Samstag 21. Dezember 1907
157. Jahrgang
Fünftes Blatt
§rr. 300
Gießener Anzeiger
ßttlchetnl tüglich mit HuSnabme btl Sonntags.
General-Anzeiger für Gderheffen
Dl« „Giefoener $amtllenb!ätter* werden dem #11n8etflere viermal wöchentlich beigeleqt, das „Kreisbiat! fftt de« Kreis Gießen" groetmal D« ^heistlche Landwirf' erscheint •umailtd) einmal.
gtotattonSbrucf and »erlag btt Brüh lachen UnwersitätS - Bnch- and etttnOrudetri 9L Sange, Airtzen.
Redaktion. E^vedttton and üruderti: ®d>ul* stratze - Expedition and »erlag Ml &L Stimftton e^l 12 ieL-8U>u Anzeiger«le^en.
PermtMtes,
werfen.
Siegener Chaussee und ihr Ersatz durch eine Ueberjührung
in Aussicht genommen.
des EmPsangSgebäudes an^ulegen, wodurch für den Reisern ben von der Stadt her ein schienensreier Zugang ge-
zufuhren. (gemeinsame Bepflanzung der neuen breiten Gewann- und Grenzwege ist zu empfehlen. Die Bäume sollen mindestens 3 Meter vom Wege und 4 Meter von her Nachbarsgrenze entfernt bleiben. Die gegenseitige Entfernung soll wenigstens 10 Meter betragen, da dann der llnternutzen am wenigsten gefährdet wird. Nur wenige Sorten sollen gepflanzt werden, wobei die in der Gemarkung vorhandenen reichtragenden Sorten zu berücksichtigen sind, wenn ihre Früchte gute Handelsware sind. Gemeinsamer Bezug von jungen kräftigen Bäumchen ist zu empfehlen. Diese sollen möglichst von einem Mann an die richtige Stelle in richtiger Sorte richtig gepflanzt iwerden. Wir müssen Sorten bauen, kein Obst. Die jungen Bäumchen müssen in den ersten 4—5 Jahren der Kronenbildung wegen, beschnitten werden, was am besten von einer sachverständigen Hand auszuführen ist. Reicher Beifall lohnte die anregenden, lehrreichen Ausführungen. Zum Schluß wurden unter die anwesenden Mitglieder des oberhessischen Obstbauvereins einige Bäumchen ver- I [oft und sieben Neuanmeldungen entgegengenommen. Am
Aus S<aot uuo
Gießen, 21. Dez. 1907.
heran:
Tätern überkommen ist und sich bei allen gebildeten Völkern erhalten hat, sollte man nicht einfach über Bord
** Neujahrswunsch-Ablösung. Man schreibt ^ns: An alle die, die durch einen Beitrag zu wohltätigen zwecken die N e u j a h r S g l ü ck w ü n s ch e ablösen und mit ihren Namen in der Tagespresse genannt werden, treten die Papier- und Schreibwarenhändler mit folgender Bitte Eine alte schöne Sitte, die uns von unseren
in der Entwicklung oder beim Lernen zuruck- bleibende Äiuder, sowie blutarme, sich matt- sühlende und uerböie überarbeitete, leicht erregbare und frühzeitig erschöpfte Erwachsene gebrauchen als Kräftigungsmittel mit Großem Erfolg Lr. Lwrnmcl's Hämatogen. D1*/»
Der Appetit erwacht, die geistigen und tör Der lieben Tratte wc.dcu rasch gehoben, oas (^eiamr Nerverfyücm gestärkt. '
Man verlange jedoch ausdrücklich das erbte Tr. Hommcl's Haematogcn und lasse sich keine der vielen Nachahmungen auireöCu
* Das Umtauschen. x>.ue des Umtauschens ist heute schon zu einer richtigen Urrsitte geworden. Nach Weihnachten erscheinen in den Geschäften jtatt Muferinnen säst nur Umtausä>erinnen, uno jeder Angestellte im Geschäft 'eufzt darüber, denn gewöhnlich sind Die Umtauscherinnen viel schwerer zu befriedigen, als die Käuferinnen. Selbst- verständlich erweist sich der Umtausch bei manchen Ge- chenken als nötig, wenn z. B. eine Dame eine Bluse erhalt, die Wei stummem zu klein ist, oder ein Herr Kragen, die >rei stummem zu weit sind, so müssen die Gegenstände natürlich umgetauscht werden. Es gibt aber Menschen, die keine Freude an einem Geschenk haben, wenn es nicht umgetauscht ist, die z. B. gleich am Weihnachtsabend Der- künden: „Dafür will ich lieber dies und das, dies tausche ich um, dies natürlich auch!" Das ist einfach eure Gcfühls- ungezogenheit. Wer etlvas schenkt, will andern eine Freude bereiten; er erntet statt Dank aber nur Aerger, wenn er sieht, daß sein Geschenk nur auf den möglichen Umtausch hin beachtet wird. Biele Ehefrauen z. B. klagen darüber, daß ihr Mann über das Schenken zu Weihnachten stöhnt, in den ersten Ehejahren machte es ihm aber vielleicht Freude, die ihm nur die leidige Umtauschsucht der Lieben Gattin vergällte, und bei jedem Einkauf denkt er seufzend: „Es wird ja doch umgetauscht." Wie bitter für einen Geber, wenn er auf die zögernde Frage, die sv gern freudige Antwort heischte, „gejaUt es dir denn auch'.^ das SSort hören muß: „Ja, ja, es ist sehr hübsch, aber weißt du, ich könnte gerade dieses und jenes gebrauchen, ich werde es später umtauschen." Es gibt Menschen, die nie praktischer sind, als beim Empfang Der Weihnachtsgaben, die alles anders gemacht hätten, natürlich besser, und die sich selbst recht kräftig ärgern, wenn die Geschenke, die sie geben, auch umaetauscht werden. Wirklich, die leidige Umtauschsuchr hat" schon manche Festfreude verdorben — darum fort
Das ideale Moment, sich 'wenigstens cm der Jahreswende Lei Freunden unb Bekannten, derer man im Hasten und Treiben des Lebens im Verlaufe des Jahres nicht gedenken konnte, und -sei es auch nur durch eine Karte, in Erinnerung zu bringen, ist -ri'ckt gering anzuschlagen. Die Firmen des Papierfack)es, die -Lavier-, Buch- und Kunsthändler, die Buch- und Stemdrucker, Hc Papier- und Briefumschlagfabriken haben jedoch iwch em -weiteres und zwar ein wichtigeres materielles Interesse daran, die Einfülwung der sogenannten Ablösung zu verhindern Die Vereinigungen und einzelnen Personen, die für die Emsührung Hllv _ ,—-----------o—
bex Ablösung eingetreten sind, stehen meistens denr praktischen foI ben borgen wurde eine Obstbaumspritze der 3ÄS. SÄ Uä- Firma G-br. 5-older, Metzingen, in Tätigkeit v°rg-Mrt
digung sie der die kunstfördernden Industrie und vielen Saufend Uub praktische Unterlveifungen an Obstbaumen erteilt, den mit der Anfertigung und dem Vertrieb von Neujahrskarten Krofdorf, 19. Dez. Unter der Leitung des Herrn
Mihnachtsgeschenken, Kranzspenden und ähnlichen Gebräuchen, die Neben der theoretijchen Kenntnis wurden ganz besonder^ manches Mal kleine Belästigungen int Gefolge haben, borge- praktische Unterweisungen vorgenommen. Die Witterung schlagen werden. Welchen nachteiligen Einfluß derartige Reue- ... fcfctere außerordentlich günstig. Wenn irgendwo, bar' In heutiger Zeit, wo der Erwerb für den Einzelnen immerI noch viel in der Obstbaumzucht geschehen. Jetzt scheutt schwieäger wird, sollte man immer mehr daraus bedacht sein, au^ bafür der geeignete Zeitpunkt gekommen, zumal die Handel und Industrie zu unterstützen, als sw zu untergraben. , Durchführung kommt. Private und
kLchE teÄ iemrinbe haben noch so manches Plätzchen, wo Pslan-
kraft der Bürgerschaft und vorzugsweise die GewerbetreibendenI Zungen angelegt werden könnten. ~etber war der Kursus stellt. I _ . a . nur von 12 Teilnehmern besucht, ein Beweis, daß man
** Der Personalb estand d er Landes-Unr- Obstbaumzucht noch nicht das nötige Interesse ent- versität für das Winters eine ter 1906/07 ist in der ge- J ,
wohnten Form erschienen und für 20 Pfg. vom Sekretariat gegen o^l quaverkebr auf dem
MckM^s^tl^e^Dozent"n ^nnd ^Stncwnwn^'nebst^ Woh- Bahnhof setzt'sich bei starkem Verkehr zusammen ans tag- sr I lief) 19 Schnell, und Personenzügen, 3 gemischten Zugen und
-- Inheiden, 19. Dez. Am 18. d. M. hielt Obstbaw- 44 Güter-, Eilgüter-, Bedarfszu^en auf der ^trecre Deutz- te^nitcr Wießner, Friedberg, hier einen äußerst inier- Gießen, aus 21 Schnell- und Personenzugen, 4 gemischten effanten Bortraq über „O b stb a u nach der Feld- Zügen und 31 Guter- der strecke Koblenz-
b er einiaunq>/ Da in unserer Gemarkung die Feld- Gießen und aus 13 gemischten Sagen und - Rangierungen IXiauna aeiabe beendet ist, übte das Thema eine bed auf der Strecke Lollar-Wetzlar. Mit emer weiteren Ver- bi.rmnig g g * rahlreiche Besuch der Ber- mehrung der Züge muß gerechnet werden. Hierfür reichen
etwa fotzendes die' vorhandenen Anlagen des Bahnhofs nicht mehr ans, aus: Zunächst ist in den destchenden Baumanlagen Vruste- so daß sowohl xm Personen- al» auch im Güterverkehr
' ,u t)Qrtcn Ee alten, abgelebten Baumruinen I llebelstände hervorgetreten sind, auf deren Beseitigung Een " heraus Die gutem ^lten Bestände sind durch Bedacht genommen werden mußte. Dre Mängel des
bösere Meae gute Bodenbearbeitung und rerchliche sonenverkehrs bestehen u. a. rn ungurerchenden Bahn
^una zu größerer Fruchtbarkeit zu bringen. Alle ge- steiganlagen,, die nicht )ch^m,rer zugänglich >md und künden aber unsruchrbareri Bäume sind mit wenigen, | in der ungünstigen Lage de- Empfangsgebaudes zwischen ..r ". mnenben üandelsobstsorten umzuveredeln. Die da-! der Deutz-Meßener und der ^.ahnbahn, die zur llvlge hat, L nE^henden^e^nlaligen Ausgaben verzinsen sich reich-1 daß alle Reifenden aus dem Wege vomund zum t«elände auf dem seither Zahrzehntetang Aepfel- Hof stark benützte Hauptglerfe m «chrenenhohe überschreiten L LLme gesLderk Md neu mit Zweien, Kir- müssen. Es ist daher ein Umbau des Stattonsgdbaudes scheu oder den sehr rentablen Mirabellen anzupslanzen. geplant, die gefamten BalMmganlagen auf der No^dMe Gedeihlicher Zutunftsobstbau ist nur aus frischem Gelände । Kmvsana»aebaudes amiuleaen. wodurch tut den JtetM= Ä?' Dazu? Illcht^mmer "bei "best^B°d?^°t^I schaffen wird. Im Zusammenhang mit der Veränderung der ‘ mie unsere oberhessischen Gemeiudeobstanlagen be- Gleisanlagen ist die Beseitigung der Planub er gange d°^r wAm M ta Sl einet Gemarkung und ihr Erkalt durch eene U-bertuhrung
neue Obstanlagen möglichst in geschlossenen Bestandcuaus-
liittöeriitats.nad?vicl>tcn.
— Aus R o ft o ck wird uns geschrieben: Tie Leitung der am Hygienischen Jnstuut der Uuweiftlät neu errichteten Ab- teiluiiß zur Eriorschung von Ti^rkcantheiren wurde dem Bezirkstierarzt Georq H illbruno udertraiteu.
mit ihr.
* Die Reinlichkeit des S ch w immbadeb ass ins. Die gesetzliche Vorschrftt, b;i'B in öffentlichen Schwimmbassins das Wasser von Zeit zu Zeit erneuert werden muß, ist natürlich nur mit ^-reuben zu begrüßen. So haben wir es wiederholt erleben müssen, daß Jnfektionslrantheiten durch das Badewasser übertragen wurden, und namentlich handelt es sich dabei um die sogenannte ägypti'che Augenkrant'heit oder Körnerkrantheit (Trachom). Auf diese ganze ’<yragc buimr. jetzt, wo im Winter nielyr als im Sommer die überdeckten, Schwimmbassins benutzt, ch-rden. Der „Laneet' zu sprechen. Erne Futration dus Wassers in Serbin» öung mit Luftmrpxägnierung soll im großen und ganzen die Wirkung ausüben, daß sich das Wasser monatelang gut hallen fann. So ist z. B. ine Beobachtung gemacht, daß ftch zwar verschiedene Keime im Wasser befanben, daß diese aber ungei-ahrlich waren uno nach acht Monaten im Berglerch zu den entnommenen Waft'erproben nach sechs Monaten abgenommen hatten. Wir müssen gestehen, daß diese Methode ja entschieden vorteilhaft zu. sein scheint, daß es uns aber weit hygienischer dünkt, wenn ein Wasserwechsel in möglichst schnellen Wiederhotungen erfolgt. Allerdings muß man in London mit den schlechten Wasserverhält-- nissen rechnen.
* Auswahl. Betty (zur wartenden Freundm): „Dein Zukünftiger scheint aber nicht zu iommeu?" — Lissy: „Das schad't nichts, wenn nur mein Jetziger tommt."
Präsentkörbchen werden nach Wunsch geschmackvoll arrangiert
P^: Metzgers Nürnberger Lebkuchen
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Tafel-Rosinen
Datteln
Tafel-Mandeln
Eberhard Metzger
Citronen
Haselnüsse
Delikatessen und Weinhandlung
Apfelsinen
Wallnüsse
Telefon 65
Almeria-T rauben
Paranüsse
Frische Ananas
Maronen


