlad eine Tochter.
Gestorbene.
August. 28. Karl Theodor Bruckbräu, 8 Monate alt, Kaiser- Allee 82. 31. Auguste Pascoe, geb. Linz, 69 Jahre alt, Frankfurter Straße 49. 30. Friederike Aeeb, geb. BeUosi, 68 Jahre alt,Stephan- slraße 41. 31. Karl Sack, Schreiuermeister, 26 Jahre alt, ^chauzen- Uraße 22. September. 1. Elisabeth Euler, 32 Jahre alt, Ludwig straße 14. 2. Anna Marie Grebe, 1 Jahr alt, Sandgasse 49. 4. Amalie Adeline Schack, 65 Jahre alt, Krcuzplatz 3.
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Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhesien
Alldeutscher verbandstag.
(5. il S>. Berlin, 4. Sept.
Mit einer Sitzung des gesch-äftssill^rcudcn Ausschusses wurden heute vormittag im hiesigen Hotel de Rome die Verhandlungen des dicsjährigett Alldeutschen Verbandstages eröffnet, die in diesem Jahre allgemeines Interesse beansprud)en, da u. a. die Reichs- sinanvresorm als nationale Frage und die Einwanderung fremder Elennmle in das Deutsche Reich), behandelt werden sollen. Heber das erstere Thema wird in iber am Sonntag vormittag im „Rhein- 9o(b" staitsindenden ordentlichen vattptversammlung Gras Re- ventlow (Eharlottenburgst über das zweite Prof. Langhans ^Gotha) sprechen. In der heutigen Ausschußsitzung, die zum eritenmal unter beirt Vorsitze deS Rechtsmtwalts dflaassen (Vtainz', deS Nachfolgers des im Beginn d. I. verstorbenen bekannten Pros. Hasse stattfand, wurde der ÄesclZästsberichi des Verbandes vorgelegt. Der Bericht gedenkt zunächst der eifrigen Wahlarbeit, die der Verband in seinen einzelnen Ortsgruppen nach der Auflöiung des Reichstags geleistet hat, und fährt dann fort: Mit Befriedigung kann der Verbatst» feststellen, daß der neue Reichstag bisher den an seine Mehrheit gestellten nationalen Hoffnungen und Erwar-
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hingen int großen und ganzen entsprochen hat In der Aus- choltung der in wesentlichen Dingen unter undeutschen, fremden und deuischfeindlichen Einflüssen stehenden PaNeien der Sozial^- denwkraiie, des ulcramontanen Zentrums und der Polen durch den Block der bürgerlichen Parteien von redit? bis links und in der sich hieraus cntwidelten Wandlung des Unten Libe» ralisntus zu scl)assender nationaler Mitarbeit in Heeres-, Flotten- unb Kvlonial-Fragen erblickt der Verband einen nationalen Gewinn. Er wird allerdings nur so lange und nur unsoweit Geltung laben, wie in diesem Block bei der LSsung von nationalen Aufgaben der politische K-uhhandel der einzelnett Parteien ausgeschaltet ist. - - Die durch die Schaffung deS vom Alldeutschen Verbände fett Jahren geforderten selbständigen Reichskolonialamts und bürd-, die energische Arbeitskraft des Staatsselretärs Dernburg erfolgte zielbewußtere und großzügigere kolonialpolitische Tätigkeit des Reid-cs int verflossenen Jahre konnte der Verband mit Be- riedigung begrüßen und unterstützen. — Zur marokkanischen Angelegenheit führt der Beriad aus, daß die Entwicklung des Jahres 191)7, die zu einer immer stärkeren militärischen „friedlichen Durchdringung" Akarokkos durch ständig vermehrte fraitzö- ischc Deeresmassen vom Wcftctt her und damit zu einer gänz^ lid)cn Lahmlegung des deutschen Handels in Marokko füljrtc, den von Anfang an erhobenen ernsten Bedenken des Verbandes gegen die amtliche deutsche Marokkopolitik nur zu sehr Recht gegeben habe. Es zeige sich immer Rarer, daß die vom Verbände von Anfang an bekämpfte, in ihren Schwankungen doppelt bedenkliche zaudernde uno hinhaltende Politik Deutschlands vom Ausland und zumal Frankreich nur als ein Beweis deutscher Schwäche und Aengstlichkeit aufge- faßt wurde, 5er aus unsere gesamte internationale politifck-e Machtstellung ungünstig entwirft und alle gegen diese gerichteten ausländischen Bestrebungeu ermutigte und in ihren Erfolgen be- schlcunigic. Der Verband sieht den Tag uttabwendbar hcrannal-cn, an dem die Fiktion der Ausrecksterlialtung und Achtung der Alge- ciras-Akte durck) Frankreid) aud) beim eifrigsten Willen nicht mehr glaubhaft bleiben wird. Dieser Tag iverde das Deutsche Reich und Volk vor die Frage stellen, ob es eine politisdie Niederlage, bei der es sich dann nickst mehr um das marokkanisd-e Objekt in erster Linie, sondern um die Frage dec Wahrung unserer natio- nalcn Ehre und unseres internationalen Ansehens handeln werde, ohne Abwehr aui sich nehmen solle ober nicht. Der Berbattd hält cs deswegen itach wie vor für seine Pflicht, das deutsche Volk über die Bedeutung der marokkanischeit Angelegenheit immer weiter aufjuflären, und tst gewiß, daß die Stellung der Deutschen Retchs- regierung gegenüber Frankreich eine unt so günstigere sein wird, 1C mehr sie sich dabei auf eine starke Erregung der national» gqiuntci< -xu,ic?:cii .xx- :.-un'u<n Vstl.o It.^.m fönnc.__________
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Giessen, den 5. Sept. 1908. r
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