Nr. 2V3
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Erstes Blatt
Freitag 30. August 1907
157. Jahrgang
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General-Anzeiger für Oberhessen WM ' © I I u, Land" und „Gerichts-
Kotationsörud und Verlag der vnlhl'schen Unio.-Vuch- und Steindnickerei. 8. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei - Schulstrah« 7. B-L
Ire heutige Kummer umfaßt 10 Seiten.
Ier Kaiser in Mielefeld unb Münster.
Hannover, 29. Ang. Der Kaiser fuhr heute morgen mittels Automobils vom Leineschloß nach dem Bahnhof, wo pünktlich um 10 Uhr die Abfahrt nach Bie l e- feld-Münster erfolgte. Zur Verabschiedung hatten sich eingefunden der Oberpräsident Dr. von Wentzel, General von Stünzner, Stadtdirektor Tramm und Polizeipräsident Gras von Berg. Mit den beiden erstgenannten Herren unterhielt sich der Monarch noch einige Minuten am Wagen- fenster. Der Kronprinz und Prinz Oskar, die mit dem Automobil gestern nach Wilhelmshöhe gefahren waren und gegen Abend hierher zurückkehrten, sowie Prinz Eitel Friedrich erschienen ebenfalls, um mit dem Hoszuge die Weiterreise nach Bielefeld anzutreten. Der Kaiser hatte Ulanen- Uniform angelegt.
Bielefeld, 29. Aug. Der Kaiser traf mit dem Kronprinzen und den Prinzen Eitel-Friedrich und Oskar um 11 Uhr 45 Min. vormittags hier ein. Der Kaiser fuhr, stürmisch begrüßt, durch die Feststraße zum Rathause, Ivo die Vertreter der Stadt Aufstellung genommen hatten. c,ine Ehrenkompagnie erwies die Honneurs, Ehrenjung-s frauen überreichten Blumen. Der Kaiser begrüßte den Prof. Dr. Hinzpeter und Pastor von Bodelschwingh, sowie andere Herren. Die vereinigten Männergesangvereine Bielefeld sangen die Hymne „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Oberbürgermeister Bunnemann hielt tue Ansprache und erbat die Erlaubnis zur Enthüllung des Kaiser Wilhelm-Denkmals. Der Kaiser erteilte diese, die Musik der Ehrenkompagnie spielte Die Nationalhymne. Der Oberbürgermeister Überreichte hierauf dem Kaiser den Pokal mit dem Ehrentrunk. Der iuiser dankte in einer Ansprache und trank auf das öohl der Stadt; darauf besichtigte er das. Denkmal und legte an diesem einen Lorbeerkranz nieder.
— Oberbürgermeister Bunnemann erinnerte in einer Ansprache an die Anwesenheit des Küisers vor sieben Jahren auf dem Sparenberg. Die Bürgerschaft Hütte tmer mit Dankbarkeit und Treue der Segnungen gedacht, lle von dem Großen Kurfürsten bis aus diese Tage von )cu Hohenzollern dem Ravensberger Lande zu teil ge- jrben seien. Was der Große Kurfürst begonnen habe, ->as habe der Große Kaiser vollendet. Das Denkmal sei richtet aus freiwilligen Spenden der Bürgerschaft. Es i ein Zeichen der neuen Zeit. Redner drückte die Freude er Stadt aus, daß der Kronprinz und die kaiserlichen prinzen zum erstenmal hier weilten. Aber die ganze Be- .. itermiß empfinde schmerzlich das Fernbleiben der Kaiserin. Der Kaiser gedachte in seiner Erwiderungs- ;be der Beziehungen, die er seit langen Jahren mit Bielers habe, und das ihm deshalb teuer sei, weil sein ehe- nulch.r Lehrer Hinzpeter hier wohne und so als echter Lestsale seiner Heimat treu geblieben sei. Er beobachte, agte der Kaiser, mit großem Interesse das Wachstum • er Städte, in seiner Monarchie. Er bemerke solches auch nit ganz besonderer Freude an Bielefeld. Er wünsche >on Herzen, daß die Stadt sich auch weiter so gut entwickeln Hege, und daß die Ravensberger Treue, die der Ober-
Tie Wiederherstellung des Mainzer Schlosses.
Allen Reisenden, die in diesem Sommer eine Rheinfahrt on Mainz aus unternonünen haben, werden die zahlreichen Ver- nderungen im Gesamtbilde der Stadt, wie es sich vom Flusse aus idet, aufgefallen sein- An erster Stelle steht unter diesen vor- üthasten Umwandlungen die teilweise Wiederherstellung des kur- ürstliehen Schlosses-
Das Schloß ist 1626 bis 31 unter Erzbischof und Kurfürst ':org Friedrich von Greiffenklau in Angriff genommen worden- rnde des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts wurde ihm durch ie Franzosen großer Schaden zugesügt- Sie haben Wappen und rüsten abgeschlagen und das Schwß asls Kaserne benützt- Unter apoleon wurde 1808 die Martinsburg niedergerissen, 1813 das .mzleigebäude und die St- Gangolfshofkirche, die ebenfalls zum schloß gehört hatten- Später diente es als Warenniederlage und uch dabei wurde es stark beschädigt- 1827 ging es in den Besitz ar Stadt Mainz über- Schon 1843 begann man es aus seiner -r,a hrlosung zu befreien- Der Stadt waren aber bald andere lufgaben zugewiesen und so Kumte erst Ende der 80er Jahre ie große Arbeit wieder in Angriff genommen werden- Stadt- aumeister Geh- Baurat Kreyssig hat damals den ersten Plan nr Wiederherstellung ausgearbeitet und einen Kvstenvoranschlag emacht, der 900 000 Mk- als Bau summe vorsah. 1897 wurden ann eine Anzahl hervorragender Sachverständiger nach Mainz v rufen, die auf Veranlassung der Stadt ihr Gutachten über die •raffe der Wiederherstellung abgaben. Es wurde einstimmig aus- esprvchen, daß die Erneuerung sich auf die technische und künst- -rische Ausgestaltung des Aeußern und des Innern sich erstrecken >lle- Für die Wiederherstellung find insgesamt 1200 000 Mk. orhanden- Davon sind je 300 000 Mk. von der Reichsregierung nb der Hess- Staatsregierung zur Verfügung gestellt, die übrigen DO 000 Mk- hat die Stadt Mainz aufgebracht.
MU den Bauarbeiten ivurde am 1- April 1903 begonnen, hre Leitung hat Baurat Opfermann- Bor Kurzem ist das erste ünstel des mächtigen Gebäudes fertiggestellt und man ist gegenartig damit beschäftigt, dort einen Teil der großen Sammlungen :s Römisch-Germanischen Museums unterzubringen.
Läßt schon das imposante Aeußere erkennen, mit lvievie! i-erständnis hier die Restaurierung betrieben worden ist, so ist ian überrascht, wenn man das Innere des Gebäudes betritt- :urch das pNprmorportal des. Erdgeschosses gelangt man jn eine
bürgermeifter erwähnt habe, ihm auch immer erhalten bleibe. Der Kaiser dankte am Schlüsse seiner Rede für den ' großartigen Empfang und beauftragte den Oberbürgermeister, der Bürgerschaft seinen herzlichen Dank dafür - auszusprechen.
Der Kaiser besichtigte nach der Enthüllung eingehend 3 den schönen Bau des neuen Rathauses und begab sich dann i zu dem Wirklichen Geheimen Rat Hinzpeter, wo er das : Frühstück einnahm. Dem Frühstück wohnten außer dem : Schwiegersohn und der Tochter Hinzpeters bei: der Kron- : Prinz, die Prinzen Eitel Friedrich und Oskar und ein Teil 1 des Gefolges. Die Abreise nach Münster erfolgt um 2 Uhr : 35 Minuten. Der Kaiser verlieh dem Wirklichen Geheimen » Rat Hinzpeter das Kreuz der Großkomture des Hausordens - von Hohenzollern, dem Pastor von Bodelschwingh das Kom- - turkreuz des Hausordens von Hohenzollern.
■ Münster, 29. Aug. Der Kaiser, der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich und Prinz Oskar trafen mit Gefolge
. nachmittags um 4 Uhr 20 Min. hier ein.
— Der Kaiser trug bei seinem Einzug in die Stadt die Uniform des Gardes du Corps mit schwarzem Küraß. Auf dem Servatiiplatz standen die städtischen Behörden und Ehrenjungfrauen. Oberbürgermeister Dr. Junge- 1 blodt hielt hier eine Ansprache, in der er nach herzlichen Begrüßungsworten ausführte, Münster habe einen auf allen Gebieten so unvergleichlichen Aufschwung noch nicht gesehen, wie seit der Zeit der Friedensregierung des Kaisers. Durch den Bau des. Kanals habe der Kaiser der alten Hansastadt den Weg zur See neu erschlossen. Besonders begrüßte der Oberbürgermeister den Kaiser als Neubegründer und Schöpfer der Universität. Er bat ihn zum Schluß, aus goldenem Pokale, dem historischen Ehrenbecher der Stadt Münster, einen Ehrentrunk entgegenzunehmen. Der Kaiser ergriff den alten Ehrenbecher, der die Form eines silbernen Hahnes zeigt, antwortete mit dankenden Worten und trank auf das Wohl der Stccht. Die Ehrenjungfrauen überreichten Blumen nebst einem Gedicht. Der Einzug setzte sich unter stürmischem Jubel der Bevölkerung weiter fort über den Prinzipalmarkt, der mit seinen alten Giebelhäusern im Schmucke altertümlicher Fahnen und Banner einen prächtigen Anblick bot, sowie über den Domplatz, wo die Geistlichkeit, die Lehrkörper der Universität und die Studentenschaft ausgestellt war. Unter andauernden Huldigungen ritt der Kaiser zum Schloß, wo die vom 39. Regiment gestellte Ehrenkompagnie stand. Im Schlosse fand großer Zivilempfang statt. Gleich/nach beendetem .Einzug fetzte ein Gewitter ein.
— Anläßlich der Kaisertage fand heute vormittag in der hiesigen Universität ein Festakt statt, zu dem der Kultusminister Dr. H o l l e erschienen war. Außerdem hatten sich eingefunden Fürst zu Salm-Horstmar, Oberlandesgerichtspräsident Dr. Holtgreve sowie die Vertreter der Stadt und Provinz. In der Begrüßungsansprache führte Kultusminister Dr. Holle aus, die Entwicklung der Universität sei seit dem Inkrafttreten des Statutes sür die Universität Münster vom 18. Oktober 1902 eine über alles Erwarten günstige gewesen. Während die Akademie mit ihren zwei Fakultäten im Sommer 1902 erst 860 Zuhörer aufwies, stieg im folgenden Wintersemester durch die Angliederung der juristischen Fakultät die Zahl bereits auf mh—b—aasmsniT r wiwn 111 wmmmub—giiiim iirwiK—mwbmmu
Vorhalle mit stuckstrtem Kreuzgewölbe- Eine Tafel, gekrönt von den Wappen des Reichs, Hessens und der Stadt Mainz, gibt in lateinischer Sprache Kunde von der Geschichte des Schlosses, sowie dem Beginn und der Beendigung der Wiederherstellung dieses Teils- Zu ebener Erde sind Verwaltungsräume, im Zwischengeschoß Modellzimmer. Im ersten Swck sind acht Räume. Sämtliche Fensternischen waren flach abgedeckt- Als man die Abdeckung und den Verputz entfernte, stieß man auf Stuckarbeiten, die sich dtls Meisterwerke in ihrer Art erwiesen haben- In zwei Zimmern sind die Originaldecken mit reichen Stuckarbeiten luieder- hergestellt worden, sie stammen auS der Zeit des oben erwähnten Kurfürsten von Ostein (1750—53). Ein wahres Schmuckkästchen ist das nach der Straßenbrücke zu gelegene Erkerzimmer, das 1695 vom Kurfürstzen Lothar von Schönborn hergestellt worden ist- Kleine Landschastsbilder und Seeststcke wechseln hier mit reichem Stuck wirkungsvoll lab. Dias zweite Obergeschoß ^enthält fünf große Ausstellungssäle- Hier sind überall die Origincüdecken erhalten, die unter dem Kurfürsten Friedrich Carl Josef von Erthal 1775 entstanden find- Wie im ersten Stockwerk, so waren auch hier die Fensternischen gerade abgedeckt und man fauv unter dem Verputz schöne Malereien in jtyen Leibungsbogen, die verständnisvoll ei> neuert tovrben sind- Bier Säle haben einen gemeinsamen Kreuzungspunkt, einen kleinen Raum mit einem reich stuckierten ' Kuppelgewölbchen und einer Nische- Im größten der Säle war j das Gemälde int Deckenspiegel nicht wiederherzustellen. Es ist , durch ein üeues ersetzt worden, eine hübsche Allegorie: Moguntia ; überreicht der Stadt Mainz daS Aiodell des kurfürstlichen Schlosset ( Einer der kleineren Säle zeigt an der Decke eine Bacchontengruppe, \ in den vier Ecken surd Kinderszenen in Reliefs dargestellt. Wieder ; ein anderer Saal iveift lediglich astronomische Embleme und Reliefs j auf und ein weiterer Saal hat int Deckenspiegel wieder ein t Gemälde: Klio mit dem Bildnis des kunstsinnigen Kurfürsten von Erthal, dem die Entstehung dieser Säle zu danken ist- Eine $ Wanderung durch die schönen Räume bietet vielfältige Genüsse. { Man bewundert die Mnste längst vergangener Jahrhunderte, £ die Geschicklichkeit und den Gedankenreichtum der Architekten und ( Maler jener Tage- Dünn alber gebührt auch Anerkennung bem1, \ der sich mit Sorgfalt und Verstzändnis der schwierigen Aufgabe j unterzogen hat, alles Verwitterte und Verfallens in ursprünglicher ( Gestaltung zu zeigen- Vkit Geschick hat man sich in die Gedanken < der Erbauer des Schlosses zurückversetzt, ihre künUerischen Ideen erkannt und wjedep zur .Geltung gebracht.,
1140 und im verflossenen Sommersemester auf 1555, mit den Hospitanten auf 1640 Hörer. Entsprechend diesem Anwachsen der Zahl der Studenten ist der Lehrkörper der Universität erweitert und vermehrt worden. Auch räum-, lich wurde die Universität ausgebaut. Durch die treue Hingebung des hervorragenden Lehrkörpers der Universität und durch das opferwillige Eintreten der Stadt und der Provinz sei ein Zusammenwirken geschaffen, das den Erfolg der Universität in den wenigen Jahren ihres Bestehens nicht nur zu einem erfreulichen, sondern auch zu einem glänzenden gemacht habe. Mit Rücksicht darauf habe der Kaiser dem vor Jahren bereits geltend gemachten Wunsche des akademischen Senats, der Vertretung der Stadt Müni fier und des westfälischen Provinzialverbandes stattgegeben, der überaus regsamen Universität feinen Namen zu verleihen. Die betreffende Ordre vom 22. August legt der Universität den Namen „W estfälische Wilhelms- Universität" zu Münster bei, „in dem Vertrauen, daß sie sich dieser Anerkennung dauernd würdig erweist". Ker derzeitige Rektor der Universität, Professor Dr. Pieper, dankte für die Auszeichnung und brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Der Landeshauptmann Dr. Hammer- schmidt gedachte der Universität und brachte das erste Hoch auf die neue Westfälische Wilhelmsuniversität aus.
— Auf die Ansprache des Oberbürgermeisters Dr. Jungeblodt auf dem Servatiiplatz erwiderte der Kaiser folgendes: „Indem ich von ganzem Herzen meinen Dank sage für die Worte, welche Sie im Namen der Stadt Münster gesprochen haben, entbiete ich zu gleicher Zeit der Bürgerschaft meinen Dank für den großartigen schönen Empfang. Ich gebe sodann im Namen Ihrer Majestät der Kaiserin ihrem herzlichen Bedauern darüber Ausdruck, daß sie nicht an meiner Seite heute in diese Mauern einziehen kann und daß sie es sich hat versagen müssen, persönlich den Ausdruck der Liebe und Anhänglichkeit in den Augen der Bevölkerung zu lesen, wie sie es gern getan hätte. ?Von ganzem Herzen wünsche ich der Stadt Glück zu ihrer Entwicklung unter meinem Zepter und hoffe, daß es mir gelingen wird, mit des Herrn Hilfe den Frieden zu erhalten, unter dem die Stadt diesen Aufschwung genommen hat. Ich wünsche von Herzen, daß es ferner so bleiben möge."
— Um 6y2 Uhr empfing der Kaiser eine Deputation, welche die Pläne für den Wiederaufbau der Burg Altena vorlegte, unter Führung des. Wirkt. Geheimen Oberregierungsrates Overweg. Der Deputation gehörte auch der mit der künstlerischen Durchführung beauftragte Professor Frentzen-Aachen an. Um 9 Uhr begab sich der Kaiser mit den Prinzen zu einer Ballfestlich leit im adeligen Damenklub. Die Stadt hatte allgemein glänzend und abwechslungsreich illuminiert. Gegen abend ging ein furchtbares zweites Gewitter nieder, welches die Wirkung der Illumination zwar beeinträchtigte, die un-i geheuren Menschenmassen aber nicht abhielt, an den voms Kaiser passierten Straßen Aufstellung zu nehmen und über-, Haupt den festlichen Tag festlich zu begehen.
Die Lage in Marokko.
London, 29. August. Wie in Mazagan so hat Mu- ^e^^^^^u^^i^Tan^er^^aknv^^ehörden^u^^
Vier Jahre schon arbeitet man ap der Wiederherstellung- beS Schlosses und noch manches Jahr wird vergehen, bis die Vollendung in allen Tellen erfolgt ich Der fertiggestellte Tell aber bietet heute schon eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges« Kein Besucher von Mainz sollte versäumen, den Eindruck des restaurierten imposanten Bauwerks mitzunehmen. Im Innern wird es erst zugänglich fein, wenn die Sammlungen des Römisch- Germanischen Museums untergebracht find, das sich in seiner Eigenart den schönsten Museen unseres Vaterlandes würdig wird an die Selle fuetlen Sännen- , Gustav Dörr.
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— DieEinweihungdes „M 0 s s 0 - I n stitutes" auß dem Monte Rosa- Aus Mailand wird uns berichtet: Tasf Institut für physiologische Forschungen aus dem Monte Rosa in feierlich eröffnet worden; es liegt auf dem Col d'Ollon, 3000 Meter über dem Meeresspiegel- Anfangs war geplant, das neue; Institut „Alpine Universität" zu nennen; aber auf beut' letzten internationalen Physiologischen Kongreß zu Heidelberg wurde beschlossen, der Anstalt der Namen „Angelo Mosso-Jnstllut" zu geben, zu Ehren des llalienischen Gelehrten, der als erster dief Verhältnisse des menschlichen Lebens auf großen Höhen studierte und ein grundlegendes Buch über diesen Gegenstand veröffentlichte- Die Baukosten des neuen Instituts, das in seiner Art einzig dasteht, sind durch Beiträge mehrerer euwpüischer Regierungen und verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften aufgebracht wori den- Das italienische Königspaar und die Königin-Mutter haben größere Summen gegiftet; die letztere hat auch der Einweihungsfeier beigewohnt, auf einem Maulesel hat sie den Ritt zu dest Toren des neuen Instituts übernommen. DaS Gebäude ist sehr massiv konstruiert, sodaß es auch den wildesten Schneestürmen trotzen kann-
— K l e i n e T h e a t e r - u n d K u n st n a ch r i ch t e n- JüliuS Bauer und Franz Lehär, der Komponist der „Lustigen Witwe", haben ihr neuestes Werk, die Operette „Der Mann mit den dreiFrauen" vollendet- Das Werk gelangt nach Weihnachten im Theater an der Wien in Wien zur ersten Aufführung. — Professor Peter Behrens in Düsseldorf, früher bekanntlich in Darmstadt, ist als künstlerischer Beirat für die Allgemeins Elektrizitätsgesellschaft zu Berlin gemeinten worden- — Hermann Sudermanns neuer Roman ist betitelt „DaS hohe Lied".


