Ausgabe 
23.3.1907 Zweites Blatt
 
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Nächstliegenden nicht vergessen: be$ eigenen Laibes und seiner Ruhestätte.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 21. März.

Eine Ticrquälereigcschichte.

Ter Pserd:metzger I. B. von Fulda hatte gegen den Redak- teur des Lauterbacher Anzeigers I. G. 4vegcn Be­leidigung eine Privatk.age erhoben, weil er U'idji durch einen Artikel b.r Zeitung beleidigt fühlte. Ter ironisch gehaltene Artikel chcsügtc nämlich, ti- der auf der Heimsahrt begriffene Pferdemehger B aus Fulda, der mit einem in der Nähe Äls,elds geschlachteten Pferde Lauterbach passierte, auf falsche Wege geraten sei. An einer schiefen Stelle sei der Wagen umgcsaum, so daß Mann und Scplaa-trosj am Boden lagen. Bei Nacht undNebel" sei an ein Fortkommen nicht zu denken gewesen, weshalb der für sein Leibesioohl Besorgte Schuh in einer Bauhütte suchte, sein lebendes Pserb ohlle zuzudecken stehen lassend uird die Pferdedecken sur- sorglich jur sich benuhend. Am anoem Ncorgcn hätten zur Arbeit gehende Leute den 9ioßschlächtcr schlasetid in der Baracke vor ge­sunden, während das arme Pferd vor Kalle duftete uiw zitterte. Sicrtm nur die Bemerkung geknüpft, daß ein gehöriger Tenk- zettel wegen Tierquälerei am Platze wäre, der, wie man hört, auch erjolgen solle. Ter Vorfall hatte sich tatsächlich nach den Feststellungen des Sckwfsengerichts ungerähr so abgespielt, nur war nicht B. der Leiter des Fuhrwerks, sondern fern Knecht, vber auch wegen Tierquälerei bestraft wurde. Der Redakteur bestrüt mit b:r Vezeia-nung B. den Kläger gemeint zu haben, zumal der Scheviegcrsohu des Klägers eo^nschls ^ferbemeßger ist unb sein Zuttahme äuch mit einem B. .peginnti Zum lieber* stütz hatte das Schöffengericht noa> sestgesteüt, datz der an dem qci'uhbenen Wagen, neben ioeleyem das geschlachtete Pferd lag, angebrachte Nameti auf den Schwiegersohn des Klägers lautitc und somit keineswegs angeiwmmen werben konnte, baß der Kläger Damit gemeint nur. Tas Scl-öffengericht lam deshalb zum Frei­spruch, was den Kläger zur Erhebung der Berufung veranlatzte. Lie Strafkammer pflichtete den Ausführungen der ersten Instanz »ei und bestätigte das Urteil.

GerichtijaaL.

sd. Darmstadt, 22. März. Ein frecher Kirchen­räuber erhielt heute von der Strafkammer seine wohlveroiente Strafe. Im Winter 1905 wurden nämlich in kurzen Zwilchen­räumen hintereinairder fünf Einbruchsdicbstähle in den Kirchen zu Klein- utird Grotz-Steinhcim, 5llein-Auheim, Mühlheim und Hanau in raffinierter Weise ausgesührt, auch kamen weitere Einbrüche vor, die auf eine gewandte Persönlichkeit schließen ließen. Nach vieler Mühe gelang es endlich, den 21jährigen stellenlosen Schlosser Val. Spahn aus Klein-Steinheim festzuneh- men, der zwar der Sohn aitständiger Eltern, aber als Tagedieb bekannt und vorbestraft war. Er gab alsbald zu, datz er fünf Kirchendiebstähle begangen, indem er sich unter dem Anschein, als ob dr beten wollte, in die Kirche schlich und dann die Opferstöckc beraubte. Ferner hat er bei einem Bäcker ca. 800 Mk. gestohlen, drei weitere Diebstähle leugnet er. Er wird zu vier Jahren zwei Monaten Zuchthaus verurteilt und nimmt die Strafe an. Er ist erst 21 Jahre alt.

Mainz, 22. Mürz. Das städtische Ovchestermitglied Wilh Müller hat ein Engagement des Kapellmeisters Groß köpf nach Wien durch ein verleumderisches Schreiben an den Theater­direktor Simons zu vereiteln versucht. Das Schöffengericht ver­urteilte Müller wegen verleumderischer Beleidi­gung zu 300 Mk. Geldstrafe und sämtlichen Kosten.

In Kreisfeld bei Eisleben wurde ein Maschinenwärter wegen Verbrecl-ens gegen keimendes Leben verhaftet. Bei der bei ihm borgenommenen Haussuchung wurde eine vollständige klinische Einrichtung beschlagnahmt. Die schwere Erkrankung eines im Magdeburger Krankenhause liegenden jungen Mädchens sührte zu der Entdeckung.

. Glogau, 22. März. Das Schwurgericht verurteilte den 23jährigen Bauernsohn Gustav Tschacher aus Dahms (Kreis Sagun) weegn Ermordung feiner Geliebten, der Bauerngutsbesitzerstochter Auguste Niischke, zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte.

U ni v c r ii ts »21 ad? riet? ten.

Würzburg, 23. März. Aus W-nsch des Kaisers wird der Universitäts-Professor Dr. K a r l Hetz sich demnächst nach 91 o r ö a m e r i f a begeben, um Vorlesungen in der Ophthal­mologie an den Universitäten m Chikago, Philadelphia und Aew- Uork aui 4 Monate zu hallen.

Arbeiterbewegung.

Agram, 22. März. Eine große agrar-sozialist. Bewegung ist in Syrmien im Entstehen begriffen. Agitatoren ziehen mit roten Fahnen in der Gegend umher und fordern das Landvolk auf, bei den geforderten erhöhten Minimallöhnen zu beharren. Gendarmerie und Militär wird überall in Bereitschaft gehalten.

vermischtes.

* Winterabende auf dem Lande. Tas sogenannte Mietrichenrusen ober Mütterrufen ist in den Törfern des elsässischen, ehemals nassauijcl)en Saartales üblich Wenn die Frauen und Mädchen anti Winterabend in ber Spinnstube versammelt sind, schleicht ein Mädchen aus einer anderen Gesellschaft herbei und ruft vor dem Fenster:Mütterchen!" Sogleich kommt Leben in die Lunlelstube. Tic Haus,rau öffnet dtts Schiebfensterchen und fragt: Was gibts?" Die lose Dirne drückt sich gegen die Mauer, verstellt ihre -Stimme und sagt:Mütterchen, gib mir einen Mann!" Die Hausirau fragt weiter:ÜBaS für einen?" Jungfrau Naseweis ant­wortet im Reimsviele:Einen schönen, feinen." Die Hausmutter schließt das Fenslerchen und befragt dsis Frauenparlament. Man

sucht den Namen der Time zu erraten und gibt ihr einen Bräutt- gam, oft den richtigen, mitunter einen alten Bruder SausauS ober Klumfutz. Tas Mädchen eilt kichernd fort. Im andern Hause wird gekichert, gebeichtet und das neue Brautpaar durck-gchechelt.

* Unnütze Geräusche. Heber unnütze Geräusche hielt Gebeimerat Prof. Tr. Ewald in Jßerlin einen Dortrag, den er selbst als Kapuzinade bezeichnete. Schädlich für Kranke fei Militär­musik am frühen Morgen, nervenzerrüttcr.d wirkt auch auf Ge­sunde dasAutomobil-Getute". In keiner Großstadt der ganzen Welt herrsche ein solch ohrenbetäubender Lärm auf der Straße, wie in Berlin. Keine andere Straßenbahn erzeuge ein solch rasselndes,vom Quietschen bis zum Orkanbrausen" sich steigendes Geräusch wie unsere Elektrische. Hinter dieser komme in Erzeugung unnützer Geräusche die Hochbahn, dann folgen die Konzerte, von denen Redner meinte, die Orchester seien im Verhältnis zur Grötze der Säle zu stark besetzt und iwten deshalb trommeljellzerreißende Wirkungen aus. Auch innerhalb des Hauses werde viel gcsmr- bigt, z. B. durch Klavierspiel, bei offenen Türen unb Fen Item, durch laute Tajeunusrk, Tcppichklopscn, Möbclklopfen unb auch durch lautes Spreck-en. Letztere Hngezogeuheit kann man überall, im Wirts Hause, Eaf6, in der Straßenbahn und auf ber Straße beobachten.

* Kleine T a g e s ch r o n i k. In Berlin sauste am Frei­tag eine mit drei Tarnen besetzte A u t o m o b i l d r o f ch k e buefi l n erneu Kanal. Nur mit Mühe konnten die Fahrgäste und der Chausjeur aus dem nassen Element gerettet werden. TaS ver» nnglnckte Automobil und die darin befüiblidjen Pal et e unb Geld­täschchen konnten nicht geborgen werden.

Kandel.

Eine Anleihe von 1500 000 Mk. beabsichtigt die Stadt Bingen atiiznnehmen. Tas Geld soll verivendet rverden iür die Erbaunng einer Realschule, eines Progymnasiums und eines Mafchinenlaboratornnns beim Technikum zur Berbesierung der beiden Lolksjchulhänser, zur Herstellung verschiedener Straßcnzuge, zur Erweiterung des Gaswerks, zum Atisbau der lliernrauer am Hafen und der Haienanlagen, zur Errlchtnng eines Zollverioaltungs- gebäridcs, ziir Anlage eines neuen Friedhofs, sowie zur Tilgung älterer Anleihen. Ter Zinsiutz wurde auf 4°/0 festgesetzt; die behördliche Genehmigung wurde bereits erteilt.

Märkte.

Gieße», 23. März.Marktbericht. Aus heutigem Wochenmarkte kosteten: Butlerpr. Pw. 0.L51.00 Mk Hühnereier 1 St. 67 P'g. 2 Sick. 0000 Psg., Gänjeeier 0000 Psg., Enteneier 0 P'g., Käse pr. Ltck. 68 Pf., Kasematte 2Stck. 5-6 Pig., Erbsen p.P'd. 18-24Psg., Linsen p.Pjb.25-40Psg., Tauben pr.Pr.0,80-1,00Aik., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Pik., Enten pr. Slüct 1,802,20 2)>k., 0 änse pr. Pid. 0000 Psg., Ochsensleisch pr. Pid 8288 Pig., Kuh- und Rindfleisch pr. Piund 8082 Pig., Schweme- steijch pr. Pjnnd 7080 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pinnt 84 Psg., Kalbfleisch pr. Pjd. 8084 Psg., Haminelsleijch pr. Piund 6 t84 Pig. Welsche per PfundKarlosseln pr. 100 Kg. 7,508, Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,006,00 Hit., Milch per Liter 20 Psg., Aepiel per Zentner 20 bis 25 Mk., in Körben 00 Pid., Nüsse 100 Stück 5000 Pig., Birnen per Pid. 'Ulf. u.200.25, per Ztr. 915 'Ulf., Weißkraut per Stück 1530 Psg., per Zentner Ulf. 0.00-0.00. Marflzcit 82 Uhr.

1c. Frankfurt a. UL, 22. März. Heu- undStroh- ni a rf t. Ulan notierte: Heu Ulf. 3.20 bis 3.50, Stroh Ulf. 3.10 bis Ulf. 3.40. Alles iür 50 Kilo. Tendenz fest.

Oer rieOaktion.

(Anonyme Einsendungen bleiben unberücksichtigt.)

Z. Tie photographischen 'Aufnahmen auf der Buhne, die für heute mittag vorgesehen sind, sollen vervieliältigt werden und werden wohl auch als Ansichtskarten in den Handel kommen.

XVictcPiOlcflijctje Beovachlrurgen der Station Gießen.

Höchlle Temperatur am 22.-23. März 4- 11,4* 6.

Niedrigste 22.-23. , = 4- 1,7* C.

März

1907

Darometer aui 0° reduziert

Temperatur der Luft

O

SS

eL

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Weller

22.

2

752,0

11,0

4,2

43

N

4

Bcd. Himmel

22.

9e

751,6

5,4

5,0

75

N

4

Bew.

23.

7"

751,0

3,4

3,9

i

66

NNE

2

"

(Lietzener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonntag, den 24. März: Wechselnde Bewölkung. Keine erheblichen Nieder­schläge. Kühl. Mäßige nördliche Winde.

Orrginal-DrahtmelOnngen.

Köln, 23. März. Die Köln. Volksz. meldet, es sei eine erneute Reich Sfinanz-Reform und bei dieser in erster Linie eine Tabak-Fabrikats st euer in Aussicht genommen in der Form einer Banderolensleuer, ähnlich rote bei der Besteuerung der Zigaretten. (Diese Meldung des rhein. ZentrurnZblattes ist wohl nur darauf berechnet, Miß­stimmungen hervorzurufen gegen die RcichSregierung! Hoffent­lich bleibt sie auf völlige Erfindung und wird offiziös dementiert. D. R.)

TL B. Darmstadt, 23. März. Tie Etatsberatung in der 1. Kammer am Diontag dürfte ziemlich umfang­reich werden, da der Finanzausschuß der 1. Kammer beim Gesetz über den Urfunbenltcmpel unb den Ausgleichs- fonds mehrere erhebliche Abänderungen beantragt hat. Beim Urkundenstempcl verlangt er u. a. die Wiederherstellung der Regierungsvorlage m Artikel II. Abf. 14, die Ehe­oerträge betreffend. Tie 2. Kammer halte hierbei die Steuer bei Vermögen von mehr als 5u UUO Dik. noch wesentlich er­höht. Ferner beantragt der Ausschuß die vollständige Streich- u n g des Artikels IV., der die Gebüh rensä tze sürNotare enthält, und cm Ersuchen an die Reglcriing, den Land­sländen eine abgennöerte Gebührenordnung für Notare vor­zulegen, worin die Gebührenordnung für Eheoerträge durchweg ermäßigt unb bic Schrcibgebühren auf mtnbellenS den doppelleuSatz erhöht werden. Bezüglich deS A u s g l e i ch S f o n b S bcantiagt der Ausschuß eine andere Verleitung der m den 3onbö fließenden Gelder und |icUt den Antrag, die Erträg­nisse aus de- ReichserbschaftSsieuer nicht in den Fonds fliegen zu lassen, fondern wie alle direkten unb mbiretlcn Steuern zu behandeln. Ten Gesetzentwürfen über die WohnungS- gelbzuschüsse der Beamten rauch der Slreichiing von Bad 'Nauheim in der Klasse A und der Gleichstellung unverhelrateler Beamten mit eigenem Hausstand mit den Verheirateten) unb über die Erhöhung bet Gehalle bei Volksschullehrer unb der semiuarislifch gebildeten Lehr« an Slaalsanstalten beantragt der 'Ausschuß bei ju tret en.

Brüssel, 23. März. Der AuSbruch eines allgemeinen Eisenba hn,e',rstreiks lvirb,befürchtet. Die Untcrbeamlcn be­nagen sich über die nicbngen Gehälter unb die Zunahme öc§ Dienstes. Unter den Eisenbahnern iverden Aufrufe ver­breitet mit der Aufforderung, sich nn Hinblick auf einen Ge­neralstreik zu organisieren.

Paris, 23. März. Taö internationale Ab. rüstungs-Komitee will am 12. Mai, dem Jahrestage des Zusammentrittes der Haager FnedenS-Konferenz, eme Kundgebung zu Gunsten der allgemeinen Abrüstung veran- Halten. Diese Demonstration soll gleichzeitig in den Haupt­städten ganz Europas slatlfinben unb in einem Umzuge be- stehen, an welchem sich die Vereine beteiligen, die sich für die Abrüstung ausgesprochen haben. Eme Aborbnung soll dem Oberhaupte ober dem Minister deS Aeußern deS betieffenben Staates em Ulemoranbum überreichen, welches für die Abrüstung eintritt.

Rom, 23. März. Die Blatter beschäftigen sich ein­gehend mit ber Zusammenkunft zwischen dem deutschen Reichskanzler Fürsten Bülow unb dem ital. Minister deS Aeußern, Tlttoni. Von unterrichteter Seite wirb erklärt, baß ber Besuch keineswegs der Besprechung ber Dreib unb- frage gelte, da zurzeit der Dreibund gefestigter fei als je. Der Besuch bezwecke vielmehr ausschließlich ein< Aussprache über die auf ber Friebenskonferen z einzu- nehmende Haltung, speziell im Hinblick auf Abrüstungö- frage. (?) \

"Drei Millionen. Im Oktober 1905 zahlte bleVictoria" in ihrer Bolks-Bersicoerung für Sterbesalle unb abgelausene Berstcbe- runflcn zum eiitcumal in einem Utunat mehr als 1 Million, im Mal 1906 zum erstenmal mehr als 2 'Millionen und im Januar d. I. »um erstenmal mehr als 3 Millionen Mark. In diesen 3 Millionen^ sind =/« Millionen Utark Gewinnanteile enthalten, die mit den Stier«: sicherungssummen zur Auszahlung gelangten. Die Summe der Auszaulungen betrug im Jahre 1906 mehr als 23 Millionen Mark und wird ui diesem Jahre, wo im Durchschnitt wöchentlich über 45GL Policen zur Auszahlung fällig sind, noch wesentlich größer rverden. Die Victoria nahm die Bolksversicherung im Jahre 1892 nur und halte schon in wenigen Jahren die anderen deutschen Ge« seitschaiten überstügelt. Jor jetziger Versicherungöbestand beträgt lueit uuer eme halbe Milllarde '1/iait Die Zahl ist noch tleüi im Vergleich mit den Zahlen in Amerika unb England. Hat doch dis ,,'jjicuouolitaii" in New-^ork einen Beuand von 5 und diePru« öeulial" ui London einen Bestand von 3 Uttlliarden Mark. Aber die deutschen Gesellschaiten, diestiietoria" voran, leisten ihren Stier' sicherten in icder Hmiicht mehr als die englischen und cunerikanischen. Der wirtschaftliche Wert der Bottsoersicherung ist gar nicht hoch genug zu veranschlagen unb wird immer mehr gewürdigt. Sie bietet iür Erwaapene wie für Kinder Lebensoenicherung ohne ärzt­liche Unteriuchuilg gegen Wochenbeiträge. Die Berficherungssumnle ivlrd fällig bet Ablaut der Berstcherungsdauer oder bei vorzeitigem Tvde. Das regellnaßige Abholen der geringen Wochelcheiträge übt einen heilsamen Svarzwang aus, dem man sich gern unterwirft. Was hatten wohl die Versicherten oder chre Hinterbliebenen von den im Januar ausgezahlten 3 Millionen Mark ohne die Votts« Versicherung? Wahrscheinlich nichts oder verschwindend wenig! Was an Beiträgen gezahlt werden mußte, wäre unmerklich niü ausgcgebeu woroeii, ohne irgend eine Spur zu hinterlassen, wenn nicht die .stmueier der Gesellschaft regelmäßig die tleinen Gelb­beträge abgeyoll hätten.__,_________caZ»

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Lehrlinge: 4 Schlößer, 1 Schmied, 1 Elektromonteur, 1 Wagner, 1 Ulrchaniker, 1 Buchbinder, 1 Schirmvtacher, 1 Schreiner, 2 Backer, 2 Fri,eure, 1 Schuhmacher, 1 Schneider, 1 Installateur, 1 Glaser, 1 Schreiber.

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1 landwirtschaftl. Arbeiter, 1 Heizer, 1 Buchbinder, 1 Schreiner, 1 Putzlrau, 1 Schuhmacher, 1 Schneider, 2 Lauffrauen, 1 Kochfrau.

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Tie bei Herstellung ber WaFerverforgungsanlage für die Gemeinde Altenschlirf, Kreis Lauterbach, üorfommenben Arbeiten unb Lieferungen unb zwar

Quellfassirngsarbeiten,

Hochbehälter (100 cbm Nutzinhalt),

Nöhrengräben, ca. 4500 cbm Aushub), Rohrlieferungen unb Verlegungsarbeiten,

sollen durch fchriftl. Angebot vergeben werden.

Pläne unb Bedingungen sind bei ber unterzeichneten Bchörbe, letztere auch bei ber Großh. Bürgermeisterei Altenschlirf einzrifchen; Bebingungen unb Angebots- öorbrmfe gegen ganz freie Einsenbnng von 1,50 Ulf. (nicht in Briefrnatken) für jedes Los nur von uns beziehbar.

Angebote sind verschlossen unb mit entsprechender Auf­schrift versehen, aus der LoZ-Nuinmer unb Unternehmer zu ctsehen ist, bis spätestens

Montag, den 15. April 1907, vormittags 12 Uhr, auf unserem Bureau: Franlsurler Straße 29 einzureichen.

Es können nur Angebote auf Vordrucken ohne Text- änberungen unb Zusätze Berücksichtigung ftnben.

Eröffnung in Gegenwart der Bieter. Freie Auswahl bleibt ausbrücklich Vorbehalten.

Zuschlagsfrilt 3 Wochen.

Gießen, den 22. März 1907.

Grotzh. Kulturinspektion Gießen. B23/s W t ßmann.

Los 1.

LoS 2.

Dünger-Verkauf.

Der in der Zeit vom 1. Avril 1907 bis Ende März 1908 im hiesigen Schlachihos sich ergeocudc Dung soll vergeben werden.

Angebote, weiche sich auf die einzelne Grube zu beziehen haben, sind bis Aum 2d. dieses Monats schriftlich, verschlossen entsprechender Aufschrift bei uns einzureichen.

Gießen, den 20. März 1907.

Großherzogliche Bürgermeifterei Gteßen.

__Ulecurn._______________________B^V

^ekannlmachung.

Die Lieferung des für das Rechnungsjahr 190/,u5 im städtischen Schlachthof erforderlichen Bedarfs an Torfitren (20002300 kg) soll vergeben werden. Die demnachstige Anlieferung erfolgt je nach Bedarf auf Abrui der ^chlachthosverwattung.

Schriftliche Angebote mit Preisangabe für je 100 kg sind bis -um 28. dieses 2-lonats bei der unterzeichneten Behörde einzureichen.

Giegen, den 2L Uiärz 19u7.

Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

__Mecum.____________________B°/»

Vergeb int g von -rokslieternng.

Für die Provinzial-Sicchenanstalt Oberheffeu zu Gießen sollen für das Rechnungsjahr 1907 ca. 8000 Ztr. Hüttenkoks (Korngröße 40/60 lind 60/90 mm) vergeben werden.

Mit entsprechender Ausschnft versehene und versiegelte Angebote sind bis zum Eröffnungstermin Donnerstag den 28. ds. Mts., vormittags 10 Uhr, auf dem Venvaltungs- burcau einzureichen, woselbst auch die für die Lieferung geltenden Bestimmungen wochentags von 3 5 Uhr nachm. eingesehen werden können. B23/»

Gteßen, den 21. März 1907.

Verwaltung der Prooinzial-Siechenanstalt.