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23.3.1907 Zweites Blatt
 
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ilt Nachhilfe in to anasiaiiächcrn.

Düngen unter U1M : Anzeiger erbeten.

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23 März 1907

157. Jahrgang

Viertes Blatt

Nr. 70

GWner Anzeiger

General-Anzeiger für Vberhcffen

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnwersnätS Buch- und Ereindrnckerei, DL bange Gießen.

Redaktion. Exvedttion und Druckerei- Sfdul- fhaBc ?. (ixoeöition und Verlag t>L Redalnonis^ 112. ieL-Ulbi- An-elperG'eßen.

Lrfchetnl tSgllch Ausnahme des Sonntag«.

TieElehener Zamillendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das Krdiblatl silr den Kreis Sietzen" zweimal wöchenUich. Terk.efstfche Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Die Kstelfuhrt des IürNeu ZLütow,

Die .Franks. Ztg.' meldete auS Berlin: Die Abreise deS Reichskanzler nach Rapallo, die in der Nacht vom 23. aus den 24. März erfolgen sollte, sei wegen Unwohlseins bc8 Fürsten Bütow um einige Tage verschoben worden. Nach Informationen der »Voss. Ztg.' ist diese 'Meldung un­zutreffend. Fürst Bülow befinde sich beim besten Wohlsein und habe am Freitag eine Reihe Konferenzen abgebalten. Hs liege in seinem Gesundheitszustand keinerlei Anlaß, die geplante R-lse aufzuschiebcn.

demnach wird also Fürst Bülow wohl auch diesmal, wie alljährlich zum Osterfeste, mit seiner Gattin deren Heimat­lande einen Besuch abstatten und, wie in früheren Jahren, wird auch bei der diesmaligen Ostcrsahrt die Politik nicht völlig ausgeschaltet sein. Es hat sich hinter den Kulissen der internationalen Politik in den letzten Monaten unter Bete», krgung Italiens so Bedeutsames abgespielt, daß eine Kan- fcrenz zwischen dem leitenden deutschen StaatSmanne und Mm italien'schcn Minister des Aeußcren zeitgemäß erscheint. Vermutlich hat Fürst Bülow selbst den Wunsch nach einer Begegnung mit Tutoni zum Ausdruck gebracht, um in der Reichstagsdebatte über die ausivärtige Politik, die beim Etat deS Reichskanzlers oder deS Auswärtigen Amtes zu gewärtigen ist, seine Darlegung über die internationale Lage auf per- sönliche Informationen und Eindrücke stützen zu können.

Seil den Besprechungen deS Staatssekretärs v. Tfchirschky mit Tittoni tm Herbst v. IS. ist eS zwischen Italien und Lng.l.and zu einer förmlichen Vereinbarung gekommen, derzusolge, wie eS heißt, beide Staaten bei jedem Zwischenfall im Mittel m e er oder im Orient gerne infam vorzugchen hätten. ES soll sogar ein OpcrationSplan zur See vereinbart jem. Gegen solche .Extratour' JtattenS wäre ja nun vorn Standpunkt deS Dreibundes kein schweres Bedenken geltend zu machen, wenn sie als ausschließlich zu dem Zwecke der Sicherung von Italien« Nlittelmeer-Jnteresien arrangiert gelten könnt«. Es fällt indessen schiver, in dein italienisch-englischen Abkommen nicht auch ein Glied in der Kette von Bestreb­ungen zu sehen, die auf Vereinzelung Deutschlands abzielen. Cb da« Abkommen veröffentlicht werden wird, will zweifelhaft erscheinen. Sollte eS der Fall sein, dann bliebe immer noch die Frage offen, ob nicht England auf dem Wege der Geheimklausel sich eine Brücke geschlagen hat zu seinem Abkommen mit Rußland, von dem dec Oessent- lichkeit gegenüber mit nicht ganz unverdächtiger Geflissentlich- keil behauptet wird, eS beziehe sich nur auf asiatische Fragen. Kleinasien gehört auch zu Asien und an der Orientpolitik sind die Großinüchte Europas lebhaft interessiert.

Hier liegt wohl überhaupt der KreiizungSpunkt der international-politischen Strömungen. Die Diplomaten sind umso eifriger an der Arbeit, je kritischer die Wendung im Befinden deS Sultans, deS Freundes DeiitschlandS, sich anläßt. 3)1 an trifft alle Vorbereitungen für die beim Ab­leben Abdul HamidS zu erwartenden Verwicklungen, oder richtiger, man arbeitet auf solche ^Unstimmigkeiten^ in dem Sinne hin, daß versucht wird, die naturgemäße Interessen» gemeinschaft der Ostmächte Rußland, Oeslerrcich-Ungarn und Deutschland zu sprengen durch Verständigung zwischen Eng- land und Rußland über die vorderasiatische Politik. Ob dieses Manöver zu dem gewünschten Ziele führt, wird ab- hängen von dep Geschicklichkeit der deutschen Diplomatie und von der Einsicht des russischen Ministers deS Aeußeren von Iswolsky. Er hat sich bisher eigentlich nur insofern als Staatsmann erwiesen, als eS ihm gelungen ist, über feine Politik die Welt im unklaren zu lassen. So zuverlässig deutschfreundlich ist er jedenfalls nicht, wie der österr.-ung Minister o. Aehrenthal, wenn auch s. Zt. verlautete, es sei zwischen den Ollinächten ein Einvernehmen Über die zukünf­tige Orientpolitik erzielt worden. Sollte es den diplomatischen Tausendkünitlern an der Themse in der Tat gelingen, Ruß­land an die Koalition der West Mächte a n z u g l i.e d e rn, bann würde Deutschland sich im Orient einer Uebermacht gegenübcrsehen, die, zumal bei einem Thronwechsel am Gol- denen Horn, die deutschen Interessen in arge Be- d-rängnis bringen könnte.

Fürst Büloiv nennt den italienischen Minister Tittoni Freund; an der Themse würdigt man in ihm vorzugsweise den Politiker, unter dessen eifriger Mitwirkung das englisch, italienische Mittelmeer-Abkommen perfekt wurde. Wenn ein Staatsmann über die Kalküls der internationalen Diplomatie Aufschluß zu geben vermag, bann gewiß Tittoni. Im Inte­resse seines Landes aber liegt es auch, die Zugehörigkeit zum Dreibund und die daraus sich ergebenden Konsequenzen zur Geltung kommen zu lassen. Darum darf man wohl von der Unterredung des Fürsten Bülow mit Tittoni einen besonderen politischen Wert erwarten. Ter Kanzler ist längereSeit nicht im AuSlande gewesen, zudem mußte im Winterhalbjahr sein Augenmerk in der Hauptsache auf die innere Politik, den Wahlkampf u. s. w. gerichtet sein. Grund genug also für die Osterfahrt nach Italien, die ihm ermöglicht, die politischen Tinge besser zu überschauen und im Gespräche mit einem über den internationalen Werdegang bestens informierten Staatsmann das eigene Urteil und die Vorsicht des Diplomaten zu schärfen.

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Kurz vor Schluß der Redaktion ging uns nachstehende Meldung zu:

Wie. die Beck. Morgenpost aus guter Quelle ersähet, hat Fürst Büloiv seine Abreise nach Rapallo von heule auf morgen verschoben, weil die S lud t-Krise zur Lösung gebrachi iverden sott. Ter Slultusinmiiter luiib schon m den n ä ch ft e n Tagen gehen. Sein Nachfolger ist bereits in feste Aussichi genommen.

politische Lagesscha«.

Tie Polizei im Reichstage.

Ta« Einschreiten gegen die sozialdemokratische Fraktion, zu deren Sitzung im Reichstage eine, allerdings recht beträchtliche Anzahl sozialdemokratischer Redakteure hin» zugezogen war, stellt sich immer mehr als em selbständiger, übereilter Schritt der Berliner politischen Polizei heraus, Nachdem auf Ersuchen des Grafen Stolberg der "Reichskanzler Erhebungen angeordnet hatte, ist festgestelli worden, daß weder der Minister des Innern, noch der Justiz- Minister, sogar nicht einmal die Staatsanwaltschaft etwas von den Absichten der Polizei wußten. Auch der Polizei- Präsident von Borres hat von der Absicht, die Staatsanwalt- schast anzurufen, erst Whtteilung erhalten, nachdem die polst. Polizei schon die ersten Schritte getan hatte. Es ist in der Tat zweifelhaft, ob nach unserem Vereins- und Versamm- lungsrcchte, das ja in der Tat einer durchgreifenden Reforni dringend bedarf, JrakticnSsitzungen unter Hinzuziehung anderer Persönlichkeiten zu politischen Zwecken nn Reichstagsgebäude Itallfinöcn dürfen. Soviel aber steht fest, daß dies eine alle Gepflogenheit sämtlicher Parteien ist, die bisher niemals be- anstandet wurde. Daher liegt es auch, wie einer unserer Berliner Mitarbeiter hört, der Regierung fern, ein derartiges Vorgehen gegen irgend eine beliebige Partei zu billigen. Weil aber die Angelegenheit angeschnitten ist, soll trotzdem eine definitive Entscheidung herbeigeführt werden. Lader Reichstag einmütig dafür eintreten dürfte, die bisherige Ge- pflogcnbeit zu einem Stecht zu erheben, wird die Regierung diesem Beschluß wohl zi'stimmen, besonders, da sie der prall. Ausführung bisher keinerlei Hindernisse m den Weg gelegt hat. ES dürfte bei dieser Gelegenheit auch endgültig über die Befugnisse der Polizei im ReichSwge entschieden werden. Bekanntlich dürfen überall die Fürficnschlösser sind hierbei nicht ausgenommen Haussuchungen abgehallen werden, nur nicht m den Botschaften und Gesandtschaften fremder Staaten. Die Würde des Reichstags lehnt dies ab. Trotz allem dürsten die hierüber zu führenden Verhandlungen in aller Ruhe und Emiracht zu einem allgemein befriedigenden Resultat gebracht werden.

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Rücktritt deS Staatssekretärs von Tirpih?

Man fd/rcibt uns aus Berlin:

Nach Ostern ist eine ungewöhnlich große Anzahl von Be­förderungen im Offizier- und Unterosiizi er Korps der Marine zu erwarten, die namentlidj den Korvettenkapitänen und dem Ataschrnenrngenreurwrps zugute kommen wird. Gleichzeitig aber steht iebt fest, daß Admival von Lirpitz nod) .vor den Hunds- tagen seinen Posten jüngeren Händen übergeoen und das Staats- sekretariat der Marine niederlcgen wird. Der Kaiser hat bei einer mehr als halbstündigen Unterredung mit dem sranzös. Marine- attadjö Konteradmiral de Fauque de Jonguiöres, der ihm ver­schiedene Einzelheiten über die Katastrophe derJena" mitteilte und den Tank l*:r französischen Negi-r.'ng für die bewiesene Sympathie ausdruckte, den bevorstehenden Wechsel im Marme-- ministeriuln gLslreift. Im Lause des Gesprächs erwähnte der Kaiser auch die häufigen Angriffe eines Teils der französischen Presse gegen den Marineminlster Pelletan und meinte, es wäre sein Unrecht, von einem NichtfadMann (Pelletan ist Zivilist) organisatorische Taten zu erwarten, an denen selbst Sachverständige leid# scheitern könnten."

Dagegen lesen wir in derDeutschen Tagesztg.":

Heute wird uns bestätigt, daß, obpefeben ioon dem Kultusminister, kein preußischer Minister und kein Staatssekretär im Reiche zur Zeit ldaran denkt, aus seinem Amte zu scheiden, und daß auch an den maß­gebenden Stellen keinerlei Neigung obwaltete, irgend welchen Amtswechsel in den Ministerien und Staatssekretariaten herbei­zuführen. Meinugsverschiedenheitcn über grundsätzliche und be­deutende Angelegenheiten waUen weder im Ministerium, noch in der Reichvregierung ob. Was aber den Kultusminister an­langt, so steht sein Entschluß, nach dem Schlüsse des Land­tags aus dem Amte zu scheiden, schon seit geraumer Zeit fest.

Eine deutsche Weltausstellung.

Don mehreren hervorragenden Persönlid>keiten der politischen Welt wie iiiduftrieller Kreise wird augenblicklich eifrig für eine kühne Idee Propaganda gemacht. Es handelt sich um den Vor­schlag, im Jahre 19 13, in dem voraussichtlich Kaiser Wil­helm II. sein 25jähriges Regierungsjubiläum feiern wird, in-Berlin eine Weltausstellung zu veranstalten. Es ist ein eigenartiger Fall, daß gerade das Land, welches in industrieller und technischer Hinsicht wohl die erste Stelle ein­nimmt, dessen verschiedene Fabrikationszweige auf fremden Aus­stellungen stets höd>ste Anerkennung fanden, und alle anderen Konkurrenten weit überflügelte, noch niemals eine Weltausstellung gesehen hat. Und bod) lag nichts näher, als auch die- jenigen Staaten, wo man stets bei den Ausstellungen die bereit­willigste Ausnahme gefunben, auch einmal äu uns zu Gaste zu laden und sich für Die erwiesenen Ausmerksamkeiten erkenntlich zu zeigen. Allerdings ist der Plan schon mehrfach ventlliert worden, aber immer ist man aus allerhand Bedenken zurückge­treten. Man hat Weltausstellungen gesehen, in Städten, deren Umfang und Lage wie beispielsweise St. Louis in feiner Weise ge­eignet erschienen, ein derartiges Unternehmen in ihren Mauern zu bergen, aber energische Schaffenslust machte das ©djroierige zur Tatsache und die Erfolge blieben nicht aus. Allerdings ist man verschiedentlich ausstellungsmüde, zumal die Beschickung der Ausstellungen oft nicht den erwarteten materiellen Erfolg für die beteiligten Firmen gebracht hat. Aber bis 1913 ist noch eine lange Reihe von Jahren, während deren man sich von weiteren größeren Ausstellungen fernhalten kann, um alle Kraft für eine große beutfdje Weltausstellung zu konzentrieren. Es muß nun einmal weniger der materielle als der ideale Vorteil bei einem derartigen Vorhaben in den Vordergrund treten. Man opfert nickst hohe Summen für einen friedlichen Zweck, wenn man zur selben Zeit kriegerische Nebenabsichten erfolgt. Dann aber ist es Ausgabe der Ausstellungen, die Völker einander näher zu bringen, was Allerdings keineswegs immer statt hat; aber man hat dock) wertvolle Gelegenheit, die beiderseitigen Einrichtungen zu studieren und aus ihnen zu lernen. In letzteren liegt em praktischer Nutzen eines solchen Unternehmens, zumal bet einer Weltausstellung aiuf deutschem Boden weite Kreise m die Lage tarnen, die Errungenschasien des Auslanoes sich anzusehen, wah­rend nur wenige eine Wellausstellung im Auslande besuchen können. Daß aber das Ausland bei einer deutschen Weltaus­

stellung wegbleiben sollte, ist kaum anzunehmen, denn aua> autzer- halb der schwarzweißroten Grenzpfähle rcgi sich die wirtschaft­liche Expansion und man wäre dort sehr erfreut,, für gcioine Produkte in Deutschland Absatz $u finden, linier bi Jen Gc i ich-S- punften wäre es in hohem Platze zu begrüßen, wenn das Pro- jetzt sich verwirklich: und in der deutschen Jiidnstrie den Anklang fände, den es in jeder Weise verdient.

NeucS auS Rußland.

Aus bet Reichsüuma.

Petersburg, 22. März.

Die Debatte über die Bildung dcrtzHülsskommission zur Abwehr der Hungersnot wird ausgenommen. Rodltichew erklärt: Der Minister Stolypin hat versprochen, das Ucbcl der Hungersnot zu befeilißcn, aber jem Versprechen nicht gehalten, jetzt ist es an dec Duma, alle Anstrengungen zu machen, um tue Regierung zur Verwirklichung ihrer guten Absichten zu zivingen, ztt denen sie sich hier im Hause be­kannt hat. Alle anderen Redner greisen die Regierung an und verlangen, daß eine Kommission dec Dilina nach den Hiingergedieten geschickt werde, um dem Volke die Augen zu offnen über die unheilvolle Politik dec Regierung. ßuni Schluß der Debatte gibt der "Ministerpräsident zu, daß die Gesetzgebung über die Organisation des Hllssdicnsies jur Bekämpfung dec Hungersnot mangelhast ist und erklärt sich bereit, bezüglich dieser Hüljeketstung jede geivünschte Auskunst zti erteilen. Wiit dem Antrag RodisichewS sei die Regierung voll und ganz einverstanden. Dann wird dec Antrag iKo* ditschcws angenommen.

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Eine furchtbare Katastrophe wird auS Odessa gemeldet: Während emer WohltätigkeitS- Vorslcllung im Saale des Hotels St. Petersboiirg, in dem die FeerieSchneestockeii" atifgesuhrt wurde, worin Kinder tm Alter von etwa 10 Jahren mitwirkten, singen plötzlich die Watt es lock en an einem dec Kinder Feue c. In wenigen Augenblicken war die ganze Bühne ein Feuermeer. Unter den Zuschauern brach eine furcht- va re Panik aus. Es spielten sich erschütternde Szenen ab. Lte Kinder schrieen hetzzerbrechend um Hülfe. Alles Halle den Kopf verloren, 9 Kinder verbrannten, 10 sind schwer verletzt. Einige Niütter sind vor Schreck wahn­sinnig geworben.

In Warschau trafen drei Terroristen mit einer Polizei-Patrouille zusammen, auf die sie zwei Revolverschilste abfeuerten. AIS die Polizisten ihnen nachjagten, gab m der Altstadt ein elegant gekleideter junger Llaun mehrere Schüsse auf die Verfolger ab und löteten dadurch einen unbeteiligten Geclchtsbeamlen, der grade vorübecgtng, dann erschoß er sich selbst._____________________________________

Die antisemitische» Bauernuuruhcn in Rumänien.

Aus Slumänicn kommt heute die Meldung, daß die Bauern jetzt anfangen, auch gegen die christlichen Gutsbesitzeü vvrzugeheu. D^s u>aUi3 des Fürsten Eautacuzeira wurde bcnwacit Die Besitzung des Fürilen Ehika wird ivmi Bauern belagert. Tas Gut des Füriten Eapri wurde zerilört. Die chriplichen Guts^ bcsitzer Haden sick> letzt gleicht'acks an den Mini,terpch,.deuten umj lajleunigen Schutz gewender und vergangen auch die (jaiLernung des Praieltm Busescu, der die Unruhen herb.igefüt,rt haben io.L

In Baku fand ein Kampf zwischen Soloaten utw Bauern statt, wobei angeblich 14 Bauern erschossen wurden. 4GOO Bauern bedrohen die Stadt Verlad, werden aoer am Eiiwriugen durch Truppen verhindert.

Aus Seeth wird telegraphiert: Tie Puchlurig des Ephra im Fischer wurde von Bauern angegriffen. Auf einem Meier- l)of wurde vaiidUlisch gehaust und Der Weinkeller erstürmt, wo sich die Diene^schajt und die Anareijenden schwer, bezechten. Die Ortschaft Totmva wurde von 300 Bauern vollständig ein* geäschert.

Am Mittwoch versuchten 500 Bauern in Mihailenv einzu­dringen. Militär trat ihnen entgegen, doch wagten die lomman- di.r.nden L Pfaüre niajt, energ.sch gegen d.e Ausrül/rer vorzugehen, da sie den ll.lgehvrsaiu ihrer ^olbaten fücdjteten. Als die Bauern mehrere Soldaten verwundet hatten, gaben diese phne Be,ehL Feuer. 12 Bauern wurden getötet, 4 schwer verwundet.

In Vaslui sanden furajtbarc Exzesse statt. Die Ausrührer plünderten und verwüsteten die ganze Ortschasr. Herancüclendes lUiilitär machte von der Waffe Gebrauch. 10 Bauern mürben erschossen und 5 mit Bajonettstichen durckchohrt.

Deutsche» Reich.

Berlin, 22. März. Wie basB. T." vernimmt, hat Kolonialbirektor Dernburg seinen afrikanischen R e i, e- plan in ,cljr wesentlichen Punkten umgestaltet. Er wirb Süd­westafrika besuchen, ohn egrößere Uieijebegkitung. Er wird sich voraussichllia) am 20. Mai in Lissabon einichifsen und zu­nächst nur mit einem Begleiter in Swakopmund an Land gehen. Von dorr aus wird er nach Ottawi fahren, sich dann nach Luderitzbucht wenden und dort das Schiff nach Kapstadt besteigen. Von Kapstadt gedenkt er mit der Bahn Lorenzo-Marquez zu er­reichen Erst in Tar-es-Salarn wird er mit oen Reg'egeuossen zusainrnentresfen, die mit ihm Ostafrika bereisen «ollen. Ge­meinsam mit ihnen wird er mit der llysandabahn die llyanza- jeen aussuchen und dann durch das Kilirnandscharo-Gebiet nach Lar-es-Salarn zurückkehren. Festlichkeiten und Empfänge soll sich der Kolonialdirektvr dringend verbeten haben. Gerüchtweise ver­lautet, daß Dernburg auf feiner Afrikareise Dr. Karl Peters begegnen werde, der sich ihai dann eventuell anschlicßen werde.

Elberfeld, 22. März. Um eine dauernde Ver­ständigung aller Liberalen in (Siberfeib herbeizufühcen, jft zwischen den Vereinen der Nationalliberalen und dec Freisinnigen Volkspartei eine Vereinbarung ge* troiien worden, wonach die beibecseicigen Organisationen, uu- beschadct ihrer sonstigen Programmvunkte, bei den Wahlen möglichst S) a n b in Land gehen sollen.

Altenburg, 22. Marz. Bei den L a n d t a g s w a h l e n im Herzogtum siegte der Bund der Landwirte mit seiner Kandidatenliste auf der ganzen Linie.

Karlsruhe, 22. März. Das Ministerium für Eisen­bahnen hat angeordnet, baß die badischen Bahnhofs- b u ch h ä n d l e r denS i m p l i z i s s i m u s" nicht mehr zum Verkaufe anbieten dürfen.

Ansbach, 22. März. Abg. Dr. Heim, der bekannte 1 bayrische Zentrumssührer, der hier bisher Reallehrer war, ist in Iben Ruhestand versetzt worden.