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04/09/1907 Erstes Blatt
 
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157. Jahrgang

Erstes Blatt

Gietzener Anzeiger

z

Lebendig genug ist es trotzdem hier noch, wenn auch

die

des

eren. iuar-

monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2. oiertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokallbPft auswärts 20 Pfennig.

Verantwortlich für den politischen Teil:

steuer erledigen und der Gesctzgebungsausschuß der zweiten Kammer bis dahin an die Beratung der neuen Wahl-

Aus Stadt und Land.

Gießen, 4. September 1907.

str. ÄO7

Mrlchetut täglich außer Sonntags.

Mittwoch 4. September 1907

Be-ugSpretSr monatlich 75Pf^ viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen

Das ist der flüchtige Ueberblick über die Tagesereignisse. Sie sind in ihrer bunten Abwechslung rasch vorübergerauscht. Aber auch manch tieferen dauernden Eindruck lassen sie in nach­denklichen Seelen zurück. An jedem Sonntag abeiw hat em kleinerer Kreis von Einheimischen und Fremden auf dem stillen, ellvas abseits und hoch liegenden Schweizerhaus eine Zusammen­kunft, um über die großen Probleme moderner weit» tt _nschan u n g sich auszusprechen. So war es auch am Lud-

Aad-Yauyeimer Wriese.

(Nachdruck verboten.)

II.

Tie Fremdenhochflut der Hochsaison ebbt nun wieder ab. Düngens und abends liegt schon der kühle Herbstduft auf den Feldern, die nun auch endlich fast um einen Monat verspätet abgeerntet sind. An den Baoehäusern beginnt schon die für diesen Winter in Aussicht genommene Bautätigkeit. Tas Badehaus 1, lange Zeit ein Stolz für die Nauheimer, wird abgerissen und die großartige Architektur der Neuanlage wird auch nach dieser Seite hin weitergeführt werden.

Und sicherlich wäre es dem Feinde von damals nicht so bitter.

Und eine andere Frage noch legt uns die Erinnerung an blutige Kriegsereignisse nahe: War die Entscheidung damals auf gar keinem anderen Wege denkbar? Wird sie in Zukunft nicht anders denkbar sein? Müssen sich die Völker immer wieder erst mit den Waffen zerfleischen, ehe sie ihre Be­ziehungen rechtlich ordnen? Gewiß gehen die Ansichten über das Erreichbare und das Nichterreichbare noch weit auseinander. Daß man aber den Krieg immer lieber vermeidet als heraift- beschwört, darüber ist wohl unter denkenden Menschen keitt Zweifel.möglich. Und wenn wir deshalb alles begruben. Was das gegenseitige Verständnis unter den Volkern fordert, so werden wir auch die Idee eines sprachlichen Verstandrgungsmittels unter den Völkern nicht ohne Wohlwollen prüfen, ^chon unser großer Philosoph Leibniz hat den Gedanken gehabt und verschiedene praktische Versuche sind gemacht, worden. Um einen Ersatz fiir die lebendigen natürlich gewachsenen Sprachen soll es sich dabei selbstverständlich nicht hmrdeln, wohl aber erscheint em Hilsv- mittel für bestimmte Zwecke, für Auslandsreisende, für inter- nationale Kongresse und ähnliches ebenso nützlich wie möglich. Und daß die von Dr. Zamenhof in strenger einfacher Logik gebildete Sprache, das Esperanto, leicht erlernbar, wohl­klingend und brauchbar ist, kann ich aus eigener bestätigen: Nur etwa achttägige Arbeit setzte micy Mi Stand, die Reden bei dem Festessen im Teichhaus rm großen und ganzen zu verstehen und sogar selbst einen Toast auszubringen.

Mut und Glauben an ciue Sache, Veriland und Arbeit bringen viel'fertig. Ich denke, jeder Rückblick in die Geschichte muß

Ä Zu welcher Herrschaft über tue Natur und über sich selbst hat es der Mensch schließlich m stetigem Ford- schreiten doch schon gebracht- Weshalb, also nun mit einmal itill stehen wollen? Ohne Kampf, Zweifel und Schwierigkeiten, ist nie etwas zustande gekommen- , M , ,.r , , ..

Welch sckMen Sieg über widerstrebende Naturkrafte hat bit Technik erst eben wieder hier bei uns errungen. Es ist mit den Masserverhültnisjen auf unserer Tauiiussette schlecht be­stellt' Auch die Nachbarstüdte Friedberg und Butzbach haben damit zu tun gehabt und bei dem großen Menschenandrang in unserem Badeort in trockener Sommerzeit machte sich dieser ckedel- stand doppelt und dreifach bemerklick> Mutzte doch sogar schon durch Zirkular früher einmal um,Beschränkung des Wasser­verbrauchs gebeten werden- Jetzt ist ähnliches nicht mehr zu befürchten: Bad Nauheim ist an die staatliche Gruppenwasser- Versorgung angeschlossen, die weit von der Höhe des waldigen Vogelsbergs her das reine kühle Naß herüberführt-

Auch moder ein Ansporn zum Weiterarbeiten!

Dr-Strecker.

werden soll.

Inzwischen sind nun, wie wir Nüssen, verschiedene Ver­suche unternommen worden, die Kammerarbeiten wenig­stens insofern zu fördern, daß der Gesetzgebungsausschuß Der ersten Kammer bis zum September ine Wertzuwachs-

Gesetzgeberische Aufgaben in Kessen.

Darmstadt,2. Sept. ;

Ter September hat bereits seine Herrschaft angetretcn ' mib das Laub fällt von den Bäumen, aber die Politik liegt

uns noch in tiefster Sommerruhe. Es ist auch keine -Aussicht dafür vorhanden, daß sie bald daraus erwachen müroe. Als die zweite Ständekammer zu Ende Juni d. I.

diesmal von so wenig positiven Ergebnissen begleitete ' setzgeberische Tätigkeit zum vorläufigen Abschluß brachte, Ersuchte man sich vielfach mit der von manchem Optimisten ^nährten Hoffnung zu trösten, daß die beiden Kümmern angesichts der Ueberlast der noch rückständigen großen parla­mentarischen Aufgaben sich wohl zu einer kurzen September- taauim entschließen würden, die man für um so dringender linb zweckmäßiger erachtete, als eine Anzahl größerer Ge­meinden bekanntermaßen ein sehr wesentliches Interesse daran hat, die Wertzuwachs st euer möglichst bald von der Gesetzgebung verabschiedet zu sehen; auch die vielen Interessenten an dem neuen Jagdgesetz, dessen Revision schon vor etwa zehn Jahren vom 30. Landtag einstimmig ^fordert wurde, erwarten mit Ungeduld die endgültige Re­glung dieser sowohl sür die Landwirtschaft, wie für Staat imb Gemeinden so wichtigen Gesctzesmaterien. Tie Re- nerung hatte den Gesetzentwurf, betr. die Ausübung der -fagd und auch einen Entwurf sür ein Jagdpolizeistrafgesetz schon im 32. Landtag zur Vorlage gebracht. Es wurden ledoch nach längerer Verhandlung darüber beide Gesetz­entwürfe im Einverständnis mit der Kammer von der Re­gierung behufs Umarbeitung resp. Verschmelzung mitein­ander wieder zurückgezogen. Tie neue Regierungsvorlage, mit welcher nun auch für unser Grohherzogtum auf diesem Gebiete einheitliches Recht geschaffen werden sollte, batte in sehr gründlicher Beratung den Gefttzgebungsaus- schuß beschäftigt und die Kammer war drauf und dran, die Vorlage zu einem befriedigenden Abschluß zu bringen, als plötzlich einige auf ihre besondere Bauernfreundlichkeit pochende Abgeordnete Bedenken gegen den die Ausübung des Jagdrechrs durch den Grundbesitzer regelnden Art. 17 ff. erhoben, die angeblich alte reaktionäre Bestimmungen kon­solidierten. Mit dieserAufforderung zum Tanz" wurden bekanntlich im letzten Moment auch die Sozialdemokraten mobil gemacht, die mut ourch ihren allezeit blindlings voranstürmenden Führer Ulrich die Streichung aller acht darauf bezüglichen Artikel des Gesetzes verlangten. In­zwischen waren dann auch von bauernbündlerischer Seite oeitere Bedenken erhoben uud schließlich wurde in der brückenden Sonnenhitze die allgemeine Unlust am Gesetze- machen so start, daß sich die große Kvmmermehrheit dazu entschloß, die ganze Erledigung der Vorlage nochmals zu vertagen. Tie Verabschiedung des Jagdgesetzes ist damit wieder auf die lange Bank geschoben und wenn die Kammer wirklich gegen den Willen der Regierung dem radikalen Trängen sorgt und die Artikel, die im Ausschuß von keiner Partei' beanstandet worden waren, in dem angedeuteten Sinne avändert, so ist nicht abzusehen, wie eine Verständi­gung darüber mit dem anderen Hause überhaupt erzielt

wiastag gewesen. Und als der Vortrag, der sich an das gewaltige Thema des G o t t e s b e g r i ffs herangewagt hatte, beendet war und wir auf den Balkon hinaustraten, von ewigen Dingen innerlich bewegt, da bot die nächtliche Landschaft emen wunderbaren Anblick: Blutigrot stand der Mond ungewöhnlich groß scheinend am Himmel und in dunkeln Umriffen traten aus seinem gespenstischen Licht, die Umrisse der Baume, der Häuser und Kirchen, der nächstliegenden Hügel hervor. Feierlich still war's und Welt und Leben wie zu einem ^raurn ver­flüchtigt. Ta mit einmal brach ein Donnern und Krachen los, Raketen und Leuchtkugeln stiegen hochschießeud auf, dicken Pulver­dampf qualmend wie eine schwere Last unter sich laßend. Lann immer andere seuerstrahlende Bilder und Figuren, immer tolleres Getöse, immer dichterer Rauch, und Stadt und Hügel, und Himmel und Mond verschwanden für einige Zeit, bis endlich mit dem ruhig aufleuchtenden Großh. Wappen das Feuerwerk schloß. Und bann verzog sich der Rauch wie der nach Tausenden zählende Menschenschwarm. Die Stille erschien noch feierlicher als zuvor und höher und Heller stand wieder der Mond am Himmel, vor sich die farblosen Umrisse der irdischen Lmge: als sollte sein erhabener Anblick über all dem prasselnden und flammenden Menschenwerk nur an dessen Flüchtigkeit und Un­zulänglichkeit gegenüber höheren Dingen erinnern.

Aber muß alles Menschenwerk nur so vergängliches Schein­werk sein? Fühlen wir nicht in uns auch mit emem höheren Leben Verwandtschaft? Gibt es nicht auch für uns.ein Wirken und Schaffen, bei dem uns deutlich, zu Bewußtsein kommt, daß wir damit erhabenere, tiefer gegründete Pflichten erfüUen ?

In dieser inneren Beziehung zu allgemeinen ewigen Dingen lieat der Trost dessen jedes vergängliche Leben bedarf. 9cur üon hicc au8 fällt auch ein Schimmer der B-rklarmrz zuruck au, die blutgetränkten Gefilde von Sedan. Das Schicksal ledes Einzelnen ist ein Stück Schicksal der Menschheit, eingeflochten in die Kette der EntwicklunaLnotwcudigk-lten. Mögen die Toten bei Sedan gefallen sein für unser siegreiches Vaterland oder für die sieglose Sache unseres Gegners: Sie waren Opfer der vorausgegangenen Verwicklungen, sie waren aber auch Anfänge neuer sortfchreitender Entwicklungen Für unser Volk bedeutet jener Tag Großes. Es wird fich jeber nocf) zurückfühlen können in das erleichterte Aufatmen, das. damals durch unser Volk gegangen sein muß, als ihm diese große Entscheidung glücklich ausfiel. Nur freilich wollen wir auch großmütig des Gegners Gefühle begreifen und schonen. Und grade in einem internationalen Badeort drangt sich einem wohl iwch mehr wie sonstwo der Gedanke auf: W es ha l b f e i e r n w i r nicht statt des Sedantages lieber den 18. -Januar? Dort überwiegt das Negative, die Niederwerfung Frankreichs; hier das Positive, die Begründung unseres Reiches. Wurde das nicht auch besser den Nationalfeiern der anderen Völker entfprechen?

rechts Vorlage herantreten wollte. Beides hat sich aber leider als unausführbar erwiesen und da nun auch Präsi­dent Haas nach dem Süden abgereist ist und auch Minister l Braun teils durch Urlaub, teils durch seine Anwesenheit 1 an einem Kongreß in Berlin bis Eirde September von I Darmstadt ferngehalten sein wird, so muß ein Mederbeginn der parlamentarischen Arbeiten in diesem Monat als aus­geschlossen gelten. Umsomehr aber wird dann alles dran­gesetzt werden müssen, die kommenden Herbstmonate für die Gesetzgebung eifrig auszunutzen und das im September ver- äumte nachzuholen, was ja auch bei gutem Willen leicht zu ^möglichen sein wird.

Tas Zustandekommen der Wertzuwachssteuer ist unseres Erachtens vollständig gesichert; die Verständigung darüber zwischen beiden Kammern kann nicht schwer fallen. Es ist durchaus falsch, wenn in einem demokratischen Blatte die Behauptung aufgestellt wurde, daß die erste Kammer gegen das Zustandekommen der Vorlage sei. Wer die parla­mentarischen Verhandlungen genauer verfolgt hat, der muß wissen, daß der Ausschuß der ersten Kammer mit der von der zweiten Kammer beschlosjenen Fassung der Vorlage völlig einverstanden war und daß der Ausschußbericht­erstatter, Frhr. Hehl zu Herrnsheim, beim Plenum der ersten Kammer die unveränderte Annahme 'bean­tragt hatte. Erst durch die von dem Oberlandesgerichts­präsidenten Lipp old erhobenen Bedenken resp. Vorschläge juristischer Art in einzelnen, nicht prinzipiellen Punkten, deren Berechtigung auch von den Regierungsvertretern an­erkannt wurde, hat sich das Plenum zu dem Beschluß ver­anlaßt gesehen, die Vorlage noch einmal an den Ausschuß znrückzuverweisen. Ob übrigens für die Städte, welche die Einführung der Wertzuwaci)ssteuer einzuführen, durch die Vertagung der Entscheidung wirklich ein Verlöt entsteht, möchten wir bezweifeln. Es handelt sich hier nämlich um ein Steuergesetz, und solche Gesetze sind in Hessen wohl noch nie zu einem anderen Termin, als zum Beginn des neuen Etatsjahres in Kraft getreten. Wie wollte man auch mitten j.m Jahre die ordentlichen Buchungen der Einnahmen und Ausgaben aus diesem Gesetz unterbringen? Es erscheint uns auch fraglich, ob die Einsühvung eines neuen Steuer­gesetzes außerhalb der ordentlichen Etatsrechnung überhaupt als zulässig erachtet werden kann!

Ten wichtigsten der im Laufe der kommenden Tagung zur Debatte stehenden Gesetzentwürfe wird zweifellos die neue Wahlrechtsvorlage bilden. Man bat ja schon im voraus sich genugsam bemüht, ihr ein stilles Grab zu graben und bezeichnet es als absolut selbstverständlich, daß jede Verständigung darüber zwischen den beiden Stände­kammern ausgeschlossen sei. Nun, zunächst erscheint uns doch gar zu deutlich auch hier der Wunsch als des Gedankens , Vater. Wir können authentisch erklären, daß alle in ein- : zelnen Blättern aufgetauchen Andteutungen über stattge- . habte Besprechungen darüber innerhalb der nationallibe- : raten Partei oder zwischen den einflußreichen Persönlich- : leiten beider Kammern völlig aus der Luft gegriffen sind. Zunächst steht nur das eine fest, daß die Gesetzgebungs­ausschüsse beider Kammern entschlossen sind, sich sogleich nach dem Wiederbeginn der parlamentarischen Session ein- geyendmitder neuen Vorlagezubesch ästigen. Nicht ohne Interesse wird dabei fein, zu erfahren, daß zum Ausschußreferenten der ersten Kammer dies­mal nicht, wie bei der früheren Beratung ein Standesherr, sondern der Kanzler der Landesunwerjität Gießen, Geh. Justizrat Prof. Tr. Schmitt ernannt worden ist, während

der Ausschuß der zweiten Kammer das schwierige Amt des Referenten voraussichtlich seinem jetzigen Vorsitzenden, Justizrat v. Brentano, übertragen wird. Man dürfte im übrigen gut tun, zunächst einmal ganz ruhig abzuwarten, wie sich die Entwickelung der Dinge in den beiden gebungsausschüssen gestalten wird! .

Vom Großherzoglichen Hose. Die Prin­zessin von Schleswig-Holstein ist, n. d.Darmst. Ztg.", am Dienstag nachmittag gegen 6 Uhr zum Besuch in Jagdschloß Wolfsgarten cingetrofien.

* Neuer Konsul. Der zum Konsul sür Griechenland ernannte Friedr. Goldschmidt in Ntainz, der das ReichS- exequatur erhalten hat, ist zur Ausübung konsularischer Funktionen im Großherzogtum zugelassen worden.

Bestätigter Beigeordneter. Se. Kgl. Hoh. der Groß Herzog haben dec durch bie Stadtverordneten-Ver- sammlung zu Bingen erfolgten Wahl des Rechtsanwalts Franz Jos. Rech zu Bingen zum unbesoldeten Beigeordneten der Kreisstadt Bingen die Bestätigung erteilt.

** Lehrerpersonalien. Ueberrragen wurde dem Lehrer Christian Adelberger in Michelstadt i. O. eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu.Over-Ramstadt. Er­ledigt sind: Tie mit einem evang. Lehrer zu besetzende 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ga m m els b a ch. Tem Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentations­recht zu. Ferner eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Flörs­heim. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.

* * G i e ß e n e r B o l k s b a d. Im August wurden 10 560 Bäder verabreicht gegen 13 396 im Juli 1907 und. 9520 im August 1906 ober un Durchschnitt pro Tag 341 Bader gegen 432 un Juli 1907 und 307 im August 1906. Der Besuch im einzelnen hat sich

ivie folgt verteilt:

Schwimmbad: 3441 Männer, darunter 758 zu 10 Psg., 1561 Frauen, u 415 u 10 Wannenbäder 1. Klasse 288 Männer, 142 Frauen, , 2. , 801 670 ,

Brausebäder 1. Klasse 1049 Manner, 161 Frauen, 2. 2015 299

Dampf- u. Heißlustbäder, sowie Massage zus. 94 Männer, 39 Frauen. Die Persorienwage ivurde von 220 Personen benutzt.

** Warnung vor Gehe im mitte tu. Die Darmst. Ztg." schreibt: Unter der BezeichnungAugen- wol!" (!) bringt neuerdings ein Berliner Optiker und seins Frau unter der FirmaAugenwol, G. m. b. H.", einreelles Präparat zur Stärkung der Augennerven" alseinzig da­stehendes und unvergleichliches" Mittel zurVerbesserung der Sehkraft" und zur Verhütung des Abnehmens der Seh­kraft in den Handel. Die Zusammensetzung des Mittels wird geheim gehalten. Nach amtlichen Untersuchungen be- Kt das Mittel aus einer wässerigen Lösung von Kochsalz, ääure, Glyzerin und Zucker mir einem geringen Zusatz von Alkohol, mit Teerfarbstoff gelb gefärbt und mit Rosenöl parfümiert. Die ihm in den Ankündigungen ber- aelegte Heilwirkung besitzt das Mittel nicht. Ter Verkaufst preis (3 Mk. für das Fläschchen mit 50 Gramm) ist außer­ordentlich hoch; die gleiche Menge würde in der Apotheke zubereitet 1 Mk. bis 1.25 Mk. kosten. Vor der Anwen­dung des Mittels muß daher gewarnt werden!

** Vorn Manöver. Das 18. Armeekorps konzentriert sich allmählich in der Wetterau und dem südweftlicheii Vogels-

Gießener Anzeiger V-n irn W-chl- mit wrn hessischen Landwirt ie 6W»« Samiliem hiatter viermal in der Lebe beigelegt und .weimal wöchentlich das Ir.Ubl-« für üen Kreis «iejeit Feruwrech-An-

General-Anzeiger für Oberhessen

Tagesnummer Hotatiotisbrutf und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulftratze 7. AnzeigenteilBeck. hjS vormittags 10 Uhr.

Operettenspielzeit und die Symphoniekonzerte beendet und die Besetzung der Kurkapelle schon etwas schwächer geworden ist. Gui Konzert des Kunstpfeifers Gualdini und ein Vortrag bekannten Herrn von Hesse-Wartegg über Indien boten Abwechslung. Dazu kam eine ganze Reihe, festlicher Veran- ftaltungen. Der Kriegerverein feierte die kaiserliche Ver­leihung einer Fahnenschleife. Auf der Terrasse erinnerte eine Lampionbeleuchtung und ein entsprechendes Konzertprogramm an den Geburtstag des Kaisers von Oesterreich. Der Ludwigstag wurde mit einem prächtigen Feuerwerk und heute der Sedantag wieder mititalienischer Nacht" und Militärkonzert festlich be­gangen. Die Anwesenheit des russischen Dr. Zamenhof gab Ben hiesigen Freunden des Weltsprachengedankens Gelegenheit zu einet Feier. Wer also Unterhaltung sucht, braucht^ sich auch über diese Tage des ausgehenden Sommers nicht j 3u dem allen führt die Manöverzeit militäri! , tierung her und die erhöhte Zahl der bunten Röcke auf der Terrasse und auf dem Tennisspielplatz gibt dem Badeleben grade zum Schluß noch einen neuen Reiz. Ein besonderer Ball unKaiserhof" für die anwesenden Offiziere wird für die weib­liche Hälfte der Kurgastbevölkerung noch einen Höhepunkt be­deuten, wahrend die Einheimischen mehr die Last empfinden und die ganz ungetrübte Freude nur der Jugend überlassen, der natürlich ein paar richtige Soldaten mit dem blinkenden Lelm und dem unheimlichen Gewehr hundertmal interessanter sind, als die vornehmsten und berühmtesten Kurgäste. Das ist noch der unverfälschte Charakter der Kleinstadt, die keine