UZ
Nr. 149
Drittes Blatt
Freitag 28. Jmri 1607
157. Jahrgang
Giehener Anzeiger
Erscheint tögllch mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Oberhessen
Redaktion, Expedition und Druckereir Vchul- straße 7. Expedition und Verlag: 6L
Redaktion: 112. Tei.-Adr^ Anzeiger« ießen.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl^chen UntversULtS-Buch- und Steindruckerei.
R. Lauge. Gießen.
Die „Siebener ZatvillenblSIter- werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „EtelsbUtft für de» Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Ter Vorsitzende regt nochmals an, Peters müße das Urteil des TichiplinargerichtL freiwillig vorleaen. Rechtsanwalt Rosenthal bezweifelt, ob dies möglich lei, nachdem das Auswärtige Amt aus politischen Gründen unter Hinweis auf § 96 der Strafprozcßordnung die Vorlegung des Urteils verweigert habe. Die endgültige Entscheidung wird bis morgen Vorbehalten. Tr. Arendt betont, daß er und seine Freunde nur volle Aufklärung und Wiederherstellung der Ehre Peters, nicht seine Wiederansrellung im Reichsdienst betrieben . Weiterverhandlung nrorgen.
politische Sagesschart.
Zum Peters-Prozeß schreibt man uns aus Berlin, 27. Juni:
In der Armee- und Kolonialausstellung, die Die meisten Berliner nur aus erregten Erklärungen, Gegenerklärungen und Protesroorsammlungen enttäuschter Aussteller kennen, lverden in einem Zelt tine- matographische Aufnahmen aus deutschen Schutzgebieten gezeigt. Man sieht btc Schwarzen, wie sie arbeiten und wie sie an landesüölicken Tänzen und Spielen sich ergötzen. Eines aber fällt an den Bildern auf, die rasch' am Auge vorüberziehen: niemals fehlen ein paar Weiße von sehr energischer Haltung und mit einem kräftigen Stock in der Rechten. Ob die gefangenen Hottentotten tanzen, ob Kinder und Frauen einen Reigen veranstalten — stets ist die Gruppe von dem Mann mit dem Stock umkreist und mit Argusaugen bewacht. Ein Offizier mit seinem jungen Töchterlein saß in unserer Nähe. Die Kleine bemerkte sofort die Erscheinung des Mannes mit dem Stock. „Wozu läuft denn der Mann mit dem Stock herum?" ries das wißbegierige Kind ahnungsvollen Gemüts. „Laß nur, das muß so fein", beschwichtigte die väterliche Autorität.
Auch an Peters-Prozesse in München geht der Mann mit dem Stock um. Die Ausübung der Prügelstrafe an schwarzen Männern und Frauen spielt eine große Rolle. Dr. Peters, bekundete ein Zeuge, hatte die ausübende Gewalt und ließ Züchtigungen bis zu 50 Streichen vornehmen. Der Anblick der Negerin Jagodja, der entlaufenen und zur Sühne gehenkten Sklavin des Dr. Peters — alles „im Interesse des Respektes", zur Niederdrückung unbotmäßigen Geistes — wurde von demselben Zeugen, der die Jagodja in Stetten nach ihrer Turchpeitschung sah, als höchst erbarmenswert geschildert. In den Kolonien hat zartbesaitetes Mitleid gewiß nicht viel Platz. Aber wenn der Zeuge sich veranlaßt sah, sich selbst zu dem allgewaltigen Dr. Peters zu begeben und um Schonung der zerschlagenen Jagodja zu bitten. bann läßt sich ohne weiteres anneymen, der Anblick des Weibes ist sehr zu Herzen gehend gewesen.
Eine Reihe von Zeugen, die Afrika aus eigener Anschauung kennen, hat oekundet. Ohne den Stock, ohne körperliche Züchtigung sind die Schwarzen nicht zu regieren. Die Kühle der Hast macht ihnen Vergnügen. Wenn das selbst zugegeben werden soll, wenn nur Körperstrafen abschreckend und erziehlich wirken: die Empfindung hat man wohl allgemein, daß zu viel, um jeder Bagatellö willen, geprügelt und daß oft mit überg roßer Härte verfahren wird. Tie Nilpserdpeitscye ist ein Requisit würdig einer mittelalterlichen Strafjustiz; ihr Gebrauch sollte endlich von Amtswegen verboten werden. Bei der fortwährenden Anwendung von Prügelstrafen bildet sich schließlich, was nicht zu verwundern ist, eine Prügel- Manie aus, wobei jede Mäßigung verloren geht. Vollends ist und bleibt es eine Barbarei, eine Frau schwerer körperlicher Züchtigung zu unterwerfen. Mögen hundert „Afrikaner" vom Standpunkt des Sachverstänoigen erklären: Es geht nicht anders! so werden Hunderttaufende antworten, ein solches Mittel könne durch keinen Zweck gerechtfertigt werden.
Daß an Tr. Peters, wie Abg. Dr. Arendt ausrief, ein „Justizmord" begangen fein soll durch die Potsdamer
ein Buch vor ihm lag, reichte ihm Friedrich solches, aber Goethe wiederholte: „Nicht Das Buch, sondern die Mappe." Und als hierauf der Diener versicherte, daß keine Mappe vorhanden fei, sagte Goethe scherzend: „Nun, so wars wohl ein Gespenst." Bald darauf fragte er, wie viel Uhr es fei. Nach einiger Zeit ließ er sich abermals von John und Friedrich ausrichten, allein ich bemerkte zu meinem Schrecken, wie die hohe Gestalt schwankte, und daß sich der Kranke sofort wieder auf den Lehnstuhl nieder- lch'sen mutzte.
Abermals sanft cinschlummernd, blieb sein Geist in Tätigkeit, denn er fing an mit dem mittleren Fftrger seiner aufgehobenen rechten Hand in der Luft drei Zeilen zu schreiben, welches er bei sinkender Kraft immer tiefer und zuletzt auf dem seine Schenkel bedeckenden Cbcrbett öfters wiederholte. Dm Anfangsbuchstaben dieser Schrift erkannten wir für ein großes W, im übrigen aber vermochten wir nicht die Züge zu deuten. Frau Geheime Stammeirätin von Goethe saß zur Seile oes geliebten Schwiegervaters auf dessen Bett, die beiden Enkel Walter und Wolf befanden sich nebenan im Arbeitszimmer. Ich stand ununter krochen am Segel zur Rechten des Kranken und lauschte ängstlich auf seinen Zustand: endlich bemerkte ich mit Schrecken, datz die Finger der Hände sich blau zu färben anfingen.
Üiun ahnte ich plötzlich Die Nähe des großen Verlustes, besonders da ich, nach meggenommenem Äugenschirm, Goethes sonst leuchtendes Auge gebrochen erblickte. Mit hochtlopfendem Herzen bemerkte ich nun, wie derselbe von Minute zu Minute schwächer ward und schwerer atmete, er drückte sich endlich noch einmal bequem tn die linke Seite des Armstuhls, nach uno nach sanft erlöschend, bis um r/r12 Uhr der große Geist feiner irdischen Hülle entfloh."
Bon dieser Darstellung weicht eine frühere Niederschrift Cou- drays in allerlei Kleinigkeiten ab, die im allgemeinen die Tendenz haben. Die Vorgänge bei Goethes Scheiden zu idealisieren und in eine erhabene Sphäre zu rücken. Eine Abweichung ist hierbei vor allem bemerkenswert: es ist die Stelle des jüngeren Berichts, wonach Goethe als „seine letzten vernehmlichen Worte" seinem getreuen Diener Friedrich zugerufen haben soll: „Macht doch den Fensterladen im Schlafgemach auf, Damit mehr Licht beremfomme-'; ije diesen Worten, die in Der obigen Niederschrift noch fehlen, liegt Der erste Nachweis vom Urspung Der bekannten Legende von Goethes angeblich letzten Worten: „Mehr Licht!" Die unmittelbar nach Goethes Tod entstandenen Berichte wissen von einem fast pathetischen „Mehr Licht!"
Dagegen berichten übereinstimmend die Briese von dem Jenenser Lerlagsbuchhändler Frommann und der Malerin Luise Seidl», die Heide im Goethe-Hause freundschaftlich verkehrten,
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per Mers-Frozeß. hl
München, 27. Juni.
Bei der Vernehmung der Reichstaasabgg. Dr Paasche Und Dr. Arendt bandelt es sich hauptsächlich um das Verhältnis zwischen dem Kolonialdirekwr Tr. Kayser und Arendt. Letzterer stellt nochmals fest, daß Dr. Kayser ihm niemals die Tür -gewiesen habe, wie Frau Dr. Kayser behaupte.
Polizeiassistent Neuhaus-Altona, seinerzeit Unter- Offizier bei der Schutztruppe, wurde von Tr. Peters bei feiner Rückkehr von der Emm Pascha-Expedition kurze Zeit als Kranker mittransportiert. Neuhaus sagt aus, Dr. Peters habe einmal einen schwarzen Träger geschlagen. Davon wisse er aber nichts, daß sich Dr. Peters ihm gegenüber gerühmt habe, einen Schwarzen durch 250 Hiebe getötet und 11 Negerinnen zu wollüstigen Zwecken geraubt zu haben.
Der Verteidiger Bernheim legt daraus einen Brief vom 16. März 1896 vor, den Neuhaus selbst an Bebel geschrieben hat und in dem er die soeben abgeleugneten Behauptungen und andere Schlechtigkeiten von Dr. Peters erzählt. Lebhafte Bewegung.) Zeuge Neuhaus gibt die Möglichkeit zu, daß er in jenem Briese übertrieben hat, hält aber seine Behauptung aufrecht, daß Peters sich ihm gegenüber ähnlicher Dinge gerühmt hat.
Dr. Peters behauptet demgegenüber, daß dies niemals geschehen fei. Er habe niemals einen Schwarzen totpeitschen lassen, und niemals Mädchen zu wollüstigen Zwecken geraubt. Wahrscheinlich liege eine Verwechslung mit der Begebenheit vor, die er selbst in seinem Buche über die Emin Pascha-Expedition über ein als Geisel kurze Zeit seiner Freiheit beraubtes Mädchen erzählt habe.
Bebel erklärt, daß Eugen Richter im Reichstag diesen Vorfall als Mädchenraub bezeichnete.
Da aus dem Buche von Dr. Peters von Bebel die schlimmsten Vorwürfe gegen ihn abgeleitet werden und von Dr. Paasche dagegen reine Mausamkeit darin gefunden wird, beantragt schließlich Tr. Peters' Anwalt, Rojenthal, daß das ganze Werk verlesen werden soll, und stellt außerdem fest, daß in dem Disziplinarprozeß auf das Zeugnis von Neuhaus nichts gegeben worden fei.
Major a. D. von Donat erklärt, daß im Frühjahr -1896 in Kassel nach einem Diner bei dem Grafen Hutten- Ezapski Peters sich vor einer kleinen Gruppe von Herren einer Reihe der scheußlichsten Bluttaten gerühmt habe. Er, Donat, habe damals als Offizier in Kassel gestanden und sofort den Eynismus gerügt; hierauf jet es zu einer kurzen Auseinandersetzung zwischen ihm und Peters gekommen. Er, Zeuge, habe schon damals einen Menschen, der sich solcher Scheußlichkeiten rühmt, für nicht satiS fartio n sfähig angesehen. Den übrigen Teilnehmern an jener Untersuchung habe Peters durch seine Reden ansck)einend imponiert. Auf ihn habe Peters den Eindruck gemacht, als ob er den Tropenkoller hätte. Ob Peters die^Scheußlichkeiten, deren er sich rühmte, wirklich begangen habe, oder ob er sich nur deren rühmte, |h>iffe er nicht. Auch der Einzelheiten, um welche Taten es Ifid) gehandelt habe, erinnere er sich nicht. Auf die Einwände seitens Peters und seines Anwalts erklärt Major von Tonat, es seien seines Erinnerns dieselben Fälle und Taten gewesen, welche auch im Reichstag oorgebracht worden seien. Auch bei anderen Afrika forschem habe er von ähnlichen Scheußlichkeiten gelesen, aber doch nicht von so schlimmen.
Zwischen Bebel und Peters nebst seinem Anwalt Jommt es sodann zu äußerst lebhaften Auseinandersetzungen über das Recht Bebels, die Quelle zu verschweigen, auf welche sich seine Beschuldigungen gründeten, ferner über Bebels ganze heutige Auffassung jener Beschuldigungen, sowie über die Furage, ob Peters das Urteil des Disziplinargerichtshofes vorlegen müffe. IRBBWIMMBW—Ma—ZU—BBaMf—
KoeLhes letzte Worte.
Der Assistent am Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar, Dr. Karl Lchuddekopf, hat int Insel-Verlag zu Leipzig mehrere zeitgenössische Dokumente und Berichte über Goethes Tod her- cusgegeben. Darunter befindet sich Die zum erstemnal veröffentlichte erste Niederschrift eines Augenzeugen von Goethes letzter Stunde — des großherzoglichen Oberbaudirektors Klemens Wenzes- laus Coudray.
Wir entnehmen diicsem Berichte folgende Stellen:
„Den 21. März, morgens, vernahm ich, der Herr Geheimrat leide Schmerzen am ganzen Körper: ich ging in fein Arbeits- 6immer und hörte hier durch Die offene Tür seines ^chlaf- labinerts, daß er in letzterem nacy feiner Gewohnheit für sich laut sprach, wie ich mitunter die kurz ab gestoßenen Worte vernahm: „O weh! O weh!"
Am Abend desselben Tages sagte mir Hofrat Tr. Vogel, die Schmerzen hätten sich aus der Brust zusammengezogen und der Zustand des Kranken werde bedenklich.
Am anderen Morgen, Den 22. März, tarn ich schon vor 7 Ubr wider in das Goethesche Haus, wo ich alles in Bestürzung fand, toeil indessen Der Arzt alle Hoffnung zur Wiederherstellung des angeblich von einem nervös gewordenen Katarrhalfieber heftig Ergriffenen aufgegeben hatte.
Eingetreten in Goethes Arbeitszimmer erblickte ich Den Tranken neben dem Bett« in einem Armstuhl, mit einer leichten Decke über Den Beinen, sitzend, wobei er seinen gewöhnlichen weißen Schlafrock unD Filzschuhe anhatte, und die Augen be- deckteni hm ein grüner Schirm, den er abends bei Licht auszusetzen pflegte. Er schien von allen Schmerzen befreit und ruhig, jedoch fein Geist beschäftigt, wie sich aus mancherlei vernehmliche Worten, Die er für sich hknsprach, folgern ließ. Gegen 9 Uhr verlangte Goethe Wasser mit Wein zum Trinken, und als ihm solches dargereicht wurde, sah ich, wie er sich im Sessel ohne alle Hilfe auftichtete, das Glas faßte und solches in drei Zügen leer trank. Er rief sodann feinen Schreiber John herbei, und unterstützt von diesem und Friedrich, richtete er sich von dem Sessel empor. Vor demselben stehend, fragte er, welchen Tag im Monat Man zähle. Auf Die Antwort: Den 22. Marz, sagte er: „Also bat Der Frühling begonnen und wir tonnen uns Dann um fo eher erholen."
Er setzte sich wieder in den Armstuhl und verfiel in einen sanften Schlaf mit fortgesetzten Träumen, Demi er sprach in abgebrochenen Worten vieles, unter anderem: „Seht Den schönen rreidlichen Kopf, mit schwarzen Locken, in prächtigem Kolorit aus dunklem HuitergrunDe", und später: „FrieDrich, gib mir bie Mappe da nttf den Zeichnungen." M kerne Mappe, iaabent
Tisziplinarkammer, braucht man nickt zu glauben. Daß Peters in mancher Hinsicht über Gebühr getadelt worden ist, daß man ihm Unrecht getan hat mit mancher Behauptung über die Beweggründe feines unerbittlichen Vorgehens, kann man nach den bisherigen Ergebniffen deS Prozesses schon eher glauben. Sicher ich auch, daß er bedeutende Verdienste auf kolonialem Gebiete hat, und daß er pft unter Dem Zwang der Gefahr handeln mußte.
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Der Peters-Prozeß wird hoffentlich die eine erfreuliche Wirkung haben, daß es un Reichstag keine Neuauflage der zeitraubenden und zwecklosen Peters-Debatten mehr gibt, trotz der Ankündigunb des Abg. Bebel. Die Beschuldigungen gegen diesen Afrikaner, dessen Weitblick und Tatkraft nicht zu bestreiten sind, sind offenbar übertrieben worden; andererseits sind auch lvohl seine parlamentarischen Für- sprecher in ihren Beschönigungsversuchen zu weit gegangen. Eine erneute Hinaussendung des Dr. Peters als Reichs- bcamter in die Kolonien durfte aber nicht mehr in Frage kommen, denn die Kolonialverwallung hat an geeigneten Persönlichkeiten mit hinreichender Energie keinen Mangel. Dagegen könnte Dr. Peters seine kolonialen Erfahrungen im Privatdienst, etwa in Südwestafrika, wohl mit Erfolg per- wenden.
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Der Besuch auL England.
Die Norddivision Der englischen Heimatflotte wird wahrend ihrer deinnächstigen Kreuzfahrt in der Ostsee russische Häfen nicht anlaufen. Außer an Der skandinavischen soll nur an der Deutschen Küste Halt gemacht werden, z. B. in Danzig, wo schon vor wenigen Jahren englischen Kriegsschiffen ein erinnerungswürdiger Empfang bereitet worden war. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß der in Aenderung des ursprünglichen Planes angeordnete Besuch der brifischen Norddivision am deutschen Gestade als Vorspiel gedacht ist zu der Novemberfahrt des deutschen KaiserpaareL nach England. Der Flottenbesuch soll ivohl das bessere Verständnis zwischen den beiden Nationen in einem Maße fördern helfen, daß die Monarchenbegegnung als unverbrüchliche Besiegelung, der Situationsänderung erscheint. Die Disziplinlosigkeit in Frankreichs Armee können allerdings auf englischer Seite nur Der Erkenntnis zuträglich sein, wie erwünschter eS ist, das zuverlässige schlagfertige Deutschland zum Freund statt zum Feind zu haben._____________________________________________
AirchLiche Nachrichten, Evangelische Gemeinde.
Sonntag Den 30. Juni, 5. Sonntag nach Trinitatis: Hottesdtensi.
In der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Siehe JohanneLtirche.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrasststent Steiner.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für Die Markusgemeinde.
Pfarrer Schwabe.
I« der IohanneSkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer AuSfeld.
Zugleich Lhristenlehre für die Neukonftrmierten auß Der Johannesgemeinde.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdlenst für Die LukasgemeinDe.
Pfarrer Euler.
Katholische Gemeinde.
SamStag den 29. Juni 1907:
Nachmittags um ö Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag den 30. Juni, 6. Sonntag nach Pfingsten:
Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
, um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
„ um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.
„ um 97, Uhr: Hochamt mit Predigt. *
nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; daraus Andacht mit Segen.
sowie von Dem mit Eckermann befreundeten weimarschen Privat- gelehrten Dr. Weißenborn, daß Goethes letzte vernehmliche'Worte, Die er an seine Schwiegertochter Ottilie gerichtet habe, gewesen seien: „Komm, mein Töchterchen, und gib mir ein Pfötck>en"; oder ähnlich."
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* Hedwig Reicher, Die talentvolle Tochter des großen Berliner Darstellers Emanuel Reicker, spielte am Schauspielhause in Frankfurt a. M. mit bemerkenswertem Erfolg Die Salome. Dem Gastspiel lagen Engagementszwecke zugrunde, Die sich aber nach dieser einen Darstellung noch nicht entschieden haben. Da Fräulein Reicher, Die auch als Maria Stuart hatte auftreten sollen. Die Tarsteltung dieser Rolle wegen Erkrankung am Tage Der Vorstellung absagen mußte.
* Feuerschutz in Theatern. Ter Ingenieur Paul W. Graszynski en .Tempelhof bei Berlin veröffentlicht soeben in einer sehr beachtenswerten Broschüre Die Beschreibung einer von ihm erfundenen Feuerschutzvorrichtung für Theater und ähnliche Versammlungsräume. Ter Verfasser stellt zunächst fest, daß Notausgänge und Treppen bei Theaterbränden g a r n i ch t zur Wirkung gelangen können, wenn Der Ueberdrück auf Der Bühne hie todbringenden Kohlenoxydgase mit blitzartiger Geschwindigkeit in Den Zuschauerraum preßt, bevor noch Die ersten Flüchtlinge Die Ausgänge erreicht haben. Leider ist das aber bei allen TheaterbränDen Der Fall gewesen. Es kann, so meint Gr., Dem Publikum somit ein radikaler Schutz nur Durch eine Einrichtung gewährt werden. Die eine augenblickliche Entleerung Des Theaters bei Vermeidung jeder Panik gestattet. Und diese Ausgabe hat Ingenieur Graszynski in Der einfachsten und sinnreichsten Weise gelöst. Durch Betätigung eines Druckknopfes wird das besetzre Parkett, ohne daß sich Die Besucher von ihren Sitzm zu erheben braucken, fahrstuhlartig bis auf Straßenniveau versenkt, während sich Die dadurch entstandene Leffnung über dem versenkten Parkett durch eine Schiebevorrichtung selbsttätig schließt. Gleichzeitig werden, ebenfalls durch Betätigung Desselben Druckknopfes, sämtliche Ränge durch Jalousien abgeschlossen, was den Rangbesuchern ermöglicht, in aller Ruhe Die Treppen ju benutzen und Den Ausgang zu gewinnen. Tie Kosten einer solchen kompletten Schutzvorrichtung beziffert Der Verfasser nach Größe des Theaters auf 39 000 bis 60 000 Mk.
— Zum Konservator des Münchener iOcünzlabuietts an Stelle des jüngst verswrbenen Unioersitätsprofessors Riggauer ist Der erste Kustos Tr. Georg Habich, ein geborener Darmstädter, ein Bruder Des Bilohauers und ausgezeichneten Kunstkenners, e. annt worden.


