Ausgabe 
5.2.1908 Zweites Blatt
 
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ügottesdienst am chtig den höchst chÜdernngen aus Harrer Möller hrelang als See- c konnte deshalb reden, rooburd) mein verslandli« rs höchst wirksam r den Augen der ld von dem cnl- ind Kechchungeü j ünbett aussok opümWch." mehr, so ftrr luiq, uns unjtK icijmen. Sie Si­ner Familie nnij ette für die Lec- Lchluß, wie dank- s Herrn Planet e bereit sein, ack n dienen.

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geschlagen worden. Tic einzelnen Stämme haben ca. toter yeftmeter Inhalt. Sie werden in Hamburg zur Verladung auf das Schiss kommen.

* Ne n - Ulrichstein, 3. Febr. Der strenge Winter macht sich naturgemäß auch in der zunehmenden Insassen- zahl der A r bc i te r f o l o n i c bemerkbar. Während die Frequenz am 1. Januar 104 Arbeitslose betrug, stieg sie bis zum Ende des Monats auf 114. Es befanden sich 15 Hessen und 22 Hessen-Nassauer unter den Kolonisten. Den 29 9(b» gängcn standen 39 Neuaufnahmen gegenüber. Von den ab­gehenden Kolonisten verließen 21 auf eigenen Wunsch die Anstatt, 5 wurden kontraktbrüchig, einer kehrte in seine Familie zurück und zwei bekamen durch Vermittelung der Kolonie Arbeit.

Mainz, 2. Febr. Der Tur naus schuß des Mittel­rheintreis es tagte heute hier. Der Feldbergfest-Turntagi soll am 22. Acürz in Bockencheirn stattsindcn. Für das Prvbe- wetturnen am 28. Juni wird der Sitciö in vier Bezirke geteilt: 1. Frantsurt mit dem Gaue Hessen, Alain, ^Rain-Rhein, Fr«itfurt, Offenbach-Hanau, Main-Taunus, Unter-Taunus, t>lin- zig, Odenwald, Main-Spessart, Feldberg: 2. Mainz mit Rhein­hessen, Süd-Nassau, Unter-Nahe, Mittel-Lamrus, Wiesbaden, Aar; 3. Koblenz mit Rhein-Mosel, Lahn-Dill, Unter-Mosel; 4. Saar­brücken mit Nahe-Jdarlcll, Saar-Blies, Mittelmosel-Saar, Blies, Saar. Ter Mittelrheintreis turnt voraussichtlich am Fejtsonn- wg nad)mittag von 6 Uhr ab, das Emzelwetturnen stnd-et Dienstag morgen statt. Die Kreisvorturnerstunde in Aschaffen­burg ist am 15. Atärz.

K asiel, i>. uCur. Hochbetagt starb nach längerem schweren Leiden das Mttglred des rrenßiichen Herrenhauses Wtrrll Geh. Rat Dr. Hans von der MalSdurg, Vizemarichall der att- heistschen Ritterschaft. Ter Verstorbene war längere Jahre Vor­sitzender des Komntunallandtägc s für den :üegierungsbezirl Kassel uni) der kurl-e)stsa>m Gesamtsynode, auch roirtte er lange tm Vorstand der lomervativeu Partei in Hessen und Waldeck.

h. Mannheim, 3. Febr. Heute früh ist der Kommer­zienrat Stadtrat Fritz H i r s chhorn , Seniorchef der bekannten Tabaksabril Julius Hirschhorn, im 63. Lebensjahre gestorben. Auf dem Grabe seiner hier beerdigten Mutter er­schoß sich am Samstag der 18jährige Kaufmannslehrlmg Wilhelm Mayer aus Franksurt a. M. Der Vater des Un Mcllicyen war ebenfalls hierher gereist, um das Grab ferner Frau zu besuchen. Gr fand auf dem Grabe die Leiche fernes Sohnes vor. ,r . .

** Kleiire Mitteilungen aus Hellen und den Nachbarn aa leit. Am r. <jeuruar wurde der an der Bahn­strecke Franksurt a. M.Bebra gelegene Eisenbahn-Halte­punkt Steinau für den Personen- und Gepäclverkehr er- öffnet. Die in der Gemarkung Zell gelegene Eisenbahn­brücke über die Antrift (Strecke GießenFulda) wird dem­nächst einem Umbau, unterzogen. In Niederolm wurde der Tagelöhner Kapp Vergangene Nacht aus der Chaussee er­froren aufgefunden. Er halte im "Delirium die Klerder von sich gerissen. In Lauterbach wurde ein VolkSbtldungsveretn gegründet. Bei Argcnstein fand man die Leiche eines Mannes von dort, der den Tod durch Erfrieren ge- smrdeu hatte. ___

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 4. Febr.

Sittlichkeitsverbrcchen.

Der 17jährige G e o m e t e r g e h i l s e H. K. aus Schotten war geständig, zu Eirde des verflossenen Jahres sich fortgesetzt an dem achtjährigen Mädchen seiner Mietsleute hier in unsitt­licher Weise vergangen zu haben. Er wurde wegen Sittlich- keitsverbrechens, unter Annahme mildernder Umstande, zu einer Gefängnisstrafe von 7 Monate n verurteilt.

Emo BazateÜgeschichte.

Dem Landwirt W. F. in Homberg a. d. Ohm ging wegen Feldfrevels ein Strafbefehl zu, gegen den er Widerspruch erhob. Da§ Feldgericht hielt ihn auf Grund der Angaben seines Nachbars für schuldig, daß er diesem über einen Kar­toffelacker gefahren ist, weshalb es seinen Widersprach zurückwies. Er focht das Erkenntnis an und brachte Zeugen, daß er mit seinem Fuhrwerk den Acker nichr berührt hat. Dagegen blieb sein Ncachbar dabei, ihn auf dem Acker gesehen und die Spuren sofort festgestellt zu haben. Da Aussage gegen Auslage ltand, und die Sache nicht aufgeklärt werden konnte, entschied das Gericht zugunsten des Angeklagten und ließ Freispruch er­gehen.

Wegen einer Mark.

Das Schöffengericht Hungen hatte den T a g l ö h n e r L. H. II. von Langd wegen Hausiriedcnsbruchs und Bedrohung zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. H. war während der Grummelernte bei einem Landwirt beschäftigt, und Ido Ute den Lohn abholen. Als ihni 1 Ml., die er von dem Sohne des Landwirts ge­liehen hatte, in Abzug gebracht werden sollte, geriet er in wiche Aufregung, daß er mit erhobenem Stott drohend auf die ~eute zuging und sich trotz bielfadjer Aufforderung nicht aus dein Hause entfernte. Dabeimachte er einen solchen ^taiidal, datz ein Mens ch en a u f l au f stattfand und er schließlich gewaltsam auv dem Hause befördert werdeii mußte. Er erhob Berufung und ver­suchte nachzuweisen, daß er weder aufgefordert worben ist da- Haus zu verlassen, nod) daß er sich einer Bedrohung idjuluig gemacht Hai. Es Icniüc aber nichts anderes sestgestellt werden als in der ersten Instanz, weshalb seine Berufung zurückgewieseii wurde.

Vom Berggesetz. .

Der Obersteiger H. Z. von Utphe erhielt einen Strai- befchl unter der Anschuldigung, daß er entgegen einer Ver­fügung der Bergbehörde zwei ^chlammteiche in Gebrauch nahm, deren Benutzung wegen der damit verbundenen Gefahr unterlagt war. Vor dem Schöffengericht beitritt er seine schuld, er gab an, die in Betracht kommende Verfügung sei nicht ihm, londern dem aus dem Dienst geschiedenen Direktor sugegangen. Er sei auch nicht der verantwortliche Betriebsleiter gerne]en, oa er von der Bergbehörde nicht als solcher aiicrlannt iDorben fei. Uebrigens seien die Teid)e bereits im Betrieb geweien, als der Direktor ausschied, der damals für die Betriebsleitung verant­wortlich war. Er habe allerdings die Oberleitung übernommen und den Betrieb loeitergefüljrt. Das Schöffengericht sprach ihn frei, indem es ausführte, der Strafbefehl )ci wegen der ^uan- grissnahme des Betriebs ergangen; eine Bestrafung wegen der Fortsetzung desselben lönne nicht erfolgen, da diese nicht unter Anklage stehe, auch sei nicht belmesen, daßdein Angeklagten dm Bescheid der Bergbehörde zugegangen ist. Die Staatsanwalt,chast erhob Berufung uno verlangte die Verurteilung des Angeklagten. Das Gericht setzte die Urllilsfällnng aus.

1. Srtzuttsr Großherzoglichcr HaudelsLammer Gteßen für die Äreifc Gieße», Alsfeld und Lauterbach.

Gießen, den 21. Jan. 1908.

Anwesend die Herren Kommerzienrat Koch als Vorsitzender, Kvmmerzienrat Heichelheim als i^Uvm-tretender VorfitzMder, Dürbett, Hovs, Friedberger, Grünewald, Jhrrng, Klingspoi, .Nun- ter, Rinn, biöhr, Rühl, Konvmerzienrat Schirmer, StaniniUr, Wallach, Zurbuch und der Syndikus. rfv«^r ?

1. Wahl des Vorstandes und des Rechners

Die Herren Kommerzienrat Uoch als Vorutzender, AommLr^ien- tat Heichelheim als stellvertretender Vorsitzender und o.. Vt. jco» wack als Rechner werden ein,timmig ioiedergewaylt.

2. Aus dem Geschäftsbericht ist sollendes Mitzuteilen.

a) Einem Aiittag uc» oberhessischeti Vieyhandlerverem»

zu ^Ilsfeld Folge gebend, hatte die HandelSiainmer etne Herabsetzung der Quarantänezeit sür -Transporte von we­niger als oO Schweinen in hefsi,ck)es Gebiet von V-, au, 5 Tage befürwortet. Dem, Großh. yjciniltennm des Innern (.Abtellung für öffentliche Gesundheitspflege) erscheint ie<

fängnisstrafen.

(Schluß folgt.)

. 122.75

93.501 Elektnz. Lahmeyer .

3^°/<

WL

Portugiesen Serie I

3o

111

Portugiesen

87.25

20200

Dresdner Bank .

Tendenz; schwächer.

237.70

59.40

140.10

. 26 20

. 145.60

. 118.50

. 127.70

. 238.30 . 142.50 . 176.30 . 140.00 . 204.90

Februar. Anlangskurse.

Llarpener Bergwerk. . Lanraliütte .... Lombarden E. B. . . Xordd. Lloyd . . . . rtirkenlose ...

ISörse, 5

. . 148.70

Reichsanleihe do.

Konsuls . . do.

Hessen . .

Oberhessen

Bochum Guss . . .

Buderus E. W. . .

Tendenz: fest.

Berliner

Canada E. B. . . .

Darmstädter Bank .

Deutsche Bank . .

Elektriz. Schlickert .

Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg Amerik. Paket*. Harpener Bergwerk.

Laurabiitte .... .

Nurdd. Lloyd .

Obeischles. Eisen-Industrie

83.30

93.65

83.30

9230

92.00

99 45

100.10

95 30

104.50

62.00

62.90

95 00 90.0.

96.20

147.80

49.85

80.00

65.70

96.70

Berliner Haudelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreditaktien .... Baltimore- und Ohio-

EisenLahn . . . . Gotthard bahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Uesterr. Ötaatsbahn . . Pnnee-Henn-Eisenbahn

. 201.60 . 114 20

Meteorologische Oeooachnrugen

der Stattoit Gteßen.

Aport.

Das 1 0. Wintciiest des Ober harzer Ski- Klubs ftudei Dom T. bis 10. Februar ui der Bergsladl Altenau (Oberharz) bestimmt stall. __________________________ _____

. 26.20

. 106.00

. 148.20

LLniversitats-Nachrichten.

hc. Asck- alfenburg, D>ce G e, a m t, r e q u c n z der KgL bayerischen F o r st l. H o ch 1 ch n le zu Aschaffenburg beträgt in die­sem SemesUr 49. Davon >ind 31 Aspiranten des Staatsforst- vcrwaltungsd.enstes (fänitlid) aus Bayern) und 18 übrige stu­dierende (Hospitanten), darunter 9 Bayern.

Für das erledigte Ordinariat für Nationalöloiwmie in Tüb in g e n i. W. ist Tirektor der Kölner Handelshochschule Dr. Christian Eckert, ein geb. Mainzer, in Aussicht genommen.

und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse, 5. Februar, 1.15 Uhr.

106 90 207 00 186.80 118.40 202.00 218.50 107.10

98 50 160.70

Kuuft ufitO WijjcHjdjajL

Aus Ber 1 iii wird vom 1. Jebr. gemeldet: Bei Eröffnung der Ausstellung der von der deutschen In­dustrie für die neue Medizin sch ule in Schanghai gestifteten medizinischen Instrumente, Apparate und Prä­parate waren im Kaiserin Friedrichhaufe unter den Gaften der chinesische Gesandte, Ätintster v. <r>tudt, lNinisterialoirek- tor Dr. Förster und der Präsident des Reichsgesuudheitsamts Dr. Bumm. General Frhr. v. d. Goltz erklärte die Ausstel­lung für eröffnet mit einem Hoch auf den Kaiser, der uns deii ersten Hinweis auf den Weg nach deni Osten gegeben habe. Professor Kntner streifte in einem kurzen Vortrag die ärztliche Wissenschaft Alt-Ehinas, dessen Lehrer mir jetzt werden. Er schilderte die von Dr. Taulun geleitete Medizinschule in Schanghai und schloß mit einem Dank an die Spender, deren Opferwilligkeit die neue Medizinschule zu einer der besten und uwdernften machen werde, da auch von den Universitäten und Buchhandlungen Deutschlands eine Bibliothek der besten Lehrbücher gestiftet worden sei.

Tetteiomscfa© aCursäjeDsci-te des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank Hir Handel

doch im Interesse der einheimischen Schweinebesitzer und ( Schweinezüchter eine Aenderimg der bestehenden Borschrif- i ten zur 9lbwehr und Unterdrückung von Schweineseuchen i angesichts der bestehenden dauernden Seuchengcfahr nicht \ angängig; nach den gemachten Erfahrungen habe sich ' eine fünftägige Quarantäne für kleinere Schweinetransporte als unzureichend erwiesen. Die Herabsetzung der Quaran- : tänezeit von 12 auf 5 Tage für größere Transporte ( (von mehr als 50 Schweinen) konnte lediglich aus dem ' Grunde erfolgen, weil Verfenchungen in solchen frühzei- < tiger entdeckt zu werden Pflegen. Eine etwaige Aen- berung in den Vorschriften könnte bei der bestehenden dauernden Seuchengefahr nur in dem Wegfall dieser Er­leichterung für größere Schweinetransporte bestehen.

b) In einem Bericht an das Großh. Ministerium des Innern, Abteilung silr Landwirtftt-aft, Handel und Ge- weroe, hat sich bie Handelslammer nach Anhörung der ' beteiligten Streife für cm gesetzliches Verbot des Gewerbe- 1 betrübes im Umher ziehen mit Gemüse- und Blumcnsamen, welches jetzt nach § 56, Absatz 10 der Reichsgewerbe­ordnung gestattet ist, ausgesprochen.

c) Im Jnttreste der oberiMb|Ci;m Holzindustrie hat die Handelsiammer den Kgl. Vreuß., Minister der öffentlichen Aroetten gebeten, für oie Anschaffung von Oc- bezw. Ocm- Wagcn in genügender Menge besorgt zu fein, damtt solche den Holzinleregenien im_ VA>ar,smlle zum Versand von Brenii-, Pf lasier hol) und Sägemehi auch nach anderen Gegen­den Deutschlands als nach dem Ruhrgebiet zur Verfügung gestellt werden können.

d) Erne von den veiuofinern Steinbachs an die Hatidels- Eirmmer gerichtete Eingabe, in welcher mit aller Ent- schcedenherl gegen, die oc^/,ichttgte ^rr^gung der ^ersonen- Haltestelle zu Garoeittecch Einspruch erhoben wird, wurde der Kgl. Eisenbahndrrektion Fransiurt in befürwortendem Sinne übersandt.

e) Die Handerslauimer hat an einer am 13. Dezember v. Is. in Frankfurt a. M. staltgchabten Besprechung von Verttetern ver.chcedener HandeiLoerttetungen teilgenommen, in welcher Vorschläge zur Beseitigung der im letzten Sommer vorge­kommenen Zugvenpatungeii gemacht wurden. Es wurden als geeignete Maßnahmen eine Teilung der überlasteten Zuge, der Ausbau geeigneter Nebenbahnen durch Herstellung zweiter Gleise, bie Anstellung einer größeren Anzahl von Beamten, die Einstellung enter hinreichenden Anzahl ge­eigneter Lokomotiven, die Sjcrbcifül)cung einer besseren Ver­ständigung b.r einzelnen iMalionen untereinander bezeich­net. Tiefe vorgeschlagenen i'Naßnahmen sind eisenbalM- feitig als zweamaßig ancriannt worden und werden, soweit sie nicht bisher schon zur Anwendung gelangt sind, an­gestrebt werden.

f) Au, eine entsprechende Anfrage hat das Kaiserl. Post­amt I der Handelsianimer mugcleilt, daß für die Ausdeh­nung deS F.r.liprcchd.enstes bis k'Aittemacht und seine Wahr- neljmung durch einen besonderen Beamten von den In­teressenten eine Mindesteilinahme von 050 Mark zu ge­währleisten sei und daß an Gebühren für Gespräche zur Nachtzeit im Ortsverkehr 20 Pfg., im Fernverkehr dieselben Sätze wie am Tage zu entrichien seien. Tie Angelegen­heit soll weiter verfolgt werden.

3. Revision des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes.

Tas Reichsgefetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes hat den in den Kreisen des Detailhandels gelegten Erwartungen nicht in allen Teilen entfprochen, insbesondere hat es gegenüber ben Auswüchsen im Ausverlausswesen in i>:n meisten Fallen ver­sagt. Mit Genugtuung wird deshalb der vom Reichsamt des Innern audgearbeitctc Gesetzentwurf, welcher die Abänderung des WettbewerbSgesetzes bezweckt, von der Kaufmannschaft und den Geweroetrewenoen uegrum. ~cr u-mijuri lajrugt solgende ^Neue­rungen vor: Haftung des Geschäftsherrn für unrichtige Angaben seitens der Angestellten; EmsUl-rung einer Generaliiausel, wo­durch Unlauterketten erfaßt toerden sollen, deren Veriolgung auf Grund d.s bestehenden Gesetzes nicht möglich war; Verschärfung der Strafbestimmungen bei wissentlich unrichtiger Angave über geschäftliche Verhältnisse"; genaue Begrenzung der Bezeichnung .yjDnturöauäücciüUie"; Angabe oes Graiw-es für Ausverkäuse bei der öffentlichen Ankündigung; Recht der höheren Verwaltungs­behörde, für bestimmte Arten von Ausverkäufen die Anzeige- Pflicht über den Grund des Ausverkauses, ben Zeitpunkt seines Beginnes und Einreichung eines Verzeichnisfes der auszuver- taufenben Warcti anzuordnen; Verbot des Warennachschubs bei AuSvcrtäusen; Anwendung d.eser Vorschriften auf alle sonstigen Ankündigungen, welche den Verkauf von Waren wegen Beendigung dos GesckchstSoe.r.ebes, Ausgabe einer einzelnen Warengattung oder Räumung emto bestimmten Warenvorrats aus bem vorhandenen Stande betreffen; ^traibeftimmungen gegen 3uroiberl)anblungen ber Vorschriften; Befugnis des Bundesrates, über Zahl, Maß, Gewicht, Befchafsenheit, Zeit oder Art der Erzeugung oder Her­kunft bestimmter Waren genaue Vorschpi,ten zu erlassen; Erweite­rung der Vorschriften über die feg. Anschwärzungen und über Die mißbräuchliche Benutzung fremder Geschästsdeziehungen. Tie Kammer erkennt den Enllvurf als eine geeignete Grundlage zur Bchcoung der vorhandenen Äiißstände an, nur wünscht sie, daß Abs. 2 des § 9 eine klarere Fassung erhält, _ welche zu Zweiieln und Deutungeil keinen Anrag gubt Gs soll im Gesetz ausdrücklich feftgelegt werden, für welche Arten von Aus­verläufen die Anzeigepstiust angeordnet werden kann und bei weicher Stelle die Anzeige zu erfolgen hat; die Kärntner ist dabei der Ansicht, daß dies unter leinen Umstanden die Volizeibehörde sein dürfe. Ferner loünscht d.e Handelsicrmmer eine iblilberung der bei Verfehlungen gegen daS Gesetz vorgesehenen Geld- und Ge-

4^2°Jo russ.8taatsanl. 190.» 4>2 u, 0 japau. ötaatsauleihe 4;<> Couv. Türken von 1UU3 Tiirkeuluse......

4>6 Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . d°/0 Mexikaner . . . . 4>äu/0 Chinesen . . . .

Aktien:

4"o Uesterr. Goldrente.

4l/&.uo Uesterr. Süberreule 4?0 Ungar. Goldrente . .

4lo Italien. Bente . . .

Marburg, 4. Febr. DieM ar b urg er Verschande­lung s s r a g c;' beschäfligle heule wieder mehrere Stunden die Strafkammer, ^ci Marburger.Archttekt Daudet hat bekannt- litt) den Herausgeber und Versa,ser des sog.Marburger itiricfeS Dortmunder-Union C. an Herrn Tobias Knozz", den Referendar Emanuel Bend a, * unk'

deshalb wegen Belei^gung bertiaßt, well dieser in der erwähnten

Schrift bezüglich des neuen Kurhvtels auf dem ^Frauenberg' von einemTamofen Architekten, der schamlos eine eünbe gegen den heiligen Geist der Natur beging" usw. spricht. Tas Schöffen­gericht hat bereits auf 50 Mr. Geldstrafe gegen Benda erkannt. In der heutigen Berufungsinstmiz berief sich der Verteidiger des Beklagten aus ben Umstand, daß der städtische Bebauungsplan jetzt abgeänbert werben solle, es handle sich nur um eine Kritik. Tas Gericht war der Meinung, daß Kritik loohl erlaubt sei, aber Beleidigungen auszuschalten seien. Es blieb deshalb bei dem ersten Erkenntnis.

Hamburg, 4. Febr. In der Klage des Hafenbetriebsver- eins gegen den H a sc n ar b e i terv e r b an d fällte die Zivil­kammer 'Irr. 3 des hiesigen Landgerichts ein Urteil,, nach welchem dem beklagten V-roanbe bei vierwöcpiger Haststrase bezw. einer Geldstrafe von 1500 Mir! in jedem Falle der Zuwiderhandlung unter.agt wird, den Zuzug von Hafenarbeitern nach Hanchurg zu stören, oder die vom Kläger angenommenen Montraftarbciter als Streikbrecher zu bezeichnen.

>V. Stiittgart, 4. Febr. (Priv.°Tel.) Tas -Lchwuigericht öenmeilte heule die Ällisioiislnspekleursehefraii Klara $Jleninanii ivegen Beschimpfung der tatholljchen Kirche durch Verbreitung von Flugbläuern zu einem Monat Ge'Lngnis.

Heilbronn, 4. Febr. Ter vor Jahren vorn Schwurgericht ui Heubronn wegen Notzucht zu drei Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverluil oemrieilte miljere Rechtsanwalt AL ohr, der diese Straie bereits üerbügt bat, wurde un Wiederauf­nahme v e r i a h r e n von dem Heilbronner Schwurgericht frei- gesproche n. Die Losten berder Beriahren wurden auf die Ltaais- tafle übcniommeii.

OevmjjdpJeg;

* Tie £alentprux/e oty scunig§. Von König Caplos, der letzt aid Op,er eines lurchtoaren Verbrechens in ,einer Hauptstadt ernwroet worden ist, wird eine hübsche Heine Anekdote erzählt. Der König zeigte aud) lür die Musik eine be- geiiierie Lieoo. Er lelbft ipiette das Cello, und sein Ehrgeiz war Itets, aud) als Cellist etwas zu lernen, was üuer den Durch«chnitt litt) cryöuc. Vergeblich suchte er nach einer oiicnen und ftrengen MTctit; am Hose beiam er natürlich nur schmeichelhafte Urteile, zu Horen und Don Eanos, der leine Leute tannte, war mit diesen Lobeser^bungen weder emverstanden noa; zufrieden. Um endlich em unparllttickxes Urteil über sein Virtuosentum zu erhalten, ließ er ernen oerüymttn Cellisteii, der auf seiner Tournee auch Lftsabon vevührie, zu )ich ins Schloß rufen. Naa^em er dem Spiele des üünstllrs mit uiiveryohwiier Bewunderung geiauicht hatte, äußerle er schllerlich wie bciiuuiig:Ach Horen Sie, Sie könnten mir einen großen Gefallen erwesten: eine der Ehrendamen der Königin Ipielt Cello, und sie möchte so gern Ihre Meinung über ihr epicl Obren. Aber sie ist schrecklich schuaueni und fic wird gern>6 nur spielen, wenn Sie sich dabei hinter einem Vorhang ver­borgen halten kann. 5lönnten Sie nickst morgen die kleine Prü­fung übtr.icomen." Ter Cellist war gern bereit, und am näckstten Tage criajum er tojeder im Schlöffe, .statt oes Königs empfing ihn die M'önighi Amatta; der König fei leider durch einen Minister rat zurückgehalten und könne nickst erscheinen. Die Prüfung begann. Hinter einem Vorhang cricnicu d.c Klänge des Cello; es war eme sJJieloi>ie aus dem Trouvadour, die geipielt wurde. Der stünftter mar ein ich!echter Hofmeuin und Verstellung nicht seine Sache. Schon nach dm ersten Noten verriet seine Phy- fwgnonne, daß er von dem <rpiel einen Eindruck hatte, der mit oreude oder Begeisterung herzlich wenig gemein hatte. Tie Königin, die ihrem Gatten wohl gern eilt allzuhartes Urteil erspart hatte, ILüftene dem Meister leise zu:Es ist der König, der ipielt." Äber ihr Flüstern war doch Nicht leise genug gewesen, König Carlos hatte es gcl^ri. Schnell trat er aus seinem Versteck hervor und mit einer Miene, die von einer gewissen Äengstlichkeit nicht frei war, fragte er hastig:Jawohl, jawohl, ich oin c5; sagen Sie nur ehrlich und auindjug Ihre Meinung." Aber die eituatum wandelte den Künstler zum Tiptoniaten und mit einem feinen Lüclsttti fand er die Antwort:Meute Meinung, Majestät, ist, wenn Sie nickst ber König von Portugal wären. Sie waren der stönig d.S Cellos." Amr der König begriff, die Schmeichelet war doch etwas zu dick aujgetragen und nut einem i2ckstrzwort half er dem Künstler und ,tch über die ein wenig ungemütliche Situation hinweg.

Kleine Tageschrontk.

In Graz cri-.,^ uce ^LuCx.iii ^>roccaw aus Eifersucht seine Geliebte, d.e Kellnerin Picciono.

Aus 22 Gouvernements des europäischen und vorwiegend aus Zentralrußlaiid traien Nachrichten über Hungers­not ein. Es lelstt an Wintergenreide negen des trockenen Herbstes. Falls keine Sommersaat (geliefert wird, ist Gefahr torhandeit, daß im tommenden Sommer eist großer Teil der Felder brach liegt.

Februar

1908

Barometer tiui 0° reduziert

Lemperatnr der Lust

Absollite Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

4. 2

748,9

1,3

3,8

92

SSW

2

Bed. Himmel

4. 92i

750,5

1,5

3,8

92

s

4

M M

5. 7,s

759,1

1,3

3,8

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