Nr. 17L) Erstes Blatt 158. Jahrgang Samstag 1. August 1908
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£« vEmags'iö'uh? Rotationsdruck und Verlag der vrühl'fchen Untv.-Vuch- und Steindruckeret. TL Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Anrelgenteü: H. Geck!
Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten.
politische Wochenschau.
Gießen, den 1. Aug.
Unsere hessischen Landtagstvahlen liegen zwar noch in Wochen- und monateweiter Ferne, aber die Stimmung in der hessischen Preise, verrät doch schon Kampfesfreude; sogar zu kleinen Borpostengefechten ist es schon gekommen, aber über den Aufmarsch der Gegner fehlt es einstweilen doch noch an sicherer Kenntnis. Wenn auf der einen Seite den Nationalliberalen ein Wahlbündnis mit dem Zentrum nachgesagt wird und auf der andern von einem Pakt der Freisinnigen mit den Sozialdemokraten die Rede ist, so muß man hierin einstweilen nur taktische Versuche sehen, näheres über die bevorstehende Gruppierung und die vermutliche Stärke über einzelnen Parteien zu erfahren. Daß auf der Linken Neigung vorhanden ist, mit den Sozialdemokraten zusammenzugehen, läßt sich nicht leugnen, und die Bemühungen der Nationalliberalen, alle bürgerlichen Parteien für ein Zusammengehen bei den Wahlen zu gewinnen, stoßen daher auf große Schwierigkeiten. Man sollte doch dieses in der Blockära wahrlich nahe genug liegende Bestreben der Nationalliberalen nicht von vornherein dadurch zu diskreditieren suchen, daß man den Nationalliberalen die Sehnsucht andichtet, Arm in Arm mit der schwärzesten Reaktion, alle liberalen Grundsätze zu verleugnen. Es gibt gewiß vieles, was die Freisinnigen und die übrigen bürgerlichen Parteien in Hessen von den Nationalliberalen trennt, aber mit einigem guten Willen zu positiver Arbeit und unter Erwägung des Erreichbaren und Möglichen, ließe sich zwischen diesen Parteien, so sollte man doch meinen, eine Verständigung finden. Warum will man denn gerade in Hessen das Odium auf sich nehmen, den Block sprengen zu helfen? Soll denn die Zeit des fruchtlosen Negierens von neuem anheben? Ist man sich darüber klar, was nach Zertrümmerung des Blocks kommen wird und muß? Mag der Block und alles, was mit ihm Lusammenhängt, vom Standpunkte etwa des Korellschen Liberalismus aus betrachtet, auch noch so schlecht sein, so sollte doch einem jeden Liberalen, ohne Unterschied der Schattierung, das Eine unzweifelhaft sein, daß der Liberalismus ohne den Block in Fukunft noch weit schlimmer dran wäre, als jemals zuvor.
Wenn man freilich Vorgänge, wie jetzt den Fall Sch ii ck in g in Hus u m erlebt, bann kann man die Blockmüdigkeit gewisser liberaler Kreise wohl verstehen. Manche Regierungsorgane haben heutzutage geradezu eine Virtuosität darin, alle Welt vor heil Kopf zu stoßen. Me Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen den freisinnigen Husumer Bürgermeister ist eine Beleidigung des Liberalismus und de§ Blocks, die auf keinen Fall ruhig hingenom- men werden darf. Hierüber muß mit den verantwortlichen Stellen ein ttares, deutliches Wort geredet werden, so daß bei dem Fürsten Bülow auch nicht der geringste Zweifel darüber zurückbleiben darf, wie mau im Block über eine solche Behandlung einer Blockpartei denkt.
Mit stiller Wehmut hat man dieser Tage in allen nationalen Kreisen den zehnjährigen Todestag Bismarcks begangen. Wie würde wohl Bismarck einen seiner
Beamten behandelt haben, der so nxnig die Intentionen seines obersten Chefs begriffen hat, wie der Regierungs- Präsident von Schleswig. Man kann wohl annehmen, daß ein solcher Beamter keine 24 Stunden länger im Atnte gewesen wäre. Heute dagegen heißt es im offiziösen Blatte der Regierung, daß erst noch dieses und jenes geprüft werden mußte. Die Politik des Schwankens uni) des Hinan d Herpendelns, die uns in unserer auswärtigen Politik seit mehr als einem Jahrzehnt so unendlich viel Schaden bereitet hat, die zeigt sich im Falle ^Schücking auch wieder einmal in der inneren Politik. Tas kraftvolle, stetige Wollen, die Politik der geraden Linie, die fehlt den verantwortlicheti Leitern der Politik im Reiche und in Preußen, die mehr Diplomaten als Staatsmänner sind. Der Ausblick in die Zukunft ist trostlos, und er wird es noch mehr werden, wenn nun selbst die bürgerlichen politischen Parteien in Unstetigkeit verfallen und sich gegenseitig bekämpfen. Mau kann nicht heute mit den übrigen bürgerlichen Parteien Zusammengehen und morgen vielleicht wieder den Sozialdemokraten nachlaufen, ohne sich bei allen Parteien yi Mißkredit zu bringen. Tie Mißerfolge unserer heutigen deutschen auswärtigen Politik, sollten vor allem dem deutschen Liberalismus eine Warnung sein.
Man hört seit einigen Jahren bewegliche Klagen darüber, daß unsere Nachbarn im Westen und Osten, jenseits des Kanals und wo sonst immer in per Welt uns mit Mißtrauen behandeln. Tie Ursachen hierfür sind nicht Bosheit und Neid unserer Nachbarn allein; auch die böse Presse ist es nicht, von der Fürst Bülow bei jeder Gelegenheit behauptet, daß sie ihm seine Politik verderbe. Die Hauptursache ist — man muß es leider aussprechen — die Un- stetigkeit und Planlosigkeit der Neichspolitik. Heute werden die Buren zur erfolgreichen Abwehr der Engländer beglückwünscht, morgen erhält der Oberkommandierende der Engländer den höchsten preußischen Orden. Heute machen mir dem Sultan Abo ul Asis große Versprechungen, morgen werden die Abgesandten des Gegensultans in Berlin empfangen. Heute schließen wir mit den Türken Freundschaft, morgen laufen wir den Russen nach, und so geht es in bunter Reihenfolge Jahr aus Jahr ein, mit dem Erfolge, daß keiner mehr an die Aufrichtigkeit unserer Freundschaft glaubt, linier jüngstes Fiasko in dieser Beziehung ist die Türkei, aus deren Freundschaft wir uns vor wenigen Jahren so viel einbildeten. Heute, da die Türkei über Nacht, ein konstitutioneller Staat geworden ist, jauchzt man dort den Franzosen und Engländern zu, als den wahren Rettern und Befreiern, nicht uns.
Wie lange ine konstitutionelle Herrlichkeit in der Türkei dauern wird, vermag niemand zu sagen, aber es liegt doch der Gedanke nahe, daß es mit dem türkischen Parlamente vielleicht ebenso gehen wird, wie mit den Parlamenten Rußlands und Persiens, d. h. daß es schließlich nur ein vorübergehendes Dekorationsstück bleibt, ein für den Augenblick geschaffener Blitzableiter. Ist die Revolution erst unterdrückt, dann wird alles wieder, wie es war. Die Freude der Türken über ihre junge Freiheit ist begreiflicherweise groß, und man vergißt oatüber ganz, daß der Sultan nur höchst ungern dem Nate seines Ministers gefolgt ist. Der Padischah hat zum Volke gesprochen, Allah
segne den Padischah! Auch in Petersburg war der Jubel groß, als das Wanifeft des Zaren "Nikolaus II. erschien, worin er seinem Volke die Verfassung gab. Und heute .... Damals fing man wieder an, das Zarenreich mit westeuropäischen Maßstäben zu messen, und heule weiß man es, daß im Nussenreiche trotz der Reichsduma doch alles beim alten geblieben ist, wenn es nicht gar schlimmer geworden ist.
Nicht ohne Interesse ist jetzt konstatiert worden, daß auch die alle russisch rrau-ösische Freundschaft bei dem jüngsten Besuche F a l l i ö r e s beim Zaren nicht mehr den früheren Grad der Herzlichkeit hat. Schon einen ganz äußerlichen Gradmesser hierfür sieht man in der Art der Begrüßung zwischen beiden Staatsoberhäuptern. Bei der ersten Begegnung zwischen dem Zaren und Felix Faure küßte der Zar den Präsidenten aus beide Wangen. Loubet erhielt den Kuß bloß auf eine Wange und Falliöres mußte sich dieses Mal mit einem Händedruck begnügen. Auch Die Trinksprüche waren weniger inhaltsreich als ftüher. Frankreich und Rußland brauchen sich heute noch wie ehedem, aber es scheint, daß man doch nicht mehr so sehr mit dem Herzen bei dieser Freundschaft ist. Die Franzosen haben sich diese Freundschaft viel kosten lassen, aber wer weiß, ob ihnen heute nicht doch die Milliarden lieber wären, die sie Rußland gepumpt haben, als die russische Freund- fchaft. E. A
politische TagesSchatt.
Sttaßenkämpse in Frankreich.
In Draveille, int Süden Der wettern Umgegend von Paris, ist es vor einigen Tagen zwischen Ausstänbischen, die Äus- schreitungen begingen, und Gendarmerie zu einem Zusammenstoß gekommen, der von den Arbeitern mit neuen "Ausständen und neuen Kundgebungen beantwortet wurde. Eine Hauptkundgebung war für Traveille geplant, indes kam es schon bei Villeneuve und kurz vor Traveille bei Vigueux zu wüsten Auftritten und offenem Aufruhr, in dessen Verlaus das mit Steinwürsen und Revolversalven angegriffene Militär nad) vier blinden Salven sclsarf fdjob, so datz eine Anzahl Toter verzeichnet werden muß. Nach einer Mitteilung des Kriegsministers wurden bei deut gestrigen Zusammenswß in Billeneuve 6 9 Offiziere und Soldaten oenounbet. Gestern in aller Frühe hat die Regierung 500 Mann Truppen zur Verstärkung nach Traveille-Bigneux abgesandt. Der Generalprokurator ist nach Billeneuve gefahren, um eine gerichtliche Untersuchung wegen oer Vorkommnisse einzuleiten. Alle Urheber des Aufruhrs sowie die Personen, die Widerstand leisteten oder zum Widerstand aufforderten, werden gerichtlich vcrsolgi werden.
Deutsches Reich.
Der Kaiser nahm gestern nachmittag den Tee bei Fran Konsul Staudt in deren Billa in Heringsdorf. In Begleitung des Kaisers befand sich u. a. der Reichskanzler Fürst Bülow. Nachdem heute die Kaiserin in Swinemünde eingetroffen sein wird, werden bcibc Majestäten auf der „Hohen- zollern" die Reise nach Stockholm antreten, wo die Ankunft Montag vormittag erfolgen soll.
Aus den Re ich stand en. Lothringer Blättern zu» folge soll als Nachfolger für den demnächst zurücktretenden | Minister v. Köller Bezirkspräsident v. Zeppelin-Asch- Hausen oder der frühere Kolonial-Tirektor Ernst zu Hohenlohe-Langenburg ausersehen sein. Auch Mi-
Jenaer Festtage.
1L
Nachdr. verb. Jena, 31. Juli.
Herrlich gelang das Festkonzert. Musikdirektor Professor Fritz Stein verschmolz die sehr heterogenen Kräfte zu einer Einheit und bewährte sich sowohl in den „Feftklängen" von Liszt wie namentlich in der „Neunten Sinfonie" von Beethoven als Meister.
Ter heutige F e st g o 11 e s d i e n st hatte den Charakter eines Freuden- und Dankgottesdienstes. Auf diesen Ton ist der herrliche Chor „Jauchzet dem Herrn alle Welt" aus dem 100. Psalm, den Max Reger zum Universitälsjubiläum komponiert hat, gestimmt. Aus der Festpredigt von Professor D. W. Thümm el sei folgendes im Auszuge mitgeteilt:
Wir wollen die Triebkraft zu der Tat der Gründung der Universität Jena durch Kurfürst Johann Friedrich nicht verändern oder verleugnen,' lautere Frömmigkeit ist es gewesen, die die Jenaische Hochschule gegründet hat. Zeit seines Lebens wollte der Kurfürst Johann Friedrich denen ein Schutz sein, deren Geist irgendwie durch äußere Gewalt gedämpft sein sollte. Darum hat durch die Jahrhunderte hindurch Jenas besondere Aufgabe darin bestanden, eine Burg des Protestantismus und allerwege eine geistliche Minoritäts-Herberge zu sein. Man werde ein- wenden: Heute hat der Lebende Recht; eine moderne UniDerjüät kann {einerlei konfessionelle Einschränkung ertragen, und so wirst Prof. THümmel die Frage auf: Wie verhalten s i ch heut e die akademische Wissenschaft und der christliche Glaube zueinander? Die Antwort gibt er aus Apostel- Geich. 17, 22—32. Demi hier ist eines der ältesten Dokumente der Berührung des Christentums mit der antiken Welt gegeben. Hätte Paickus nur die grobsinnlichen Vorstellungen des antiken Götzendienstes bekämpfen, wollen, so hätte er, ber den stoischen und epikuraischen Philosophen nur offene Türen eingestoßen, denn längft schon war damals die Religion der vornehmen Geister Griechenlands zu reineren und vergeistigteren Formen des Glaubens zu Gott vorgedrungen., Und so, indem er die edelsten Gedanken der griechischen Philosophie nut christlichen Anschauungen in eins verwebt, wird seme Rede eine wirksame Verteidigung des Christentums, ja mehr noch: ein sicg- reicher Aligrisf auf die antike Welt: Die Gedankenperwebung, daß Gott Geist sei und nur in einem geheiligten Leben uns zum Bewußtsein komme. Aus dieser Bereinigung des Evangelismus mit der alten griechischen Philosophie, ist dann me christliche Weltanschauung entstanden. Aber fo oft Dieie beiden Bestandteile sich auch getrennt haben, sie haben sich immer wieder suchen müssen und müssen fick) immer wieder zustrmmenstnden. Des antiken Geistes höchstes Ziel war die Herrschaft über Die sichtbare Welt, über Die Materie. Das Gleiche ist Die Aufgabe unserer moDernen Universitäten. Gewiß ist auch das ein christliches Ziel, aber nicht das höchste. Tas, höchste chris> liehe Ziel ist es, Die ethische Persönlichkeit zu schaffen. UnD Damit hat das Christentum Das Beste und Höchste unterer modernen Universitäten erstehen lassen und Darin hat sich die imngste Vereinigung Des akademischen Wesens mit Dem christlichen Mauden vollzogen. Wir fragen: Wird sich die alte Art noch erhalten.
daß man studiert um des Studierens willen? Nicht um des so i fertigen praktischen Nutzens willen? Auch hier wiederholt sich die Frage nach Dem Erwerben einer ethischen Persönlichkeit. Nur wenn sie auf dieses christliche Ziel Einarbeiten, können Die akademisch gebildeten Stände sich als Führer des Volkes behaupten. Warum aber gegen Die griechische Grundanschauung der harmonischen Verklärung in ungebrochener Linie des Paulus Lehre von ber Buße und von der Demut der Seele doch Den Sieg behielt, das lag am letzten Ende in dem Unsterblichkeitsglauben, Der über Die Resignation des Alters und Die Zeiten unharmonischer Ereignisse hinweghilft. Wie Den Athenern aber ist den heutigen Akade,nikern diese christliche Unsterblichkeitshoffnung unbequem und zuwider. So stoßen sie sich gegenseitig ab. Aber sie müssen sich wieder suchen und finden. Zu den akademischen Berufen gehört innerliche idealistische Kraft. Die aber wird nur gewonnen in der kernhaften schlichten Frömmigkeit, wie sie dem deutscl)en Vaterland immer wieder aufgeholfen und tüte dies unser Jena ganz besonders deutlich gezeigt hat. So hat Jena je und je zu Den Hochschulen gehört, wo dennoch und immer wieder Die eifrige Pflege der Wissenschaften sich mit dem aufrichtigsten Christenglauben zusammengefunden hak. Dr. E.
' W. B. Jen a, 31. Juli.
Den zweiten Teil des heutigen offiziellen Programms bilbete ein Festakt im Volkshause. Um 3/412 Uhr erschienen unter Fanfarenklängen unb Borantritt Der Pebelle, der Prorektor unb die Dekane in Amtstracht im Saal; ihnen folgten die Rektoren ber Universität von Halle unb Leipzig, ferner die Professoren unb die übrigen Hochschullehrer, an Die sich die Chargierten ber akademischen Verbindungen mit ihren Fahnen anschlossen. Um 12 Uhr erschienen Die Fürstlichkeiten, Die an Dein FestgottesDienst teilgenommen hatten. Nach Der einleitenden Sonate, geblasen oon einem Doppelbläserquartett, hielt Pros. Dr. Delbrück Die Festrede, in Der er der bedeutendsten Männer der Jenaer Universität gedachte.
Den Schluß dieser Feier bildete eine Reihe Ehrenpromotionen seitens Der vier Fakultäten. Zu Ehrendoktoren wurden u. a. ernannt: von der theologischen Fakultät: Staatsminister v. Borries (Altenburg); Dr. Heinrich Eg geling, Kurator der Universität Jena; Jos. Estling-Carpenter, Professor am Manchesterkolleg der Unitarier in Oxford; der bekannte Germanist Professor Dr. Eduard Sievers (Leipzig,: von Der philosophisck-en Fakultät: Dr. Allver Gullstrand in Upsala; Professor Max Reger. Universitätsmusik- Direftor in Leipzig; der hervorragende Architekt Professor Dr. Theodor Fischer in Stuttgart; von der juristischen Fakultät: dec englische Botschafter in Washington, ftüher Professor in Oxford, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und Präsident des Handelsamtes, James Bryce- ber frühere preußische Hanbcls- minifter v. Berlepsch; Joy. Dierauer, Bibliothekar der Stadtbibliothek in St. Gallen; von der medizinischen Fakultät: Professor Lverson in Lund; der bedeutende Zoologe Prof. £r. Bütsch 1 iin Heidelberg; Geh. Oberbaurat Prof. Dr. Baumeister (Karlsruhe) unb Sir William Ramsay, Dr. jur. unb phil., Professor ba Chemie in London.
Eine soeben aus Anlaß dieser 3ö0jährigen Jubelfeier erschienene Festschrift aus Der Feder von Dr. O. Bretschneider, betitelt: „O Du mein Jena" (Vertag von W. Vobach u. (So., Leipzig), wird vielen toillfommen sein, sei es um Vergessenes wieder in Die Erinnerung zurückzurufen, sei es, um sich überhaupt einmal genau und schnell über Den Werdegang Jenas und seiner Universität zu unterrichten. Wir sind überzeugt, daß jeder dies mit vielen Textabbildungen versehene Büchlein nach der Lektüre befriedigt aus ber Hand legen wird.
— Der näch st e deutsche G e sa n g sw e 11 stke i t. 23on1 der Kommission für Den Wettbewerb um den vom Kaiser gestifteten Wanderpreis ist jetzt das Rundschreiben an Die deutschen Männergesangvereine betreffs des nächstjährigen Wettlingens versandt worden. Die Kommission besteht aus denk General-Jntendmiteii der Kgl. Schauspiele und der Hofmusik Georg von Hülsen, Wirkl. Geh. Oberregierungsral Dr. Lchmidt, Geh. Regierungsrat Professor Dr- Friedländn:, Geh. Regierungsrat Professor Dr. K'retzschmar, Musikdirektor Professor Prüfer, Professor Georg Schumann, Professor Ernst Eduard Tauben. Das Wett sing en findet, wie uns Exz- v. Hülsen mitteilt, im Sommer 1909 in Frankfurt a. Main statt- Alle deutschen Mämiergesangvereiile, Die sich mit einer Mitgliede» zahl von mindestens 100 Sängern beteiligen können unb wollen, werden zur Teilnahme an dem Wettsingen eingeladen und aufgefordert, sich bis spätesteils zuni 1. Dezember 1908 bei bart Vorsitzenden der Kommission, General-Intendanten von Hülsen, in Berlin, Dorotheenstr. 2, anzumelden.
— Ter Verband Deutscher Architektc>i- und Ingenieur-Vereine veranstaltet am 29. und 30. August zu Danzig seine 37. Abgeordneten-Bersaininlung, an die sich unmittelbar die 18. Wanderversammlung anschließt. Aus der reichhaltigen Tagesoriiiing sind vor allem zwei t'erbanbsauigabcn von Interesse. Die Fragen lauten: Mit welchen Mitteln kann Einfluß gewonnen werden auf die künstlerische Aus gelt a l t u n g privater Sauten in Stadt und Land? und Welche Wege sind einzuschlagen, Damit bei Ingenieurbauten ästhetische Rücksichten in höherem Grade zur Geltung kommen? Zu beiden ist ein umfangreiches Antwortmaterial aus allen Teilen Deutschlands geliefert und von sachverständigen Federn zu Tenkschristei: verarbeitet worden, die nach ihrer Genehmigung durch die Abgeordneten-Versammliing des Beroandes allen seinen Mitgliedern sowie in möglichst großem Umfange auch den Mitgliedern von Staats-, Provinzial- und städtischeii Behörden übergeben werden sollen. Ter Verband wird ferner wahrend feiner Danziger Tagung der Oeffeittlichkeit einen sichtbaren Beweis für das Lorhandensein der SDIittel vor Augen führen, durch die der leider so weit verbreiteten Verunzierung oon Stadt und Land durch mißverstandene Anwendung der verschied e n st e n B a u f o r m c n entgegengearbeitet werden kann. Eine Anzahl Der Vereine des Verbandes wird zu diesem Zwecke Arbeiten ihrer ÜDlitglieber ausstellen, deren Hauptzweck die Aufklärung des Publikums darüber ist, daß auch ohne prunkvolle Kunstsormen schönes geleistet zu werden vermag.


