(Fortsetzung folgt.)
Los 1
Giessen
Dortmund.
C «/„
Sa. Zwiebeln
per Beutner 3.25 Mk.
6708]
5
Telefon 235.
Sonnenstr. 6.
Else Sta.hIberg .Arthur Friede Verlobte
keiner Silbe.
Ans Befragen gibt Harden dann an, welche Stellung er in der „Zukunft" den Bestrebungen auf Abschaffung des § 175 gegenüber eingenommen habe. Er bemerkt dabei, daß er vor Jahren sich für die Abschaffung des Paragraphen erklärt habe, da dieser nur zu Erpressungen und Aergernissen Anlaß gebe. — Bors.: Es besteht ein Widerspruch zwischen Ihren Ansichten. Sie treten einmal für die Abschaffung des § 175 ein und bespötteln dann die straflose homosexuelle Neigung ohne Betätigung.
Harden: Es handelt sich um eine Gruppe von vier Personen, von denen eine sich der schwersten homosexuellen Delikte schuldig gemocht hat. Die Person des Klägers als solche wirr mir gleichgültig. Bin ich denn ein Denunziant? Will ich denn diesen Semi ins Gefängnis bringen. — Justizrat v. Gordon : Können Sie dem Grafen Moltke irgend einen Borwurf machen? — Harden: Ich bin es imibc, hundertmal dasselbe zu sagen. Ich werde es beweisen, daß der Gras Moltke abnorm ist. Solange ich als Politiker angegriffen war, konnte ich einem Bergleich zu- stimmen, als Angeklagter niemals. Ich habe niemals mit einer Silbe behauptet, daß Gras Moltke sich geschlechtlicher Handlungen, die strafbar sind, schuldig gemacht hat. Ich habe immer nur von dem Freundeskreise der vier Herren gesprochen. — Justizrat von Gordon: Mein Mandant kennt einen solchen Kreis nicht. Zwischen Graf Moltke und Fürst Eulenburg besteht eine Freundschaft feit langer Zeit. Diese Freundschaft ist aber rein wie die Sonne. Graf Moltke kennt den Grasen Hohenau nur wenig, er verkehrte nur dienstlich mit ihm. Mit Lecomte kam er nur
schweig. Die Verlesung der Artikel nahm fast eine Stunde in Anspruch. Danach fragt der Vorsitzende Harden: Haben .Sie behaupten wollen, daß der Kläger homosexuell ist?
Harden: Mit meinen Darlegungen habe ich eine politische Tendenz verfolgt. Ich habe nicht ein Wort mehr gesagt, als mir zur Erreichung dieses Zweckes notwendig erschien. In diesen Artikeln habe ich nicht gesagt, daß der Privatkläger homosexuell veranlagt ist. Ich habe nur gesagt, daß er nach meiner Ueber- zeugung abnorm-sexuale Empfindungen hegt. — Bors.: Was verstehen Sie unter abnorm-sexuell? — Harden: Darunter verstehe ich Empfindungen, die von der Norm abweichen, die von dem abweiehen, was gesunde Männer empfinden. Ich bin in meinen Artikeln nur soweit gegangen als ich mußte. Ich habe die Ueber- zeugung, daß der Privatkläger zweifellos ein vollkommen abnorm empfindender Mann ist. Ich sehe keine Beleidigung darin, sondern nur eine Feststellung. — Bors.: Eine Betätigung der homosexuellen Neigung haben Sie nicht behauptet? — Harden: Mit
H. Darmstadt, 24. Okt. Der Gesetzgebungsausschuß der 1. Kammer trat heute unter dem Vorsitz des Fürsten von Leiningen zur Beratung über die Wahlrechtsvorlage zusammen. — Der Gr o ß h e r z o g und die Groß Herzogin haben ihr Erscheinen auf dem Pressefest am Samstag, 26. Oktober, zugesagt.
München, 24. Okt. Der infolge der Bierpreiserhöhung in München drohende Bierboykott ist glücklich vermieden Morden. Die Vertrauensmänner der Gewerkschaften und der sozialdemokratischen Partei haben lediglich beschlossen, die Mäßigkeitsbewegung zu unterstützen, von einem Boykott des verteuerten Bieres jedoch abzusehen.
empfiehlt
J. Weisel
Tas Gericht vertagte bann die weitere Verhandlung auf vier Uhr nachmittags.
i Ter Vorsitzende eröffnete die Sitzung mit der Mitteilung, bem Beklagten Harden fei die Beweisführung zugelassen, daß der Privattlager eine besondere Abneigung gegen das weibliche Geschlecht habe. Als erste Zeugin soll Frau von Elbe vernommen werden. — v Gordo n: Ich bitte, die Oesfentlichkeit auszu- schüeßen. — Bors.: Der Kläger erklärt doch, er wisse sich rein. — Bernstein widerspricht dem Anträge auf Ausschluß bet Oeffentlichkert, das Gericht beschließt, die Oesfentlichkeit bei- zubehalteu.
im Oktober 1907.
Empfangstage: Samstag von 11—1 u. 5-6 Uhr.
1 Sonntag von 11—2 Uhr.
unweit Lissabon erfolgten Strandung des Dampfers ,SBorufTjQ sind drei Mann der Besatzung ertrunken — Auch Sü d-Jtalien kommen böse Nachrichten. In SOiontc Leon
Tropea, Catanzoro Messina und Reggtodt Calabri' wurden starke Erdstöße nerspürt. bic die Bevölkerung in qro6f Schrecken versetzten, aber keinen erheblichen Schaden nntic6tet“n — Nach den Meldungen aus Perpignan (Frankreich haben erneute U eb e rschm em m u n g e n große Schärt verursacht. ; 1
Der heutige Vortragsabend findet nicht im Kaiserhof sondern im
Hestawß*ant zum Löwen
(Neuenweg)
Kandel.
. — Zur Bankkrisis in Amerika. Der Umstand, dak eene der angcichenchen LmerckaiiisHsn Banken, die KNickarbockeu ^rust Eompany ihre «chattcc schloßen mußte, hat natürlich die, vorgestrige Newyorker Boche wiederum in starke Aufregmw Ueriejjt und nie Surre sind um 4—6 Doll, zurückgegangen. Auch Eeld zeitweise nicht unter 60 Prozent zu haben. Erst als Mvrgm! und andere potente Finanziers eingrissen, konnte wieder einig- Beruhigung hergeschllt werden. An den Deutschen Börsen sind auch die neuern Ung lüa s bo t s chas t e n Verhältnis mäßig reserviert ausgenommen worden. Weder in Berlin noch rn Frankfurt muA- von den Banken einbegriffen werden und die Kurse erfuhren auch ketne bedeutenderen Rückgänge. Es wird nun jetzt ge- glaubt, daß mir der Zahlungseinstellung der Knickerbocker-Com- pany, die übrigens nur vorübergehend sein soll, die Unglücks- botjchaftenihr Ende erreicht haben, doch tauchen immer wieder bl.e ^emrchtnngen, auf daß die Reihe der Enthüllungen noch nicht geichlossen ist und daß weitere Skandale noch bevorsteben
Newyork, 24. Okt Die Londoner „Daily Mail" meldet von hier: Die Knickerbocker Trust-Company hat ihre ® L? u lger befriedigt. Die befürchtete Finanz- Katastrophe ist dadurch vermieden. — Der Ansturm dn Deponenten auf die Trust-Company of Amerika, der gestern frnl begann, dauerte den ganzen Tag über bis zum Schluffe der Ge- N^Usstunden an. Die Gesellschaft wurde den an sie gestellten Anforderungen gerecht. — Die leitenden Finanzleute bemüljcu Uw/ Ordnung in das Chaos hineinzubringen und die gegenwärtig stark gefährdeten großen finanziellen Interessen zu schützen. Sie versuchen ernstlich, ein System des Zusamrnen- arbeitens unter den Trust-Kompagnien zustande zu bringen. Ihr Plan ist, das Soll und Haben aller verdächtigen Trust- Kompagnien gründlich zu prüfen und die zu ünterstützen, die sie als nach vorsichtigen Grundsätzen geführt befunden haben.
vermischtes.
* Herb st stürme und Erdbeben. Der Exchc. Tel. Co. wird aus Lissabon telegraphiert, soeben treffe die Nach- ri^t ein, daß ein furchtbarer Sturm verbunden mit Regengüssen und Erdbeben Portugal verwüstet habe. Namentlich die nördlichen Distrikte seien heimgesucht worden. Aller ^elegraphen-, Telephon- und Bahuverkehr ist unterbrochen. In Coimbra folgte der Ueberschwemmung ein furchtbares Erdbeben. Das Land steht in vielen Gegenden 18 Fuß unter Wasser. Häuser fielen ein. Felder sind zerstört, und Hunderte Stück Rindvieh wurden von den Fluten weggerissen. Man ürchtet, daß die Städte Coimbra und Vagon sowie mehrere Dörfer total weggefegt werden. Eine Brücke über den Duro wurde gänzlich fortgerissen. Zahllose Unfälle fanden statt, und man befürchtet eine allgemeine Hungersnot. — Bei der
gesellschaftlich zusammen. Es existierte keine Gruppe, kein Kreis, keine Kamarilla irgend welcher Art. Hier handelt es sich um die Ehre des Grafen Moltke. Graf Moltke ist rein. — Bors, (zum Grafen Moltke): Sind die Angriffe gegen den Freundeskreis richtig, oder wollen Sie keine Aufklärung darüber geben? — Graf Moltke: Es gab keinen Freundeskreis. In der Nahe der allerhöchsten Personen wäre ein solcher Kreis unmöglich. Zusammenkünfte gab cs nicht, auch keine Liebenberger Tafelrunde. — Justizrat Bernstein: Der Beklagte hat niemals behauptet, daß der Privatkläger sich homosexuell betätigt hat. Er behauptet nur, daß Graf Moltke in geschlechtlichen Dingen nicht so fühlt, wie die ungeheuere Mehrzahl deutscher Männer. Bezüglich des einen Grasen Hohenau wirb behauptet, daß er seine Honwsexu- alität in Handlungen schwerster Qualität betätigt hat. Wenn nun jemand einer Gruppe angehört, von der ein Herr sich in schwerster Weise gegen § 175 vergeht, so ist auch die Frage berechtigt, ob der Privatlläger nicht gewußt hat, daß Graf Hohenau so ist, wie er geschildert wird. — Bors, (zum Grafen Moltke): Haben Sie gewußt, daß Graf Hohenau so veranlagt ist? — Graf Moltke : Absolut nicht. — H arden : Ich bitte dann den General von Ktzssel und den Platzmajor von Hülfen-Häselcr zu laden, die bezeugen toetben, daß sie dem Grafen-Moltke von den Verfehlungen Hohenaus Mitteilung gemacht und sein Einschreiten gefordert haben.
Es wurden dami die einzelnen inkriminierten Artikel be- < iÜ darin auch u. a. die Red: vom Prinzen Joachim Albrecht, der wegen feines an Liebest .teuern reichen Lebens xn Gegensatz zum Grafen Moltke gestellt wird. Harden erklärt dazu: Prinz Joachim zeigte eine starke Nftg mg für das weiblich: Gestchecht, wahrend Graf NToltke eine auße-ordentlich große Ab- neigung gegen die Frauen an den Tag legte. — Bors, (zum Grasen Moltke-: ^-st das richtig? — Graf Moltke: Dann hätte ich wohl Ä — ^ustizrat Bernstein: Ich stelle fest, daß Gras
Küno Moltke die Ehe eine Lchwe meret genannt hat: die Frau sei nicht» weiter als ein Kloset; erlebe nicht für feine Frau, ioudern pir ferne Freunde und das gemeinschaftliche Schlafzimmer !>ei\ eme Rotzuchtsan',kalt. Diese Ausdrücke wird Frau v. Elbe bekunden. — Justrzrat v. Gordon: Das find Aeußermrgen ^"glücklichen prau, die im Eheicheidungsprozefse für den erklärt wurde. — Harden: Ucber den Zustand des Pnvatklag^s ist in sehr hohen Kreisen gesprochen worden. Ich ^s/ang dre Geschichte der Ehe des Grasen gekannt ich die schwächste^ der mir bekannten Tatsachen verössent- licht hatte, dann hatte der Graf Moltke den Rock des Offiziers ausziehen muifen. (Bewegung.) 116
Ät dann Auskunft über den Besuch des Grafen- Otto Moltke, des Vetters des Vrxvatklägers, der zunächst eine Ver- .anbahnen wollte, schließlich aber eine Forderung über- ^-^bn, aber abgelehnt habe — die beiden Recksts- beisrcmde fonnuherten nunmehr weitere Beweisanträae Beide 2^" d--Lü>ung zcchlreicher «euer Zeugen - Justtzras $ A°rd°n blttet, wahrend der Vernehmung der Frau v Rbc auszuschließen. Der Vorfisende versucht, die Parteien zu bewegen, auf eme Beweisaufnahme zu verzichten Ueber Frage, ob Frau v. Elbe vernommen weL soll entt ÄrÄÄnT 3Urtiirat Rustem: Nein, unter Ä
statt.
K37/07 [B^/io
Donnerstag, den 5. Dezember 1907, nachmitt. 3 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Heinr. Carlü in Gießen stehende Parzelle der Gemarkung Gießen:
I/I86V10 — 2353 qm Ho freite aus dem neuen Weg ostentltch meistbietend versteigert werden.
Auswärtige Bieter haben über ihre Zal-lungsfähigkeit ein Zeugnis ihrer Heimatsvehörde beizubringen.
Gießen, den 23. Oktober 1907.
Großh. Ortsgerichl Gießen. Gros.
in Würfeln zu io T i«r v 7-Ti—
in™ ill^ES (
•JÄÄ L LL »SS
J Dttel 1 Rohrgrüben
o = n 'Titel 2 Rohrleitungen mit allen Eisenteilen
Los 2 Titel 3 Hochbehälter
sollen aus dem Subinissionsweg vergeben werden.
m Singebote hieraus sind mit entsprechender
Ausichrist veriehen, bis spätestens
Sametafl, de» 30. Rodomber 1907, nnchm. 3 Uhr hei uMersertigter Bürgermeisterei cinzureichcn, woselbst auch am gleichen Tage die Eröffnung der Angebote in Gegenwar ettoa erschienener Bieter stattfindet. J
0 -Bedingungen liegen hier zur Einsicht offen.
Zusch agssrip 3 Wochen. Freie Auswahl bleibt Vorbehalten 3 qTif21"3e5ot<ö°CoCurfc fönnen gegen Voreinsendung von
^*-«beS SoL”°n bcm baulcitenden Ingenieur Herrn
Joies Sch>„maun, (i>tcücu, Goethcslcaße 29 bezogen werden Daubrmgen, den 7. Oktober 1907. 9 6387
Großherzogliche Bürgermeisterei.
------Walter.
Stau von Elbe befindet sich in großer Erregung. Der Vor- sitzeiide erniahnt die Zeugin, nur die reine Wahrheit zu sagen. War Ihr früherer Ehemann dem iveiblichen Geschlecht besonders abgeneigt? — Zeugin: Ja. — Bors.: Wie sind Ihre Erfahrungen in der Ehe? — Zeugin: Meine persönliche Ansicht ist die, daß er den grauen ganz abgeneigt ist. Ob sich das speziell nur auf ynch bezog, weiß ich nicht. Ich schloß auf seine Abneigung aus 1 einem Bert-alten gegen mich und aus feinen1 Aeußerungen. — Dorf.: Er war sehr zurückhaltend in der Ehe, Sie verstel-en mich? — Zeugin: Ja, das ist der Fall. Zuerst glaubte ich, möchte mich nur nicht, spater sagte er mir aber selbst, daß er die ö-rauen nicht möchte. — Bernste in : Hat er die Ehe nicht eine Schweinerei genannt? — Zeugm: Jawohl. Graf Moltke kam von einer Nordlandsreise zu meinen Eltern, und meine Eltern hatten uns ein gemeinschaftliches Schlafzimmer bereitet. Da agte er m Gegenwart meiner Mutter (laut weinend): Oh, nein kann es nicht sagen ... — Bors.: Ist es Ihnen peinlich' vor vielen Leuten zu sprechen? Das Gericht wird noch einmal beraten, ob die Oesfentlichkeit auszuschließen ist. — Bernstein: Es geht vielleicht so, daß mir Fragen stellen, damit die Zeugin die Woicke nicht in den Mund zu nehmen braucht. — Der Vorsitzende ift damit einverstanden. — Bernstein: Hat er gesagt, als er das gemeinichastliche Schlafzimmer sah: „Das ist ja die reine Notzuchtsanstalt. Wochenlang habe ich nun Gott fei Dank keine Weiber gesehen." — Zeugin: Ja. — Bernstein: Ist es richtig, daß er wiederyolt erklärt hat, die Ehe fei eine Schweinerei und daß er es besonders sagte, als eine Bekannte guter Hoffnung war? Zeugin: Ja, 'das ist wahr. — Bernstein: Hat er Ihnen erklärt, Eine Frau ist nur ein Klosett, was bist du mehr? — Zeugin Oveinend): Ja. — Bors.: War Graf P^oltve besonders den Pcamieim zugetan. — Zeugin: Er liebte feine Freunde über alles
. haben Sie es aufgefaßt? — Zeugin: Ich wußte nicht, daß ey Beziehungen zwpchen Männern gibt. Ich weiß aud) 111(1)1, ob er solche Beziehungen gehabt hat. Einmal fand er em Taschentuch des Fürsten Eulenburg und drückte es an seine Lippen ki'nd sagte: „Mein Geliebter, meine Seele, mein Alterchen mein einziger Dachs Er war zärtlicher zu den Männern, als zu mir. — Bernstein: ote warfen Ihrem Gatten einmal vor, daß er mit Ihnen nicht verkehrte. Er soll dabei gesagt haben, er tue das nicht, weil er .leincnu Freunde Eulenburg versprochen habe, es nicht zu tun. — Zeugin: Das hat er mir gesagt. — Bernstem: Sagten Sie nicht zu dem Fürsten, „Würden Sie das auch von -obrer Tochter verlangen?" — Zeugin: Ja, und da sagte er: „Meme Tochter hätte ich zu dem Fürsten Kuno nicht gegeben — Bernstem: Ist Fürst Eulenburg, als er Sie angefleht Üat, nicht niedergekniet?— Zeugin: Ja, er machte einen Moment CI”e solche (kniefällige) Bewegung. — von Gordon: War die Ehe nicht lehr unglücklich, gleich nach der Heirat? — Bernstein: Wie lange bestand em normaler, ehelicher Verkehr? — Zeugin- Bis äm Tage nach der Hochzeit. — von Gordon: Haben Sie ihm mcht m einer Szene die Achselstücke vom Rock gerissen? — Zeugin: ^ch weiß es nicht, ich habe mich gewehrt, weil ich mißhandelt wurde. — Bors.: Warum wehrten Sie sich dann an- wnglich gegen die Scheidung? — Zeugin: Ich dachte, daß eine Scheidung unter allen Um-landen vermieden werden müsse — Bernstein. Gab er Ihnen nicht allerlei spiritistische Bücher zu feien? z. B. die „Mitteilungen des Geistes Emanuel"? — Zeuain:
WneS Buch. — Bernstein: Hat er nicht zu daö er mit Ihnen nicht ehelich zusammen leben wolle, da ckur>t Eulenburg es nicht wünsck-e? — Zengin- Dav habe ich von meinen Eltern gehört. Er sagte auch: „Gehe' suche dir einen Dritten, ich will Freiheit haben. Die Ehe ist mir zuwider. Er hat mir sogar den Dritten genannt, den ich mir nehmen sollte. — Bernstem: Hat er nicht beim Ehescheidungsprozesse gejagt: ,,Maiestat erfahrt davon nur das, was ich ihn wissen lapen will. — Zeugin: Das ist richtig. Einmal sagte er auch, td) Ware ja fchon acht oatjre verheiratet, ich sollte nichts mehr
Bernstein: Hat der Gras nicht einmal, als er Flugeladstttant wuroe gesagt: „Philipp Eulenburg braucht lemand m der Nahe Sr. Majestät, der ihm alles berichtet"
Märltc.
-th. Gießen, 23. Oktbr. Der heutige Austrieb aus den sch rucincmnrft betrug 794 Tiere. Obgleich das gute Wem äahlrelche Landwirte an den Nlartt gelockt hatte, war der Ham langem und flau. Die Schweiuemäsler erklärleu, die Frucht wi',^ gut bezahlt und ebenso sei der Kartoffelpreis wider Erwarten i $le Mc gegnngen; bevor keine Aussichten vorhanden seien hm der Preis sur fette Sch.oeiue (solche kosten heute der 3em„ ' Schlachtgewicht Mk. 63-04) nicht noch erheblich in die Höhe
es nicht, verstärkte Schweuiemait zu treiben. Troßoeui h, greife für Ferkel uni) Springer sich das Paar nm All. 3.50-Vn gegen Öen letzten Niarkt billiger stellten und der vorhandene trieb für unseren Markt nur mäßig zu neunen war, ging die War recht sa)lecht ab: Gehandelt wurden Ferkel 5-6 Wochen m 28-32 Mk., 8-12 Wochen alte «Eiere 40-Ö0 Mk., Lauser l ick «nre, 65-80 All., schwerere Tiere bis 130 All. das Paar Auskauser seller Schweine klagen sehr, bau manche Landwirte i.t lchon wieder ansangen, schlachucise Ware zurückzuhalten, weil Ilm., der Preis zu gering sei, und daß cs daher schwer werde d , Aletzgcr in den Städten mit feitet Ware zu versorgen. Gs'n,,‘ immerimi schon hohe Preise, die für fette Schweine bezahlt werd und diele ollte man nicht durch künstliche Manipulationen steigern suchen.
. tc. ?y ranks urt a. 2)!., 24. Oft. (Telear. Ona.^Bericht „(Siefe. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viebw. arkt' preise. Zum Verkaufe standen: 28 Ochsen, 1 aus Oesterreick Lullen, 0 aus Oesterreich 60 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 00 aus Rumänien, 779 «alber, 190 Schafe und Hammel, 20 ^ieaei. 0 ^iegen(ammer, 0 Schastammer. Bezahlt wurde S Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 80 -84 Mk
2. Qualität 72—75 Alk., 3. Qualität 66—70 Alk.- Bullen' 1. Qual. 70-^72, 2Qual. 65-67 ; Kühe 1. Qualität 73—75 Mk. 2. Qual. 68 tO Mk., 3. Qual. 58—66 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk
'm O-0O Mk. Kalber 1. Qual. 92-95 Pfg., Lebendgenücbt (3Uf5L$ 9*' el* 82.~86 Lebendgewicht 46-51 Psg 6O-65Psg.; Schafe: 1. Qual. 82-00 Ma., 2. Ouni' hai~Jr8 Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberftanb unbedeutend bei Kleinvieh lebhaft, kein Ueberftanb. '
________________________D^Ao
K 8/07
Donncrötaa, den 5. Dcz. 1907, nachmittags 3 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem 9Lamen des Christian Burkhardt III. in Gießen stehenden Immobilien:
1/1371 = 40 qm Hofreite auf dem Ästerweg,'
1/1377 — 4 qm Hofraum mit Stall daselbst
öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 23. Oktober 1907. Großh. Ortögericht Gießen.
Gros.
Mische Fische.
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