Ausgabe 
19.12.1907 Zweites Blatt
 
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187. Jahrgang

Zweites Matt

Nr. 298

6t1d)etm täglich mti Aufnahme der Sonntag-.

General-Anzeiger für Gberhchen

Januar

würt- der in Bahnen

®t< »Otetzener $amilknblötter* werden dem ,9ln6etflet* oiermal wöchentlich beige) eql daS wt£reisb!ati tkr dev Kreti Gletzen" zweimal wöchentlich Der ^hejsliche Landwirt'' erscheint einmal

neien Friedrich Haußmann ist aus den 17. 1908 festgesetzt.

Wie derStaatsanzeigeri' erfahrt, ist die tem bergische Eisenbahn Verwaltung

tatt, die die Begründung eines oberhcsjijchen Landesver­bandes der Gesangvereine und Sängerbünde bezweckt. Eine Einladung dazu war uns nicht zugegangen, weshalb wir nicht in der Lage sind, irgendwelche Mitteilungen über die Sache zu mactjen.

** Eine fatale Verwechslung. Ein hiesiger Kaufmann meldete gestern abend aus der Polizei, daß ihm ein Korb Fische in Eis Verpackung aus seinem Hose gestohlen worden seien, der leere Korb sei zurückgeblieben. Es ergab sich, daß die Ke h r i ch t a b s u h r l e u t e den In­halt des Korbes in der Dunkelheit als H a u s a b s a l l an­gesehen, die Fische in den Müllwagen geschüttet und fort- gefahren hatten. Der Korb hatte in der Nahe anderer mit Müll gefüllter Behälter gestanden und so war die Ver­wechslung entschuldbar.

i. K t e i n - L i n d e n, 18. Dez. Der Kaninchenzüchler- Verern blickt auf sein erstes Vereinsjabr zurück. Am Sonmag vielt er bei töoftivirt Hunerlang leine Generalversammlung ab. Es wurde beschlossen, am 3. Wechnachtsleiertage ein Preisschreßcn mit F a m 111 e na b e n ö adzubaNen. Bei der 9teuwahl des Vorstandes legte der blsherlge 1. Vorsitzende Ph. Reuschlina sein Amt nieder, für ihn ivurde Fritz Panecke gewählt, Stellvertreter wurde PH. Reuschlmg,Rechner Eh. TongeS, Lchrmiührer L.Wernaudl- Gießen und Beisitzer H. Schivleber-Gleßen.

x Wettsaajen bei Mücke, 19. Dez. Unser hier sehr beliebter Lehrer Sitz le r ist seit Montag vormittag v er-

Donnerstag 19» Dezember 1907

RokatwnSdruck and ®ertag bet Br Ührchen UniDerfiiäH und ©tttnbcudtwrt»

R. fcanee. Dietzen.

Redaktion. ExvedMov und Druckerei' Schul- stratze 1 (fcipeDttion und Bertas bL ^edaknon 112 teL-8U>i» 8U<«et4jer<MuBen.

DcrrtjLhes Ucicy.

Berlin, 18. Dez. Ter Zentralverein zur Hebung der deutschen Kanal- und Flußschiff- fahrt hielt im Sitzungssaale des Abgeordnetenhauses eine zahlreich besuchte gesck)ästliche Sitzung ab, der auch Prinz Ludwrg von Bayern beiwohnte.

Tie9Lordd. Allg. Ztg." schreibt: Durch mehrere Blätter ist in diesen Tagen die Nachricht gelaufen, Major Graf LYnar habe sich dem Gericht nicht gestellt. Wie wir demgegenüber bestimmt hören, und wie der Herr Kriegs­minister bereits im Reichstage erklärte, hat sich Graf Lynar dem zuständigen militärtschen Gericht in Potsdam gestellt und ist schon mehrfach vernommen worden.

Breslau, 18. Dez. In einer von etwa tausend Per­sonen besuchten Pol^nversammlung in Ratibor entarte Pfarrer Brandts in seinem Bericht über die Tätigkeit der Polensrattion, daß weitere Ntederlegungen j von Reichstagsmandaten durch polnische Geistliche ausgc-^ schlossen seien. Er selbst, sowie sein Konsrater Jankowski! würden trotz aller Schwierigkeiten ihre Mandate behalten.

Tie Breslauer Regierung bewilligte 70 Lehrern zweisprachiger Schulen im Kreise Großwartenberg 7000 Mk. Polenzulage.

KattoWitz, 18. Dez. In polnischen Kreisen Ober­schlesiens verlautet bestimmt, daß der Abg. K o r s a n t y nach Erledigung der Polenvorlage sein Doppelmandat niederlegen werde.

Stuttgart, 18. Tez. Tie Landtagsersatzwahl im Oberamt Gerabronn für den verstorbenen Landtagsabgeord-

diesen Tagen auf den preußisch-hessischen und den Reichseisenbahnen eingeführten Tarisermäßi-

Gumpert, jein Op.er |euie Eye,rau Margarete, gebl Anthes, ebendaher. Das Ehepaar besitzt vier ftinber Don i/2, 2, 3 und 10 Jahren. Im nüchternen Zustand wird Gumpert, der neben der Wirtschaft auch einen Holzhandel betrieb, als ein fleißiger Ebener, in der Trunkenheu aber als roh und brutal geschildert; er ist auch mehrmals wegen Körperverletzung voroe,t.ra|t. Die unglückliche Frau hatte unter seinen Aiißhanolungen schwer zu leiden; erst im verflossenen Frühjahr hatte er sie derart gejd) lagen, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden nmtzte. Es sollte damals eine Anllage wegen Mißhandlung gegen den llnhold erhoben weroen, doch bat die Frau in einem Schret- ben an den Staatsanwalt, von einer Bestrafung ihres» Mannes abzustehen. Als die 5rau kürzlich erst aus dem Krankenhaus wieder entlasjen wurde, rieten ihr ihre Bru­der, nicht wieder zu ihrem Mann zurückzukehren, sie ent­schloß sich aber in Rücksicht auf ihre Kinder doch dazu. Weil sich die Frau vor G. fürchtete, wenn er betrunken nach Hause kam, hatte sie ihm schon öfter nicht selber geöffnet Äts dann die älteste Lochcer die Haustür geöffnet, drang G., der zuvor schon eine Fenstersche'be zertrümmert hatte, jo|ort in das Schlafzimmer seiner Frau und schlug so auf jie ein, daß sie sich, nur notdürftig bekleidet, durch die Flucht in den Wald zu retten suchte. Sie ries auch den Inhaber der gegenüberliegenden Wirtschaft um Hilse an, weil er aber schon öfter solche Szenen gesehen hatte, wollte er sich nicht einmifchen. Die Frau lief in den Wald; der Unmensch eilte ihr nach, ergriff sie be den Haaren und schlug so unbarmherzig auf s.e ein, bis sie zusammenbrach. .Dann schleppe er die Mißhandelte wieder in ihr Bett zurück, wo jie am andern Morgen von den Kindern tot ausgejunden wurde. Bei seiner Vernehmung durch die Staatsauwaltschasl gab G. zu, daß er allerdings feine Frau geschlagen l/abe. Sie sei aber dann in den Wald gelaufen and von einem Automobck Überfahren worden, dciin von feinen Schlägen nut einemStöcken" könne sie nicht ge- Itorben jein. Am Tatort im Walde wurde aber ein zer- Iplilterter Prügel ge,unDen, der ziveifellos zu der Tal be­nutzt worden war; G. gab das schließlich auch zu, ebenso, daß das Ueber,ahrcn mit Dem Automobil Erfindung sei. Er wurde nach der Vernehmung sofort verhaftet und im Amtsgericht Langen untergebracht Da Die heute vor­mittag vorgenommene Sektion der Leiche ergab, daß der Tod iltfolge der Mißhandlungen eingetreten ist, wird gegen Gum­pert Anklage au( Körperverletzung mit tödlichem Erfolg erhoben weroen. Die Kinder wurden zunächst bei den Verwandten der Frau untergebracht

Aus Sta&t und

Greß en, 19. Tez. 1907.

** Das Gesetz üver die W er tz uw ach s steu er ist im Regierungsblatt gestern veröffentlicht worden. Es tritt somit mit dem 1. Januar il I. in Ätaft.

* » Landeshypothekenbank. Zum Vorsitzenden des rinfsichtsrats der Hessischen Landes-Hypotheken­bank wurde' an Stelle des verstorbenen Herrn Otto WolsS- kehl Geh. Jnsllzrat Dr. Gutsleisch m Gießen gewählt.

* * Das Ehrenzeichen für Mitglieder frei­williger Feuerwehren wurde verliehen durch Ent­schließung S. K. H. des Groß Herzogs dem Wilh. Karl Klöß zuVilbell , ~

* * Ein deutsch es Lesebuch für die höheren ^ajulen des Großherzogtums Dessen, das von hessischen Oberlehrern berausaeaeben wird, liegt aus dem Verlag von Gmil Roth hier vor. Zunächst ist der Band I, der für bft schaler der Sexta bestimmt ist, erschienen. S. K. H. der Groß­herzog hat das eingejandte Exemplar mit Interesse und bestens dankend entgegengenommen. Die Einführung des Lesebuchs wurde vom Großh. Ministerium bereits genehmigt.

»» Poslverkehr. Wie uns mitgeteilt wird, stnd Die Vostscha 11er zur Annahme von Paketen am Sonntag den 22. Dezbr., wie an Werktagen geöffnet, auch findet an diefem

Xage eine zweimalige Paketbeslellimg statt Das Großb. Hauptsteneramt ist zur Verzollung von Paketen nm 1. Weih­nachtsfeiertage zwischen 11 und 12 Uhr oorni. geöffnet, Dagegen am Sonntag, 22. Dezbr., und am 2. Feiertage geschlossen.

* * Der Ferienbeginn an den Volksschulen. Die Ministerialabteilung für SckMaugelegenheiten hat nach einer haloamtl. Mitteilung derTarrnst. Ztg." beschlossen, daß die Volksschulen bereits nächsten Samstag, 21. Dez., geschlossen werden sollen. Ter Unterricht dars indes an Die।em Tage inner keinen Umständen gekürzt werden. Tie Kreisfchuliommissionen wurden angewiesen, den Sck)ulvor- stäuden von dieser Entschließung zur weiteren Veranlassung fvsort Kenntnis zu geben.

* * Nationalliberaler Verein. Neichstagsabg. Dr. Osann-Darmstadt wird Sonntag, 5. Januar, y24 Uhr, in Steins Garten überTie politische Lage im N e ich u n d in He s j e u" sprechet.

* * A ns Dem Bureau Des S i n D 11 b e n t e r § wirD uns qcldnieben: Da Herr Schlegel noch nicht so mcitljei- q e |i c 111 ist, um enn nächsten Sonnlag in .Mamille Nltouche" aniznuelcn, so ivirb Herr Iürgas , Der DainisläDler Parmer von Frl. Jüngling, am Sonmag im Verein mit Frl. Jüngling Den Eeleslin hier geben. Es ici auch an Dieser Stelle Daraui hm- gewiesen, Daß Die Feiertagsvorstelliingen (am 1. Feier lcagU ä t ri) c n von Heilbronn", am 2. u ft, genWeibe r", am 3. »c

R a b e n ft e i n e r i nti) sämtlich nut Rücksicht aui Den auswarügen Besuch um 7 Uhr beginnen.

* * Zusammenschluß der o b e r h e s s i s ch e n Sänger. Gestern nachmittag sand hier eine Besprechung von Vertretern und Leitern von Mannergesangvereinen

fc. Wiesbaden , 18. Dez. Wegen Betrugs in vier Fällen und Belrugsversuchs würbe Der am 16. Mai 1872 zu St. AvolD geborene Leutnant a. T. LuDwig B o e ck von Der hiesigen Strafkammer heute zu sechs Monaten Gefäng- n i s verurteilt. Dem Urteil liegt folgender TatbestanD zu Grund: Leutnant Boeck, der früher in einem bayerischen Regi­ment biente und wegen Falschmeldung eine mehrmonatliche Fesiungsgrase erhalten hatte unü Deshalb seinen Abfchied nehmen mußte, ivohnt seit einiger Zett mit seiner Familie hier im Nero tat. Er war einer ver Angeklagten in dem großen Wucher- prozeß in München und ivurde Dort mit einer _ Gefängnisstrafe von drei Monaten und einem Jahr Ehrverlust belegt. Um seinem Verteidiger in diesem Prozeß, Rechtsanwalt Tamm in München, die erforderlichen Vorschüsse und schließlich das Ho­norar bezahlen zu können ÖOOO Mk., versilberte Boeck unter der Bedingung des Rückkaufsrechts durch Den Kaufmann ^urz in München ein Perlenkollier int Werte von 3500 Mk., ein Brillantkollier im Werte von 4400 Mk. sowie zwei Broschen int Werte von 480 und 580 Mk. an einen Münchener Juwelier für ca. 5000 Mk. Tie Juwelen hatte Boeck am 2. Juti bezw. 20. Juli 1906 bei den hiesigen Juwelieren Heirnerdingcr, Herz, Krausnick und Loch gegenKleide" entnommen. Der Ver­such, auch den Juwelier Ernst anzupumveu, war mißlungen. Die vier Ersteren, denen Boeck bekannt war, gaben ihm Die Bijoux um so eher aus Borg, als ihnen Boeck sagte, er wolle die Schmuckgegenstände seiner Frau an ihrem tags darauf statt- findenden Geburtstage bezw. Namenstage zum Geschenk machen. Zahlung versprach er am 1. Oktober 1906. Als sie nicht er­folgte, erstatteten die Juweliere Anzeige, und das Ergebnis Der Ermittelungen war. Daß Boeck verhaftet, Dann aber wieder auf freien Fuß gesetzt ivurde, teachDem die genannten Geschäfts­leute befrieoigt worden waren. Zur Verhaftung hatte wesent­lich die AuSfage der Ehefrau Boeck beigetragen. Sie bekun­dete, Daß sie im Juli weder Geburts- noch ^mmenstag gehabt und auch von den Geschenken nichts gesehen habe. Die Straf- taninier hielt die Betrugsabsicht sowie die falsche Vorspiegelung für erwiesen und erkannte auf die mitgeieilte Strafe.

Karlsruhe, 18. Dez. Zu Der morgigen Verhandlung des Linde nau-Prozesses find insgesamt 36 Zeugen ge­laden worden. Darunter Der jetzt im Zuchthause zu Bruchsal internierte Karl Hau, ferner Fräulein Olga Molitor, Die sich wieder in der Villa Molitor in Baden-Baden aushalt, die Frei­frau von Reitzenstein, die Ehefrau des Angeklagten, Fräulein Eysel und alle diejenigen Zeugen, die seinerzeit im Hau-Pro- zesse Aussagen über Den Aufenthalt HauS in Badeit-Vaden ge­macht haben.

Leipzig, 18. Dez. Wegen Verkaufs verdorbenen Fleisches verurteilte das Leipziger Lanogericht den Fleischer- niciftcr Walther zu fünf Monaten und den Fleifcher- meiücr Möbius zu sechs Monaten Gefängnis, sowie beide zu je 300 Mark Geldstrafe. Wegen Beihilfe erhielt der Fleischer Tannenberg sechs Wochen und dec Fleischer Jahn einen Monat Gefängnis. Drei weitere Angeklagte wurden freigesprochen. ES handelt sich um die vorjährigen Massenerkrantungen in Bvhl'itz-Ehrenberg, wo über 100 Personen erkrankten und zwei starben.

Trier, 18. Tez. Im Trierer Wucherprozeß wurde beute nach vierwöchiger Tauer das Urteil gesprochen. Der Makler K a u f m a n n wurde zu zwei Jahren Gefängnis, 2150 Mark Geldstrafe und zu fünf Jahren Ehrverlust, Gcotzkaufmann Wal­lenborn zu zwei Jal)ren und vier Monaten Gefängnis- 9200 Mark Geldstrafe und zu fünf Jahren Ehrverlust, Kaufmann Kempe zu einem Monat Gefängnis, 900 Mark Geldstrafe und Der Buchhalter Löwenstein zu 200 Marl GelDstrafe verurteilt. Vollziehungsbeamter Lippmann und Atetzgernieister Herrestl)al wurden freigesprochen.

Pari s, 18. Tez. Ein Vetter des Anfang Der 90er Jahre Hingerichteten Sinar ch isten R avschol l,, Der Den gleichen Na­men führt, wurDe in Mvntbrison zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt. Er ist 19 Jahre alt und hatte in Gemeinsck)ast mit einem 13 Jahre alten Kameraden eine alte Frau ermordet, um sie zu berauben. Sein Kamerad wurde in eine Korrektionsanstalt geschickt..

schwunden. Ueber die Ursache des Verschwindens des in der ganzen Gemeinde sehr' beliebten Lehrers ergeht man sich in den verschiedensten Vermutungen. Behördliche Nachforschungen über den Verbleib Sitzlers sind im Gange.

0 Laubach, 18. Tez. Tie Viehzählung vom 1. d. M. hatte in hiesiger Stadt folgendes Ergebnis: 63 Pferde, 708 St. Rindvieh, 529 Schweine, 203 >Lchase, 238 Ziegen, 3552 St. Federvieh, 25 Bienenstöcke. Tie Haus­schlachtungen vom 1. Tez. 1906 bis dahin 1907 betrugen 302 Schweine, 102 Ziegen. Tie Zahl der Stück Rindvieh und Federvieh ist be,ouders bemertenswert.

§ Aus dem Ohmtal, 18. Tez. Gegenwärtig führen Ingenieure der Eisenbahnüaufirma Lenz u. Co. die ihr von der Regierung genehmigten Vermessungsarbeiten der geplanten Ohmtalbahn M ü ck e U l r i ch st e i n aus. Tie Bahnführung entspricht keinem der seitherigen Projekte, sondern ergibt einen ganz neuen Weg. Kein Einsichtsvoller kann sich der Erkenntnis verschließen, daß der nunmehr abgesteckte Weg der beste und richtigste für die neue Bahn ist. Nicht durch das Wiesental der Ohm, wie der erste Plan zeigte, führt dieser Weg, sondern an dein Höhenzug entlang, "der auf der südlichen Talseite gelegen ist. Da­durch wird die Bahn von vornherein auf die gewünschte Höhe gebracht, um die Steigung nach Ulrichstein allmählich nehmen zu können. Sie wird durch diese Höhenführung nach ihrer Vollendung reizende Aussicht den Reisenden gewähren.

W.O f f enba ch, 18. Dez.. In der D iS zip 1 in a r un ter­such u n g gegen denGaswerkdirektorKönig wurde heute das Urteil des Kreisausschusses verkündet. König wurde zu einem Verweis und 100 M ar k Ge ld st r a se verurteilt.

h- Frankfurt a. M., 18. Dez. Heute nacht gegen 1 Uhr ist die K a s s e n s ch r a n k - F a b r i k F r a n z G a r u y , Hanauer Landstraße 5, niedergebrannt. Bei Den Löschacbetten er* litten sechs Feuerwehrleute leichtere Verletzungen. Der Ver­walter Der Fabrik, Robert Gramm, Der sich an Den Löscharvetten beteiligte und zu diesem Behuf auf ein Dach stieg, stürzte herab und erlitt erhebliche Verlegungen. Der Schaven wird auf etwa 200 000 Mk. geschätzt und ist durch Versiä)erung gedeckt. Der Betrieb wird morgen in Den unversehrt gebliebenen Parterre- Räumlichkeiten fortgesetzt. Die Entstehungsursache des Feuers ist nicht ermittelt iuorben. Heute nachmittag kurz vor 6 Uhr versuchte sich der 19jährige Kaufmann- 'hrling Max Rofen- thal mit Kleesalz zu vergiften. Auf der Unfalfitation wurde ihm Der Magen ausgespült; Dann wurde er jincb _ Dem Städtischen Krankenhause gebracht. Das Motiv Der Tat ist un* bekannt. ________

Der Gattenmord ans Mitteldick.

R. B. Darmstadt, 18. Dez. lieber* Die entsetz­liche Bluttat auf dem Forsthaus Mitteldick werden jetzt Einzelheiten bekannt, die das furchtbare Verbrechen nur noch grausiger erscheinen lassen. Der Mörder ist der am 1. Aprtl 1869 in Sannen geborene Gastwirt Jakob

gung beigetreten, wonach zunächst bis zum 31. Tez. 1909 sämtliche Sendungen von Feinkohlen, Feinkohlen-Briketts und Fein kohlen koks zu den Sätzen des Rohstosftarifes zu be­fördern find, soweit nicht noch billigere Ausnahmetarife bestehen. Da für den Bezug von Kohlen von deutschen Zechen wie von den in Betracht kommenden Umschlag- Plätzen heute schon ermäßigte Frachtsätze zur Verfügung stehen, wird die Maßnahme den württembergifchen Jnter- esfenten nur mittelbar zugute kommen, sofern sie durch Erleichterung der Einfuhr die allgemeine Kohlenknappheit in Deutschland zu mildern geeignet ist.

Dresden, 18. Dez. Um 6 Uhr sand in der mit Trauerschmuck versehenen katholischen Hofkirche die feier­liche Beisetzung der Königin-Witwe Karola von Sachsen statt.

Paris, 18. Tez. Hier wird beftimntt versichert, der Kaiser werde auf feiner Frühlingsfahrt nach Korfu Mo­na kko anlaufen und den F ü r st e n A l b e r t besuchen.

London, 18. Tez. Wie der Berliner Vertreter des Standard" meldet, beabsichtigt die deutsche Regierung für die Hamburger Firma Wönckhaus einzutreten. Es handelt sich um den bereits vielfach erörterten Streitfall auf der Insel Abu-Musa im persischen Golf, wo ein arabischer Scheik, der als Werkzeug der Engländer be­trachtet wird, die Angestellten der Hamburger Firma von der Insel verjagte.

AusianS.

B e r n, 18. Tez. Der ^Nationalrat beschloß in Ueberein- sttmmung mit dem Stünderat den sofortigen Bau des zweiten Simplontunnel-Gleises durch die bis­herige Unternehmung.

TieVoss. Ztg." meldet aus Sofia: Tie Verehrer Sarafows beschlossen, SarafowS Wohnung in ein maee- donisches Revolutionsmuseum umzuwandeln.

Riga. 18. Dez. Das Kriegsgericht verurteilte neun Mitglieder der Goldingenschen Kain Pforga­nisation, die zur Zeit des lettischen Ausstandes zahl­reiche Güter überfallen und niedergebrannt und mehrere Amtsperfonen, darunter den Bürgermeister von Goldingen, Adolphi, ermordet hat, zum Tode durch den Strang; vierzehn weitere Mitglieder dieser JSanbe wurden zu Zwangsarbeit oder Verbannung nach Sibirien verurteil:.