Ausgabe 
4.2.1907 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

t

'4 ^ieittici I Dis 81^

lbends an 4

nstragie y, iari

[76:1

►all

orträgen.

harten 50 ph uu.

L®!l£ktioe.

tat 1907

tnbil

aalbaucs

l bei den Herren M, iowie dem Zutritt unmöalu;' ingeladen werd» L

istand.

Giessen.

st Mr:

insilznng

LoutzS öieddlß eueflcn Solina

M

e ifiniiUrlo»

i,

Uhr ab,

zung»

eglcituogrr-'A

Ter Bock«» jtteii.

6 Ubr anfo'W'

an»

Ü.-Linden

ii

Montag 4. Februar 1007

Lalirgang

Erstcö Blatt

General-Anzeiger für Oberhessen

Sie heutige Kummer umjutzt 12 feiten.

iRp).

Dranvschwrig.

im Gegensatz zu Teutichland. Tie große äMijaljl der ßc- iuäl)ltcM Wahlmänncr der Bauern ifl oppositionell, 7u pEi. ihrer Wahlmänner gehören der Cppofnion£panci an. Auch die 6UU 'ji-ol)lniGnncr der ftkmbürgcr zählen zu den

S?r. 20

Erscheint täglich außer Lonnlags.

Tem Gießener Anzeiger werde» im Wechsel mit dem hesßlchen £an»mlrt die »Itbentr Kamlllla. Hiller viermal in der Siodie deigelegl und Moriinal ivödienilirf) VaS Kieablatt |6r den Kreis Otetziu. Aeiiilpred) 'Äii- fdiUiBi.b.iHebatnon 112 Verlag u. Expedmon 51 llbiefie für Tepeschen: «nzelgcr Wieben.

Krirsteatum Schaumburg Lippe»

Brun st ermann (dib) erhielt 5U49, Kl Ingen Hagen (S) 3285 Stimmen: ersterer nt somit wiedcrgewählt.

polit. Situation abzulenkcn.

Tas englische Üönigöpaar ist am 2. Februar nach Paris obßcrcifi. Ihm zu Ehren wird der Präsident Fall.öreS cm großes Galadiner im Ely'ce veranstalteten, an dem auch der frühere Präsident Loubet Iciluehuicn wird. König Eduard will nut seiner Gemahlin in Paris eine Woche verweilen, um dann nach dem Bade Biarritz zu reisen. Tag dieser Lcmch mit politischen Zwecken vcrlnüpsl ifl, unter­liegt wohl kaum einem Zweisel, denn König Eduard pfkgi bei seinen Nerjrn stets das Angenehme nut dem Diritzl.chen zu verbinden. Es erichcint nicht ansgeichlosfen, daß er seine» En.stust oiir die polili.che Welt FranlrcichS dazu benutzen wird, um Elcmenecau, dessen anglophrle Gesinnung bekannt ist, ans seinen Diöten zu Helsen.

Im Arbeitszimmer des serbischen Kronprinzen ist etwas passiert. ES gab einen großen Krach, weil angeblich eine Menge Iagbpnlvcr explodierte. Böse Zungen behaupten, eS sei etwas anderes in die Hilft geflogen. Aber das Bet- grader Pregburcau dementiert alles, bis der neue große Putsch kommt, der wohl nicht mehr lange auf sich wird warten lassen.

Lolitijche Lvochelljchau.

ES ist vorauSzusehen, daß morgen die Stichwahlen zum Reichstag diesmal ein ganz besonders mleressanleS Bild -eigen werden. Ter Aufschwung, den der Liberalismus nn eritcn Wahlgang nn ganzen Reich sichtlich und ziffernmäßig feillicllbac genommen Hai, ist m der Zahl der schon bei der hauplwahl erruiigenen VA an da te nicht entfernt zum richtige» Ausdruck gelangt, und so kommt eS, daß die Gegnerschaitcu drS Liberalismus von rechts und links an vielen Orlen mit wachsender Ungunst gegen das Anwachsen der liberalen Wählerichast erfüllt sind.

Wir erleben das seltsame Schauspiel, daß die Sozial­demokratie stellenweise bestrebt ist, dem Liberalismus bei den Stichwahlen em Bem zu stellen, während sie ander­wärts, wo |ie die liberalen Summen für die Stichwahl gewinnen möchte, sich nicht genug darüber entrüsten kann, bau em Teil der Lmksliberalen, empört durch die Behandlung der Sozialdemokratie, Kandidaten unterstützen, die weiter recht« stehen, als ihnen heb ist. Haben aber die Sozial- bemvkraue, wenn sie für agrarische Kandidaten zu summen sich entschlossen haben bei uns im Gießener Wahlkreis, wenden sie nch freilich besonders scharf gegen Köhler em Recht, den Lmlsliberalen Borwürfe zu machen, die noch da- zu Dciirrbt sind, wo sie, wie IN Hieben, ihre Stimme für einen VlauoiraUiberalen in dre Wagschale werfen, bufe a»i liberale M i n d e ftp r o gra m m punkte seitzulegen? In vielen Stichwahlkreisen aber wurde cfl auch den LinlSliberoleu freigegeben, nach eigenem Ermessen zu fiunmcn.

Im übrigen ist eS eine alte Erfahrung, daß die Wähler oft ihre Parteileitungen sagen lassen, was |ie wollen, und ec vielfach beivicsen haben, daß sie besser als diese wissen, was sie zu tun haben. Tte Sozialisten nn Wahllrcise Gießen- Grünberg-Vkidda beschlossen, in der Sttchivahl Stimmenthaltung zu proklamieren. Bestimmend war, wie es in der »Frants. Zlg.* heißt, daß in Alainz die Vlationalliberalen nicht be­schlossen hätten, für Dr, David einzulreten. C, diese Weit­schauenden k Ist es wirklich klüger, die praktische Realpolttil ganz aus dem Auge zu lassen und eine weise »Wurst wider Wuut'-PaliUk zu treiben? Ist eS nicht für alle Arbeiter weit vernünftiger, nicht von Mißltunmnngcn sich leiten zn lassen, ihrer Preßhelden verärgertes Geschrei zu mißachten, nicht neu) Diamz oder sonsuvohin, sondern klar und geradeaus nach beni neu zu bildenden Reichstage zu schauen, für eine dort ihnen möglichst günstige Vertretung zu lorgen und nach der Theorie vom »Heineren liebel* zu handeln? Der Sozial­demokrat, der z. B. zwischen einem Liberalen und einem rechtsstehenden, agrarischen, direkt arbeitet« feindlichen S t ich w a h l l a n di d a t en entscheiden soll, weiß, daß der Liberale für ihn »das kleinere Hebel* ist, und wenn er durch Wahlenthaltung dafür sorgt, baß der Agrarier zum Liege gelangt, dann Hal er eine nicht wieder gut zu machende Dummheit begangen. Weiß er doch, daß der Liberalismus in der Milte zwischen der Diechten und äußersten Linken steht.

Wer aber politisch sich zu keiner Partei bekennt, in seinem Innersten jebod), wenn er nut sich ernst zu tKnte gehl, zu der Einsicht gelangt, daß der Liberalismus, d. h. die jede m vernünftigen Fortschritte huldigende Parteirichtnnß, möglichst stark werden muß, der hat morgen bei den Stich­wahlen die beste Möglichkeit dazu. Noch sind im Reich

Holzminden-GanocrShe. (bisher Wirtfch. Vereint- gung-. o. T-cmm .SB.rr'uWri. Bereu-<ZUNÜ gemäß- Welle), ge­wählt gegen Lattner (2).

Jie zicichslukSllichwuhlcn.

13 Stichwahlen haben am Samstag stattgesunden. Gewählt ivurbcii: 2 Diarionaltioerale, 1 Freisinnige Äolkspartei, 2 Frei, sinnige Vercin.gung, 3 Konservative, 1 SB .^liberaler und 1 Sbut» schajtriche Bereinigung, 2 Nc.chSpartcu Tic ^onscroatwen ver> loten 2 und gewannen 1, die Natwnattibcraten gewannen 2, die Freisinnige Vereinigung gewannen 2 und die Sditölibcia[en gewannen 1, die Sozialdemokraten verloren 2 '.91 a n - bäte.

Preußen.

Memel-Hcybekrug £f,. Gewählt Schwabach (NI mit 11 101 Stimmen gegen Krause (A- mit 6164 Stimmen. Tas bi5()cr fcnf. Mandat ist also in nationalliberalen Besitz übergegangen. Den Ausschlag Huben die Litauer gegeben

Randow-Greil en Hagen (bisher S). ruewahn ütei- Herr v. S t e i n ä d c r (K- gegen Surften iS).

Elmshorn-Pinneberg (bisher CarstenS f<Jr. Bp- mit 23 852 Stimmen gewählt: v. Etm («), dcr bishcrige B.r.retcr, erlyie.t 1D843 Slim.nen. Der Wah.kreiS war seit 18U4 in sozial- demokratischem Besitz.

Mecklenburg.

Rostock. Gewählt Sina (;. ^,ec Wahlkreis war fest 189b in sozialdemokratischem Besitz.

Parchim-üudwigSiUst (bisher FrVg) Tr. Pachnicke (FrVg) mit mehrcrril Tausend Stuuncn Mehrheit gegen Pros. Dr. Tade (Ä) gewählt.

Güstrow (visyer L). v. TreuenselS (x) behauptet den Wahl­kreis gegen Knappe (S). _ «

Maichin - Warcn (bisher K.. Freiherr v. Mlltzan-Pec- cate! (K) wurde gegen Lorenz (2) wiedergewählt.

Hugenow-Greoesmuhlen. Euacchii wurde Grai Botbuier (ro il bl i b c c a 1). Seit 1881 war dreier Wahllrc.s ununi.corochen in ko ns. Befitz. Graf Botlpner steht euua au, dcm Sieben der Freisinnigen Bereinigung.

Schwerin-Wismar (brfcfri Ni. Gewah.t Dröscher (K> gegen Sturoston (<s?. Inhaber des '..Mandats war zmctzt Büsing eJUj.

Mecklenburg-Strelitz (bisher Rp> Gewählt Nauck(

vezugSpreld: nw»ailich7LP«.,viertel- iäbrlid) Mk. 2.20; durch Al'hole- tu Zweigstellen monatlich 65 Pt.: durch diePosl Dlk. 2.viertel- führt. auSschl. Benellg. Annahme von Hnjtijen liir die Tagesmimuter biS vannitiaas llhc. 3eileiiprei»: lokal IbPk, au»ivdrt< 20 Psemug. Berantworttichüt den voliL und allgem. Teil: P. Witiko; tüt Stadt und vanb' und

(i>>crid)ie|aal'-. Ernst

Uotationsörud und Verlag der vruhl'schen Univ.-Vuch- und Stcinörndcrci. R. Lange. Redaklkan, Expedition und Druckerei: Lchulstrahe 7. ^^ueüi^a^" B^r

Kor der Kttchwuyl.

Diesten, 4. Februar 1907.

(Siehe auch 2. Blau.)

Einliberaler Wähler von der Rabenau" sandte uns einen Zeiluiigsautzsämilt, dessen Herkunft wir leider nicht fest stellen können. Es wird darin aus bad lebhafteste für Kohler Liumiiung zu maüLn oersacht und u. a. gegen Hchligenstaedt solgnidcs ine Feld geführt:

Auar Ist der LwerauSnms der offene und versteckte Wort­führer einer ungläubigen Wist en schau, die dem Balte den Glauben an die hunmliskhen UutorUälen aus bun Lerzen reißt, das bann natürlich auch alle Achtung und Ehrerbietung vor den irdischen Autoritäten verliert. Insofern ist der Liberalis­mus die Borfrucpt der gütlichen Sozialdemokratie, die die ganze Konsequenz zieht und die Verachtung jeglicher Autorität proklamiert.

Wir Haven größeren Unsinn selten gelesen. Ter Liberalismu- handelt belanntlich geirtu nach Christi Worte:Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist." Sein Ziel

hmiderttausei'de von Wählern am 25. Januar berUme fern- geblieben. Jetzt, da sie gesehen haben, daß ihre Stimmen mit helfen und den Ausschlag geben können, jetzt liegt ec bei ihnen, in .richtigen« Stichwahlen den Libe­ralismus zu stärken.

Sehr interessant ist eS, das; die konservativen Stimmen von 914 269 im 3al)ie 1903 auf 1 124 923 augewachfen sind, mithin einen Zuwachs von 2 10664 Stirnmen erfahren haben. Mau wird diese höchst ansehnliche Steigerung wohl in der Hauptsache auf den neuen Zolltarif zürücksühren können, von welchem der größere deutsche Grundbesitz außer­ordentlich profitiert hat. Dafür starteten m vielen deutschen Gauen die größeren Landwirte ihren Tank der konservativen Partei durch die Stimmzettel ab. Aber auch bie fretfinn. Parteien sowie die Diotionalliberaten haben zusammen ein Plus von ca. 600000 6 tim m en zu verzeichnen, ein Zeichen der Lebenslrast des Liberalismus. Tast die So­zialdemokraten trotz ihrer bedeutenden Manbatsverlusle auch auf em Mehr von 250000 Summen hmweijen können, ist freilich auch nicht zu übersehen, aber dieser Stimmenzuwachs kann doch nicht über den allgemeinen Rückgang dieser Partei himvegtauschen. Tenn die Erhöhung der Strmmenzahl er­folgte fast nur in jenen Gebieten, wo vordem die Sozial­demokratie noch schwach vertreten war, belipielLweise in Eisast» Lothnngcn. dagegen ist in jenen Wahlkreisen, also beispiels­weise in den sächsischen, bic bisher zu dem eisernen Bestände der sozialistischen ReichstagSsraktion gezahlt wurden, die Anzah der roten Stimmzettel mehr oder minder stark zurückgegangen, oder sie stagnierte. Die-, zeigt deutlich, dast die Sozial­demokratie unter ihrer Anhängerschaft cme bedeutende Einbuße erlitten Hal.

Das furchtbare Grubenunglück int Saarrevier

semitischen Schreier. Äoer wer temtt bie Schuterzen uer Bauern wohl besser, ein Sreiära:, bei dem sich jedermann Rar holt, ober ein Maler, der in Berlin wohnt, uno nut, wenn ec gewählt sein will, in unseren Bogetsberg iunimt? ^Zhr Bauern gebt am 5. Februar hieraus selbst die Antwort! Wenn yetr Bindewalb iwch in seiner einstmaligen Tätigkeit im Reichstage so außer» ordentliches geleistet hatte! Aber was Hal man denn von ihm gehört? Unb bann noch cuis! Unsere BogelSberger Bevöl­kerung ist vorzugsweise protestantisch. Deshalb har sie aber ge­rade jetzt bie Pflicht, Tr. Wallau zu wählen, der aus seinem Standounkt gegenüber dein Zentrum nie ein üehl gemacht hat, was auch das Lrgan desEvangelischen roundcs" osscn aner­kannte. Tie antisemitische Partei dagegen wird von dem Zentrum in allen Wahlkreisen unterstützt. Evangelische, glaubt ihr beim diese Wahlhülle gcichöhe ohne Zugeständnisse an das Zentrum? Tarum gebt als Protestanten eure Stimmen nicht einem Mitläufer dieser Partei, selbst bann nicht, wenn dec Herr Bfarrer Fritsch- hiuppertsbnrg (Der euch doch sonst als Mitglieder des Evangeltsä-en Bunoes zu werben sucht) aus Parteiräckiichten ca-? j^r den Mann de» Zentrnvis, cerm Bindewcckd, begeistern roüL item, als Bauern und als beuiiä/e Prc -. . :.;tat tretet mit aller Ent- ichcedenhei: am 5. v-jeuar eut für Herrn Tr. Wallau, doS ist unser Mans,.

ist die Heranbildung ircicr sittlicher Persdil^cl'teiterr aus Grund der _ k- flikhi,..».,.,, Idee der Gewissenssreiheit, bie im ProiestaMiSmuS roittiam ist.

Cppofüion?Parteien. öaft 90 p(i.t. b*r Wahlmanucr der befi gißten Respekt vor den GemütSwerien, bie in der

Arbeiierllasie ist opposiliouell. äieligron liegen und arveuet heroorrageiid mit an Der religiösen.

In d<n Wandelgäiigcn der französisch en K a m wer! phllowvhischen, naturwifsenschasttichen iure auch ptaEt. a,cn Bil- iprid)t man bereits vom nächsten Ministerium, em dowL I ^ung des Volkes. Auch religiöses Laue bemüht et sich auf- Ziehen für das SUitniiieiiuni Üicmcnccau. Tie Eegcniäge zuruitein und zu starken, zum Besten Des Qqanucn deutsa>eq ^mischen den Parteien der Regierungsmehrheit sind zu groß, Bürgertums.

als da» sie aus Die Dauer nicht zu einer Sprengung führen I lüus jungen wird uns geschrieben:

mußltn. $oju komm-» 6« Qnlngucn bet (iombcä, -ßcUelon, 3" einem bet RluobläUet t« Mkrian« mürbe ange. -jtnoib unb tocnofi.n, bie bauuj odj.-ie», cm MiM-rmm Nuh" als imabünao.«; Saturn toim m 4!10) baä üfunb 8 .04 <iuuiu uiiu wvniuji , o ' , <2 P,g. und in ^rankiurr 1 Ml. ? ^.cr Wuä)cr läge in Oktroi,

jn schosicn, das den Kamps gegen die laiho ich - ^adenuiiele, Schlachthausabgaben unb bergt, mehr.

zum Slnißctficn diiich>uhrin |oU. Sind) das (jiavlo bei I ^ur pifchttgstellung sei mit geteilt, dag L i ch Der einzige Ort ßlollcnbiinonUralion vor Tanger hat dazu beigeiragcn, die vielleicht in ganz Hessen war mit diesen niedrigen AuS - Stellung (ilcmcnccuud zu unteinimieien; eS ift ihm nicht n a h m eP r e ts en. Tie Preise stimmen, denn ich kaufte selber gelungen, bie Ausmerlsamkeit der Franzosen burd) Tniimphe bort ein Jahr lang, um zu sparen. Lier in Lungen hauen in der äuKeren Politik von der wenig erquicklichen inner» wir z. B., wie der vereh.l. VreDainon betannt sein outftc, oie höchsten Preise. Die Preise in Lich sind abfohit nidft in vergleich zu ziehen mit denen in anderen Orten. D ie Gründe für Die au norme VciebiiQtiit der Stcye. Preise unb rein totaler ^^atur. Der ftams* 'bet itonhirrcns brachte dies in Lich mit sich. Taß dieses jeooch zur Agitation aus Mangel an vernünf­tigerem Stoss von -whlerschet Selle ansgenutzl wirb, ist gan^ absurd.

Alsfeld-Lau erbach-Schotten.

Aus dem Wahltre^ Als > u r. ^ui.tbacH-Sihottev wirb uns aus ländlichen Kreisen gtjchrieben:

In unserem Bezirke sieht bie liberale Partei dem 5. Februar mit der allergrößten Zuversicht entgegen, zumal jetzt die freisinnige Partei die Parole: Wallau ausgegtoen hat. So wird denn unsere Bogelsberger Bevölkerung dem Berliner Maler Bindewald unb seinen Geiwssen zeigen, daß sich die Herren doch verrechnet haben, wenn sie glaubten, unsere Dogelsoerger seien so dumm, einen Maler aus derwendischen PauptstaDt" zum Vertreter ihrer bäuerlichen Interessen zu wählen. Tas war denn doch auch etwas viel verlangt, unb man muß sich wundern, daß verr Binoewaio namenttiuz in ocn Dörsern eine solche Siiminenzahl zniammengebracht Hai. Früher konnte mau uns mal so den Mann unterschieben, als der antiseinitstche Summet in Hessen sputte, aber wer von unseren Dauern ist Denn heute noch Antisemit? Und bann, was würden Denn wohl die Berliner sagen, wenn wir ihnen einen aus unserem Vogelsberg als sneichstagälaiidiDaten präsentierten. Sie würden ihm eine Zipfelmütze aufsetzen unb ihn im Panoptikum für Geld sehen lassen. Wie kann Denn ein Mann, Der formell von uns in ganz anderen Verhältnissen lebt, bie Interessen unserer Bevölkerung vertreten, well er zufällig in hiesiger Gegend geboren ist unb einen Teil seiner Jugend hier verbracht hat. Haben wir in un­serem Hessenlande nicht so viel Intelligenz, dast wir unsere I Abgeordneten ans unserer Heimat wählen können. Der auch seinen Wahlkreis in wirksamer Weise vertreten kann, wie dies unser seit­heriger Reichstagsebgcordneter tatsächlich getan hat. Wie oft hat er bei passender Gel.genheit im Reichstage das Wort ergriffen unb ist in der ene.ochsten Weise cingctrcun lür seineVogels- berge;-", deren Wunsche er von seiner Tätigkeit als Kreisrat her ganz genau kennt. Ja, unb geraoe well er ein sireistat ist, deswegen will ihn unsere Landbevö.kerung nicht wählen, viel­mehr sie soll ihn nicht wählen, so verlangen cs bie anti»

hat m der verflossenen Woche das Interesse für Die Tages­politik nicht znruckzudrüngen vermocht, im Gegenteil hat diese entsetzliche Elemeillaikataslrophe lange nicht wie sonst bei ähnlichen erschütternden Ereignissen die Blicke der Welt zu Den Totemcchcn in Dieben gelenkt. 148 Bergleute erlitten, einen furchtbaren Tod burd) Explosion von schlagende» Weltern. Ter Kaiser entianbte den Prinzen Friedrich Leopold an Die Unglüd:|iäue und spendete 20 000, die Kaiserin 2000Mk. Für bie Opfer der Katagrophe sind bisher im ganzen rund 350 000 Pik. eingegangen. AuS allen Ländern kamen BeifallS- lnndgebnngen, so auch vom Präsidenten der Republik Frankreich. s'aSenglisch-deutscheFretinDschaiislomileesandle an denHandel»- limflcr Telbrück ein Schreiben, in dem das aufrichtige Mitgefühl nut Den Hmterbllrbcnen der Opfer anegebrüdt wird. Der durch bie Katastrophe angerichtete Gesamifchadcn wird amtlich auf 6- biS 7 Millionen Mark veranschlagt.

Nicht nur Temschland, fonbern auch Diußlanb stehl z. Z. unter dem Zeichen dec Wahlen. Alle Hoffnungen auf eine der Negierung gefügige T»ma sind dort grichivunden,