Ausgabe 
23.11.1907 Zweites Blatt
 
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?r. «7« Zweites

Erscheint lv-Nch mtf Ausnahme deS Sonntags.

Eie ..Giessener ^amlUenbldtttr** werden dem ^Inaeiflei* otennal wöchentlich beigew'gt. das ^Hrelsblan für den Kreis Gießen" zweimal NÜchenUrch^ Der ..hessische Landwirt" erscheint (nonatlid) euunaL

Blatt

157. Iahraang

Samstag 23. November 190?

AchLMk Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UmversuätS * Buch- und Sreindructeret.

R. Lauge. L'etzen.

Redaktion, E^vediNon und Druckerelr Gchul« stratze l. ErvedrNon und itertag t»« 51» Redaklwm«-LA 112. TeL-Adr, Slnittycrubcru

Wilhelm üleiii eine Tochter, Paula Marie Elisabeth. Lern Fabrik» arbeitec Paul Gottwald ein Lohn, Konrad.

Gestorbene.

November, 16. Christiane Ho mann, geb. Jmmel, 66 Jahre alt, Asterweg 12. Jusnzral Ernst L'oemer, Landgerichtssekretär l P., 70 Jahre alt, Kaiser»Aliee 28. 18. SiaiDarme Lenhard, ged. Berges, 44 Jahre all, Keplersir. 1. 19. Johannes Friedrich Heinrich Bame, 8 Mon. alt, Ltemstr. 17. 20. Elise Muller, 1 Jahr alt, Lonnenslr.il! Heinrich Geisel, 17 Jahre all, Kellner, Walltor,tr.8. 21. Leonhard Wagner, 7 Mon. all, Ploctsir.^ 12. 22. Jakob Hengst, ö4 Jahre all, Handschuhsadr., L ich er Straße 57. Elise Brelsag, ged. Baut, 74 Jahre all, Licher Straße 59

Die nach- siud den L4. Xov. von

stehenden * 1b i v 12 Uhr luiibis 12 Uhr nacnts irur iür iide Fälle sicher anzutreifeu. I-,28/u

Uieyer, Seltersweg 64. Ur. Klein, Ost-Anlage 37. l>r. äusser, Goethestrasse 10.

handel

des

ti.j.30 I Llektnz. Luinneyer .

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Gberschlts. Eisen-Industrie 96 50

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Canaaa E. B. . . . Darmstadter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

'Pendenz träge.

ilarpeuei Bergwerk uauran litte . .

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'iürkenlüse.....

1% Giiech. 3Jonopol-Aul. \% äussere Argentinier 0% jhexisauer . . .

4/2% Chinesen . . .

Aktien:

l0 Kelchsanleihe . do. . .

l0 Konsuls . < . .

do. . . .

0 Hessen . . . «

/0 Obern essen . . .

üesterr. Goldreute.

'o Gesten, öilberrente Ungar Goldrente . . Italien. Bente . . .

4u/» < 41/« '< 4>o 4^ .

Berliner rlanuelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank Diskontv-KommanuiL . Dresdner Bank . . . Kieditaktieu . . . . Baltimore- uitd Ohio-

Biseulahu . . Gotthard bahn . . . . Lomuard. Eisenbahn . Gesten. Staats uunn . .

Gtngejan-L.

(F-Ür Form und Inhalt uiur mUci Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Dom neuen Zuxplah.

^Was lange währt, wird endlich gut, oder überhauvt nichts'', sagt em Sprichwort, mid dies scheint auch hier der Fall zu sein. Wenn ich nicht irre, so ist voriges Jahr von der Sladiverwaltung beschlossen worden, daß lümtighin länuliche Schaiistellungen ohne Ausnahme nach dem irüheren Schivememarkl verbannt werden sollten. Wenn ich auch gegen diese Verbannung meins habe, so wundert es mich doch, daß man dcrailig große Schanstellniigen, wie man sie seit einer langen Reihe von Jahren hier irichl zil sehen bekam, au' einen solchen jeder Beschreibung spottenden Platz stellt. Was ist nun bis jetzt zur Herstellung dieses Platzes geschehen 2 Ja st tem gar nichts.

Plan muß sich auch daim nicht wundern, daß groszere Lchan- stetluiigen unser toießcn meiden, was srüher nicht der Fall gewesen ist; man tann es den Direktoren solch großer Unlernehmen auch nicht verübeln, sich m em solches Sumpiloch zu stellen, und recht haben sie, wenn sie unser (ließen links liegen lassen, denn sie haben Gießen nichts geschadet, nn Gegenteil, sie waren den hiesigen Gejchnitsleulen nur von Nutzen. 'Man berechne sich mir einmal den. täglichen Fulterverbrauch der kolossalen Menagerie, die gegen­wärtig hier weilt, was doch alles von den hiesigen Geschäften be­zogen ivird.

Es ist doch vorgesehen, daß der Platz iür diesen Zweck tadellos hergeslellt werden soll; ivarinn tut man dieses denn nicht, oder sollen uns Gießenern diese Schaustellungen ganz und gar genommen werden'? Ailgenzeuge davon war ich, das; sich an einem bis an die "Achsen eingesunkenen Tierwagen der 'Menagerie vier Pierde quälten, ohne allerdings Erwlg zu sehen'; man mußte hier sogar zur Hülse des Elesamen greisen, der dann endlich nach Au'blelung ieiner ganzen Sirau den Wagen aus dein 'Morast zog. Es ist doch nicht jeder Direktor in der glücklichen ^age, Ele'anten zu besitzen. Auch brauchen, so glaube ich, die Direktoren den Platz ui anderen Städten nicht vorher durch ihr eigenes Personal von dem Unrat zu reinigen.

Es wäre doch bald am Platze, wenn endlich einmal nut Energie an die Herstellung des Juxplatzes gegangen würde, denn so kann dies doch nicht wenergehen.

82.05 93.60

82.75 91.20 92.40

96 70 9685

92 15

103.10

58.75

59.60 92 25

86.85

92.20

im 2. Akte iDu^reno Des yuiuudyu|u)enB MavLstms in.5 Auskleidezimmer.

Den Baier des vermeintlichen Diebes spielte Herr Wein gärtner nut geschulter Zurückhaltung, rechter Nutze und Beoachiheit, nur in Der letzten Szene ausfallend un­sicher. 9Jtn der schwierigen titviie des Ichährrgen Opfer- lammes fand sich Herr Roden mit der rechten Lecozen- bittermiene ab, in gar sehr georückter Haltung, int Assett mit einem Aufwande an lewenschaftiichen Ausbrüchen, oenen ein doch in ziemlich allen S>tmationen wohltempe^ rierter Jünglmg von heute aus gutem Hause kaum ver- allen dur,te. Daß der arme Junge sich be,onoers Darüber grämt, von seinem Papa zu bald eine StieMUtler erhalten zu haben, wird in d-em Stücke ausdrücklich betont Die Darstellerin Vieser Srie,mutter, Frl. Ea rvung, tat leider nichts, um diese Gefühle des Sohnes unglauowürdig er- cheinen zu lassen. Und doch gibt der Verfasser geraoe sic .pir eine furchtbar sehr liebte J-rau aus. Doch e-, ist zuzu­geben, bay er sie trotzdem arg vernachlässigt hat.

Der Regie Des Direktors Stein rr er tann man auch mit voller Anerkennung gedenten. In der Äusge- taliung der Szene hat unser Theater auch Diesmal Groß- ,cäotisches geletsiet. Die drei Räume, die zu sehen waren, tonnten ,iu- setzen lassen, wenn auch des ^chiafgemaches Farbigkeit härte beunruhigen können, oei weniger sejseiu- oen Borgäugen. Alles in altem: Stück, Darstellung und Ausmachung'^, um ein heute sehr beliebtes, darum doch höchst unschönes, aber immerhin prägnantem Wort zu ge­brauchen, sl.empetn diese Borstettung zu einer in allen Deiren wohlgelungenen, und man tann getrost behaupten. Daß Dieser Dieo-' der erste seinesgleichen ist, der die Staffe nicht leert, sondern füllt P- W-

Es gehen uns heute Klagen zu über die schlechte Hei­zung des LheaLrs. Au.n-ettt.li.ch will man b-aj mertwürdiger- rveiie im cr^'it vcange verspürt haben, wdyreno Die Dentpecatur int Par lütt zwar arrstmgs auch recht nievrig, jpüier aber ganz pa,fabel war. Es i ;i anöuueh.n^n, daß Die Dhcattr.eitung Durch Oie plötzlich eingvtreueue itdtie uocrraicht icvtocit ijt und daß (ertan die Wur.ne Der Räume mit der Wärme der Darstellung gleichen Schrttt hält.

Iw Oktoberheit von Velhagcn & KlasingS Monatsheften plaudert recht anregend F. v. Zobeltttz von älteren und modernsten Dtebskomödien". Sturz slreiu er m diesein Awsatze auch BeinstkmsDieb". Ter Freiburger Histonker Prot. Friedr. u'temecke fteuerte em Essay"Aus der Enlstehnngsgejchichte des deutschen i'lationalstaatsgedankens" bei; em Anonymus, der anqenichemltch Sttmo Fiu'her, dein t Heidelberger Gelehrte'.'., nahe gestanden haben nnn;, berichtet Ernstes und noch mehr Heileres von ihm. Der ttafsychen Sttinsl ift em illustrierter ArtikelPerugmo" von Lt. v. 'Boei)ii gewidmet, der Bühne ein BeitragGoethes Iphigenie auf dem Theater" von Engen Zabel. Bon den Bogefen und ihren Burgen erzählt E. Grucker, von der Geschichte der Kaffeehäuser K. E. Schmidt, während Dr. H. Gerstenberg neuauigefundene Gedichte Hoffmanns v. Fallersleben mitteiU. Tas Heft enthält außerdem eine Slrilik neuer belletristischer Erscheinungen aus der Feder von Dr. Karl Busse, eine Rundschau über Kunst und Slimft- gewerbe und eine Fülle von Gedichten, unter denen wir Verse von Hugo Salus. St. E. Knodt und Wilhelm v. Sctwlz finden.

iBä °/d iuss.Staatsaul. 190a Japan. Staatsanleihe Do Couv. Türken von iuu3

Giessenei Anzeigers, nutgeteilt von der Bank Iür und Industrie. Giessen.

JFrnnkharter üiörwe. 23. November. 1.15 Uhr.

Gießener Krcr^LthecrrEV.

Der Dieb.

Ein Stuök in 3 Aufo^^cu oou H^nri Bernstein.

Wir leben in einer Zett der kriminellen oder doch foreuilscheu Enthüllung von Schlaszimmerge- heimntsseu. Der Prozeß Nocren-Schmlot, der Mun- chLner Perers-Prozesz, Der Hau- und endlich der HarDen- Prozeß sie alle waren verbunden mit über Die Masten widerwärtigem Austramen tleiner und aDerLieinster De­tails intimer Umstände, zum Gaudium aller Sensatwns- 1 kommt ein Pariser Tramat'.ker, ein Macher ersten Nanges, ein Virluo,e oes Dheaiers, der uns sensationelle Schlaizimmergeheimnisse von triminellem Anstrich un Rampenlicht der Bühne höchst indiskret enthüllt. Die Szene wiro zum TrchUiial. Em Frauchen, Halo Frou-Frou, halb Trilby, das ihremüber alles geliedteii Manne nicht nur eine hingebende, sondern auch eine elegante Gatim mit verführerischen, aber leider teueren Dessous sein will, entpuppt sich im Schlafzimmer, während s^e sich langsam enttleioet und den Gatten naher unD näher loät, plötzlich als rat linierte Diebin! Als Diebin am Bermogen Der nächsten Freundin doch wohl gemerii: nur am Der Augenweioe ihres Gatten willen, Der fasi ihr Bater jein könnte! Der bis über Die Ohren in sie, die schone und reizende junge Frau, verliebte Stiefsohn der von ihr be- stolilenen Freunotn aber nimmt tue Schuld aus sich. Doch öieie Heldenha:tigteit des Ht'uaben wiro ihr erst recht zuin Verhängnis, denn Der Gatte wittert nicht ohne jeoen Gruno zarte Beziehungen zwischen ihr und Dem Knaben und wird zum rasenden Othello. .. r , .

Trotz einiger iieiner Pikanterien, über Die man sich bei einem Autor aus der Staat desJournal amüsant ' nicht weiter wunDern wird, geht's in dem Stücke aber Doch gaiiz moralisch zu. Das hecht, sofern man Den Moralbegriss au, SchlalziNimeraeheimillste begrenzt. Denn schliestiich Day ganze Bernsteinsche Stuck nichts anderes als Der D^raniatische Jvealisierutigsversuch einer niedrigen HandUiNgswetse, ein Lobliev aus Den Diebstahl, in das auch ein 1JcL! Ve.1 o19er Moralist kaum wird einstimmen können Dabei schiagr dieser ins Erotische transponierte Sherlock Holmen mir ieltjamcr Prütens ion das Nora-Atotiv an. Uno das Cnoe Dieter Tragöoie der unbezahlten Spitzenhemoen- und üorsett- rechnutigen, in Der das Bett sich als der Diebin Eidesheiier erweist, ist nicht enua Der Sprung zum ^en,ier hinaus, sondern Der Autor zieht es vor, uns eine Dunne, saft Marliltjche La,strsuppe als letzten Gang seu^ers-anangv jo stark gewürzten Menüs vorzusetzen zum schaden Des

festzustellen, bmt diese dramatlsche Äor- spiegelung falscher, das heitzt unmöglicher Tatsachen und ebenso unmöglicherMenschen", vast oust ^sch.chte von der äuüerii ehrenwerten Diebin und von ihremüber alles geliebten Gatten" technisch Höhepunkte von hinredstenDer Lircang besitzt. Der Ber,ajser, ver nicht zu verwechseln ist mit einem der Hauptakteure im Lardenprozeß, Dem

m Diu -DriwLlSümsrrhchLLU ua LLübr voit^ru. Ailsgebore.

November, 16. Waldemar Atensch, Arzt, mit Johanna Hewel, beide Daßler. 18. Gustav OßwalD, Unecht DaLjiev, nut Elijabetb cclmuöt m Stockhausen. 20. Marl Gregorius, Installateur, mit El,a Heilmann, beiDe dahier. Willy Rathenow, Schlager, nut mnfe Pitzer, beide dahier. 22. Karl Friedrich Wilhelm Bauer, Blernihrniann dahier, mit äiegina Nohn in Großen-tlinden.

Elrejchlteßun^c». ,

November, 16. Georg Geiß, Atonteur, mit Philippnie Schorn- der, beide dahier. 19. Balenlm tlotz, Bautechliiter, nut ALar- gärete Brunner, geb. Gerl ter, beide dahter. zO. Friedrich Henne,

rlokoniotivheizer, nut Emma Gra', beide dahier.

Geborene.

Noveniber, 12. Dem Schreibgehülien Ludwig Stroh ein Sohn, Heinrich Franz. 13. Dem iviieäjt Wilhelm Nahn, eine Tochter, Auguste. 14. Dem Hausverwalter Karl Ritter ein ^ochn. jo. Tem Kauimann Leopold Westphal ein Sohn, Leopold Kurt, s Dem Hiist'sbrcniier yiitolans Tany ein Sohn, Wilhelni.- Dem Fuhrmann Karl Heußner ein Sohn, Karl Heinrich. Dem Postillon Heinrich Eiscnbach eine Tochter, Katharine. 17. Tein Kit'er I

Müncheliev Iuj^rar uuo . . ;.jl

DerMali") erweist sich hier als einer Der begabrepen Schüler der Dumas unv Sarvou, ja ats einer, Der sich aus Die Dheatralik saft noch besser versteht, als diese beiden Bühnen-Grotzmeisier. Brau tann sich raum einen Art Deuten, Der sich so von Minute zu Ätinute nach aufwärts steigert wie Der Bernstein;che Schlajzimmerakt, Der srch ausschliest- lich zwischen zweien, Den beiden Eheleuten, ab spielt, ein Akt, in Dem niemand sich Die Na,e zu putzen wagt, aus Besorgnis, von seinem sceberhazt aus jeDLS Bühnenwort gespannten dtachbarn um einen Kops kürzer gemacht zu werden.

Zu diesem bewundernswerteii Meisterwerk Pariserischen BouievardsD.s gehören gute Nerven uno ein ausgesprochener weiblicherStar".

Wir Giepener besitzen auch nach Dem Fortgänge Der Frau Bayrhauimer eine für elegante Sensationswmödieti- Damen geradezu prüdestinierte Darstellerin in Frl. Toni Sylva. Sie aifo war gesternDer Dieb". S.e liep sich vott Herrn Goll (Dem Emiren) mit aller Dezenz enttieiocn und umarmen und küssen,' und schließlich auch Ber- zeihung gewahren. Sie schillerte unu gierte, girrte und schluchzte, tügie und verzweifelte, oast man ihr fast jeden Satz und fast jeves AtwrujungSzeichen Der Lio Ile glaubte. Eine Bravourleistung, Die mitunter fast an Die Echtheit Der aus getüftelten Deleitivtomödie glauben machte, tlrn Seelenloses zu beseelen, müszte sie freilich ein Genie fein. Sie hat in Der großen Ciichuhlungsszene Dem ungläubigen hatten zuzurusen:Nur Frauen, Die verliebt sino, werden mich verstehen." Da aber doch nicht nur verliebte, son­dern wohl auch ein paar andere Frauen gestern anwe,end waren, und schließlich Die Manner doch auch manchmal eine eigene Meinung haben, so dürfte Die Triebfeder Der strafbaren LaiiDlungsweife Der Marlise nicht allgemein ver- jtanuen worden fein. Allgemein er.aßt Dagegen hat man wohl, daß Frl. Sylva auch vibrierende Scwenschast'ich- reit mit überzeugender Kraft Darzustellen versteht. Un- oäi-lige Schattwrungen verlangt diese Roiie, Die sehr Dank­bar, aber auch sehr klippenreich ijt. Zunächst hat ja Frl. Shiva merkwui.ng viel Kühles in ihrem wohilautenven Konversationston' gestern aber bewies sie, daß sie nicht nur ganz reizend die leichten, sondern auch Die schweren Töne und Empfindungen durch ,carke ^Selbst­zucht zu meistern vermag. Halbe, vom Partner , zer­rissene Sätze zu sprechen und schon zu weinen wird sie gewiß binnen kurzem mit absoluter Naturtreue vermögen.

Den unglücklichen Gatten gab Herr Goll mit frischer Laune und gutem Humor, solange er nichts böses zu ahnen hat; in tra.tvolier Haltung, mit männlichem Ernst und mlter Ironie, als das Unheil ihn angepackt hat. Ob's an ihm lag oder ob Der s2(utor Da versage, ward gestern nicht Har: jedenfalls war Der Uebergang vom stra.enden zum verzeihenden Garten in Den letzten Szenen sehr plötzlich und psychologisch nicht ganz verstänoiich. Einige kleine Pausen srummen Spieles un 2. und 3. M zur inneren Sammlung und Gedanlenlombination hätten manche Situa­tion wahrscheinlicher gemachL Vor allem fehlte eine solche

leuaenz.: ruhig.

ikerfiBiteM- SSÖreie, 23. November. Anfaugskarse.

Sonntag von 49 Uhr M

Nur oiien. s

(Nuouyme 2Lufr«gru bleiben urrverua^i^rigt.l L. Karlsruhe zc'ibtl Zt. 124 348 Einwvtmcr.

Veutjehes

München, 22. Nov. Von den Abgeordneten wurde n Antrag auf Abschaffung des Anwalts- wanges bei Den Landgerichten angenommen, ie Gewährung einer Entschädigung an Geschwo - ene uni) Schössen wurde ebenfalls einstim- lig angenommen.

Osnabrück, 22. Nov. Die Stadt verzichtete aus lerbeisührung des S i rn u l t a n v e r h ä l t n i s s e s in Den tejigen Bürgeischulen und beschloß Die Errichtung einer eioiiberen katholischen Schule.

Wien, 22. Nov. DieWiener Ztg." enthält zwei HanD- Brciben Des Kaisers betr. Die Annahme Der Demission )zieduszyckis unD Die Ernennung von Abraha- rowiez zum Minister. In Dem HanDschreiben an Dzie- ,uj|t|cti spricht Der Kaiser für Die unter schwierigen Ver- läitniifen mit treuer Hingebung geleisteten ausgezeichneten tienste seine vollste Anerkennung und Den wärmsten Dani aus. , ,

Oiieucnci: «tvartammev,

)( Gießen, 22. November. Freigespro - cn.

Ter G e m e i n d e r e ch u e r k. H. von B o b e n h a n f e n II and wegen Versuchs des Sttttichteilsverbrechens unter Aullage. ;ie Veihaudttiug wurde unter Ausschluß der Oesfentlichkeit geüihrl. loch dem Urteil waren die alleinigen Anssageir des Alädchens, as er angeblich mit unsittlichen Anträgen belästigt und in dessen linv.senheit er unsitiliche Handlnugen vorgenommen haben soll, ichl ausreichend, um daraus eine Verurteilung zu gründen, zitmal leses in sittlicher Beziehung nicht emwandsfret ist.

Tieiqiiälerei.

Tem Dienstknecht H. Sch. zu Steinsurt ging ein Strast efchl wegen Liergiiälerei zu, weil er feine Pierde ohne Veran- asjiing mit einem Peitschenstiel am den Kops geschlagen hat. Ter ,ün ihm erhobene Einfvruch hatte vor dem Schossengericht den kriolg, Dau Die Geldstraie um 3 Aiark erhöht ivuiDe. Er iocht das lue'.l an, blieb aber der Beru'ungsverhandlung fern, weshalb eine Berufung verivorien wurde.

Die geichtedkne Frau beleidigt.

Als der Schreiner L. P. von Nidda seine von ibm geschiedene Ehefrau,die ihreii MädcliciinamenAS.wieder angeuonunen ^al, m einer Wirtschaft traf, meinte er:9la, da ist ja Die Frau -er Fräulein S., Die i|t aber iveder em Fräulein, noch eine Frau, Die ist ine S .Weiler lieg er noch eine Reihe von Kraitausdrucken iolgen, >eien Wiedergabe befier unterbleibt. Schließlich bemerkte er ihr, alle sie nicht mache, daß sie sortkomme, werde er lie die Treppe linimterschmeißeii, daß sie Hals und Bein breche. Tie öinu rbob Privattlage wegen Beleidigung. Das Schöffengericht ver- meilie P. zu einer Geldstrafe von 10 Alark und sprach der Ve° eidigten Die Publikationsbe'ugniS zu. Dre Strafe erschien der ttägerm für die ihr gewordene Schmach nicht hoch geling und rhob deshalb Beriiinng. Tte Siraikamnier kam jedoch zur V e st ä 11 g ii n g des Arieils. <ne führie aus, daß Die erlanntc itraie zwar eine geringe Sühne iür em Verhalten wie Das des Aiieellagten fei, es müsse aber Die St rate nach Dem Maße Der Ehre, bie ucrletjt worden ist, erkannt werden. Ta es sich aber nm eine Pcrjon handelt, Cie während der Ehe mit mehreren Mannern un sträflich en Verkehr ge flau Den hat und bei Der Ehescheidung für ben jd)iüDiqcn Teil erklärt worden ist, so sei ihre Ehre nicht so hoch zu schahcn, weshalb Die evtf