Ausgabe 
28.8.1907 Zweites Blatt
 
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Acr Kaiser in Kannover.

Hannover, 27. August.

Der Kaiser fuhr heute morgen nach 9 Uhr vom leineschloß im Automobil nach dem Paradeplatz 3 e m e r o d e, wo er zu Pferde stieg. Ter Monarch hatte )ie Uniform der Künigsulanen angelegt. In seiner un­mittelbaren Begleitung befanden sich der Kronprinz und )ie beiden Prinzen Eitel Friedrich und OLkar, ferner Fürst Wert von Belgien und der Fürst von Fürstenberg. Zuerst xfolgte die Begrüßung der Kriegervereine, woran sich )ie Truppenbesichtigung anschloß. Um 10 Uhr begann die i g e n t t i ch e Parade. Ls sand ein einmaliger Vor- -eimarsch der Regimentskolonnen statt. Ter Regent von Braunschweig führte die 40. Jnfanteriebrugade. An Uese schloß sich die Vorführung des 17. Tragonerregiments >u.rch den Großherzog Friedrich Franz von Mecklenburg. Ler Kaiser setzte sich sodann an die Spitze des KönigS- llanenregiments, von langanhaltendem stürmischen Beifall «egrüßr. Hierauf folgte Prinz Albert von Belgien mit einem 16. Tragonerregiment, das ihm vom Kaiser Der* iehen worden ist. Ter Regent von Braunschweig führte >ann das Braunschweiger 1/. Husarenregiment vor. Der Lrain hatte heute zunr ersten Male eine eigene Musik­apelle bei sich. Um 11 Uhr 25 Min. fand das militärische Schauspiel fein Ende und der Kaiser verließ sofort den ^aradeplatz, um nach der Stadt zurückzulehren. Das Zetter har sich gegen heute früh aufgeklärt.

Ter Kaiser nahm nach der Parade die Meldung >es zum General der Artillerie beförderten Inspekteurs er Feldarnllerre Schubert entgegen. Am Nachmittag chrte der Kaiser Vorträge des Et-ess des Zivilkabinetts ind des Vertreters des Auswärtigen Amts, Gesandten )-reiherrn v. Jenisch, und besuchte darauf die Gräfin italberfee.

Ter Kaiser empfing um 6y2 Uhr diejenigen amerika­nischen Segler, welche an der Wettfahrt der Sonderklasse eingenommen haben, nämlich die Herren Llarke, Hewurd, 5tanckpele, R. Beardman, H. Beardman, A. Bearoman, jiaceniOer, Lower, Beltes, Fester, Fester junior und Llaf- in, ferner den amerttänifchen Marineattache Howard, den sizeadmiral a. T. Baranoon vom Kaiserlichen Jachtklub ad die Herren R. E. Krogmann-Hamburg und O. Protzen- ochlachtensee und Alt-Berlin. Ter Kaiser verteilte eigen* 'ändig die Preise für die Wettfahrten. Die genannten ?erren waren zur Tafel geladen. Um 9y2 Uhr sand großer >apfenst reich der MuMvrps des 10. Armeekorps statt, welchem der Kaiser mit den Fürstlichkeiten vom sogen. Jntergarten des Schlosses aus beiwohnte. Die Musik tickte vom Waterlooplatz an. Tie Menge bereitete dem nufer vor, während und nach dem Zapfenstreich stür- rische Ovationen.

Heute abend um 7 Uhr fand beim Kaiser im Residenz- hlop Paradetafel start. An der tzaupttafel saßen echts Dom Kaiser der Großherzog von Mecklenburg-Schwe­in, links der Kronprinz, dem Kaiser gegenüber der rom- uandierende General v. Stünzner. Bei der Par ad e- afel brachte der Kaiser einen Drinkspruch aus, er -olgenden Wortlaut hatte:Eurer Exzellenz spreche ch von ganzem Herzen meinen Glückwunsch zu dem heu­igen Tage aus. Tas 10. Armeekorps haben Sie mir in bezüglicher Verfassung auf dem Paradefeld gezeigt und us uen Gesichtern der Leute leuchtete die Freude an dem Sage und an dem militärischen Handwerk. Ich brauche nr hinzudeuten auf die Art und Weise, wie die Ko- onnen ihr ,,Guten Morgen" he raus stieß en. Darin, saß ein o energischer, forscher Zug, daß ich mich darüber gefreut abe. Zu gleicher Zeit möchte ich meinen Vettern von andern herzen danken, die heute ihre Kontingente bei der Zarade oorgeführt haben. Ich begrüße die schöne Haltung nd tadellose Ausrüstung der Truppen. Ich bitte Eure -xzellenz, diesen meinen Tank auszusprechen und zu reicher Zeit meiner felsenfesten Ueberzeugung Ausdruck zu eben, datz die guten Eigenschaften, die die Truppen auf dem ^aradeplatz gezeigt haben, auch von ihnen im Manöver und in Ernstfall gezeigt werden, wie ich es von ihnen erwarte, sann werden sie auch jederzeit meiner Zufriedenheit sicher nn können. Ich trinke auf das 10. Armeekorps. Hurra, urra, hurra!"

Lei der heutigen Kaiserparade ereignete sich ein eich ter Unfall des Monarchen. Bei der Be- rügutig der Veteranen rutschte das Pferd des Kaisers us, wobei der Kaiser zu Falle kam, er erlitt dabei jedoch einen Schaden und vestieg alsbald ein anderes Pferd, -oraus er das Abreiten der Fronten fortsetzte.

Uleines Feuilleton.

Lustschifsahrt. Am 27. d. Alts, fand in Berlin in gemeühamer Aufstieg des lenkbaren Militär-Lust- ch i s f e s und des lenkbaren M o t o r - L u f t s ch i f f e s des Itajors Parseval statt. Der Alilitäröallon nahm die Rich­ang nach Spandau, wo er sich in einer Höhe von 500 Metern der der Stadt aufhielt. Dann trat er die Rückfahrt an. Der Ballon manöveriecte hierauf auf dem Uebungsplatz, landete ann, nahm den Inspekteur der Verkehrstruppen v. Werneburg uf und unternahm mit ihm eine Fahrt von 20 Minuten Dauer. Das Luftschiff Parsevals nahm die direkte Richtung auf Segel. In einer Höhe von 800 Metern war der Wind so ark, daß der Ballon mit Mühe vorwärts kam, und daß r in eine tiefere Luftschicht hinabging. Die Rückfahrt erfolgte iit guter Geschwindigkeit. Nach einstündiger Fahrt landete Der Zallon und gleichzeitig das noch zum drittenmal aufgestiegene üüitär-Luftschiff. Die Motore beider Luftschiffe arbeiteten sicher nd gehorchten dem Steuer sofort. Die Landung erfolgte glatt. Das Parsevalsche Luftschiff steht seiner Konstruktion nach im ollen Gegensatz zum Fahrzeug des Grafen Zeppelin. Während ieses gänzlich starr ist, hat sich Major v. Parseval die Aufgabe estellt, ein Motor-Luftschiff zu erbauen, das grundsätzlich mit lusnahme der Gondel und dem in ihr untergebrachten maschi- ellen Teile jedes starre Stück, jede Versteifung und Verstrebung urch Holz oder Metallteile vermeidet. Sein Luftschiff kann in ngefülltem Zustande zusammengerollt, samt seiner Gondel und Maschine in einem einzigen Eisenbahnwagen oder in zwei Land- rhrwerken fortgeschasft und an einer beliebigen Stelle ohne eionbere Montagearbeiten gefüllt und zum Aufstieg gebracht

politische Sagetfcfyatu

Nationalliberaler Parteitag.

Vom 4. bis 7. Oktober wird die nationalliberale Partei ihren allgemeinen Bertretertag in Wiesbaden abhalten. Herr Neichstagsabg. Bassermann wird dort überDes Reiches Politik" sprechen; Herr Dr. Stresemann, M. d. R., behandeltDie Pensionsversicherungen der Privatbeamten"; Herr Dr. Osann, M. d. R., wirdFragen der Reichspolitik" erörtern; Herr Dr. Friedberg, M. d. R., des prenß. Land­tags, hak sich als ThemaTätigkeit und Stellung der na­tionalliberalen Partei in Preußen" gewählt. Gegen­stand einer Rede des Herrn Prof. Paasche, M. d. R., wird jein:Rückblicke und Ausblicke auf die Reichspolitik" und Herr Abg. Dr. Schiffer wird überFragen der preußischen Landespolitik" referieren.

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Zur staatlichen Pensionsversicherung der Privatangestellteu geht uns durch den Hauptausschuß folgende Mitteilung zu: Die Siebener-Kommission des Hauptaus- schusses hielt am 18. August in Koblenz ihre zweite Sitzung ab. Die Kommission tagte den ganzen Sonntag, ihre Beratungen verliefen im allgemeinen fördernd für die erstrebte Pensionsversicherung. Es wurden eine Reihe von Beschlüssen über den Inhalt des erstrebten Gesetzes gefaßt, wodurch ein erfreulicher Fortgang der Arbeiten der Kommission erzielt wurde. Die Beschlüsse und Be­ratungen betrafen den Umfang der Bersicherungspslicht, den Jnvaliditätsbegrisf, die Altersgrenze und die durch die Versicherung erstrebten Leistungen der Kasse. Im ein­zelnen einigte sich die Kommission teils einstimmig, teils gegen geringe Minderheit, die in ihrer Zusammensetzung schwankte, jedoch in keinem Falle mehr als zwei Stimmen betrug, auf folgende Beschlüsse: 1. Der Versicherungspflicht unterstehen alle Privatangestellten ohne Unterschied des Geschlechts und Gehalts. Die Bersicherungspslicht beginnt mit der Vollendung des 16. Lebensjahres. 2. Die frei­willige Weiterversicherung und Selbstversicherung in höheren Klassen soll gewährt werden. 3. Die Beiträge sollen je zur Hälfte von den Arbeitgebern und Angestellten getragen werden. 4. Bei der Gewährung des Reichs- zuschusses sind die Privatangestellten ebenso wie die übrigen Versicherten zu behandeln. 5. Als oberste Ge­haltsklasse wird die Stufe5000 Mark und darüber" fest­gesetzt. 6. Die Invalidenrente soll nach 40 Beitragsjahren zwei Drittel des versicherten Einkommens betragen. Die Altersrente, die frühestens im 65. Lebensjahre ohne Rück­sicht auf die Erwerbsfähigkeit eintritt, soll gleich der In­validenrente sein. Die Witwenrente beträgt 40 Proz. der Invalidenrente, die Waisenrente beträgt für einfache Waisen ein Fünftel und für Doppelwaisen ein Drittel der Witwen­rente. Anspruch auf Waisenrente hat bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres jedes Kind eines verstorbenen Ver­sicherten, jedoch dürfen die Witwen- und Waisenrenten zu­sammen die Invalidenrente nicht übersteigen.

lieber den Jnvaliditätsbegrisf schwankten die Mei­nungen lange hin und her. Nach sehr umsangreichen Be­ratungen beschloß die Kvmmission folgende Fassung vor­zuschlagen: 7. Als erwerbsunsähig (invalid) ist derjenige anzusehen, der infolge eines körperlichen oder geistigen Gebrechens nicht mehr imstande ist, in feinem bisherigen oder in einem verwandten Berufe eine Erwerbstätigkeit auszuüben, mit der er noch mindestens sein versichertes Durchschnitts^Arbeits-Einkommen verdient, und die ihm unter voller Berücksichtigung feiner in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Invalidität von ihm bekleideten sozialen und wirtschaftlichen Stellung zugemutet werden kann. Der Jnvalidenrenten-iEmpfänger muß sich, wenn er eine seinen Arbeitskräften und feiner Berufstätigkeit entsprechende Beschäftigung findet, den Betrag von (einem Verdienst auf die Rente anrechnen lassen, der zusammen mit der Rente sein versichertes Durchschnitts-Arbeits-Ein­kommen übersteigt. Zurückgestellt wurde die Beschlußfassung über die Einteilung der Versicherten, über die Wartezeit und über die Inanspruchnahme der für die Witwen- und Waisenversicherung bereitgestellten Reichsmittel. Die nächste Sitzung der Kommission finbet am 15. September in Kassel statt. Man hosft, bann mit ben Beratungen zu Enbe zu kommen.

werben. Hiermit wächst der Wert eines solchen Luftschiffes für militärische Zwecke ganz ungemein einem anderen gegenüber, bas wie das Zeppelinsche überhaupt nicht ungefüllt transportiert werben kann, ober einem solchen, das zu seiner Montage be- souberer Werkstätten, einer besonderen Halle und mehrere Tage Zeit bedars. Die langgestreckte, zylindrische Hülle .des Parse- valfchen Lustschifses sie geht vorn in eine Halbkugel, hinten in einen eiförmigen Körper über, bat eine Gesamtlänge von 48 Metern und einen Inhalt von 3000 Kubikmetern wirb durch inneren Ueberdruck prall in der Form erhalten. Dieser Ueberdruck wird durch zwei Ballonets (Luftsäcke) erreicht, von dem das eine im Kopf, das andere im hinteren Teile der Hülle liegt. Beide Ballonets sind durch einen Schlauch mit­einander verbunden, in dem vom Benttlator der Gondel her Luft eingepumpt werden kann. In diesem Schlauch ist ein Ventil eingebaut, das so von der Gondel aus umstellbar ist, da ßdie Luft entweder in das vordere oder in das hintere Ballonet geleitet werden kann. Infolge dieser Anordnung kann man die Hülle vorn oder hinten mehr oder weniger belasten, und somit das ganze Schiff schräg aufwärts horizontal oder schräg abwärts mit der Spitze einstellen. Somit kann also dieses Luftschiff ohne besondere bewegliche Vertikalsteuer seine Höhenlage während der Fahrt ändern. Die im wesentlichen aus Aluminium gefertigte Gondel - hängt mittels Rollen aus schräg nach der Hülle führenden Stahlseilen. Sie wiegt mit dem 90pferdigen Motor nur 1200 Kilogramm. Besondere Beachtung verdient die Schraube in diesem Schiff. Sie ift eine schlaffe, d. h. ihre vier Flügel bestehen aus Stofflüchen, die durch ein­gelegte Bleigewichte und Stahlseile sich erst bei der Bewegung in die Schraubenform durch die Zentrifugalkraft einstellen.

Der Kaiser und die Presie.

Heber eine ostentative Zurücksetzung der Presse beim Emp* fange des Königs von England in Kassel hatte eine Reihe von Zeitungen Klage geführt. Jetzt stellt sich nach demLeipz. Tagebl." heraus, daß nicht, wie man angenommen hatte, eine Ungeschicklichkeit des Oberhofmarschallamtes vorlag, sondern daß man sich tatsächlich auf eine direkte Anordnung des Kaisers berief, wonach alle Pressevertreter bis auf vier englische Journalisten von den Begrüßungsfeierlichkeiten auf dem Bahn­hofe auszuschließen seien. Ein Mitarbeiter derBrauusch.v. Landesztg." schickte seinem Blatte die folgende Darstellung: Auch ich war beim Polizeipräsidenten Freiherrn v. Dalwigk in Kassel und erhielt auf meine Bitte um Erleichterungen für die Berichterstattung wörtlich ben Bescheib:Seine Majestät ber Kaiser haben sich ausbrücklich mit Ausnahme von vier englischen Journalisten, die Anwesenheit und Nähe jeglicher Presse­vertreter verbeten!!" Sollte hier nicht ein Mißverständnis des Polizeipräsidenten vorliegen, so würde es nur ein loyales Ent­gegenkommen gegen die Wünsche des Kaisers sein, wenn man künftig die Berichterstattung der deutschen Presse über ber* artige Monarchenzusammenkünfte auf bas äußerste einschränkt.

DeuLfch-frauzosische Dötentc.

Paris, 27. Ang. Die nationalistischen Blätter aus- gcnonunen, welche in gervohnter UebeHaune versichern, bas Wenige, was vorangegangene Abniachnngen vorn schönen Frankreich und seiner Eigen-Berechtignng noch übrig ließen, sei in Norderney verkauft und verraten worben, bespricht die Presse mit großer Befriedigung den Beginn regerer Annäherung der diplomatischen Bezieh­ungen zivischen den Kabinetten von Berlin und Paris. Dieser Verkehr werde über die marokkanische An­gelegenheit hinaus voraussichtlich manche nützliche Neuerung zeitigen.

Der ,Temps* weist in einer Besprechung de§ Be­suches des Botschafters Cambon beim Fürsten von Bülow auf Norderney daraus hin, daß die liebenswürdige Ausnahme, die Cambon gefunden habe, zeige, daß von beiden Seiten gleichartige Bemühungen zur Besserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern gemacht worden seien und daß eine fühlbare Tötente gleichzeitig bei den Staatsmännern und den Nationen eingetreten.sei. Vtach den kürzlichen Entrevuen gebe dies cm neues ern ft- Haftes Unterpfand für den Weltfrieden. Der »Temps^ fügt hinzu, daß, wenn auch auf beiden Seiten der Grenze unversöhnliche und achtungswerte Gefühle lebten, die sich nicht auslöschen lassen würden, dennoch Raum vorhanden sei zur Einigung über zahlreiche materielle Fragen. Die französische öffentliche Meinung werde sich freuen, wenn der gegenwärtigen Besserung andere folgen. Das ^Journal des Debats" sagt: Wir dürfen nicht systematisch skeptisch Meiben, wenn wir nicht für naiv gehalten werden ivollen, denn zwischen Deutschland und Frankreich ist jetzt eine europäische Dötente eingetreten. Die Entrevue in Norderney geht nach den anderen Entrevuen dahin, den moralisch notwendi­gen Rahmen bei dem Abschluß konkreter Ein­vernehmen zu geben, deren Nutzen sich zwischen Frank­reich und Deutschland bemerkbar machen kann.

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Deutsche» Ueich.

Berlin, 27. Aug. DieBerl. Korresp.^ berichtet: Dem Bundesrat ging ein Gesetzentwurf zu, betr. Abänder­ung der Gewerbeordnung. Er enthält insbesondere Bestimmungen zur Ausführung der Berner Kon^ vention über die Nachtruhe der gewerblichen Arbeiter­innen und Vorschriften über Herabsetzung der elfstündigen Höchstarbeitszeit der Fabrikarbeiterinnen auf eine zehnstündige Dauer. Ferner werden Bestimmungen zur Regelung dec Hausarbeit getroffen.

Dem /Berl. Lokalanz." zufolge setzte der Staats­sekretär des Neichskolonialamtes, Dernburg, am 25. August vom Karawanenlager Salawi aus seinen Marsch auf Tabora fort. Das Land ist infolge des großen Mangels an Regen vertrocknet. Wasser ist nur wenig und in schlechter Qualität vorhanden.

Kaiserslautern, 27. Aug. Wie diePfälz. Pr/ mitteilt, sind die ausgedehnten Frei herrlich ©tum in» Halberg'schen Waldungen bei Landstuhl gegen einen Kaufpreis von 21/i Millionen Mark an den bayerischen Staat übergegangen, der das Forstpersonal mitüberniinnit.

DiePfälz. Pr." meldet: Ein vor einiger Zeit un;et dem Verdachte der Spionage verhafteter Kriegs­schüler, der Gefechtsstellungen der Llrtillerie photographierte, wurde aus der Haft entlassen.

Stuttgart, 27. Aug. Der ,Staatsanz." meldet: Der König verlieh dem kommandierenden General des 15. Armee­korps, Hentschel v. Gilgenheimb, das Großkreuz des Kronenordens.

Lütetsburg, 27. Aug. lieber das Befinden des Herrenhauspräsidenten Fürsten zu Inn- und Knyp- hausen wird von zuständiger Seite folgendes mitgeteilt: Der Fürst fand in der ersten Zeit der Erkrankung infolge heftig auftretender, mit einem Blasenleiden verbundener Schmerzen fast gar keine Ruhe. Mit der erheblichen Ab­nahme der Schmerzen stellte sich der Schlaf wieder ein, in­folgedessen ist auch das Allgemeinbesinden von Tag zu Tag besser geworden.

Würzburg, 27. Aug. Der Katholikentag wählte für 1908 Düsseldorf und für 1909 Münster i. W. zum Ort seiner Tagung.

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Ausland.

Wien, 27. Aug. Das Amtsblatt veröffentlicht morgen die Ernennung des jetzigen Leiters der Stadthalterei, Baron v. Spiegelfeld, zum Stadthalter von Tirol.

Rom, 27. Aug. Die gesamteitalienische Presse spricht sich in befriedigender Weise über das Ergebnis

Nr. ÄO1

Zweites Blatt

157. S

Erscheint tSgllch mit Ausnahme des Sonntags.

Expedition und Druckerei: Schul-

Redaktion, straße 7.

DieSiebener §amilicndiStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, daS Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Derhessische £anbt»irt" erscheint monatlich einmal.

Expedition und Verlag: d^gA bl. 9tebaftion:e^ii2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

Mittwoch 28. August 1VV7

A Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen UniversilätS - Buch- und SleindruckereÜ

Bf H R. Lange, Gießen.