1S7. Jahrgang
Drittes Blatt
Nr. 98
Samstag 27. April 1905
Erscheint täglich mit Ausnahme be8 Sonntags.
Die „Siebener KamMenblLtter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsblatl für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Der.^elfische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Vberhesfen
Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UnwersilütS - Buch- und 6teinbrudetcL R. Lange. Dietzen.
Redaktion. Troeditton und Druderet: Schul- stratze 7. Erveditron und Vertag &!• RedakNow^-sK I ir. rel.-Lldr^ AneeigerDictzen.
gebildet
oder vier Kammern — für jeden Kreis eine
politlfcbc Lager-cva«.
Eine ^'andwirtichaftskammer in Württemberg.
Aus Stuttgart schreibt man: Die mürtt. Abgeordnetenkammer wird sich in der bevorstehenden Tagung auch mit einem Gesetzentwurf über die Schaffung einer Landwirtschaftskammer zu beschäftigen haben. Es handelt sich dabei vornehmlich um die Frage, ob eine Kammer für das ganze Land
Dermiidtus.
* Was kostet ein Londoner 'Jiegentag? Wie eine Londoner Zeitschrift mitjureilen roeiB, kostet ein Regentag der englischen Hauptstadt ungefähr 100 OüO Mark. Tie Menge des Schmutzes, die an solchen Tagen abgefahren werden must, betrugt ungefähr 6500 Zentner. Weiter ist berechnet morden, dast der Schmutz, der nach einem Regentage von den Kleibern der Londoner abgebürüet wird, ungefähr 300 Zentner wiegt, und eine ebenso große Stenge durfte nach einem Regentage aus den Matten ge» llopft werden, die vor den Eingangstüren liegen. Natürlich
werden soll. Die Meinungen darüber gehen auseinander, im Zentrum und wohl auch m dec Volkspartei neigt man zu mehreren Kammern. Die Regierung hat sich indessen tn dem Gesetzentwurf, der dieser Tage der Abgeordnetenkammer zugegangen ist und nun im Druck vorliegt, für eine Kammer entschieden. Eine Kabinettsfrage wird sie allerdings daraus nicht machen; sie hat vielmehr schon früher zu erkennen gegeben, daß sie sich auch mit vier Kammern einverstanden erklären werde, wenn sich der Landtag dafür aussprechen sollte. Die Vorgeschichte dieser Frage, die nun schon seit Jahr und Tag auf dem Programm sieht, ist nicht uninteressant. Ihre Lösung ist dringend geworden, weil infolge der Ver- fassungSreform die Vertreter der Landwirtschaft in der Ersten Kammer von der landwirtschaftlichen Berufsorganisation gewählt werden müssen. Bemerkenswert ist nun, daß sich noch im Jahre 1904 die landwirtschaftlichen Bezirksoereine und Gauverbände überhaupt gegen eine gesetzliche Organisation ausgesprochen und eventualiter für eine Kammer erklärt haben. Dec vorliegende Regierungsentwurf sieht vor, daß nach Errichtung der Landwirlschastskammer das bisher bestehende Gesamtkollegium der Zentralstelle für die Landwirtschaft — eine Einrichtung, die man etwa mit dem deutschen LandwirtschastSrat vergleichen könnte, wegfallen, dagegen die Zentralstelle selbst, das Seitenstück zu der Zentralstelle für Handel und Gewerbe, beibehalten werden soll. Die künftige Landwirtschastskammer soll ihren Sitz in Stuttgart haben und aus 52 Mitgliedern bestehen, wovon 32 unmittelbar von den Landwirten, 12 von den 12 landwirtschaftlichen Gauverbänden und 8 von der Kammer selbst durch Zuwahl gewählt werden. Wahlberechtigt sind alle Landwirte, die die Landwirtschaft im Hauptberrif betreiben, sodann auch diejenigen Eigentümer, Niltznießer und Pächter, die die Landwirtschaft im 9iebenbecuf ausüben, aber mindestens 300 M. Grundsteuerkapital haben. Die Kosten der Kammer werden auf die Gemeinden umgelegt, die sie ihrerseits wieder auf die Grundstückseigentümer umlegen können.
Aus SraSt und Land.
Sprechstunden der Redaktion: i/l 12—1 Uhr Botin., V» 7—Vs 8 Uhr nachm., (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag).
Gießen, 27. April.
** Titelverleihungen. S. K. H. der Grobherzog haben dem Landesgeologen Dr. Wllh. Schottler den Charakter als Bergrat und dem Bibliothekgehülsen bei der Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt Wilh. Dingeldey den Titel Revisor verliehen.
♦* Wissenschaftlicher Fortbildungskursus für Volksschullehrer an der Universität Gießen. Die Vorlesungen des diesjährigen Fortbildungskursus für Vol^schullehrer beginnen Mittwoch, 1. Mai, nachmittags 4% Uhr im Kollegiengebäude der Universität in der Ludwigstraste. Es lesen: L Professor Dr. Kinkel über „Ethik", 41/* bis 5 Uhr, 2. Privatdvzent Dr. Schmidt über „Strahlungen", 51/* bis 3 Uhr (Physik. Institut).
** Verbrauch an elektrischer Energie in den Dienstwohnungen der Staatsbeamten. Während den staatlichen Beamten, die Anspruch auf freie Beleuchtung haben, seither ein unbeschränkter Verbrauch der elektrischen Energie zustand, haben sie infolge eines Erlasses Großh. Ministeriums der Finanzen vom 1. April ab nur Anspruch auf ein bestimmtes Quantum, wahrend der Mehrverbrauch von dem betr. Beamten zu zahlen ist. Das den Beamten mit freier Beleuchtung Anstehende Quantum beträgt: 1. Für die Vorstände (Direktoren) der einzelnen Behörden und Anstalten bis zu 200 Kilowattstunden jährlich; 2. für die sonstigen Beamten (mit Ausnahme der UnterbeamteM der einzelnen Bel)örden und Anstalten bis zu 140 Kilowattstunden jährlich; 3. für die Unterbeamten (Aufseher, Diener, Wärter, Betriebs personal usw.) bis zu 90 Kilowattstunden jährlich. Der etwaige Mehrverbrauch muß von dem in Frage kommenden Beamten mit 25 Pfg. pro Kilowattstunde bezahlt werden, vorausgesetzt, daß das Elektrizftätswerk, von dem der Strom bezogen wird, Eigentum des Staates ist. Liefert aber ein städtisches oder privates Werk den Strom, so wird derselbe den Beamten vom Staat zum Selbstkostenpreis berechnet. Um den Verbrauch der einzelnen Beamten feststellen zu können, hat der Staat vom 1. April ab besondere Elektrizitätsmesser setzen lassen.
** Gießener Bautätigkeit. Infolge der außerordentlich regen Bautätigkeit, die zurzeit in Gießen herrscht, sind die hiesigen Bauhandwerker so mit Arbeit gesegnet, daß es ihnen nur mit Anspannung aller Kräfte möglich ist, den übernommenen Verpflichtungen nachzukommen. Ganz besonders macht sich dies bet den von den staatlichen und städtischen Behörden abgehaltenen Submissionen bemerEoar. Während noch vor einiger Zeit bei jeder Vergebung von Arbeiten sich eine größere Anzahl von hiesigen Handwerkern um die ausgeschriebenen Arbeiten bewarb, muß jetzt ein großer Teil wegen der bereits anderweitig übernommenen Verpflichtungen den Submisiionen fern bleiben; so waren beispielsweise bei der Vergebung der Weiß- binderarbeiten an dem Neubau der chirurgischen und Augenklinik so wenig Bewerber bei dec Submission erschienen, daß ein Teil der Arbeiten mit Rücksicht auf die Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit fteihändig vergeben wurde. Sobald nun die im Bau begriffenen hiesigen größeren Gebäude fertigt» gestellt sind, wird für unsere Handwerksmeister wieder etwas mehr Ruhe ein treten, was umso mehr zu wünschen wäre, als eine noch stärkere Bautätigkeit mit dazu beitragen würde, der auswärtigen Konkurrenz in zu reichem Maße Gelegenheit zu geben, den hiesigen Meistern die Existenz streitig zu machen.
♦* Bierpreise. Seit Montag wird in den Gasthöfen bet umliegenden Orte von Gießen laut Vereinbarung der Wirte, daS 3/io Glas Bier zu 10 Pfg., _4/io zu 12 Pfg. und 5/io, bet alte Schoppen, zu 15 Pfg. ausgeschenkt. Darob herrscht lebhafte Erregung unter der Gemeinde der Biertrinker. Doch dürste bet Vierkonsum in absehbarer Zeit wieder auf dec alten Höhe fein.
** Spanischer Schatzgräberschwindel macht sich fortgesetzt in unserer Gegend bemerkbar. So wurde uns dieser Tage
ein nach dem bekannten Muster geschriebener Brief vorgelegt, der an einen Geschäftsmann in Allen.Buseck gerichtet war. An- scheinend finden sich ab und zu wirklich noch Leute, die auf den Schwindel hereinfallen, denn ganz umsonst wird der spanische Schwindler doch nicht die Mühe machen und noch dazu das Porto ausgeben wollen. Es sei deshalb abermals vor diesen Zuschriften nachdrücklich als vor einem plumpen Schwindel gewarnt.
** Ein Probeessen. (Sine eigenartige Veranstaltung sand am Donnerstag statt. Die Heinzelmännchen, die lange Zell den Menschen gezürnt und ihre hülfreichen Hände von ihnen zurückgezogen hatten, haben sich wieder in den Dienst der Menschheit gestellt. In dem Haus- und Küchengerätegeschäft August Kröll, Seittrsweg 12, wurden den Interessenten die Heinzeimännchcn- Ko ch -, Back- und Brutapparate praktisch oorgesührt. Vor den Augen der sehr zahlreich erschienenen Damen wurden ehr schöne Kuchen und vorzügliche Braten bereitet, und hierzu, ö fabelhaft es klingt, nur zwei Spiritus flammen etwa 15 Minuten lang gebraucht. Die herumgereichten Kostproben mundeten allen sehr und allgemein wurde anerkannt, daß die Behand- lungsweise i>er Heinzelmännchen-Apparate verblüffend einfach ist. Der Preis derselben ist sehr niedrig. Dazu tommt, daß die Hausfrauen beim Gebrauch der Apparate, ganz besonders im Sommer, nicht mehr unter der Hitze des Küchenherdes zu leiden chaben.
)( M ünz en berg , 26. April. So schüchtern, wie in diesem Jahr der Frühling, beginnen in diesen Tagen auch die Kirchweihfeste. Unsere Gemeinde feiert als eine der allerersten in der Gegend am 28. und 29. d. M. ihr Kirchweihfest, bei dem die hessische Garde-Dragonerkapelle aufspielen wird. Mit dem Besuch dieser Frühjahrskirmes kann man bequem den unserer Burg verbinden, die als Wetterauer Tintenfaß weithin bekannt und eine der schönsten in Hessen ist.
+ Friedberg, 26. April. Die Tuberkulose-Aufstellung wird am 4. Mui hier eröffnet und dauert bis zum 20. Mai. Als Ausstellungslokal dient dcr große Saal des Technikums. — Die Postverwaltung beabsichtigt auf der Auto- mobilstrccke Friedberg-Ranstadt einen weiteren Kraftwagen einzustellen, den Fahrplan zu verbessern und eine weitere Fahrt einzulegen.
Friedberg, 24. April. Am Tage der Reichstagsstichwahl hatten die Sozialdemokraten Flugblätter herausgegeben, in denen der Landtagsabgeordnete H i r f ch e l in der schärfsten Weise angegriffen wurde. Es wurden ihm Handlungen nach- zesagt, nach denen die Bauern, wenn diese Behauptungen wahr wären, alle Veranlassung hätten, ihm den Laufpaß zu geben. Außerdem wurde er Zweiseelenmensch genannt und ihm vvr- geworfen, daß er sich geweigert habe an der Gerichtsstätte zu erscheinen, um sich von dem Vorwürfe der Unterschlagung zu reinigen. Hirschel klagte und diese Woche stand am bjeiigeii Schöffengericht Verhaudlungstermin ab. Kurz vor dem Termin zog aber Hirschel durch seinen Rechtsanwalt die Klage zurück.
Offenbach, 25. April. Wie die „Ossenb. Ztg." meldet, sind hier zwei Kinder eines Maurers an der Genickstarre erkrankt und in das städtische Krankenhaus gebracht worden.
sc. Aus Rheinhessen, 25. April. Sämtliche rhein- hessischen Landgemeinden sollen nach einem an maßgebenden Stellen ausgearbeiteten Plane im Anschluß an die Elektrizitätswerke in Mainz, Worms und Bingen mit Licht- und Kraftelektrizität versorgt werden. Als Hauptzen* trale soll das Elektrizitätswerk Mainz dienen, die beiden anderen als Reserve. Die Finanzierung denkt man sich ähnlich, wie bei den Gruppenwafserwerken. Die beteiligten Gemeinden sollen eine Genossenschaft bilden.
r. Kinzenbach, 26. April. Einen hübschen Erfolg haben unsere Kaninchenzüchter am vorigen Sonntag auf der liessischen Kaninchenausstellung zu Dieburg errungen. Sämtliche ausgestellten Tiere wurden mit Auszeichnungen bedacht. Louis Viehmann erhiell für eine ausgestellte belgische Riesenhäsin einen Ehrenpreis und Th. Diehmann, der Vorsitzende des Verbandes, auf Silberkaninchen zwei Ehrenpreise. Dazu wurde letzterer für das beste Tier der Ausstellung auch noch mit einer silbernen Medaille bedacht.
x Aus dem So Imsbachtal, 26. Aprll. In der an das preußische Abgeordnetenhaus gegangenen Denkschrift, unfern neuen Bahnbau betr., heißt es u. a.: Tie Bahn soll in der Hauptsache dem Solmsbachral den zu seiner wirtschastlichcn Hebung ersorderlichen Anschluß an des große Eisenbahnnetz gewähren. Sie erhält eine Länge von ungefähr 24,5 Kiwmeter, wovon etwa 15,4 Kilometer auf den Kreis Wetzlar und 9,1 Kilometer auf den Kreis Ufingen entfallen. Ihr Verkehrsgebitt umfaßt gegen 220 Quadratkllometer mit rund 28 000 Bewohnern (auf 1 Quadratkilometer durchschnittlich 127 Bewohner,, die zumeist Ackerbau, Viehzucht und Forstwirtschaft treiben. Die Bangsten sind nach der Denkschrift ausschließlich der auf 880000 Mark geschätzten, den Beteiligten zur Last fallenden Grund» erwerbswsten, auf 6 080 000 Mark, das sind rund 248 200 Mark für den Kilometer, veranschlagt. Unter Hinzurechnung des den Beteiligten zu gewährenden Staatszuschusses zu den Grund» erwerbskosten in Höhe von 150 000 Mk. sind vom Staate 6 230 000 Mk. aufzubringen.
h. Frankfurt a. M., 25. April. Hier wurde ein Bild, eine B ö ck l i n-L an dsch a f t beschlagnahmt, das 1903 in Weimar aus der Großh. Galerie gestohlen wurde. Der Wert des Bildes wird auf 65000 Mk. geschätzt.
Frankfurt, 26. April. Infolge des milden Wetters war c5 möglich, in den letzten Wochen Tiere der verjchiedensten Gruppen im Zoologischen Garten neu einzustellen. Unter den Säugetieren ist es besonders eine Herde der beweglichen Malbrack-Meerkatztti, die im Affenhause gegenwärtig das Hauptinteresse der Besucher erweckt. Die Nagetier, ammlung wurde durch ein Urfon oder Baumstachelschwein vermehrt, das in seinem Vater- lande Nordamerika als schlimmster Forstschädling verfolgt wird. Ein Klippschliefer, ein eigenartiges kleines Huftier, das in seinem äußeren Aussehen ein Nagetier vvrtäuscht, ist in dem Hause für kleine Säugetiere untergebracht. Die Fasanengalerie wurde durch Psauenfasanen und Ohrsasanen erweitert, ein Aguja, die schönste und bunteste Bussardenart wurde ans Südamerika be- bezogen und ein Halsbanokranich, eine der größten bekannten Kranicharten befindet sich in einem Außenkäfig des Jnsekten- hauses, in dessen Innerem bereits zahlreiche Schmetterlinge aus verschiedenen Weltteilen ihren Puppen entschlüpft sind. Die Anlagen, die gegenwärtig ihr anmutiges Frühlingskleid tiegen, sind in mehrfacher Weife verändert und verschönert worden und schon leuchten die ersten bunten Kinder Floras aus ihrer ftisch-grünen Umgebung.
haben die Regentage auch ihre guten Seiten und Folgen, wmigueiiS für manche Leute. So verdienen die Stiefelputzer in den ctraben ganz bedeutend mehr, manchmal des Zehnfache von dem, was he an gewöhnlichen Tagen cinnehme». Ebenso merken Hutmacher, Schneider und Schuster immer gleich d.e wohltätige Wirkung eines Regentages. Und es regnet in London sehr oft.
* C. K. Rockefellers Perrücke. Eine kleine LtaatS- aktion, bei der es sich um Rockefeiler handelt, beschäftigt wieder einmal die Amerikaner, für die ja alle Angelegenheiten des großen Mannes von höchster Wichtigkell sind: des „Petroleumkönigs" neue Pariser Perrücke ist von den Zollbehörden beschlagnahmt worden, weil ihr Wert zu gering angegeoen sein soll! Tie Perrücke kam kürzlich aus Paris au, und ihr Wert war rnll 2 4 0 M a r f deklariert. Tem durchdringenden Blick der Zollbeamten entging es aber nicht, daß dieses Wunderwerk der französischen Friseurkunst, das die Riesenglatze des reichsten Mannes der Welt zu verdecken bestimmt war, von einem Haar von so zarter Schattierung und sv wunderbarer Weichheit gefertigt war, daß es äugen* , chemisch viel kostoarer sein mußte. Eine sorgfältige Untersuchung, die insgeheim eingeleitet wuroe, ergab d.e Tatsache, daß das Haar einst aus dem Kopse einer bekannten Schönheit der Pariser Gesellschaft gewachsen war, und daß es mindestens einen Wert von 500 Mark hatte. Ja, kundige amerikanische Perrücken* macher legten sogar einen Eid daraus ab, daß die Perrücke einen noch höheren Wert hätte, als die Beamten annahmen. Rockeseller muß also eine erhebliche Zusatzsteuer zahlln, wenn er feinen kahlen Kopf mit diesem zarten Gebilde zieren will.
4ßerid?tsfaaL
Tarm stadt, 25. April Das Kriegsgericht dcr 25. Di- pision verurteilte den Unteroffizier Fischer von der 9. Kompagnie beä Infanterie-Regiments 115 wegen Mißhandlung Untergebener zu drei Wochen Mlltelarrest. Fischer hatte einen Gardisten durch einen Stoß gegen die Brust körperlich zu Schaden gebracht.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt ü.nn —..r u..,.r Rubrik stehenden Artikel übernimmt bx Reoailio i beni Buo. um gegenüber [einerlei
Verantwortung.)
Bekanntlich hat die Sladlverordneten-Versainmlung beschlossen, die Grünberger Straße künftighin „Raiieiallee" zu benennen. So sehr nun Öleier Beschluß geeignet ist, in roeiten Rreijen der Bevölkerung 'reudigen Widerhall zu wecken, fo sehr fürchte ich, daß im Volls- mund'die Grünberger Slraße nach wie vor Grünberger Siraße bleiben wird. Ich gestalte mir dauer, auf den nachfolgenden Vorschlag binzuweifen, der vielleicht auch jetzt noch — unbefchodel deS uoretivähnten Beschlusses — Berücksichtigung und Verwirklichung finden könnte. Dlejer Vorschlag geht dahin, die Oslanlage künftig Kaiser Äi l h e t in - A n l a g e", die Südanlage .Ernst Üudwtg-Anlage" zu nennen. Tainll wären die Flamen unserer Herrscher mit dem Schönsten verknüpft, das unsere Stadt bat. Außerdem kämen aber dabei auch noch historische 'UZomente in Betracht. An die Cflanlage stößt das Gelände der Zeugbauskaserne, Oie noch einem Teil des „Kaiser Wilhelm-Regiments" als Quartier dient und and) das Oifizierskasino enthält, m dem Se. Majestät jetzt schon wiederholt längere Zett Derweilt hat: gerade Die Oslanlage hat der Kaiser wiederholt durchfahren und durchritten, und in ihrer Nähe war und ist, wenn ich mich so aus- diücken darf, bei seiner Anwesenheit m Gießen sein Henn. An der Südanlage aber har, wie sich die Bewohner unserer Stadt erinnern, unser aUverehrler Großyerzog als Angehöriger der hiesigen Universität gewohnt (Schülers Garten, jetzt Stadltheater). Diese Grüiide Haden miet) bewogen, den obigen Vorschlag zu machen; uieücicbt wäre bei der Einweihung des Theaters oder gelegentlich der Jahrhundertfeier unserer Universität noch, Aickaß und Gelegenheit, ihii zu verwirklichen.
Giesen, am Tage des Kaiserbejuches 1907. hl
*
Den teuren Lebensverhältnissen entsprechend Wurde tm vergangenen Jahre von Privaten sowohl, als auch von Stadt* verwallungen ihren Angestellten und Bediensteten eine Teuerungszulage bezw. ein Wohnungszuschuß bewilligt. Diesem Beispiel folgte der hessische Staat und nach schwerem Hangen und Bangen Der Beamten kam endlich das Gesetz betr. 23o h nu n g 3 g clb- zuschuß zustande. Genau betrachtet ist dieser Zuschuß eigentlich keine Ausbesserung dec Diensteinkommen, sondern nur ein Äquivalent und Ausgleich den Beamten gegenüber, die sich im Genüsse einer Dienstwohnung befinden. So fehr dies Gesetz zu begrüßen ist urib einem Bedürfnis entspricht, so tief ist es zu beklagen^ daß die Staatsdienst-Anwärter leer ausgegangen; die trostlosen Zustande in Bezug auf Gehalt und Anstellungsverhältnisse sollen allem Anschein nach weiter bestehen. Es wäre Pflicht der Regierung, gerade die gering bezahlten Anwärter aufju* bessern. Müssen diese doch schließlich dieselbe Arbeit leisten wie die fest angestellten Beamten und ihre Vergütungen betragen oft kaum ein Drittel der letzteren. Berücksichtig) man nun noch, daß die Anwärter zum größten Teil erst zwölf Jahre nach bestandenem Examen zur Anstellung gelangen und sie während dieser Zeit nur den geringen Aspirantengehalt beziehen, so wird es nicht schwer fallen, deren gedrückte Lage zu begreifen. Hoffen wir deshalb, daß es Regierung und Landstanden gelingt, Mittel und Wege zu finden, um die leider nur zu berechtigten Klagen der Staatsdienst-Aspiranten zu beseitigen und ihnen ein angemessenes Wohnungsgeld zu bewilligen_________________________
Briefkasten Oer ScOaftion.
(Anonyme Einsendungen bleiben unberücksichtigt.)
W. in Leihgestern. Unter „Verwandten in auffteigenber oder absteigender Linie" ist Vater und Sohn zu verstehen. Schwäger und Geschwisterkinder sind wählbar.
Moderne Verlobte Möbel
kaufen keine Einrichtung ohne vorher das grosse Muster-Haupt- ausstelluugshaas der Darmstädter Möbelfabrik, Heidelberger- .franse, welches als Sehenswürdigkeit I Ranges und bedeutendstes aus seiner Art bekannt ist besichtigt zu haben Man verlange Preisliste mit Abbildungen (Perspektiv-Aufnahmen von eomplettan Zimmern d"/.
tn her Entwicklung oder beim Vemen junirfbleibenbe Kinder, forote blutarme, sich mallfühlende und nervöse überarbeitete, leicht erregbare, 'rübzeitig erichöpite Erivachseue gebrauchen als Kräftigungsmittel mit großem Erfolg Dr. Hommcl'S Haematogeu.
ciwaujr, ine gei^ig^u uuo lörperlicheu Kräne werde» rasch gehoben, das Gesamt-Aerveushsrem gestärkt. C6/i
Man verlange jedoch ausdrücklich das echte,,Dr. Hommel's" Haematogeu und lasse üch leine der vielen Nachahmungen aufteben ^SZeltdecken e Sundheimer Ä Strapp v IUJ l V Frankfurt a-MAbv^/t


