Nr. 259
Zweites Blatt
General-Anzeiger für Vberheffen
Erlchetw tSgllch mti Ausnahme des Sonntag-, Die „Gleßenet §amilienblStter" werden dem ,ynÄetqexa otmnjl wöchentlich beige,rgt das wKrctsblatt fflt den Kreis Gießen" aroennal wöchentlich. Der -hesstjche tanörotrt" erfchernt monatlich einmal.
kg 4. November 1907
RolanonSdruck und Berlaq bet Brühllchen UnwersiiLi« . Buch- und 6tnn6rudtrel
8t Bange. (Bieten.
RedakNon. ExnediNmi und »rucke««, 6<6ul- fttabe 7. Ervedtlion und Verlag . n*» dl. fReöatttan:^ na. teU-Stoc. Sbungee-Bieten.
politische Tagesseda«.
Aufbenerung der Gehälter der Reich-beamteo.
Nach der „Wln. Vvlksztg." gilt es an maßgebenden Stellen als selbstverständlich, daß die Erhöhung der Beamtenbesoldung sich nicht nur auf die Zivilbeamten erstrecken muß, sondern daß sie auch mit einer entsprechenden Ausbesserung der Bezüge der Unteroffiziere Leutnants, Oberleutnants und Hauptleute verbunden sein müsse. Diesbezügliche Vorschläge seien in der Ausarbeitung begriffen und wurden mit den üblichen Beamtenbesoldungsvorlagen dem Reichstage zugehen. Wie dem „Lok.-Anz" mitgeteitt wird, sind die Kosten für die allgemeine Ausbesserung der Gehälter der Reichsbeamten auf über 60 Millionen Mark jährlich veranschlagt.
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Tas Reichsbranntweinmonopol.
Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Das „Bert. Tagebl." bringt in seiner Morgenausgabe vom 1. November die Angabe, daß seitens des Reiches ettva 1000 Millionen Mark zur Einführung eines Reichsbranntwein-Monopols erjorderlich seien. Diese Angabe steht in keiner Weise mit den Grundzügen im Einklänge, von denen man im Neichsschatzarnte bei den Erwägungen ausgegangen ist, wie etwa wohl die Grundlagen für ein Reichsbranntwein- Monopol zu gestalten sein möchten, wenn man genötigt sein sollte, der Frage seiner Einführung näherzutreten. Nach jenen Grundzügen könnten Aufwendungen in einer jo maßlos übertriebenen Höhe niemals in Frage kommen.
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Zentrum vud Regierung in Bayer«.
Tie jüngst im bayerischen Landtage gehaltene Rede des Zentrumssührers Dr. v. Daller, die der Regierung zum Bewußtsein bringen sollte, daß das Zentrum im Landtag die Majorität besitzt und Trumpf ist, hat die Regierung dazu veranlaßt, amtlich in Erinnerung zu bringen, daß das königliche Genehmigungsrecht für die Verkündigung der Erlasse der kirchlichen Oberbehörden, auch des Pap st es in Zukunft straffer gehandhabt werden soll. Ueber diese Ankündigung herrscht int Zentrum große Ausregnng. Dr. von Laller droht dem Ministerium, daß die Geduld des Zentrums zu Ende sei. Er will die Angelegenheit im Landtage, in dem das Zentrum die Majorität besitzt, zum Austrag bringen.
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Interessante Wahlen.
Tie am Freitag in ganz England und Wales abge- haltenen jährlichen Wahlen zu den Vezirks- caten erregten diesmal besonderes Interesse, weil zum erstenmal gemäß der in der vorigen Session angenommenen Frauenberechtigungs-Akte Frauen als Kandidatinnen aufgestellt waren. Im ganzen betraten jedoch nur siebzehn Frauen die Arena. Von diesen wurden vier zu Rätinnen gewählt. Die Wahlen wiesen wie die letzten Londoner Gcafschaftsratswahlen eine starke Reaktionswoge auf. Nach den bisherigen Resultaten errangen die Konservativen 121, die Liberalen 22, die Arbeiterpartei und die Sozialisten 26 und die unabhängige Arbeiterpartei 3 Sitze. Die von den Konservativen als Gegenschlag gegen die liberale Antilords-Kampagne in Szene gesetzte Anti-
fozralistenagitatwn hatte ihre Wirkung nicht verfehlt Die unronistlfchen Blätter triumphieren hierüber und bemühen >ich, die Wahlen als einen Prüfstein für die nächsten Parla- mentswahlen hinzustellen. *
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Aufruhr in Italien.
In Torre Maggiore ist ein Aufruhr ausgebrochen Dauern erstürmten die Stadt und plünderten sie, nachdem sie zahlreiche andere Gewalttätigkeiten verübt hatten. Eine Abteilung Gendarmen, die zur Verstärkung der Ortspolizei herangezogen worden war, ging mit blanker Waffe vor um srch einen Weg durch die Demonstranten zu bahnen, sie wurde jedoch zurückgedrängt und der Kommandant erhielt erne erhebliche Verletzung am Kopfe. Die Gendarmen gaben hierauf eine blinde Salve ab, worauf die Menge sich zurückzog und einige Verhaftungen vorgenommen werden konnten. Als die Verhafteten ins Gefängnis abgeführt werden sollten, versuchte die Volksmenge die Gendarmen zu überwältigen und ihre Kameraden zu befreien. Es entspann sich ein blutiger Kampf, wobei eine Anzahl der Ausrührer und der Gendarmen verletzt wurden.
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Ein neues Marokloabkommen.
Dem Madrider „Liberal" zufolge werde die Unterredung des Königs Eduard mit dem deutschen Kaisern ndKönigAlfons in England eine größere Tragweite haben als die jüngst stattgehabte Unterredung zwischen dem spanischen und dem französischen Minister des Aeußeren. Ter Plan König Eduards gehe nämlich dahin, im Einvernehmen mit der französischen Negierung zwischen den vier genannten Mächten ein Abkommen zu erzielen, das eine Abänderung der bisher in Maro kkoversolgtenPolitik bezweckt.
Deutsches Reich.
Berlin, 3. Nov. Der Kaiser Hai dem englischen Major Elliot von der Kappolizei, der die Verfolgung des Hottentottenführers Jakob Morenga erfolgreich durchgejührt hat, den Königlichen Kronenorden 2. Kl. mit Schwertern verliehen.
— In der Briefdiebstahlssache des Deutschen Flottenvereins ist der Beschuldigte, der Registrator O s k a r Ja nke, aus Antrag des Staatsanwalts durch die Strafkammer des Landgerichts I außer Verfolgung gefetzt worden.
— Unterstaatssekretär v. Lindequist ist aus Deutsch- -Südwestajrika zurüügekehrt und in Berlin eingetrossen.
— Bei der vor einigen Tagen anläßlich des unangemeldeten Vortrages eines russischen Gelehrten vorgenommenen Verhaftung und Ausweisung von acht Russen sind Schriftstücke beschlagnahmt woroen, die der Polizei zur Verfolgung einer gewissen Spur äußerst wichtig sind. Es wurden daraufhin gestern weitere zwei Russen aus Deutschland ausgewresen; heute früh wurde ein Pole aus dem Bett heraus verhaftet, und aus zwei aus Breslau signalisierte Anarchisten wird gefahndet.
Halle, 2. Nov. Der frühere langjährige Kurator der UniversitätHalle, seinerzeit Mitglied des Frankfurter Parlaments, D. Wilhelm Schrader, ist heute mittag im Alter von 91 Jahren gestorben.
Straßburg i. E., 2. Nov. Der Landesausschuß für El jaß-Lothringen hat das Ruhegehalt des bisherigen Statthalters Fürsten Hohenlohe- Langenburg auf 24 000 Mark jährlich festgesetzt.
Rußland.
c Jß ’qüf1 * * *' 3' S^QC$ &en Vorliegenden Meldungen smd 39o Duma ab geordnete gewählt, davon gehören 189 zur Rechten und zu den Monarchisten, 113 sind Oktobrrsten und Gemäßigte, 4 Mitglieder der Partei der srredlichen Erneuerung, 33 Kadetten, 14 polnische Nationalisten, 6 Mohammedaner, 10 Sozialdemokraten 24 ae- horen zur Linken und zwei sind Wilde. Unter den'Gewühl- ten beimdet sich auch der PräsDent der zweiten Duma Golowrn. Zu wühlen sind noch 47 Abgevronete
Blättermeldungen zufolge hat die Regierung die rur Einbringung in die Duma bestimmte Gesetzesvorlage über die Juden bereits fertiggestclvt. Das Projekt gewährt den Juden keine Erleichterungen außer einigen Zugeständnissen in Bezug auf die Freizügigkeit im Nieoerlasjungsgebiec und auf das Wohnrecht außerhalb des Niederlassungsgebiets sowie bctr. den Zutritt ui den Hoch- und Mittelschulen.
Riga, 3. Nov. Dcr oeutsck-e Reichsan gehörige Johann Johannsen wurde wegen Beteiligung an Mord- und Raubtaten vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Das Urteil ist bereits bestätigt.
JekaterinoSlaw, 2. Nov. 6 Räuber brachten bei der Station TfchapUno einen Perjoncnzug zum Stehen und raubten einem in dem Zuge befindlichen rmisenboten einer Batik 26 000 Rubel.
Wladiwostok, 2. Nov. Es ist festgestellt, daß durch die Geschütze des Torpedobootszerstörers, dessen Besatzung gemeutert hat, acht Perfvnen verwundet wurden. Eiiiige Gebäude, von denen drei Regierungogcbäude find, sind leicht beschädigt worden. Mehrere Gejchoste explodierten in der Nähe einer Kirche, in der gerade Gottesdienst abgehalten wurde, sowie im Hofe des Hauses des Gouverneurs.
Heljingiors, 2. Nov. Die Session des Landtages ist durch einen vom Generalgouverneur verlesenen lästerlichen Ukas geschlossen worden.
Ausland.
Wien, 3. Nov. Der i, e r Franz Jo se f wird von den Aerzten als vollständig genesen erklärt; von der Abficht, den Kaiser zur Erholung in ein südliches Klima zu schicken, wurde Abstand genommen.
Salzburg, 3. Nov. Nachdem sich das Befinden des Großherzogs von Toskana bedeutend gebessert und die Bronchitis bis auf einen geringen Husten überwunden ist, wird die Ausgabe von Bulletins eingestellt.
Rom, 3. Nov. Mittels päpstlichen Dekrets werden alle Bischöfe der Welt angewiesen, alle jene Priester, die sich der modernistischen Bewegung an geschloffen haben, als außerhalb der Kirche stehend zu betrachten, und gegen sie die entsprechenden Maßregeln zu treffen.
Paris, 3. Nov. Der über Vorgänge im Vatikan meist gut unterrichtete Eclair meldet zum Befinden des Papstes, daß dessen Beine geschwollen seien und seine Herztätigkeit viel zu wünschen übrig lasje.
— Samstag abend sand in Paris ein russisches Meeting statt, dem etwa 1500 Personen beiwohnten. Mehrere russische Redner hielten Ansprachen, in denen an die Ereignisse vom Oktober 1905 erinüert wurde.
— Aus Toulon wird berjchtet, daß eine von^ der Militärbehörde auf offener See errichtete Signalstation seit letzten Dienstag spurlos verschwunden sei. Alle bisherigen Nachforschungen sind ergebnislos gewesen.
— Wie verlautet, soll der bisherige Botschaftsrat Le- c o m t e in Berlin in gleicher Eigenschaft nach Madrid versetzt werden. _____________________
den Abend.
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Aießener Konzertverein.
Erster Orchesterabend.
Das zweite Konzert des Gießener Konzertvereins am gestrigen Sonntag im Neuen Stadttheater statt. Akustik war ausgezeichnet, und so hat sich denn das haus auch für Konzerte als sehr geeignet gezeigt.
Der erste Teil des gestrigen Programms war dem
- Eine „Nora*-Ausführung mit Hindernissen. Ru ebenso peinlichen wie erregten Kundgebungen und Ansprachen tarn es aus Anlaß der Erstausführung von 3b| enä Nora' im „Kleinen Theater" in Berlin, die Larnstag abend mit ,3rnu Agnes Sorrna in Szene ging. Tie Beramtallung war mit dem Tert von Schleuther-Elias angekündigt worden. Bekanntlich hat Frau Soimia die Nora säst sechshundert Mal in der Ueber- traaung W. Langes gespielt; diese Ucberlragung aber ist Eigentum eines änderen Berliner Bühnenleiters, der ihre Benutzung (wie der Regisseur bei Beginn der Vorstellung mittcilte) durch euren eben erwirkten Gerichtsbeschluß untersagt hatte. In der ersten Sessel- ,eche halten nun zwei Herren Platz genommen die den von tfrciu Sorrna gesprochenen Text stenographisch zu Papier brachten, em Verfahren, das der schiver gereizten Kunstlerrn schließlich Wein- tränrpse und OhnnrachtSanfälle verursachte. ES folgte (bet Beginn öc4 zweiten Aktes) wiederum eine Ansprache deS Regisseurs, der dem Publikum von dem unliebsamen Vorkommnis Wlitleilung machte, worauf Direktor BarnowSkl unter der stürmischen Zustimmung deS entrüsteten Publikums von seinem Hausrechle Gebrauch machte und die beiden ungebetenen Gäste entfernen ließ. Ein weiteres Mißgeschick ivollte, daß Frau Grünrng, die Vertreterin der Linde, in zwölfter Stunde absagle; ein Ersatz war nicht zu beschaffen und es mußte die recht erhebliche Rolle aus dem Buche vorgelesen werden.
Lachtins des kürzlich verstorbenen großen Gcigenkünstlers Joachim gewidmet, und man hatte als erste Programmntimmer ’ine eigene Komposition des toten Meisters erwählt. Als 'Komponist ist Josef Joachim wenig bekannt gewesen und groß st die Zahl seiner Kompositionen auch nicht. Man mag das Bebauern, denn ein Werk wie die gestern gespielte Kleist- Diiuerture verdient es wahrlich nicht, vergessen zu werden. Die Kompositlon ist Ende der 70er Jahre entstanden und verrät viel von der Kampsesstimmung gegen die herrschende Richtung in der Musik dieser Zeit. Diese Musik verbindet Mendelssohusche Innigkeit mit Schumannscher Tiefe und örahrnsscher Größe. Das Hauptthema klingt edel und eigen- rrtig. Von ganz außerordentlicher Zartheit und Schönheit ft namentlich das Pianissimo beim meno allegro.
Dem Andenken Joachims war auch die nächste Nummer )efi Programms gewidmet, ein Konzertstück in A-moll für Violoncell und Orchester von H. Zi lcher. Das Stück erlebte ramit hier in Gießen feine Uraufführung und fanb reuten Beifan. Es mutet zunächst wie eine flavische Welse, voll Schwermut iind Trauer an, und das Thema ist 3um Teil echt hübsch durchgesührt. Recht originell stellt sich dabet vor lüern das Violoncell zum Orchester. , Herr Jo ha n nes
5 e g a r zeigte sich in diesem Konzertstück als oo en e er Reister seines Instruments. OT) .r. .
Der übrige Teil des Konzertes brachte nur alte Meister. 3°ch, Haydn, Liozart, Beethoven,, Weber und Schubert, auch )ierin dokumentierte sich also eine sinnige Ehrung für ) ' i bet mancher Zuhörer wird es vielleicht doch be au er ' '
>aß man nicht auch Schumann und Brahms m dieses Konzert- Jtogramm ausgenommen hatte. Was diese ei en ür Joachim gewesen sind, braucht wohl mch ers J rwähnt zu werden. Aber es mag wohl bei der Zusammen-
ütn üuiwiuu; ijbuu^ii, mir erlesene Kunst zu geben. Also man Darf an die Iahres-Ausstellungen von vornherein nicht denselben l)vhen Maßstab legen, wie an die „Bund"-Revnm. ES muß schon genügen, wenn nicht das Niveau zu tief l-erabgeschraubt wird. Und da muß man zngeben, daß ixe Jury diesmal sehr kritisch ihres Amtes 'gewaltet hat. Es sind nur sehr wenige; Bilder da, von denen man sagen muß, sie hätten besser ganz gefehlt. Frellich ist anch die Zahl der hochwertigen Werte ftTajt groß, aber immerhin kann das erfreuliche Ergebnis festgestellt werden, daß das Durchschnitts-Niveau höher ist als in dm letzten Jahren. Die Zahl der Bilder ist erfreulicherweise geringer als sonst Tie Aufhängung ist nach dem mooernen Grundsatz erfolgt, daß die Wände nicht bis auf den letzten Platz vollgehängt werden Eigentliche Clous sind nicht vorhanden, aber die Werke, die z. B. Steinhaufen, Brutt, Böhlc, Altheim, Piepho, Ggerftärjci, Burnitz d. I., Wucherer, Grötz, Wcsco gesandt haben, ;when doch aus einem bemerkensivert hohen Niveau. Die Ausstellung kann sich gettost sehen lassen. — Aufmerksam machen mochten wir die Kunstfreunde auch auf die schöne und reiche Ausstellung des französischen Blunvenmalers F a n t i n - L a t o u r, die in Schneiders Kunstsalon heute eröffnet ist. Sie enthält Werke von delikatestem Reiz und die Lithographien zu Wagners „Nibelungen smd auch kulturgeschichtlich als erste Apostel für Wagners Eindringen in Frankreich von hohem Wert. _ o
ä)T. y/. o-
Als Sängerin war für dieses Konzert eine ganz hervorragende Kraft gewonnen: Frau Hedwig Schacko; die Dame verfügt über einen so vortrefflich geschulten Sopran, wie man ihn bei Opernsängerinnen fast nur ganz selten findet. Dazu gesellt sich auch noch em vollendeter Vortrag. Das zeigte sich vor allem in Schuberts „Hirt auf dem Felsen^ und Webers „Heimlicher Liebe Pein'. Als Zugabe sang Frau Schacko Hildachs reizvolles Liedchen: „Diein Kindchen, wach auf, der Frühling ist da!" Die Begleitung am Klavier hatte Herr Prof. Trautmann übernommen.
Der dritte Solist des Abends, Herr Kapellmeister Louis Reich, erntete mit seinem Violinspiel in dem Beethoven'jchcn Konzert in D-dar ebenfalls vielen Beifall.
Einen stimmungsvollen Abschluß fand das Konzert mit Haydns unvergänglicher Oxford-Symphonie. Unter der temperamentvollen Leitung des Großh. Universitäts-Nlufikdirektors, Herrn Prof. Trautmann, bot die verstärkte Symphonie- Kapelle des Zoologischen Gartens aus Frankfurt a. M. namentlich mit der Aufführung dieser Symphonie eine ganz hervorragende Leistung.
Z. AuS Frankfurt a. M. wird uns u. d. 2. ds. Mts^ ge- sckrieoen' Heute vormittag wurde mit einer kurzen Ansprache
Irübereii Bürgermeisters Geh. Reg.-Rat Barren trapp die J^a hres'-Aus ste?lun g der Frankfurter Künstler im Kunft- nerein eröffnet. Diese Ausstellungen dienen nicht einer bj stimmten Partcirichtung, sondern die Beteiligung steht theoretisch K «Nhiftler oSn- boeb hat sich faktisch eine kleine Gruppe ron ffiinMem ausgeschlossen unt> cs ist also auch in Fmnhurt e.ne S-z-Üb-n "tstanärl Diese ireiroiffig- ausgeschiedenen und zu tinet für sich zusammcngctretenen Kanter nennen sich
Frankfurt-Kronberger Künstlerbunb. Sie werden rm J-nuar ge- wndcrr ausstcllen. Man dars nun, frechch nicht ungerecht s-u, und Mc durchweg höher inr Werte stehenden Aus^llungcn Nicht nüt den „Jahres-Ausstellungen der Frankiurter Künstler ver- alcichen denn bei diesen bringt sich itotrocnöigcriutue das Mittel- aut viel starker hervor. See sind die einzige iMegcnfcit, für viele die in FranÜurt daS Malen betreibe^ zu »ner größeren Ocssentlichkcck zu sprechen: während bic „ickund -LuSitellungen
stelluna des Programms die Erwägung maßgebend gewesen I den, Anspruch machen, fein, daß das Konzert sich nicht gar zu sehr in die Lange ^n,rnP*'51
ziehen dürfe, und das, was geboten wurde, füllte allein schon


