157. Jahrgang
Erstes Blatt
General-Anzeiger für Oberhessen
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Ale heutige Yummer umfaßt 10 Seiten.
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1909
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sagte wohl. Haus Jahre nutzt.
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Bösewichter den Lohn ihrer Taten empfangen haben? Hebet wie viel glücklichen Verlobungen »nag der zerschlissene alte Vorhang gefallen sein? Alle Poeten und solche, die es gern
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Wader kannt vorzüglich q zu Mk. 64.-* mit Gummi.
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I. - Extra billige jsen Lagers gerne 1839
Male drängte man sich in dei»» verstaubten alten Gemäuer, in den engen Vorräumen und zugigen Logen. Zum letzten Male sprach dort zu uns einer dec Größten und Wuchtigsten, einer der am tiejstcn #tn sich selbst Versenktendessen Worte je in diesem Saale widerhallten. Noch einmal erlebte man da einen Abend von erschütternder Tragik.
Mit ein paar schlichten bunten Narrten war seit Freitag die alte Bühne umkränzt, und fast bis zum letzten Platze war
geiueicn wären oder es gern sein möchten, oder Die es zu sein glaubten, die etwas zu sagen hatten oder meinten etwas sagen zu dürfen, sind hier zu Wort kommen; die großen Seelenkünder von Shakespeare Hauptmann und Schnitzler, die kleinen Spaßmacher Kotzebue und Benedix bis Schönthan und Presber.
Nr. 71
Erscheint täglich außer Sonniagt.
Dem D,ebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Samilitn- blätter viermal tn der Woche betfldegt un zweimal wöchentlich dao Kieisblatt für den Krtli Sieben. Fernsorech-An- schlub l.d. Redaktion l 12 Bertag u. Expedition 61
dort Genüsse Empfangenden, luenn »vir jetzt dank dec generöien Spender zu Gunlten des neuen Baues vom alten Abschied nehmen. Welche grandiose Menschenkenntnis hätte sich wohl der erworben, der, sonst fern allein Leben dec Anderen, während des letzten halben Jahrhunderts an jedem Theaterabend püntilich erschienen wäre vor der Pforte zum Leib'schen Saale, um den Reden zu tauschen aller derer, die eilicnig m den Saal hineinhuschelten, und der bann still mitten drtn gesessen hätte und nicht der Bühne, sondern nur derer geachtet hätte, die ringsum lachten und schluchzten, und der bann sich hätte wieder hmaustragen lassen vom drängenden, quetschenden Strome, umrauscht von all der Freude über das Genossene und all dem Aerger über nianche Enttäuschungen. Ter hätte wahrlich empfunden, ivaS das alte Haus der <stabi Hießen so lange gewesen ist. Und er würde uns alle zu bewegen wissen, mit ihm einzustinunen m den von zitternder Wehmut erfüllten, herzlich aufrichtigen Scheideruf:
So leb’ denn wohl, du alles Haus, Ich zieh' betrübt von dir hinaus . . .
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Gieszencr StaSttheater.
der Abschied vom alten Hause.
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Ubrefle m- r-k>-!ch-n! t>o(a(lons!)nllj Mn() Verlag der vkllhrschen Univ.-Vuch. unb StetnbrutfereL n. Lange. Rebattton, «lpeditton und vruckerei: zchulstraye V
«nzelger Aicßeu. -------- --------------- ------ ----
politische Wochenschau.
Gießen. 25. März 1907.
dlePoit *Dtt.8. — Dienel* jäbtl. auslchl. Be'ieUg. Annahme oon Anscige» füi die iavieeiiuHiittec bis oonnuiuqfl tu ithr. ßcüeupieua letal 16 it», Queiudit» 8U trennt®, tt» e i a n l ro e < l U d) »ÜT den Müht unb -lUgem. Teil. P Witiko rüt ^Sladi unb vanb4 unb -tiSeild)l'5|ddr Ut c nft Hetz. lüi den Un- zeiaenteil Öan« Beck
„Die Massen ruhn. des Krieges Stürme schweigen", können jeht die neuen Reid)stagsmitglieber mit hohem Pathos della- i mieten, während unsere hessischen Landboten, nne alljährlich, 1 ich i morgen »wch einmal versammeln werden. Die hel|i|chen Kammer n pflegen alljährlich Sitzungen unmittelbar vor Eltern in der Marioodie abzuhalten; es ist das ein durch die Gewohnheit fanltionierter Brauch. Von Wichngkeit war zunächst die Annahme des Gesetzes über den Ausglerchsfo n d s. Zn der Beratung über das Gesetz bett, die W o h n u rt g s g e l d e r dec B e - amten erklärte Staatsminister Ewald die Anträge, welche auf eine Gleichstellung der Äohnungsgelder der städtischen und ländlichen Beamten hinzielen, für die Regierung unannehmbar xie jlbng. Tr. L s a it n und M o l t h a n beantragten, baß den lebigen Staatsbeamten, welche Familienangehörigen Wohnung unb Unterhalt gewahren, nicht, wie bie Regierungsvorlage will, bie Halste öer jur die verheirateten Beamten vorgesehenen Wohnungsgelber, sondern die vollen Sätze gewährt werden. Finanzminiiter Dr. Gnauth verteidigte die Regierungsvorlage unb be!änip|te glciclk falls die Gleichstellung bet Wohmtngsgelber der Beamten in Stadt und Land. Ter dahinlautende Antrag wurde mit 31 gegen Ü Stimmen abgelehnt. Angenommen wurde der Antrag aus GUich- flellung der ledigen Beamten mit den verheirateten, soweit sie naben Verwandten Wohnung unb Unterhalt gewähren. Tas Gesetz faiid schließlich erfreulicherweise Annahme. Das Haus stimmte oanii der Gehaltserhöhung dec seminaristisch gebildeten Lehrer an den Staatsanstalten zu. Zur L e h r e r b e s o l b u ngsv or- i a g e — vorgeschlagen waren Gehälter von 1200 bi» 3000 Mk. - empsahl ber Minister bes Jniieni, Braun, dringend bie Annahme derselben, und das Gesetz wurde auch angenommen, uub so ward denn den Beamten und Lehrern ein wohlverdientes Üstergeschenk zuteil. Die Kammer nahm serner einen Antrag an, welcher der Landesunivec sität Gießen zu ihrem 3 U01 ä b r i g e n Jubiläum eine Festspende von JOOÜU M k. zuwendet, was man unseren Abgeordneten hoch an- iuteajnen hat. lieber die Pläne der Stadt zu ihrer würdigen Ausschmückung am I ubelfeste hat man bisher noch nichts gehört. Man darf aber wohl annehrnen, daß der ö'CfO.ujmuct unserer Stadt reich und eigenartig und von ästhetischer Wirkung werden wird. Es steht außer Frage, daß sich an ber Dekoration die gesamte Bewohnerschaft durch Ausschmückung ber Hauser beteiligen wird, unb es ist vor allem zu wünschen, baß diese Aus- schmüetung mit den städtischen Maßnahmen in Einklang gebracht wird. Die Erzielung möglichster Einheitlichkeit ist dabei ein Haupterfordernis, und deswegen wie zur geschäftlichen Vereinsam ung find allgemeine Vereinbarungen von Nöten. — Auch das Finanzgesetz für 1907 wurde genehmigt. Aus die Inter- pellation beti. bie Notlage bes hessischen Winzer st andcs erklärte ber Minister bes Innern, baß bie Regierung geneigt sei, die Notlage durch Steuererleichterungen abzuhelfen. Er kündigte eine Reihe praktischer Vorschläge zur planmäßigen Bekämpfung der Rcblranlheiten an unb empfahl ben genoßeiischastlicheii Zu- sammcnscchuß der Winzer. Die Kammer stimmte ferner ber Regierungsvorlage betc. bie Erhebung von Zuschlägen zur Re ichs- e r b i i. u f t» fi e u e r zu und erkannte die Eingemeindung von Mombach unb Mainz an. Eine Anfrage betreffend bie «er* E e b r » i n t e r e f [ e n de r Stabt Mainz bot einigen Herren Gelegenheit zu heftigen Angriffen auf den preußisck>eii Eijenbahn- minister, ber, wie sie meinten, feine Versprechungen, daß durch die neue Kalserbrücke eine Schädigung der Stadt Mainz nich. erfolgen falle, nicht eingehalten habe. Dr. Schmitt bedauerte, daß iin hessischen Ministerium lein technischer Fachmann vertreten sei, und daß die hessischen Vertreter in Berlin und in der Eisenbahndireltion Mainz in dieser Beziehung „himmelschreiend wenig tun" im Gegensatz zu den Vertretern Wiesbadens. Demgegenüber nahm Ministerialrat Süffert den preußischen Eisenbahn- Minister in Schutz. Er bedauerte die sachlich nicht gerechtfertigten Borwurfe, die er zurückweifen müsse unb meinte, daß die hes'. Regierung sehr viel zum Besten von Mainz wie der ganzen Hess. Eisenbahnangelegeliheiten getan hätte. Ein sozialpolitisch bedeutsamer Antrag zugunsten ber Ar b e i t s lose n unb Arbeit- fudjenben tonnte wegen Beschlußunfähig leit des Hauses nicht
amöhel ienzelte reu Rechen etc. inmäher.
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eine lange ehrenvolle Dienstzeit hinter sich. Im 1852 wurde es als Thcatersaal zum ersten Riale be# Wie viele Helden mögen dort oben auf der engen ihre schöne Seele ausgehaiicht, wie viele schivarze
Mark bar 3000«.
Diele 'Diirnen sind über diese Bleuer gelobt! Wie manches Talent hat hier feine ersten tastenden Schritte gemacht, wie mancher Große feine reife Kunst gezeigt! Unb unten un Hause, was mag da geweint und gelacht, geseufzt und gezürnt worden sein! Wie mancher GcUericbefucher hat da, lodernde Kunstbegeisterung im Herzen, des freundlichen Rach- barS fauste Stiefelsohlen auf feinen Hühneraugen, eingekeilt in drangvoll fürchterlicher Enge, unliebsam deutlich emp'undeu! Welche Inhaber von Parquettlogenplätzen haben nicht in scheuer Demut die stattlichen Säulen vor ihrer werten Nase vewundert, statt der Tragöden droben. Wie viele haben da oben in der ersten Reihe des Balkons nut leuchtenden 'Augen geschwelgt, wie viele in den hinteren Reihen aller 'Ränge die Unzulänglichkeit aller meiischlichen Einrichtungen beklagt! Und wie manches süße Prallmch wie manchcs nntgebrachte Butterbrot hat da den Schinerz über des GrafengeichlechteS der 'jjioore unseliges Geschick gemildert! Wie mancher brave Jüngling hat der tranenzerflossenen 9iacl)barm das bunt- geblümte Taschentuch zugesteckt mit den unsagbar zarten Worten: ,93ilte Fräulein, bedienen Sie sich, ich habe noch eins". Die wundervollen Portieren, die die liebliche Kahlheit des Saales phantastisch schmückten, werden ja nun wohl nut den allen Kulissen nach Marburg wandern. Unb der furchtbaren Misere der Garderoben, die ihres gleichen la um sonuwo in Deutschland hatte, wird wohl nun auch cm seliges Ende bereitet. Denn es ist anzunehinen, daß der alle Saal, wenn ec bis zum nächsten Winter zu einem Spezialitäten- 11) e a t er nmgewcuidelt jem sollte, was man, wie man hört, im Sinne hat, nebst seinen Rebenräumen em wesentlich erneutes Aeußece erhalten haben wird.
ES verlohnte wohl, den ganzen Heereszug all der auf den alten Brettern er|d)ienenen Geister un Geiste an sich vorüberzichen zu lassen, den Zug der Spender von Dichter- gaben, wie den der un Verlaufe des halben Jahrhunderts
leben unserer Stadt. Sie war die letzte un
Die gestrige Aufführung von „Maria Magdalene^ von Hebbel bezeichnet einen ber wichtigsten Abschnitte im Kunst- alten Hause.
Heute wohl schon werden die Blusen anfangen, zu packen, um bann bei Beginn des Sommers in das neue stattliche Palais an der Südanlage einzuziehcn. Zum letzten
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kschenke.
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’ * ,eä6 Preislage.
Bonbons
dasHauS gestern von einer ernst gestimmten Menge gefüllt. Rian )em allen vertrauten Saale noch einmal Lebe» nicht ohne alle Rührung. Hat doch das alte
hört, volles Vertrauen entgegen. .
Ueier die tonieruitiu*iiberale „P aarung ist in bem aogeiauicnen oeiiionsauiynut oes 2>i e i ui d t a g 5 zwar viei gcrebrt mürben; ater die Verhaiidlungen felb’t liegen ost ziem- ua> bLbv'iituuje Aojplitt.rangen v<,n dem Acetzr»)estsb.ock cr^Ciuien. Man genehmigte im nötigen in 3. Lesung de Betrage üuer den Hüinrotiebenenverii^erungs- uuo breichsinvarMtiso..ds, liintmte dem liiwuurj ubur die Betrieos- und Beruiszaylung im Zahre 190 < beiinitiü -zu, über.oies die Vorlage zur Be- kämpjuug des Ruagangs des Ertrages ber Muiichbottigsteuer in Verombung mit der Herabsetzung des Kvntigentiugcs für laiib.virtsih0st.ichL Vrenncreien von bu,Ouu aus 5ü,UuU ^eitouter einer Äonimt)ju)n, nahm ferner Ltas Etats- und Kolouiai-'acot- gesetz au, iu-iib bestätigte schließlich die Prästdentenwaht. Bei ixr Beratung des Etat.wtgesetzes gelangte eine bUiOrUliun über die Geivährang von Teuerungszulagen an die Unter» beamten zur Annahme. Der Schatzseiretar teilte mir, datz eine organische GelstntSaufbesierung int ^aljre 1908 zu erwarten sei. . , , .
Im preußischen Abgeordnetenhause wurde bie Debatte über dm Kultusetat beendet. Die K r i f e n g e r ü d) t e, die zumal bei dem Stinjiitt des tfrcitjemi oon Zeotitz nut Stuöi sehr lebhaft wurden, ocrituminten die ganze Zeit mdjt. xaS preuß. totuiat5niuü|teriuni trat unter dem Borf itz seines ^Präsidenten Fanten v. Bülow noch am Samstag zu einer Sitzung zusaiumeu und am Sonntag aoenb trat Fürst von Bülow seine Esterreise nach Rapallo an, einen ivüg später, als er ursprünglich beavsidstigt l-atre. Die kurze Beriune^ung der Abreise uraajte man schort mit der lAngeiegeuhest Studts in Zusammenhang. 'Zoch wirb das jetzt wiechr geleugnet uno behauptet, Herr von Stadt werbe sein Amt erst nach der Ecatsveratung, .das hetgt Ende April oder 'nnjang Mai nüber.egen, auer keineswegs früher. Er wird morgen, Dienstag, einen kurzen Erholungsurlaub antreten.
An die Preise des ö st e r r e i ch i s a) e n D h r o n , o 1 g e r s Erzherzogs Franz Ferdinand nach Berlin inupste sich eine Reihe von untoniroilicrouren Vermutungen. Zu bciietucü Fest weilte der König von Sachsen rin den Höfen von Lissabon und Acadrid. »seine Rücrtehr nau; TreLden eriolgie üoer Biarritz und Paris. biad> einer Meldung aus Lissabon entging übrigens der König bei emer Spazierfahrt in ber Umgebung der portugiesischen Hauptstadt knapp dem Lode. Der königliche Wagen hatte eben eine Eisenoahn-Kreuzung paniert, als em Zug Ijcranbrauite Ein dem königlichen Wagen folgender zweiter Wagen, in dem Herren des Gefolges sagen, 'wurde von der Lotomotivc erfaßt und zur seite geschleudert. Der Kutscher und der neben ihm sitzende Diener wurden getötet, Marquis Ponte und Gra, Larouca enüten Verletzungen. — König Eduard trifft mit seiner ^Linahun am 6. April in Touwn em, wo er sich an Bord seiner Haast zur MiLtelmeerreise begeoen wird. Am 8. upru wird er in Cartagena Een König von Spanien sowie dessen Minister des Auswärtigen und den span. '.Utarincmüiiuer I treuen. Die Anwesenheit König Eduards in Cartagena wird vom 8. bis 10. April dauern. König Eduard kommt dorthiii
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erledigt werden. Die Notwendigkeit der Errichtung eines Reichs-! arbeitsamtes wird übrigens von immer weiteren Kreisen anerkannt. Gerade die jetzt schwebenden Streiks und Aussperrungen, so der Sdmeider, der Hamburger Sclfauerleute, der Arbeiter der Holzindustrie und der Gladbacher Wollindustrie zeigen die Unentbehrlichkeit einer solchen Instanz.
Der hessische Handelskammertag erllärte auf Antrag der Handelskammer Mainz, daß die Schiffahrtsab- gaben nach der Verfassung und internationalen Verträgen unzulässig und vom volkswirtschaftlichen Seandpunkte aus zu verwerfen seien. Er richtete an die verbündeten Regierungen bie Bitte, eine Erklärung dahin abzugeben, daß die Einführung von Schissahrlsabgaben auf natürlichen Wasserstraßen, die künstlich vertieft worden sind, eine Frage ist, die nur auf reichisgcfetz- tichem Wege geregelt werden kann. . .
Am 1. April wird sich in ber Zuiammensetzung der obersten hessischen Kirdfenbehorde eine wichtige Veränderung von Bedeutung vollziehen. Der greise Oberkonstltorialpräsideiit b. Buchner tritt an diesem Tage in den Ruhestand und wird durch den bisherigen Geh. Sberkonsistorialrat piebel er.etzt werden. Sen 1874 steht die neueste hesstsche Exzellenz, Prä.ioent b. Buchner, mit der Hess. LandeSkira>e in engster Verbinbung, fodatz fein Scheiden aus dem Amte von erhevlichcr Tragweite sein wirb. Seinem Nachfolger bringt die Hess, eoang. Geistlichkeit, wie man
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Ter alte Properz sagt: Großes gewollt zu haben, ist auch genug. Dieses Lob wird Herrn Tncktor Steingoettec für seine ersten 9teg>crnngsjahre niemand oorenlhaltcn. Wohl aber werden viele aufrichtig ihm danken für das, was er unter den beschränkten Verhältnissen durchgejetzt und erreicht hat. Ec hat uns znmeiil em im ganzen gutes Repertoire geboten, unb wenn ec auch keine Riesen entdeckt unb lerne Bühnemvunber uns hat beiiaimeu lüften, jo hat er doch, namentlich zuletzt, em höchst anfländiges, manchem größeren L ieulec würdiges Künitler-Cnjemhle zu genauen gewußl. Weun uns gerade jetzt eine verivunderlick) große Anzahl seiner beiten Kräfte vertäut, wenn die Damen B a r) r h a m in c r, < o ne dec, Schetlenberg und o. Z a g e- maun und Herr Lippert (auch die Herren Holl und
CrT°lsn Marokko ist es nodu immer nicht gelungen, des Prätendenten unb Raisulis subhast zu werden. Letzterer hat lich vielmehr mit tkni Prätendenten bereinigt.
In Rumänien crr.gen blutige Bauernrevolten, die nad) Ungarn hinübcrzugreifcn drohen, Aussehen und breiten sich immer mehr aus. Bcaila und Gaiatz Haven Suliliiacüdje gegen bie Bauern u».ri,angt. Banciu im Bezirk ^vtsani luuroc gcylüiibert und demoliert. Militär ist allent.-aiben zu sp^t emgetconen. 4:er König empfing eine Deputation der GutSveutzer oes Be- zirlcs Fasst) unter der Führung des Fürsten Ghita unb jagte, eS sei sein ernstes Bestreben, bie Ruhe uno Ordnung an der DuJioau wieder herzustellen. t t . c.
Fu d.r x, u m a brachte, nadjbem durch den Deaeiicinfturr im Daurftchen Unaft eine Keine Verzögerung entitmibcii war, stolhpin, von dem es heißt, der Zar ivecde ihn demnach-st zum Era>en mau;cn, nach der Ankündigung großer Reformen c>4 Ge,rtz- cntibürie ein. Tie Duma vEt also Gelegenheit, ihre Arbeitsfähigkeit zu erweisen. Crivriegliches ist bisher iuL) nicht heraus gekoulmen, wie am besten 'die noch nicht beendeten Debatten über üie Hungersnot beweisen. Für die Ratlofigkeit in stiuhtaiio ist es chavakteristifch, b.ig nicht einmal die biiuetiidjen Vertreter, welche dod> wissen müssen, wo sie der Schuh drückt, veniunstigL Vorschläge zur Linderung der Slotlage auf dem flachen Laube maüji'ii können, liegen die ftorruption gibt es eben lern Heilmittel, hier güt noch immer der Ausspruch Nikolaus' t.t „Ich und mein Sohn tsind die beiden einzigen. Mens che n in Rußland, d ie nicht stehlen!"
Aie Hlatsveratungen der gc|len Stcinvekllmmrr.
Die heute (Montag) zusammentretende Erste Kammer hat eine sehr umfangreiche Tagesordnung zu erledigen, da sie neben dem ordentlichen Staalshaushaltsetat für 1907 und den fünf Nachtcagsgcietzen für die Beamtenwohnungsgeldzuschüsse unb die Erhöhung der Lehrergehalte, sowie die Aufbringuiig der Declungs- nüttel dafür auch noch eine Anzahl anberer Gesetzentwürfe unb Beschlüsse des anderen Hauses zu erledigen hat.
Die Beratung des ordentlichen Budgets 1Ü1 1 90 7 wird in der Ersten Kammer voraussichtlich ohne besonders SchwierigleiiLn von statten gehen. Es gilt hier nur eine Differenz zwiso,en dem Ausschuß der 1. Kammer unb den Beschlüssen oer 2. Kammer zu beseitigen und zwar bei Kap. 13, ßanb ftänöe. Dort hatte die 2. Kammer als gemeinsame Kosten beider Kammern 18 000 und als Kosten der 1. Kammer 15 30U Mk., als Kosten der 2. Kammer 96 120 Mk., für Poctolosten unb Bauwesen 3150 Mk., in Summa also 132 870 Mk. bewilligt. Da die 2. Kammer ihre Kosten um 10 000 Mk. gegen das Vorjahr höher beregnet hat (und zwar unter Hinweis auf die bevorstehende Herausgabe einer Laiidtatzskorrespondeuz), so beantragt auch der Ausschuß der 1. Kammer zur Bestreitung ihrer Kosten die Bewilligung eines weiteren Betrages von 5000 Mk. Weiter aber — unb das bürste ber 2. Kammer noch weniger angeneh.n (An, wirb die 1. Kammer auf Antrag ihres Ausschusses jedenfalls beschließen, den von der 2. Kammer angenommenen Antrag Raab, bie Regierung zu ersuchen, auch den in Darmstadt wohnenden
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Montag 25. März 1907
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I zwar ohne Minister, aber er bringt ein großes u» - - nut Der Vetter des Mitado, Fushimi, ist soeben ui -MJiaille eingetrossen. Er wird sich zunächst nad) Biarritz zum Ve.uche bes Königs Ebuavb von England und bann natb Var.s begeoen, wo er vom Präsidenten der biCUublL, Faiu.rcs, eint>lQn.jcn naben wirb. Aus 9iom wurde gerüdjtiDciie gemeldet, baß bas englifw Königspaar inkognito nad) 9lom toininen werbe. Gerüchtwcife wirb endlich erzählt, baß nach seinem Prager Be.uch im Lchloste des Grafen Thun bei T etschen a. E. Kaiser Franz F 0, e p h eine Zuiammciikunit mit Kaiser Wilhelm halum w.rbe. Um was es sich bei allen diesen Beiucp.n handelt, baruoer herricht in der ofiiziellen Welt absolutes Sdiweigen.
In Frankreich bradj.ten Clemenceau und Pu.on bie Frage der iöc 0 n t a g n i n i - Papire zur Eröiterung. Eine pariamen- larii'u c Unter,uchuugsk-ommistion will b.cjenigcn Akten, die )ia> aus Franireicps Koustiit nut dem Vat.tan beziehen, publizieren. Em . römischer Mon,iguore erklärte, der Vatikan fürdste uidsts, : wenn bie Pariser biegierung bei der Ver5,senllicuung der ^otununtc . ehriier) vorginge. F»r d^s Dagebucii 'jJu)iitagninis üoerncijuie der , Vutiiän keine Veritiitivortung. Ter Vatikan werde nur protestieren, , wenn bie Veröffentlichung der übrigen Dokumente verstümmelt
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