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4.12.1907 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

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uhe im Handelsgewerbe geplant und ebenso k ür die Haudelsangeftellten nnd die Techniker b e s o n o

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fteuern nicht mit dem Geiste der Neichs-Ver fassung zu vereinbaren seien und die Selbständige feit der Bundesstaaten bedrohten. Diese müsse der Bundes- rat wahren.

157. Jahrgang

Nr. 2R5 <r|d)cini iagk«ch aupe« Sonntags.

Dem G'ebene, Anzeiger «werden im Wechsel mit Dem hesfischrn Landwirt foie Siebener Familien- hlStter viermal in der Woche bergelegl und zweimal wöchentlich das ZireirblaN für den Kreis Bietzen ster-rrsprech-An- Ichlubl.d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Abreise töt Depeschen» Anzeige« Sieben.

Mittwoch 4* Dezember 1907

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monatlich 7b viertel­ns .Z*S. Jk a jährlich Mk. L20 durch

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Verantwortlich ** tfir den politischen Teilt

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[Vffiv'öv Witlko-, für .Gradl

DeutscheA Rcictz.

Berlin, 3. Dez.w Tie Kommission zur Vorberatung

Entwurfs eines Gesetzes betr. die V e st r a f u n g der ptajestätsbeleidigungen begann heute ihre Arbeit, feie beschränkte sich zunächst daraus, die objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale der Majestätsbeleidigung zu erörtern. Geheimrat Dr. Freuten erklärt im Namen der preußischen Regierung, daß unterBöswilligkeit" im Ein ne des Entwurfes die Beleidigungsabsicht verbunden mit einer gewissen Befriedigung des Täters über die Tat ju verstehen sei und daßVorbedacht" im Sinne des Entwurfs weiter gehe als bloße Ueberlegung.

Die Tagung des Abgeordnetenhauses vor Weihnachten dürfte ein unerwartetes rasches Ende

Aus S»uor uuo uukö.

Gießen, 4. Dez. 1907.

2. U. Landesuniversität. Dem Dr. Werner Friedrich B r u ck auS Breslau wurde die venia legendi für das Fach der Botanik erteilt. Seine Habilitations­schrift ist betitelt: Beiträge zur Physiologie der Myeetozoen 1. Teil, Verschmelzungsvorgänge, Entwickelungsänderungen.

* Verein der nationalliberalen Jugend. Die diesjährige Hauptversammlung findet nunmehr, wie aus dem Annoucenleil ersichtlich ist, morgen, Donnerstag, 5. Dezbr., im Kaiserhof statt. Den allgememen Verhandlungen werden fich Referate über den neuen Verein sgesctzent- iu n r f und die Reichstagsverhandlungen der letzten Woche anschließen.

** Der Finanzausschuß der 2. Kamm er hielt am Dienstag eine Beratung ab, an welcher als RegierungS- vertreter Herr Ministerialrat Dr. Becker teilnahm. Der Hauptgegenstand der Beratimg bildete die Fertigstellung des Ausfchußberichts über die We rtz ll w a ch S st eu e r , den der Referent Abg. Dr. Gutsleisch verlas und der auch vom Ausschuß unverändert genehmigt wurde. Der Ausschuß hat alle von der 1. Kammer an der Vorlage vorgenommenen Abänderungen angenommen und da ailch die Regierimg schon im Voraus ihre Zustimmung dazil erklärt halte, wird die Annahme der Wertzuwachsslener auch in der 2. Kammer keine Schwierigkeiten mehr bieten. Des Weiteren beschäftigte sich der Ausschuß mit der Regierungsvorlage, betr. die Vec- m e i d u n g von D o p p e l b e st e u e r il n g e n. Die Regierung hat mit dem preußischen Finanzministerium eine Vereinbarung getroffen, durch die jede Doppelbesteuerung des gleichen Ein­kommens, resp. eine gleichzeitige Besteuerung des gleichen Objekts durch beide Staaten unmöglich gemacht werden soll. Illach Art. 1 des Gesetzentwurfs wird diese Vereinbarung, die bis zum 1. April 1907 zurückgreifen soll, genehmigt und nach Art. 2 wird das Finanzministerium ermächtigt, mit Bezug auf Personen uiid Steuerquellen, die der Steuerhoheit mehrerer Staaten unterliegen, Vereinbarungen zu treffen und Anord- nungen zu erlassen, durch die ihre Heranziehung zu den direkten Staatssteuern unter Wahrung des Grundsatzes der Gegenseitigkeit auch abweichend von den im Großherzogtum geltenden gesetzlichen Vorschriften geregelt wird. Nachdem 'Ministerialrat Dr. Becker die gewünschten Erläiiteriingen gegeben, wurde der Elitwlirf angenommen. Die Bürger dec Gemeinden Hofheim, Bürstadt und Lampe rth eim hatten an die Kaminer eine VorstelllUig gerichtet, in welcher sie ihrer Mißstimmung über die Höhe und die vielfachen Un­gleichheiten in der Bemessuiig der Beiträge für die Enlwässer- iingsanlagen in den drei Gemarkungen Ausdruck gaben und ihre einzelnen Wünsche als Mitglieder der Wafsergenossen-

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U oo?mtt?ag9nrduh HotatfOKSbntf rmdVerlag dervrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinönuferet k. Lange, Nedaktion, Expedition und vruckere«: Lchulstrstzr r. ^0l- C heb. «ü. den

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** Kolosseum. Der dritte Tag der internationalen' Ringkampf-Konkurrenz brachte wieder sehr interessante Kämpfe. Als erstes Paar rangen Van der Beck gegen Jackson. Dieser, ein Hüne von Gestalt, wußte sich sehr gut gegen die kolossale Kraft des Holländers zu verteidigen. Es war ein ehr schwerer und harter Kampf, bis eS V a n der Beck gelang, den Riesen schon nach 13 Minuten vom Boden aufzuhcben und regelrecht auf beide Schultern zu bringen. Er siegte durch Ausheber. Das zweite Paar war der Neger Illa de Noir und Heine-Berlin. Der Neger, der sich durch seine originelle Ringweise auszeichnet, hat sehr schnell die Sympathie des Publikums erworben. Der Kampf war nach 20 Minuten un­entschieden, er mußte daher für heute abgebrochen werden und kommt in den nächsten Tagen zur Entscheidung. Das dritte Paar war Le Boucher und Petersen. Es gelang Petersen, den kleinen, sich heftig wehrenden Franzosen nach 121/2 Mi­nuten durch Eindrücken der Brücke zu besiegen. Für Mittwoch ringen Illa de Noir gegen Petersen, Charles Serf gegen Pietro le Belgc und Halli Dalli gegen Sauer aus der Brauerei Denning- hoff von Gießen. Auf vielseitigen Wunsch finden auch Sonn­tag nachmittag Ringkämpse statt.

i nehmen. Man rechnet damit, daß die letzte Plenarsitzung bereits Mitte der nächsten Woche stattfindet. Der Grund

' für den frühen Beginn der Weihnachtsferien liegt in dem 7 Handel an Arbeitsstoff.

Berlin, 3. Dez. Eine außerordentliche Kon­ferenz des preußischen Episkopats wird dern- - nächst stattsinden. Man wird nicht sehlgehen, wenn man » innimmt, daß diese Konferenz sich u. a. auch mit den . tzwischenfällen beschäftigen wird, die sich in jüngster Zeit in zwei preußischen katholisch-theologischen Fakultäten er- - eignet haben.

Dresden, 3. Dez. In der heutigen Sitzung der Ersten Karniner besprach Finanzminister v. Rüdiger die (frage, ob direkte oder indirekte Steuern vom Reiche erhoben werden sollen, um die Einnahmen zu verbessern, tob tarn zu dem Resultat, daß die direkten ReiKs-,

X N i d d a, 2. Dez. Ein L e i ch e n z u g, wie ihn unsere Stadt selten gesehen hat, bewegte si.ch heute zu unserem Friedhof. Es galt, die sterblichen Üeberreste des in beit besten Jahren verstorbenen Lehrers Frank von hier zur letzten Ruhe zu bringen. Die Schulklasse des Verewigten, sowie bet von ihm in gesunden Tagen geleitete Gesang­verein schritten dem Leichenwagen voran. Am Grabe hielt nach einem Gesang des Vereins Pfarrer Hermann dre Leichenrede über das Wort:Meine Seele tst stille zu Gott, der mir hilft", und gab ein Lebensbild des Verstorbenen, der im 20. Jahre das Amt als Lehrer zu führen begann und in Garbenteich, Esfolterbach, Selters, Calbach und dann eine Reihe von Jahren in seiner Heimatgemeinde Langenbergheim tätig war, bis er vor zwei Jahren hierher versetzt wurde, und leider bald ein altes Herzleiden verstärkt austrat und ihn nach langem schweren Leiden in seinem 40. Lebensjahre wegrafste. Die Behörde, vertreten durch Schulrat Scherer, widmete dem Verstorbenen einen ehrenvollen Nachruf, der in dem Worte gipfelte:Er war ein Lehrer". Es legten Kränze nieder namens der Ge­meinde Nidda Bürgermeister Roth, namens des Bezirts- lehrervereins Lehrer Hotz, für die höhere Bürgerschule Rek­tor Kroll, namens des Kirchen- und Schulvorstandes Langenbergheim Pfarrer Pabst, namens des Gesang- verems ein Mitglied des Vereins und namens der Schul- -lasje eine Schülerin. Pfarrer Werner widmete dem Entschlafenen anerkennende Worte und hob seine Gewissen-

fchaft badegten. Die Regierung hat diese Beschwecden.gcößten- teils widerlegt resp. richtig gestellt nnd die Genossenschaft hat sich bereit erklärt, so weit als möglich entgegenzukommen; sie hebt jedoch hervor, daß die bezüglichen Pläne offengelegen und keinerlei Einwendungen erfahren haben. Der Ausschuß trat darnach den Darlegungen der Regierung bei und beantragt, die Vorstellung für erledigt zu erklären. Der Antrag Brauer-Erck, betr. die Einführung einer staffelförmigen Mühlen u m satzsteuer soll in der nächsten Woche noch einer eingehenden gemeinsamen Erörterung mit den Regier­ungsvertretern unterzogen werden.

**($ine dankenswerte Anregung. Aus Lollar ivird uns geschrieben: In einzelnen Gemeinden unseres Kreises ist es noch üblich, das Läuten der Ltirchen- g locken, Treten des Balges beim Orgelspiel, Reinigung der Kirche, bezw. Konfirmandenzimmer durch Schulkinder vor­nehmen zu lassen. Dieser alte Zopf ist in verschiedenen Ge­meinden bereits abgeschafft worden, da wo er aber noch besteht, wäre es Psticht des 5^irchenvornandes, sowie des Schulvorstandes, auf eine alsbaldige Beseitigung hinzuwirkeii und diese Arbeiten durch den Kirchendiener vornehmen zu lassen. Ganz unangebracht dürfte es aber sein, wenn von Geistlichen, Lehrern oder sogar vom Kirchendiener den Kindern, die sich weigern, diese Arbeiten vorzunehmen ober sie aus irgend welchem Grimde einmal unterlassen haben, Vor­haltungen gemacht werden. Rach den neuesten gesetzlichen Be- iliinimingcn ist es untersagt, Kinder zum Atisliagen von Zeitungen, Besorgungen für Geschäftsleute u. s. w. zu be­nutzen, umsoweniger dürften zu Arbeiten, die noch mit einer gewissen Gefahr verbunden sind, wie z. B. das Läuten der Kirchenglocken u. s. w., Schulkinder venvendet werden.

** D i e Kabellegung zur Versorgung der Ober- hessischen W e r k st ä 11 e mit elektrischer Kraft und Licht ist vor einigen Tagen in Angriff genommen worden. Die Ausführung der Arbeit, an der 30 Leute beschäftigt sind, ist dem hiesigen Unternehmer Bender übertragen, der mit der Legung des ca. 2000 Meter langen Kabels an der Werk­stätte begonnen hat, von wo er bis zur Kreuzung der Liebigstraße im Eisenbahnkörper selbst gebettet wird. Die Verbindung mit dem Elektrizitätswerk wird bann durch die Liebigstraße, Bahnhofstraße, an dem Gäßchen beim Lenz- schen Felsenkeller unter dem Viadukt der Main-Weserbahn hergestellt. Bis zur Fertigstellung der Kabellegung wird auch die maschinelle Erweiterung des Elektrizitätswerks vorgenommen sein.

** Stadttheater Gießen. Gestern abend gelangte der' nnverwüilliche SchwankCharleys Tante" von Brandon Thomas, der eigentlich Posse heißen sollte, in einer recht ge­lungenen Aufführung zur Darstellung. Die falsche Tante wurde von Eduard von der Becke mit all dec Kvmik ausgestattet, die vierer unwahrscheinlichen Gestalt und damit dem ganzen Stück jedesmal wiever seinen Heiterkeitserfolg sichert. Die beiden MitMrschworenen der Aushil^stanle hatten in Rudolf Goll und Clemens Roden entsprechende Vertreter gefunden, so daß das Zusammenspiel d.s komischen Kleeblatts nichts zu wünschen übrig ließ. Auch die übrigen Mitspielenden taten ihr bestes, um dem vorgeführten Unsinn eine möglichst flotte Wiedergabe zu sichern, so daß das zahlreich erschienene Publikum nicht aus dem Lachen heraus kam.

Vertretungen geschaffen werden, wenn auch die be- ttesfende Vorlage erst in der nächsten Session wird er- Itoigt werden können.

All das sind erfreuliche Fortschritte, und auch andere Vorlagen, deren Ausarbeitung angekündigt wird, wie die, betr. den unlauteren Wettbewerb, die il a. die Regelung des Konkurs-und Ausverkaufswesens enthalten ft-ll, können willkommen geheißen werden.

Weniger wird man in vielen Gegenden Deutschlands baS angeiünbigte Weingesetz begrüben, gegen das sofort u. der Montagssitzung der süddeutsche Demokrat v. Payer sich wandte. Von Beoeutung ist noch die Erklärung des LLaatssekretärs, daß die Reichsregierung erwäge, tote der hLldumlauf entsprechend der wachsenden Bevöllerung und tem Wechselbedürfnis zu regeln ist und wie die Reichsbant rehr als bisher gegenüber unvorhergesehenen Fällen ge­stützt werden könne, eine Absicht, die aus der schweren ßLnanzkrise der letzten Monate resultiert.

- Schließlich kündigt Herr v. Berhrnaun-Hollweg noch den

Cmtwurs des Scheckgesetzes an, wie auch die Regie- e nng die Einführung eines P o st ü b ea: w e i s u n g s v e r- Stehrs in Erwägung zieht. Desgleichen darf nach 2 btn Ausführungen des Fürsten Bülow in der Sarnstags- 5 jitzung erwarret werden, daß mit der Ju stizre sorm ; !n den vorn Reichskanzler skizzierten Grenzen jetzt endlich ein schnelleres Tempo eingejajiagen werden dürfte. Man ? sieht, daß ein großes und segensreiches Programm aus- - üefrellt ist, das hoffentlich auch in vollem Umfange zur Lurchsührung gelangt, ohne daß dabei berechtigte Jnrerejien irgend einer Erwerbsklasse eine Schädigung erfahren.

AusSanS.

Wien, 3. Dez. Der österreichische Miuister- vräsident Frhr. v. Beck erklärte im Abgeordnetenhause die Einmis chuu gsverfuche gegen die preußisch e Polenpolrtik sür unstatthaft.

Lemberg, 3. Dez. Die hiesigen Zeitungen stellen fest, daß die Meldung von der Verbrennung einer Kari­katur Kaiser Wilhelms unrichtig ist. Gleichzeitig wird aus Warschau gemeldet, daß auch in Russisch-Polen Vorkehrungen zu einer Boykottierung preußischer Waren getrofjen werden, wie sie bereits jetzt in Galizien geübt wird.

Mailand, 3. Dez. DerMailänder Seeolo" erfährt aus London, daß die Königin von Spanien sich neuer­dings in gesegneten Umständen befinde.

London, 3. Dez. Der Karser verläßt Higheliffe am Montag und wiro tvahrscheinlick) einen oder zwei Tage in der deutschen Botschaft in London zubringen.

Brüssel, 3. Dez. In ihrer heutigen Sitzung hat die permanente Zucker ko m m iss i o n ihre Arbeiten beendet. Die verschieoenen Teregattonen hatten von ihren Regierungen die für den Abschluß der Vereinbarung not­wendigen Ermächtigungen erhalten, und Rußland hat einstimmig die festgesetzten Beoingungen angenommen.

Brüssel, 3. Dez. Der Gesetzentwurf betr. die EinverleibungdesKongostaateS wurde heute vom Kabinettschef in der Kammer eingebracht. Der Minister schlug vor, den Entwurf dem Koionialausschuß zu über­weisen. Dieser Vorschlag gab Anlaß zu einer heftigen De­batte und wurde von dem Führer der Radikalen Janson lebhaft bekämpft. Schließlich wurde die Vorlage an die Koloniattomntifsion verwiesen.

Pietermaritzburg, 3. Dez. (Reuter.) Im Z u l u - lande ist der Kriegszustand erklärt worden. Die Lage nimmt wegen der Haltung der Eingeborenen von Natal einen noch ernsteren Eharatter an.

Washington, 3. Dez. (Auf dem dts.-atl. Kbl.) Der hiesige japanische Botschafter Vicomte Aoki wurde zurückberufen. Er überreichte sein Aboerufungs- schreiben gestern dem Präsidenten Roosevelt imb dem Staatssekretär des Auswärtigen Root.

DasBerl. Tgbl." meldet aus New York: Der Dampfer,,Anselm", der aus Zentralamevita in New-Orleans eintraf, berichtet, daß gegen den Wagen des P r ä s i d e n t e n Cabrera von Guateinala eine Bombe geschleu­dert worden sei. Der Kutscher wurde gelö.ea Der Präsident kam mit einer ungefährlichen Quetschung davon.

Im Reichstag hat Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg i« einer. Ergänzung der innerpolitischen Rede des Fürsten Lülow fich über die sozialen Aufgaben sowie sonstige ge­plante Gesetzentwürfe geäußert, und wenn man dabei auch T.id)t allzuviel neues gehört hat, s») bietet doch das bei dieser Gelegenheit entwickelte Arbeitsprogramm manches Interessante. Mit den A r b ei ts ka m m eni soll endlich ein ft gemacht werden, und man darf wohl erhoffen, datz diese vielfach gewünschte Jnstttution eine sür die arbeitenden Klassen der Nation ersprießliche Gestalt annehmen wird; sehr bemerkenswert war die Mitteilung des Staatssekretärs, baß er für eine Verbesserung des Koalitions­rechts durchaus einzutreten geneigt fei, indem er selbst zmgab, daß es nicht richtig sei, wenn Arbeiter bei prinzipiell berechtigter Ausübung ihres Koalitionsrechtes vor Gericht gezogen werden könnten. Anderseits kann man Herrn von Äethuiann-Hol!weg nur bcipflichten, wenn er gegen etwaige Auswüchse des Koalitipnsrechtes Front machte und ent­schieden erklärte, es müßten den Arbeitern Garantien ge­geben sein, daß sie koalieren könnten, wann und mit wem |ie rvollten. Es darf unter keinen Umständen angehen, und riuß auf das strengste bestraft werden, wenn Arbeiter einen Kollegen brotlos zu machen suchen, weil er ihrer Organi- J? sLtion nicht angehört.

Ueber eine der Hauptfragen auf sozialpolitischem Ge- : Mete, einer Reform der Versicherungsgesetzge- : bung, konnte der Staatssekretär leider über die künftige r Ausgestaltung der Reform resp. über deren Einbringung : tu Parlament, keinerlei Auskunft geben. Auch der Entwurf j Der das Versicherungswesen der Privatange- 2 fi eilten wird wohl nicht so schnell an den Reichstag'ge- o langen, da es sich um recht schwierige Vorarbeiten handelt; : ?fir die Beiträge zu dieser Versicherung sollen höchstens : ID Prozent des Arbeitsverdienstes halb zu Lasten des Arbeit- grbers und halb zu Lasten des Angestellten, gerechnet wer- >en, wodurch die technische Möglichkeit der Durchführung >ks Planes gesichert erscheintt

Des weiteren ist eine Ausdehnung der Sonntags-

Sie Heutige Dummer 12 Seiten Kommende Aoitagen.