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iden."
Diese Angaben sind vollkommen richtig. Tatsächlich iert die Verwendung des Luftballons als Kriegsmittel i dem letzten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts. Die ersten ütärischen Versuche mit einem Fesselballon wurden 1793
Meudon in Frankreich angestellt, und 1794 traten bei französischen Armee bereits zwei Luftschifferkompagnien . Doch da sich die großen Erwartungen nicht erfüllten, i Bonaparte noch in demselben Jahre diese Kouwagnieen lösen. I
ruug noch zu wenig beachtete Tatsache, daß die Kosten der sechsjährigen Ausbildung eines Lehramtskandidaten zu hohe sind uno jedenfalls in keinem Verhältnis stehen zu der durchschnittlichen Besoldung des angestellten Lehrers. Wer will es den Eltern verdenken, wenn sie Anstand nehmen, ein Kapital von mindestens 6000 Mk. für die sechsjährige Ausbildung ihres Sohnes an der Präparandenanstalt und dem Seminar aufzuwenden, solange ihm dann in irgend einem weltfernen Dorfe, für das er sich der Unterrichts-^ Verwaltung gegenüber auf mehrere Jahre verpflichten muß, eine Besoldung winkt, wie sie etwa Hausdienern zuteil wird. Will also die preußische Negierung die Lücken an den bestehenden Lehrerbildungsanstalten füllen und den neu zu errichtenden Instituten einen guten Besuch sichern, dann wird der Finanzminister Lieser in den Beutel greifen und zu einer Gleichstellung der Lehrergehälter mit den Bezügen der Subalternbeamten 1. Klasse die Hand bieten müssen, damit der Eintritt in den Lehramtsberuf lohnender erscheint. Anderenfalls wird es den Ausbildungsanstalten auch unter dem Regime des Herrn Dr. Holle an der aus-i reichenden Zahl von Schülern fehlen.
Der Luftballon im Dienste des Krieges.
Alan schreibt uns aus unferem Leserkreis:
Gemeinhin ist man der Ansicht, das; der Luftballon zum ersten xle im siebenztger deutsch-französischen Kriege seitens der anzosen zu Zwecken der Beobachtung der Stellungen des Feindes ) um ans abgelagerten Festungen die Freiheit zu gewinnen, benutzt rden sei; dem ist jedoch nicht so. Ich lese nämlich soeben ällig in den; zu Hamburg, in der Hofsmannscheu Buchhandlung, September des Jahres 1795 erschienenen .Politischen Journal, ,sl Anzeige von gelehrten und anderen Sachen" unter den; el ,IX. Teutscher Nrte g", auf Seite 951, was folgt: „In ien Tagen (gemeint ist der 9. und 10. September 1795) stieg r Mainz ein Gallon in die Höhe, und einige Offiziere in stelben reognosirten diese Festung in der Lust, nach der neuen indimg, beiv.t sich die Franzosen schon öfters mit so großen; olge, besonders bey FleuruZ, und bey Ät ast richt, teilt haben, ein Gebrauch der Luftballons, worauf die Gegner Französischen Armee Ursache haben, alle Aufmerksamkeit zu
Im Lause des Nachmittags trafen der Kronprinz, Herzog »Hann Albrecht, Regent von Braunschweig, Prinz Friedrich opold von Preußen und Herzog Paul Friedrich von Meck- rburg, die Prinzen Eitel Friedrich von Preußen,' Prinz Zkar von Preußen, Prinz Albert von Belgien, Fürst zu crstenberg, sowie die Generalfeldmarschälle Graf Häseler b v. Hahnke ein. Das Wetter ist trübe.
Um 6 Uhr begab sich der Kaiser in das Ständehaus, wo r Festmahl von seilender Provinz Hannover stattsand, ehrend des Mahles hielt in Vertretung des erkrankten »rsißenden des Provinzialausschusjes, Fürsten von Jnn- d ünyphausen, Stadtdirektor Tramm einen Trinkspruch, welchem er dem Kaiser den Dank aussprach für die tade seines Besuches, und zugleich sein tiefes Bedauern, Ö ihnen durch ein unerwartetes Mißgeschick das Glück ge- mmen sei, die Kaiserin zu begrüßen. Ter Redner wies f die Periode reicher innerer Entwicklung in den 18 hren seit dem ersten Besuch des Kaisers hin, auf das cstvolle kommunale Leben und die mächtig emporsteigende dustrie. Die Provinz sei aber in erster Linie eine Ackerbau d Viehzucht treibende mit dem Vorzug gleicher Ver- lnng des Grundbesitzes. Er sprach dem Kaiser Dank c" > daß dank seiner zielbewußten Gesetzgebung ein istvolles Leben die Marschen durchzieht. Ein weiterer ladenbeweis des Kaisersi sei die Kabinettsordre von 1899,
Gegen den Lehrermangel.
Zwischen dem preußischen Kultusminister Dr. Holle und dem Leiter des Finanzressorts schweben dem Vernehmen nach Verhandlungen wegen weiterer Vermehrung der Lehrerbildungsanstalten. Das ist anerkennenswert, macht aber durchaus nicht den Zweifel hinfällig, ob- dadurch dem Lehrermangel gründlich abgeholfen werden wird. Die Ursache des Mißstandes liegt tiefer: es ist eine von der Regie-
Acr Kaljer in Kannover.
Ha n n o v er, 26. Aug.
Ter Kaiser traf um 2 Uhr 10 Min. nachmittags, ittelst Sonderzuges von Schwerin in Mecklenburg kom- end, auf dem hiesigen Hauptbahnhose ein, wo großer ilitärischer Empsang stattsand. Der Kaiser stieg zuPserde tb hielt seinen Einzug in die Stadt durch das Spalier der arnison, eskortiert von einer Schwadron der Königs- anen.
Ter Kaiser trug beim Einzuge in die Stadt die Königs- anen-Unisorm und den Feldmarschallstab in der Hand, ie Huldigungen setzten sich bis zum Marktplatz fort, wo die rrtreter der städtischen Behörden den Kaiser erwarteten. •00 Schulmädchen _ und 1000 Schüler waren mit ihren chulbannern ausgestellt. Stadtdirektor Tramm hielt eine rsprache an den Kaiser, in der er auf die Entwickelung des indes hinwies.
Ter Kaiser erwiderte auf die Ansprache des Bürger- eisters aus den: Marktplatze:
,,Jch spreche Ihnen meinen herzlichsten und wärmsten Dank s für die Worte, die Sie soeben an mich gerichtet haben. Bor lem muß ich Ihnen den Gruß meiner Frau, der Kaiserin, ssprechen, die zu ihrem liefen Schmerz nicht in der Lage wesen ijt, mich zu begleiten- Tic Entwickelungsperioden, die ie soeben berührt haben, sind in dem Stadtbild von Hannover so prägnanter Form ausgedrückt, daß sich die Stadt nur gra- lieren kann zu dem gewaltigen Aufschwung, den sie ge- nunen hat, auf ziel bewußter Bahn fortschreitend. Es ist mir ie besondere Freude, bei den vielen Besuchen, die ich in Hannover be machen können, persönlich zu sehen, ein wie ernstes Streben -.ter den Bürgern Hannovers herrscht, vorwärts zu kommen, ch jeder Richtung hin, um! die Stadt zu einer der schönsten b glänzend, neu zu entwickeln. Taß auch des Weltmeers Wogen s schöne Land bespülen, macht sich fühlbar bis weit hinein. Taß nröglich gewesen ist, den F r i e d e n so lange z u e r h a l t e n , r danken wir nächst der gnädigen Fügung des Himmels dem chwert der bewährten Truppen, die wir auch hier sehen- 'be Gott, daß es mir gelingen möge, fernerhin dieses tost- re Unterpfand zu erhalten, ohne daß die intensive Arbeit s Bürgers, des Bauern und des Arbeiters umsonst ist- Ich itEe aus das Wohl der Stadt Hannover, der ich von ganzem rzcn ferneres Blühen, Grünen und Gedeihen wünsche, mit c Bitte, in meinem Namen der Bürgerschaft den herzlichsten -ick auszusprechen für den warmen Empfang, den sie mir be- uet hat, nicht nur gärtnerisch mit den schönsten Zierden des c idenden Sommers, sondern auch vor allem mit den leuch- rden Augen uno freudigen Gesichtern, die mir entgegengebracht .d, was mich hoch beglückt und dankbar macht-
Ter Kaiser ergriff hierauf den Ehrenpokal und trank f das Wohl der Stadt Hannover. Ein Töchterchen des r.dtdirektors überreichte dem Kaiser einen Blumenstrauß, »bei es ein kleines Gedicht sprach. Ter Stadtdirektor achte ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus, in das die .wesenden Tausenden jubelnd einstimmten. Hieraus wurde t Einzug bis zum Schlosse fortgesetzt. Vor dem Residenz- loife erwies eine Ehrenkompagnie vom Jns.-Regt. Nr. 74 - militärischen Ehren. Im Nesidenzschlosse sand großer vilempsang statt. *
PoUtische Tageskchan.
Große Tage in Posen.
Im Anschluß an das Kaisermanöver, bei dem auch die schwere Artillerie des Feldheeres mit ihren Festungsgeschützen sich betätigen wird, findet bekanntlich unter Leitung des Kaisers die große Festungskriegsübung bei Posen statt, ein militärisches Schauspiel, wie es in dieser Art noch nicht gesehen worden ist. Ihm wird die Belagerung Port Arthurs durch die Japaner zum strategischen Muster dienen. Große Tage stehen also für die Stadt Posen in Aussicht, und die Erwartung eines lebhaften Fremdenbesuchs, auf den man sich dort einzurichten beginnt, dürste nicht getäuscht werden. Es ist erfreulich, daß sich aus diesem Anlaß einer Reihe von militärischen Vertretern des Auslandes Gelegenheit bietet, einen Teil der Ostmark kennen au lernen und sich von dem dortigen Kulturzustand unter der „barbarischen" preußischen Verwaltung durch Augenschein zu überzeugen. Der polnischen Bevölkerung aber, von deren unter den Fahnen stehenden, starkknochigen Söhne viele den Waffenrock der Fußartulerie tragen, bleibt nichts übrig, als in diesen großen Tagen „in dumpfem Schweigen" zu verharren, eine Form des Protestes, die das Polenblatt „Praca" als wirkungsvollste anrät. Man glaubt eben, was man wünscht.
Die Lage in Marokko.
, Tire Meldungen über die Absetzung des Sultans Abdul Asiz i bestätigen sich und es handelt sich dieses Mal allem Anschein - nach um einen ernsteren Vorgang als bei den früheren, von i einzelnen Stämmen proklamierten, Absetzungen des Sultans. : Die Proklamation M u l e y H a f i d s zum Sultan an Stelle - seines Bruders Abdul Asiz ist amtlichen, von Marakesch nach . Tanger gelangten Meldungen zufolge in aller Form und unter . Beobachtung aller gesetzlichen Vorschriften erfolgt. In einer ! Sitzung von Ulemas und Notabeln ist der regierende Sultan der : schlechten Verwaltung und der Vernachlässigung seiner nationalen : Herrscherpflichten für schuldig erklärt worden, und seine Ab- . setzung infolge der großen Gefahren, in die er den Islam in : Marokko gebracht habe, ist als notwendig beschlossm worden.
Die Versammlung hat darauf Muley Hafid zu seinem Nachfolger ' ernannt und ihm auf der Stelle den durch Unterzeichnung 1 eines entsprechenden Dokuments bekräftigten Treueid geleistet.
Alsbald wurde dann Muley Hafid öffentlich zum Sultan aus- > gerufen und in den Moscheen der Name des Entthronten durch
Mulel) Hafid in den Gebetm ersetzt. Der neue Herrscher hat in- 1 zwischen seine Vezire und seinen Hofstaat ernannt, in den die 1 einflußreichsten Stammesführer des Südens ausgenommen worden ' sind. —
Welche Folgen dieser Thronwechsel in Marokko haben wird,, das läßt sich natürlich nicht Voraussagen.
Admiral Philibert telegraphiert unter dem 25. ds., daß Muley Hafid auf Casablanca zu marschiere, ohne daß man seine Absichten genau kenne. Die Europäer^ die von Fez her eintreffen, werden in Larache von. den: Kreuzer „Du Chcchla" an Bord genommen, der sie nach Tanger befördern wird.
San Sebastian, 26. Aug. Am 25. August wurde an den scheriftschen Kriegsminister eine Note übermittelt, welche im Nanren Frankreichs und Spaniens verlangt, daß die zur Organisation der Polizei in den Hafenplätzen von Marokko und Algier erforderlichen Maßnahmen gemäß der Algeciras^ akte getroffen werden.
Paris, 26. Aug. lieber die Haltung Deutschlands in der Marokkofrage herrscht hier große Befriedigung, die in fast allen Zeitungen ebenso ihren Ausdruck findet wie in Regierungskreisen. Sogar im „Echo de Paris", das sonst nicht durch versöhnliche Stimmung hervorragt, findet sich heute der Satz, daß die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich, die bisher korrekt waren, einen nahezu freundschaftlichen Eindruck machen.
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Zur Lage in Fez.
Einein uns fretmdlichst zur Verfügung gestellten Pcival- Briefe aus Fez vom 16. Aug. entnehmen ivir Nachstehendes: „In Euren deutschen Zeitungen liest man eben wieder Tag für Tag spaltenlange Artikel über die Vorgänge in unserem rtrnteu. Marokko, und ich würde es nur ganz natürlich finden, wenn vielleicht auch Dich einmal Befürchtungen um das Wohlergehen Deines Freundes beschlichen. Man macht sich ja allerdings nach dem, was ich bis heute in Euren Zeitungen las, um unsere Hauptstadt scheint's keine besonders großen Gedanken, doch sind Sensationsartikel, wie der einliegende — ivohl dazu angetan, die Angehörigen hiesigetz Europäer um das Schicksal ihrer Angehörigen bange zu machen .. /
Der Schreiber des Brieses bemerkt dann, daß die Zeitungs^ Meldung von Angriffen ans Deutsche in Sefril aus der Lust gegriffen sei; dort gebe es überhaupt keine Deutschen. Dann heißt eS weiter:
. Doch will ich Dir einige Tatsachen nicht vorenthaltew
b-c in Alsseld, Lauterbach, Schlitz re. hervorragende Leinen- iveberei. Allerdings ist die Zahl dieser Läden sehr beschränkt, nur 10 ftüieu stehen zur Verfügung. Da die Stachfrage jedenfalls bedeutend größer sein wird, empfiehlt es sich für Interessenten, umgehend sich an die Ansstellungsleitung zur Mietung der Räume- zu ivenden.
— Bei Gelegenheit der Fcstvorstellung im kömgl. Theater zu K a s s e l erivahnte, wie schon berichtet, der Kaiser, daß jene Aufführung von „Krieg in Frieden" die 25. gewesen, die er ge eben habe. Ta dürfte es interessieren zu erfahren, daß der zialser die erste Vorstellung dieses Lustspiels im Jahre 1890 im Hostheater in Darmstadt sah. Ten Reif von Reiflingen spielte damals Elende, der dent Kaiser ausnehmend gut gesies und der dann nach Kassel ging, wo er lange Jahre als Oberregisfeur wirkte und noch Henle als Pensionär des königl. Theaters wohnt.
— Franz Leh Lr. der Komvonist der ^Lustigen Witwe^ bat eine neue Operette „Mytislav, der Moderne" geschrieben, deren Libretto von Fritz Grnnbanm und Robert BodanSky herrührt. Tas Stück wird in dieser Saison im Apollo-Theater zu Köln in Szene gehen.
— Der Bildhauer und Illustrator Joseph E n g l, langjähriger Mitarbeiter des „Simplizissimus", ist am 25. d. iDl. in München gestorbe n. Er zeichnete die kleinen Bildchen der Beilage des „Simplizissimns", die den typischen Alünchener Bier-- oder Bettelbruder darzuslellen pflegten.
— Oberbaurat Schäfer, Professor der Architektur an der Hochschule zu Karlsruhe, gegen den sich vor einigen Jahren ein Sturm der Entrüstung erhob in weilen kunstbegeisterten Kreisen wegen seiner Restaurierung des Heidelberger Schlosses, tritt wegen Krankheit in deit R u h e st and. Sein Naft-solger ist Ostendorf-Danzig.
— Man schreibt uns aus Altenstadt i. d. W., 25. Angust: Die Ausgrabungsarbeiten am hiesigen römischen K a st e l l unter der Leitung des Lieutenants Gieß anS Heppenheim geben ihrem Ende entgegen. Sie ergaben, daß das Kastell einen kleineren Umsang hatte, wie von Hofrat Kofler angenommen wurde. Ren ausgefunden wurde das Nordtor des Kastells, das allerdings schon stark ansgebrochen war; dük westliche Tor, noch gut erhalten, wurde ebenfalls freigelegt. Die dabei zu Tage gesörderlen Turm- und Mauersteine wurden dem Museum tu Büdingen einverleibt. Kürzlich statteten die Prosessoren Anthes und Alütter auS Darnistadt der Ausgrabungsstätte einen Besnch ab; auch Kreisrat Böckmamm von Büdingen unterzog die Resnltare in letzter Woche einer Besichligung. Alan schließt aus dem geringeren Umfang des KastellS, daß ein größeres nordwestlich zurückliegt; bestätigt sich diese Annahme, so dürste von der Limeskommission oic Ausgrabung im größeren Stiel übernommen und fortgesetzt werden. Ebenso soll der bei den WasserleitungSarbeiten angelr'offene römische Friedhof voraussichtlich freigelegt werden. Die Ergebnisse sollen demnächst in fachlichen Zeil christen niedergelegt werden. Eine Reihe im Privalbesitz von hiesigen Einwohnern befindliche kleinere Gegenstände wie Urnen, Grablämpchen u. a. in. wurde für das Aluseum in Darmstadt angekauft.
— Heffifche Landesausstellung Darmstadt 19 08. Tie Arbeiten auf der Mathildenhöhe fchreiten rüstig vor- ivärts; so ist dieser Tage das Gelände sür das große HauptauS- slelluligsgebäude nach den Plänen von Prof. Albiii Müller ab-
Erstes Blatt »87.Jahrgang Dienstag 37. August 1907
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: gesteckt worden, und scholi beginnt man mit den Arbeiten. An der südöstlichen Ecke dieses Gebändes soll ein arkadeliförmiger Anbau erilstehen. Von Säulen getragen, zieht sich hier ein ivandelhallen'- artiger Bau hin, in dem Verkaufsläden eingerichtet werden sollen. Man hat daran gedacht, daß hier Erzeugnisse heiuiischer lKunstinduftrie gelangen können. Man denkt dabei auch an
durch welche die Truppen des 10. Armeekorps der Tradition ihrer Vorfahren zurückgegeben worden seien. Heute seien die Vertreter der Provinz hier versammelt, um dankerfüllt S. Majestät zu huldigen und zu geloben, in unwandelbarer Treue in guten wie in ernsten Tagen zu Sr. Majestät zu stehen. Ter Käiser und König lebe hoch!
Aus die Ansprache des Stadtdirektors Tramm erwiderte der Kaiser folgendes:
„Von Herzen dankend "enmbere ich Ihnen, wie tief ich bewegt und gerührt bin durch die in großartiger stilistischer Jvrm und in patriotischenr Schwung ^getragenen Worte- Auch an die Herren der Provinz habe ich den Auftrag, iut Namen meinet Gemahlin den herzlichsten Gruß auszurichten. Sie können Wohl denken, wie tief Ihre Majestät bewegt ist, daß sie ant heutigen Tage nicht unter Ihnen weilen kann- Zugleich auch möchte ich von ganzem Herzen des Fürsten vvn Küyphäusen geben feit, der mir Ihre freundliche Einladung gebracht hat und von dem wir alle hoffen, daß ihn Gottes Gnade wieder von seiner Krankheit befreien möge- Sie haben soeben in zündender Rede einen kurzen Blick über die Entwicklung der Provinz Hannover getan- Ich bin von Herzen banfbat dafür, daß die Erweisungen, bie ich der Provinz habe zukommen lassen können, in dem Geiste und dem Sinne aufgefaßt loorden sind, wie sie gemeint waren- Ich wollte den Söhnen der Kampfer früherer Jahrhunderte Heim- Kämeraden vereint auf diese einwirken sollten durch Erzählung, Anfeuerung und Beispiel, und zugleich die Freude haben sollten, sich qn dem jungen Geschlechte zu weiden- Sie haben auf diese glorreiche Zeit wieder hingewiesen und haben gedacht der Hannoveraner, die in allen 'Ellen von Europa sich ausgezeichnet und für Deutschland sowohl als wie für Hannover Lvrberen errungen haben- Da ist es mir wohl gestattet, wenn ich den Blick zurück- tenke in die Zeit vor nunmehr 100 Jahren, und noch unter dem Eindruck der erhebenden Feier, der ich gestern habe beiwohnen dürfen, wo wir das Standbild der edlen Tochter der Wnigin Luise enthüllt haben, derjenigen gedenke, die uns die Stadt Hannover einst geschenkt, und die herüber getontmen ist ins preußische Königshaus, von Gott dazu auSersehen als eine Stütze und ein Halt zu einer Zeit, wo alles zusammenbrach: Sie ist zu einer Nationalheiligen geworden, zu einem Vorbild aller königlichen Frauen- Die Königin Luise hat uns vor allen Dingen eines gelehrt, und das ist gewissermaßen der ruhige Pol in der damaligen schweren Zeit gewesen: Sie hat ihrem Manne und ihren Söhnen das Gottvertrauen gelehrt, die ichönste Eigenschaft, die unter her Hand einer deutschen Frau in der Familie blühen und gedeihen kann; und so wollen wir von ihr auch lernen: Gottvertrauen gibt Selbstvertrauen und Selbstvertrauen gibt Entschlossenheit, die Ziele zu erreichen, die man sich gesetzt hat- Hier wird zielbewußt gearbeitet und ist schon viel erreicht worden. Daß die Provinz so fortfahren möge in allen Dingen, das ist mein Wunsch und dazu wünsche^ ich Gottes Scgm- Tie Provinz Han- iwver Hutra! Hurra! Hurra!" r


