die sich int Kohkenraum nngefammelt hatten. Es werden zurzeit zahlreiche Eingeborene mit der Löschung der Ladung beschäftigt. Sechs erlitten schwere Brandwunden. Das Schiss ist nur leicht beschädigt.
Li»gedandt.
(Für Form und Inhalt t ller ...;cr diese - Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei
Verantworlung.f
Herr Oberlehrer Dr. Werner befleißigt sich in seinem gestrigen Eingesandt eines Tones, der angenehm absticht von der Art und Weise seines . ersten Artikels. Es klingt und klagt durch die Zeilen fast wie ein leises „pater peccavi“ . . . Nun zu dem „Tatsächlichen":
ad 1. Herr Dr. Werner scheint jeden Wissenschaftler in sein bestimmtes Schubfach einzureihen, über dessen Rand hinauszusehen er sich nicht erkühnen darf. Also, die Sprache besteht aus Buchstaben, Worten, Formen und Sähen. Mit dem G e i st, mit Neigung mit) Abneigung, mit Seele und Hirn, mit Haß und Liebe hat sie nichts zu tun. Kennt Herr Dr. Werner nicht den Ausspruch der berühmten französischen Philosophin, daß die S p r a ch e der ganze M e n s ch ist?!
ad 2. In seiner Versammlungsrede und seinem vorletzten Eingesandt hat Herr Dr. W. die „Rassenfrage" aufgerollt. Er bekämpfe' die „Rasse". Jetzt stellt er den „Rassenhaß" in Abrede. Bekämpft man jemanden aus Liebe?! Dieses Hetz- aposteltum, diesen Appell an die niedrigsten Instinkte der Masse nennt er noch „Idealismus", „treue Liebe zu Volk und Vaterland" . - - Armes Vaterland. Gott schütze dich vor diesen Freunden .. . Wie sagt einer der deutschesten unter unseren besten deutschen Dichtern, unser unvergeßlicher Josef Victor von Scheffel? (Ich zitiere lediglich aus dem Gedächtnis.)
„Stoßt an, ein Hoch dem deutschen Reich,
An Kühnheit reich, dem Adler gleich, Mög's täglich neu sich stärken. Und Gott bchüt's vor Klassenhaß, Vor Rassenhaß (!) und Massenhaft Und derlei Werners — Pardon — Teufels werken!!" ad 3 u. 4. Hier zeigt sich der antisemitische Pferdefuß von feiner bedenklichen Seite und in seiner schleierlosesten Häßlichkeit. Herr Dr. Werner kommt vermittels einer seltsamen, fragwürdigen, mit einem Worte — antisemitischen Logik zu dem Schlüsse, daß nicht die Antisemiten, sondern die Juden die Schmach des Jahrhunderts sind. So wagt er zu drehen und zu deuteln an den Worten unseres Kaisers Friedrich des Edlen. Ich gestatte mir, dem Herrn Oberlehrer einen dokumentarisch int Reichsanzeiger festgelegten Passus aus dem Erlaß Kaiser Friedrichs bei seinem Regierungsantritt ins Gedächtnis zu rufen:
„ . . . Ich will, daß der seit Jahrhunderten in Meinem Hanse heilig gehaltene Grundsatz religiöser Duldung auch ferner alle Meine Unte r- tanen, welcher Religionsgemeinschaft und welch emBekenntni ff esie auch angehören, zum Schutze gereiche. Ein Jeglicher unter ihnen steht Me i- nent Herzen gleich nahe — haben doch Alle gleichmäßig in den Tagen der Gefahr ihre volle Hingebung bewährt . . ."
Am Schluß kommt der Herr Oberlehrer auf einmal so brav und hausbacken, daß ich mich fast geniere zu fragen, ob er, den ja „ber Idealismus ins öffentliche Leben treib t", auch nur eine blasse Ahnung hat von jenem hohen Menschheitsideal, wie es der große nordische Magus — Henrik Ibsen — in seinem „Kaiser und Galliläer" andeutungsweise vor die Seele zauberte.
Und ganz am Schluß schreibt Herr Dr. Werner, als wie wenn man einem kranken Kinde eine bittere Pille doch noch in Syrnp wickeln will: ,
„Z u meinen jüdischen Schülern habe ich mich stets taktvoll verhalten und niemals geduldet, daß sie gekränkt wurden." Aber, zum Donnerwetter, Herr Oberlehrer, das letztere tun Sie j a selbst und zwar sehr!! Schrieben Sie nicht
LMWc MeitMichms Ciktzcy.
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Es können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: .
1 Bauschlosser, 1 Friseur, 1 Schmied, 1 Glaser,. 1 Schreiner, 2 Jnstaltateure, 1 Schuhmacher, 1 Flickfrau, 2 Lauftrauen, 1 Lam- madchen, 1 Putzfrau, 4 Tabakentrippermnen, 1 Hausburiche, 1 Arbeiter. .. . ..
Lehrlinge: 1 Buchbinder gegen Vergütung, 1 Friseur, ein Kaufmann, 1 Schmied, 1 Schreiner.
b. bei auswärtigen Arbeitgebern: . .
2 Installateure, 1 Schmied, 1 Schneider, 1 Schreiner, 1 Glaier, 1 Sattler und Tapezier, 1 Schuhmacher, 1 Spengler, 1 Dienstmädchen.
EH suchen Arbeit: B21/n
2 Wagner, 1 Polsterer u. Dekorateur, 1 Weißbinder, 7 Arbeiter, 2 Installateure, 4 Hausburschen, 2 Fahrburschen, 2 AuSlauser, 1 Flickfrau, 2 Putz- und Waschfrauen, 5 Laiissrauen, 3 Lau,- mädchen, 2 Schreiber. ___________________________
Bekanntmachung
Es wird beabsichtigt, auch diesmal ivieber eine Prämiierung von Dienstboten des Spartassenbezirks emtietcn zu lassen. Prämien können von 5 zu 5 Jahren solche Dienstboten im engeren Sinne erhalten, welche bei der Herrschaft Kost und Logis haben und sich darüber, soivie über gute Führung durch Zeugnisse ausweisen können. Von Vollendung der ö Diensljahre kann nur dann im letzten Dienstjahre abgesehen werden, wenn der Dienstaustritt ditrch Einberufung zum Militär, durch Auslösung des Haushalts, oder durch Gründung eines eigenen Hausstalides erfolgt.
Es werden hiernach alle diejenigen Dienstboten, welche nach diesen Bedingungen auf eine Prämie glauben Anspruch erheben zu können, aufgefordert, sich unter Vorlage der Dienstbücher, eines Zeugnisses^ der Herrschaft über gute Führung, sowie eines etwaigen Sparkassenbuches (die Angabe der Nummer des Buches genügt ebenfalls) bei unserer Kasse oder der Bürgermeisterei des Wohnorts bis zum 5.
l. Js. zu melden. (B19/11
Gießen, am 18. November 1907.
Bezirkssparkasse Gießen.
Doering.
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Lauter liegt vom 25. d. Mts. an 8 Tage 'lang auf dem Bürgermeisteretbureau dahier zur Einsicht der Interessenten offen.
Lauter, den 20. November 1907.
Großh. Bürgermeisterei Lauter.
Aff. 7239
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Rnttershausen pro 1908 liegt vom 23. d. Mts. an acht Tage lang zur E'nsicht der Interessenten auf dem Amtszimmer unterzeichneter Vurgce- meifterei offen.
Ruttershausen, den 20. November 1907.
Großherzoglich- Bürgermeisterei Ruttershaupn.
Klinket. 72ö8
knapp zwei Tage vorher an derselben Stelle?: Ihr dürft keine Richter werden! Ihr dürft keine Lehrer werden! Ihr dürft keine Beamten werden! Ihr dürft keine Offiziere werden! Ihr gehört nicht in den gesetzgebenden, Ihr gehört nicht in den Verwalt nngskörper! — — Herr Sprachlehrer, können Ihre Jungens denn nicht lesen oder verstehen sie bloß fremde Sprachen? Heißt Ihr Eingesandt in Nr. 271 auch taktvoll handeln und dulden, daß sie nicht gekränkt werden?!
Mich dünkt, Herr Sprachlehrer, nicht die Worte machen die Sprache, sondern ihre Auslegung und Befolgung.
Ein Wähler.,
Auf das Eingesandt „UnsereBeamten unddie Antisemiten" ist zu erwidern, daß von den städtischen Beamten stets und in allen die Stadtverordnetenwahl betreffenden Versammlungen gegen den Antisemitismus gesprochen und erklärt worden ist, die Beamten stünden der antisemitischen Bewegung fern und seien keine Antisemiten. Eine Aeußerung: „Aber sie werdens" ist voll (einet Seite gefallen, denn sie ist weder von den städtischen Beamten noch von anderen Anwesenden gehört worden. * *!■
Bezugnehmend auf das Eingesandt in Ihrem geschätzten Blatte Nr. 271 (2. Blatt) vom 18. I. Mts. erlaube ich mir, Sie nm Aufnahme folgender Zeilen zu Bitten: Die Kollision des Fuhrwerks mit dem Zuge der Biebertälbahn sand nicht am Eingang der Schützenstraße, sondern auf offener Straße etwa 100 Meter weiter hinaus am Happelschen Hause statt, als das Fuhrwerk dem ankommenden Zuge entgegenfuhr. Der Einsender hat anscheinend aus besonderem Interesse die Unfallstelle an den Eingang der Schützenstraß.' verlegt.
Kadbricbtnse
Evangelische Gemeinde.
Donnerstag den 21. November, abends 8 Uhr, im Markussaal: Bibelstunde. Pfarrer Schwabe.
Israelitische Neligionsgemeinde.
Holtesdieiw in der Syrmgoge (Südantage).
Samstag d e n 23. November 1907:
Vorabend 4.30 Uhr.
Niorgens 9.00 Uhr.
Feier des Geburtstages S. K. H. des Großherzogs
Nachmittags 3.30 Uhr.
Sabbatausgang 5.25 Uhr.
Israelitische Ncligionsgesettschaft.
Gottesdienst.
Sabbatleier am 23. November 1907:
Freitag abend 4.10 Uhr.
Samstag vormittag 8.30 Uhr. Feier des Geburts
tages S. K. H. des Großherzogs.
Nachmittags 3.30 Uhr.
Sabbat-Ausgang 5.25 Uhr.
Wocbengottesdienft: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr.
Giestener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Neffen am Freitag ben
22. November: Meist trüb. Trocken. Temperatur luie hellte. Schwache östliche Willde.
GrzgisraL-DrahtnieLSnttgen.
Köln, 21. Nov. D?r 75 Jahre alte Pater Schmidt,
Vorsteher des katholisch-deutschen Hospizes in Jerusalem, der hier
zu Besuch toeilte und heute die Heimreise nntreten wollte, wurde gestern von der elektrischen Straßenbahn überfahren und schwer verletzt.
Wien, 21. Nov. Der deutsche Kronprinz trifft am Samstag zu seinem oberösterreichischen Jagdaufenthalt in Grünau ein.
Rom, 21. Nov. Der „Osservatore Romano" veröffentlicht ein Motu proprio des Pap st es gegen den Moder nisnus. Das in heftigen Worten gehaltene Dekret billigt alle gegen den Modernismus getroffenen Maßnahmen, speziell die Exkommunikation der Propagandisten der neuen Lehre und empfiehlt, den Priestern, über deren Gesinnung keine Sicherheit besteht, die Priesterweihe zu ber* weigern.
Verdun, 21. Nov. Eine Ko m m i ss i o n de s K r i e g s - Ministeriums ist hier cingetruffen, um Untersuchungen über die Entstehungsursache der in der Garnison ausgebrochenen Th- phus-Epidemie Vvrzunehmen. Bis jetzt sind 58 Erkrankungsfälle festgestellt, von denen 4 einen tödlichen Ausgang hatten.
Paris, 21. Nov. Ter P apst ernannte den Bischof Dubil- lard von Quimper zum Erzbischof von Chamberg.
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.
Frankfurter Bgiirs^ 3^°/0 Beichsanleihe . . 93.35 3% do. . . 82.85 3ya °/0 Konsols .... 93.60 o% do. .... 82.95 3^°/0 Hessen 91 00 3%0/0 Oberhessen . . . 92 40 4 % Gestern Goldrente. 96 50 % Oesterr. Silberrente 96 30 4% Ungar Goldrente . . 9100 4% Italien. Rente . . . 103.— 3 56 Portugiesen Serie I 57.75
3-o Portugiesen „ III 59.75 4%°l0 russ.Staatsanl. 1905 92 35 japan. Staatsanleihe 86.90 4% Conv.Türken von 1UU3 92.00 Türkenlose 140 50 4% Griech. Monopol-Anl. . 46.50 4% äussere Argentinier . 8140 3°/0 Mexikaner .... —.— 4>ä°/0 Chinesen .... 93.20
Aktien:
Bochum Guss 194.—
Buderus E. W —.—
21. November. 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer Elektriz. Schlickert . . . Eschweiler Bergwerk .
Gelsenkirchen Bergwerk Hamburg-Amerik Paket!. Harpener Bergwerk.
Laurab ütte Nordd Lloyd . . . .
0 bei sch les. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit. .
Dresdner Bank . . . . Kreditaktien ...
Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn Gotthardbahn Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . . . Pnnce-Henri-Eisenbahn .
Tendenz: schwach.
berliner Mörse, 21. November. Anfangskurse.
113 00
100 00
201.90
190. -
113.50
191.25
104.76
97.20
151.00
123.80
222 50
136 00
167.30
136 — 195.80
78.40
26 70
139.70
Canada E. B 139.25
Darmstädter Bank . . . 1237 0
Deutsche Bank .... 222 00
Dortmunder-Union C. . . —.—
Dresdner Bank . . . 136.20
Tendenz schwach.
Harpener Bergwerk. . . 191.10 Lanrahütte —.—
Lombarden E. B. ... 26.80
Nordd. Lloyd 104.50
Türkenlose ..... 141.20
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Zwecks Vornahme von Anschlustarbeiten für die Erweiterung des Elektrizitätswerks ist am Sonntag den 24. d. Mts. die Stromlieferrmg für das gesamte Stadtnetz von vormittags S1/., bis nachmittags 3 Uhr unterbrochen, was wir hiermit den Konsumenten zur Kenntnis bringen.
Cs ist darauf zu achten, das; die Jnstattationen während dieser Zeit ausgeschaStct bteiben.
Stadt. Elektrizitätswerk Gießen.
2321/^ St 0 lte.
Bekanntmachung.
Der Voran sch lug der Gemeinde Lirtdenstruth pro 1908 liegt vom 23. d. Bits an acht Tage lang aus dein Burger- mcistereibnreau zur Einsicht der Interessenten offen.
Lindenstrnth, den 19. November 1907.
Großh. Bürgermeisterei Lindenstruth.
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Bittend treten wir auch in diesem Jahre heran an die Freunde und Wohltäter unserer Kleinkinder-Bewahranstalt und deren großen ^inderschar, uns mitzubelsen zu einer frohen Ehristbcscherung für unsere Kleinen. Es lind 250 Kinder von 2V2 bis 6 Jahren, meistens aus Familien, die das ganze Jahr hindurch im Kampf ums Dasein stehen, aus denen nicht der Baler allein, oft auch die Mutter, sei's Frau oder Witwe, außerhalb des Hauses dem Verdienste nachgehen müssen. Wir möchten den Kleinen und damit auch den Großen eine rechte Freude bereiten.
Darum bitten wir um Gaben an Kleidungsttücken, Stossen und dergl., besonders auch um Geldgabcn, die uns die gleichmäßigste Bescherung für die Kinder ermöglicyen.
Eine Lille zur Erhebung von Beiträgen geht nicht herum-, was man beachten wolle. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an die nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Frau Professor Drews, Moll'teslraßc; Frau rllechtSauwalt' Grünewald, Liebigstraße 21; Frau Johanna Haaö, Ostanlage 31; I Frau RechnungSrar Kalbfleisch, Ludwigstraße 7; Frau Professors Leist, Moltlestratze 32; Frau Kirchenrat Naumann, Diezstraße 15; । Frau Luise Ottens, RoonstraßeLl); Frau Lina Sch mall, Oftanlage36,-, Frau Marie Schwan, Seltersweg 64. Auch die 3 Schwestern i unserer Anstalt sind bereit, Gaben anzunehmen; man wolle freund-, lichsr beachten, daß dies die Klemkinderschulfchwestern sind, wohnend Diezstratze 15.
Gießen, den 4. November 1907.
Der Vorstand der Kleintinder-Bewahranstalt.
Dr. Naumann, Kirchenrat.
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