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4.2.1907 Zweites Blatt
 
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UtZontnii 4. Februar 1UO7

Zweitcö Blatt

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Äotaiionfbrucf und Verlag der Bcühl'lchea Umuerfnäc« - Vach- und SteinbrudcreL 9L Lange, ©teyen.

Erlchetnl kägkich mll Au-nahme der Sonntagi.

tieElttzener ZamlUendlSIter" werden dem Anzeiger^ viermal wöchcmlich beigelegt, bai '.Krthblatt für bte Kreis Sieben zweimal wöchentlich. Terhessische Landwirt" erscheint monatlich euuixaL

fltebnrtion, (Jjpebirion und Druckerei: Schul.

flraue 7. Expedition tuib Verlag:

Dköafi lotve^wlia. Tel.-ADcaAuzetger^ieben.

Nr. 29

Eigener Anzeiger

General-Anzeiger für Ooerhejjen

Kor der £>lia,wuQl.

Öieöen, 2. Februar.

Cs ist uns heute auS Stadt und Land zur Wohl- bewegung eine ganz enorme Fülle von Zitschnsten -ngegangen, oon Denen wir nur den oUettlcinfien Teil zum Abdruck bangen lönnen. Die Zahl der Zitschnflcn reichte auS, unser Setzerpersoual ea. 8 Tage lang zu deschäsligen. Wir können nur die nnl in aller Frühe heule vorliegenden Artikel ver- zffeiulichen.

Dl o n schreibt und: Sine der mcrkwürdigslen Ltschei- nunflen m dein gegriiiväiltgcn Wahlkarnpi i|l das Bei hallen Der Co a i o 18e in o 11 a 11 e bezrn. ihrer hicirgen Vetlreter uud Führer gegen über den zur Stichwahl Uelieudcu beioen KanoiDoien Heyttgeu- fiflcöi (liberal) und Möl)lcr (Aiitlierntt und Bauernbund). T.e h enqe lozialdeuwtraliiche ParieUeuung proklamiert .Wahieilltzal- tung-, nm andern Worten, sie will dem icndionäien llbijiei zum tieg verhel'cu. Wie anders m anderen Wahllieijeu unierev tngcien 'Lateilandes z. B. in Diainzl Tort haben die Rational- liberalen und z>var au' Veranlassung der hiengeu ihUionnUibeialen iaviei ,W a h l i r e i h e i t" pioCmnueii uud somit uiDueli die U211Ceuuabl uon Tr. Tavid unlerU ü tz l. Und gar m Worms, wo Herr von Hehl (9U.) mit liebel (Z.) zur Suchivahl nein, haben bte cozialdeiuolraien .Wahl reiheil" piollanuevi. Hier ui o)ieuen aber, wo cs gili einen nut viel Alühe für die Liberalen errungenen WaiilkieiS z» hallen, wollen sie duich ihre Llellungnahine dem iiniiiemuen Konter inner Ilmiiändeu zum Sieg verheueu. Ta-c krllare fiel», wer tau»! Tie emslußi eichen sozmldemolralilchen ß üln ec Sl r n in m uud Cibifl, Mitglieder des hiesigen Siadt- vori-andes, sollten m letzter Stunde doch noch ü: i n 11 a> t üben imO sich bei ihre u Mitbürgern nicht un mögt ich in a ch e n. T te Politik Icheidel nun doch in der Stichwahl lur du Logaldemokraten au» uiw es yaudelt sich für sie einzig und allem um Die Deuouen. ,

Am 5. Feoniar, dem Tag der Stichwahl, Hal Jeder einerlei welchem Stande, welchem Betuie, ivetaicr politischen Partei er fluncijüii zu emschcideu zwgchen unieiem hochoerDiemen Diu- uu.ti XK Ve gl ig en|iaebl und dem tiüyeien illuigeirneisier Kühler in Langsdon.

linier Der Führer der Hess. Zentrumspartei, Herr Julttzral Dr. Schniill inÜAainz, schreibt uns heute folgendes:

(Lelegentllch einer am 2. b. Ml«, abgehallenen Wähleroer samm- fiiiifl bei ^e n Itu in spartet au der über Hunr- Wähler aller biicqerltcben Parteien teilnahmeir, war auch Der leuhenge national- l.berate Aeichstagsabg. lur Lsieubach, ll e. B e ck e r - S p r e n d- 11 n gen, eilchieneu, um als Pertreier der nauoiiailibeiaicii Partei Dao ü in treten aller liberalen Wähler iür denZen- t r u m s a b g. Al a 11 h a u gegenüber dem Sozialdemo­kraten l)r. Tavtd eingehend uud warm zu bennworteu. Vb'* i.ntlich beherzigen dieses Uuitieien Der äiaiuuiallibciaten in 'Ilam; I.n ras Zentrum auch alle v e r st a u d t g e n tatholtscheu l-tzahler 3 Dice Wah 1 kieiie » und geben ebemo am d. |j c b r ti a r ihre Stimme n dem dortige n n a tionat- liberalen Abgeordneten, der vielleicht nicht so Piel redet wie Hcir Kohler, aber ictncit Wahlkreis luenifllien» durch regelmäßige Unw.'ieirheit un RetchSiag au.r) wirklich ueitiui 1 Schon wühreuo seiner ebemo ruhig ipie ».berzengeud gehaltenen Rede, in der er, ohenbar sehr zum Unbehagen einiger auivejenDen Soziaideniorralcn, die Tätigkeit dieser Partei einer vern.chtenden Htuil uliterzog, iviube ,>r. hecier durch ZiPlschenrii'e unterbrochen. Als er aber (mit b ichr wollte er bereu» wieder in Hanau sprechen) noch vor Schluß der Periamnrtung den Saal verlieg, um sich zur Bahn zu bcgeucn. ivniDe er öraiibcn nicht nur beschimpft n n o verhohnt, Ioniern man v e v i u et) t e sogar, ihn am B e ,t e t g e n des sagens der elektrischen S l r a u e n b a 1) n zu hindern, fuDou die Polizei genötigt war, eiuzugreueli und den ycun zu schiiizen. Bei Der Beriaintnlnng un Saale erregte Die SlunDe biejet Heldentat starke (Lmpöruug.

Der warme Appell eines der hervorragendsten FentrutnSsührer HessetrS zu (Lunslen Heyligen. siüdlS lammt überraschend, aber man darf wohl annehmen, bnß er von den Zeuirnmtzivahlern unseres Loahlkreijes br» achlet tverden wird. Bisher laulele Die Zenlriunsparolc anders. Liber Herr Löhler hat, wie itnS heuie aus ReiS- irch e n geschrieben wird, dort in einer VersammlungamTamsiag das Zentrum ausdrücklich uon sich abge>chüllel 1. Eogar em paar schlechte i ge über das Zentr uin schienen »hm angebracht. So sagte er u. a., unserem Rcts- kirchener GewährSmanne zufolge, tn jener Versammlung, die freilich nur von hochiiens Leuten besucht war:Bisher habe er vom Papste leider noch fein (Leid bekommen, er warle aber noch Darauf, und wenn er welches erhalte, werde er den Reiskirchener ein Fest geben. Also auf einmal pa(ji dem Herrn Köhler nicht mehr die Unterstützung seiner Sian. biöQtnr mit den Geldmitteln des Zentrums, weil eS seine Wähler stutzig gemacht hat. Taisach.ich hat feine Partei zu der Hauptwahl deS Zentrums reiche Hilfe erfahren. Jetzt will das Zentrum sich indes für die natiouallib. Wahlhtlfe in Mainz den Liberalen in ganz Hessen dankbar criucijcn und scheint darum auch für unfern Wahlkreis feine bis­herige Taktik ändern zu wollen. UuS kanns recht fein.

AnS einem Torfe deS Kreises Gieszen wird uns ge- chrieben:

Tie Agitatoren KöhlerS machen Handwerkern und Geschäfts- Leuten weis, Dan sie nur von den Bauern lebten, und dennoch ihre Tuuinre eurem Herrn in der Stadt gäben; sie möchten auch in ouLuiu ihre Sachen den Herren m der Stadl verkaufen, -tu fragt man sich unwillkürlich, ja, wem pcrfauit beim der üanDioin leine Probnlle? -Loch den Siadiern, nur eine verschwindende Menge wird am Dem t'anöc verwertet. Wenn Montags abends Die Marit- Errichte un .Gieg. Anzeiger' erscheinen, ist doch Derleii'le Blick des r'cuidwirts der, uachzuichen, was ui Frautsnrt das Fetioieh kouete, oder, nut anderen Arorten gejagt, was die Städter un tau'e der Äoche zr: konsumiereii beabilchtigcn. Lb:r'ohl also der euiDtci ^er Hauptabnehmer DeS Pandwirts ist und eme Menge Äe- ivohiier des Landes ihren ganzen Verdienst in den Städten hat, ist nach Ansicht Der Köhler und öenoffen Die Stadl nicht berechtigt. Den Abgeordneten zu stellen. ,Aim) peil leben ja die Städter überhaupt nichts von der Laud- wirischau!' ries man un Slöhlertchen Lager. Ilm das zu iUuurieten, unuöen von eurem derilschsozta.eir Redner die lomischlleit Baclstich- tuätzchen erzählt. Uird Dom sind es Städter gervejen, Die b> s u \ a g e n Die Landwirtschaft auf ihren heutigen stand e ui p o r fl e o o b e n haben. Ich brauche Da nut an üe Rainen Thaer und Liebig zu erinnern.

Auch der B n n d der Landwirte i |t nicht derHelier e r Baue r n, als Den er sich auupieix, Zum Bewehe Diene loigeuDec nallr

,(iin Laudw.rt im Kreise Wieüen wollte sich einen Vengkischei' nuhivuior aulegciL iLm poudlcr ossenerte Ihm Densetbcir, tret aui Den Hol gelie ert, zrim Preise von 6d Alk. Um sich zu überzeugen, Dao er nicht ubcnoiDert sei, lieg er sich Offerten von der Pcrtains- ncUe des Bundes Der LauDwirte in ßraut'iub a. AI. konuncn. Aber man höre uud flamte, Dort stellte er sich ohne Porto und nach 'Abzug von 6 Proz. Rabatt immer noch am 69 Pik. Hub Da will sich Der B u n d Der Landwirte als Erhalter und Förderer des A.iticliianDc» hmsielleir. Es scheint eher, Dau er auf il ölten der Bauern und Des Mittelstandes feine Raffe 4 u füllen gewillt 1 (L

tz Reiskirchen, 4. Febr. Vcsicrn fand hier eine Wähler- Versammlung ber deutsch-sozialen Vereinigung statt, in der LandtagSabg. L> irschel als Agitator austrat. Ter Saal vermochte kaum die (Lrschrenenen zu sasscn. Angehörige aller Parteien, auch auS den Nachbarorken, hatten sich eingciunbai. Losort bei Erössnung dec Versammlung 23/* Uhr wurde Die Anfrage gestellt, ob freie Diskussion gestattet sei. Der Bor- sivende, der die erschienenen Gegner schon bemerkt hatte, erklärte, jawohl, 10 Minuten", Herr Hirschei müsse um 4.40 Uhr wieder wegsahrcn."

Tie Anwesenden erklärten ausS Nachdrücklichste, wenn keine Redesreiheit gewährt würde, dürje er nicht reden.

Tr. Koh- Gic&en beantragte Die Vildung eines BureauS, damit, wenn Hirfchct wirklich aoreisen wolle, Die Versammlung iveitec tagen könne. Lr gestatte sich, Beigeordneten Inders als Vorsivenden vorzuschlagen. Der Die Wahl alzeptierte und in niuflcr- gnlliger Weise Die Versammlung leitete.

Abg. Hirschel stellte in oen Vordergrund seiner AuSsühr- ungen Die persönlichen Angnsse, die sich Die liberale Partei gegen­über Den Antisemiten im Lause Des Wahlkampfes geleistet hätten, lit benagte wieder DaS alte Schrmpfinntelchcn. Köhler habe im Landtag feine Schuldigkeit getan, er werde sie daher auch ün yieidjotage tun. Kohler trete für den tieamicnftaiiD, jur Die Lehrer und Den Bauernstand auf. Seren Die Bauern kaufkräftig, so seien l4 alle übrigen Stände.

Tie Aatwnailtbcialcn seien schuld, bah noch kein geheimes direktes Wahlrecht geschaffcii wordcn sei. Diese, unter anderen chch. F-u sitz rat Zocket, auch Tr. lL>u:slLisch. hätten Dagegen gestimmt. Cr behauptete, dah Köhler sich nicht an der Bearoerlung des Bürgerucpcn Gcsepbuchs habe bctcttigen können, da er zu dieser Zcrt nicht mehr vreichSiagsabgeordnetcr gewesen sei.

Herr Jünger stellte an Hnschcl Die Frage, ob Köhler gegen Die iLntzrehung Der Arbeiter einen Antrag gestellt habe, ^rrschel verneinte die-.

Hierauf führte Tr. Katz auS:

Aus feiten Der liberalen Partei sei der Kamps stets sachlich, taktvoll geführt worden. Wie aber auf feiten der Antisemiten> Genügenden Beweis lieferte hierfür die Grostcn-Busccker Veriamm- lung am verslosjenen Freitag, insbesondere das Verhalten von Kohler unb Oberlehrer Werner, Der ihm, Redner, zugerusen habe: Halts Lkanl". Tie solgende Taljacl-e spräche Bande: Vorige Woche habe ein Mann, der sichPfälzer Bauer" scknmpse, vor ihnen in Reiskirchen geredet. Ur haoe Dargetan, wie ihm, DieDner, erzählt worDen sei, ihm als Bauer sei es bekannt, wie schwer es sei, sich Durd%uid)tagen, und schilderte die Nöten Des Landniannes, als am eigenen Leio empfunden. Ist dieses wirklich ein Bauers­mann gewesen? Nein, es war ein gewöhnlicher Kolporteucr, ein mit Geld bezahlter Agitator, der auf diese Weise einen Stimmenfang in einer zum Himmel fd/menben Weise betreibe. Beiveis liefere hierfür ja die Person des Herrn Hirschcl, Der im Wahltreis Friedberg Den G'.ascn Lriom, einen Nattonalltberalen, gegen Die natwnalsoziale Partei utuerflüßc; heute nun kämpfe oiejer selbe Hirsche! iur Die Nationalsoziaren gegen Die Natwnat- liberalen. Redner geht Dann Des näheren auf Die Absicht Der Antisemiten, Stadt und Land zu entfremden, ein. Gr weist nach. Daß Der Sah,Hat der Bauer Geld, so haben ä auch die übrigen Stände", vom uattonatökoi'.omischen Standpunkte unhaltbar sei. Welchen Nutzen zöge der Arbeiter hieraus?. Er tonne leine Verwendung bei dem Landwirte auf Dem Lande jOrden, da der Bauer seine Arbeitskrafre in Der Familie sell>st habe. Tiefe Politik sei cinjeing; man müsse allen Stänocn gerecht werden. Tics es sei Durch Die jetzige Schutzzollpolitik geschehen, auf Die Tr. Katz Des weiteren eingeht.

Köhler schimpie «ich:^u.telstandSpolitik^. Man pergleichc hierzu, führte Der ReDner aus. Das Flugblatt vom 4. Okl. IbUl Nr. 233 DesGieß. Anz.", wo Köhler u. a. Jagte, ein Bauer Dürfe sich niemals verlassen aus evangelische Pastoren, Denn sie huldigen teils den widerlichsten aller bis jetzt bekannt ge­wordenen Parteien, nicht auf Die Profesforen, denn sie leien alle übeigcschnappl, nicht auf die Handwerker, Denn sie sind z u sehr geistig beschränkt uiro. So sehe Whlcr als MittelstanDs- politiker aus.

Eine Partei, bic Rassenhaß treibt, will Ausnahmegesetze; Gcweröesreiheit unb Koalitionsfreiheit will sie besä^ränken. Aus diesen Gründen, sowie deshalb, weil eine einseitige Schutzzoll­politik ihr Hauptziel ist, könne ein Arbeiter unter leinen Um­standen Köhler seine Stimme geben.

Tie Sozichdemo'ra.iiri konnten unter keinen Umstanden für Köhler, Der ihre Existenz zu vernichten drohe, eintrelen.

Redner stellt dann fest Die Grüiwe, die das geheime direkte Wahlrecht zu Fall gebracht haben; noch: Die Natioiiollioeralen, sondern Die Antisemiten trügen Die Verschuldung, Daß es unter Den Tisch gefallen sei. Ebenso unrichtig sei auch. Daß Köhler zurzeit Der Turchberamng Des bürgerlichen GdsetzouchS nicht ün Reichstag gewesen sei. Tiefe sei bereits 1896 nach lang», lang- jähriger Arbeit abgeschlossen worDen. Nur einmal Jei Köhler rcajtiiep verhindert gewesen, den Reichstag für die zauer von 6 Wock)en zu besuchen. Tte übrige Zett von 1893 bi5 1903, 6 Woel-cn ausgeschlossen, habe er Durch Aoweienhett geglanzt.

Hierauf entgegnete Georg Jäckel an» Grünbcrg in ebenfalls sehr sachlicher Weise Herrn Hirjchel.

Ein Arbeiter forderte aiie Die, die für Heyligenstaedt zu stimmen berett seien, in ben Hou-cu: ein$Uilimmen:L>tt;1igeniraedt lebe hoch!" Ein einstimmiges erschütterndes mit Ausnahme jener 5 Begleiter HirschelS Hach erscholl.

Beigeordneter G u D e r S sühne au-, es wisse jctzt ja jeder, wen er wählen wolle. Es sei aber Pflicht, da wo deutsche Männer zusammenlommcn, auch DeS lieben Detttschen Vaterlandes zu ge* Deuten, (im Hoch auf Das Vaterland schloß Die so glänzend Der» laujene Versammlung. Es war inzwischen 7 Uhr geworden.

Tie Ueberzeugung nahm jeder mu nach Hause, daß Hirschei sobald nicht wieder nach Reiskirchen kommen wird.

Ein Mitglied Des Dortigen Aioettervereuis schreibt uns aus Burkhaidsietden: , ,

Zu euier Leutichsozialen Versammlung legte am

Samstag Abg. Kodier m feinem Progiaiuiu Dor, dau er in filier Linie tur Den Pauer, den Mnieluaud, Den pandiverker und Aibettcr emiicten weide. Tnrch hotzeie Zolle und chrenzfperrung müßten Die Veite dci Piodukte bölei weiden. Lbgicict) das üleuch letzt etwas teurer fei, mache bei Rückgang un Fleifchgennu pro Kopf nur fo viel wie eine Haselnuß ans. - AuS ei>,uei Utldlinmg kann ich Henn Hobler eifläie», da» gnade bei Der Arbeiter- vevölkernug Die ll n t e r e r n a I) r u n g zum Teil emgetuieii ift. Vüelegentlich einer Boifprache in der Wohnung eines memer Arbeiter, luolmboh m Gieße», gewalnie ia>. Dau Die Fan lu* Pieidesleifch vcizehite. Ich eiluudigte mich ivaiuuu Mu tumbe eilläii, Daß die üleischpictse zu teuer seien und Der Lotzn nicht ansietchc. Tabei muß ich erttären, bau der betresiende Aibener segr spaijam ist und d.7ODir. Tageiohn cibälL Tavfeibe Peitzäii- ms habe ich in ch 1 0 u e n - B u l e ck getrosien. Tav eine Aibeuer- atnilie mit 6 iw V Kopten bet Den hohen Auetpieiicn, Anichaiumg von Kleibern und Lchnhen, Steuern u. bergt, zur Uuteieriiahrmig kouuueu muß, ist seibnveiliändlich. Ter reiche Juduttnelie, Pioiegoc, Jnbc, Justizrat, die Herr Köhler und ferne meiiouen litis m einer Vm.e znpu, können ea sich erlauben, lemcfl Flei|ch u|tu. zu lauten. Ader wie steht es nut der Aibeitertamtlic? Um Abgeordneter Dat die Pflicht, iämthdie Stande leiites Micifcti zu veiiietcu, aber mcht euiieing einen Stand, wie Herr Köhler, (ra i|t mit yieuDeu zu bcfliÜBcu, dau der Lauowirtfchait die letzte Zett geholten Ivoidcn ist, ouei dau die Freunde Kohlers im Reichctag gegen den Zoll itunmten, weil ihnen die RcgieinngSpoUage nicht hoci) genug n>ar, > 1 Ta Hache. In chießen und Untgegenü hat man 'an feine Banem m dem Sinne des Hcrni Köoler, gerade m Burlharosteldeu lueiöen durch Den ttoniumvcrein mehr Futterartikci, Alehl iu bergt, uii« gei itjrt, al« Fiucht ous Dem Cit veilaint. Wie Kohler sich zu den Arveiiern stellt, veifciupeigt er, et gibt jiuac an, iur die Hebung desArbcuciiiaudes cmtieun zu wollen, aber iu 1 e veiidt et nicht. Ich ei innere mich, dau er eine Reihe von Jahi cii mi Landiag cüläue, durch Die Aroenertahrlaiien winde Die Landflucht ge» neuen. Atzet ivte winde cs fein, wenn chiepeu und die Liahniahrgelegenhen nicht tväre, beiradjiet euch pcrbfiem und Umgegend. Wettet will er Hebung des paudweikeisiondcs u. u. a. 21 u 1 ioe 1 che Art D 1 e f e in geholten werden kan n, hat et nicht geiagt. Kohlet und Hirschcl erttären, der tändliche Alaun iviuoe, ivciiii ec zur Ltadt käme, mit Dauer tzezeichnct un Sinns oer Dciad)tung. Zieles kann sich nur em ungebndeier Aienich e 1 tauben. Tau Kölner die Uftieucner Herten, Die Die letzte Dec» inmmlimg in Puilhordsieldcn obgehalien haben, nut »Sau» uauoe' bezeichnet, pellt dem Bizepiutidenten det 2. Hammer etil Ichiechif* Zeugnis aus. Tanun, Ihr ill-aalec in Stadl und Lund uicclt euch: IuD 11 |tcte, La n d w l ri f ch a f t, Handwerke» und Arbeitet ui uiifetcm K reife gehören j u | a m m e n4 md)t emfeiuge Znteiesseu sind zu wahren. Tas tollten sich iiament* Nch auch Die Arbeitet sagen. ciuOivetorbiietet Htumm i|t nicht m die eud)ival)l gelvunueu, Damm, Artzeuet, luäijit jeijt Hehligen» laeot. Tie Dem|d)io0ialc Pariet veibieuct em Flugblatt, Die co poibeinoftotie habe Emhalumg empwhleu, aber 'cimmieimbgiibs dir Müljier ireigegcbeu. Ties «ft nnwahr. In Der »Ltzerh. Bolkszig. uom 2. ßebuiüt wird aiioDuidlid) vor bei Wahl Kohler« gewarnt. Im fei per b-11 Mitglied des Vereins Dec Arbeitet hier am Lrt. Dieme iPeimmiiifl lomi ober jetzt nicht anders fein als alle Wähler ui Stadt und t'üiiö, iveßeii Standes sie auch sind, an|zu|oideiti, am b. (jebiuar |üi Herrn L. Hcyiigeusiaedl emzmccien.

Aus Dem ilretfe Alsselo.

Dieser Tage fauo hier eine vuu aiiuiemitifd)er Seite ein* berufene Dah.ervcriammiung statt. Nach (icviinung bei 5bex> laninuung Durch Siebafteur Sediat!chek au3 Berlin entwickelte Herr Bindewald sein Programm., In äußerst scharien Aus» ,allen wandte er sich gegen die Presse. Fast A/8 seiner Vlußiuph rangen beschästigten sich m.t dem Gieg. Anz. In der Diskuiia-n cmgegiute ihm Tircltor Tr. Pitz von Alsicid und Gerichts» üiiqior Bergheimer aus Aioield; letzterer Herr hatte auf Grund in Berlin gemachter Er.ahrunLen Herrn B. vor kurzem den Borwuci gcmaa/t, baß er zu geiuiiten Zetten, insoeiont>i.ve Ö-ebruar und PUlrz 1902 Dem Reichstag vollständig lern* geb.ieven. Herr tomoetvalo entschuldigte dieses Fchleii damit, daß er in jener Zeit Burenreden im Rheinland ge­halten habe. Ten Uiuuilicii vieler Besucher der Benamur- luiig erregte em von den Einberuscrn angewandtes Mittel. Mit den beiDtii Herren mar in der Chaise ein jüngerer Herr am» gekommen, der fuy sosoet im Saat oon Herrn S. und B. ao- londcrte und uittcr d-s Publckum mischte. Ats der BeriammiungS- niler zur Anm^Dung von Gegeiireden aufjordcrtt, sprang er aus, scheinbar eine entgegengesetzte Ansicht bezüglich ber Ge- m^itdorbnung vertretetib, uub nutuue au, imciniaugc Auuorde- tung des Herrn iheiJ-iuur S. zweimal seinen Namen (Nippolb), als ob er nicht aut Den Herren 'S. unb Bmdcwald, mtt welchen, er zusammen gekommen war, wohl belannt sei! Seiire Phrasen- . haften Redensarten wandten sich namentlich gegen bie Beamten als Ncii.^iagsDeiiccter. Später versuchte er i'ugur der 8>trfamn> lung glauben zu ma^en, daß, er ve^rn Binoewald seither noch nicht gelaunt unb nicht einmal gewußt habe, welcher Art Maler, ob Ledenmaler oder jiun|Una!et, er seu Tttse Art Agitation kann doch nur als Bauerniang bezeichnet werden. Hütet Euch

Aus Deal Kreise Wetzlar.

Tee unterlegene Kandidat des Bundes ö e r L a n D w i r t e, Wilhelm S.oi1, cmpf.ehlt Jemen Wählern, nachdem eine Einigung jwudien den Honlciuauueii, Dem Bund Der t'anbwine imö Den Dl a 11 0 n a U i b-e r a 1 e ii erzielt worden ist, bei der Stichwahl lür BürgeruieisiLr a. L. Heinrich Krämer ui Kirchen ein» zuireten.

Naumann in Marburg.

Aus Marburg wird uns geschrieben:

Gestern mittag sprach i.t Marburg in Dem bis in bie Zu-> ginge unb Nebenräume hinein überfüllten Saale dcs Casä Cuenlin FrieDrich Naumann für feinen von Den anti» semitisch-bunDlerisch» konservativ en Ncaktio-näicn sch-wer bedrängten Parteisreund v. Ger lach. Der mit tosendem Jubel begrüßte Redner verbreitete sich über den Aufstieg Des emidjicoencn Lutger» lidjen Liberalismus. Tann gab er einen üucrchanien und jenem* Otn Ueberblick über Bestehung und Unprung des Deutsch-nationalen GeDanlenS, Der von links her kam, von Den Liberalen und Terno- [catL.iui nD erst später zu bei Fürsten und konseroatioen Mächten euiporflieg. Sehr eingehend unD ungemein lehrreich verbreitete sich der Redner über das Wesen Des Atttlsemitismus, mit oem er grünDlid) aoreumetc, foDann im Anschluß Daran über Mittel» stanDssragen, über HanDwetker- und Aauernpolitik. Er wies nach mit Der ihm eigenen Genialität unD lleüerzeuguitgskraft Den Zusammenhang zwischen der Rentabilität des Handwerks uud der Landwirischast eurerseirS und oem industriellen Aufschwung unD Der Lohnhöhe andererseits. Ter Lohn ber Arbeiter ist wie ein Landregen, von oem an.es vittwäcl/u Vom Lohne lebt Der HanDwerker und der Landwirt. Tre Lohn­frage ist daher feine bloße Arbeiterfrage, sondern ernt allgemeine Boilssrage. Tie Landwirt sch ast ^speziell braucht einen ständig wachs enden Marrr, sie braucht den Hunger der Städte unb deshalb kann für die Landwirtschast nicht isoliert, für sich ar.ern, wie die Bcknoler woSrn, ß-mrgt werden, sondern es jviro ihr nur Dann gut gehen, wenn es auch Der Industrie gut geht. $la£ö weiteren Aeußerungeti über