Die „Gtstzencr Samiltcnblätter** werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich betgdegt, das „ttreisbisn für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Der ..Hesstjche Landwirt^, erscheint monatlich einmal.
Rotationsdruck und Verlag der BrOHCtchett UnwerfttätS - Buch- und ©tetnbniderel R. Lange. Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Sckal* straße 7. Expedition und Verlag: dl.
Redaktion: i 12. Tel.-Adr-An-eigerGießen.
Igtr. «97 Drittes Blatt 157. Jahrgan« Mittwoch 18. Dezember 1907
Erscheint tS glich mit Ausnahme de« Sonnl^S. T ▲ ▲ ▲▲ A AA AAA A A Aw jA AA
Gietzener Anzelger
General-Anzeiger für Gderhessen
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von etwa 120 Mitgliedern besucht war, wurde unter all- fettiger lebhafter Zustimmung einstimmig beschlossen, daß für den Fall der Auflösung des landwirtschaftlichen Vereins für Oberhesscn der landwirtschaftliche Bezirksverein Alsfeld ajs selbständiger Verein weiterbestehen und neben den rein landwirtschaftlichen Aufgaben auch die ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege sich angelegen sein lasten solle. In der gleichzeitig für diesen Fall beschlossenen Satzung wurde der Vereinsjahresbeitrag auf 1 Mk. festgesetzt. (Ob. Ztg.)
O Rodheim a. d. Bieber, 16. T^. Hier ist schon wieder eine 2 e h r e r st e l l e zur Bewerbung ausgeschrieben, indem uns auch Lehrer Wagner zum 1. April n. I. verläßt. Die Gemeinde Rodheim, obgleich der zweitgrößte Ort im Kreise Biedenkopf, zahlt, wie auch das kleinste Hinterländer Dörfchen, nur ein Grundgehalt von 10 50~ M k Doch ist hier durchaus nicht so billig zu leben, wie man annimmt; ja die Nähe der Stadt Gießen verursacht auch fast dieselben Preise. Dazu zahlen alle Gemeinden des angrenzenden Kreises Wehlar schon seit Jahren allen ihren Lehrern ein Grundgehalt von 1200 Mk. Kein Wunder, daß mancher tüchtige Lehrer sobald als möglich das Hinterland verläßt, um anderswo eine besser dotierte Stelle anzutreten.
4 Dorlar, 16. Dez. Durch Erlaß vom 11. Dez. 1906 ist der Gemeinde Dorlar zum Neubau einer Schule eine StaatSbeihilse von 10 000 Mark bewilligt worden. Dunk dieser Unterstützung konnte mit diesem Frühjahr der Schulhausneubau begonnen werden. An der Straße nach Atzbach, in unmittelbarer Nähe der Haltestelle, erhebt sich der stattliche Neubau, der für zwei Klassen mit Lehrerwohnungen eingerichtet ist. Im Lause des nächsten Sommers kann die neue Schule bezogen werden.
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In Wie h brach am Montag em großer Brand im LandeK- vcrteidigungS-Ministerium aus. Er entstand auf dem Bodenraum, wo die Akten aufbewahrt werden. Diese verbrannten fast samt- lid) und flogen wie Raketen in die Luft. Hierdurch entstand Gefahr für das gegenüberliegende Hof-Kunft-Musenm, die aber abgewendet wurde.
Aus London wird gemeldet: In Lord Lonsdales Jagdschloß wurde in der Nacht ein Einbruch verübt, wobei viele unbezahlbare Anden len von hohen Persönlichkeiten entwendet wurden. ES befinden sich darunter goldene Zigarren- und 3igaretten< bel-älter sowie vier andere Geschenke von Kaiser Wilhelm.
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Protektor:
Seine Königliche Hoheit der Grossherzog von Hessen und bei Rhein.
Gegründet 1844.
Die Anstalt hat eine neue Jahresgesellschaft für steigende Renten eröffnet und ladet zmn Beitritt zu derselben hiermit ein.
Diese aus Gegenseitigkeit und Erbverbrüderung beruhende BerstcherungSart bezweckt, ihren Teilnehmern gegen unwiderrufliche Kapitaleinlagen jährliche Renten zu gewähren, welche mit zunehmendem Lebensalter dcö Versicherten wachsen.
Eine volle Einlage beträgt hundert Mark. Deilemlagen find zulässig. Die Jahresrente tonn auf 150 Prozent der Einlage steigen.
Satzung und Versicherungsbedingungen werden unentgeltlich verabfolgt und nähere Ans- Timft wird bereitwilligst erteilt auf dem Hauptbureau deS Anstalt in Darmstadt, Elisabethenftratze Nr. 60 sowie von den Agenten derselben:
g. Stammler, Operpostsekretär a. D. zu Gießen
W. PH. Zimmer, Ortseinnehmer zu Lich.
Julius Karl, Sparkastenrechner zu Grünberg.
B.-B. Darmstadt, 16. Dez. In der Wimpfen er Anklage wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang wurde heule nachmntag 31/* Uhr das Urteil gesprochen. Der Schreiner Franz Zorz erhielt zwei Jahre Gefängnis, abzüglich 6 Atonale Untersuchungshaft, der Taglöhner Peter Schmitt erhielt 6 Monat Gefängnis.
[] Marburg, 16. Tez. Dom Kaufmannsgericht wurde ein früherer Reisender emeS hiesigen Geschäfts zu 2 0 00 Mk. Geldbuße verurteilt, weil er entgegen dem Vertrage im hiesigen Bezirk ein eigenes Geschäft gegründet und die Kundschaft iemetallen Prinzipals besucht hatte. (Eine ähnliche Entscheidung ist vor einigen Monaten am hiesigen Kaufmannsgericht getrosten roorberu Red. d. Gieß. Anz.)
[] Marburg, 16. Tez. Im Frühjahr d. I. nahm das dem Brunnen des Landwirts KlöL iit Mornshausen bei Gladenbach entnommene Wasser, das von der ganzen Nachbarschaft benutzt wurde, einen ganz scheußlichen Geschmack an und mehrere Leute wurden sogar krank davon. Als man den Brunnen räumte, fanden sich außer piner mit Unrat gefüllten Hose auch einige Säcke, die Menschenkot, Haut, Kartosteln und Zündhölzer enthielten. Der 50jährige Maurer Johannes Weber aus genanntem Ort, der sich der Lar verdächtig gemacht hatte, wurde heute vom Schwurgericht freigesprochen, da es an Beweisen fehlt.
Wiesbaden, 14. Tez. In der Nacht zum 10. September wurden aus dem Kolumbarium auf dem neuen Friedhof zwei, je etwa einen Zentner schwere Urnen gestohlen, von
denen die eine die Äsche eines hiesigen Bankiers enthielt. Ter Zweck der Diebe war, die beteiligte Familie zum Gegenstand einer Erpressung zu machen. In einem Briefe verlangten sie 100 000 Mk. für die Zurückgabe der Urne. Man übergab jedoch den Brief der Polizei, 'mit? der mit Zuchthaus bereits vorbestrafte, frühere Kaufmann, spätere Taglöhner Karl Franz Heinrich Messerfchmidl aus Göllingen wurde m Mainz in dem Augenblick verhaftet, als em Zunge, den er zum Zwecke der Nachfrage nach der Geldsendung zum dortigen Postamte geschickt hatte, ihm einen Brief mit dem vereinbarten Zeichen übergab. Neben ihm war heute vor der Strafkammer wegen des Diebstahls und der versuchten Erprellung zur Berantwortung gezogen der frühere Kaufmann oder Schreiber, nachherige Arbeiter Hermann Köhler von SaarloiuS, den er tm Zuchthaus in Wehlheiden kennen gelernt hatte. Beide ivuröen schuldig gesprochen und der eine zu zwei Jahren sechs Monaten, der andere zu v i e r I a h r e n Zuchthaus, zel-njäbrigen Ehrverlust, sowie zur Zulässigkeit ihrer Stellung unter Polizeiaufsicht veruneiit. Tie Urnen sind bis zur Stunde noch nicht gefunden worden.
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am 13 Dezember 1907._____________
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(Sieben, 18. Dez. 1907.
Die Verjährung von Forderungen.
Mii dem Schlüsse des Jahres rückt auch die Frage des ririch dem Ges 5 zulässigen Rechts der Verjährung näher ■ ^ran. Es herrscht die weit verbreitete Ansicht, daß eine Mschlagszahlung die Verjährung der Forderung ohne weiteres j unterbreche. Diese Ansicht stützt sich ans § 208 B. G. B., L»rr besagt, daß die Verjährung unterbrochen wird, wenn der verpflichtete dem Berechtigten gegenüber den Anspruch durch ! MschiagZzahlung, Zinszahlung, Sicherheitsleistung oder in ; a«derer Weise anerkennt. In den Blättern für Rechtspflege, 1. B. des Kammergerichts Bd. 15 S. 12 heißt es: ,Durch ! Leistung einer Teilzahlung wird die Verjährung nur dann unterbrochen, wenn die Zahlung zugleich als Anerkennung । der Nestforderung auszi,fasten ist/ Deshalb ist c§ nament- sich für Gewerbetreibende ratsam, sich nach dieser Richtung hm zu verlässigen, um nicht später' noch zu ihrer langen ZahlungSstundung das Nachsehen zu haben.
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** Die Landeswaisen fasse hatte titt Jahre 1905 ftad) der soeben veröffentlichten Uebersicht 194 037 Mark ordentliche (darunter 11634,04 Mk. Kapiraizinsen, 30 316,24 Tßrfer, Legate und Jllaten der Kinder, 151835,78 Mk. Zuschuß aus der HauptstaatSkasf«) und 5857,34 Mk. außerordentliche, zusammen 199 925/34 Mk. Einnahmen ver- idjncn. Tie Ausgaben beliefen sich auf 197 366,80 Mk., d«runter ordentliche (persönliche) Ausgaben 5408,21 Mk., (irr Verpflegung der Waisen 188028,65 Mk. (151 257,67 Mk. Meggelder, 32 611,87 Mk. Unterstützungen und 4158,65 Mk. für ärztliche Behandlung und Arzneien), 645,51 Mk. sachliche und 3285 außerordentliche Ausgaben. Am Schluß ' dtts Rechnungsjahres 1904 (Ende März 1905) waren in Vxrpilegung 1824 Waisen. Im Lause des Jahres wurden । 334 Waisen ausgenommen, davon 133 in der ProUinz Süarkenburg, 53 in Oberhessen, 86 in Rheinhessen und i außerdem 112, die während der Lehrzeit Unterstützungen E erhalten. Die Gesamtzahl der 1905 verpflegten Waisen ,■ Belief sich sonach auf 2208. Ausgetreten find während I Rechnungsjahres 1905 in Starkenburg 191, in Ober- i' 69 und in Rheinhessen 66 Waisen, ferner 127, die
ehrend der Lehrzeit Unterstützungen erhielten. Am Schluß >Ls Rechnungsjahres 1905 verblieben sonach 1755 Waisen ttu Verpflegung.
** Lehrerpersonalien. In den Ruhestand ver- scht wurde der Lehrer an der Gemeindeschule Zu Lchön- ften Jos. Sa dek auf sein Nachsuchen. — Uebertragen l Kurde dem Schulamtsaspiranten Ioh. K n e i v aus Zorn- ' Ffcmt eine Lehrerstelle an der (Ämeindeschule zu Ober- 1! ständen. — Erledigt sind: Die mit einem kath. Lohrer zu | hrsetzende Zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mosbach (Kreis Dieburg). Eine mit einem kath. Lehrer M besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Büdes- hLim (Kreis Bingen).
Alsfeld, 17. Dez. Von der Generalversammlung b>c§ landwi risch ast l. Bezirksvereins Alsfeld, tue
3.
Höchste Schlachlviehpreise m I r a n k f u r t a. M.
Fleischpreise tn Gießen
Ochsen
Rälbin Tchweme
50 Kg. Schlachtgewicht 80—82 Mk.
Kq.Dchlnchtgew. SS—9S Vf.
V1_,______e_____«1-00 ,
*/, Kg. 82-88 Pfg.
r 70-80 ,
V, , 70 - 84 ,
Getreidepreise in Dlannhei m
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Weizen 100 Ng. 22.75 - oO.OU Dtk. Aoqgen 100 Rq. 20.75-00.00 Mk.
Weißbrol 2 Kg. 62 Pig.
Schwarzbrot 2 Kg. 58 Pfg.
Dezember
1907 '
Barometer auf 0’ reduziert
Temperatur der Lisit
Absolute Feuchtigkeit
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