Ausgabe 
25.7.1907 Zweites Blatt
 
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!r. 173

Zweites Blatt

157. S

General-Anzeiger für Oberhessen

schein! »glich mit Ausnahme des Sonntag«.

die ..Aietzener §ami!!enblatter" werben dem ^Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt da« .Xrelsbl-« Iflt den Kttis «ieh.n" zweimal vöchenUich. Derhe,fisch« Landwirt" erscheint monatlich einmal

Donnerstag 35. Juli 1907

Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchen Universitäts Buch- und Steindruckerei R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 61.

Redaktion: ^^112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.

KTO»

Aeutsch-englische $>6tcnh.

London, 24. Juli. Daily News veröffentlicht einen ncrkenswerten Leitartikel, der int Anschluß an des Fürsten loro Gespräch mit dem Figaro-Berichterstatter Huret die ffnung ausdrstckt, die Dätente werde England en so wie Frankreich einschließen. Das radikale ! orgenblatt verurteilt die Bemühungen, Deutschland zu iren. Statt mit Deutschland, Englands einzigem ernst- 'lem Nebenbuhler und tnüglichern Gegner ein Einvernehmen I zubahnen, habe Großbritannien mit dem unbedeutenden I >nnien und dem ztisammengebrochenen Rußland ein Abkommen treffen gesucht. Großbritannien predige im Haag das I icingelium der Abrüstung, suche aber direkt und indirekt >anien anzuregen, seine Marine zu erneuern und bestehe IF dem barbarischen Recht, den Seehandel zu zerstören, was rttschland am meisten zu befürchten habe.

London, 24. Juli. Die Mitglieder der Stadt- rporation, die seinerzeit den Lordmayor nach Berlin gleiteten, gaben heute deut Lordmajor zu Ehren em Früh- ck, wobei als Gast auch der deutsche Botschafter chienen war. Nach Toasten aus König Eduard und Kaiser tlhelm, die mit lauten Beifalls- und Hochrufen aufge- mmen wurden, sprach der Vorsitzende Mr. Benjamin 4rner von dem tiefen und nachhaltign Eindruck, n der Lordmajorbesuch in Deutschland Hinter- ff en habe. In seiner Erwiderung hob der Lordmayor evor, wie angenehm der Aufenthalt in Berlin, und wie i){jartig die Aufnahme und die ihm dort erwiesene Freundschaft wesen seien. Dankbar gedenke er auch beS Empfanges der ijtrlidjen Depesche in Potsdam und der Ehre, die ihnen rite der Botschafter durch seine Anwesenheit erweise. Der ersitzende brachte bann einen Toast auf den deutschen Bot- after aus und erzählte, welche wunderbaren Ver- iberungen Berlin seit seinem letzten Besuch in dieser Önen Stadt erfahren hätte. Besonderen Eindruck hätten auf x die Sauberkeit der Straßen und das Fehlen von RowdieS, ttlern und Trunkenbolden gemacht. In dieser Hinsicht inten sie von der Berliner Stadtverwaltung lernen. Redner loß: Wir fanden die Deutschen als äußerst g a ft* rundliche und praktische Leute, wir genoffen die astfreundfchaft deS Kaisers und bedeutender Stadtver- rltunngen, und wir haben heute die Ehre, den deutschen rtschafler bei uns zu sehen. Die Rede wurde mit lautem isall aufgenommen.

Im ratteren Verlauf deS dem Lordmayor zu Ehren gebenen Frühstücks erhob sich, mit lebhaftem Beifall em- ingen, der deutsche Botschafter Graf Wolff-Metternich folgender Rede: Wenn ich die schmeichelhaften Bemerkungen 3 Lordmayor und der anderen Redner über ihre Aufnahme Berlin richtig deute, so war eS, glaube ich, der ursprüngliche, ^richtigste und warmherzige Willkomm, der ihnen in Berlin boten worden ist und der ihnen am meisten gefallen hat. och so viele Sehenswürdigkeiten und noch soviel Gepränge unen eben menschliche Sympathie und freundschaftliche Ge- inung nicht aufmigen. Vor einiger Zeit war eS fast in ergessenheit geraten, daß überhaupt ein freund- -aftlicheS Gefühl bestanden hat, und erst, als ganz rzlich der Austausch der verschiedenen Besuche vor sich ging, nden die Völker, die durch ihre Tages-, Wochen- und 'onatsliteratur daran gewöhnt waren, mit Mißtrauen auf- nander zu blicken, zu ihrer großen Ueberraschung, daß in >irklichkeit auf beiden Seiten nichts anderes als Gefühle r Freundschaft herrschen. Ihr Besuch in Deutschland hat ich meiner Ueberzeugung den wichtigen Erfolg gehabt, diese e u n d s ch a f i l i ch e n G e f ü h l e, die zurzeit zwischen unseren iden verwandten Nationen in so glücklicher Weise gedeihen, stärken. Ich hoffe, daß der Anstoß, der durch die ver- ).ebenen Pilgerfahrten des Friedens und der freundlichen esinnung gegeben worden ist, fortdauernd wohltätige Er- p Nisse zeitigen, und daß der Austausch von Besuchen ne Gewohnheit zwischen uns werden wird. Mehr rsönliche Bekanntschaft mit einander ist alks, was erforderlich . Solange wir einander kennen, macht es nicht sehr viel ts, waL über uns geschrieben wird. Es mag den Leuten weilen gelingen, andere, welche die wahren Tatsachen nicht nnen, rrrezusühren, wird dies aber weit schwieriger (ein, enn sie erst uns einander bekannt sind. Eine persönliche nnäherung wird mehr als irgend eine Diplomatie zum Ver- indnis dafür beitragen, daß wir keine bösen Absichten genemander haben, sondern miteinander auf gutem Fuße , Frieden zu leben wünschen auf beiden Seiten der Nordsee, ie zeigen, daß unsere nationalen Bestrebungen nicht not- endig gegeneinander prallen, wie es außgeftreut, aber me- als bewiesen worden ist, sie wird die Achtung vor einander rdern, welche die Bürgschaft und notwendige Bedingung r das Verständnis der beiderseitigen Ziele und nationalen arakterischen Züge ist. , , .. . _ .

Nachdem Redner noch daraus hmgewiesen hatte, daß der 'utsche Kaiser den Wunsch gehabt habe, den Lordmayor id seine Begleiter als seine Gäste m Kiel zu sehen, daß .er die Einladung zum Bedauern des Kaisers zu spät ge- mmen fei, fuhr er fort: ,«Seine Maiestat hat an Ihrem esuche großes Interesse genommen und ist sehr erfreut ge- ejen, zu hören, daß cs Ihnen gefallen hat. Es macht nur oßes Vergnügen, Ihnen mitzuteilen, daß der Kaiftr zur rinnmma an Ihren Besuch dem Lordmayor den Roten olerorden zweiter Klasse mit dem Stern verliehen hat und n Sbenffs Sir Thomas Erosby und Sir William Dünn n Hronenorben zweiter Klasse." - Auch diese Rede wurde )r beifällig aufgenommen.

Japan und Korea.

London, 24. Juli. Wie derDaily Telegraph" aus Söul meldet, versucht der Exkaiser Y i - H ö n g, noch immer die kaiserliche Autorität auszuüben. Die Japaner mutzen ihm über diesen Punkt gewisse Belehrungen zukommen lassen. Der alte Kaiser muhte eine zweite Abdan­kungsurkunde unterzeichnen. Der neue Kaiser erließ an sein Volk ein Manifest, in dem er alle Koreaner auffordert, ihm treu beizustehen. Tie Gärung unter dem Volke dauert aber fort. Die Sommerresidenzen von noch zwei Ministern wurden von der Volksmenge nieder­gebrannt.

Nach einer Tokioter Meldung herrscht in Söul tatsächlich, wenn auch nicht formell, das Kriegsrecht. Die Zensur diplomatischer und militarisier Telegramme hat gestern begonnen. In I a p a n drängt Korea die Vorgänge in San Franzisco in den Hintergrund. Eine Massenversammlung, die wegen der amerikanischen Frage cinberufeii war, befaßte sich damit gar nicht, nahm aber eine Resolution üver die koreanische Angelegenheit an.

Paris, 24. Juli. Aus Söul wird gemeldet, daß unter den wegen Komplotts verhafteten Koreanern Prinz Pak Jongho, sowie der oberste Zeremonienmeister ^)P-Doohoi am meisten belastet sind. Die Verhaftungen haben unter den Koreanern große Erregung hervorgerus^i. Die Menge nimmt neuerdings eine sehrdrohende Haltung ein. Drei Kreuzer befördern an 1000 Marinesoldaten von Wusan nach Tschemulpo. Unter den Europäern und Amerikanern nimmt die Besorgnis zu, daß sich der Groll der Einge­borenen auch gegen sie wenden könnte.

Söul, 24. Juli. (Reuter.) Wie es heißt, hat Ito die japanischen Vorschläge dem koreanischen Kabinett heute vorgelegt. Premierminister Vj Wan tz)ong und der Kriegs- minifter überreichten dem Kaiser die neuen Plänezur Regierung des Staates. Die japanischen Vorschläge sollen., obwohl sie die Sicherheit des Thrones nicht ge­fährden, umwälzender Natur sein.

L o n d o n, 24. Juli. Die toreanischenDelegier- ten sind von Southhampton nach Amerika in See ge­gangen. Vor ihrer Abreise wurden sie von einem Vertreter des Reuter scheu Bureaus interviewt, dem der Prinz Ä o n g erklärte, daß sie die Absicht hätten, die Lage Koreas dem Präsidenren Roosevelt zu unterbreiten, sowie die haupt­sächlichen Städte von Anierika zu besuchen. Nach der Rück­kehr nach England, in wenigen Wochen erfolge, würden sie in London ein Unternehmen*ins Leben rufen, dessen Aufgabe sein solle, der P-olitik Japans in Korea entgegen­zuarbeiten. Ob ihre Mission im Haag ein Fehlschlag ge­wesen fei, könnten sie nicht sagen; besonders »wn den DelegiertenGroßbritLnuicns, Frankreichs, Deutschlands und den Vereinigten Staaten hätten fie Versicherungen des Mitgefühls, die diese mit der Lage Koreas empfänden und Zusicherungen von Hülfe empfangen. Die Delegation sei von dem früheren Kaiser von Korea entsandt; durch die erzwungeneAbdankmrg des letzteren werde ihre Mission in keiner Weise berührt, denn des Kaisers letzten Worte seien gewesen:Nehmen Sie persönlich auf mich keine Rücksicht, felbst wenn icy ermordet werden sollte; setzen Sie Ihr Wer!! fort, und stellen Sie die Unabhängigkeit des Landes wieder her." Die Mission der Delegation würde darin bestehen, an die Mächte die Aufforderung zu richten, die Unab­hängigkeit Koreas z-u sichern als eines neutralen Staates wie Holland es ist. Zum Schlüsse erklärten die Delegierten, daß die Abdankung des Kaisers dem japanische Gelde und koreanischen Berrätern zuzuschreiben sei.

Deutsches Reich.

Berlin, 24. Juli. Der Staatssekretär des Reichs-Justizamts hat in einem Bundeserlasse die Regierungen der Einzelstaaten aufgefordert, sich über Wesen und Wirkung der Konkurrenhklausel der Handlungsgehülfen zu äußern, da eine Ände­rung der diesbezüglichen gesetzlichen Bestimmungen not­wendig erscheine.

Als Kommissar des Reichskolonialamts wird, wie derKreuMg." aus B ü ck e b u r g berichtet wird, dem heute nach Süoweftafrika abreisenden Gouverneur von Schuckmann im Herbst d. Js. Bürgermeister Dr. Külz in Bückeburg nach Wnlchuk folgen, um als Referent für kommunale Verwaltungseinrichtungen für die größeren Plätze des Schutzgebietes eine kommu­nale Organisation in die Wege zu leiten.

Der Deutschen Tageszeitung wird bestätigt, daß gegen die Abgeordneten von Liebert und Dr. Arendt, nachdem sie die im Prozeß Peters hegen den Diszrplinar- hof gerichteten AngRfse in aller Form zurückaenommen haben, nichts mehr unternommen werden soll. Nach dem Lokal-Anz. wird demnächst eine amtliche Erklärung in dieser Angelegenheit erfolgen.

Die Ratifikations-Urtunde zu dem deutsch-griechi­schen Auslieferungs-Vertrag ist in Athen ausgewechselt worden. t ,

Auch der Lokal-Anzerger meldet, daß der Gesund­heitszustand des gegenwärtig in Schirke wellenden MinisteriardireLtors Althoff wieder viel zu wünschen übrig läßt und daß der Ministerialdirektor auf ärztlichen Rat alsbald nach Ablauf seines Urlaubs, wahrschemli.ch schon zum 1. Oktober d. I, seinen Abschied nehmen werde. .

Wie verlautet, soll durch den n e ue n B o r s e n g e - setzentwurf das Börsenregister beseitigt und durch gesetzliche Bestimmungen über den Kreis der zum rechts wirksam en AbschMß von Terminseschästen zuzulasfen- den Personen ersetzt werden. Der Entwurf ist, tote f. Zt- berichtet, dem Auudesral schon vor längerer Zeit gangen, aber in den BundesratS-Ausschusjen noch nirfjt beraten worden. , ,

Nach Mitteilung deS Krregsinlnrstemums traten vom o st a s i a t i sch e n D e t a ch e m e n t abgelöste sünszehn Ofsi- riere und 502 Mannschaften am 23. d. M. aus Taku mit dem DampferWillehad" deS Norddeutschen Lloyd bte yem- reife an. Ä . _ . . r r .

Frehtzkadt, 24. Juu. Ber der heutrgen Herrentzaus-

Präsentationswahl wurde Amtsrar v. Joroan auf Klein Obisch im Kreise Gtogau gewählt.

München, 24. Juli. Gerüchtweise verlautet, daß die Verlobung der Erzherzogin Isabella mit )em Pr inzen Conrao von Bayern bevorstehe.

Stuttgart, 24. Juli. Die Erste Kammer hat einstimmig beschlossen, die Negierung zu ersuchen, im Bundesräte für die Prägung von Fünfmark- tücken in handlicherer Form einzutreten. Finanzminister Dr. v. Zeyer erklärte, die Angelegenheit sei im Fluß. Württenberg selbst habe ein Modell angeferttgt, bas kleiner und etwas dicker als das bisherige Fünfmartstück sei.

Der König hat dem Präsidenten des großherzoglich badischen Staatsminsireriums, Staatsminister Dr. Freiherrn von Dusch, Minister der Justiz, des Kultus und des Unterrichts, das Gr kreuz deS Ordens der württem- bergischen Krone verliehen.

AAsLanS.

Molde, 24. Juli. Der deutsche Kaiser machte heute vormittag einen Spaziergang an Land und kehrte um 12 Uhr an Bord zurück. Darauf erlebigre der Kaiser Negierungsgeschäfte. Um 2 Vs Uhr fand Wettrudern statt. Nachmittags begab sich der Kaiser an Land zu einem Spaziergang. > Tas Wetter ist trocken und wärmer.

Wien, 24. ^uli. Beide Häuser des ReichsratA haben heute die Sommerferien angetreten.

Rom, 24. Juli. Ter frühere Minister Nasi und sein Kabinettschef Lombardo sind heute nachmittag vom Direktor des Gefängnisses Regina Coeli der Polizeibehörde über­geben worden. Nasi wurde durch den Polizei-Kommissar nach seiner Wohnung begleitet, während Lombardo durch den PolizeiLmmissiar in das Hospital üb er führt Ivurde.

Tie Wähler von Giardini haben Nasi mit 136 von 137 Stimmen zum Provinzial rat gewählt.

Palermo, 24. Juli. Eine doppelte Meuterei hat gestern hier stattgefunden. Ter Präfekt hatte^ mHeordnet, daß die Carabinieri und Polizisten gleichzeitig die Straßen der Stadt abpatrouillieren sollten. Beide waren über diesen Befehl miß­vergnügt und weigerten sich, dies: Patrouillengänge auszuführen. In Trapani kam es zwischen Soldaten aus dem Norden und solchen aus dem Süden zu Reibereien, die in ein blutiges Handgemenge auszuarten drohten. Es gelang nur mit großer Mühe, die Ordnung wiederherzustellen.

Mailand, 24. Juli. Von einer Prote ft Versamm­lung wegen des A s y l s ka n d a ls zurückkehrende Demon- st r a n t e n zündeten die starke Toppeltür des geistlichen Seminars an und stießen die Scheiben ein. . Polizei und Militär verhinderten das Eindringen in das erzbischöfliche Palais. Tie Correspondenzia dementiert die Meldung, daß eine Maß­regelung von Theologen im Jnlomde und AuslanüL bevorsteht.

Paris, 24. Juli. Aus dem französischen^Kongo- gebiet wird gemeldet, daß der Kommandant Schiltz ein Treffen mit Eingeborenen hatte, wobei Schlitz sowie neun senegalesische Soldaten sielen.

London, 24. Juli. (Unterhaus.) Der Premierminister legte eine Botschaft des Königs vor, in der es heißt, daß der König in Anerkennung der hervorragenden Dienste Lord Cromers in Aegypten ihm ein sichtbares Zeichen des Wohlwollens geben wolle. Er empfehle dem Hause, Cro mer 50 000 Pfund Sterling zu bewilligen. Ter Premierminister kündigte an, er werde am 30. Juli die Bewilligung der Summe beantragen. Einige Nationalisten und Radikale rverden voraus­sichtlich Einspruch gegen die Bewilligung erheben.

Nach einer Meldung aus Port Louis auf Mauritius kam es dort zu Au f r u hr sz e ne n, well der stellvertretende Kolonial- Sekretar Cameron geringschätzige Aeußerungen übep das Beamtentum auf Mauritius gemacht haben soll.

Belgrad, 24. Juli. Tie Regierung stimmte dem An­träge betreffend das H a n d e l s v e r t r a g s p r o v i s o r i u m pi i t Oesterreich-Ungarn zu und übermittelte den serbischen Telegierten ihre Vorschläge.

Konstantinopel, 24. Juli. (Wien. Korr.-Bur.) Kon­sularnachrichten zufolge meuterten 16 00 Soldaten in Hodeidak und verübten in der Stadt Ruhestörungen. Eine Kommission unter Führung des Rates im Finanzminifteriumj Ulema Mahmud Essad Esseiwi sowie des TivisionsgeneralsSabit Pascha iji; nach Bemen abgereist, um die Durchführung der beschlossenen Reformen zu versuchen.

Teheran, 24. Juli. (Reuter.) Tie Konzession für die Errichtung einer deutschen Bank wurde mit geringen Abänderungen die Hauptänderuug besteht in der Verlängerung der Kvnzessionsarbeit auf 45 Jahre gestern vom Handelst Minister und Direktor Gutmann unterzeichnet. Die Kon­zession enthält eine Klausel, die dem Handelsminifter Voll­macht erteilt, die Lage der Bankangelegenheiten einmal jähr­lich zu prüfen, und eine Bestimmung, die der Bank und ihren Tependenzen militärischen Schutz gewährleistet.

New York, 24. Juli. Der Präsident Castro erläßt, wie aus Caracas gemeldet wird, einen Protest gegen das Ver­halten der Machte gegenüber der Drago-Doktrin. Er schlägt vor, daß die aus bein Kongreß vertretenen spanisch-amerika­nischen Länder sich zu gegenseitiger Verteidigung zusammentun. Selbst eine Vereinigung von Mächten sagt er, sei nicht imstande, auf 'dem füdamerikanischen Kontinent erfolgreiche Kämpfe ourch- zuführen. Tie span isch-amer i k^a n i schen Lander wür­den von den vereinigten Staaten, Deutschland und England, die gewissenlose Abenteuerer da­hinsenden, ausge beutet.

Aus Stadt nnd Land»

Gießen, 25. Juli.

** Da§ Großherzogspaar wird, wie uns auS Darmstadt drahtlich gemeldet wird, heute gegen abend mit seinen indischen Gästen nach Darmstadt kommen, um der Vorstellung im Zirkus Corty-Althoff beizuwohnen.

** Sonderzüge anläßlich der Universitüts- jubelfeier verkehren vorn 31. Juli bis 3./4. August auf den Strecken Gießen-Jrankjurt, Gießen-Marburg, Gießen- Dillenburg, Gießen-Lauterbach und Gießen-Büdingen. Sämt­liche Züge fahren nach 12 Uhr ab und halten an allen Zwffchenstationen. Außerdem verkehrt am Sonntag, 4. August, nachts ein Svnderzug nach Alsfeld.

-Erinnerung an das Südwestafrika-Fest. DaS Regiment Kaiser Wilhelm hat, wie uns mitgeteilt wird, aus vielseitigen Wunsch noch Programme vom Südwest- asrlka-Fest unfertigen taffen. Sie können von Interessenten gegen Zahlung von 10 Pfg. für das Stück aus dem Regiments- Geschäftsrimmer in Empfang genommen werden.