Ausgabe 
29.6.1907 Erstes Blatt
 
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Handel

Z-o Portugiesen

III

94.30

Pnnce-Hcuri-Eisen bah n . 139.75

224.50

Berliner Börse, 29. Juni. Anfangskurse.

203.50

116.50

3.

Ueberall käuflich!

FabrikEpirus" Dresden.

i , sr Hierin oos Wik Satiren attvewayrle yceiticiojc

e ShnbermeW, weil dasselbe nur mit Wasser zubcreüet werden braucht, öuoesxii e (ö c ss 8A

Elektriz. Lahmeyer .

Elektriz. tiehuckert . Eschweiler Bergwerk

83.70

63.50

95.60

222.50

70.20

137.50

Oberschles. Eisen-Industrie 101.00

Berliner Handelsges . . 151.50

27.30

142.50

4.

ö.

Spezialberatung der Redestrom breit und Anschauungen waren alles andere als <j zeitweise ein wahres Tohuwabohu, ui uu.

. 204.00

. 224.00

. 116.50

15g-

2 ,

94.00

98.50

99.10

92.90

103 70

65.70

66.30

91.70

92.10

94.00

139.00

93.85

83.90

94.05

83.95

Harpener Bergwerk.

Laurahütte . .

Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd . . .

Lürkenlose .

Harpener Bergwerk Laurahütte. . . Nordd. Lloyd . .

Darmstädter Bank Deutsche Bank . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommaudit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn .

Gotthard bahn . . Lombard. Eisenbahn Uesterr. Staatshalt .

Giegen, i Gi

118.50

105.50

222.50

Reichsanleihe do.

Konsuls . .

do. . .

Hessen Oberhessen ,

4% uesterr. Goldrente. . 41/6 % Uesterr. Silberrente 4 % Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3;0 Portugiesen Serie I .

4^°/0 russ.Staatsanl. 190o 4>iv,o Japan. Staatsanleihe 4% Conv.Türken von 1UU3 Türkenlose......

4% Gnech. Monopol-Aul. . 4% äussere Argentinier . 3U/O Mexikaner . . .

4>au/o Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss.....

Buderus E. W . . .

Tendenz: schwächer.

129.10 . 222.50 . 141.00 . 169.20 . 137.90 . 202.95

Die Sommerhitze bringt groge (»quin: für alle mit Milch ernährten Säuglinge, und treten Darnttrnntheiten und Brechdurch­fälle m erschreclender Weise auf. Wer leinen Liebling dieser großen Gefahr nicht auösepen will, beuge vor und verabsolge dem Kinde eine gleichbleibenüe, die Verdauung nicht störende i'cahrung. Die bene Gewahr bietet hierin daS feit fahren altbewährte Restle'sche

Es wir! zebracht, dah'

beiderLtadtk,

bei der Stad Filiale Gietzer Pannover, 'JJIq zmfllng mit El

Lon den schreibungeu f

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filbc der Seligen" auf einer Londoner Kunstausstellung bat mit Recht weil über die Kreise derKunstverständigen hinaus starkes Befremden erregt. Rian frogte sich, wie die Berliner National­galerie, die Besitzerin des Bildes, derartige wertvolle Bilder über­haupt aus der Hand und noch dazu ins Ausland geben könne, zu­mal Kunstwerke durch Transport nie besser werden. Als Erklärung, wenn auch nicht als Entschuldigung mag die Antwort dienen, die em Beamter der Berliner Nationalgalerie bereit hatte, als er ein- mal von einem Kunstfreunde aus das Fehlen bekannter Bilder aus unseren fönigl. Museen gefragt wurde:Ach, solche alte Tanten schicken wir eben öfter auf Reisen!" Unb so wurden Bocklms Gefilde der Seligen" eben auch aus Reisen geschickt, um im ver­gangenen Frühjahre in einer deutschen Kunstausstellung in London ausgestellt zu werden. Tas Bild war für die Reise bet der eng­lischen VersicherungsgesellschaftLovds" mit 300 000 iDlf. versichert worden. Von engl. Leite wird mm behauptet, daß der bedauerliche Unfall diesem Bilde auf dem Rücktransport und zwar aus der deutschen Bahn zugestoßen ist. Tas Bild hat die Zollrevision an der deutschen Grenze in bestem Zustande passiert. Später ist dann das Bild mit der schweren Verpackungskiste gefallen und dabet hat sich eine Latte der Verpackung losgelöst und die kostbare Leiue- wand zerrissen. Ter Riß ist ca. '/, Bieter lang. Ausgehend von der Tatsache, daß man heute die Kunst der Restauration derartig beschädigter Bilder sehr hoch gebracht und das; em einfacher Rtg nach der Wiederherstellung den künstlerischen Wert eines Bildes nicht beeinträchtigt, erbot sich die engt. Versicherungsgesellschaft zu einer Zahlung von 50 000 Mk. Tie Nationalgalerie war damit jedoch nicht einverstatiden und fordert 150 UüO Mk., eine Summe, deren Zahlung Lloyds verweigern. Aus diesem Punkte stehen, wie mir Mitteilen können, die Verhandlungen. Die ytationalgalerie hat, wenn wir recht unterrichtet sind, 40 O00 Mk. für das Bild ge­zahlt, die Restauration des Bildes dürste, so wird behauptet, 3000 Mk. erfordern. Jedenfalls sollte der Vorfall für die Ver­waltung der Nationalgalerie eine Warnung fein, solchealte Tanten" in Zukunft lieber nicht auf Reisen zu schicken.

Gelsenkirchen Bergwerk . 191.80

Hamburg-Amerik. Paket!. 130.55

Auszug ßuö den siündrsMlsreMerrz der sied! Bietzen.

Aufgebote.

Juni. 24. Heinrich Frickart, Zahntechniker in Herborn, mit Marie Müller dahier. 24. August Volkmann, Musketier dahier, mit Katharine Bepler in Kinzenbach. 25. Karl Scheid, Schreiner, mit Elisabeths Wagner, beide dahier. 26. Peter Ortmüller, Hausierer, mit Katharine Göbel, geb. Pitz, beide dahier. 27. Friedrich Borgis, Zuschneider, mit Anna Holz, beide dahier.

Eheschließungen.

Juni. 22. Karl Wahl, Tienstniann, mit Henriette Dorothea Fenster, geb. Benner, beide dahier. 22. Georg Schwan, Bäcker m Darmstadt, nut Marie Otter dahier. 22. Wilhelm Post, Sergeant, mit Auguste Böcher, beide dahier.

Geborene.

Juni. 20. Dem Kutscher Friedrich Rück eine Tochter, Lina Sophie Marie. 21. Dem Lokomotivführer Adolf Stumpf em Sohn, Adoli Karl. 21. Dem Rohrleger Christian Weisbeck ein Sohn, Christian Johannes. 22. Dem Erdarbeiter Ludwig Schmidt XII. ein Sohn. 22. Dem Bäcker Theodor Gerbig eine Tochter, Johanna Elise UJiargarete. 22. Tem Assistenten Dr. Kurt Laubenheimer eine Tochter. 23. Dem Kaufmann Arthur Treyfuß em Sohn, Ludwig. 23. Tem Hülssbremser Christian Boppert ein Sohn, Hans Christian. 23. Dem Lazarett-Verwaltungs-Aspiranten Franz Brunke ein Sohu, Franz Eberhard. 23. Dem Schneider Heinrich Hahn ein Sohn.

Gestorbene.

Juni. 22. Ernst Ludwig Ranft, 1 Monat alt, Neustadt 17. 24. Dr. Karl Friedrich Umpsenbach, 75 Jahre alt, Geh. Regierungs- rat, Uiuversiiätsprofesjor, Frankfurter Straße 13. 26. Richard Scheibe, 8 Monate alt, Asterweg 46. 26. Johann Kaspar Spies, 74 Jahre alt, Privatier, Mittelweg 7. 26. Gustav Traum, 2 Monate alt, Asterweg 22. 27. Rudolf Steuer, 2 Jahre alt, Kreuzpl. 2.

Bei der losung iDinoei der Stadt (Di

Lit. A. 29,

B. 47,

0.2,

D. 20,

v E. 70,

§>pidplan des Großherzogl. Kurhaus-Theaters Bad-Nauheim.

Direktion Hermann S t e i n g o e,t t e r.

Dienstag den 2. Juli:Der Raub der Sadinerinnen." Schwank in vier Auszügen von F. und P. v. Schönthan. Mitt­woch den 3. Juli:Jnfpektor Bräsig." Lebensbild in fünf Akten nach Fritz Reuters Roman. Freitag den 5. Juli:Die lustige Witwe." Operette in drei Akten von Fr. Lehar. Samstag den 6. Juli:Die Nachtkritik." Lustspiel in drei Akten von Rudolf Presber.

3K7o 3% 3^°/o 3%

3H°/o

aber floß in der !>pend dahin. Tie t, und es herrschte noch ckvänberungs-

anträge auf Abaiideruii'gsanträge nieberreonci.cn. xvenn Vize­präsident Köhler nicht präsidiert hätte uno mu seinem kausti­schen Humor einige witzige Bemerkungen anEntgleisungen" cin-

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Canada E. B.....

Darmstädter Bank . .

Deutsche Bank . . .

Dortmunder-Union C. .

Dresdner Bank . . .

Tendenz: schwächer.

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Kunft rrnd LVös-ettschaft.

M ^d)vclbt uns aus Berlin: Die

Beschädigung des berühmten BÜcklin'schen Bildes

$ Zahl . Ehrend i

Tie Nationalität

des Gietzcuer Universitätslehrkörpers.

Tie Universttatsstatistil beschäftigt sich mit Vorliebe mit der Herkunft der Studierenden, lieber die Herkunft der Dozenten findet man in den üblichen Ueberfichten regel­mäßig nichts, und doch ist diese Statistik ebenfalls inter­essant, denn sie gibt gewisse Hinweise 'darüber, ob viel­leicht parlitularistische Untersrrömungen und Vorurteile bei den vorschlagenden Fakultäten und noch vielmehr bei den berufenden Ministerien vorherrschen oder nicht. Es braucht wohl nicht hervorgehoben zu werden, daß der gesundeste Zustand jedenfalls der ist, daß nach der Landsmannschaft gar nicht gefragt wird, denn die wissenschaftliche Forschung und Lehre kennt nur kulturelle, keine engen Landes-Grenzen. Es ist nun lehrreich, den Lehrkörper der Großherzoglich Hessischen Landesuniversität nach diesen Gesichtspunkten hin zu prüfen. Er umfaßt 86 Dozenten. Darunter sind nur 13 Hessen-Darmstädter, dagegen 75 Nichthessen. Von den 75 Nichthessen kommt fast die Hälfte, nämlich 35, auf Preußen. Nach dem größten Bundesstaate kommen gleich die kleinsten, die Hansa-Städte mit 8 Dozenten. An dritter Stelle kommt Bayern mit 7, das Königreich Sachsen mit 6, das Großherzogtum Baden mit 5, Württemberg, Oldenburg und die Thüringischen Staaten mit je 2, Mecklenburg und Elsaß-Lothringen mit je einem Dozenten. Rechnet man das Großherzogtum Hessen und Hessen-Nassau zu Süddeutsch­land, so befinden sich unter den Gießener Professoren 30 Süddeutsche und 56 9Lord-, West- und Mitteldeutsche. Das Norddeutschtum präoaliert aber. Von den Preußen kommen 9 auf Berlin-Brandenburg, 7 auf die Provinz Sachsen; je 4 auf Schlesien, Hannover, die Rheinprovinz, 3 auf Ost- und Westpreußen, 2 auf Hessen-Nassau, und einer auf Pommern und Westfalen. Aus dem Auslande, im vor­liegenden Falle ausschließlich Deutsch-Rußland, stammen 4 Dozenten.

Gar keine Einheimischen weist die theologische Fa­kultät auf; unter den 8 Juristen ist ein Hesse; unter den 27 Medizinern sind 4 Hessen; unter den 43 Philosophen sind es 8. Im allgemeinen kann man sagen, daß dem engeren Landesverbände namentlich die Privatdozenten, die ja den Nachwuchs darstellen, angehören, was aber für Gießen gar nicht zutrifft. Von den 19 Gießener Privat­dozenten stammen nur 2 aus dem Großherzogtum Hessen. Die Landesuniversttät gibt jedenfalls der Stadt Gießen auch in dieser Richtung hin em ganz eigenartiges Gepräge, denn sie hat in die Stadt nicht nur 434 nichthessische Studierende herangezogen, sondern auch 75 nichtyessftcye Professoren und Dozenten. Davon sind 69 verheiratet. Ein Einschlag von beinahe 70 nach Abstammung nicht dem Lan­desverbände angehörenden Beamtenfamilien, wobei die ver­heirateten Assistenten nicht mitgerechnet sind, muß dem gesellschaftlichen Leben einer Stadt von 30000 Einwohnern, in der sich außerdem noch ein Offizierkorps, das vor­wiegend aus preußischen Offizieren besteht, befindet, einen besonderen Charakter verleihen. Keine andere hessische Stadt hat in ihrer Einwohnerschaft eine ähnliche Zusammen­setzung. Ta Gießen auch der Sitz zahlreicher sonstiger Behörden ist, Justiz-, Verwaltungs-, Steuer-, kirchliche und Eisenbahnbehörden, ein Gymnasium, ein Realgymnasium, eine Oberrealschule und eine Höhere Töchterschule beher­bergt, so ist der Prozentsatz akademisch gebildeter Ein­wohner ein ganz ungewöhnlich großer. In dieser Be­ziehung dürfte die Provinzial-und Universitätsstadt Gießen auch von anderen Universitätsstädten kaum übertroffen werden. Gießen hat gegenwärtig nach einer zuverlässigen Berechnung über 1600 Bewohner mit akademischer Bildung darunter 440 Nichtstudenten.

I Daß man an dem Tage noch die Beratung des Jagd- gesetzentwurfs in Angriff nahm, statt sie bis jnni Herbst tu verschieben, muß sich erst noch als i notig Generaldebatte wurde nicht beliebt.

Polologlow-Zigaretten

Das Stück 3 bis 10 Pfennige. D12/,

Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt vou der Bank für und Industrie, Giessen.

Frankfurter iSörse 29. Juni. 1.15 Uhr.

.wer seine Zahlungsfähigkeit anszuweisen; die uen ist zulässig", und dem Zusatzantrag Stöpler 4C Altträgc Köhler, Wolf unb Finger werden ab-

7, 8, 9 und 10, welche über die Zahl der Pächter, jtungen, Jagdteilhaber unb Gäste handeln, kommen nach vl- Regierungsvorlage zur Annahme.

Art. 11 bestimmt im allgemeinen, baß der Pächter für jeden Schaden haftbar ist, der bei Ausübung der Jagd an einem Grund­stück ober an den getrennten, aber noch nicht eingeenileteii Früchten seines solchen verursacht wird. Für den von einem Pächter ver­ursachten Schaden hasten vorhandene Mitpächter als Gesamt­schuldner. Der Geschädigte kann den Ersatz seines Schadens von der Gemeinde oder von dem Pachter fordern.

Art. 12, der von dem Betreten unabgeernteter landwirtschaft­lich benutzter Grundstücke während der allgemeinen Hegezeit handelt, wird abgelehnt und dafür ein Antrag Weber angenommen, wonach Treibjagden während der Hegezeit nicht ftattfmbcn dürfen.

Art. 13 über die Bildung von Jagdgenosienschafteii wird nach kurzer Debatte angenommen.

Abg. Finger halte die Streichung dieses Artikels beantragt und die Zulassung von Mitpächlern vorgeschlagen, wie sie in Loly» ।ringen üblich seien.

Abg. Reh wandte sich dagegen. Abg. Wolf sprach für den s Antrag.

Abg. Köhler erklärte sich ebenfalls gegen den Antrag Finger, der schließlich abgelehnt wirb.

Art. 14 jetzt fest, daß für die Zahl der zur selbständigen Jagd­ausübung in dem ganzen Genossenichastsbetrieb zuzulasseuden Mit­glieder der Flächengehalt dieses Gebietes bestimmend sein soll. Für ein Gebiet von 12u0 Hektar dürfen höchstens fünf Mitglieder, für wettere 300 Hektar höchstens ein weiteres Mitglied aus­genommen werden.

Abg. Köhler betont, er würbe bie Streichung der Art. 14 bis 16, eittsprechenb einem Beschluß der Landwirlfchasts- Lammer, beantragen, müsse aber baoon absehen, ba ihn seine sozialpolitischen Freunde im Stich gelasien hätten. (.Große Heiter- kett.) Er müsse bedauern, daß biese nicht mehr den Wünschen der Landwirtschaft Rechnung trügen. (Unruhe.) Der Ausfchuß- antrag wird darauf angenommen, ebenso bie Art. 15 und 16. Einer ber wichtigsten Artikel des Gesetzes ist Art. 17, welchen der Ausschuß wie folgt zu fassen beantragt:

Besitzt ein Grundeigentümer zur Zeit des Inkrafttretens dieses Gesetzes eine zusammenhängende Grundstücksfläck>e von we­nigstens 75 Hektar, so kann er unter Ausschluß der Gemeinde die Jagd auf dieser Fläche entweber selbst ausüben ober burch dritte zur Pachtung einer Jagb befähigte Personen (Art. 5) ausüben lassen. Es begründet keinen Unterschied, ob bie zu- sanimenhängenbe Fläche in einer oder mehreren Gemarkungen liegt. Als zusammenhängend sind Grundstücke anzusehen, roeldje derart miteinander in Verbindung stehen, daß eine ordnungs­mäßige Ausübung der Jagd auf ihnen möglich ist. Bäche, Wege, Eisenbahnen unb Gräben finb als Unterbrechung bes Zusammenhangs nicht anzusehen. Die Vorschrift Abst 2 findet Anwendung." (Die vorstehenden beiden Sätze hat der Ausschuß der Regierungsvorlage angcfügt.)

Abg. Wolf beantragt die Art. 17 bis 24 einsclstießlich zu streichen unb verlangt ev., daß an die Stelle des Wortes zusammenhängende" bas Wortabgeschlossene" gesetzt werbe. jDer Redner wendet sich mit Entschiedenheit gegen das Privilegium, das den großen Grundbesitzern durch Art. 17 gewährt werden solle. Er sei verwundert, daß auch die linke Seite des Hauses nicht dagegen aufttete.

Die Abgg. Joutz und Molt Han unterstützen den Antrag .Wolf und stimmen den Ausführungen des Vorredners im allgemeinen bei.

Staatsminister Ewald aber erklärt sich entschieden dagegen, da mit der Streichung ves Art. 17 bie ganze Vorlage gefährdet 'werden würde. sMain könne doch nicht annehmen, daß die Standesherren ein fad) ihren Grundbesitz aufgeben würden. Tie von einem der Vorredner alsreaktionär" bezeichnete Bestim­mung des Artikels sei im Jahre 1848 geschaffen worden, unb der damaligen Volksvertretung werde man doch nicht den Vorwurf reaktionär machen wollen. Weiter ersucht der Staatsminister, die Bezeichnungzusammenhängende" beizubehalten. Die Recht­sprechung sei bisher damit ausgekommen und der Begriff sei puristisch fixiert, während der Begriffabgeschlossene" erst wieder gesetzlich näher bestimmt werden müßte. Durch Ablehnung des ^Ärt. 17 würden wohlerworbene Rechte alkeriert und, wie bemerkt, die ganze Vorlage in Frage gestellt werden.

1 Abg. Breidenbach ftellt den Antrag, die Größe der Jagd­fläche anstatt 75 ha auf 150 ha festzusetzen.

: Abg. Ulrich ist für Streichung ber Art 1724 ev. für Er­höhung /der Jagdfläche auf 200 ha.

Nach einigen weiteren Ausführungen des Geh. Obersinanzrat Juchs und des Berichterstatters Abg. Reh wirb bie Debatte il1/* Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung morgen früh 9 Uhr.

seiner Redner gebunden hätte, dann wäre die Sitzung gar reizlos zu Ende gegangen. Schallende Heiterkeit folgte der Belehrung des zweiten Präsidenten an den Abg. Finger: daß in Hessen alle Bürgermeister ttichtig seien. Finger ist Bürgermeister, Köhler war Bürgermeister.

Auch heute war tbiie Debatte bald wieder in beim breiten Geleise des gestrigen Tages unb das Tohuwabohu ber Mei­nungen scheint dieser Beratung die Signatur geben zu wollen. Aber es fehlte nicht an ernsten unb heiteren Zwischenspielen.

Abg. Köhler mußte sich vom Präsidenten die Zurechtweisung gefallen lassen, daß er nickst sprechen dürfe von Abgeordneten, bie nur bie Interessen der Gemeinden unb Bauern vertreten. Unb Abg. v. Brentano zog sich einen Orbnungsruf zu, als er sich auf einen Ausspruch des Abgeordneten Köhler hin zu der AntwortUnsinn" hinreißen ließ. Bei einer späteren Ge­legenheit machte Abg. Köhler seinem Unmut Luft, weil ihn seine Partei nicht unterstützt hatte; er sprach vonmeinen wgenannten politischen Freunden, die nicht das tun, was bie Bauern wollen." Das löste natürlich stürmische Heiterkeit im Hause aus, gleichwie Idas folgende Köhlersche Schlußdiktum: Jedenfalls lassen mich hier bie sogenannten Bauentver- ireter im Stich!" Sein politischer Freund Breidenbach revanchierte sich nachher, indem er ihn apostrophierte alsHerr Köhler, der sich leider hier als der einzige Retter der Landwirt­schaft aufspielt."

Wenn gesetzgeberische Arbeit geleistet würde durch das Eiw- bringen von Abänderungsanttägen, bann gebührte Abg. Finger der Lorbeer. Noch geltem nachmittag brachte er einen um­fangreichen Wunschzettel zum Jagdgesetz. Dabei ist der Aus­schußbericht se i t fa st d re i W o ch e n in den Händen der Herren Volksvertreter!

Abg. Finger hakte überdies besonderes Pech Zwei jener Artikel waren erledigt, ohne daß er seine Wünsche hierzu vor­gebracht hatte. Als er endlich die Bescherung sah, brach er in ein Lamento Ms. Er hatte natürlich den verdienten Spott davon, indem ihm bedeutet wurde, doch aufzupassen. Aber die Sache hat ihre ernste Seite. Man muß dem Abg. Molt hau durchaus beipflichten, wenn er diese verspätete Antragstellerev scharf rügte. Es hört eben jedes geregelte Funktionieren ber Gesetzgebungsmaschine auf, sofern der Volksvertreter nurar­beitet", wenn er im Sitzungssaale sitzt. Abg. Bähr hat eine Lesun g in Vorschlag gebracht unb sie wirb wohl auch be­schlossen werden. Allerdings kann das letztere erst am Ende der Beratung über das ganze Gesetz geschehen. Das würde bann immer eine Verschiebung zum Herbstbebeuten.

Einer ber wichtigsten Abschnitte bes Gesetzes ist der britte über bas Jag brecht desGrunbeigentümers. Hierum würbe heiß gestritten. Der Bauernbündler Wolf beantragte diese Artikel zu streichen; auch Abg. Molthan vvm Zenttum unb der Sozialdemokrat Ulrich gaben ihrer Geneigtheit hierzu Aus­druck. Staatsminister Ewald erklärte aber prompt, daß eine Aushebung dieser Artikel (1719) das ganze Gesetz ge­fährden würde. Denn die erste Kammer (bie Stanbes- Herren) würben wohl nicht bafür zu haben fein. Dabei fanb der Geh. Oberfinanzrat Fuchs den Wunsch auf Strich durchaus begreiflich!! Vielleicht wäre die Streichung dieser Artikel heute doch beschlossen worden, wenn der Präsident die Sitzung, ber üorgerücikn Stunbe wegen, nicht hätte schließen müssen. Virgen soll bie Rechte vollzählig zur Stelle semi mehrere Abgeordnete haben beshalb Depeschen erhalten. Ob inbessen bie Beratung des Gesetzes morgen zu Ende geführt werden kann, hängt durchaus von ber Itänbigen Beschlußfähigkeit des Hauses ab. Unb biese ist ja schon so oft im letzten Moment unb in ber Verärgerung angezweifelt worben, bieseVerärgerung" aber wacht!

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Zur gestrigen Kammertagung wird uns aus Darmstadt geschrieben:

Als am Donnerstag die Sitzung begann, schienen bie großen Lücken auf den Abgeordnetenbänken Denen Recht geben zu wollen, bie am vorhergehenden Tage nach Erlebigung ber Hauptfrage dieser kurzen Sommertagung (die geschäftliche Behandlung der Wahl­rechtsvorlage) für den Schluß Stimmung zu machen suchten. Aber es fand sich Doch nach und nach ein beschlußfähiges Haus zusammen. Abermals sollte es in einer Sache entscheiden, die durch eine gegensätzliche Stellung der ersten Kammer nun gleichfalls in den Kreis der Dinge gerückt ist, biebas gespannte Verhältnis der beiden Kammern" ausmachen. Der Wormser Dom ist noch nicht völlig restauriert. Fmr den ungestörten Fottgang der Arbeiten müssen jetzt unbedingt Geldmittel auf­gebracht werden. Unb die erste Kammer erklärte sich auf Antrag ihres Mitgliedes Frhr. v. Hehl auch willig bereit, einen Staats- zuschuß zu genehmigen, sowie bie Veranstaltung einer Lotterie zu empfehlen. Aber und nun zeigte sich der Pferbefuß biese warme Fürsorge sollte an eine Bedingung geknüpft werden, an bie Forderung feiner völligen Freilegung des Domes. Eine Bedingung, die unhistorisch unb bie nach ber Ansicht unb ben Erfahrungen unserer namhaftesten deutschen Städtebaukünstler um so unverständlicher ist. Die zweite Kam­mer hat es darum auch abgelehnt, sich dieser Bedingung anzu­schließen. Das wäre auch ein netter Kunstsinn unb eine eigen­artige Heimatliebe, die das Opferbringen von der Erfüllung gewisser Sonderwünsche abhängig machen! Die Regierung ließ durch Geheimerat v. Biegeleben erklären, daß sie ben Be­schluß ber zweiten Kammer akzeptiert. Diesen Beschluß verttat der Vertreter von Worms, Herr Reinhart. Unb es war in her Tat achtungheischend, mit welchem pietätvollen Eifer der Redner für die Interessen des Wormser Domes stritt. Man merkte, hier kämpfte jemand für ein Gut, bas ihm schon seit ber Kindheit Tagen durch LiebcrHcferung von Ettern uno Großeltern lieb und teuer geworden ist. Herr Reinhart nannte den Wanten des Frhrn. v. Hehl nicht. Aber er wiederholte mit Nachdruck vor dem ganzen Lande, daß bis zum 25. März b. I. bie Wormser Stadtverorbnetenversammlung einen Beschluß zur Freilegung des Domes nicht gefaßt hat, was Herr v. Heyl in der ersten Kammer am genannten Tage behauptet hatte. Unb Der Abg. Dr. Schmitt- Mainz stellte einen weiteren Irrtum des Frhrn. v. Heyl in rechtlicher Hinsicht richtig. Als Herr Schmitt den Steuerungen des Herrn v. Heyl über das Fingersche Gutachten den wörtlick)eii Sinn dieses Gutachtens gegenüberstellte, zeigte sich eine starke Bewegung im Saale.

Akt Ausgeliehen Kapitalien; geeicht.

Dbli honen.. Uw

gegen (Süter , kaufgeld, ) SfQ.SBeiipQ nach b.

am3l.D 1906 .

Dillen

8111 b.s

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