Ausgabe 
30.7.1907 Zweites Blatt
 
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Kunft rind Wissenschaft.

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mit Firmeneinaruck * Sehr billig

BiühPsche Ünivers.-Drnckerei

Verjährung der Vorn rasen ein: sind seit der Verbüßung der Strase eine Reihe von Jahren, deren Zahl nach der Schwere der Strase verschieden bemessen werden könnte, verstrichen, so muß jede Wirkung der Bestrafung aushören und der staatliche Anspruch, den Vorbestraften als bestraft zu behandeln, erlöschen.Soll in Berlin eine Universität sein?" lautet der Titel einer im Jahre 1808 anonym erschienen Schrift. Im Hinblick auf das bevorstehende hundertjährige Jubiläum der Universität Berlin geht, ebenfalls im Jnliheite von,, Nord und Süd", Dr.Hans Schmid- kunz, nachdem er die einzelnen Phasen der Gründung der Berliner Uliiversität überblickt hat, aus den Inhalt jener Schrift mit ihren zum Teil auch heut noch beachtenswerten Gründen nnb Gegen­gründen näher ein. Letzcre überwiegen, und der Verfasser der Schrift entscheidet sich schließlich für irgend eine Mittelstadt als Platz der neu zu eröffnenden preußischen Uliiversität. lieber dieBerliner Kunstausstellungen 1907" schreibt Dr. Paul Kraemer. Bemerkiingeii über altgriechische Kunst biete,i dieAttischen Gedanken" von Prof. Julins voii Pflugk-Harttulig: über die athenischen Grabdeiikmäler, die archaischen Akropolisfunde, die griechischen Vasen u. a. m. Vier Briefe des einst vielgelesenen Schriftstellers Hans Wacheiihilsen an E r n st Eckstein veröffentlicht Eugen Jsolani (Zur Geschichte des Feuilletons und eines Feuillelonisteii"). Tie Briese stanimen aus dem Jahre 1875. Als novellistischer Beitrag ist die baltische NovelleDarthe Sernrnit" von Frances Külpe zu erwähnen. Tie Versafferin weiß die Gegensätze zwischen den deutschen Herren und den lettischen Bauern zu schildern.

UniversiLLits-Nachrtchteiu

In Ann - Arbor (Michigan) starb der frühere Professor der Zahnheilkunde an der Berliner Universität, Di ü l l e r.

Landwirtschaft.

Eine W a n d e r v e r s a m m l u n g der B i e n e n z ü ch t e r findet vom 2. bis 8. August in Frankfurt a. M. statt. Im Senkenbergischen Miiseum am Escheiiheimer Tor ist eine umfang­reiche bienenivirlschaslliche Ausstelllmg untergebracht. Außerdem sindeii ganze Bienenvölker unter den schattigen Baiilngruppen des Botanischen Gürtens Ausstellmig. An der Ausstellung beteiligen sich außer den deutschen auch die österreichisch-ungarischen Bienen­züchter. Am letzten Tage wird em großer Honign,arkt abgehalten.

Gießener Wetterdienst.

Vvanssichtliche Witterung sür Hessen am Mittwoch den 31. Juli: Meist trüb. Mehrfach Regenfälle. Abkühlung. West­liche Winde.

83 Frachtbriefe00

1905 wurden die ersten Spatenstiche zum Ba,i der elektrischen Zahn­radbahn auf dem Montblanc gemacht, uiid jetzt, nach nur zwei Jahren, ist der Schienenweg bereits bis zum Mont Lachat (7000 Fuß), das heißt fast bis zur halben Höhe des Bergriesen, emporgestiegen. Tec Anfang der Montblanc-Bahn liegt bei Saint Gervais, ivo sie sich von der Arvetalbahn abzweigt. Die neue Bahn führt an der Nordivestseite des Berges empor und zeigt eine Spurweite von einem Meter. In dem Bauplan, der von dem Ingenieur Duportal herrührt, ist zunächst die Weitersührung des Schie,ienweges bis zur Aiguille du Goüter (3800 Meter) geplant, wo ein Aussichtshaus einen Ueberblick über die Gletscher und Klüfte von Bionnassay ge­währen soll. Ter Verkehr von Saint Gervais bis zur jetzt er- reichten Station Mont Lachat soll für das Touristenpublikum in allernächster Zeit eröffnet werden ; nur müssen noch einige Stationen aiwqebaut und rollendes Material muß herbeigeschafft werden. G in Gefälle von 45 Nieter mit einer Massermenge von 10 Kubik­metern hi der Sekunde liefert die erforderliche Energie. Man rechnet übrigens darauf, daß ein Viertel der Elektrizität zur Be- lenchliing der Bahnhöfe, der Tunnel und der Wagen sowie zu deren .wiuma wird benutzt werden können. An wetteren Stationen sind I zJioaueö (8185 Fuß), Tete Rouffe (10 550), Aiguille du Goüter (12000) M und TÜme du Goüter (13 4t 5) vorgesehen. Bis zu einer Hohe von il etwa 8000 Fuß, also bis zur Mitte der ganzen Bahnstrecke etwa, ; Heal das Geleise frei und ermöglicht die herrlichsten Aussichten aus ? di> grandiose Alpenwelt des Montblae. Dami führt dle Zahnrad- W rahn bis zur Aiguille du Goüter auf einer durch den Bergabhang iH rgbohrten Galerie, die doch etliche Ceffnungen zeigt. Von der j 'Jj,nulle du Goüter muß em Tunnel zum £öme bu Goüter ge- 1 laut werden, um die Geleise vor Lawinen zu schützen. Tie ganze

Slrecke soll bis zum Jahre 1911 fertiggestellt sein.

Gevichtsjaai.

R.B. Butzbach, 26. Juli. Das Kriegsgericht der 2 5. Division ivar gesterii hier und verhandelte über eine Anklage wegen K a Ni e r a d e n d i e b ft a h 1. Der Sergeant Krämer aus Nebra bei Queriurt voii der 2.Komp, des Inf. Regt. 168 war angeklagt, in der Schwimmanstallt zu Griedel einem dort ebenfalls badenden Unlerosstzier einen Hundertmarkfchein entwendet zu haben. Ter Angeschuldigte bestritt die Tat ganz entschieden und das Kriegsgericht sah sich genötigt, maiigelS hinreichender Be- iveise seiner Schuld ein f r e i s p r e ch e,i d e s Urteil zu fällen.

!R. B. Darmstadt, 29. Juli. Der Dreher Dragonir Ra­do s a o l j e w i t s ch war vom Offenbacher Schöffengericht zu einer Woche Gefängnis verurteilt worden, weil er auf der Straße Arbeitswillige durch die WorteIhr Streikbrecher" be- lerdigt hatte. Tie Strafkammer stimmte int allgemeinen dem Urteil des Schöffengerichts zu, wandelte aber aus Billigkeits­gründen die Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe von 40 Mk. um, wozu noch die Kosten beider Instanzen stimmen. Eine recht rohe Tat beging-»er Arbeiter Fleckenstein aus Hösbach. Er kam mit einem alten Kollegen in Langen in Streit und schlug ihm mit der Faust so wuchtig auf ein ohnehin fchon schwaches, krankes Auge, daß es ganz zerstört wurde und entfernt werden mußte. Ter Gerichtshof belegte ben Angeklagten für seine Mißhandlung mit 9Mvnsaten Gefängnis.

Berlin, 30.Juli. Die umfangreichen Darlehens-Schwindeleien des Vermittlers K o s ch o r o ck , dessen Verhaftung großes Aufsehen erregte, beschäftigte gestern die Ferienftraskammer I. Die Anklage lautete auf Betrug in 2 7 2 Fällen und auf versuchten Be­trug in 386 Fällen. Mitangeklagt war der Kaufmann Otto Marschall wegen Beihülfe zu Betrug. Während der letztere freigesprochen wurde, erhielt Koschorock 2 Jahre und 6 Monate Zucht- h aus und 3000 Mk. Geldstrafe, event. noch 200 Tage Zuchthaus.

b. Frankenthal, 27. Juli. Der frühere.Kassierer der Speyrer Gewerbebank Wendelin Müller wurde von der Strafkammer wegen Veruntreuung in Höhe von V-. Million Mk. zum Nachteil der Bank zu 5 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt.

Straßburg, 29. Juli. Der sozialistijche Agitator und Wahl­kandidat Privatlehrer Kost erhielt wegen Unterschlagung fün Monate Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust.

SMSvt.

Radfahren. Bei der am Sonntag vom Nordbezirk des Gau 9 des D. R.-B. veranstalteten lOO.Kilometer Preisfahrt beteiligten sich auch Mitglieder des Rad-Klub Germania und zwar wurde E. Lauer 2. in 3 Stunden 40 Minuten, Noll 5. in 4 Stunden, Zeder bau er in 4 Stunden 13 Minuten. Die Vereinsrennen des Rad-Klub Germania Gießen am Sonntag, 31 Juli hatten folgenden Verlauf, Klubmeisterschaftsfahren über 1600 Wer: 1. Kronenberg, 2.ßA.Kircher,j3.Zederbauer; Fahren um den Wanderpreis über 20 Kilometer: 1. Noll, 2. Kronenberg, 3 A Kircher, 4. Lauer, 5. Zederbauer, 6. Volpert, 7. Unverzagt, 8. Dietrich, 9. Kircher 11, 10. Löwer als Senior, 11. Muhl.

Das von dem Radler-Verein Diana veranstaltete M e i st e r f ch a f t s f a h r e n über 20 Kilometer wurde unter reger Beteiligung bei ungünstiger Witterungabgehalten^Als-Sieger- gingen durchs Ziel: 1. Otto Dechert 40 Mm. 2 Sek., 2. Adols Flick 42 2)im. 5 Sek. und 3. R. Blum 44 Mm. 10 Sek.

o ** Radsportfest des Gau IX. D. R.-B. Anläßlich des 2Ojährigen Stiftungsfestes des R.-V. Wetzlar findet unter dessen Arrangement am 11. August in Wetzlar das Sommersportfest des Gau 9 des Deutschen Radfahrerbundes statt. Die Veranstaltungen umfassen grober Preis-Blum en- Korso, Wettbewerb in Kunst- und R e i g e n f a h r e n, Radball- und Radpolospielen, wozu der Deutsche Radfahrerbund, die Stadt Wetzlar, der,festgebende Verein u. a. wertvolle Ehrenpreise gestiftet haben. Dte allia^ Gair° Wanderfahrt findet aus diesem Anlasz am H-August nach Wetzlar statt, sowohl für Vereine als auch Einzel- und Krastzahrer Als Prämiierung für Vereine sind Gauplaketten tmd für Einzel- und Kraftfahrer Diplome bestimmt. Für gropte prozentuale Be­teiligung in den Vereinen hat der R.°B. Wetzlar für jede der drei Vereinsgruppen einen Ehrenpreis gestiftet.

Arbeiterbewegung.

Breslau, 29. Juli. DieSchlesische Zeitung" meldet aus Landeshut: Die Lohnbewegung der hiesigen Textil­arbeiter, die am 13. Juli zu der Aussperrung von 2500 Mann führte, ist am Samstag unter Vermittelung des Bürgermeisters in einer gemeinsamen Versammlung der Arbeitgeber und der Arbeiter­vertreter b e i g e l eg t worden. Tie Arbeit soll nächsten Mitt­woch wieder ausgenommen werben.

DerBerl. Lokalcmz." meldet aus Kiel: Eine Versammlung der Arbeiterschaften der Kieler P r i o o t w e r f t e beschloß, von einem Ausstande wegen der schwebenden Lohndifferenzen abzu­sehen, weil ein Streik alle deutschen Werftarbeiter in Mitleiden­schaft ziehen ivürde. Es wird eine Konferenz von Vertretern der Arbeiterschaften aller deutschen Werften a n g e ft r e b t.

London, 29. Juli. Die Straßenbahner beschlossen den Ausstand, falls die städtische Behörde ihnen eine Lohnerhöhung verweigere. Sonntag nachmittag zerstreute die Polizei zwei Ver­sammlungen beim Zollhaus mit Gewalt, wobei viele Verwundungen vorkamen. Uebcr 500 Konstßbler erklärten in den Aus- ft and zu treten, wenn ihnen nicht binnen einer Woche die ge­forderte Lohnerhöhung zu teil wirb.

(Spinal, 29. Juli. Bei bett geftrigen Kämpfen zwischen Streikenden und G e n b a r m e n sind, wie nachträglich be­richtet wirb, drei Offiziere verletzt worden. 21 Gendarmen und Soldaten erlitten ebenfalls Verletzungen. Es heißt, daß zwei ver­wundete Kundgeber ihren Verletzungen erlegen sind. Der Zustand eines verletzten Gendarmeti gilt als hoffiiungslos. Eine Kompagnie des 20. Jäger-Regiments ist an Ort unb Stelle eingetroffen.

Kanvel.

Wertver lüfte an süd afri kanrschen Akti en. Welch enorme Wertverlnfte der Besitz von südafrikanischen Aktien Mit sich bringen bann, ergibt sich aus dem 'Geschäftsbericht der Central Mining u. Investment Company, die teer einigen Jahren mit einem Kapital von 6 Mill. Lftrl. gegründete Wemher Beit'sche Entlaftungsgesellschast. Seit Bestehen des Unternehmend ist ein Verlust von beinahe 2 Mill. Lstrl. entstanden, der sich nach Ab­zug der vereinbarten Zinsen nnb Divibenden auf runb 1,552,000 Lstlr. vermindert. Djer Verlust 'ist, wie erwähnt, hauptsächlich durch die Wertabnahme der von der Gesellschaft übernommenen 'üdafrikanischen Aktien entstanden. Der Bcrickft weist noch be- 'onders darauf hin, daß auch die besten Anlagewerte, wie Kvnsols uno fremde Stjaatswerte, wovon die Gesellschaft für 1,014,753 Lstrl. (Kostenpreis) besitzt, im Preise nachgegebeii haben. Ter Marktwert der Anlagepapiere und Goldaktien betrug am 30. Juni 3,139,422 Sftrl. Ter Preis der 20 Lstrl.-Aktien der Gesellschaft elbft stellt sich gegenwärtig auf ungefähr 11 Lftrl.

GriginaUVrahtmeldunge«.

Berlin, 29. Juli. Das Zusammentreffen Kaiser Wilhelms mit dem Zaren findet bekanntlich am 3. und 4. August in Swinemünde statt. Aus Anlaß dieser Entrevue ist, wie die B. Ztg. erfährt, der bevor* tehende Flotten-Manöverplan abgeändert morden. Die ganze Sch lachifl ottill e soll nicht nach Helgoland gehen, sondern die Uebungen werden in der Ostsee und bei Swinemünde stattgnden. Zu der Kaiser-Flottille wird die vom Prinzen Heinrich gebildete Hochseeflotte stossen, sodaß dort Anfang August die Flotte vereinigt sein wird.

Berlin, 29. Juli. Die neuesten Unruhen in Kamerun sind wahrscheinlich auf religiöse Ver­hetzung zurückzuführen. Ernstere Befürchtungen hegt man in hiesigen leitenden Kreisen vorläufig nicht. Das Gelände, in dem sich die Unruhen abspielen, ist für deren rasche Niederdrücknng sehr günstig.

Swinemünde, 29. Juli. Das hiesige Postamt hält für die Kaisertage Beamte in Bereitschaft, die der russischen Sprache mächtig sind.

Stuttgart, 30. Juli. Ein parlamentarischer Konflikt droht in der ersten württembergischen Kammer auszubrechen. Graf Nechberg-Rothenlöwen beabsichtigt, laut Stuttgarter Morgenpost, das Präsidium der ersten Kammer niederzulegen, weil die ritterschaftlichen Abgeordneten seine Geschäftsführung bemängelt haben.

Bozen, 30. Juli. Dem Üeberfall auf die deutsche Reisegesellschaft ging eine förmliche Mobilmachung der Irredentisten in allen süd­tiroler Ortschaften voran. Wagen und Automobile wur­den in Menge aufgeboten. Auf deutscher Seite hatten besonders die Reichsdeutschen nicht die geringste Ahnung von der Gefahr.

Paris, 30. Juli. In Revien in den Ardennen kam es gestern anläßlich der Wahlen zu einer heftigen Kund­gebung. Auf einem Ball wurden die zur Aufrecht­erhaltung der Ordnung anwesenden Gendarmen angegriffen, wobei ein Offizier ernstlich verletzt wurde. Auch 2 Gen­darmen wurden durch Steinwürfe schwer, einige andere leichter verletzt. Viele Verhaftungen wurden vorge« nommen. Die ganze Nacht wurde Sturm geläutet.

Epinal, 30. Juli. In Raon kam es gestern zu einem Zwischenfall. General de la Tour, der zur Inspektion der Truppen hier eingetroffen ist, wurde von Ausständigen angegriffen und mißhandelt. Der General erhielt mehrere Stockhiebe. Er antwortete, indem; er einen Angreifer ohrfeigte. Der General befand sich in einer üblen Lage, bis endlich Soldaten herbeieilten und ihn befreiten. Außer diesem Zwischenfalle ist die Ruhe nicht ernstlich gestört wurden. Der Gemeinderat hat 500 Franks für die Opfer der vorgestrigen Unruhen aus- geworfen.

Petersburg, 30. Juli. In der Nacht auf Sonn-», tag wurde die hiesige baltische Werft von der Polizei durchsucht. Während der Durchsuchung, die die ganze Nacht andauerte, war das riesige Gebäude von etwa 500 Polizisten und Gendarmen umzingelt. In den Vorräten und Schubläden der Arbeiter wurden viele revolutionäre Schriften und eine Anzahl Revol­ver und Patronen gefunden. Auch die Bureauräume und das Arbeitszimmer des Direktors wurden durchsucht. Doch wurde dort nichts gefunden.

Odessa, 30. Juli. Aus der Rückkehr von der Beer­digung eines ermordeten Schutzmannes begannen Mitglieder des russischen Bundes in jüdischen Läden und auf vorüber gehende Juden zu schießen und verwundeten mehrere Personen. Die hmzugekommenen Soldaten mußten zur Wiederherstellung der Ruhe von ihrer Waffe Gebrauch machen. Die Mitglieder des ruffischen Bundes schossen ihrer seits auf da§ Militär, verwundeten einen Soldaten schwer und liefen davon. ~ m

New-York, 30. Juli. Aus (51. 3 a go b e® m) auil wird gemeldet, daß das Kriegsgericht lo Sol­daten, die an dem Anschlag gegen den Präsidenten von Ekuador beteiligt waren, zum Tode verurteilte. 8 Der­selben sind bereits gestern erschossen worden, die Hinrich­tung der anderen ist für heute zu erwarten, ferner wurden 9 Soldaten zu lebenslänglichem Zuchthaus ver­urteilt. Aus Quito wird die Entdeckung einer neuen Verschwörung gegen das Leben des Präsidenten gemeldet. Die in die Angelegenheit Verwickelten sind entflohen.

ii __ Tie Strafrechtsreform hat sich in letzter Zeit mit den gesell- ^schu'tlichen, ethischen unb juristischen Konsequenzen beschäftigt, bie bei Auäljrung ber Vorstrafen entspringen. Die Wichtigkeit Licier Frage hat ine ZeitschriftNord und Süd" veranlagt eine N.mbfraqe an Autoritäten des Rechtes ergehen zu laßen nut dem ^Cisuchen, ihre Stellung hierzu zu präzisieren, ^m Jutthest von j und Süd" (S. Schottlaenbers ^chlesifthe Verlags-Anstatt, L m b. £>., Berlin W. 35) begimit die VeMenllichnng der ein- nennna-uen Antworten mit dem ArtikelDie Borstraien" von Pros. !-Acbcnfelb in Rostock. Es wird das heutige Recht hinsichllich der Vifiellima der Vorstrafen von ^Angeklagten, Sengen und Sach- .2 ucrlläni)igen als verbesserungsbedürftig bargetan. Die Beschlüße ciber welche bie mit der Vorarbeit für eine neue Strafprozeß« orbmma betraute Kommission in dieser Richtiing gesoßt hat, halt -Lroi Wach-nieid ntcht sür ausreichend; er irtttvielmehr sur die

r 6 ?'n f \l ft 7'edcr, bie. in dem nördlichen Teile von ^eUln mohrfachelr Schaden anrichleten.

Straßburg, 29. Juli. Eine aktuelle Affäre erregt JPJ1« L^^cs Aufsohen. Vor einigen Tagen oer- Äi^ Geh Reg^erungsrat Scheidt in die Wohnung eines Mrnisterialdirektors gewalt- a C Vy r ^urde daran verhindert und

>egab sich itt Restaurant Germania. Auf Veran- assung de^ Mnnstertaldireltors, der die Hilfe der Polizei 11 'm v?ruc^ pa^)Ut, wurde der Geheime Regrerungsrat Im Restaurant von zwei Schutzleuten untersucht; einen ftevolver, nut dem er den Ministerialdirektor bedroht laben soll, fand man bei ihm nicht. Man glaubt, daß w i ic Tat un Zustand nervöser Ueberreizung verübt hat. Geheimrat Scheidt ist als unheilbar geisteskrank nach )er Landesirrenanstalt Stephansfeld gebracht worden. Es gestanden keinerlei Differenzen zwischen ihm und dem : ingegriffenen Beamten.

; * 0111 Blitz erschlagen. In Uric bei Jntro

Lago magiore) wurde eine Anzahl Studenten, die , norgens nach den Alpen aufgebrochen waren, auf dem Marsche von einem heftigen Gewittersturme überrascht.

Der Blitz schlug mitten unter die Schar ein und tötete ; uif der Stelle den 26jährigen Alphons Tolmeister aus Eichsfeld und den 18jährigen August Urbn aus Tilsit. Ä.Fünf andere Studenten wurden verletzt. In Hegen- ü z eim (Elsaß) wurden während eines schweren Gewitters ? zwei Bauersleute, Vater und Sohn, vom Blitz erschlagen. * Fürchterliche Brände in Nord-Amerika.

Am 26. Juli brach in einem großen Mietshause zu New 9^rk, in dem etwa zweihundert Mieter wohnen, eine : Feuersbrunst aus, die zahlreiche Menschenopfer forderte.

Fünfzehn Frauen und fünf Kinder sind tot, ' zwanzig Personen erlitten schwere Verletzungen. Das & Feuer, das durch eine Explosion im Keller plötzlich zum Ausbruch kam, hüllte im Nu das ganze Haus in Flammen . ein. Es war unmöglich, die Mieter rechtzeitig in Sicher- ; yeit zu bringen. In den oberen Stockwerken riefen die Mütter wahnsinnig um Hilfe, die ihre Kinder vor ihren > Augen Opfer der Flammen werden sahen. Mehrere der Frauen taten in der Verzweiflung den Todessturz in die Tiefe. Die Entstehung des Feuers wird auf Brandstiftung - zurückgeführt. Bereits ist ein Ungar, als der Tat ver- oächtig, verhaftet worden. An demselben Tage ist in - Longbeach auf Long Island das Longbeach-Hotel, eines ! oer größten Hotels an der atlantischen Küste, bis auf den - Arund niedergebrannt. 800 Hotelgäste konnten nur oas nackte Leben retten. Bei dem Brande wurde niemand , getötet. Dagegen sind zwei Personen verletzt worden. .; Aus New Dort wird ferner gemeldet: Der alte Fluß- - Dampfer Frontenac hatte etwa 70 Ausflügler an Bord.

Plötzlich brach auf dem hinteren Teil Feuer aus, während Die meisten Passagiere unter Deck waren. Das Feuer breitete sich rapide über das Schiff aus. Der Kapitän steuerte mit Volldampf zum Ufer und brachte das Schis' >n 5 Fuß wassertiefe auf Strand. Das Land war noch 800 Fuß weit entfernt und die Passagiere mußten 'j ins Wasser springen, um es zu erreichen. Hierbei : ertranken 8 Frauen und 3 Kinder. Ein Kind u verbrannte und viele erhielten Verletzungen.

Eine Nivnogravhie über bas neue Stabt- t f)'e ater. Architekt Hans Meyer, ber Erbauer unjeres Stabt- :i cheaters, hat im Verein mit Professor Dr. Fromme zur Feier ber 1 Eröffnung beleihen eine Denkschrift verfaßt. Ohne weitschweifig | -,u werben, führt er uns barin bnrch alle bie schönen unb kostbaren rj :Juiiiine bes Theaters, erläutert uns bie Anlagen ber Bühne, sowie 4 bev gesamten Einrichtungen bes Hauses in gefälliger Sprache unb j auch jebem Laien wohl verstanblicher Form. Eine große Anzahl uni photographischem Wege hergestettter Jllustrationeii, Vollvilber, j Üertbilber, sowie Situationspläne unb eine genaue, mit Preisen j versehene Platzeinteilung bes Zuschauerraumes vervollstänbigl bie i sehr empfehlenswerte ^Arbeit, von ber wir wohl annehmen dürfen, j baß sie jeder Gießener seiner Büchersammlung einverleiben wird nie eines ber markantesten Dokumente des schönen Erblühens unserer J Stadt. Tie Schlußseilen werben von Alsreb Bocks hochgestimmter - Prolog-Dichtung eingenommen. Trotz vornehmster Ausstattung l aut Kunstbruckpapier ist bie tn Groß-Quart erschienene Broschüre zu verhältnismäßig sehr geringem Preise käuflich.

* Neues von b er Montblanc-Bahn. Im Jahre