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4.3.1907 Erstes Blatt
 
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Montag 4. März 1907

157. Jahrgang

Erstes Blatt

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tonb echt und borur.i doll Größe. Je komplizierter eine Natur E«gelegt ist, desto bewundernswerter wird sie von der Künstlerin irgestellt. Daher ist ibre Lanye -FuLrmaun S) es-*

zmn.Ausdruck gelangen.

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b eingetrofien und fehle solche in großer wähl zu N Preisen.

ir! Miller, Msiraße 12.

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Gar mandjei: schpn hat in seiner Jugend als talentlos und Lumm gegolten, der üu reisen Älter alle ilj.n früher Borgezogenen weit hinter sich ließ und mit seinen Leistungen die Welt in Be­wunderung versehte. So ist es beim auch manchem Bühnen- Lünstler ergangen, der aus seinem ersten Engagement als talentlos entlassen, spater sich zu einem Stern erster Größe am Bühnen- himmel entwickelte. Ein Beispiel dafür ist die Bühnenlausvahn von Else Lehmann, ihr erstes Engagement am Bremer Stadt­theater wahrte nur eine Saison; als eine vermeintlich talentlos kehrte sie ins Elrernhaus zurück, und nur einem Zufall war es xu verdanken, daß sie wieder zur Bühne gelangte, dann freilich kchon nad) kurzer Zeit tun zwei erste Bühnen, das Berliner Theater und das Wallnertbeater in Berlin. Als Künstlerin aber wurde sie doch erst entdeckt, als sie in der von dec Freien Luhne veranstalteten Ausführung von Gerhart Hauptmanns Erst- lingswerkLor Sonnenaufgang" die Rolle der Helene spielre. Damals schon fand der Kritiker Fontane in der jungen Dame alle Reime ihrer großen Kunst, da es ihr gelungen, war, die nach Charakter und Erziehung wunderbar gemiiüjte Gestalt der Helene liüenswahr und beglreiflick, darzustellen. Fontane sprach in jciner Rriuk die Ansicht au», ^daß die großen Wirkungen auf der Bühne immer nur von erstWerdenden" ausgehen. Else Leh^ naidi aber ist bis jetzt eine Werdende geolieven, denn sie ist in [ebec neuen Stolle auch eine 'Neue, naiv tritt sie an jede neue Aufgabe heran. Lautere Natur ist alles, was sie bietet, jchlichr

Nr. 53

Erscheint ««glich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Lietzener Zamllteu- blättet viermal In der Woche beigelegt und zweimal wöchentlich da? Krtlsblalt für den Kreis Lietzen. Fernlprech-An- schlußl.d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51

Adr-N- für Tev-ich-n: Nolatlonrdnick und Verlag 6er vrühl'ichen Univ.,Such, und SlelndruSerei. B. tätige. Reöaftion, LrpedMon und vruckercl: 5chulstr«8e 7.

Anzeiger Gieße». ______ _______ _________

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im Ban O i, ^eradLalieGetieMito

Berlin, 2. März. Der Etat des Reichstages für 1907/08 enthält feine Repräs en tat 10ns gelber für den Präsidenten Grafen Stolberg, der ausdrücklich

gebeten hat, von der Einstellung eines solchen Postens in den Etat wenigstens für diese Session abzusehen.

Die national liberale Fraktion deS Reichs- tages hat eine Reihe weiterer Initiativanträge emgebracht. Sie verlangt u. A. Beschränkung der Arbeitszeit für jugendliche Arbeiter in Fabriken auf zehn Stunden und Verbot der Heimarbeit für diese Arbeiter, Vereinfachung des Re ichs verstch e rungöge se tzes und Erlaubnis für Lehrlingsausbildung nur an Personen zu geben, die den Meistertitel erworben haben.

Tie Budgetkommission des Reichstages ist zum 5. März einberufen worden, um die Beratung deS Reichs- Haushaltsetats zu beginnen. ______________________

GietzenerAMger

General-Anzeiger für Gberhessen

Bezugspreis: moimthcb 75 Pt., viertel» jährlich Pik. 2.20. durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pt.; durch die Post Aik.2. viertel» jährt. auSlchl Beuellg» Annahme von Anzeige« für die TageSnuniiiier bis vornutiaad 1U Uhr. Zeilenprei-. lokal 16^ aueioäilfl 2u Piermig. Lerantwor.irch Är den pohl und allgem. Teil: P. Witiko: iür ,Sladt und stand' und -tocncbteiüal*. Ernst Heß, iür den An- zeigenleil: Hans Beck

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-GS sich dieletih« bei W d'Ä cheres Lw-

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J.m neuen Theater zu Leipzig Jpielte Herr Georg Kothe vom kgl. Theater in Kassel als Gast auf Engagement ten Dottor Martens in FuldasJugenbsreunden". Eine sym­pathische Ersck)einung unb ein syrntethnches Spiel, das ,ino, so schreibt der Rezement desL. die Vorzüge Herrn Koth.'s. Wenn sich das Leipziger Stadtthealer mit einem annehmbaren Durchschmlt zusricten gibt, könnte das Engagement des Herrn Kothe näher erwogen luerben, wenn höhere Amvrüche gemackst

ivcrten, mag die Direktion sich um ermü-astere wanbibaten be­mühen In einem anderen Leipziger Blatte heißt es: Herr- Georg Kvthe enttäuschte. Es läßt sich nicht verhehlen, der Geist ,iel in unserrn Lust,vielememble nicht vorteilha,t am. Was er zu bieten hat, ist diese Wischiwaschisck-auspielerec, die mit ihren Aufgaben schnell fertig ist; man verläßt sich auf den gewinnenden Eindruck der von ter Natur geschenkten Bühnenersä)einung, be- ileißigt sich ter allzeit vorrätigen üblichen Schwankiustigkeit unb Schwcmkhcrzlichkeit und stellt in dem einen Stück dieselbe Leistung hin wie in tem anbem, ohne viel nach tem speziellen Gehalt des Werks ober nach ten Besonberheiten ter nachzuzeichnenden Person zu fragen: es entstehen diese üblichen netten Herren, die sich zum Verzweifeln ahmich sehen, mögen sie nun LöwemägLr fein oter mit Meinungen oder mit Süd,rächten handeln. Diele Leistungen, die am sichersten das Interesse |ür sästtuspielerische Darbietungen abschwüclM. Bei Herrn Kothe kommt hinzu, daß sein Lrgan wenig ergiebig ist unb mit ter Monotonie ter Am- mssmig harmoniert.

s ch e l" eine so grandiose Sckwpfung. Sie gibt ihr etwas dumpf- dämonisches unb doch wieder so viele helle Lichter, daß diese Gestalt allen die sie sahen, unvergeßlich ist. Meisterlich ist da ihr Doppelspiel, das Verstecken der Brutalität die',es Wesens unb bann wieder das volle Ausströmenlasfen des zügellosen Tempe­raments. Wie in dieser tüchtigen, fleißigen Magd eine rücksichts- lose Herrschernaiur steckt, d'as bringt sie wie eine Offenbarung heraus, wenn sie am Schlüsse des zweiten Akts triumphierend ausruft:Ich wer's Euch zeigen, paßt einal auf!" Als Else Lehniann in dem auch in Gießen bekannten SeestückDie Hoff­nung aus Segen" am Deutschen Theater die Rolle der Jo zum erstenmal gespielt hatte, da hieß es in der Berliner Kritik ein­stimmig, daß etwas so Schlichtes und zugleich Ergreisendes kaum je von einer Frau auf der Bühne geboten worden sei. Von dieser Jo in ihrer gesunden frischen Mädchenhaftigkeit ging es aus, wie ein erfrischender Meeres hauch, in jedem Zug war sie echt, lachende Lebenslust in den funkelnden Augen. Aber wie sie dann schließlich in ihrer Verzweiflung vor der Mutter ihres toten Bräuti­gams zusammenbrach, unb ihr leidemchaftlicher Schmerz das ein­tönige Beten der Alten übertönte, das hat zu den größten Schöps- ungen unb Offenbarungen ter Schauspielkunst gezählt.

Else Lehmann kommt am Donnerstag nicht allein zu uns, sondern in Begleitung von R u d o l f R i 11 n e r, des unvergleich­lichen Darsteuers des Fuhrmann Henschel, der bicie Rolle ge­schaffen hat, wie die Lchi..cmu diejenige der Hanne. Büttner schöpft alle seine Rollen aus der Tiefe des Gemüts, und wie er in erregten Szenen mit stahlhcllem Organ unb kraftvoller Geste die Situation beherrscht, so läßt er auch alle weiche« Regungen voll

Schließung der Schulen ab. Den Lehrern ist uu allgcmeiunt ihre loyale zuverlässige Haltung nachzurühmen. Streikende Kinder mußten nachsitzen. Die Regierung legt Wort daraus, daß im Religionsunterricht keine Züchtigung vorfalle. In der Diözese Posen streikten 48 000 Kinder; ihre Zahl mar aur 23. Februar auf 29 125 verringert. Die Verwaltung hofft, des Streiks allmählich Herr zu werden, eventuell muß zu schärferen Maßregeln gegriffen werden. Man Iw Gymnasiasten, Seminaristen und Präparanden aus den Streikfamilien relegiert. Die Regierung kann sich vor der terrorlsilschen Art, mit der der Streik in Szene gesetzt wurde, nicht beugen und solange der Streik dauert, keine Konzessionen machen. Von autoritativer katholischer Seite wurde der Streik alö durchaus unpädagogijch be­zeichnet.

Ein Zentrumsredner betonte, die katholische Kirche wolle nur, daß die Kinder den Unterricht auch mit dem Herzen erfassen, daher muffe von Fall zu Fall^entschieden iverden. Tos Tridentinum spreche nicht von Schulen int jetzigen Sinne. Der Streik sei pädagogisch beklagenswert und müsse mit allen Mitteln der Schuldisziplni bekämpft werden.

AolorUalpost.

Berlin, 2. Minz. Als Ergänzung der Erläuterungen zilm Kolonialnachtragsetat ging dem Reichstage eine Mit- teilung des Reichskanzlers über den am 27. November 1906 zwischen der Kolomaloerwaltung und der Firma TippelS- tirch abgeschlossenen Vertrag zu. Dieser ist das Ergebnis der Verhandlungen, welche wegen der Lösung des früheren Vertragsverhältnisses infolge der ReichStagsrefolution vom 4. April 1906 und schon vorher auf Grund der Budget- kommijsionserärterungen geführt wurden. Der neue Vertrag bestimmt u. a., daß der Vertrag vom 22. und 27. Juli 1903 zum 31. März 1907 aufgelöst wird und die Firma eine Vergütung für die vorzeitige Austöjung nicht erhält. Der Vertrag setzt fest, daß nur noch bestimmte Bestellungen für Südwestafrlka biS zum 31. März 1907 auszuführen sind. Außerdem verpflichtet sich das Oberkommando der SchutztriAMen, die vorhandenen Halbfabrikate und Materia- heu, so well sie in abnahmefähiger Qualität und die Bestände den seinerzeitigen Bestellungen angenommen seien, gegen Bar- ersatz der Selbstkosten zu übernehmen. Die Firma er­mäßigt die angefochtenen Rechnungen, deren Richtigkeit bisher nicht erwiesen ist, um 20 000 Mark. TaS Oberkommando der Schutztruppen übernimmt die Verwaltung der Kriegs- und Heimats­kammern in den bisherigen Räunien gegen eine Jahres­miete von 32 650 Mark. Der Mietsoertrag gilt vom 1. April 1907 bis zum 31. März 1912. Die Mitteilung betont, daß der Raumbedarf der großen Lagerverwaltung schwerlich günstiger sicherzustellen sei.

Ter VerwaltungSrat der Siedelungsgesell- schaft für Deutsch-Südwesta frika veröffentlicht eine Denkschrift, an deren Schluffe die Liquidation angekündigt wird, weil das Fortbestehen der Gesellschaft in ihrer bis­herigen Formmit ihrer Würde unvereinbar* sei.

Hamburg, 3. März. Bei dem gelingen alljährlich wiederkehlenden Liebesmahl deS ostasiatlschen Vereins war Kolonialdirektor Dernbürg als Gast anwesend und hielt eine Ansprache. Er erklärte, gern akzeptiere er den gegen ihn gerichteten Vorwurf, er sei ein mit Phantasie begabter Mann; denn ohne Phantasie könne kein kaufmännisches Unternehmen ins Werk gesetzt werden und gedeihen. Em Kausmann müsse dann am Ende des Jahres zeigen, was die Inventur ergebe und was er geleistet habe. Er lebe nicht in einer papieinen Welt, wo man mit Zeitungs­ausschnitten operieren könne. Ohne Optimismus könne kein : Kaufmann ein Geschäft betreiben. In dem Sinne bekenne er sich als Optimist für die Zukunft des deutschen Vater- , landes. Er wolle die im Volke entstandene Bewegung zu- > gunslen der Kolonialpolilik auch ferner pflegen und bat die : Kaufmannschaft, ihn in seinen Bestrebungen zu unterstützen.

Der Flotteuvercin, der Briefdiebstahl und die Wahlen.

Berlin, 3. März.

Die Morgenblätter veröffentlichen eine längere Erklärung der Präsidialgeschästsstelle des deutschen Flottenvereins und seiner Zweigstellen, in der es heißt: Seit mehreren Jahren seien zivei Brüder Oskar und Erich Janke als Registratur- und HülfSbeamte angestellt gewesen. Erich sei Ende 1906 ausgetreten, Oskar geblieben. Als der Briefdiebstahl entdeckt war, zeigte sich Oskar Janke derart betroffen, daß ihm die Tat aus den Kopf zugejagt wurde; er entfeinte sich alsbald vom Bureau und erschien nicht wieder. Tie Ermittelungen ergaben, daß von den unter Oskars Verwahrung stehenden Briefen mehrere entwendet worden sind. Andere Perfonen foumicn als Täter nicht in Betracht. Die Erllärung führt weitere Verdachts>uoinente auf und fährt fort:

Als in dem Strawersahieu O. Jauke's Vernehmung erfolgen sollte, stetste eS sich heraus, daß er inzwischen im k a i h o l i f ch e u Sank Joseph-Institut z u M a 11 e b r ü g g e bei G e n t unlergebrachl war. Semen während seuier Stellung statt- gehabten G l a u b e n 0 io e d) i e t verheimlichte er, auch aiü Be­fragen. Em am Tage nach der Entdellung des Diebstahls in Icmke'S Gegenwart flatigehabies Gespräch wurde dein ,Bayr. Kur.", lociui auch entstellt, hüuerbracht. DieS kann mir direkt oder indirekt gegen ihn geschehen sein. Tas Blatt habe, sagt die Er­klärung, daher uachiveislich nod) nach dem Diebstähle mit Janke Duette ober inDirche Beziehungen unterhalten.

Der Präsident des deulfchen FlotlenvereinS, Fürst zti Salm, erläßt eine Erklärung, in der es heißt: Weder die Vereinsleitung, noch, soweit er unterrichtet sei, einer der Ver­bände habe nach der Auflösung des Reichstages Wahl­agitation getrieben. Was von Mitgliedern des Vereins, die dafür wirkten, daß eine möglichst große Zahl nationaler Kandidaten gewählt werde, während der Wahlzeit gesagt unb geschrieben wurde, sei nicht im Namen oder Austrag des Vereins geschehen, sondern sie seien, wie es ihr Recht und ihre Pflicht als Bürger sei, für ihre Ueberzeugung ein­getreten. Ter Verem als solcher habe durch das Rundschreiben des Präsidenten vom 19. Dezember v. Js. zu den Wahlen Stellung genommen und den Verbänden die Broschüren an­geboten, die von nationaler Seite zur Verfüguug gestellt warten waren. Unwahr sei es, daß der Verein konfessionelle Hetze getrieben und gegen die Satzung oder den Charakter als nicht politischer Verein verstoßen habe.

Bom politischen Schulstreik.

Berlin, 2. März.

In der gestrigen Sitzung der BudgetkomMission des Abgeordnetenhauses erklärte der Kultusminister v. Studt betreffend den polnischen Schulstreik, derselbe sei in den Diözesen Ermland und Breslau bei gelegt und in Weslpreußen in rascher Abnahme begriffen.

EZ handle sich um eine Kraftprobe der natioualpolnischen Agitation. Die Staatsregicrung faßt den Streik als eine Verletzung der Schulordnung und der Gesetze auf. DerVer- such einer friedlichen Verständigung mißglückte. Die Staats- regieruug machte von ihren Machtmitteln in angemessener und verständiger Weise Gebrauch. Leider blieben eigentlich Die Schuldigen hinter den Kulissen und die Ver­führten mußten leiden. Die StaatSregieruug sah von Radikal­mitteln wie der Befeitigung deS Religionsunterrichts und der

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Ais heutige Kummer umfaßt 10 Seiten,

Aieußisches Abgeordnetenhaus.

Berlin, 2. März.

Die zweite Beratung bet Handels- unb Gewerbeetats wird fortgel-tzt bei dem Tuet .Ti-positionsfonds für gewerbliche Unter-

Abg. Hoheisel (Ztr.) tritt für bie Aufnahme deS Stell- glonsunterrichte in den Plan der Fortbilvungs- I d) u l e n ein. . ,

In Tuet .Förderung der Rechtsbelehrung der Arbeiterk reife" sind 40 000 Mk. gefordert.

Abg o 91 r n i m (Kons.) hebt hervor, daß dieser Posten e r - Hühl werden müsse, um der Lozialdelnokratie besser enlgegen- Ireien zu tüuuen, die eS sich augelegen sein lasse, die Heinen teilte in ihrem Interesse durch Erteilung von Auskunft m Rechtsfragen zu beeinflußen. .

Hanoelvmmister Delbrück erwidert, von der Regienmg könnten nur solche AiiSkunflSsteUen unterstützt werdeii, die keiner ^arieiricylung bienten. Der Minister gibt ferner Auskunft über die in den Etat emgeslelllen Fonds.

Abg. Kindler ('reis. Bp.) dankt dem Minister für die Bereit­stellung von 15 0.0 'Dit. zur Errichtung von Handetshoch- j d) u l * * u r j e n an der Universität Königsberg.

Beim Tuetßöiöcrung der Fortentwicklung des kleingewerb- lichen G e n o j s e n s ch a U S w e s e n S" tritt Abg. Tr. E r ü g e r - fragen (freis. Bp.) für eine stärkere Unterstützung des Genossen- jchauswelens ein. c v

Der Titel wird bewilligt. Damit ist der Etat der paiidelv- und bjemerbe-Verwallung erledigt. Es folgt die Beratung der r e u ß > s ch e l» G e n o s s e n s ch a f t s k a s j e".

Abg. Hammer (Koni.) richtet scharfe Angriffe gegen den Abg Eisiger. Tie Preußenkaffe solle Attllioncn verpulvert haben? Ja, für die Schultze-Delitzsd)en Geuosjeuschafieu seien die 'Millionen veraiivgaat worden.

Abg. Tr. F a ß b e n d e r führt au8, daß die preußische Zentral- c,enosi?ujcha!.Skas!e die Vermittelung brlven solle, zwischen dem iDhnei lüiibe unb dem großen Geldmärkte. Deshalb wird eS sid) unädjll fragen, ob das eigene Kapital dieier Kasse nid)l zu erhöhen -i, und eine zweite Frage sei die Gleid)slelluiig der Preußischen ZelUral-Genofferrjdiastskasje nut der Seehandtting. Nedner gehl weiter aus die Besserstellung der 'Beamten Der Preußischen Zeniral- Genosseiijchaslskasie cm; notivcndig sei auch der Erlaß eines Sd)cck- Qc^y cd.

Finanzminister Freiherr von Rheinbaben erklärt, daß die Prcup^iikasfe einen Umsatz von 12 'Milliarden gehabt habe. Gegen- iibcv einem ReichsbaniDiskont von 7 Proz. iverbe man nn Durch- schnitt an 4 Proz. feithaltcn können zum Nutzen der Laudwirtscha t. Eie Frage der Erhöhung des Kapitals oer Preußenbank sei im engeren unb weiteren Ausschuß sehr ernst erwogen worden. Eine schieDliche, siiedliche Teilung zwisdieii Landsd)auen unb Genossen- schaftcn jci nötig. Mit einem bestimmten Plan könne er noch nicht üinrctcu. Wir werden jebenlalls versudien, einen Weg zu sinden, ani Dein die Preußeiikasse den landwirischasllichen und anderen tzcnossenschaiicn Helsen könne.

Abg. Tr. E r ü g e r - fragen (kreis. 93p.) erklärt, daß Vammer " -hanpiungcu auigestellt habe, ohne sie zu beweisen. In den Grimd- gen bei Preußenkasse sehe er eine Konzentration der Genoßen- "'aiiSkasscn. T>e 5ionzeiuration des Kredttvertchrs ersd)eiue ihm 'on deshalb bebenfhd), iveil babuid) der Einfluß des Staates -eslärkt, die Bewegungsfreiheit gehemmt werde. Bei einer Erhöhung es GimidlapiialS ivürde die Preußische Zcnlral-Genoßenjchaus-- a|je nicht wißen, was sie mit dem Gelds machen solle. Oledner .ragt, ivie es mit dem Berhällnis des Bundes der Land- wirte zur Prcußenkafie stehe. Weiler kritisiert Redner das Bcr- bäUnis der Kasse zur Mildizentrale.

Piasident der Preußiichcn Zentral-Genossenschastskaße Hey- l i g e n st a d t erwiderl, Dqb der Zeniial-Genoßenschaiiskasje aus ihrer fralumg in diesem sialle fein Vorwurf gemacht werdeu körnte. Tie Erkundigungen, die er emgezogeu hatte, konnten sid) nur darauf 6eid)iänfcn, ob eine Gefahr für die Kasse vorliege. Ten kleinen Kaufleuten könne die Zeniral-GenoßenschaUSkasse nur helfen, wenn sie sich zu den ertorteilidieit Organisationen zusainineiigeschtoßen hätten. Alle Herren, Die die Sache kennen, würden besiängeu, daß die Zcnlralkasje nur in die Tätigkeit unb Selbständigkeit der einzelnen Geiioß'cnsd)aslcn emgegrisien habe. Auf die Tidkonipolitik der Reichsbank hat die Geiwssenschaslskasie keinerlei Einfluß geübt. Tie Transaktioucn, die die Kasse mit Hülfe der Reichs baut in biescm Jahre gemacht habe, unier)d)eiben sich in nichts von den Geschälten, die die Zciural-Genosjeuscha|tskasje auch sonst mit der Reld)sbank maditc.

fricrmti vertagt sich das Haus.