Ausgabe 
2.11.1907 Drittes Blatt
 
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Nr. 25t

Drittes Blatt

Seneral-Anzeiger für Oderhessen

November

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Redaktion. Exvedüton unö »rucfcrtt Gchul-

7. Exveditwn unfc Verlag 61 aiebattion.&ssna. Sel-Mbt. «n,rtflrr»lr6m.

erfdietnl taqU® mU Ausnahme Oes Sonntags.

®teSletzkner $amilknb!ätlcf werden dem ,8Inäelfler* otcnnal wöchentlich beigeleq, das ,Xr-,?dI°n ffit den Kreis (Meßen" zwe.mal wöchentUch. Der ..kjelstsche Landwirt" erschein, manatltch einmal

DerMLstchter.

* Das Vermögen der Völler. Gelegentlich des großen Bankkrachs in Newyork, der so viele Existenzen zu­grunde gerichtet hat und in Amerika eine heillose Panik her- vorrief, hielt man es für angebracht, allen Angriffen zum Troß, zu betonen, daß die Vereinigten Staaten das zweit- rcichste Land der Welt seien, da ihr mobiles Vermögen 110 bis 115 Milliarden beträgt. Es lvird nur vou Groß­britannien übertroffen, das Amerika mit seinen 125 bis 150 Milliarden iveit in den Schatten stellt. Frankreich, das sich gern in rühmender Weise denBankier der Welt" nannte, fungiert mit seinen 95 bis 100 Milliarden erst an dritter Stelle. In der Mitte zwischen den oben erwähnten Ländern und den übrigen, die einen erstaunlich kleinen Mobilbesitz ihr eigen nennen, steht Deutschland mit seinen 60 bis 65 Milli- ardeu. Dann kommt in der statistischen Berechming ein großer Sprung, der zu Rußland führt, das 20 bis 30 Milliarden hat. Oesterreich mit 20 bis 22 Milliarden, Italien mit 10 bis 12 Milliarden und Japan mit 6 bis 10 Milliarden stehen an letzter Stelle. Tie Stellung Teutschlanos in dieser Liste verändert sich bcdeiitcnd zu seinen Giinsten, wenn die immobilen Werte gleichfalls m Berechnung gezogen werden.

Ans StaOt nnd gaitfc.

Gieße u, 2. Nov. 1907.

- Kunst verein. Die Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand i|t von morgen, Sonntag, an wieder läglich zugänglich. Sie ist mit Ausnahme Samstags von 11 bis 1 Uhr, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nach- luttags und Sonntags von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen geöffnet.

Hessische Handwerkskammer. Tie Königliche iiisenbahndirektion in Berlin hat auf Veranlassung einer Firma in Potsoam beantragt: 1., frisches Gebäck in das Verzeich­nt oer zur Beförderung in Privatgüterwagen zuge- la^senen Güter auszunehmen, und 2., die Frachtberechnung snr gebrachte l ee reGe a ka ste n (Kisten), wenn siö in zur Beförderung von frischem Gebäck besonders eingerichteten Wagen verladen werden, derart festgesetzt lvird, daß die Fracht für büö wirkliche Gewicht der Frachtbriefsendung mindestens jedoch für 1000 SiKogramm für jeden Wagen und jede Frachtbries- stndung zu den Sätzen des Spezialtari'is III berechnet wird, wenn sich nicht für das halbe Gewicht nach den Satzeir der allgemeinen Stüctgutklasse eine billigere Fracht ergibt. Vorstehende Anträge in Berlin sind in b<er Sitzung der ständigen Tarifkommisswn am 10. September ds. Js. angenommen worden, unterliegen aber noch der Bestätigung der im Dezember ds. Js. zusammentretcnden Eeneral-Konserenz oer deutschen Eisenbahnen. Ta bei Verwirk­lichung der fraglichen Anträge für die Folge frische Backwaren in entsprechend hergerichteten Privatgüterwagen zur Versendung kommen würden, liegt die Gefahr nahe, daß großkapitalistisch geleitete, unter günstigeren Bedingungen arbeitende Geschäfte den mittleren und kleineren Bäaereibetrieben eine empfindliche Kon­kurrenz bereiten werden. Auch kann ein Bedürfnis für die

Eure Autorennbahn im Vogelsberg?

,h 3u dieser Frage die timt einem Frankfurter Blatt be­sprochen wurde, wird unZ vom Vogelsberg 30 Oki geschrieben: '

ist nicht zu glauben, nun wird auch noch unser schöner Vogelsberg (vergl. Nr. 253, 3. Blatt) als Terrain für die Autorennbahn in Vorschlag gebracht. Im Vogelsberg freute man sich schon, als man alle möglichen anderen Gegenden in Vorschlag brachte und dabei an den Vogelsberg nicht dachte, lieber diesen Gedanken zum ernsthaften Projekt wird es hoffentlich nicht kommen rst man allgemein sehr wenig erbaut. Vor allem jeder rechte Volks- und Naturfreund muß einem solchen Plane feindlich gegcnüberstehen. Welche Vorteile nennt der Einsender des obengenannten Artikels? Die nicht allzu dichte Bevölkerung, sowie der Umstand, daß sehr viel Wal> in Staatsbesitz ist, sprachen ja dafür. Auch daß noch wenig Bahnen das be­treffende Gebiet durchschneiden. Doch das soll ja hoffent­lich in den nächsten Jahren anders werden und durch die für uns mehr als zweifelhaften Vorteile einer Auto­rennbahn lassen wir unö unsere Bahnbauprojelte nicht beein­trächtigen. Drollig aber hört es sich an, wenn der Ein­sender die landschaftliche Schönheit uno die nervenstärkende reine Lust des Vogelsbergs als Vorzüge anführt, die für Errichtung einer Autorennbahn sprechen. Sollte es wirklich die Ansicht des Einsenders sein, daß eine solche Rennbahn zur Vermehrung der landschaftlichen Reize, daß die lieb­lichen Düfte der Autos zur Erhöhung dernervenstärkenden reinen Luft" beitrügen? Wir freuen uns, daß die Zahl der Touristen von Jahr zu Jahr zunimmt als ein Beweis dafür, daß die Schönheiten unserer Berge in immer weiteren Kreisen gewürdigt werde, daß auch immer mehr Sommerfrischler unsere lieblichen Täler sich zu längerem Aufenthalte wählen, um ihre Nerven in der reinen Lust stärken zu lassen. Tou­risten aber und Sommerfrischler bringen Verkehr und Ver­dienst; die die reine Luft verpestende Autorennbahn würde mit einem Schlage diese alle vertreiben auf Nimmer­wiedersehen. Im Jntere,se unseres Gebirges und seiner Bewohner sollte gerade die Staatsbehörde diesem Projekt sich widersetzen.

Uns beschü,tigt vielmehr ein anderes Projekt, das unferm Vogelsberg tatsächlichen Vorteil zu bringen imstande ist: der B a h n b a u M ü ct e - U l r i ch ft e i n. Eoen ist ein Ingenieur der Firma Lenz u. Co.-Berlin mit Vermessen und Abstecken der Bahnlinie beschäftigt. Daß alle interessierten Gemein­den vorher eingeladen worden wären, an Ort und Stelle ihre Wünsche über die Bahnanlage zu äußern, davon ist nichts, bekannt geworden. Die Zeitungen meldeten in diesen Tagen die rührige Tätigkeit der hessischen Regierung in der Riedbahnangelegenheit. Wäre es nicht unumgänglich nötig, daß auch vor definitiver Festlegung des Ohmtal­bahngleises von der Regierung die Wünsche aller Jnter- e)feilten gehört würden? Es ist doch seltsam, daß in fast allen Orten des Ohmtals die Ansicht herrscht, nicht der westliche, sondern der östliche Höhenzug sei bezüglich der wirtschaftlichen Interessen und der technisch-leichteren Aus­führbarkeit der geeignetere. Nach dem jetzigen Projekt soll, so sagt man, zur Ersteigung der letzten loüo Meter bis zum zukünftigen Ulrichsteiner Bahnhof ein Umweg von 6 bis 7 Kilometer nötig fein!!! Hoffentlich ist in dieser Ange­legenheit noch lange nicht das letzte Wort gesprochen.

parlamaitari^cs aus Hessen.

$eL - Kainnwr i.c eine R e g i e r u *i g v u c t a q e an­gegangen, nach uer D ie seither zur Belohnung des Aufsichts- persoualS verwendeten S t r a s a n t e i l e aus den Geld­strafen, die wegen Zuwiderhandlung gegen Polizei-, Feld- polrzei-, Forslpolize.-, Jagdpolizei- Steuer-, Zoll-undOktror- oorschristen ertannt worden sind, in Zulünft nicht mehr at währt werdem xte Sbcirägc, die dadurch verfügbar wer­den, verbleiben der Staatskafse. Es bleibt Vorbehalten je­weils aus den Einnahmen von Polizeilichen Geldstrafen bestimmte Betrage für besondere Zwecke vorzusehen Es ist m Aussicht genommen, 40 000 Mk. jährlich für die neu zu gründende Fursorgelasfe für die Beamten der Landgemein­den und weiteren Kommunalverbände zu verwenden) Den beim Inkrafttreten des Gesetzes im Amt befindlichen Mann­schaften des Gendarmeriekorps wird als Entschädigung für Die wegfallenden Strafanteile ein Betrag von jährlich 100 Mk. gewährt, ebenso sollen bestimmte (im Gesetz näher bezeichnete) Gemeindebeamten des Polizeiaussichtsdienstes eine jährliche Vergütung aus der Staatskasse erhalten. In der Begründung des Gesetzentwurfes wird dar­gelegt, daß der Fortfall der Strasanteile den Grundsätzen der Besoldungsordnung vom 9. Juni 1898 entspricht und daß mit dem Wegfall es in Uebereinstimmung mit der heutigen Anschauung steht, daß der Denunziant an den erkannten Geldstrafen nicht beteiligt sein soll. Aus einer der Vorlage beigegebenen Uebersicht über die Strasanteile in den letzten 10 Jahren 1896 bis 1905 ergibt sich, daß der Anteil der dem Aussichtspersonal zuerkannten Strasanteile jährlich zwischen 70196.36 Mk. (1896) und 91369.36 Mk (1901) schwankte und 1905 89 061.36 Mk. betrug. Die der Gendarmeriekorpslässe in diesen 10 Jahren überwiesenen Beträge schwankten zwischen 18 865 Mk. (1896) und 29 770 Mk (in den letzten 6 Jahren), die den Kreiskassen überwiesenen Zwischen 40683.40 Mk. (1896) und 52 270 Mk. (1901) Unter den durch das Gesetz in Fortfall kommenden Bestim- inungen rft auch der § 29 des Reglements über die Erhebung and Kontrollierung oes städtischen Oktrois zu Gießen vom 21. Juli 1843 angesührt.

(fine Vorstellung der Steueraufseher des Aroßherzoglums, die der 2. Kammer zugegangen ist, ersucht am Verleihung eines von 3 zu 3 Jahren um 200 Mk. steigenden Gehalts von 1600 bis 2700 Mk. (gegenwärtig 1300 bis 1800 Mk.), Einreihung in die Klasse der Subaltern- ücamten, Beförderung %u Steuereinnehmern und Assistenten, fowie Kanzlisten bei. den Hauptsteuerämtern, Abschaffung )es Begleitungs- und Bewachungsdienstes und Uebertragung Desselben an eine neu zu errichtende Beamtenklasse und Erhöhung des Kleidergeldes aus 120 Mk. jährlich.

beantragten Maßnahmen nicht feßaestelst

SAU 1 s ch c Handwerkskammer 'hat daher inCpvtMv^ ~ -ßeiie zu den eingangs bezeichneten Anträgen Stellung und wird in Wahrung der Interessende--

Säubern Gutachten bie «SS\ El"=

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das UMksstst' ÄubeÄ finbet hier mit HaDn en.ro ei 6 c. Die Fahne, d,e in ki"msüen,chlt Hand'

L°°sph°, 31. Ott. Auf der Grube Storch und Schoneberg bei Gosenbach, wo vor wenigen Tag?n der locrgmann Meister durch herabsallendcZ Gestein getötet wurde kam gestern der Bergmann Jr te aus Buschen, ein Vater von J Kindern, aus dieselbe Weise ums Leben.

+ Biedenkopf, 31. Okr. Zu b r f- i s ... < haltenen Generalversammlung der /-V; 7' «iSU?r sCC ^-'^7^02 1. Tireluu Landrai'v. Äein vura aus Wiesbaden erschienen Ter lom. Lanorat, Rcgieruna'chi .->? xr. Daniels dankte dem Herrn v. Heimburg namens öcü :^ere'ns für seine l-Mhnge selbstlose Hingabe für die gemeinnä a? '- -

ttr überreichte ihm als Andenken ein silbern>5 Sc wüe öem erstatteten Bericht betrugen die abgeschlossenen Vmischeri * 'n Ä Januar bis 30. Juni d. Js. Ö/24. An Beüeägen'und EmtrUlbgeldcrn waren emgegangen 33713.30 Mk. nn ttoten tn dem abgclaufcneu Halbjahr 42 Bi hbcsincr auitthnii» d°r »Irenes 46 Biehb-jitzer dem «iein bei. 'Mp'S btehC 10Cl.Ascrdcn wIto Mk., bei blind- üici, 10 /33.60 Ml., bei v^chweinen au3u.2O Mk., bei 'uwi u4l Mk., zusammen 51 716.80 Mk. Seit 1. Juli d. vLHm eingetreten: im Kreise 32 und außerhalb des Kreises 94 Vieh-

J0-gJLcr) d" Zeit vom 1. Januar 1907 bis heule 214 Viehoesiher. An Entschädigungen wurden bis heute gezahll: bei Pferden 25 087.o0 bei Rindvieh 19 128.60 Mk. bei §(^^bmen 8882.20 Mk., bei Ziegen 446 Mk., zusammen 53 541.30 9- -^Auste bei Pferden sind sehr stark und werden, sofern keine xleiiocrung em tritt, eine 9!achschußerhebung bedingen. Ter Reomungsabschluß für 1907 wird dennoch, iuenn ilicht noch außer- gewöhnliche große Verluste eintreten, günstiger sein.

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