Wirtschaft" in ben Vordergrund ftcrttc. Ruch das, was er Über die Notwendigkeit der Weiterführung der S o z i a l v o 1111 t und einer verständigen M i t t e l sta n d s v o l i t i k bar legte, war, 'wenn auch ganz allgemein gehalten, so doch m der Hauvtiache zutreffend und einwandsfrei. Tie Zugcstarchmsie an den Liberalismus, die er für diskutierbar und durchführbar geben bis auf eines zu grundsätzlichen und erheblichen, Bedenken wenig Anlast. Auch wir haben nichts gegen LPar, am keil im Heere, gegen eine zeitgemäße R e f o r m, d e s rechtes und der Straf Prozeßordnung uiro. em-uwenden. Es kommt bei allen diesen angekündigtcn und geplanten -'Aatz- nahmen allerdings darauf an, wie sie gestaltet werden dagegen, daß sie in Angriff genommen werden haben wir nichts emzu- wenden Wir warten ab, was dabei herauskommen wird. Was aber die Aeußerung des Kanzlers über die Bbr,e anlangi, 10 können wir ihm darin nicht folgen. Er scheint übergehen zu Laben, daß trotz der angeblichen Knebelung der Börse ,und trotz der sogenannten Erschwerung ihrer Tätigkeit die Borie in den lebten Jahren gerade glänzende Geichaste gemacht hat und datz unser Wirtschaftsleben unter dem jetzigen Börsengesetze Nicht gelitten, sondern sich überaus günstig entwickelt hat. . . . Es könnte leicht dadurch die Einigkeit der Mehrheit in bic «röche gehen . . . Am bedenklichsten aber wurde es sein, wenn durch die in Aussicht gestellte „Erleichterung" des Bör.entrci- bens die Stetigkeit in der Preisgestaltung der landwirnchastlw en Erzeugnisse wieder in Frage gestellt würde, — jene Ätengteu, deren die Landwirtschaft dringend bedarf und die durchaus notwendig ist, wenn die Wirkungen der sonstigen Wirtschaftspolitik nicht beeinträchtigt oder iiis Gegenteil verkehrt werden 'ollen. Ein „voller Schutz" der Landwirtschaft, wie ihn Fürst Bulow zugesichert hat, ist nur möglich, wenn sie auch gegen die Machenschaften der Börse, die ein sprunghaftes Auf- und Abgehen der Preise veranlassen können, ausreichend geschützt wird oder bleibt.
Ein studentischer Hungerstreik.
Vor einiger Zeit haben die rutheNischen Studenten der Universität Lemberg Ausschreitungen begangen, wobei innerhalb des UnioersitätSgebäudes allerhand kurz und klein geschlagen wurde. Ter Anlaß war, daß sie das Gelöbnis des Gehorsams gegen die akademischen Behörden nicht in polnischer, sondern in ruthenischer Sprache ablegen wollten, was ihnen aber nicht gestattet wurde. 79 Schuldige wurden daraufhin vor länger denn drei Wochen in Untersuchungshaft genommen und zwar zu elf und zwölf in finsteren, dumpfen Gefängniszellen untergebracht, die nur für fünf oder sechs Häftlinge bestimmt sein können und in denen gesundheitlich gefährliche Zustände herrschen. In mehreren Eingaben erbaten sie ihre Freilassung. Als alle Gesuche erfolglos blieben, griffen sie zu einem letzten Mittel: sie beschlossen, in den .Hung er streik einzutreten, und wiesen Tage lang jede Nahrung zurück. Die österreichische Presse beschäftigte sich daraufhin eingehend mit dem Fall, der den für die Österreich. Gerichtsbarkeit wenig schmeichelhaften Vergleich mit sibirischen Verhältnissen herausfordere. Sie fand, der Beschluß der athenischen Studenten sei wohl ein wenig überspannt, stellte aber doch Vergleiche an, wie verschieden die Behandlung der 'ruthenischen Studenten durch ihre polnischen Gewaltherren 'ist von derjenigen, die den jugendlichen Uebeltätern bei ähnlichen Anlässen in Innsbruck und Prag von den deutschsprachlichen Behörden zuteil wurde, und fragte, ob denn 'wirklich bei diesen Studenten die Bedingungen gegeben seien, unter denen die Strafprozeßordnung die Verhaftung der 2(ii- geschuldigten vorschreibe. Daraufhin hat man dann endlich mach 64 stündiger Dauer des Hungerstreiks die freiwilligen 'Hungerer aus ihrem Gefängnis hinausgeworfen. Die Behörde hatte, als die Studenten mit der Hungerkur Ernst machten und 'einige bereits entkräftet und ärztlicher Pflege bedürftig waren, «zunächst 16 Mann fceigebcn wollen; diese weigerten sich aber, das Lokal zu verlassen, indem sie ihre Gemeinsamkeit mit den Kameraden erklärten. Mehrere, die in einem abgelegenen 'Raum untergebracht waren, lockte der Gefängnisvorstand heraus, unter der Vorspiegelung, daß bereits alle anderen in Freiheit seien; als sie draußen die List durchschauten und zurück wollten, mar es zu spät, das Gefängnistor war ihnen verschlossen und sie mußten nach Hause wandern. Später 'wurden auch die übrigen — nur fünf Rädelsführer sollen in Haft behalten werden — auf freien Fuß gesetzt und zwar mit Gewalt, unter Beihülfe von Gendarmen und Gefängniswärtern. Draußen erwartete sie eine große Menge von Verwandten und Studenten, die sie sofort mit Speise und Trank labten und ihren nationalen Opfermut und Korpsgeist priesen.
Die Landes-Nuiversträt im Bericht des Jiuanz- ausschufles der yeff. 2. Kammer.
' Berichterstatter Abg. Brauer.
/ ‘ Der Zuschußbedarf für die Landesuniversität Gießen ist um ö7 718 Mk. auf 937543 Mk. gestiegen 9Un 1. August 1907 sollen die neuervauten K'linilen für Chirurgie und Augen- hetUunde in Benutzung genommen werden. Ebenso gestatten die Erweiterungsbauten und Vervollständigungen in der medizinischen und Frauenklinik einer größeren Zahl von Kranken Aufnahme. Die Einnahmen aus den Pflegegeldern sind deshalb um 49 200 Mk. höher veranschlagt, die Einnahmen aus den ebenfalls in den letzten Jahren ncuerbauten Instituten der Veterinärhellkunde zeigen eine Erhöhung von 406-1 Mk. Unter Hinzurechnung von Prüfungsgebühren und verschiedenen kleineren Posten und Berücksichtigung einiger Ausfälle erhöht sich die Einnahme um 53 450 Mk. auf die Gesamtsumme von 434 600 Mk.
Diesem Bettage steht eure 111 168 Mk. größere Ausgabe tuU zusammen 13/2143 Mk. gegenüber. Zur Deckung der persönlichen Lasten für Professoren, Lehrer, Beamte und Bedimftete kommen 470 137 Alk. in Ansatz. 13 642 Pik. mehr gegen 1906. Außer den durch die Besoldungsordnung bedingten Aenderungrn rn den Elehaltssätzen wird durch die Trennung der seither vereinigten chirurgischen uni> Augenklinik doppeltes Beamtenpersonal notwendig. Die steigende Freguenz der Studierenden erfordert weller infolge vermehrter Arbeit die Neuschaffung von Assislenten- stellen bei verschiedenen Instituten. Zur Gewinnung und Unterhaltung tüchtiger Lehrkräfte steht der Regierung ein Dispositionsfonds zur Verfügung.
Von einem Mitglieds des Ausschusses wurde auf das Mißverhältnis zwischen definitiv und provisorisch angestellten Beamten bei der Universitätsbibliothek hingewiesen. Anerkannt tüchtige Kräfte, die bei Ergreifung des Lehrberufes schon Oberlehrerstellen mit höherem Gehalt einneljmen würden, sind gezwungen, zur Sicherung ihrer Existenz anderweitig Anilellung zu suchen und gehen zum Schaden der Anstalt möglicherweise weg. ES müsse ihre Arbeitsfreubigkeit beeinträchtigen, wenn sie über eine Gebühr lange provisorisch beschäftigt würden. Daher sei der Antrag der Universität auf Errichtung einer weiteren Bibliothekärstelle dringend zu berücksichtigen, zumal die Differenz zwischen dem Gehalt des derzeitigen provisorischen Stellen» Inhabers und dem Ansangsgehalte eines definitiven Beamten nur 200 Mk. betrage. Die Regierung erkannte die Berechtigung dieser Forderung wohl an, erklärte sich ober für dieses Jahr, mitzerstande, dem Verlangen nachzukommen.
Unter Bezugnahme auf den voriührigen Ausschußbericht muß festgestellt werden, daß die Verhandlungen über die Beteiligung von Interessenten zur Errichtung einer Gehörklinik bisher erfolglos geblieben und. Tie <stabt Gießen leistet für Ausnahme ihrer städtisck)en Kranken freilich einen jährlichen Beitrag
von 10 OOO Mk. an die Kliniken. Tie Mehrheit des Ausschusses hielt diesen Betrag für außerordentlich gering im Vergleich zu den Lpfern, die andere städtische Verwaltungen für die Erbauung, Unterhaltung und Bcttieb eigener Krankenhäuser bringen muffen. Es wird deshalb immer noch eine Verständigung erwartet, um die tatsächlich bestehenden Unzi'ttäglichkeiten und Mimtände, unter der die Professur für Ohrenheilkunde empfindlich leidet, tu beheben.
Im Zusammenhang mit dieser Frage steht die Vorstellung des Vorstandes des Vereins hessischer Zahnärzte. Die Regierung antwortet hieraus, „daß mit dem Eingehen auf die Vorstellung bedeutende persönliche und sachliche Ausgaben verbunden fein wür- ben, die bei der damaligen finanziellen Lage umsomehr ins Gewicht fallen müssen, als noch weitere dringendere Bedürfnisse unferer Landesuniversität, wie die Errichtung einer Klinik für Ohrcn- Iranke und einer solchen für Haut und Geschlechtskranke, der Ersüllung harren." Ter Ausschuß teilt die Am acht der Regierung und hält die Erfüllung der Wunsche der Petenten zurzeit für untunlich.
Weiter haben die Abgg. Köhler und H i r > ch e l zu die,em Kapitel einen Antrag gestellt. Tie Regierung antwortete hieraus: „Tie Anttüge ans Einstellung der Vergütung für einen zweiten Assistenten mit 1550 Mk. und einer solchen für einen Gärtner und Knlturausseher mit anfänglich 750 Mk. gehen über die Anträge des Vorstandes des landwirlsch. Instituts bei Aufstellung des Hanptvoranschlags hinaus. Ihre Berücksichtigung würde ein Abgehen von den Grundsätzen bedeuten, die nach der Meinung der Grvßh. Regierung — von dringenden Ausnahmefällen abgesehen — beobachtet werden müssen, wenn sich die Bearbeitung des Budget- entwur.s der Landesuniversität angesichts der dort naturgemäß allcrwärts austretenden Wünsche nach Zuweisung weiterer Staatsmittel in geordntten Bahnen vollziehen soll. Hiernach muß es aber jedem Dozenten überlassen bleiben, diejenigen Budget- anttäge, welche er nach yflichtmäßigem Ermessen zur Durchführung eines Lehranstrags für erforberlidi erachtet, innerhalb gegebener Frist ans dem regelmäßigen Instanzenweg zu unserer Kenntnis und Entscheidung zu bringen. Es muß daher dem Dozenten der Landwirtschaft überlassen bleiben, die Wünsche der Antragsteller nach Vermehrung d-es Pezsonalctats beim landwirtschaftlichen Institut, sofern er sich diele zu eigen machen will, bei der Ausstellung seines Etats für 1908 zur Geltung zu bringen.
Weiter beantragen die beiden Abgeordneten unter Kapitel 36 Titel 2 Ziffer 40 Lit b statt der angeforderten 5000 Mk. den Betrag von 8000 Alk. einzustellen. Hierzu ist das Nachstehende zu bcmcrlen: Auch dieser Antrag geht über bic von bem Dozenten ber Landwirtschaft zu bem vorliegenden Bubget geltenb gemachten Wünsche hinaus. In dem Entwurf seines Instituts-Boranschlages war eine Anforderung von Staatsmitteln für Anbau- v ersuche nicht enthalten, in dem zugehörigen Begleitbericht aber bemerkt, „bezüglich des Versuchsfeldes behalte er sich einen späteren Bericht vor, bis Über die Ausgestaltung des hieraus bezüglichen Etats durch den Landtag für 1906 entschieden sein lulrb." Nachdem diese Entscheidung bekanntlich im März 1906 gefallen, der in Aussicht gestellte Bericht aber nicht eingegnngen war, wurde uuterm 25. August 1906 eine Aeußerung darüber ein- gefordert, ob aus die fernere Bewilligung budgetmäßiger Mittel lür den gedachten Zweck etwa verzichtet werden wolle. Hierauf bat der genannte Dozent um die nachträgliche Einstellung des Bettags von 5000 Mk. in das Budget und zugleich um die abermalige Bewilligung von weiteren 5000 Mk. aus dem Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke. Tic Großherzogliche Negieruwg h>at nun zwar dem ersten Teil dieses Antrages ent-, prod)en und von einer weiteren Verfolgung der in den früheren Verhandlungen wiederholt gestreiften Frage, ob dieser Skaats- beitrag mit Rücksicht auf das Interesse der praktischen Landwirt- schast an den in Rede stehenden Feldversuchen nicht etwa zu kürzen sein möchte, Abstand genommen, sie erachtet aber andererseits die vorgesehene Aufwendung von Staatsmitteln als dem In- terenc entsprechend, welches die Pjlege der Wissenschast und des akademischen Lehrbetriebes au die-en praktischen Anbanversuchen zu nehmen hat. Tem Tirektor des landwirtschaftlichen Instituts wurde beshalh unterm 19. Sept. 1906 eröffnet, daß die nachträgliche Wicdereinslellung des Bettages von 5000 Mk. unter der Voraussetzung erfolgt sei, die ^unbwirtfchustskammer werde die darüber hinaus etwa benötigten Mittel aus ihren Etat übernehmen; man empfehle ihm daher das hicrwegen Erforderliche an zuständiger Stelle zu veranlassen. Unsere Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe erhielt von dieser Sachlage mit dem Anfiigen Kenntnis, sie möge bas Gesagte bei den Bubgetver- Handlungen mit der Landwirrschastskammer berücksichtigen. Ter von dem hessischen Landwirtschastsrat herausgegebene 1. Jahresbericht über die von diesem und vom landwirtsch. Institut der Landesuniversität in den Jahren 1903/05 nach gemeinsamer Verabredung veranstalteten Anbanversnche verschiedener Sorten landwirtsch. Kulturpflanzen stellt das erhebliche Interesse, welches unsere praktische Landwirtschaft an bic]en Versuchen nimmt, außer Zweifel.
Die Großherzogliche Regierung vermag deshalb der Meinung >cr Antragsteller, diese Verfuch-e und ihre Ergebnisse kämen erst in letzter Linie der praktischen Landwirtschaft zugute, nicht beizutreten. Eine Beteiligung der letzteren an der Aufbringung der erforderlichen Mittel erscheint aber umsv unbedenklicher, als es nicht einmal etwas ungewöhnliches ist, daß Kommunalverbände, Jnteressenverbände, ja >elbst Privatinteressenten bestimmte wissen- chaftliche Zwecke durch ihre materielle Beihülfe fördern, ohne daß sich hieraus lemals irgendwelche Bedenken gegen die Unabhängigkeit des jene Zwecke verfolgenden wissenscha,llichen Jnstllnts ergeben hatten, io empfängt beifpielsweiio die landwirtschaftliche Bettuchsstation zu Darmstadt ganz erhebliche Zuschüsse von dritter Seite für die Durchführung ihrer wissenschaftlichen Aufgaben. Tatsächlich hat j*a der Leiter des landwirtschaftlichen Instituts auch bereits ausweislich seines Jahresberichts für 1901/05 Jujdjühe von dritter Seite für die Durchführung dieser Feldversuche empfangen. Für das Fahr 1905 steuerten hierzu der landwirtsch^. Provinzialverein für die Provinz Oberhessen 400 9Jiart, die Land- wirtschallstammer Wiesbaden 300 Mart und die Deutsche Land- wirtj'chastsgesellschaft 250 M'orl bei. Nach dem (getagten sind wir der Meinung, daß der Antrag abzulehnen sein möchte."
Auch bezüglich dieses Antrages teilt der Ausschuß grundsätzlich die formellen Bedenken der Regierung und bedauert, daß der Direktor des landw. Jnstllnts mdit rechtzeitig seine Forderungen der Siegierung zur Einstellung eingereicht bat, er wllk aber nicht, daß die Siache, die ganz im Sinne der Mntragfteller die größte Förderung und Unterstützung verdiene, unter diesen Erwägungen leidet. Nach längeren Verhandlungen erklärt sich die Regierung bereit, die Notwenoigkeit der Fordermig vorausgesetzt, für 1908 die beantragten Summen im Voranschläge einzustellen. Für das Jahr 1907 sollen die Mittel für einen weiteren Assistenten und Aufseher sowie die 3000 Mk. für Saatenanban-Versiiche aus dem Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke bestritten werden.
Bei den sachlichen Ausgaben beansprucht der Betrieb der Kliniken freu größten Teil ber Mehrkosten, der burch bösere Löhne und VerpslegiingswUeu wieberum beeinflußt wirb. Tie Vervoll- Itänbignng ber .Einrichtungen der verschiedenen Institute trägt weiter zur Erhöhung dieser bei, bic Zentralwaschanstalt weist burd) bie GuiJüt)rung eines neuen Verfahrens eine Ersparnis von 1000 Mk. auf. Zum Schlüsse werben für bie Feier des 300jähr. Jubiläums 28000 Mk. einmalige und als letzte 8. Rate 3000 Mk eingestellt.
Der ^usschu^ beantragt Bewilligung der Ein- n a HIN e mit 434 600 Mark, Der Ausgabe mit 1 372 143 Mk.
ferner werden im Vermögens-Etat für Bauten usw. an der Landesunwcriltat gefordert und bewilligt: 1. Hauptgebäude (Aula Ä?ormm) innere Ausstattung und Zentralheizung .^380 Akk., 2. M^n;mische Klinik: Mobiliar-Ausstattung des mebllo-mcchanischen Jniutnts o800 M.; 3. Erweiterung der Fcauen- lluiil letzte Mate von । 1 dOO Mk.,; 4. Chirurgische und ophthal- mologuujc Klinik: le, Rate des Neubaues 40 800 Mk., innere L ia'rauä,tatlung ber chirurgischen Klinik 250 80J Mk. und ber ophthalmologpchen Klinik 149 000 Mk - Landw. Institut, innere.Einrichtung 5630 Mk.; 6. Universitätsbibliothek, Beitrag an bic ^dc Gießen für Herstellung ber Kepler- und Blsmarckftratze 9boO Mk.
Aer rwattunflsberichi der Stadt Kietzen für das Rechnungsjahr 1905 liegt in einem stattlichen Quartband von 170 Druckseiten nunmehr vor. Er enthält einen ilmfasienden Rück- und Ueberblick über alle kommunalen Verhältnisse, von dem einiges allgemeiner interessierend: mitteilen.
Nach den Personenstandsverieichni-en des Standesamts tour- den 1905 965 '1904: 1010- Kinder geboren und zwar 500 Knaben und 465 Mädchen. Ehelich geboren rourben 670 l6o3. und unehelich 295 (357' Von den znm größten Teil in der Frauenklinik geborenen unehelichen Kindern waren die Mütter von auswärts in 239 '2931 ’.i nb von Gießen in 56 (641 Fallen. Totgeboren wurden 33 (70.> Kinder. Tie Zahl der Sterbefälle emschl. Totgeborene betrug 637 (619', der Geburtenüberschuß betrug 264 (293, wenn man die auswärts .Wohnenden unberücksichtigt läßt. Ehen wurden 184 (189 > geschlossen.
Die Stadtverordneten-Bdnammlung hat tm Berichtsjahr in 24 Sitzungen 846 G-eaenstände behandelt gegenüber 19 Sitzungen mit 701 Gegenständen.
Tie Zahl der Einläufe auf der Bürgermeisterei belief sich auf 15 971 '15 247». Anträge ans Verleihung der hessischen Siaatsangekörigkeit wurden 6 (10) gestellt, Anträge wegen Heimat scheinen und Staatsangehörigkeitsanstoeisen 55 (33) entgegenge- nommen. Anträge aus Sühneversuchcn in Veleidigungssachen wui - den 175 (125 anfgenommen. In 33 (27 > Fällen gelang es, die Parteien zu einigen. Anträge auf Erteilung der Erlaubnis zum Wirtichastsbetrieb oder znm Aus.chawk und Kleinhandel mit Branntwein lagen 56 (54' vor, wovon sich 43 (37; aus den Uebergang bestehender Wirtschaften auf einen anderen Inhaber bezogen. Die Bediirfnis'ragc wurde in 45 (48) Fällen bejaht und in 11 (6 Fallen verneint. An- und Abmeldungen steuerpflichtiger Gewerbe sind 299 (252) erfolgt, Anträge auf Versicherung von Gebäi-den ober Veränbcrung bestehender Versicherungen wurden 187 (216) gestellt.
Tas Stande samt hatte 33H >3253) Einlaufe zu verzeichnen. Es gelangten 436 (479) Ausgcbotc zum Aushang. Gebühren- bilid-tige Urkunden wurden 966 (899 ausgestellt, gebührenfreie zum amtlichen Gebrauch 216 und abgekürzte 458. Tie Militar- Itammrolle iimsaßt 400 (402) Militärpflichtige. Anttage auf Befreiung vom Militärdienst bezw. Zurückstellung wurden 17 (12) gestellt.
Der Rechnungsabschluß der S t a d t k a i s e für 1905 stellt sich auf 1. Vetriebsrechnung 2 118 015,16 Mk. Einnahme und 1 897 116,09 Mk. Ausgabe, Rest 220 899,07 Mk. 2. Vermvgens- rechnung 2 737 907,43 Einnahme und 2 404 137,43 Mk. Ausgabe, Rest 333 770 Mk.
Der V e r m ö g e n s st a n d der S t a dt G i eß e n ain Ende des Rechniingsjahres 1935 ist: 18443 234,15 Mk., Darunter 1. Stadt- lasse: 222 650 Mk. Aktivkapitalien, 2 292 703 Mk. Vorlagen für die Kanalisation, 502 562,46 Pik. Kassenvorrat, 305 000 Mk. Wert der Mobilien, 3 220 794 Mk. Gebäude, 1875 427,30 Mk. verpachtete Feldgüter, 1 028182 Mk. selbstbewirtschaftett Frld- gütcr, 3 120 000 Mk. Waldungen, 220 000 Mk. öffentliche Plätze, 20 600 Mk. Wert der nutzbaren Rechte; 2. Stadterweitcrungssonds 1 863 901,05 Akk. Grundstücke, 37 574,24 Mk. Kassenvorrat; 3. Armenkafse 254 699,84 Mk. Kapitalien, 229140 Mk. Grundbesitz: 4. Wert des Gaswerks 1450 000 Mk; 5. Wert des Wasserwerks 1 000 000 Mk , Elekttizitätstoerk 800 000 Mk. Tiefem Vermögen stehen 12 712 242,41 M. Schulden gegenüber unb zwar 8 173 761,30 Mk. ber Stabtkasie, 1595 771,43 Mk. Stabterweiterungssonbs, 45 651,98 Mi. Slistungskapitalien der Armenkasse, 576 638,88 Mk. Gaswerk, 1 446 845,89 Mk. Wasserwerk und 873 569/93 Mk. Elektrizitätswerk. Ter V e r mö g e n s ü b ersch uß beträgt 5 730 991,41 Mk., wozu noch 79 174,41 Mk. Stiftimgskapitalicn kommen.
Zur Steuer wurden veranlagt 2937 Personen zur Grundsteuer, 1572 zur Gewerbesteuer, 1032 zur Kopitalrenttnsttuer und 7084 zur Einkommensteuer. Der Gesamtausschlag _an_ Gemeindesten crn bezifferte sich bei 120 o/o Ausschlag auf 895 553,04 Mk., durch! Zugänge neuer Steuerpflichtiger und nachträgliche Heranziehung ergab sich eine Nackitragserhebnng von 31235,41 9)if. Infolge von Einsprüchen gegen die Staatssteiicm mürben 32 415,62 Mk. Gcmeinbesteuern erlassen unb 9 012,97 Mk. wurden uneinbringlich. Mit den Gemeindesteuern würben 10o/o Kirchen steuer erhoben und zwar für bie evang. Kirche 54 502,06 Mk. und für die fath. 5 548,50 Mk. Von den anderen größeren hessischen Städten erhebt nur Ossenbach mehr Gemeindesteuern, nämlich 120,582"o, während Worms 95,3050/0. Mainz 91,8o/o unb Darmstadt nur 88,2o/o erhebt.
An Oktroi wurden vereinnahmt: von Schlachtvieh 37 308,50 Mk. (— 801,01 ML. als 1904', von Fleisch, Fleisch- waren und Wildbret o 497,81 Mk. (— 1 506,29 Mk.), von Brennmaterialien 41 219,80 Mk. (4- 1262,46 Mk.) und Don Getränken 33 229,18 Mk. (-'- 191,21 Mk.,. Gegen den Voranschlag betrug die Mehrcinnahme 3 643,85 Mk. Nach Abzug von 110 468,23 Mk. Rückvergütungen nur 8 636,24 Mk. Erhebungskosten betrug die Rein-Einnahme 101831,99 Mk. Anzeigen toegen^ Uebertretung von Oktroi-Vorschristen wurden 55 (1904: 98 Stück) erhoben.
Tie Einnahme aus der städtischen Hundesteuer (10 Mk. für den Hund) betrug 8 040 (7 740) Mk. Hiervon waren intein- bringlid) und wurden für Hebcgebühren verausgabt 867,33 Mk. (1904: 1041 Mk.) (Forsetzung folgt.)
Märkte
fc. Frankfurt a. Ni., 26. Febr. Heil- und Stroh- in a r kt. Dian notierte: Heu Mk. 3.10 bis 3.40, Stroh Mk. 3.— bis Aik. 3.20. Geschäft still. Es verblieb ein Uebersland.
Fainilien-Nachrichten.
G e st o r b e n : Herr Heinrich Josef Kobel ui Ober-Wollslabt. — Herr Heinrich Beck m Jilein-Rnrben. — Herr Konrad Becker in Schotlen. — Herr Georg Liibivig Biedenkapp in Tarmsladt. — Herr Heinrich Scherer m Lelbhecken. — Herr Christoph Schneider m Gr.-Alteiisladten. — Frau Anna Krafft, geb. Luy in Wetzlar — Frau Eltfabetha Tiel, geb. Bomiiiersheiin in Doru-Assenheim — Frau Karolme Krämer, geb. Rosenthal in Nieber-Weisel. — Frau Marie Katharine Remharbt, geb. Hohler in Relbertenrob.
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Hank für Handel und Industrie. Giessen.
Frankfurter Börne, 3%°/o Beichsanleihe . . 97.30 3% do. . . 85.70 tz^o/a Konsols .... 97.40 Ö% do. .... 85.85
Hessen .... 96.20 d>£°/0 Überliessen . . . 95L0 4:'o Uesterr. Goldrentti. . 99.75 4V6 ?6 Uesterr. Süberreute 100.00 4?o Uugar. Goldreute . . 95.45 4^6 Italien. Heute . . . 103.50 3>6 Portugiesen Serie I . 69.35 3% Portugiesen „ III 70.15 4>5O/O rass.Staatsanl. ItiUo 91.Ou 4>6U,O japau. Staatsanleihe 92.20 A*;a Conv. Türken von luuS 96.00 Tilrkeuluse ... . • 145.4.
Uneeb. Monopol-Aul. bl.75 ■i% äussere Argentinier . 87.25 J°/o Mexiuauer . . . 66.su
4>»7o Uluueseu .... 97.7U
Aktien:
Bochum Guss 238.20
Buderus E. VV .... 122.80
Teudeuz: unentsclüeden.
Iteriiner isurae, 27.
Canada E. B 187.20
Darmstädter Bank . . . 137.30
Deutsche Bank .... 242.40 Durtmuudcr-L'nion C. . . 83.00
Dresdner Bank . . . 156.0U
Tendenz: ungleichmässig.
27. Februar, 1.15 ühr.
Elektriz. Lahmeyer ,. . . 137.20 Elektnz. Schlickert. . . . 115.00 Eschweiler Bergwerk . . 244.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 210.20 Hamburg-Amerik. PaketL 149.30 Harpeuer Bergwerk. . . 218.50 Laurabtitte 243.00 isordd. Lloyd .... 129.00 Ubeischles. Eiseu-Iudustrie 116.00 Berliner Haudelsges . . 170.00 Darmstädter Bank . . . 136.80 Deutsche Bank . . . 242.60
Deutsch-Asiat Bank . . 171.80 Diskuutu-Kommaudit. . . 182.10 Dresdner Bank . . . 155.60 Kredituktieu 214.20 Baltimore- uud Ohio-
Eisentahu . . . 113.66
tiotthardbahu .... —.— Lomuard. Eisenbahn . . 30 30 Uesterr. Staatsuuiin . . . 146.20 Priuce-Henri-Eisenbahii . 144.00
Februar. Aufangskurse.
Harpeuer Bergwerk. . . 217.90 Laurahütte .... —.— «.umbarden E. B. ... W.öO
Aordd. Lloyd 129.20 l'drkeiüose . ... 145.70


