Ausgabe 
23.3.1907 Drittes Blatt
 
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Nr. 70 Drittes Blatt

L 57. Jahrgang

Samstag 23. März 1907

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag».

DieSiebener ZamilienblStler" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da« Nrdsblatt fflr öen Kreis Sieben«' zweimal wöchentlich. Terhesfische LanÖwirt" erscheint monattich einmal.

i"' tzener Aiyeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'lchen UnwersnälS - Buch» und 6teinbrudctei. 9L Lange, Dießen.

Redaktion, Expedttton und Druckerei' Schul­straße 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion;l 12. TeU-Adr^ AnzngerGießen.

1904

167.12

11 483 940 ML

Bereich ber Fabel gehört.

Verlobte

Köbel

Bioderne

in der Entwicklung oder beim Lernen zurl'ickbleibende Kinder, sowie blot*

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bare, irübzettig erschöpfte Erwachsene gebrauchen als Kräftigung-»

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mäßi, und j

h) in Oberhessen: 1895 .

Jahre vermehrt um------

Diese Zahlen beweisen, daß wir uns auf dem Wcgr totrt> schasttick>er Entwickelung zum Besseren befinden, daß die Theorie von der Verelendung, der zunehmendenVerpoverung" in das

poLiti-che Lagesscbarr.

Was lehrt uns bic heffislhe Sparkasienstatistik?

mittel großem Erfolg Dr. Hommel'ö Hacmatogeu.

Der Appetit erwaeyt, bis gciiaßvu nuo törperlichea Kräfte werde» rasch gehoben, das Gesamt-Nervensystem gestärkt. C/.

Man verlange jedoch ausdrücklich das echte ,,Dr. Hommel'S" Haematogcn und laße sich keine der vielen Nachahmungen auttedeu

gewachsen von 159 370 069 Mk. aus 262682 347 Mk., also um rund 113 300 000 Mk.

Die einzelnen Jahre ergeben üuch eine regelmäßige

71 Proz.

Für die Sparkasse Gießen maßen s ür das Jahr 1904:

Anfang 1904 betrug die Zahl

Ende 1904

Die Zahl der Einleger hat nm 5 98 zugenommen.

Die eingelegte Summe betrug: Anfang 1904

Ende 1904 Die Sparbeträ

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beim Einkäufe von Malzkaffee! Es wird heutzutage dem Publikum vielerlei alsMalzkaffee" angeboten! Nur der echteKathreiner", in geschlossenem Paket in seiner bekannten Ausstattung mit Bild, Namen und Unterschrift des Pfarrers Kneipp als Schutzmarke und der FirmaKathrciner's Dlalzkaffce-Fabriken", ist das von den Aerzten empfohlene vollkommene Getränk! Also beim Einlaufe

liegt die Sache folgenter-

der Einleger 14 294

14 892

also in dem einen Jahre

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Aus Stadt und Land.

(Ließen, den 23. März.

** Bußtag! Ein Tag liefen Ernstes, stiller Einkehr, reu­mütigen Beiiituens soll der Bußtag sein. Er predigt dem welt- seligen Menschen von der Vergänglichkeit alles Irdischen. Und er zeigt ihm den schweren, tiesdunrlen Hintergrund alles mensch- liehen Wollens und Strebens: die Sünde, die Schuld. Es ist ja eines der traurigsten MerkmiaU des heutigen Geschlechts, daß ihm so vielfach jedes Bewußtsein von der Sunde geschwund.'n ist. Aber selbst das glänzendste Gewand kann auf die Dauer niemals über bic alte ersachtttrnde Bioelweisheit hinwegtäuschrn: die Sünde ist der Leute Verderben! In einem Bußliede des 17. Jahr­hunderts heißt es:Ach, was soll ich Sünder machen? Ach, was soll ich fangen an? Mein Gewissen klagt mich an, es beginnet auszuwachen!" Aber Buße im evangelischen Sinne ist nicht bloß ein verziveifeltes Zerknirschdsein, nicht nur ein müdes Trauern in Sack und Asche. Lutter hat auch freudig bekannt:Der Glaube hat die Art, daß er .sich zu Gott alles Guten versieht und allem aus Golt sich verläßt." Buße ist zugletch ein ielsen-

Die amtliche Statistik über die Sparkassen im Jahre 1904 ergibt für uwcr Sans folgendes Bild:

In den 1J Jahren von 1395 dis 190t hat sich bic <>ahl der Sparia.seneinleger gehoben

von 2vö 391 aus 268 25-1, at\o um 61357.

Die Zahlen für die dazwtschen liegenden Jahre ergeben eine regelmäßige, fast ganz gleichmäßige Zunahme

Der Betrag der Einlagen ilt im glichen Zettraume aewachsen von 159 370 069 Mk. auf 262 682 347 Mk., also

1904 .... 167.12

Für ganz Lessen betrug also die Zunahme der Einlagen aus ten Kopf der Bevölkeckung 44 Prvz., für Oberhessen dagegen

starres Vertrauen aus göttliche Güte.Ob bei uns ist ter Sünde viel, bet Gott ist vielmehr Gnade!" Die Passionszeit weist uns aus itien Sünderheiland. Alle Versuche der Selbsterlösung des Menschen sind gescheitert, und nie werden Sünder aus eigner Kraft zum Frieden gelangen. Buße ist not Auch im täglichen S.cbcn und Xrciucn brauchen wir wahre, ernste Bußg.'danken. Nicht bloß am besonderen jeweiligen Bußtage. TaS soll immer nur ein Anstog, ein neuer Auftrieb sein, das ganze Menschcnleb'.n ins Lickt göttlichen WittenS zu rücken. Seume sagte einmal: Die Religion ist die beste Führerin durchs Leven, d.e beste Leiterin in zrohen Tagen, die beite Tröittrin im Unglück." Man fasse dies in jenem tiefen Sinne auf, wie es die erste von Luthers 95 Thesen auchprach:Da unser L>err und Meister Jesus Christus spricht: tut Buße, so hat er gewollt, daß deS Christen ganzes Leben eine fortwährende Buße sei!" Möge auch vom Jahresbußtage morgen reidyer Segen auögehen!

Schüler- und Studentenherbergen im Odenwald. Der Odenwald-Klub hat, um die Wanderlust bei der deutschen Jugend zu beleben, in einer Reihe von Odcnwald- plätzen mit den Besitzern guter Gasthäuser die Vereinbarung getroffen, daß in letzteren mit Ausweiskarten versehene junge Deutsche (Studenten, Schüler usw.) zu mäßigem Preise Nacht­quartiere finden. Die AuSiveiskarten gelangen in Darmstadt im Bureau des Verkehrsvereins (Wartehalle aus dem Ernst-Ludwigs- platz) kostenlos zur Ausgabe. Die um Ausstellung solcher Karten Nachsuchenden haben sich durch ihre Studentenkarte, Bescheinigung der bett. Schulleitung oder in sonstiger Weise über ihre Person auszuweifen.

-m. Friedberg, 21. März. An der Augusttner- schule (Gymnasium und Realschule) sind von rund 600 Schü­lern 168 sitzen geblieben. Bon 41 Abiturienten haben 22 bestanden, 19 haben nicht bestanden oder find zurückgetreten. Von 18, die ihre Einjähngen-Prüfung machen wollten, fielen 12 durch und nur 6 bestanden. Die davon betroffenen Fa­milien, insbesondere die der von auswärts hierher kommenden Schüler siitd äußerst erbittert über diesen Ausfall der Prüfungen und Versetzungen, insbesondere deshalb, weil ein solches Resultat bei vielen Schülern nicht vorauszufehen war. Wie die Sache zusammenhängt, weiß man nicht. Auf alle Fälle ist es Sache der vorgesetzten Behörde, die Angelegenheit zu untersuchen und die Ergebnisse zu veröffentlichen, um bte aufgeregten Gemüter zu beruhigen. Es ist dies ein Rekord, der seit Bestehen der Schule noch nie erreicht wurde.

parlamentarische-.

S er Iin, 22. März. Zwischen dm Fraktionen der n ational- liberalen und freif. Plattei im Abgeordnetenhaufe haben Verhandlungen über die Gehalts frage der Ober­ahrer stattgefunden, die sich voraussichtlich zu einem gemein» iamen Anträge ter drei liberalen Parteien verdichten werden.

Soeben ist KürschnersDeutscherReichstag 1907 Dermann eiliger Verlag, Berlin W. 9) erschienen, jenes Reine und wohlbekannte Buch, daS reiches biographisches Material, so- rjie die Porträts sämtlicher Abgeordnetm enthält. Die Brauch- ; cfeit tes Buches alS Orimtierungsmittel bei der ZettungS- le.i rc wird noch durch eine Reihe tabellarischer Ueversrchtm cr:)öht, die den Leser über die Zusammensetzung unseres Parla­mente, sowie durch die vergleichende Wahtsttatistik über jeden ^.-.httreis 1903 und 1907 unterrichten. Eine besonders schKtzens- lucrte Bereicherung aber bitten die neu beigegebenen Ptäne, deren einer die Parteiverhältmsse im Reich zur Anschauung bringt, wahrend ter andere den Sitzungssaal unter Angabe des Platzes jedes Abgeordneten und feiner Parieizugehörig kett darstellt.

metrische Darstellung einer v o lz ko n st r u i : ion. 1. Preis erhielt Bingert aus Gedern, 2. Preis Engel auS Ran­stadt, 3. Preis Rau au3 Wingershausen. Alle diese Arbeiten wurden vollkommen selbständig aefertigt, und zwar z u Laufe, nachdem die meisten der Beivsrvcr nmh zurückgeiegiem Fußweg oder nach längerer Bahnfahrt zu Saufe angekommen Ovaren. Die Schule zählt in der Gewerbeschule (Tagesschule) 33 Schüler, in der Handwerkersonntagszeichenschule 120 Schüler, in der Abendfortbildungsschule 27 Schüler zusammen 200 Schüler. Tas Gefamttehrerpersonal beträgt 8. Tie Mehrzahl ter Schüler der Gewerbeschule waren Maurer (13). Wie sckwn früher be­richtet, erhielten 2 Schüler der Ober klasse (Schwab aus Geiß- Nidda nno Eifer aus Steinheim, Kreis Gießen) wegen hervor­ragender Kunstleistungen die Berechtigung zum einjahrig-sreiw. Militärdienst.

Mainz, 21. März. Ter Bürgermeister hat der Stadtver­ordnetenversammlung eine Vorlage unterbreitet, nach welcher die Gemeindesteuern für das Jahr 1907 auS Anlaß der er­höhten Ausgaben von 91.8 Proz. auf 100.2 Proz. erhöht werden sollen. Eine Diebesbande, die vorgestern nacht in zwei Hotels in Kreuznach cinaebrochen und außer mehreren Spar­kassenbüchern 6 bis 700 Mk. bares Geld, wertvolle Münzen und Schmucigegenstände gestohlen hatte, wurde gestern hier ver­haftet. Es find der Kellner Karl Hartmann aus ^Erfurt, Kaufmann A.ois Träger aus Etsnitz bei Zuickau und ter Schlosser Otto Lehmann aus Berlin. Die Einbrecher, die zuletzt in Köln wohnten, hatten noch 0»as gesamte gestohlene Gut bei sich, in einem Koffer führten sic Einbrecherwerkzeuge bei sich, außerdem waren sie mit scharfgeladenen Revolvern und Dolchen auöge- stattet. (Frkf. Ztg.)

« in fltneiniscncs

J Technikum Bingen

g. Bad-Nauheim, 21. März. Unter dem Vorsitze des Schulrats Süß fand gestern bür eine L e h r e r ko n f e r e n z des Bezirks Friedberg-Bad-Nauheim statt. Als Gäste waren erschienen: Kreisrat Fey-Friedberg, Bürgermeister Dr. Kayser - Bad-Nauheim, Bürgermeister Mühlschwem-Vilbel und Stadtrat Öeyl-Butzbach. Eröffnet mutte die Konferenz durch einige Liedervorträge. Oberlehrer Kredel- Bad-Nauheim hielt einen Vortrag überDas Mannheimer Schulsystem". An der Hand einer Skizze schilderte Redner die vortreffliche Einrichtung des Mannheimer Schulwesens. Daselbst hat man außer den regel-

"ig aussteigenden Krassen, noch sogenannte Wiederholungs- Aülssttassen. Den beiden letzten Gruppen werden die Schüler iugetcilt, die das Ziel der Dauptklassen nicht erreicht haben. Für sie ist das Schulpensum bann so zugeschnitten, baß sie in diesen Klassen doch eine abgeschlossene Schulbildung erhalten können. Den zweiten Punkt der Tagesordnung bildete das Refe­rat des Dauptlehrers Storch-Butzbach überKochunter­richt in b er o b er en Madchenklass e". Der Redner wies nach, von welch unendlich großem Werte diese Einrichtung, die bereits in verschiedenen Städten bestehe, gerate für die Mädchen aus geringer bemittelten Volksschichten fei. Gerade da, wo die Mütter dieser Kinder darauf angewiesen sind, in Fabriken u. dgl. Geld zu verdienen, ist solchen Mädchen die Gelegenheit, den Haus­halt kennen zu lernen, ganz versagt, und eine derartige Einrich­tung, wie sie der Vortragende schilderte, nur zu bearüßen. Dre Einrichtung einer solchen Schulküche stellt sich auf höchstens 400 bis 500 Mk. und 12 Mädchen können darin gleichzeitig Anleitung bekommen. Als geeigneter Zeitpunkt für diese Kurse wurden die Monate April, Mai, Juni und August bezeichnet und zwar ist in jeder Woche hierzu ein Tag vorgesehen. Der Vortrag wurde mit Sympathie ausgenommen und auch behördlicherseits die Unterstützung eine- eventuellen Versuchs in Aussicht ge­stellt. Nach Schuß der Konferenz fand ein gemeinsames Esten im Restaurant Burk statt.

. 12 370 933

ge haben sich also in dem genannten 886 993 Mk. »

x Nidda, 21. März. Gestern fand im Saale des Gam- ----- - -

brinus die Schlutzfeier der hiesigen Gewerbeschule statt. , . . ,_______________________ ____

Von den zahlreichen Teilnehmern wurde zunächst ein Rundgang; arme, sich maltiichlende und nervöse überarbeitete, leicht erreg* durch die Ausstellung der Schülerarbeiten unter Führung des s Hauptlehrers Höhn angetreten. Die Arbeiten waren nach Quan­tität und Qualität musterhaft und fanden allgemeine Anerkennung. Nach Abstattung des Dankes an alle yreunde und Förderer der Schule durch den AuffichtSrat fand die Deffnung der Briefum­schläge der prämiierten Arbeiten statt. Für die Oberklasse war als Aufgabe gestellt eine Sommerwohnung für Bad Salzhausen. 1. Preis erhielt Walter auS Dauernheim;

2 Preis Stab aus Geiß-Nidda; 3. Preis Repp aus Eichelsdorf. Für die Mittelklasse war als Aufgabe gestellt eine massive Niddabrücke. 1. Preis erhielt Geiger aus Nidda; 2. Preis Groth aus Echzell. Für die Unterklasse war gegeben eine iso-

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per Zentner 3 Dtark empfiehlt

J, Weisei

Telephon 235 [*] Sonnenftr. 6

Gleich günstig wird daS Bild, wenn mKtn das Verhältnis der Einleger zu ter Eimvohnerzahl ninumt. Im Jahre 189o famen auf 1000 Einwohner 199 Sparer; im Jahre 1904 kamen auf 1000 Einwohner 226 Einleger.

Für Ober helfen allein ist te-s Bild ,wch günstiger. Wahrend die Zahl der Sparenden 1895 sich auf 167.76 auf je 1000 Be> wohuer belief, betrug sie 1904 jdjbn 202.69. Der Zuw a chs betrug also für unsere Provinz 20.8 Proz., für das ganze Land nur 13.5 Proz.

Ebenso steht cs, wenn man die eingelegten Betrage auf einen Einwohner ausrechnet.

Es tarnen auf einen Einwohner a) 1895 im ganzen Lande

EingejanSt.

(Für Form und Inhalt aller unter bic।er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Pnbtiium gegsnüoec femerle^

Verantwortung.)

Anknüpfend an eine Notiz desGieß. Anz." über den Fort­schritt der Arbeiten im Neubau occ höheren Mädchen­schule, sei einmal in aller Bescheidenheit ungefragt, ob es iDirniü) wahr ist, wie das <terüü>t gehr, oaß ter Termin für die Einweihung bereits festgesetzt sei. Die Eltern der Schülerinnen brennen darauf, Zuverlässiges hierüber zu er­fahren: desgleichen die früheren Schülerinnen, die der Vollen­dung des Baues rntt größtem Jntresse entgegensehen.______________

Arbeiterbewegung.

* In Villa d' Ofsola ^ueriiaiieu,, wo Fabriken auS Mangel san Eisenbahnwagen gefchtosfen werten mußten, ftür in­ten mehrere tausend Arbeiter den Bahnhof und entluden gewaltsam einen auf der Simplontinie durchfahrenden Güterzug. Bon Donwtessola und Novara warten Truppen abgesandt. Der Streik ländlicher Arbeiter nimmt in ten Provinzen sttovara und Ferrara zu. In Argenta perhirwerten Scharen von Frauen eine Attacke der Kavallerie auf die Demon­stranten, intern sie sich mit ihren Kindern vor die Pferde warfen^

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^uppen-Würfel ä1Q4

Die Besten!