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21.11.1907 Erstes Blatt
 
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Donnerstag 21 November 1907

Erstes Blatt

157» Jahrgang

JJ cormmaqT''iu" «otationrdruS uirt Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und SteindruSeret. R. Lange. Redaktion, Expedition und vrnSere?! Schülftraß« 7

Be»t.g»pretS, monatlich 7»^-, otertel* jährlich Mk. 2.20 durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pl.' durch die Post Btk.2. otertel* jährl. aueichl. Bestellg. 3etlenpret8: lokal 16'31«, auSwartt 20 Pieunig,

Be ra n t wo rtltch rth den polüdchtn Teil: Q. Anderton, f Feuille­ton und ,!^ernllichtes^ P Wtttke fih .Stadt u Land" und.E^richls- fnal* (S. yeh. iüt den Anzeigenteil H Beck.

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Grl He, a, eagltch aubei Sonntags.

Dem G'ehene' Anzeiger werden im Wechsel mit oem hessischen LandWirt di, Sictzener Kamilicn- blöttei viermal m bei Woche beiqekql unb irveimnl wöchentlich daS {(rcisblatl für den Ureis Stehen ^erniorech-An- schltih s- 6 Redaktion 112 Verlag u Lfpedttion öl Udlrsie töt Depelchenr «uzetO-, Sieben.

A,nahm« eon Anzeigen

Der Zöiederveginn dir parlamentarischen Atveilen.

Am Freitag tritt nach mehr als sechsmonatiger Pause der Reichstag lvieder zusammen; am Dienstag der kom­menden Woche folgt ihm der preußische Landtag; schon im Ponvinter hebt diesmal die politische Hochsaison an. Beim Reichstag handelt es sich um eine Fortsetzung der im Mai unterbrochenen Session. Er wird also ohne alle Förmlich- keiten am Freitag gleich an die Arbeit gehen und sich mit Rückständen aus der Zeit vor der Vertagung beschäf­tigen. Solcher Rückstände gibt es iinterschieoliche, einige Davon sogar von nicht geringer Bedeutung. Da ist der äiltwurs über die Bestrafung der Majestätsbeleidigungen, Die Vorlage über den Versicherungsvertrag, die Entwürfe aber die Herstellung von Zigarren in der Hausindustrie unb den Vogelschutz, die Sicherung der Neusorderungeu and das Hilsskassenwcsen sowie die Novellen zum Unter- rützungswohnsttz urid zur Gewerbeordnung mit dem sogen, kleinen Befähigungsnachweis. Aber nicht viele von diesen Resten, deren parlamentarisches Schicksal voraussichtlich sich ehr verschiedenartig gestalten wird, werden noch vor Weih- iad)ten den Reichstag beschädigen. Nach den ersten Tagen >es Eiugelvöhnens wird die vorweihnachtliche Periode zu- iächst der Aussprache über den Etat gehören, hinterher vird man wohl noch die Grundstimmung des Hauses über >ay Vereinsgesetz und die Flottenvorlage, vielleicht auch roch über die Börsennovelle zu ergründen suchen und dann oird allgemach, Ruhe gebietend und Frieden, auch die Leihnachtspause herangerückt sein.

Es hat keinen Sinn, jetzt, wo jeden Tag ihre Verösfent- ichuitg zu erwarten ist, sich noch in Kombinationen über >eu voraussichtlichen Inhalt der angetündigten Entwürfe ,u Verliesen. Genug: es ist ein gerüttelt Mast gesetzgeberische Arbeit zu erledigctt, denn zu den ausgczähltcn Materien ge- ellen sich noch andere, die wie der sozusagenzur An- id)t" publizierte Scheckgesetzentwurs und eine Vorlage über »ie Erleichterung des Wechselprotestes, das Weingesetz, die wrlänsige Regelung unserer Handelsbeziehungen mit Eng- anb (aus eine endgültige wird ja vor der Hand kaum zu echnen sein), die Novelle zum Seuchcngesetz, die Entwürfe iber die Hastpflicht des Tierhalters und des Besitzers bei tutomobiljchäben im Laufe der Session noch dem Reichstag ugcfycn werden.

Nicht alle diese Entwürfe werden im Parlament das steiche Schicksal haben. Manche werden ohne viel Um- rdube angenommen werden; gegen andere wird sich Oppo- iiioit ntetden; wieder andere werden zumal die Fabri­kation ja nicht stillstehen und voraussichtlich noch die ober jene Vorlage auf den Tisch des Reichstages nieder- s.ackern lassen wird' auf der Strecke bleiben. Trotz­dem wird der Schwerpunkt der kommenden Session aum bei den hier genannten Fragen liegen. Reichs-Ver- nns- und Börsengesetz sind ja schwierige Probleme. Aber nan darf vielleicht vermuten, oaß in diesen Stücken der Zugang zum Frieden schon während der sommerlichen Kon- erenzeu in Norderney gefunden wurde. Ernsthafter möch- cn sich die Dinge wohl gestalten, wenn gegen die ur- prüngliche Verabredung schon in diesem Winter Steuer­ragen an den Reichstag gebracht würden. Daß der Zwang )azu vorliegen konnte, wird ohne weiteres zugegeben fein. Wer die Steuer, die niemand drückt und von allen Par- :eien gleich willkommen geheißen wird, ist leider noch nimeT nicht gefunden.

Indes ungleich bedeutsamer als das alles wird ver- nutlich sein, was in Preußen geschieht. ImHannov. Kurier" hat dieser Tage ein Parlamentarier geschrieben: sei keine Ueberlreibung, wenn man behauptet, die Ent- cheidung über die künftige innere Politik n Deutschland und in Preußen werde in den näch­ten Wochen im Landtag fallen. In der ersten kurzen Oloasaifon war bekanntlich in der innerdeutschen Politii )ie doppelte Buchführung beliebt worden. Im Reich hatten vir dieneue Situation" mit ihrem Bemühen, Rechte und -ärgerliche Linke zu einträchtlichem Zusanrmenwirien vor )en Reichswagen zu spannen. In Preupen handelten ver- chiedene Minister auch solche, die sich heute noch im llnit befinden, als ob ihnen von der Neuorientierung inferer inneren Politik nichts bekannt geworden wäre. Rad) solchen Rezepten werden die politischen Geschäfte ünftighin jeben|aH§ nicht betrieben werden können. Du ,Deutsche Tageszeitung" hat zwar noch am letzten Sonntag >ie Regierung warnen zu müssen geglaubt, die Blockpolitik iuf das Abgeordnetenhaus zu übertragen, weil das nach Heer Ansicht zu einer Verdunkelung der politischen Lage ühren müßte. Aber wir sind genau der gegenteiligen Au>- assung. Wir meinen: es ist eine auf die Dauer unertrüg- iche Halbheit und Unklarheit, wenn die Regierung die Parteien, die sie in dem einen Hause bekämpft, im anbercn jegen ihre dortigen Helfer unb Freunde auszuspielen ver­acht. Zumal wenn, "wie das bei uns zu Lande ja der )all ist, Reichs- und Staatsregierung in Personalunion eben.

An den preußischen Fragen also nicht bei der Polen- wrlage mit ihrer vielumstrittenen Enteignung, wohl aber 'chon bei ©en Schulfragen wird fiü.) der Gang der künftigen innerdeutschen Politik entscheiden. Und es kann virtlich leicht sein, daß man schon bereits bei Beginn der Weihnachtspanse zu übersehen vermag, wohin denn nun ckgentlich die Reise gehen wird.

politische Lageskekarr.

lieber die Politische Lage

hat sich der nati0twi.ub^rai.e r-wm^tag^^ogeordnete P r i n z Lch b n a i ch - E a r o l a t h in einer Wühlerversammlung in 2orau ganz nach freifinnigen Anschauungen ausgespron)en: ISr sehe keinen Cfruub, der einer Uebertragung des Rem)S- tagswahlr^chls auf den preußischen Parlanlentarismus ent- gegenstände. Da jedoch bei den gegenwärtigen Meyrhen -

Verhältnissen im Landtag keine Aiwstcht auf dessen Ein­führung vorhanden sei, müffe man nach einem Worte MunckKis statt eines großen Schrittes zwei kleine vorwärts machen und energisch wenigstens eine teilweise Verbesse­rung des jetzigen Wahlrechts fordern. Auf dem Gebiete der Finanzpoliiik tritt er für die Einführung einer Reichs- einkolümenfteuer und im übrigen für größte Sparsamkeit ein; von diesem Standpunkt verurteil! er auch die über­trieben hohen Forderungen des Flottenvereins, begrüßt dagegen die Adresse der englischen Liberalen, welche eine Verringerung der Rüstungen empfiehlt.

Neichsiegierung und Gras Zeppelin.

Wie der.)iväolsu.)e Merkur" erfuhrt., hat die Reichs- regiernng sich enlschlosscn, noch als N a a) t r a g s e t a t für 19 0 7 400 000 Mk. zu fordern, uni den Grafen Zeppelin in den Stand zu setzen, so schnell als möglich mit dem Bau seines neuen großen Luftschiffes zu be­ginnen. Dieser Bau soll so beschleunigt werden, daß er bei Eintritt der günstigen Witterung fertig ist. Von dem Ergebnis der mit dem neuen Luftschiff zu unlernehmenben Probefahrten, bei welchen die vo.n Grafen Zeppelin in Aussicht gestellten teueren Erfolge nachgewtesen werden sollen, wird es abhängen, ob die im Etat des Reichs- amts des Innern für 1908 beantragte Summe von 2 150 000 Mark zum Ankauf des ganzen Zeppeliiischen Unternehmens verwendet wird. In dieser Summe sind die Barauslagen des Grafen Zeppelin, sowie eaie aiigcnieffene Entschädigung für seine nunmehr zehnjährige Tätigkeit enthalten. Tcr Standpunkt der MichSregierung wird in einer dem Etat des Reichsamtes des Innern beigefügten Denkschrift dar­gelegt werden.

Die Kirchensiegel in Pofen.

Eine Verfügung des kuauSniim..~rv betr. die Kirchen- siegel in der Provinz Posen veröffentlicht der amtliche kirchliche Anzeiger in Posen. Heber ihren Inhalt wird derVoss. Ztg." mit geteilt: Es sind in letzter Zeit zahl­reiche Fälle vorgekommen, daß die Ortschaften, in denen sich eine Kirchengemeinde und der Sitz eines Pfarrers be­finden, statt ihres polnischen Nameiis einen deutschen er­halten haben, während die Pfarrgemeinden nach wie vor an der alten polnischen Bezeichnung festhalten, sofern sw noch weitere Orrschaiten umfassen. Die Verfügung'verlangt nun eine genaue Angabe des Ortes, welcher der Sitz der Kirche und des Pfarrers ist, sowie Die ausschließliche An­wendung der deutschen Sprache auf den Kirchensiegeln. Alle kirchlichen Dokumente müssen, .falls sie gesetzliche Be­weiskraft haben sollen, mit einem Kirchensiegel versehen sein, welches den erwähnten Vestimniungen entspricht. Die polnischen Blätter erblicken in dieser Verfügung einen neuen Eingriff in die Rechte der Kirche" unb fordern die Kirchenbehörde auf, gegendiese neue unerhörte Zumutung der preußischen Regieriurg" Protest zu erheben.

Aus Rußland.

Kiew, 20. Noo. Der Professoienrat des Polytechnikums hat beschlossen, das Institut auf unbestlmlute Zen zu schließen, da sich die Studierenden auf einer nn Poly­technikum abgehaltenen Versammlung mit den Studierenden der geschlossenen Universität solidarisch erklärten.

Wladiwo stock, 20. Nov. Das amerikanische Geschwader ist noch der Abreise des Knegsfekretärs Taft heute früh wieder in See gegangen.

Hankau, 20. Novbr. Die riissische Inspektion zur Förderung des Unterrichts m der russischen Sprache in China hat eine russisch-chinesische Schule für Haudelswissenschaften eröffnet. Die Unterhaltungs­mittel werden von Privatfirmen und der Nussiich-Chlnesifchen Bank aufgebracht.

Odessa, 20. Nov. Das Kriegsgericht verurteilte von 17 wegen A n stift u n g zur Revolte angcflagten Soldaten des 12. Sapeurregiments drei zum Tode, sechs zu 6 Jahren Zwangsaibeck, zwei zu 2 Jahren Zuchthaus, sechs lüinben sreigesprochen. __________

AnsLanS.

Haag, 20. Nov. Li. Haarlemer Blatt aus

London telegraphiert wird, geht dort in wohllnformierteu .Kreisen das Gerücht, daß die Königin Wilhelmine und der Prinzgemahl Heinrich der Nieoerlande im nächsten Frühjahr einen Besucht am Londoner Hose abstaU.cn werben.

Die Regierung hat einen Kredit von 775 000 Gulden zur Errichtung eines Spezial-Gefängnisses für lungenkranke Sträflinge beantragt. Zn dem ge­nannten Zweck wird das $ejäugni§ nach Art der Sana­torien eingerichtet weroen. D.e Regierung gerenkt mit 180 derartigen Sträflingen den Anfang zu machen.

Einer amtlichen Meldung zu,olge wuroe in Endeh auf der Insel Flores die Wohnung eines euro­päischen 93 c a ui t e n von einer Ausrührerschar aus der Umgegend angegriffen. Die Bande gab eine Anzahl Schüst,e ab, wurde aber znrückgeschlagen unb verlor drei Tote. Aus Rache ermordete sie oter eingeborene Frauen und fünf Kinder. Eine Truppenabteilung, die aus dem Wege nach F'olbano ist, wurde von Eingeborenen über­fallen, vertrieb aber den Feind aus seiner Stellung unb aus dem Kampong. Ein Offizier wurde verwundei; ein Soldat wurde getötet und vier wurden verwundet.

B r ü s s e 1,20. sJb)O. In der Kainmerjitzung luuroe heute die Vorlage über die Erleichterung der Ehe­schließung verhandelt. Ein Zujatzantrag, nach welchem die Frauen berechtigt sein sollen, ais Trauzeugen zu fungieren, wurde mit 61 aegen 14 Stimmen angenommen.

Paris, 20. General Drude telegraphiert,

daß die Ortscha,t Scilat vom Stamme der Mzamza, dessen Kaid sich mit Mulay HafiS vereinigt hat, vollstäiidia zerstört woroen sein soll. Mulay Rcschid soll nach Marakejch zurückgeruscn und durch Mulay Jussns ersetzt werden. Tie Mahalla vom Mulay Hasid stehe noch immer vor den Toren von Marakesch, doch sei sie erhebUch vermindert.

Toulon, 20. Nov. Marineminister Thomson richtete an die Marinepräfekten eine Depesche des Inhalts, daß der Gedanke an eine Reparatur derI e n a" als zu schwierig aufzugeben sei.

Madrid, 20. Nov. Nach einer Meldung desLibe­ral" durchlief gestern die Kammer das Gerücht, daß Japan durch Vermittelung seines Gesandten in Madrid der spani­schen Regierung das Anerbieten gemacht habe, den Neu­bau der spanischen Flotte zu einem weit billi­gerem Preise zu übernehmen als die Forderungen der anoeren Voller oder Gesellschaften betragen.

Bukarest, 20. Nov. (Wiener Korr.-Bur.) Die aus- ivärts verbreitete Meldung über das Leiden des Kö­nigs von Rumänien entbehrt jeder Begrün­dung. Der Gesun^h-itszustaird des Königs ist ausgezeich­net. Er unterzieht sich nur, wie alljährlich, einer ihm von Pros, v. dioorden verordneten Kur.

ALLS **110 tt-atw.

Gießen, 21. Nov. 1907.

** Ordensverleihung. S. K. H. der Groß-- her^og haben dem Rektor an der städtischen Volksschule zu Gießen jtonr. Hahn die Krone zum Ritterkreuz 2. Kl. oes Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

** Der Finanzausschuß der 2. Kammer se^te am Mittwoch vormittag seine Beratungen in Anwesenheit der Regierungsvertreter Geheimerat Milbrand unb Geh. Obersinanzrat Fuchs fort. Den ausgedehntesten Be- ratuiigsgcgeiistand bildete abermals das Institut der Kreisgeometer und die Vorstellungen der Inter­essenten zu dieser Frage. Der Ausschußreferent, Abg. M o l- than, verlas den ausführlichen Bericht, den der Ausschuß genehmigte. Der Ausschuß ist danach dafür, in dieser Frage zunächst keine Aenderung eintreten zu lassen und keine Verstaatlichung des Kreisgeometerinstituts zu befür­worten, was schon mit Rücksicht auf die hohen Kosten nicht angängig wäre. Dagegen entschloß sich der Ausschuß, an die Regierung das Ersuchen zu richten, daß das Geometer­wesen nur einem Ministerium unterstellt werde. Bezüglich der Vorstellung der Gemeinde Wimpfen über einen Beitrag zur Oberförsterbesoldung wurde beschlossen, die Beratung darüber vorläufig auszufetzen, da nach der Ertlärung des Regierungsvertreters eine direkte Verständigung der Ge­meinde und der Regierung erwartet werden darf. Der Aus­schuß genehmigte dann noch einige weitere Berichte.

** Der Landwirtschaftskain mer-Ausschuß für Oberhessen hält seine Herbstsitzuna Samstag. 30. d. Mts., im Hotel zum Prinzen Karl in Gießen ab. Hauptiagesordnungsgegenstand ist die Ausstellung des Vor­anschlags für 1908. Die zuerst in Aussicht genommene allgemeine Versammlung für die Mitglieder der Landwirt- fchasiskammer, die Tags zuvor abgehalteir werden sollte, ist aufgegeben worden, da den Mitgliedern Gelegenheit zu Dteinungsäuß^rnngen in den Versammlungen der Bezirks­ausschüsse gegeben wird und gegeben werden soll. Man hatte auch oas Beoenlen, daß, wegen der Ausdeynung der Provinz, in Gießen doch nur die Zunächstwohnenden die Verjammlung besuchen würden, sie aqo eine einseitige Ver­tretung dar stellen dürfte.

* M i t Schulfragen beschäftigte sich der P e t i ti o n ausfchuß der Zweiten hefsifcheu Kammer in feiner gestrigen Sitzung Bei dem Eintrag Ulrich über das Schulwesen stand der Ausschuß auf dem Standpunkt, daß feine neuen Vorschulen gegründet und feine Staatszu schösse für die bestehenden Vorschulen mehr genehmigt werden sollen. Der 2lusfchuß ist damit einverstanden, daß die Regarung den Versuch der Einrichtung eines Re s o r m g y m n as i u ms unter­nimmt. Ter Ausschuß wünscht weiter, daß der Ucbergang aus den Volksschulen in höhere Schulen erleichtert wird, wenigstens sollen die Prüfungen in Wegläll kommen. Aus die Erklärung der Regierung, daß sie den Vorschlag, die Schülerzahl aus 40 herabzufetzen, für beachtenswert halte, ist die Ntehrheit des Ausschusses der Einsicht, daß man die tat­sächlichen Verhältnisse beriicksichtigen müsse. Wenn and) die Mehrheit mit bie|em Gedanken sympathisiere, warne sie doch davor wegen der hohen Kostenfrage, die den Gemeinden da­durch entstehen. Berichterstatter ist Vlbg. Dr. Frenay. Schließ­lich wird noch der Antrag Ulrich, betr. die Einheitsschule, beraten. Die Regierung erklärte hierzu, daß die Reichs- Sdpilkommission nicht zuständig sei, es fehle also an der zu- ständigen Jlistanz. Sind) sei die Frage noch nicht spiiichreis und da in Hessen besonders in neuerer Zeil mancherlei Re­formen im Schulivesen emgclretcn sind, fei eS nicht zweck­mäßig, schon jetzt wieder Blenderungen eintreten zu lassen. Ter Ausschuß schließt sich diesen Ausführungen an.

** Der Verband v s i' ch e r G e r i ch t s a s s e s s o r e n, Provinz Oberhessen, hielt am T eustag abend hier im oberen Stock des Hotel-Renanramslui^rbof* seine gut betuchte Rtonatsversammliii'.g ab. Oje. , .Assessor Kochs-Gießen refe­rierte dabei eingehend über bvn auf eine Vereinfachung, Ver­billigung und Beschleunigmig des amtsgerichtlichen Prozeßverfahrens abzielenden Enttvurf einer s)loocüe zur Zivilprozeßordnung, woran sich eine lebhafte 'Aussprache an* Ichloß. Auch die ferneren Versammlungen des Verbandes folleu Gelegenheit zur gegenseitigen Anregung der Mitglieder