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25.7.1907 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt 157.Jahrgang Donnerstag 25. In» 1907

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Miß s.d. Redaktion 112 Verantwortlich

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8 »Ä Notationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vnch- und Steindruckerek. N. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftraß« 7. r '«r^-n

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in Uhrzimnrer mid den darüber liegenden Aussichtsraum. Letzterer ist rundum durchbrochen. Turch Türen gelangt man aus dem AussichtSraum aus 'eiserne Balkönchen. Nun beginnen die eisernen Stufen, die nach der ftrone sichren. Hier werden die

Die Meldung, Professor Merkle habe das Dekanat niedergelegt, ist unrichtig, auch dec Austritt der Professoren Merkle, Kiefl und Hehn aus dem Komitee des Katholikentages liehen nicht in Zusammenhang mit den gegenwärtigen Wirren. Merkle und Kiefl sind schon im Spätjahr 1906 und Hehn im Januar 1907 ausgetreten.

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Wichtige Personalveranderungen in Frankreich.

Einiges Aufsehen hat der Rücktritt des Generals Hagron, des obersten Befehlshabers der gesamten französischen Streitmacht, hervorgerusen. General Hagron hat sein Amt niedergelegt, weil er die Verantwortung sür die Kriegs­tüchtigkeit des französischen Heeres tragen will. Nach Hagrons Meinung soll die Kriegstüchtigkeit des französischen Heeres durch die Einführung der zweijährigen Dienstzeit und die vorzeitige Entlassung der Jahrgänge 1903 und 1904 gefährdet sein. Die klerikalen Nationalisten sind durch den Rücktritt des Generals in tiefe Trauer versetzt und greifen die böse Negierung scharf an, die das Heer verkommen lasse. Das Kabinett Clemenceau scheint sich aber aus diesen An­griffen nicht viel zu machen, es hat sogar schon einen Nach­folger für Hagron gesunden, den General de la Croix, der hinsichtlich seiner Kriegserfahrungen durchaus nicht seinem Vorgänger nachslehen soll. Er hat den Krieg von 1870 als Oberleutnant mttgemacht und im tonkinefischen Feldzuge ein Bataillon geführt. Bis gu seiner jetzigen Ernennung war ec stellvertretender Ches des großen Generalslabs und Besehls- haber dec Kriegsakademie. Den klerikalen Nationalisten ist der neue Mann durchaus nicht sehr sympathisch, weil er Protestant ist. De la Croix war auch s. Zt. Vertreter dec französischen Republik bei der Vermählung des deutschen Kronprinzen und er hat, wie man weiß, damals arn Berliner Hose sehr gefallen.

Fast gleichzeitig mit dem Rücktritt HagronS sind auch noch zwei iveitere Mitglieder des obersten Verteidigungsrates, die Generale Metzinger und Michal, zurückgetreten. Beide waren zuverlässige Stützen der Klerikalen und General Michal galt sogar als voraussichtlicher Nachfolger Hagrons. lieber den Rücktritt beider Männer weiß die Agence Havas folgendes mitzuteilen:

Es ist zutreffend, daß General Metzinger schon vor einigen Wochen die Absicht äußerte, sich vom Obersten Kriegsrat zurückzuziehen. Seine Gründe zu seinem Rücktritt aber sind völlig verschiedener Natur von denen Hagrons. Metzinger, dessen Gesundheit viel zu wünschen übrig ließ, stellte seinen offiziellen Antrag, zur Disposition gestellt, oder verabschiedet zu werden, nicht erst jetzt. Was General Michal angeht, so ist der mögliche Grund seines Rücktritts seine enge Mitarbeiterschaft mit Hagron."

Ans StaSt uns Land.

Schmückt Eure Fenster und Balkone mit blühenden Blumen.

Gießen, 25. Juli 1907.

* Ordensverleihung. S. K. H. der Gr^ßherzog haben dem Preußischen Oberbahnhofsvorstcher Jennewein in Bebra und dem Anton Al ex an de r sen. in Mainz, Chef der Firma Alexander, Hosinstrumentenmacher daselbst, das Ritter- krenz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

Lehrer p e r s o n a l i e n. Uebertragen wurde dein Schul-

roDinj* Preise! Ltück! rache rauchte irriitiz. eck

15.

sich damit in Uebereinstimmung mit allen nicht von vorn­herein an römische Glaubenssätze gebundenen Geschichts- jorschern, vor allem mit den protestantischen Kirchen- hiswrikern.

Wir können nicht alle einzelnen der verworfenen Aufstellungen, die ja rein theologischen Charakters sind, ansühren. Der Kernpunkt der Sache auf dem Gebiet der Kirchengeschichte ist der, daß der Syllabus den Satz ver- iuirjt:Die organische Einrichtung der Kirche ist nicht un­veränderlich, sondern die christliche Gemeinschaft ist ge­rade so wie die menschliche Gemeinschaft einer sort- mhrenden Entwickelung unterworfen." Hervorzuheben sind auch die Sätze des Syllabus, die die Stellung der Re­former zur kirchlichen Autorität betreffen. Gleich der erste

Theater-Neubau uu Neue Bäu' odder: Läh jechs Träm je dusch.

Aich tat gest emol ausaehe

Um mir'jch Theater aasejehe;

Vorplatz geschaffen, so wird es eine wirkliche Sehenswürdig­keit werben, wie ein ft in alter Zeit. Das Interesse der Kunst­freunde, die das Offenbacher Schloß Jahrzehnte hindurch völlig vergessen hatten, wird sich ihm bmin wieder in dem Maße zu­wenden, wie es einem solchen historisch und künstlerisch ve- achtenswerten Gebäude zukommt.

Ratierlich könnt' aich enin noch nett, Weil mei Sonntagstoalett Rett, wie's Vorschrift, ausgeschnitte ToaS hält' mei Schosch aach nett gelitte. Schee is der Bau von unt' bis owe, Das Werk tut seine Maaster lowe. Besonnerscht tut mein Beifall sinne, Daß die Fraa ihre Gaul von hinne Rett häägt un ach kaa Peutsch nett schwingt, Ihn nett zum Riinnerhippe zwingt. Doch möcht aich nett bei Frost und Hitze Den ganze Tag dort owe sitze.

Un wäi däi zwaa Mädercher, engelgleiche Dene Leut aach noch mei' Wade zeige. Wenn mirsch aamol erscht trägt die Reih Gieh' mit mei'n Schosch aich aach enei; Möcht's aach amoal von inne seh' Un gucke, ob's do aach so schee. Wenn mer de Platz rundrum besieht, Wie alles grient un alles blieht, Muß mer sage: Wäi wärsch nett, Wenn jed' Schtadt so e Theater Hütt' Doch kann mer in der Näh schoo schbiere, Daß Gegesätz' sich tu berühre.

Glaubst du nett an des Schprichworts Treu Sou gieh nor in däi Neue Bäu, Un guck der aa däi Bretterwand Do, wo de Kracheborg mol schtand. Brauchst kaa Fernglas mitsenemme, Kaa'n Zwicker uff de Noas se klemme, Kannst beide Aage doch enzicke, Wenn du aans tust uff'S Astloch drücke Woas mer da all für Blomme sieht, Un woaS da all' im Verborg'ne blieht. Mit Millione von Kamille Könnt alle Welt ihr Bauchweh schtille. Uff der Kracheborg Ruine Tut es schbrosse, btiehe, griene, Milten in de Neue Bäu Kann mer ernte Klee un Heu, Aach Kartoffle, Dickworz, Frucht Mer häi nett vergeblich sucht.

Aich schlag vor, büt Ernt', däi reiche So rasch wie möglich se verschtreiche.

Frau Hannewackel.

drei Zacken, jebt 3,84 Meter hoch, ansetzen. Sie werben nach außen durch schwarz-violett glasierte Ziegel verkleidet, die aus dem Tonwerk des Kommerzienrats Gail in Gießen stammen. In Nischen außen wird das Geläute eingebracht, das auA drei Brvnzeroyren besteht.

3e)'u geben, wird als durchaus historisch anerkannt. Grund- sätzlich wird der Satz verurteilt:Die ungläubigen Exegeten Mbelausleger) haben den wahren Sinn der heil. Schriften getreuer wiedergegeben als dre katholischen Exegeten." Eine andere Gruppe von Sätzen enthält Berwerfungsurteile aus dem Gebiet der Dogmatik. Hier wird z. B- die reformierte Lehre verdammt:Die Dogmen sind nur beizubehalten nach ihrem praktischen Sinn, d. h. als eine gebietende Norm für das Handeln, nicht aber als eine Norm für den Glauben." Auch von der Gottheit Christi, von seinem messia­nischen Selbstbewußtsein handelt der Syllabus. Die Ge­schichte der Kirche und ihrer Einrichtungen, z. B. der Latramente, ist ein weiteres im Syllabus behandeltes Gebiet. Auch hier verdammt der Syllabus eine Reihe von Sätzen, die vatikanischen Ohren allzu tühnnach Ketzerei schmeckend" klingen, weil sie rein historisch, nicht mit vor­gefaßter dogmatischer Wendung, die Geschichte der Kirche, die Ausbildung der kirchlichen Einrichtungen ansehen. Tas Uetz der Entwickelung ist von denModernisten" auch z. B. auf die Ausbildung und allmähliche Entwickelung der kirchlichen Sakramente übertragen worden. Sie befanden

P'.-A. Hessische Landes-Ausstellung für freie und angewandte Kunst, Darmstadt 1908. Der Turm am Ausstellungsgebaude auf der Mathildenhöhe ist bis zu einer Höhe von 38 Metern emporgestiegen, die noch zu seiner Vol­lendung fehlenden 10 Meter werden bald vollendet fein. Man kann schon jetzt sagen, daß das Bauwerk ein viel besuchter Aussichtspunkt, wie ihn Darmstadt noch nicht besitzt, werden wird. Durch eine breite Sandsteintreppe, die bis zum ersten Stock etwas monumentaler gehalten wird, gelangt man in das Innere des Turmes. Durch das Erdgeschoß, das Toilette- und Garderoberäume enthalten wird, kommt man in den erfteu Stock, in den Saal des Grvßherzogs. Hier sollen Gemälde, die in Be­ziehung zum Leben des Gwßhrrzogs stehen, ausgeR'.r werden. Weiter steigt man die Sandsteintreppe empor und gel ngt zu dem der Großherzogin gewidmeten Raum, einem hohen, luftigen Saal. Heber diesem liegt der dritte <oaal, der der Stadt Darmstadt ge­widmet sein wird, und jedenffalls mit Aquarellen aus Alt- Darm stad t usw. geschmückt werden wird. Je höher man steigt, desto durchbrochener, luftiger wird das Gemäuer des TurmeS. Wir sind schon weit über hundert Stufen gestiegen im ganzen führen 200 Steinstufen, die schon fertig sircd, zur Höhe, an die sich noch 30 eiserne Stufen fügen werden und nun kommt

Disziplinargebot gegenüber unterwerfen. Auch der reform- katholische Satz wird verworfen:Die Kirche stellt sich feind­lich zu den Fortschritten der natürlichen und theologischen Wissenschaften." Freilich ist dieser ganze neue Syllabus der beste Beweis dafür, daß die Modernisten mit dieser Behauptung Recht haben. Also im ganzen gesagt: was an neuerer, moderner, kritischer, freisinniger Richtung in der katholischen Theologie vorhanden war, ist in Bausch und Bogen in diesem Syllabus verworfen. Und zwar wird eben nicht nur äußere Unterwerfung verlangt, sondern -innere Zustimmung.

Die klerikalen Stimmen, die aus Rom vor einigen Tagen über den damals eben bevorstehenden Syllabus laut wurden, betonten sofort: der Syllabus werde einen großen Kreis von Theologen treffen und eine Reihe von Revokationen und löblichen Unterwerfungen erforderlich machen. Das ist allerdings der Fall; vlom hat hier im Ganzen zusammengestellt, was es seit Jahren durch das Verbot einzelner resormkathbischer Bücher, zumal der sran- zösischen Bibelforscher Loisy, Houtin usw., erreichen wollte. Mit der neuerlichen Verurteilung Schells in dem Lobschrei­ben Pius X. an den Prälaten Commer in Men, und den vatikanischen Enthüllungen über die Jndex-Adreß-Liga stellt sich der neue Syllabus dar als eine Entscheidung von großer grundsätzlicher Bedeutung: Es ist eine endgüitige Verurteilung aller wissenschaftlichen Kritik, alles theologifchen Liberalismus in der römischen Kirche. Causa finita: Der Reformkatholizismus soll durchaus getötet werden. __

politifcfye Lagesßchirrr.

Gegen die hyänentheologen.

Dec Dekan dec Würzburger theologischen Fakultät Prof. Merkli hat auf dem Festkoinmers dec katholischen Studenten­verbindung Ntareomannia am 22. Juli eine wuchtige, von fortgesetztem tosendem Beifall unterbrochene Rede gegen die Gegner Schells gefallen, aus dec die Köln. Ztg. folgende Stellen aüssührt:

Die Lage dec christlichen Wissenschaft", sagte Merkle, ^gleicht nicht mehr jo sehr der, die unter Eira das Goltesreich in Palästma aufzurichten bestrebt war, unsere Lage ist schlümner. Wir gleichen den im tolgeweihten Jerusalem emgeschlossenen Belagerten, die im eigenen Lager Kämpfe zu führen haben, fo daß peccatur intra muros et extra zum großen Schaden der gemeinsamen großen Sache. Wir halten in Würzburg eine junge blühende, hoffnungsvolle Schule auigerrchtet, einen herrlichen, sonnigen Geislesfrühlmg, da ist der Aleltau der Verleumdung, der Verdächtigung und der Verhetzung gekommen, und dank dem Umstande, daß in der Ferne gut lügen ist, hat man die junge Saat zu verderben gesucht.... Wir halten gebaut ein statt­liches Haus: Man griff nach Trug und Verrat und suchte die grüne Saat zu ersticken, aber die Sonne ward auch des dichtesten Nebels Herr, und die Wahrheit wird durch alle Verleumdungen gegen einen großen Toten siegreich jetjemen, und trotz aller Hhänenthtologen wird sich die Soime der Walfrheit sichtbar erweisell ^stürmischer Beifall). Atag ein Gewitter niedergehen, mag es alles zu verwüsten drohen, mag das Wort des Herrn erfiilll scheinen, daß der Bruder den Bruder verrät, in unserm Kreise soll ein anderer Geist herrschen und soll das Wort gelten: ich leide, weil ich liebe, die Treue laß ich nie". Wir sind gewillt, Die Grenzen unseres guten Rechtes zu verteidigen, treu und uner­schütterlich stehen wir dabei zu unserer Kirche, aber wir wissen auch, daß mancher das kirchliche Baiiner zu entfalten vorgibt, der unter seinem Schutze andere Absichten verfolgt, wir wissen, daß der Teufel sich, in das Gewand eines Engels verkleiden kann ziigunsten egoistischer, zentrimgaler Bestrebungen. Wir wolleii feinem vorschreiben, welche Ueberzeugung er haben soll, aber wenn einer uns die unsere nehmen will, baini wollen wir zeigen, daß ür uns das Wort gilt: Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte."

Ker ncm Syitavus.

Roma locuta, causa finita. Diesen alten Spruch könnte pian mit Beziehung auf den längst angekündigten, nun Mich erschienenen Syllabus (d. h. auf deutsch Katalog, Verzeichnis, Zusammenstellung) von 65 verdammten Lehren I übersetzen: die Jnquisitionstongregation, die im Vatikan Über Die Reinheit des Glaubens zu wachen hat, hat ge­sprochen; der Reformkatholizismus ist beseitigt wenig- sims auf dem Papier. In der Tat bst in 65 Sätzen eine Iieihe von Anschauungen verdammt, die man in neuerer Jcit bei fortschrittlich gesinnten Theologen zu lesen ge- I wohnt war. Gerade aus dem Gebiete der Bibelwissen- schast hat sich seit einer Reihe von Jahren unter dem Ansluß der protestantischen Bibelkritik eine moderne Rich­tung unter den katholischen Bibelforschern entwickelt. Leo XIII. hatte schon gegen sie gewettert und auch Pius X. erklärte ihr den Krieg. Nunmehr ist in dem neuen Syl­labus eine große Anzahl von Anschauungen modemkathol. Kepräges über biblische Fragen verworfen worden. Jede rein menschlich-natürliche Auffassung und Erklärung der biblischen Schriften ward verdammt, der Jnspirationsbe- grijs in seiner alten Strenge durchaus festgehalten. Das Bild, das die Evangelien von der Person und den Lehren

Latz des Syllabus verdammt die reformerische Behauptung: Das Kirchengesetz, welches vorschreibt, die Bücher über die heil. Schriften einer vorherigen Zensur zu unterstellen, bat keine Geltung für die Kritiker oder für wissenschaft­liche Bearbeiter der Bücher des Alten und Neuen Testa- ; mented." Ferner verlangt der Syllabus für die Verurtei­lung von Irrtümern durch die Kirche innere Zustimmung, ,, Während die Reformer sich manchmal nur äußerlich einem laniei i

uswaNl Die Freilegung des Offenbacher Schlosses.

Farbel11 Man schreibt uns: In Offenbach steht, mit der imposanten ,50,131 Nsade dem Main zugewandt, das einstige Residenzschloß der 2L~bii!durften zu Isenburg und Büdingen. 1578 wurde es vollendet

nach ! erhöht, und zwar zum Nachteil seines ganzen Aeußeren. Erft rts, lin neuerer Zeit fyat sich die Oeffentlichkett wieder mit dem Dsfenbacher Schlosse beschäftigt, das in ziemlich verwahrlostem ijflSütanbe war. Man hat dann festgestellt, daß es viele Aehn- llichkeiten mit dem Otto-Heinrichsbau in Heidelberg aufweift. Das auch heute, nachdem das Schloß seit 1900 im Besitz des hessischen Slfaates t und durch Prof. Meißner aus Darmstadt iuL dm Maler Linnemann aus Frankfurt stilgerecht renoviert i|t, noch unverkennbar. Nach dem Maine zu zeigt das Rep- missanceschloß spätgotische Formen, während die Fassade nach dem Schloßphatz in echter Renaissance ausgeführt ist. Die Lvggienanlagen, die in ähnlicher, kleinerer Form heute vielfach müder angewendet werden, erinnern an andere Bauten italienischer Renaissance. Das Schloß ist "seit Kurzem von der Stadt Offen­bach gemittet und dient in den oberen Räumen als Museum und Bibliothek. Im Erdgeschoß wird es, wie einst in früherer Zeit, r!s Kirche benützt. An dem Gebäude selbst 'ist innerlich und üserstch alles sorgsam erhalten und, wo nötig, verständnis­voll erneuert, sodaß es heute wieder als Sehenswürdigkeit gelten ta. Umso bedauerlicher ist es, daß immer iwch der Schloß- M einer Wüstenei gleicht. Alte Häuser, Ställe und Scheunen bilden keine würdige Umgebung für einen solchen historisch und künstlerisch interessanten Bau. Tas soll nun anders werden, bibbern Geh. Kömmerzienrat L. Mayer in Frankfurt, der in L!feubach große Fabriken betreibt, seiner Vaterstadt 200 000 Mk. m Freilegung, und künstlerischen ÄuSgestaltung des Schloßt Platzes überwiesen hat. Was die Stadt Offenbach bisher aus eigenen Mitteln nicht vermochte, ermöglicht ihr nun diese Zu­wendung. Tie Stjadtvettvaltung hat bereits einige der alten Häuser in der Nahe des Schlosses erworben und verhandelt gegenwärtig mit dem hessischen Staate wegen Ankaufs eines i.| Eckaudes, das diesem sehört. Die alten Bauten werden sämtlich [ II nieoergelegt und es soll ein großer freier Platz entstehen. Gärt- v wüsche Anlagen sind, wie man hört, dort geplant und in ihrer Mitte ein Monumentalbrunnen, der sich dem Stil des Schlosses bis zu einem gewissen Grpde anpassen soll. Hessen hat ja Bild- Kuer genug, die eine solche Aufgabe ivürdig zu lösen verstehen. Lie Arvetten sollen so schnell wie möglich vorgenommen werderi. R das Schloß auf diese Weise völlig freigelegt und ein schöner