Ausgabe 
28.9.1907 Viertes Blatt
 
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151?. Jahrgang

Viertes Blatt

General-Anzeiger für Oberheffen

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: 6L

Redaktion: 112. Tel.-Adru AnzeigerGießen.

Erschtinl ISgllch mit Ausnahme des Sonntags.

DieGietzener Familienblatler" werden dem Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Xrclrdiatt für den Kreis Sichen- zweimal wöchentlich. Derhessische Landwirt" erscheint monatlich eiinnaL

Samstag 2^. September 1907

jk aa Rotationsdruck und Verlag der BrühNchen

I H Unipersitäts - Buch- und Steindruckerei.

I ffl B X, R. Lange, Gießen.

ESKI

M., 27. Sept.

Ultimoliqui

des zu cr-

Börserrwochenbericht.

= FrankfürL a.

Kandel.

** Konkurse in Hessen. Uebcr das Vermögen Weißbinders, Malers und Stuckateurs Kaspar Nover Darmstadt ist am 11. September das Konkursverfahren öffnet worden, da über das Vermögen der offenen Handelsgc- seUschast K. Nover und Söhne am 24. August 1907 das

Konkursverfahren eröffnet, nach dem in diesem Konkurs ange- sertigten Inventar eine Ueberschuldung des Gesellschaftsver- mögens unter Einschluß der dem Kaspar Nover gehörigen Im-

Aus LtQöt UN- LcZud.

Gießen, 26. Sept. 1907.

*Brieffalle n'z. Drucksachen werden häufig zu Brief- xUeiv, wenn zur Verpackung nur ein loses Streifband oder ein iigceignetcr Umschlag verwendet wird. In die weit geöffneten i!einförmigen Falten derartiger mangelhafter Strcifbandsen- ungen und in die auseinanderklaffenden Umschläge mit nach men eingesteckter Verschlußklappe verschieben sich unbemerkt Briefe, .'sonders solche kleineren Formats, Postkarten und andere,kleine Kgenstande und gelangen so an eine falsche Adresse. Günstcgen- lUs werden sie von einem Postbeamten oder dem Empfänger der )rucksache entdeckt und dann mit erheblicher Verspätung den .'dreisäten ausgehändigt. Ost genug aber wandern sie mit den nerösfireten und unbeschenen Trucksachensendungen in den Papier- > oder ins Feuer. Für Verpackung von Drucksachen eignen ch am besten Kreuzbänder, einfache Streifbänder,/ die noch nt Bindfaden kreuzweise fest umschnürt sind, und mschläge mit seitlichen Verschluhklappen, die einen zungenartigen, tun Einschieben in einen Schlitz des Umschlages bestimmten insatz haben. _ '

ch. Hungen, 27. Sept. Wie in größeren Städten, so t auch hier die W o h n u n g s f r a g e in den letzten Jahren rennend geworden. Die Nachfrage nach größeren und kleineren Wohnungen war zeitweise so groß, daß den Anforderungen mitunter icht entsprochen werden konnte. Erfreulicherweise hat sich nun vorigem Jahre die Bautätigkeit in unserer Stadt recht lebhaft eflnltet. Eine größere Anzahl von Neubauten ist vollendet bezw. er Vollendung nahe, darunter auch zwei Häuser der Gemein- ützigen Baugenossenschaft. Der Zweck der Genossen- falt tu- ausschließlich darauf gerichtet, minder bemittelten Fa- w.iien gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen in eigens ubunten, angekauften oder gemieteten Häusern zu billigen Preisen u verschaffen und zwar durch Ueberlassung zur Miete oder zum Fgentum. Indem die Baugenossenschaft bestrebt ist, Grundstücks- nd Häuserspekulation auszuschalten oder doch wenigstens auf in geringes Maß zu beschränken, sucht sie durch hie Herrichtung erünmiger und freundlicher Wohnungen mit^uhelfen an der For- crung der Gesundheit und Sittlichkeit, der Volkswohlfahrt. Ein mnfamilienhaus und ein Doppelhaus sind fast fertiggestellt, so sie demnächst bezogen werden können. Jeder Wohnung ist in betrüchtluyes Stiut Gartenland beigegeben. Der Kaufpreis er Häuser hält sich trotz der hohen Arbeitslöhne und Material­reise in müßiger Höhe. So ist auch dem geringen, Mann die Nöglichkeit gegeben, die Vorzüge eines eigenen Heims zu ge­liehen.

An den deutschen Börsen hat sich die -----------.

batten glatt abgewickelt. Reportgeld stellte sich in Berlin auf etn-a 6 y2 Prozent, hier auf etwa 6 1/4 Proz., auch der Ausweis der Reichsbank für die dritte Septernberwoche ist besser aus­gefallen, als man angenommen hatte und wenn auch in der letzten Woche große Ausprück-e an die Bank gestellt werden dürften, so kommt doch eine Diskonterhöhung vorerst nicht mehr in Frage. Auch in London und Paris blecht Geld ziemlich flüssig, in Amerika beginnen jetzt die Weizenverschisfungen, die auch drüben die Lage des Geldmarktes' bessern dürften, nur in Ungarn, welches für den internationalen Geldmarkt allerdings kaum in Betracht kommt, scheint eine Art Geldkrisis zu bestehen. Jedenfalls bat sich die Lage des internationalen Geldmarktes dank den Vorbereitungen, die von der Großfinanz getroffen wurden, und dank der Zurückhaltung, die sich Handel und Industrie aber in­folge des von der Bankwelt geübten Zwanges auferlegten, wesent­lich gebessert, die Angst vor Schwierig Leiten zum Quartals­wechsel ist überwunden und das hat der Börse wieder neuen Mut emgeflößl. Dazu kommt, daß die schwachen Molken, die am politischen Horizont hingen, sich vollständig verziehen, und last not least eine bessere Beurteilung der industriellen Lage. Dar KvhlenmarLt liegt unwidersprochen fest, aus der Eisenindustrie lauten die Berichte zumteil widersprechend, aber feer jetzt erfolgte Abschluß des Eisenbahnministers mit dem Stahl­werksverband, der die Lieferung des Oberbaumaterials für die nächsten drei Jahre auf höherer als der bisherigen Preisbasis übernahm, l>at den Ausschlag zugunsten einer besseren Beur­teilung der Situation gegeben. Auch die Verwaltungen nuferer ersten Banken, fachen sich jetzt gelegentlich ihrer Bilanzsitzungen zuversichtlich ausgesprochen und mit befriedigenden Gelvinner- gebnissen aufgetoartet. Dies alles hat die Spekulation, die ihrer pessimistischen Beurteilung der Lage durch Blau ko verkaufe Aus­druck gegeben hatte, veranlaßt, zu Rückkäufen zu. schreiten und diese Deckungskäufe, denen sich dann allerdings auch noch Meinungskäuse angeschlossen haben, faßen den Anstoß zu sprustg- weisen Kurssteigerungen gegeben. Der Anlagemarkt blieb dabei ziemlich vernachläsiigt, nur Russen zogen nach vorüberge­hender Abschwächung etwas an. Die leitenden Bankaktien gewannen 35 Pwz., größer sind die Avancen aber noch bei M 0 n t a n p a p i e r e n, die Ms zu 10 Proz., selbst noch darüber, gestiegen sind. Auch andereJndustriepapiere gingen sprung­weise in die Höhe, namentlich chemische Werte, von welchen Badische Anilin auf die Käpitalserhvhung und das wertvolle Lezngsrecht 37 Proz., Höchster Farbwerke 19 Proz., Albert eben­soviel aewonnen haben. Kunstseide, bei welcher man auf einen Dioidendenruckgang von etwa 5 Prozent rechnet, schwächer. S ch i 1 s a h r t s a k t i e n , die -unter der Herabsetzung der Kajüten­preise in der transatlantischen Fahrt seitens der englischen und französischen Linien litten, konnten sich der Bewegung nrcht recht anschließen, auch amerikanische unö andere B a h nen blieben vernachlässigt.

Drucksachen ailer Art liefert in jeder gewünschten Aus­stattung, stilrein und preiswert die ßrühische Universitäts - Druckerei, Schulstr. 7

mobilsten sestgeftellt wurde, dieser mit seinem Pcivatvermögen für die Ge sel lschastsschnlden haftet, aber außer den oben erwähnten Immobilien nichts besitzt, sein Vermögen somit überschuldet iftb er auch seine Zahlungen eingestellt hat nnd danach der Kon­kursverwalter im Konkurse über das Vermögen der offenen Han­delsgesellschaft K. Nover und Söhne die Eröffnung des Kon­kursverfahrens beantragt hat. Gefängnisverwalter i. P. Muth in Darmstadt ist zürn Konkursverwalter ernannt. Konkursfor­derungen sind bis ium 30. September bei dem Amtsgericht Darm­stadt I. anzumelden. lieber das Vermögen des Fuhrmanns I o h a n n I a ko b E s se l b o r n II. in A l z e y wurde am 17. Sep­tember das Konkursverfahren eröffnet. Anwaltsgehilfe Andreas Götz in Alzey wurde zum Könkursverwalter ernannt. Kon-, kursforderungen sind bis zum 10. Oktober bei dem Amtsgericht Alzey anzumelden. lieber den Nachlaß derLeonhardJäger Witwe, Margarete, geb. Metz, in Unter-Abt stein ach wurde am 21. September das Kvnkursverfahren eröffnet, da; die Ueberschuldung des Nachlasses glaubhaft gemacht ist. Bür-^ germeiffer Helfrich in Unter-Äbtsteinach wurde zum Konkurs­verwalter ernannt. Konkursfvrderunaen sind bis zum 21. Cfy (ober bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach anzumelden.

Das Beamtenbesoldungsgesetz in Preutzen.

Berlin. 26. Sept. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: In er Presse findet sich vielfach der Wunsch ausgedrückt, über -n Stand der Neuregelung der Beamtenbesoldungen in Preußen nteriiästet zu werden. In dieser Beziehung darf zunächst daran -innert werden, daß seitens des zunächst beteiligten Finanz- änisteriums die umfangreichen Vorarbeiten bereits feit geraumer ,cit bewirft find und daraufhin der Finanzminister schon im Mai i der Budgetkommission, später im Plenum des Abgeordneten- uuses die Grundzüge des einstweiligen Vesoldungsplanes bar* legt hat. Auf Grund der wertvollen Anregungen, welche diese icrhandlungen hoten, wurde der Besoldungsplan im Finanz- nnisterium durchgesehen, umgearbeitet und AnfangJuli mit i das einzelne eingehenden Borjchlägen den übrigen Atcssorts mit- eteilt. Nach Eingang der Gegenäußcrungen finden, wie wir ;,relt, zur Zeit die mündlichen Erörterungen über die zahlreichen ulzelfragen statt. Die meiste Zeit beansprucht aber nicht so \w die Aufstellung der neuen Deioldungsordnung, als die Mu- -.-elung des chstohnungsgeldzuschusses. Wiederholt haben die parla- einarischen Körperschaften gewünscht, man möge versuchen, die i^farige Einteilung der Orte nach Servisllasseir auf anderen ruubiagcn aufzubauen. Mit dem 1. April 1908 verliert die .sh-enge Einteilung ihre Geltung. Der Personalservis,der Ossi- ere ist im wesentlichen beseitigt. So stand nichts im Wege, ncn solchen Versuch zu machen. Umfangreiche Ermittelungen aer den tatsächlichen Wohnungsauswand eines jeden Beamten V) in sämtlichen Orten der 9Nonarchie sind schon vor längerer ,cit angcftelit; aber die Aufarbeitung des der Natur der Sache ach außerordentlich weitschichtigen Materials hat infolge der orwendigleit vieler Rückftagen bei den Unterbehörden trotz An- uinnung alter Kräfte unö der Beihilfe der 'statistischen Aemter tebr Zeit, als vorauszusehen iunr, beansprucht. Dazu kommt, atz das Reich und Preußen fortwährend in Fühlung bleiben Men und keines für sich vorgehen kann. Denn es würde zu Wien Unzuträglichreiten führen, die Klassenünteilung, fei es auch ur für tvenige Orte, in Preußen anders als im Reiche vorzu- efaien, oder die Sätze für den Wohnungsgeldzuschuß in beiden erschieden zu bemesscit. Llnderseits 'ist es wiederum .für die orzuschlagciidL Hohe der Gehälter von großer Wichtigkeit, zu ässen, welck)e finanziellen Wirkungen die Neugestaltung des Woh- ungsgeldzuschusses haben wird. Bei dieser Sachlage hat auch ber die verschiedenen wichtigen Einzelsragen, wie z. B.^ über ic Frage der Gleichstellung der Oberlehrer mit den Richtern, och keine Entscheidung getroffen werden können. Die ganze lngclegenheit wird aber so gefördert werden, daß trotz der ge- hüderten Schwierigkeiten die Vorlagen zeitig genug an die par- rmcntarischen Körperschaften gelangen werden, nm ihre gründ- chc Durchberatung in der nächsten Session zu ermöglichen.

bestens fünfzig Jahren bezielst das Limburger städtischeVin- zenzhospital eine vL-taatsrente von 400 fl. gleich 685,72 Mark, die seit dem Bestehen des Bezirksverbandes etwa 1870 von diesem gezahlt ptrd. In diesem Jahre ist die Rente um 1 Pfg., sage einen Pfennig, gekürzt worden, und zwar, wie aus den Verhandlungen des Kvm^nnnallandtages zu ersehen ist, um deswillen, weil der Vezirksverband für drei solcher Krankenanstalten 1400 fl. gleich 2400 Mk. Rente bezieht, ans der Umrechnung in Mark und Pfennig seither aber 2400 Mk. 1 Pfennig zahlen mußte. Diesen Pfennig scheint die Bezirks- berwaltung anscheinend nicht entbehren zu können, daher die Kürzung. Richtiger wäre es allerdings, wenn auch noch etwas bureaukratischer, wenn die genannten drei Anstalten diesen Ver­lust der Reihe nach zu tragen hatten,alw jährlich einer anderen von ihnen die Rente um einen Pfennig gekürzt würde, da ja keine Anspruch auf den vollen Pfennig hat. Hoffentlich ergiebt sich aus dieser Affäre kein großer Prozeß." Hierzu wird ans Homburg v. d. H. geschrieben: Im vorigen Jahre bereits sollte die Rente des hiesigen Krankenhauses um den einen Pfennig ge­kürzt werden. Die Verwaltung war aber nicht so gutmütig wie die des Vinzenzhospitals in Limburg, sondern bestand auf ihrem Schein, und so gelangt der seitherige Betrag auch ferner zur ANs- zahlung. Nachdem im letzten Kommnnal-Landtage recht ver­nehmlich Klage über den allzu formalistischen Geist in der Be- zirlsverwaltung erhoben wurde, sollte man solche Vorkommnisse nicht für möglich Halen.

* Dienftmädchen - Besch eide nh cit. Bahnhofs­restaurateur Fritz Krieger in Bingerbrück bittet die Nh.- u. N.-Ztg." um Veröffentlichung des Briefes eines Dienstmädchens, das einige Zeit in seinem Hause war und nur unter höchst annehmbaren Bedingungen dahin zurück­kehren möchte. Der Brief laute wörtlich:

Geehrte Frau Krieger!

Teile Ihnen mit daß ich noch gesund und munter bin was hoffentlich auch bei Ihnen der Fall ist. Leider hüte ich doch schon eher geschrieben aber Vater war den ganzen Sommer krank da Hal mir den Kopf nicht nach dem Bahnhof gestanden. Ich will Euch zu wissen tun, daß ich den Oktober iviU aber unter 40 M. frei Geld nicht und dann nicht mehr 3 Klasse und Kandine 511 putzen. Solist komme ich bei Elite Danie iiach Trier diese blos zii bienen und noch 33 M. Lohn. Hier sagen sie der Herr Krieger hätte uem Ocktober den Bahnhof in ^iesbabeit das wäre mit auch recht Und bann wollte Eme gute Freundin (30 M.) oon hier aue() mit aber bloß zusannncn und Bl'ue aber uns dan noch zuerst an(erncn aber so die Arbeit die ich voriges Jahr geschalt faben mach ich dieses Jahr nicht beim ich will immer bessere Kleiber anziehcn die Fran Krieger kann mich mal besuchen und der Rubie aber sofort dliitwort also jeben Monat 40 M. frei Geld aber alles frei und von 15. Dezember ö M. mehr und alle 14 Tage Kündigung und alles ivas zerbricht iiicht daran zii stören und dann Reise frei. Sofort Antwort! Von hier kommt ein Mädchen nach St. Johaiin be­kommt den Moniiat 30 9)L jeden Monat 3 9P. Trinkgeld und zu Weihnachten und 9teujahr 2 Kleider und 6 weiß Hemde geschenkt.

Das Mädchen, das so bescheidene Ansprüche stellt, ivar vor ihrem Eintritt bei Herrn Krieger noch nicht in Stellung gewesen und auch nicht in der Lage, alle Arbeiten so zu ver­richten, wie es sich gehört, da ihr jede Kenntnis für häusliche Arbeiten sernlag. Den verehrten Hausfrauen, die vielleicht die Absicht haben, sich die Dienste dieser Perle zu sichern, steht die Adresse ziir Versügulig.

Vcrmifd?tc$e

* Gro ß-Ver l in zählt jetzt über 3100000 Seelen. Die nächsten Vororte bei Berlin allein haben die Zahl 1054 000 rreicht. An ber Spitze der Vororte steht Charlottenburg mit und 216 000 Bewohnern. Nixdorf hat mit 187 000 Einwohnern 5cköneberg, auf welche Gemeinde 148 000 Seelen entfallen, $0 chlageu». Die junge Stadt Wilmersdorf steht mit 71000 Em- 00Huer!i vor dem größten Dors Lichtenberg, dessen Einivohner- ahl 62 000 beträgt. Nachdem Lichtenberg zum kommenden April Stadt geworden sein wird, tritt Boxfagen-Rummelsburg mit 1000 Bewohnern an seine Stelle als größtes Dorf um Berlin. Akifanfee folgt mit 40000, bann weisen drei Gemeinden je ibcr 50 000 Einwohner auf, iiämlich Steglitz, Gr. Lichterfelde ud Pankow. Die Zahl von 20 000 Bewohnern wird von zlvei 'rm Reinickendorf (27 000) und Friedest au (20 500) üfar- chrftten. Bis zu 10 000 Einwohnern herab folgen bann neun Drte, und zwar Oberschöneweide (16 500), Friebrichsfelde(14 500), i regel (13 '<00), Treptow (13 000), Tempelhof (12 000-, Zehlen- iorf (11900), NiederschönHausen (10 300), Mariendorf-Südende 10 200) und Britz mit 10 000 Selen. Hierauf folgen Lankwitz 8000-, diosenthal und Schmargendorf mit je 6000 Einwohnern, >ami Grünewald (4800), .Hermsdorf (4000) und Wittenau mit etwa ! iOOO Personen. Vier kleinere Orte (HofansckMfausen, Nieder- chöiuveide, Vlötzensee und Lübars haben je über 3000 und Hei- ! lersdorf schließlich nur 1000 Einwohner. Als jüngster Ort folgt liikolasste mit 450 Selen.

* lieber ein niedliches Bureaukratenstuachen gerichtet DerNassauer Bote":Sehr genau scheint man bei der Zezirksverwaltung in Wiesbad-en zu rechnen, ^eit min-

9lcuc Bücher.

Eingegangen vom 21. bis 27. September. (Besprechung erfolgt nach Auswahl. Eine Verpflichtung zur Besprechung und zur Aufbewahrung unverlangt cingefaubtec Bücher wird nicht übernommen.)

Paul Heyse, Novellen. 15. Bd., Tragische Novellen^ Stuttgart, I. G. Cotta's Nachf.

Pros. D r. C. W e n z i g , Die Weltanschauungen der Gegen-, wart in Gegensatz und Ausgleich. Einführung in. die Grund­probleme und Grundbegriffe der Philosophie. (Wissenschaft und Bildung, Bd. 14.) Leipzig, Quelle und Meyer. Preis geheftet 1 Mk., geb. 1.25 Mk.

D r. B. Baentsch, David und sein Zeitalter (Wissenschaft und Bildung, Bd. 16). Leipzig, Quelle und Meyer. Preis ge­heftet 1 Mk., geb. 1.25 Mk.

D r. Hermann Frhr. v. d. Psordten, Beethoven. (Wissenschaft und Bildung, Bd. 17). Leipzig, Quelle und Meyer, Preis geh. 1 Mk., geb. 1.25 Mk.

D r. Felit B. Ahrens, Lebensfragen. Die Vorgänge des Stoffwechsels. (Wissenschaft und Bildung, Bd. 18.) Leipzig, Quelle und Meyer. Pr. geh. 1 Mk., geb. 1.25 Mk.

M a x Pfenning, Wie werde ich von meiner Neurasthenie (Nervenschwäche) befreit ? Stuttgart, VerlagReform". Preis 1.80 Mk.

Mite Kremnitz, Singerin Zeit. Roman. Berlin, Schoctlaenders Schlesische Verlags-Anstalt.

2 r. Ernst Lübben, Leo Tolstoi, der Führer von Jung-^ Rußland, 3. Ausl. Berlin und Leipzig, Herm. Seemann Nächst Preis 1 Mk.

Verfass ung s ander u n g und W a hlr e cht sre for ml i n H e s s e n, Offenbach, Brvschek u. Krause.

Alfred Bert holet, Daniel und die griechische Gefahr. (Religionsgeschiehtl. Volksbücher, II. 17.) Tübingen, I. C. B.. Mohr. Preis 50 Pfg. , \

Adalbert Merx, Die Bucher,Moses und Josua. (£ine Einführung für Laien (Religionsgeschichtl. Volksb, II., 3). Tü­bingen, I. C. B. Wcohr. .Preis 1 Mk.

Paul Mehlhorn, Die Blütezeit der deutschen Mystik. (Religionsgeschichtl. Volksbücher, IV., 6.) Tübingen, I. C. B: Mohr. Preis 50 Pfg. i

Deutsche Reichsgeietze in Einzelabdrücken. Herausgegeben von!' Dr. Karl Gareis-München. 9h:. 326328, Kaufmannsgerichte 329333, Krankenversicherungsgesetz; 334/338, Die Miiitärpen- sionsgesetze; 339341, Reichsbeamtenrecht, Gießen, Emil Rothä Preis pro Nr. 20 Pfg. 1

Alfred Br amsen, Die Kunst zu Essen., Eine wunder^ bare Entdeckung. Aut. Uebersetzung a. d. Dänischen von Luiset Wolf. ' Kopenhagen, Tillges Bog handel (Holger Tillge).

Lnrge-snSL.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei

Verantwortung.) .

Ein bei der Feier zu Ehren /unseres scheidendem Pfarrers, Herrn Oberkonffistorialrat Euler, un* gesprrrdj-e ner Toast.

Hochansehnliche Versammlung! Derstatten Sie mir, wie ich vermute, dem Senior unter ber großen Schar bewegten Herzens zur Adschiedsfeier versammelter Gemeindeglieder, ein kurzes Wort. Meß das Herz voll ist, deß geht der Mund über." Und mein trotz hohen Alters noch juaeudlich schlagendes Derz ist voll Dankes gegen den scheidenden Luraspfarrer, meinen Soelforger seit sieben Jahren. Wie viel Dan? schulde ich ihm! für sein lebenskräftiges Kanzelzeugnis von dem allein heilbringenden Gottes- und Marien- sohn; wie oft hat er mir in Krankheitszeiten den Balsam des Trostes gebracht aus der Llpotheke des himmlisck)en Arztes. Mit mir trauern viele, namentlich auch aus der Zahl ber Armen, um ihre Existenz ringenden Glieder der Lukasgemeinde um den Verlust des treuen, warmherzigen und dabei ruhig besonnenen Seelen­hirten, der nie seine eigene, sondern des Heilandes Ehre suchte.' Deniwch lassen mir unfern, nie von uns vergessenen Pfarrer mit Segenswünschei: in stolzer Freude ziehen. Ist er doch be­rufen, in voller Manneskraft einzutreten in das mit dem Regi­ment unserer Landeskirche betraute Kollegium. Damit aber der für die Förderung des Gottesreiches in~ tiefster Seele glühende Mann am grünen Tisch an der Darmstädter Waldstraße nickst erkalte, vertrockne, verknöchere, was ewig schade wäre!, ist ihm als Saatfeld zur Erstarkung brr Wurzeln seiner Kraft, zur Betätigung eines auf reget Wechselbeziehung mit Pastoren und Gemeinden eines ganzen Landesterls beruhenden persönlichen Wirkens, als in. E. vornehmste und wichtigste Aufgabe seines hohen Amtes, die Snp e r in te n de n t u r R h eft n he s s e n über­tragen rvorden. Ein schwieriges Amt, doppelt schwierig, weil es gilt, wie ich, der 18 Jahre lang auf drei rheinhessischen Stationen tätig war, sehr wohl beurteilen kann, sich in ganz anders ge­artete, vom oberhessischen kirchlichen Leven teilweise grundver­schiedene Verhälftrisse hi ne in; u finden. Doch trauen wir es Herrn Euler zu, daß er in Kürze, alle Schüvicrigkeiten sieghaft überwindend, sich einlebt, daß es ihkn vergönnt sein wird, von der evang. Bevölkerung der paritätischen linksrheinischen Provinz erkannt und verehrt zu werden als ihr Oberhirte mit goldtreuem Herzen, mit unermüdlicher Geduld und Liebe, mit unbeugsamem Bekennermut, voll mannhafter Gewissenfaftigkeit und Pflicht­eifers. In dieser Hoffnung fordere ich Sie auf, aus der Metropole Oberhessens unsere Rheinprovinz zu grüßen, und mit mir zu rufen: Rheinhessen, das neue große Wirkungsfeld unseres Lukaspfarrers, l e b e h 0 ch!

L. Hofmann, Pfarrer i. P.