Ausgabe 
28.8.1907 Zweites Blatt
 
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für Deutsche

Mk.

re.

(gegr. 1827)

mit

Mk.

(

Summa 4 480 355 203 Mk.

Auf diese sechs Anstalten

Kanonen-

mit, die

82.10

3% Portugiesen

III

90.20

Bloderne Weriotste Möbel

Elektriz. Schuckert . Eschweiler Bergwerk

. 30.30

. 138.90

. 127.10

. 207.70

. 111.50

921 405 600

776 725 777

762 747 613

745 095 850

691 891 635

582 488 728

1861)

1854)

1830)

1857)

1864)

Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . .

82.50

60.90

94.60

Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . « Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . .

Kreditaktien . . . .

Baltimore- und Ohio-

Eisentahn . . .

Gotthard bahn . . . .

Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn

50 200 100 400

. 114.40

. 98.95 . 205.00

. 189.20

auf dieses für Aust.: 100 Mk.

4% Oesterr. Goldrente

4V6 % Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . .

3?6 Portugiesen Serie I .

3% 3^7. 3% 3^7° 3^7o

. 150.80, . 125.00 . 222.20 . 139.00

. 167.40

. 136.60

. 198.80

Canada E. B. . . , Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C.

Dresdner Bank . .

Tendenz: fest.

bei englischen Finnen und die argentinische 2 boote.

Dublin, 28. Aug. Das Amtsblatt teilt

4J^70 russ.StaatsanL 1905 4%7o japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose......

4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 37o Mexikaner « . .

4>$ 7o Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss . .

Buderus E. W. .

Tendenz: fest.

kaufen keine Einrichtung ohne vorher das grosse Mnster- ilauptaussteliujitgshaus der Darmstüdter Möbel­fabrik, Heidelberger-Strasse, welches als Sehens­würdigkeit 1. Ranges und bedeutenstes Haus seiner Art bekannt ist, besichtigt zu haben. Man verlange Preis­liste mit Abbildungen. (Perspektiv-Aufnahmen von kompl. Zimmern). 10jährige Garantie, freie Lieferung, Sonntags von 111 Uhr geöffnet. bl2/8

. 164.50

. 124.90

. 222.60

. 63.60

. 136.80

bei Wiederholung bis zu 3 Fällen Hauptprüsuug

bei Wiederholung bis zu 3 Fällen Für die Dr. Iugenieurprüsungen

50

25

100

50

240

Victoria . . Stuttgart Alte Leipziger

vermischte*.

* Eine Bergbahn auf den Großglockner. Das Eisenbahnministerium hat der österr. Firma Brüder Redlich u. Berger in Wien die Bewilligung zur Vor­nahme technischer Vorarbeiten für eine mit einer Spur­weite von einem Meter herzustellende und mit elektrischer Kraft zu betreibende Lokalbahn von Obervellach nach Heiligenblut sowie für eine im Anschlüsse hieran herzu-^ stellende Bergbahn nach einem geeigneten Punkte des Großglockner aus die Dauer eines Jahres erteilt.

* Ein amerikanischer Richter beim Hau- Prozeß. Interessante Aeußerungen über das deutsche Strasprozeßverfahren hat ein amerikan. Jurist, der Richter Theodor Brentano vom obersten Gerichtshof von Eook County, der jetzt in Europa weilt, in einen: Interview gemacht. Er hat .Gelegenheit genommen^ einigen Sitz-i,

98.90

97.50

92 85

103.10

65.75

66 50

90.75

89.40

93.30

140.60

. 190.30 . 219.50 . 30.40 . 109.50 . 140.40

Berliner Börse, 28. Aug. Anfangskurse.

Dem Verfasser des Eingesandts in Nr. 198 vorn 24. Aug. sprechen wir für sein Eintreten zugunsten des Achtuhr-Laden- schlusses unseren Dank aus. Bezüglich Verkürzung der Sonntagsarbeitszeit bemerken wir das folgende: Wir sind nicht der Ueberzeugung, daß durch den Einuhrschluß an Sonntagen auch nur die geringste Sch'id

Grafschaften Clara, Galway, Kingstoung, Leiirim, Langford und Roscommon seien als im Aufruhr befindlich erklärt worden.

Paris, 28. Aug. Im Bagno von Guyana sind dreißig bewaffnete Sträflinge ausgebrochen, nachdem sie den Polizei­kommissar ermordet hatten.

Paris, 28. Aug. Der Korrespondent derTribüne" meldet, in Tanger gehe das Gerücht, der Sultan Abdul Asis sei ermordet worden. Er gebe das Gerücht mit allem Vorbehalt wieder.

Fez, 28. Aug. Der Sultan ist außer Stande, die beabsichtigte Reise nach Rabat anzutreten, da ihm die un- botinäßigen Stämme den Weg verlegt haben.

Sidi bel Abes, 28. Aug. Unter mehreren Stäm­men Nord-Marokkos, besonders in der Umgebung von Udschda machen sich Zeichen großer Erregtheit bemerkbar. Fanatiker durchziehen die Gegend, berichten die Ereignisse von Casablanca und predigen den heiligen Krieg. BuAmema und Roghi, welche mit Frankreich gute Beziehungen zu er­halten wünschen, haben erUärt, daß sie ihr möglichstes tun werden, um weitere Ausschreitungen gegen die Europäer zu verhindern.>

- . _ . mg der Ladeninhaber

eintreten dürfte, da die Landkundschafi, oer Herr Einsender behauptet, doch in der Stadt eine großAuswahl unter den Waren hat, diesen Vorzug ganz gewiß zu schätzen weife und deshalb nach wie vor nach Gießen kommen wird. Auf den Hinweis, daß gegenwärtig sieben Züge gegen 12 Uhr in Gießen eintreffen, ist zu erwidern, daß sich mit einem solchen Argu­ment schließlich auch eine Verkaufszeit bis 6 oder 7 Uhr abends rechtfertigen ließe. Denn zwischen 3 und 4 Uhr treffen abermals eine ganze Anzahl von Zügen ein, die Landkmtdschas: bringen

Teiefomscha Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Kandel.

Marien b urge r Privatbank in Konkurs. Die nichtbevorrechtigten Forderungen betragen 9 903 357 Mk. Die Ver­mögenswerte 3150 757Mk. sodaß also ein Fehlbetrag von 6758572 Mk. besteht. Es wird mit ziemlicher Sicherheit auf eine Dividende von 2O7o gerechnet.

Sparkassen-Rückgang. Von der Berliner Sparkasse wird gemeldet, daß im Etatsjahr 1906/07 rund 6 Mill. Mark mehr zurück- als eingezahlt worden sind. Ob dies nun aus das Zurückgehen der Sparkrast des Volkes zurückzuführen ist, oder ob dieses seine Ersparnisse anderen Anlagen zuwendet, wird nicht gesagt. Hingegen wird der anhaltend bedeutende Rückgang der Kurse der Wertpapiere als sehr ungünstig für die Berliner Sparkasse bezeichnet. Es ist dies um so bemerkens­werter, als diese nur pupillarisch sichere Wertpapiere besitzt. Sämtliche Papiere sind im Kurs unter den Ankaufswert zurück- gegaugen, so daß ein erheblicher Kursverlust entstanden ist, der sich buchmäßig auf 10Ui Mill. Mark beziffert, und den Reservefonds nach Abzug des Ueberschusses von 21-/o Mill. Mk. um 73/1 Mill. Mk. schmälert.

Zur Kohlen aus fuhr. Es heißt, die preußische Re­gierung habe im Hinblick ans den wachsenden Kohlenmangel nnb die Steigerung der Kohlenpreise die vorübergehende oder dauernde Aufhebung der bestehenden Ausnahmetarife für Stein­kohle und Koks nach den verschiedenen Auslandsgebieten ernstlich in Erwägung gezogen. Die Frage soll vor einem endgültigen Beschlüsse dem Landcseisenbahnrat zur Begutachtung vorgelegt werden.

, . entfiel demnach die gute Hälfte

(51,8 Proz.) des gesamten Lebensversicheruugsbestaudes der 43 Ge- sellschaileu. Von letzteren betreiben 28 darunter besonders Victoria und Friedrich Wilhelm außerdem die kleine (Volks- mrd Sterbekasse-) Versicherung mit geringen Summen, zumeist ohne ärztliche Untersuchung und mit wöchentlicher Prämienzahlung: hierin wurden 910 262 Versicherungen über 182 838 137 Mk. neu abgeschlossen, und am Schlüsse des Berichtsjahres bestandeii 5 800 227 Versicherungen über 1 043101 736 Mk. (durchschnittlich 180 Mk.). Von den 43 Gesellschaften betreiben sodann 40 auch die Versicherung nur aus den Lebenssall (Alters-, Aussteuer-, Militär- dienstversicheruug): hierin wurden 36 843 Versicherungen über 65 715 549 Mk. abgeschlossen, und Eiide 1906 bestanden 551 893 Ver­sicherungen über 885 526 785 Mk. Ter Gesamtbestand an Kapital- versicherungen bezifferte sich somit bei den 43 deutschen Lebens- versicherimgcanstallen Ende 1906 aus 10 575 314 443 Mk. Summe.

Eintrittsgelder für Reichsanaehörige 10 Mk., für Ausländer 30 Mk., die Einschreibegebühr: für Reichsang. 5 Mk., für Ausländer 15 Mk. pro Semester. Das halbjährige Studiengeld beträgt für Reichs­angehörige im Winter mindestens 90 Mk., im Sommer mindestens 80 Mk., für Ausländer mindestens 140 Mk. Für Hörer min­destens 120 rgsp. 100 Mk., für Ausländer mindestens 200 Mk. Die von Privatdozenten ohne Lehrauftrag gegen Erhebuiig von Kollegien- geld abgehaltenen Vorträge imb Hebungen kommen Minimum nicht m Betracht.

Auch die Prüfungsgebühren betragen: Vorprüfung

Die deutschen Lebensversicherungs-Gesell­schaften im Jahre 1 906. Von 43 deutschen Gesellschaften wurden im Jahre 1906 insgesamt 167 686 eigentliche Lebens­versicherungen über 858 898 593 Mk. neu abgeschlossen. In Abgang kauten dagegeii 78 662 Versicherungen über 360 782 678 Mk., darunter 24 537 über 105 659 497 Alk. durch den Tod und 8380 über 42 427 372 Mk. durch Zahlbanverd en bei Lebzeiten der Versicherten. Der Gesa m t b e ft a n b eigentlicher L e b c n s v e r s i ch e r- unfjen am Schlüße des letzteii Jahres erhöhte sich um 89 024 Po­lweit und 498115 915 Alk. Summe aus 1 868121 Versicherungen über^8 646 685 922 Alk. Hieran waren die bedeutendsten Anstalteii

& 0 n k u rf e in Hesse n. lieber das Vermögen des 23 tiefer» meisters Friedrich O h l von B u tz b a ch, z. Zt. unbekannt wo? abwesend,, wurde am 16. August das Konkursverfahren eröffnet. Prozeßagent Will). Poppelsoorf in Butzbach wurde zum Kon­kursverwalter ernannt. Koukurssorderuugen sind bis zum 10 Sept, bei dem 'Amtsgericht Butzbach anzumelden. lieber den Nachlaß des 6) e 0 r g F r i e b r i ch Riedel m Hartenrod wurde am 20. Aug. das Konkursverfahren eröffnet, da der Nachlaß überschuldet ist. Kaufmann Georg Helfrich in Wald-Michelbach wurde zum Kon­kursverwalter ernannt. Konkursforberungen sind bis zum 24. Sept, bei dem "Amtsgericht Wald-Michelbach anzumelden. lieber das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft K. Nover und Söhn e, Inhaber Kaspar Nover, Johann Georg Nover, gerufen Jean Nover, und Ernst Nover m Darmstadt ist am 24. Aug. bas Konkursver­fahren eröffne worden, da RechtSanivalt Lindt als Vertreter der Gläubigerin, Firma I. Bruchfclb m Darmstadt, die Eröffnung des Verfahrens beantragt, die Forderung der gen. Gläubigerin und die Zahlungsunfähigkeit der Gemeinschuldner glaubhaft gemacht hat, auch die Gemeiuschulduer selbst ihre Zahltingseuistelluiig und Zahlungsunfähigkeit cingeräumt haben. Gefänguisverwalter i. P. Al u t h in Darmstadt ift zum Konkursverwalter ernannt. Konkurs- iorberungen sind bis zum 30. Sept, bei bem Amtsgericht Darm­stadt I. auzumelben.

Märkte.

Gießen, 27. Aug. Vieh m a r kt. Bei dem am 20. und 21. Auguu abgehaltenen Markte ivareii ailfgetriebeti 1145 Stück Rindvieh, 472 Schweine. Der nächste Markt findet am 3. unb 4. September statt; an letztereiil Tage miet) Kramermarkt. :

11 K t r ch h a 1 n , 27. Aug. Auf bem heutigen Viehmarkt standen über 300 Kühe, Rinder und Kalber 511m Verkauf. Ter Handel ging bet hohen Preisen recht flott. Atif dem S ch mein c- marft belief sich die Zufuhr atii 800900 Stück. Für kleine Ferkel bezahlte man pro Paar 26-32 Alk. unb für Läufer 40 bis 60 Alk. ie nach Größe unb Qualität. Mastschweine zogen im Preis an.

w. F rankfurt a. NI., 28. Atig. (Crig.-Selegr. desGieß. Nnz.") Vieh m a~r 11. Zum Verkäme stauben 00 Kalber, 00 Schafe u. Hammel, 1532 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 7300 Pf. Lebendgewicht 5700.00 Pf., 2. Qual. 7172 Pf., Lebendgewicht 56.5000 Pfg,, 3. Qual. 6264 Pfg. Kalber 1. Qital. 0000 Pf. Lebendgewicht 00-00 Pfg., 2. Qual. 0000 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg., Schlachtgewicht 0000 Pfg. Schafe 1. Qualität 0000 Pfg., 2. Qualität 0000 Pfg, Geschalt bei Schweinen: Markt gedrückt, Ueberftaiib bedeutend.

Gelsenkirchen Bergwerk

Hamburg - Arnerik. PaketL 125.70

Harpener Bergwerk. . . 190.75

Lanrahütte......219.50,

Nordd. Lloyd.....109.80

Oberschles. Eisen-Industrie 99.00

mit folgenden Summen beteiligt: Gotba .

GrigLiraL-DrahtineLdrittgen.

Berlin, 28. Aug. TieTisch. Tageszrg." schreibt: Es darf als sicher gelten, daß man sich neuerdings in maß­gebenden Kreisen ernstlich mit der Frage beschäftigt, ob den bei der Hinfahrt gleichzeitig gelösten Karten für die Rückfahrt, die jetzt nur bekanntlich am nächsten Tage Gültigkeit haben, eine längere Gül­tigkeitsdauer zu gewähren sei. Wenn kürzlich gesagt wurde, daß man plane, diese Tauer auf drei bis fünf Tage zu erstrecken, so ist das nicht richtig. Man wird sich vielmehr wahrscheinlich entschließen, eine erheblich längere Gültigkeitsdauer zu gewähren.

Berlin, 28. Aug. Graf Wolff-Metternich, der am Freitag mit dem Kaiser in Wilhclmshöhe eine sehr eingehende Unterredung hatte, wird, wie die Morgenpost erfährt, seinen Botschasterposten am englischen Hose binnen kurzer Zeit verlassen. Als fein Nachfolger ist der Delegierte auf dem Haager Kongreß, Frhr. Mar­schall von Bieberstein, der bisherige Botschafter bei der Pforte, ausersehen. Herr v. Kiderlen-Wächter, der bisherige Gesandte in Bukarest, soll Marschalls Nach­folger in Konstantinopel werden.

K i e l, 28. Aug. In der Außenföhrde hatte am Donners­tag das soeben in Dienst gestellte Linienschiff Pommern Anschießen der Geschütze. Als das zweite Geschütz der 17 Ztm.-Kas ematten-Geschütze auf der Steuer­bordseite abgefeuert wurde, riß die Granate vom be­nachbarten ersten Geschütz ein 38 Ztm. langes Stück vom Rohr glatt weg.

London, 28. Aug. Die brasilianische Regierung bestellte 3 neue große Schlachtschiffe und 2 Kretizer

Stettiner Germania ( Karlsruhe . . . (

Esttgesnndt.

(Für Fornl und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion deut Publikum gegenüber keinerlei ; Verantwortung.)

Einen eigenartigen, aber hoffentlich nur vereinzelt unzutreffen­den Begriff von feinen Funktionen scheint ein Organ der hiesigen Wach- und S ch l i e fe g e s e 11 s ch a f 1" zu haben. Samstag nacht zwischen 12 unb 1 Uhr befand sich dieser Sicherheitswächter anscheinetid auf einem Dienstgang in Begleitung eines doggen- artlgett Hundes zwischen Casö Hettler und der Bleichstraße, lang­sam an den Häusern hergeheub, während ich die Süd-Anlage (unter den Bäumen) hinunter gmg, begleitet von einem Herrn. Da be­ging mein frei lausender Jagdhund den allerdings schwer verzeih­lichen Fehler, sich dem Hunde des bewaffneten Herrn bis aus un­gefähr 2 bis 3 m zu nähern, ein Umstand, der die unenuartete Folge hatte, daß der Genannte sein Tier auf meinen Hund, der stch übrigens durchaus freundlich und schweifivedeln genähert hatte, hetzte unb ausrief:Mach, daß du fort kommst, sonst hau' ich dich flammen" oder so ähnlich. Erstaunt wegen dieser Roheit er­laubte ich mir die vorwurfsvolle aber höfliche Frage, was denn eigentlich da drüben los sei, woraus mir der Sicherheitsbeamte laut und in einem ohne erkennbaren Grund erregten Ton ent­gegnete, wenn ich etwas von ihm wolle, solle ich nur zu ihm kommen, er würde schon mit nur fertig, eine Ansicht, der ich übrigens im Hinblick auf die Bewaffnung des Betreffenden bei­pflichte. Diese Eiiiladung, die, obgleich ich schweigend meinen Weg forlsetzte, wohl ein diitzendmal in Verbindung mit anderen un­gehörigen unb beleidigenden Redensarten an mich erging, sogar als der Wächter längst in die Bleichstraße eingebogen unb 'ich schon über 100 m weiter gegangen war, somit für mich wenig Verlockendes hatte, ließ ich uatürlid) unbeachtet in der Erwägung, daß der offenbar Betrunkene mir gegenüber von seinen ihm zum Schutze des Publikums anoertrauten Waffen möglicherweise einen vorschriftswidrigen Gebrauch machen könnte.

Ich fühle mich ueranlafet, dieses Erlebnis öffentlich bekannt 311 machen unb Protest zu erheben gegen ein solches Verhalten, das von feiten irgend eines beliebigen Menschen schon als sehr un- gehörig bezeichnet werden müßte, bei einem Sicherheitsbeamten jedoch, dem seitens des PilblikiMis ein weitgehendes Vertrauen ent­gegen gebracht wird, sich als eine bedenkliche Entgleisung barftellt. Hoffentlich haben diese Zeilen ben Erfolg, daß die Wach- unb Schließgesellschaft in Zukunft mit größerer Sorgfalt bei ber Aus­wahl ihrer Organe verfährt.

Würben, wenn nicht schon die Laben geschlossen waren. Vfrtnbet ber Emuhrschluß statt, bann werden eben sehr viele Landleute schon mit den Zügen gegen 10 Uhr fortfahren.

. Zur Kirche Kinnen sie beim Besuch der Stadt ja doch nur in den seltensten Fällen gehen, da der Gottesdienst durchschnittlich V? det, um diese Zeit aber auch schon die gegen

12 Uhr hier etntreffenben Züge ans der Nachbarschaft abfahren und die Kirche vom Bahnhof vielfach iueit entfernt liegt.

, Und wenn wirklich ein geringer Rückgang der Einnahmen bei einzelnen Geschäftsleuten einträte, ist der ideelle Gewinn denn gar fern Opfer wert? Freut sich nicht der Geschäfts­mann, der Angestellte, daß auch er sich mehr seiner Familie widmen kann?

Aber es ist gar nicht anzunehmen, daß eine Verminde­rung der Einnahmen stattfindet. Frankfurt a. M. hat in seiner Umgebung auch eine sehr kaufkräftige Landbevölkerung, die früher an Sonntagen die Läden füllte. Jetzt nach Einführung der völligen Sonntagsruhe ist der Verkehr in den Ladenge­schäften an den Wochentagen entsprechend stärker geworden. Warum sollte es in Gießen anders sein, zumal nach unseren Vorschlägen ja immer noch zwei Stunden Verkaufszeit an Sonn­tagen gestattet sein sollen. Das ist ganz sicher nicht anznnehmen.

Wir hoffen deshalb, daß die Bürgerschaft, die Behörden und die Geschäftsleute unserem Wunsche das gebührende Ver­ständnis entgegenbringen unb ihn baldigst erfüllen werden.

Ortsgruppe Gießen im D. H. V.

Gießener Wetterdienst.

VoranSsichtliche Wiitcrnrrg für Hessen am Donnerstag ben 29. August: Tortdauer der gegemvärtiaen Witterung.

ungen des Hauprozesses beizuwohnen.Ich war über­rascht, wie schnell die Jury gewählt war. Innerhalb von 30 Minuten war.sie eingeschworen. Ich denke, was die schnelle Formierung des Gerichtshofes betrifft, so können wir vieles lernen. Aber im Weiteren möchte ich die deutsche Methode nicht empfehlen. In Deutschland, und fast auf dem ganzen Kontinent, gilt der Angeklagte von vornherein als schuldig, bis er seine Unschuld bewiesen hat; ich halte dies Verfahren für unbillig. Die amerikanische Art der Verhandlung gibt dem Verteidiger bessere Chancen für ein angemessenes Verfahren und steht mehr im Einklang mit den Forderungen der Menschlichkeit. Ich kann nicht damit einverstanden sein, daß der Richter die Fragen stellt, denn ohne Zweifel wird dadurch die Jury gegen dieVerteidigungbe- einflußt. Und dann dürfen die Geschworenen nach Schluß der Sitzung ausetnandergehen und können mit Fremden Prozeß und Beweismaterial erörtern, lesen die Kommentare in den Blättern, die besonders im vorliegen- Fall äußerst parteiisch gehalten waren." Brentano ist der Ansicht, daß die Erfahrungen im Hau-Prozeß zu einer Revision des deutschen Strafprozeßverfahrens führen wird. Die deutsche Presse scheint die Vorzüge des amerikanischen Verfahrens zu erkennen", meinte er, und er glaubt, daß man sich entschließen wird, sich an das amerikanische Vor­bild näher anzulehnen.

* Kleine Tageschronik. In Berlin sind durch Ge­nuß von anscheinend verdorbener Spi ck g a n s plötzlich der Portier Marks, feine Frau und drei Töchter an V e r g i f t u n g s e r- scheinungen erkrankt- In das Untersuchungsgefängnis wurde der frühere Notar und Rechtsanwalt U ck e r m a n n einge­liefert, ber nach Verübung einer Reihe von Tepotveruntreuungcn ins Ausland geflüchtet war und schließlich in London verhaftet wurde- Ein blutiges Eifersuchtsdrama, dem zwei Menschenleben zum^ -Opfer fielen, hat sich im äußersten Norden von Berlin abgespielt- Tie F-rau Friederike Hoppe, Mutter von zwei Kindern im Alter von 18 und 14 Jahren, wurde von ihrem Schlafburschen, dem 39 Jahre alten Stallknecht Oskar Plön, mit dem sie ein Verhältnis unterhielt, erstochen- Plön hat sich, nachdem er den Mord verübt hatte, an einem Türpfosten erhängt- In Kraiburg in Oberbayern 'sind zwei Bauern- Kinder nach dem Genüsse von Tollkirschen unter gräßlichen Schmerzen auf dem Felde gestorben. Auf dem Nürn­berger Volksfestplatze wurde der Monteur Koppel durch eine elektrische Leitung, (mit der et in Berührung kam, sofort getötet- Ter Fleischer Schmor wurde in der Nacht in Swinemünde mit durchschnittener Kehle vor feiner Wohnung ausgefunden. Er schwamm in einer großen Blutlache. Ermittelungen ^ergaben, daß der Maurer Wolfs den Schmor niedergestochen hatte, mit dem er wegen einer Dirne in Streit geraten war- Der Schwer­verletzte wurde in das Krankenhaus gebracht, wo er seiner Ver­letzung erlag- In dem Gelsenkirchen benachbarten Midde- l i ch wurde die Frau des Bergmanns iGroth in einem Neubau er­drosselt aufgefunben. Sie war vergewaltigt worden. Vier junge Leute wurden wegen Mordverdachtes verhaftet- Bei einer Schießübung int Stulwei ßenburger Komitate gab ein Soldat einen scharfen Schuß anf den wegen feiner Strenge sehr mißliebigen Regimentsobersten Neber ab. Der Schuß verfehlte fein Ziel- Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Der Täter aber ist bisher nicht ermittelt worden- Sämtlichen Soldaten wurden die scharfen Patronen abgenommen. Ter Sohu des französischen Gesandten in Luxemburg wurde in den Glacis von vier Wegelagerern überfallen- Er schlug sie mit Hilfe eines Freundes in die Flucht- Tie Vagabunden hatten wenige Minuten vorher einen Feldhüter überfallen und mißhandelt- Der Unteroffizier Fasel wurde in Ro g asen (Posen) von einem angetrunkenen Soldaten, den er als Führer einer Wirtshaus-Patrouille von einem Tanzvergnügen verwies, mit dem Seitengewehr am Kvpse lebensgefährlich verletzt- Der Täter wurde verhaftet- Der Unteroffizier Stelzner in Riesa (Sachsen) wurde vom Kriegsgericht wegen Soldatenmißhandlung zu 6 Wochen Mittelarrest verurteilt-

Frankfurter Körse, 28. Aug., 1.15 Uhr.

Reichsanleihe . . 92.20 Elektriz. Lahmerer . .

do. . . 82.10 ~ ~ '

Konsols .... 92.65

do.....82.10

Hessen .... 91.55

Oberhessen . . ..