Ausgabe 
5.11.1907 Erstes Blatt
 
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v><Arf 9000 (ilrfntttiö+ni* y iit einer Entfernung

von 2000 Kaometer. Der Herd lag also etwa in Cal ab ri en

Tie Maschinen-Werkstadt der Großentirrcr Stuhlsabrik in Neustadt (WcslprcuKcnl brnnrrtoLaL1 Ter Schaden beträgt 5 000 000 ^k branntc 1Iiebr-

Ter ungarische Minister Zichev verwund«.^ m.F ^cheu .Dauern, der feinem Automobil nicht aus-

weichen wollte, mrt einem Revolverschuß.

Bei der Aushölung der letzten Nachtschicht auf der Collard- Koy^engrübe von Seraing ist der Förderkorb mit 1 3 Mann abgesturzt. 3 Arbeiter wurden ge.ötet, 8 schwer Der» letzt. Zwei kamen unversehrt davon.________ w DeT

<fccrid)t$jaaL

R. B. Darmstadt, 5. Nov. (Tel.) Die Straskomm-i- verurteilte heute den t 20 Jahre alten P o st h i l f s b o t e n L ud w Traum zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängni s Tr Kai nachweisbar 70 Briefe, 10 Postkarten und 40 Stück Drucksachen unter,chlagen und die darin besindlichen Gegenstände für sich behalten, u. a einen Wechsel über 350 Fr., den er zu Geld machte ver,ck)iedene Zwanzigmark,cheine usw. Tas Gericht nahm an daß er Beamten-Cigen,cha,t besitze, aber die Erkenntnis von dem Vor­handensein dieser Eigenschaft nicht gehabt habe.

NOO°rr 9 a u ' £ ^ov Das S ch w u r g e r i ch t verurteilte den 1887 geborenen Buchdrucker Otto Wilhelm Winne wegen Mor­des zum Tode und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte. Der Verurteilte hatte seine Geliebte, die noch nicht 19 Jahre alte Schneiderin Hedwig Drcßler in Liebenwerda auf der sogen Liebesinsel erwürgt und dann in den Mühlengraben gestürzt.

Ostrowo, 4. Nov. Die Strafkammer verurteilte die Flei­scherlehrlinge Witkowski und Heinz, weil sie Steine und Laschenschrauben auf die Eisenbahnschienen gelegt hatten, um zu sehen, wie die Lokomotive springen würde, zu je ei n Jahr Gefängni s.

Landwirtschaft.

Aus der Dein,chen ^nud w i riscyafts-Gesellschast. In den Oktobersitzungen der Gesellschaft zu Berlin sind die erforderlichen Befchlüsfe gesagt morden färbte Festlegung der Schauordnung, die uir die 22. Wanderausstellung der genannten Gesellfchait Gültigkeit haben soll. Diese Ausstellung wird vom 25. bis 30. Juni 1908 in Stuttgart staltfinden. Die Schauordnung zerfällt in3 Hauptabteilungen: Ableitung für Tiere, Abteilung der landwirtfchaitlichen Erzeugnisse und Hülfsmütel und in die Ableiliing der Geräte und Maschinen, an welche das Bauwesen angegliedert ist. Unter Preisbeweib stehen mit geringen Ausnahmen sämtliche Tiere und ebenso fast alle Feld- und Winschastserzcugnisse, anher Preisbewerb die Hülfsstosse und Hülfsmittel aller Art sowie die wisse>tschastlichen Darstellungen. Tie große Menge der Geräte steht ebenfalls außer Preisbewerb mit Ausnahme von Kartoffelerntemaschinen, Kartosfeltrockenapparien und Alilchflaschenspülmaschinen, für welche Hauptprumngen aus­geschrieben worden sind. Außerdem werden auch neu erfundene Geräte daraus geprüft, ob sie eine Beachtung und Anerkennung verdienen.

jdanOei.

W i e lege i ch mein Kapital an? Auf diese wichtige Frage gibt allen Kapitalisten sachgemäßen Rat und Auskunft ein von Handelsschutdirektor Dr. jur. Caleb in Straßburg heraus­gegebenes Buch, das unter dem Titel:Kapitalanlage und Bank­verkehr" soeben bei Muth in Stuttgart erschienen ist. Alles, was bei der privaten Vermögensverwaltung, namentlich beim Kauf und Verlauf von Wertpapieren, bei Errichtung von Hypotheken und für den Verkehr mit dem Bankhaus zu wissen nötig ist, hat der Ver­fasser m übersichtlicher, klarer Form zusammengestellt. Er wendet sich voiwiegend an die kleineren und mittlerenBörsen", deshalb ist auch bei den verschiedenen Anlagemöglichkeiten besonders an' Sicherheit und Rentabilität Bedacht genommen. Da in Teutsch- land reichlich die Hälfte des gesamten Nationalvermögens in Wert­papieren angelegt ist, wird sich dieser zuverlässige und unparteiische Ratgeber in Geldsachen für die meisten Berufskreise, für Staats­und Privatbeamte, für Kapitalisten und Rentner, Vermögens- vermaliungen u. f. w. als nutzbringend erweisen.

Diskoiiterhöhung .der Bank von England. Nach den Ereignissen der letzten Tage konnte man es fast mit Sicherheit voraussehen, daß die Bank von England bald zu einer weiteren Erhöhung ihres Diskontsatzes schreiten würde. Aber weder in den Bankkresien noch an den Börsen wurde angenommen, daß diese weitere Erhöhung schon so unmittelbar bevorstände und außer der Zeit, die Bank von England saßt ihre Entschließungen in der Regel am Donnerstag, stattsinden würde. Tie Hinaufjetzung ist auf 6% erfolgt. Es ist daraus zu schließen, daß die Baut m den beiden letzten Tagen der vergangenen Woche besonders stark in Anspruch genommen worden ist, brachte sie doch, wie Londoner Privat- depeschen melden, bereits am Samstag für manches Papier einen Satz von 5'/. Prozent und fogar 6 Prozent in Amvendung. Daß die Maßregel m der Hauptsache mit Berücksichtigung Amerikas gefaßt wurde, steht außer Zweifel. Amerika zieht fortgesetzt Gold an sich, die Bedürfnisse dort scheinen fast uneilchöpfllch zu sein und in erster Linie ist davon der englische Markt m Anspruch ge­nommen.

Zur amerikanischen Krise. Wie der F. Z. aus New- York unter dem Gestrigen telegraphiert wird, hielten 20 bekannte Newyorker Bankiers eine Versammlung in Morgans Privatwohnung ab, behufs Maßnahmen zur Besserung der sinanziellen Situation speziell der Lage von 2 Trust-Companys, die durch Runs stark be­drängt ivorden sind. Ter Newyorker Korrelpondent der Times vertritt die Meinung, daß die Frage einer Exlrcilagung des Kon­gresses behufs legislativer Erleichterungsniaßnahnien akut ge­worben fei. Es sollen biesbezügliche Schritte auch bereits von beii maßgebenben Persönllchkeitbn ins Auge gefaßt ivorben sein. Welche Maßnahmen vom Kongreß allerdings zu ermarten sind, darüber bestehen Zweifel, da wohl die Errichtung einer Zentralbank nicht ad hoe geschehen kann und auch bezügl. der Notenzirkulatioii kaum unmittelbare Gesetzesänderungen durchführbar erscheinen. Unter Umständen könnte eine Aufnahme einer großen United Stciaies- Anleihe erwogen werden, behufs Heranziehung der dem Verkehr entzogenen brachliegenden Mittel.

Die Marktpreise für Viel- und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise

am 4. November 1907.______

Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. 9)L

Fleischpreise in (Sieben

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 8085 Mt.

Kg.Schlachtgew. 9295 Pf.

V, , 6200 r

'/, Kg. 82-88 Pfg.

i/t 7080 ,

76-90 ,

Getreideprelse in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Weizen 10U jig. 24.75 OU.uO Alk.

Roaaen 100 Ka. 21.i5-00.00 Mk. _____

Weitzbrot 2 Kg. 62 Pig.

Schwarzbrot 2 Kg. 58 Pfg.

Markte. , .

Gießen 5 Nov. Marktbericht. Auf heutigem Wocbe^i- maft^foüete Butter pr. Psd. 1.20-1 30 Mk p^nereier 1 St. 9-10 Pfg., Käse pr. St. 6-8 Pf., Kasematte 3 b 6 Pfg Erbsen p. Pfd. 18-24 Pfg., Luisen p. P d ^-^ 4fg ^auv^ pr. Pr. 0,80-1,00 Alt., Hübner pr. St. Mk-,

Stück 0,801,80 Mk,. (Saufe vr. Pfd. 6o70 Ewen p « bls 2,20 Mk., ^ch^usteifch pv. . Schweinefleisch

Uiid Rilidsieisch pr. Pfund bO8- HM-, Psd.

vr. Pfund 7084 Pfg., Haiumelsieisch pr. Pfd.

88 P!g., Kalbfleilch pr. Pld. 70-80 Plg., 6«'^ 6184 Pfg. Welfcl)e per Pfund . Pcilri) per Liter

6.00-5.50 Mk., Zwi-b°U. pr. 6-00 Mk., Wech-

20 Psg., Nüsle 100 Stuck 40-00 Vs- '6"^, 1.50-2.00. - traut per Stuck 10-15 Mfl- J iel''r,cr Ptr. 1025 3)lt. iöirnen Z.vetschen per Ztr. 0 00-0 Sölt. Aeptet per Z-r. per Ztr. 10-25 Mk. Miarktzett von 8 Uhr.

Lkngcjanör. --------

(gut Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik flehen hm übernimmt die SfcbaHtan bem

Verantwortung.)

Zur Abwehr.

Die Nummer 251 des Gießener Anzeiaers enthält 2 tiub 3. Seite des Hauptblattes einen Angriff gegen mich, der wohl um der Sache willen der Richtigstellung beharr meinem Vortrag über denwachsenden Einfluß Babylons auf Ls ?henhaninnd ?Ite^.^c,tanienJ|" ain vergangenen Dienstag abend wll ich em Zitat angeführt haben, das für die an- weienden Pfarrer als aus StadesGeschichte Israels" kennt­lich gemacht gewesen sei. Durch den Beifall, den die Zuhörer 9Irfmmrt25lbCrle9sUn9 7 betreffenden Satzes zollten, sei^dir Achtung gegen den verftorbenen hochverdtenten Gießener Hoch, fchullehrer verletzt wor^n Dadurch soll ich verschuldet haben daß der Kampfdurch Gchaffigkeit" verbittert wurde 9

ift 3$»« noch den ganzen folgenden ^wesend Ter Herr Eiiisender hätte durch eine Anfrage bet mir sofort feststellen können, daß er durchaus ungerecht urteilt. Der Satz ist nicht von Stade Ich habe Stade überhaupt nicht citiert. Ter Satz lautete- Kanaan war die Brücke für den Weltverkehr zwisck)en Asien und u!tb boch gleichzeitig ein abgeschlossenes, dem Verkehr entzogenes Land. XieBeifallsäußerung" der An ^^onden war wohl vielmehr eine Heiterkeitsäußerung, weil'ich ei1ne Kr^ik des Satzes citiette, die ihn mit Lichtenberg-Messer obnb Klinge, der der Griff fehlte", vergleicht; ich nenne auch Mt den Namen des Nachlebenden Verfassers der betreffenden Geschichte Israels nicht, wett es mir nicht in den Sinn kommt in meiner sachlichen Polemik eine Person bloßstcllen zu wol en daß Stade nicht gemeint sein konnte, hätte her Herr Einsender auch durch Nachschlag feststellen können. Ucbrigend selbst wenn er gemeint gewesen wäre so wäre meines Er­achtens der schuldige Text durch Nichtnennung des Namens völlig gewahrt gewesen!

Noch einen zweiten Personen-Jrrturn habe ich zu korrigieren. Hch soll Professor Sellin in Wien als r ü ck st ä n d i g charakterisiert haben. Sellin habe ich nur einmal erwähnt, und habe gesagt, daß dieser verdiente Gelehrte uns inbezug auf die Inten­sität der altorientalischen Kultur zustimmt, daß er aber noch nicht ihre Einheitlichkeit anerkennt, und daß er deshalb zwei originelle Unterschiede zwischen ägyptischem, babylonischem, phönizischem Einsluß auf Kanaan sieht, die von uni crem Stand­punkte aus unberechtigt sind. In dem von bem Herrn Einsender erwähnten Zusammenhänge konnte ich nicht entfernt an Sellin denken.

Wenn ferner der Herr Einsender den Eindruck gehabt hat, als hätten Tebatteredner merken lassen, daß manche meiner Aus­führungen sie in inneren Zwiespalt gebracht hätten, weil in frommen Kreisen dadurch Aergernis entstehen müßte, so hat er sich doch wohl auch in diesem Punkte geirrt. Der Einsender des ersten Berichtes, bem ich bie Kenntnis bes gegen mich gerichteten Zeitungsangriffes verbanke, schreibt mir:Sie werben gcfviß selbst nicht diesen Eindruck aus der Diskussion empfangen haben. Gewiß ist unsereinern manches in Ihren Ausführungen neu ge­wesen und stimmt nicht mit dem Bilde, das der fromme Bioel- leser sich von diesen Verhältnissen machte. Das darf aber doch

eine ehrlick>e, vom Geiste der Schrift geleitete Wissenschaft nicht zurückhalten. Ich habe von unseren glcichgesmnten Amtsbrübern nicht gehört, baß sie Aergernis genommen, weil sic der Wissen-- schäft unter der genannten Bedingung doch keine Fesseln an- legen wollen."

Mein Herr Gegner hat offenbar ein unrichtiges Bild vorn Geiste der modernen positiven Theologie; bas beweist allein sckwn die ganz unmögliche Erwähnung Sellins in bem besprochenen Zusammenhang. Er kennt auch bie neuere Literatur nicht, sonst würben ihm bie beiden am Schluß von ihm erwähnten Sätze nicht gar so befremdend erschienen sein. Sobald er sich näher damit befassen würde, würde er für uns gewonnen sein. . Das Schwanken, die innere Ungelvißhcit scheint nämlich auf seiner Seite zu sein, sonst wäre cs ja nicht möglich, daß er von meinen Thesen sagen könnte: 1. sie scheinen (!) ruhigem, logischem Denken zu widersprechen; 2. ich würde es dankbar begrüßen, wenn sie sich als richtig erweisen würden.

Ta ich einmal das Wort habe, so möchte ich noch einen Punkt zur Sprache bringen, der vielleicht wirklich unnötig Bitter­keit erregt hat. Ter Berichterstatter der Konferenz hatte an den Bericht über meinen Vortrag eine Kritik an die Tatsache geknüpft, daß von den Gießener Professoren niemand airwesend war. Mit dieser Kritik bin ich nicht einverstanden, auch der Vorstand der Konferenz nicht, wie ich bezeugen kann. Bei meinem Vor­trag war nur der Vertreter des Alten Testaments into ressiert gewesen. Er hat in freundlichster Weise sein Ausbleiben durch eine Reise erklärt. Wenn der betreffenbe Herr erschienen wäre, so hatte cs gewiß eine interessante Debatte gegeben. Aber es würbe sich gezeigt haben, daß die Heranziehung des alten Orients zum Verständnis des alten Testaments mitpos- tiv" oderliberal" an sich nichts zu schaffen hat. Es handelt sich um Tatsachen, von denen man Kenntnis nehmen inuß. Nur die theoretische Anwendung wird verschieden sein, je nach der religiösen Stellung zur Grundlage der Offenbarung.

Leipzig. Alfred Jeremias.

Fasniören-Nachrichten.

Geborene: Herrn Veterinärarzt Schneider in Schlitz ein Sohn.

Verlobte: Herr Gr. Geometer 1. Kl. Otto Eich in Büdiiigen mit Fräulein Kätchen Günther in Lieblos. Herr Karl Schlosser in Zell mit Fräulein Emma Fröhlich in Wahlen. Herr Lomtz Langtitz in Wingershausen mit Fräulein Emnia Figge in Fraiitiurt a.Ac.

Gestorbene: Frau Sophie Gierhardt geb. Niepoth in Schlitz. Herr Peter Häuser XIV. in Nieder-Weisel. Herr Hermann Nickel in Hangen. Herr Großh. Amtsrichter i. P. Theodor Helm in Beisheim. Herr Lehrer i. P. August Muhl m Schotten. - Fräulein Emeln

Meteorologische Beovachrunge»

der Stati»n Gießen.

November

1907

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Niedrigste

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11,3 C.

1,3 C.

Sonnenschein

Klarer ,

Gießener Wetterdienst.

voraussichtliche Witternug für Hesjeu am Mittwoch den

6. Noveiiiber: Heuer und trocken. Nachts Frost. Schwache ost- lidie Wuide. _______

VrigtnaL.Drahtmcldunge«.

Berlin, 5. dwvember. Unter dem Verdacht des Raubmordes ist gestern der 47 Jahre alte Portier Lampe aus der Dalldorfer Straße verhaftet morden. Er wird beschuldigt, den 70 jährigen früheren Portier des Hauses Friedrich Wagner ermordet und beraubt zu haben.

Neapel, 5. Nov. Bei der Aushebung der Marme-

1Ä1- erFül9te ein Treppen-ZusarnmenbrrtÄ. 200 Personen sind abgestürzt, 20 verletzt morden.

London, 5. Nov. Das Ehepaar Toselli ist gestern über Calais und Dover nach England zurückgekehrt. In der Begleitung des Ehepaars befand sich noch eine Dame. Nov. Amtlichen Nachrichten aus Marai

kesch zufolge wird Muley Hafid die Stadt erst nach bem* Ramazan^st, d. h. nach dem 10. November verlassen. Gr beabsichtigt, mit einer starken Mahalla gegen Rabat vorzugehen.

Paris, 5. 9iov. TerPetit Parisien" veröffentlicht das Resultat seines Referendums über bie Frage der Ab, schaffung der Todesstrafe. Von 1412347 ein­gegangenen Antworten sind 1083 655 Gegner der Abschaf- fung und nur 328 692 für die Abjchassuna der Todesstrafe.

Paris, 5. Nov. Ferroul, der Führer der großen Winzerbemcgung, hat den Antrag cingcbracht befondere Beamte nut der sofortigen Untersuchung des Wein. baueS zu beantragen.

Paris, 5. Nov. Der Korrespondent des Matin berichtet ailS Marrakesch, baß Mulay Hafib an bie Spitze bet Reformbemegung treten wolle. Ec plane ben Bau von braßen unb Eisenbahnen und denke sogar an die Einsührung emeS gewissen Parlamentarismus.

Budapests. Nov. Ministerpräsident W e k e r l e reist in den nächsten Tagen nach Wien, um dem Kaiser Bericht über die Lage zu erstatten.

Budapest, 5. Nov. Infolge deS in ganz Ungarn emgetretenen starken Fr ost Wetters herrscht unter den Landwirten ernste Besürchtng, daß bei Anhalten der kalten Witterung der Winterbau überhaupt nicht mehr vorge- nommen iverden kann.

Graz, 5. Nov. In dem Weberkoger Tunnel am Semmering riß ein Zug ein für Repara tu rar beiten ausgestelltes Gerüst ein, wobei ein Arbeiter getötet, mehrere verwundet ivurden.

Brest, 5. Nov. Die Tochter und der Sohn des Marschalls Baza,ne wollten sich auf einem Dampfer von Veracruz nach Europa begeben. Fräulein Bazaine wurde in ihrer Kabine von einem Steward überfallen unb erheblich verletzt. Dec Täter, der offenbar einen Raubmord beabsichtigte, ist verschwunben. Man nimmt an, daß er sich in bas Meer gestürzt hat.

K o n st a n t i n o p e l, 5. 9tob. Nach hier eingelaufenen amtlichen Berichten steht im Bezirke Erzerum unb anderen Provinzen eine Aufstandsbewegung bevor. In. solgede,sen soll die Mobilmachung der Truppen vom Jahr,/ gang 1871/72 erfolgen.

Bekanntmachung.

Die am 21. und 28. v. MtS. ftaugeiunbcnc Bcipachtuug von Tvubvierielu unb sonstigen Grundstücken ist genebmigt.

Die Pächter werden biermit aufgeiorbert, binnen 14 Tagen bei dem hiermit beauftragten RatSdiener Dörr im städtischen Hospital nachmittags zwischen 12 und 2 Uhr oder abends zwischen 7 und 8 Uhr Bürgschaft leisten zu lassen, andernfalls nach Ablauf dieser Frist bie betreffenden Grundstücke auf Kosten und Gefahr der ersten Pachteri anderweit verpachtet werden.

Gießen, ben 4. November 1907.

Großherzogilche Bürgermeisterei Gießen.

______________________Mecum. B*/u

Bekanntmachung.

Wir machen alle Hausbesitzer darauf aufmerksam, daß wir unfet* Tiesbanamt angewiesen haben, luäbrcnb der Zeit vom 1. Dezbr. 1907 dio 15. Februar 1908 keine DauocntlvasscrungSarrfchliiffe in den Stragen bcziv. Verbindungen der Grnndststckc mit den Strastcnlaualcu herzusiellen.

Gießen, den 3. Stvoember 1907.

Großherzogilche Bürgermeisterei Gießen. \

__Mecum.__B *lif

Bekanntmachung.

Die Zinsen der Friedrich Hcvcr von Roscufcio scheu Etiftuua mit 07,20 Mk. sind am 21. Dezember an solche cvangeliichc, würdige Stadtarme zu verteilen, die selbst und ihre (Eltern und Gron- cltcrn in Gicsten geboren sind unb dao Bürgerrecht besitze« oder besaßen.

Meldungen nimmt daS Armenamt Neuenbäue 25, Zimmer Nr. 2, biö 20. dS. MtS. während der Gefchäflöstunden entgegen. '

Gießen, 2. November 1907.

Gr. Bürgermeisterei Gießen.

______________________I. B.: Georgi.__________________

Bekanntmachung.

AuS den Zinsen der Ttistung der Eliiabetbc Schmidt sind Gaben von je 17 Mk. an vier bedürftige, unbescholteue, ledige Ticnstmädchcu im Alter über 50 Fahren und 7 Gaben zu 17 Alk. und eine zu 18,90 Mk. an arme Witwen arrS Gießen zu verteilen. Dtclbungen sind unter Beifügung der erforderlichen Nachweise bis zum 20. November 1907 in unseren Geschäftsräumen, Neuen- baue 25 anzubringen.

Gießen, 2 November 1907.

Gr. Bürgermeisterei Gießen.

_______________________I. B.: Georgi.____________________B*/u

Bekanntmachung.

Aus der Minna Keil-Bogt Stisruug find mi das Jahr 1907 drei Gaben von je 70 Mk. an drei in Gießen wobnbafte, wür­dige »ind bedürftige Handwerksmeister oder Witwen von Hand- werksmeiuern evangeluchcr Konfefston zu vergeben.

Bewerbungeii und bis languens ^0. November 1907 beim städtischen Armen amt, Neuen üßaue 25, einzureichem

Nur selbständige Handwerker oder Witwen von selb- stäubigcu Halidwcrtcrn tonnen beiückfichugt werden.

Gießen, am 2. ^November 1907. d !<

Tie Armen-Deputation der Stadt Gießen.

_____I. B.: l^eorgt.

BekanatmaMung.

Aus der Plockiichcu Ltiituna ist alsbald eine lebensläng­liche Pfründe in Höhe von 300 Mk. jährlich an eine würdige, arme weibliche Person, geborene Gießenerin, zu vergeben. Die Piründ' ncrin tritt als Pflegling m i)te Provtnzlal-Liechenamtalt hier mU den für Selbftzähler bestimmten Bergünfttaungen ein.

Meldungen nimuit bis zum 30. November d. IS. das Städtische Armenamt, Neuen Baue 25, entgegen.

Gießen, den 31. Oktober 1907. B/a

Die Armen-Deputauon der Stadt Gießen. __I. B.: Georgi.

Bekatrutmachuttg.

Aus der Stiftung des Gcmcinberats Louis Labroisie unb der Echtcrnach-Srroi) Ttittung sind in her ersten Woche des Monats Januar 1^>8 etwa 110 Zentner Kohlen au arme Familien, einerlei welcher Kouicsfion, zu verteilen.

Meldungen nimmt das nadtische Armenarnt, Neuen Baue 25, bis 20. d. Mts. entgegen.

Gießern am 2. November 1907.

Die Armen-Tevutation der Stadt Gießen.

I. B.: Georgi.