Nr. 176
Zweites BlE
157. Ä
Kanzeln Bischofs eucha -
Die neue Aula
ist vollendet. In aller Nutze und Stille ist sie erstanden und gestern abend konnte in Anwesenheit des Ministerialrats Weber, zahlreicher Professoren, der leitenden Baumeister rc.
Dienstag 30. Juli 1907
,A Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion.S^AliL. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.
ril'tlschen Kongreß enthält. Die Freidenker-Vereine zu Meß, Straßburg, Colmar, Mülhausen veranstalten in den Tagen des eucharistischen Kongresses öffentliche Demonstratio n sv e rj a mm lu n g e n gegen den Wunderglauben an das Sakrament.
gab dem Danke der Landesuniversität für die hochherzige und freisinnige Stiftung in warmen Worten Ausdruck. Die modernen Mächte des Handels und der Industrie, die sich in engem Zusammenhang mit dec Entfaltung der städtischen Freiheiten entwickelt hätten, sie Hütten stets auf Seiten der Aufklärung, des geistigen Fortschrittes gestanden, und es sei hocherfreiilich, daß die Kaufiilannschaft Gießens dieser alten Verbindung bei dem Jubelfest der Universität Aiisdruck verleihe. Die Arbeit der Universität sei ein beständiger Kampf, ein Kampf gegen Stunipfheit und Irrtum; in glücklicher Weise habe sich die Kaiifinannschast der Worte Montecuculis erinnert, daß 511111 Kriegführen erstens, zweitens, drittens Geld gehöre. Die Stiftung der Kaufmannschaft gewähre unserer jungen Mannschaft die Mittel, sich treffliche Waffen zu be- chasfen, sich weiterzubilden in ihrer Führung.
Jubiläumsspendeu.
Freiherr von Heyl zu Herrnsheim hat den Künstln fti tut en der Liü>oviciana als Grundstock zu einer Sammlung von Werken hessischer und mittelrheinischer Kunst 3000 Mk. hochherzig gespendet. Auch sonst sind von hiesigen und auswärtigen Kunstfreunden, die zumeist^nicht genannt sein wollen, diesen Instituten weitere namhafte spenden zugewendet oder in Aussicht gestellt ivorden.
Straßburg i. E., :d9. Juli. Von allen : Diözese Metz wurde gestern ein Hirtenbrief des 'lesen, dec ein Schre ibe-n des Papstes zum
Versuches Reich.
Berlin, 29. Juli. Die Zahnoperation, der sich ?r Reichskanzler Fürst BüLow hat unterziehen müssen, t ala mit gutem Erfolge beendet anzusehen. Dec Kanzler ird wahrscheinlich das vorliegende Arbeitsmaterial in Berlin ufarbeiten und sich dann direkt uon hier zum Vortrage beim aijer nach Swinemünde begebens. Der Monarch beabsichtig nd) der Rückkehr von der Nordilandreise, wie schon früher 'meldet, in Swinemünde einer Schießübung vor- lZsichtlich am 1. August beizunaohnen. Von dort dürfte sich ülow in den ersten Tagen d4is August nach Norderney nückbege.ben, um dort seinen Unterbrochenen Urlaub fort- > setzen.
— Ueber die Besetzung d-es posener Eczbischofs- uhles sind noch keinerlei Bestimmungen seitens der eußijchen Negierung getroffen worden. Nach Eingang der orschläge des Domkapitels Posim-Gnesen sind Verhandlungen pflogen worden, die noch foiÄauern und deren Beendigung lschemend noch in weitem FeUj-e steht.
— Dem Verl. Lokalanz. zufÄge begibt sich eine Stu die n- «mmission unter dem Gehemien Baurate Wittfeld aus m Ministerium der öffentlichen Arbeiten nach den Ver- ligten Staaten von Nordamerika, insbesondere zur Besich- ;ung elektrischer BahnaoAagen.
•— Wie die „B. Z." von ^verlässiger Seite erfährt, ver- ntet, daß Chinesen als Arbeiter nach Deutsch- ftafrika eingeschisft werden sollen. Die Vorbereitungen en im Gange
München, 29. Juli. In einer Ministerial- ekanntmachung über die Automobil-Touren- hrt heißt es: Die Erfahrulig habe gezeigt, daß Zuver- sigkcitsfahrten leicht in Schtnellfahrten ausarteten und durch ' Anhäufung vieler Fahi^euge den öffentlichen Verkehr den. Die Genehmigung zu solchen Veranstal- ngen in Bayern rcerb»e deshalb versagt, weil sie •ignet sind, den öffentlicheit Verkehr zu stören.
die erste Beleuchtungsprobe stattfinden. Verstummt sind nun alle Zweifel. In ruhiger Vornehmheit präsentiert sich der hohe und breite Saal. Nirgends eine Ueberladung mit deko- rativem Schmuck, überall das Bestreben, die schöne und zugleich praktische Architektur durch ihre Einfachheit wirken zu lassen. Die zivei großen Lüster sind von höchster schlichter Schönheit. Lang fallen von den beiden Doppelleuchtkränzen Glasgewinde gleich blitzenden Strahlensträhnen herunter und tauchen den Saal in flutende Helle. Die wie der ganze Naum im Grundtone weiße gewölbte Decke ist nur durch gelblich getönte Quadrate diskret geziert, und die ganz schmale hellblaue Umränderung der Flachornamente am einzigen'Nang wie an der ornamentalen Barockumrahmung der drei Fürstenporträts gibt dem ganzen Saale die besondere zarte dekorative Wirkung. Jedenfalls besitzt Gießen in dec neuen, in schönen Barockformen errichteten Aula (Näheres von ihr ist bereits in unserer Nr. 140, 2. Bl., vom 18. Juni gesagt worden) eine der erfreulichsten unter seinen neuen Bauten, em Werk von kühler und doch behaglicher vornehmer Nutze, sein geschmackvollstes, stilvollstes Saalgebäude.
Zur Ziu v^sitt'üsferer.
Die Ankunft S. K. H. des Großherzogs erfolgt, Ivie bereits mit gereift wurde, am Mittwoch nachmittag gegen 4V3 Uhr Mittelst ^onderzugcs. Bei der Fahrt zum Alten -Lrchwß werben Vereine und bin Teil der Jugend Spalier stehen.
Als Vertreter des Kaisers wird der kommandierende General des 18. Armeekorps, General der ^istanteriee von Eichhorn an der Dreijahrhundertfeier der Land esunwersitüt teilnehmen.
Die Jubiläumsgaüe der Gießener Kaufmannschaft wurde am Samstag Sr. Magnifizenz, Rektor, Geh. Hofrat, Professor Dr. Behaghel, durch die beiden Vorsitzenden dec Handelskammer, die Kommerzienräte Koch und Heichelheim, und Stadtv. Helm, dem bet dieser Stiftung durch seine hingebende, und verständnisvolle Mitarbeit besondere Verdienste zur Seite stehen, überreicht.
Dem wiederholt vertretenen Wunsche, daß die lieber» reichung der Urkunde in das Programm des Festaktes aufgenommen werden möge, konnte nicht entsprochen werden, um dessen weitere Belastung zu vermeiden. In gleicher Weise mußten darum auch bte übrigen Stifter beschieden werden.
GeneralratswahLen und Uriruheu in Frankreich.
3ü 11iqVn 'Emu; nunmehr vorliegenden end-
:kä HJRr yLWL'L'«'S« gilt Linen, sowie 565 Radikale und Sozürliftisch-Radtkale
I totomm gewinnen,^unabhängige Sozialisten, die 2 Sitze ge-
I tonnten, unb 6cemrgte Sozialisten, die ebenfalls 2 Sitze gewinnen
-In dem Bezirk Sr. Martin sind ernste Unruhen I nut ^en gestrigen Genemiratswahlen aus-
ijcuijo.)cn. Es kam zu einem Zusammenstoß, bei welchem viele fehlen^wch^^ b^ toorben stnd. Einzelheiten über den Krawall : I ll9 ^uem Liebesm ahle durchzogen die Offiziere des gestern nacht in Lark angeheitertem Juitande das Militärlager von Chalons und sangen Lieder nrh V 5tcI<xrreiIn 0 d) r u f e auf das Kaiserreich aus- ton« Uiibftet Offizieren b^ Saint-Cyr-Lehr-
f nlr kfv? uni> 0s kam zu Begegnungen, i>'.e mit Heraus- e?r u n Sudeten. Der kommandiererüoe General gestattet ieb0»-, , Zwnk-imp,e^ sondern geht disz,iplinarisch vor
Q u i m p e r, ^9. Juli. Gestern sind in P l 0 u g a st e l ernste Unruhen ausgebrochen, wobei dec Abgeordnete und ^nrgermeister von PL-zenet. ein kons. SenaU.r nnü dessen J«u
V r ? ” ?? gr 1TJen und verletzt wurZ.en. Mehrere R e- ) 0 l v er f ch u | s e wurden abgefeuert. Das Rathaus in Plougastel ist zurzeit verbarrikadiert. Gendarmerie-Äerstärlung ist nach dorthin adgegangen. }
Nach einer einleitenden Ansprache an Se. Magnifizenz verlas Kommerzienrat Koch die in künstlerisch ausgeführter Mappe ruhende Adresse, deren Wortlaut wir wiedergeben:
„Beim Herannahen des Jitbiläums unserer Universität regten sich in iallen Schichten unseres hessischen Volkes Herzen und Hände, uni diese weit über die Grenzen unseres deutschen Vaterlandes hinaus bedeutungsvolte Feier würdig' begehen zu helfen. Von dem Gefühle inniger Zusammengehörigkeit durchdrungen, wie es in entern drei Jahrhunderte hindurch gemeinsam getragenen Geschick begründet ist, nwllte die Gießener Kaufmannschaft nicht zuruckitehen im Kreise der Gratulanten. Sie empfand es als ein Bedürfnis, der ehrwürdigen verdienft'pollen Jubilarin, die uns in stets wachsendem Maße von ihren geistigen Schätzen mitgeteilt hat und in deren segensreicher Entfaltung unsere Stadt eine ergiebige Quelle wirtschaftlichen Emporblühens erblickt, dank- hare Verehrung zu bekunden. Tie Anregung der Großherzoglichen Handelskammer, als bleibendesl, äußeres Zeichen dieser Gesinnung eine Jubiläumsgabe darzubringen, fand in den Kreisen von Gießens Handel und Industrie freudige Aufnahme. Wir fühlen uns hochbeglückt, eine Stiftung im Betrage von 18 581Mk. überreichen zu können, die bestimmt ist, im Sinne der Geber als „Stipendium der Gießener Kaufmannschaft" würdigen Jüngern der Wissenschaft den Weg zum Ziele erleichtern zu helfen. Einen hohen Senat ersuchen wir gemäß der beigesügten Satzungen an der Verwaltung der Stiftung gütigst teilnehmen zu wollen. Möge die Universität Gießen als Stätte der Forschung wie der Lehre ^blühen und segensreich wirken bis in fernste Zeiten."
Se. üstagnifizenz Geh. Hofrat Prof. Dr. Behaghel
rrusians.
S k a g e n , 29. Juli. Wegen Nebels erfolgte die Abreise des deutschen Kaisers von Bergen erst am Sonntag früh 6 Uhr ^as Weter klätrte sich aber während der Reise auf. Der Kaiser hielt am Sonntag morgen Gottesdienst an Bord ab Tie An- runst in Skagen wird gegen Mitternacht von Sonntag zu Montag erfolgen. Ati Bord ist alles wohl.
c. ^Len' 29- Juli. Wie die „Zeit" authentisch erfährt, findet die Entrevue zwischen Kaiser Franz Josef und König ^on England am 15. August in Ischl statt.
r Die Morgiublatter melden aus P e t e r s b u r g - Am 29 Juli «folgte die Ankunft des französ. Generals Brun. Der Empfang der-selben siel außerordentlich kühl aus, was großen Eindruck machte. Gleichzeitig sind m der konservativen russischen Presse ?.e J. j 6 e Angriffe auf Pieguard undClemeneeau hinsichtlich ihrer schwachen Haltung gegenüber dem Antimilitarismus erschienen.
Der „Berl. Lok.-Anz." meldet aus Petersburg: Unter beut Zug e des Großfürsten Peter Nikolajewitsch platzte bei der Station Slawjanka eine Bombe, ohne wesentlichen Schaden anzurichten.
•r, a b r i b , 29. Juli. Die Tagung des Parlaments tst geschlossen worden.
^-^^lterdam, 29. Juli. Nach einem Telegramm des „Jueuiöe Rvtterdamsche. Curant" aus Batavia griff die Bevölke- rnng der Ortschaft Matander auf Celebes eine aus 8 Mann bestehende Jnfanterieabteilung an und machte s i e n 1 e ö e r. Eine Abteilung Polizeitruppen ist nach Matander abgegangen.
Der Fackelzug geht durch folgende Straßen: Leihgesternerweg, Ludwigstraße, Aulaplatz, Götheftraße, Stephanftraße, Gartenstraße, um den Lud- wigsplatz, Gartenftraße, Neuen Baue, Schulstraße, Marktplatz, Mäusourg, Kreuzplatz, Seltersweg, Frankfurter Straße und Liebig- straße. Tas Zusammenwerfen der Fackeln erfolgt auf der Wiese östlich der Auffahrt zur Festhalle.
Unter Bezugnahme auf unsere kürzliche Notiz über die Fahrt des Großherzogs und der Großherzogin zur Besichtigung dec Beleuchtung der Stadt ist noch nachzutragen, daß Ihre Kgl. Hoheiten auch das Zusammenwerfen der Fackeln auf bem Festplatz unterhalb der Festhalle an der Liebigstraße mit ansetzen werden. Die hohen Herrschaften werden deshalb auch noch andere Straßen als die zuletzt genannten durchfahren, so einen Teil der Süd-Anlage, Goethestraße, Ludwig- straße, Liebigstraße 2c.
Feuerwehr-Bereitschaft.
Bei der morgen <wenb stattfindenben Illumination der Stadt werben von der Feuerwehr im Turmhaus am Brand und an dec Polizeistation Selterstvr Wachen bezogen.
Sanitätsdienst. Während des Festes wird die Santtätskolonne eine umfangreiche Tätigkeit entfalten. An den Hauptseststellen wird sie je eine Abteilung postieren; ebenso wird an bem Abend des Fackelzuges eine Wache die Depotstelle im alten städtischen Hospital am Seltersweg beziehen. Ferner wird aus die fünf festen Verbandstellen hingewiesen, ivie das Großh. Polizeiamt heute bekannt gibt. Bemerkt wird hierbei, daß die Hilfeleistung durch die Verbandstellen unentgeltlich erfolgt, daß aber freiwillige Spenden zum Ersatz der verbrauchten Vecbandmittel gerne angenommen werden, da die Mittel dec Sanitätskolonne äußerst gering sind.
Verlängerter Telegraphendienst.
Vom 31. Juli bis 3. August wird mit Rücksicht auf das Universitätsfest beim Poßttmte 2 (Stadtpoft, Schulstraße 11) verlängerter Telegrpphendienft bis nachts 12 Uhr abgehalten.
Die Annahme ib.*er Telegramme findet in der Packkannner (Eingang durch den Posthof) statt. Anmeldung durch die Klingel.
Omnibnsverkehr.
Mittwoch abend nach dem Fackelzug von 9 Uhr Verkehren Wagen vom Marktplatz nach der Festhalle (Liebigstr.).
Tonnerstag mittag von 4 Uhr ab fällt der Verkehr in der Stadt aus. Tie Wagen fahron von der Bürgermeisterei nach dem Philosophenwald.
Damenkarten.
Vielfache 2lnsragen veranlassen das Rektorat der Landes- universttat, ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß die mit beit' blauen Schleifen zur Verteilung kommenoen Feftkarwn nur Herren den Zutritt zum Kvntmers unb zum Abschieds schoppen gewähren, nüihrend Dsamen für den Zutritt zu diesen Veranstaltungen einer besonderen lguf den Namen lautenden Karte bedürfen.
Erscheint tüg'Ich mit Ausnahme des Sonntags.
Di. ..Sictzener jramlllenblälkr-' werden dem 'mXmL T'"1.“1 wöchentlich b-igelegt, das den Krti$ Sietz.n" zweimal "bch-ntlich. Der „hesiisq« Landwirt" -richeint monatlich einmal.
65jähriges Stiftungsfest des Korps Hassia.
1.
In den festlichen Tagen unserer Alma Mater, wo ohnehin soviele alte Studenten von nah und fern hier zusammensttömen, halten, teils vor dem Universitätsjubiläum, teils mit ihm, auch unsre meiften Korporationen ihre Stiftungsfeste ab.
Auch das Korps Hassia, die e i g e nt l i ch ä l t e ft e u n t e c den bestehenden Korporationen der Hochschule, hat sein Haus festlich geschmückt und bereitet sich zum würdigen Empfang lieber alter Herren und Gäste vor, die bei'der Jubelfeier nicht fehlen möchten. Sind doch aus England, Rußland und Norwegen Tellnehmec angemeldet.
Am 3. August 1815 mit den Farben schwarz-grün-rot, den Farben der damaligen Göttinger, Heidelberger und Al^arburger Hessen, gestiftet, hat das Korps — meist zusammen mit der blau-weiß-roten Rhenania (aufgelöst 1861) — fast ununterbrochen zunächst bis zum Jahre 1836 bestanden, in dem bekanntlich am 18. und 19. August sämtliche hiesigen Korporationen aufgelöst und ihre Mitglieder großenteils relegiert wurden. 1833 waren bereits die Farben der Hassia in Uebeneinftimmuug mit den inzwischen ebenfalls gewechselten Farben der obengenannten drei Kartellkorps in grün-weiß-rot umgewandelt worden. Nach der Unterbrechung von 1836—1839 tat sich auch die Hassia mit den alten Farben und dem alten Glanze wieder auf. Bald aber erstand ihr in der schwarz-weiß-roten Mark om annia (geftiftet 3. 3. 42), die sich, wie die Hassia, aus Oberhessen rekrutierte, eine gefährliche Nebenbuhlerin. Bereits nach einjährigen Bestehen der Markomannia wurden von beiden Korps Verhandlungen eröffnet, bte zu dem Schlüsse führten sich zu vereinigen. Die Hassia löste sich auf und nahm Farben und Konstitution der Markomannia an. Tas aus der Verschmelzung beider Korps entstandene neue erhielt den Namen Hassia. Jedo.tz begab sich die Hassia durch Annahme auch des Sttftungstages der Markomannia, des 3. März 1842, ihres seitherigen Vorrechtes, das älteste Korps des S. C. zu fein, denn damals gab man auf solche Ansiennitätsrechte noch nichts. Kam es doch häufig vor — die alten Akten dec Hassia aus den zwanziger Jahren bieten mehrfach solck>e Beispiele —, daß selbst nach einer vorübergehenden Auflösung der Tag, an dem man „sich wieder auftat", als neuer Stistungstag gefeiert wurde. Von dieser Zeit an hat die Hassia bis auf den heutigen Tag bestanden und auch, mit einer vorübergehenden Ausnahme in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre, MUlft^hhrMen, Gießener s?. E. angchörl.
Zur Lage irr Marvtw.
Tanger, 29. Juli. Buchta Ben Bag da di ist nicht uehr weit vom befestigten Marktflecken Ehechonan entfernt. Haifuli ist mit Mac Lean weiter nach Süden gegangen. Sie Mahalla, die von Elksar aufgebroshen ist, geht gegen vor. Mac Lean unternahm einen Fluchtversuch rnter dem Vorwand, auf die Jagd zu g,ehen; er wurde aber viedec emgeholt und darf das Zelt iÄid)t mehr verlassen; nid) ist ihm sein Diener genommen u«p.d die Erlaubnis zu chreiben vevsagt worden.
— Bei dem am Samstag statttzehabten Kampfe er- ' eutete die Mahalla einige 60 Frauen vom Stamme >er ElkmeS. Man glaubt, daß dieser Umstand den Stamm zu bestimmen kann, gegen Raisuli zu marschieren.
— Der Pascha Abel -Rahm a.n hat Verstärkung zur Wiederaufnahme der Verfolgung d-rs Ttzronpräten- ^.'ten verlangt. Von den 24 Verwundeten seiner Truppe ind 17 tätlich verletzt.
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Ein turkisch-griechifcher Konstitt.
Konstantinopel, 29. Juli. Die bereits vorgestern ngekündigte Aktion der Türkei in Athen ist sehr rnster Natur; sie erfolgte in folgender Depesche an den strkischen Gesandten: ^Entgegen den Verträgen und den Ver- cherungen des Ministers des Auswästigen und des Minister- räsidenten steigt täglich die Zatzl der griechischen Zand en, und beträgt bereits iwehr als hundert, wovon ine große Zahl unter Kommando von griechischen Ofsi- ieren, die falsche Namen führen, steht. „Wir müssen an le Weisheit und die Voraussicht Lec griechischen Ntmister ppellieren und sie energisch an den Respekt vor den ab- rschlossenen Verträgen erinnern, dairnit alle den Banden an- ehörenden griechischen Offiziere sosvrt zurückberufen werden, nd seitens des Athener Komitees !pen Banden fein Beistand -ehr geleistet werde." Diese Depufche wurde an den türki- hen Botschafter gesandt, um sie den Großmächten zur enninis zu bringen unb die Großmächte um Unterstützung ei dec griechischen Regierung zu ^.'suchen.


