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24.10.1907 Erstes Blatt
 
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in Duisburg angekommen, nachdem er sich in Düsseldorf vergnügte Tage gemacht hatte, ohne seine Angehörigen davon in Kenntnis zu setzen.

chordirektors Knörper, der am Montag durch einen Sturz aus dem Fenster ums Leben kam, erfolgte heute unter außerordentlicher Beteiligung des Publikums. Das Hoftheaterpersonal war vollzählig am Grabe versammelt. Oberhofprediger Ehrhardt widmete dem Dahingeschie­denen tiesergreifende Gedächtnisworte und am Grabe sang der Hoftheaterchor weihevolle Trauerchöre. Für das Hos- theater sprach Generaldirektor Werner, der auch im Auf­trag des Großherzogs einen herrlichen Lorbeer- k r a n z mit Palmen niederlegte. Weiter legten Direktions­rat Winter für das Hoftheater und das Verwaltungs- personal, Hofrat de H a a n namens der Hvfmusik, .Hofsänger Ungibauer namens des Hoftheaterchors und Hofschau­spieler Knisp el namens des Solopersonals Kränze nieder, denen noch zahlreiche von Vereinen folgten. Ein Hei- ratsschwindle r ist heute hier verhaftet worden. Der 27 jährige frühere Eisenbahnbeamte Nikolaus Himmel­heber aus Sand i. O. hat.te im Sommer d. I. in Straß­burg, wo er sich stellenlos umhertrieb, die Bekanntschaft einer Mutter und ihrer Tochter gemacht und sich unter Heiratsvorspiegelungen von ihnen größere Geldbeträge (über 1000 Mk.) erschwindelt. Dann kam er hierher; seine Braut" reiste ihm nach, und als sie sich betrogen sah, unternahm sie einen Selbstmordversuch durch Lisol- vcrgiftung, an deren Folgen sie schwer krank darnieder- tWÖtfc. Kassel, 23. Okt. Kürzlich wurde mitgeteilt, daß sich der ait£ Duisburg stammende Student Besserer von der Göttinger Universität mutmaßlich hier in der Fulda ertränkt habe, denn man fycittc am Ufer seinen Koffer gefunden. Jetzt hat es sich herausgestellt, daß es sich um einen, allerdings etwas unangebrachten, Studenten- utk handelt. Der Studiosus ist ganz wohl und munter

Iie neuen Stenern

aben, wenn die Biersteuerreform außer Betracht bleibt, lr die ersten 5 Monate des laufenden Finanzjahres 25,8 Mionen Mark eingebracht, wovon 6,4 Mill, aus den Fracht- rkundenstcmpel, 7,3 Millionen auf die Personenfahrkarten­euer, 1 Mill, auf die Automobilsteuer, 2,3 Mill, aus die Ueuer von den Aufsichtsratsvergütungen und 8,8 Mill. >tark auf die Erbschaftssteuer kommen. Nach den Etats- nsätzeu hätten die aujgezählten neuen Steuern zusammen 7,5 Mill. Mark bringen müssen, der Ertrag ist also hinter er Scl)ützung um 11,7 Mill. Adark zurückgeblieben. Nur er Fuachturkundenstempel weist ein Mehr von 1,4 Mill. Lark auf, die Personenfahrkartensteuer hat ein Minus von ,2 Mill. Mark, die Automobilsteuer von 0,1 Mill., die >antiemensteuer von 1,6 Mill, und die Erbschaftssteuer von ,2 Mill. Mark.

Besonders lehrreich ist das Defizit bei der Fahrkarten­euer. Man hat den Verkehr in geradezu unerträglicher seife belastet, ohne die ftnanziellen Erfolge zu erzielen, ie man erwartete.

Es mehren sich denn auch Stimmen ftlr eine Besei- igung der Fahrkartensteuer, und erst kürzlich meldete die ölnische Volkszeitung, daß das Zentrum in Erwägung i.ehe, ob nicht eine Aufhebung dieser Steuer zu beantragen ?i. Natürlich widersetzten sich die Konservativen dieser lnregung sehr energisch, denn für sie war die Verkehrs-^ elastung nicht nur eine Steuerquelle, sondern auch ein

lasse, Aktiengesellschaft.

-d. Hungen, 23. Okt. In nicht geringen Schrecken wurde heute eine hiesige Familie versetzt. Die Eltern hatten ihr etwa vierjähriges Söhnchen gegen 11 Uhr vorm. zu einem hiesigen Geschäftsmann geschielt, um diesen rufen zu lassen. Dieser schickte seinen Gesellen mit dem Kleinen ....ch * aufe, wo eine Arbeit vorzunehmen war. Aber weder das" Kind noch der Geselle trafen dort ein. Als man nach längerem Suchen keine Spur derselben fand, dachte man an ein Verbrechen, und es wurde schon die sreiw. Feuerwehr alarmiert, um nach den beiden zu suchen. Endlich gegen 3 Uhr nachmittags kam der Geselle mit dem Kinde an. Er erzählte, er sei, da er das HauS, in das der Kleine gehörte, nicht wußte (er ist erst einige Tage hier in Arbeit), auf der Suck-e in den Wald geraten und habe sich dort verirrt. Inwieweit diese Angaben der Wahrheit entsprechen, wird die nähere Untersuchung des Falles ergeben.

R. B. D a r m st a d t, 23. Okt. Die Beisetzung des H o f -

I Sternberg flüchten konnte, immer von seinen Gegnern verfolgt. Die Sozialdemokraten erklärten dem Präsidenten Weißkirchner, wenn das Präsidium nicht gegen die fort­währenden Beschimpfungen durch den Grafen Sternberg einschreiten würde, würde die Partei int offenen Sitzungs- saal an Sternberg selbst Vergeltung üben.

Die ZÄottke-Kalöcuuffärc vor Gericht.

S. u. H. 93 r l in , 23. Okt.

Unter gewaltigem Andrang wurde heute vor dem Schöffen gericht Verltu-Mitte unter dem Vorsitz des Amtsrichters Kern in der Privatklagesaä>e des srül>eren Gouverneurs von Berlin Grafen Shino v. Moltke gegen den Herausgeber derZukunft" Maximilian Harden verhandelt.

Die Vorgeschichte des Prozesses ist bekannt. Maximilian Harden hatte in der letzten Hälfte des vorigen Jahres in der Zukunft" allerlei dunkle Andeutungen gemacht, die daraus hin- auSliesen, daß der Kaiser von einem Kreise von Personen um­geben sei, die einen ungünstigen Einfluß auf ihn ausübten, weil sie in psychosexueller Beziehung von der Norm abwichen. Dieser Kreis wurde als die Liebenberger Tafelrunde ä>arakterisiert und Fürst Eulenburg, Graf Kuno Moltke, der französisä>e Bot­schaftsrat Lecomte und andere als ihre Mitglieder bezeichnet. Dem Kaiser wurden vom Kronprinzen die betreffenden Artikel derZukunft" vorgelegt, was Entlassung des Grafen Kuno Moltke zur Folge halt''. Graf Philipp Eulenburg fiel in Un­gnade, während Lecomte aus Berlin abberufen wurde. In der Folge stellte dann Graf Philipp Eulenburg den Antrag auf Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen sich selbst, aus Grund der anscheinend auf Vergehen gegen § 175 St. G. B. hinzielenden Behauptungen Hardens und bezeichnete Harden als Zeugen. Dieser erklärte aber, er habe niemals den Fürsten Eulenburg strafbarer Handlungen beschuldigen wollen. Nunmehr ging Graf Kuno Moltke vor und ließ zunächst Harden durch seinen Vetter, den Klosterprobst v. Moltke erklären, daß er auf Ehrenwort niemals mit männlichen Personen verkehrt habe. Harden erklärte, er halte auch eine ideelle Munnerfreundschaft, wenn sie Rückwirkungen auf die Politik habe, für bedenklich. Graf Moltke sandte hierauf Harden eine Herausforderung zum Zweikampf, die dieser ablehnte. Die dann angestrengte Privat- klage Moltkes, welche heute zur Verhandlung steht, stützt sich auf einzelne Stellen in acht Artikeln derZukunft", die sich auf die Zeit vom Oktober 1906 bis zum 20. April 1907 ver­teilen. Den Beklagten Harden vertritt Justizrat Max Bern­stein (München), dem Kläger steht Justizrat von Gordon zur Seite.

Schon wochenlang vorher hatte man um Plätze in dem kleinen Verhandlungssaal gekämpft, aber kaum 50 Personen von den andrängenden Taufenden fanden Zutritt. Der schmale, lang­gestreckte Pressetisch war überfüllt. Der blasse nervöse Maxi­milian Harden mit dem scharfgeschnittenen glattrasierten Scham spielergesicht befand sich in sichtlick)er Erregung, während Graf J^uno v. Moltke die ruhige Würde des früheren Offiziers zur Schau trug. Mit allgemeiner Enttäuschung nahm man die Fest­stellung entgegen, daß von den geladenen Zeugen fast nieunmd zur Stelle war. DaS Gericht hatte überhaupt nur die Ladung des zurzeit in Klein-Flottbeck weilenden Fürsten Bülow, des Generalleutttants von Hülseu-Häseler und des Grafen von Lyuar veranlaßt. Aber auch diese waren nicht erschienen. Ebenso war Fürst Philipp zu Eulenburg-Hertefeld nicht anwesend. Er ließ durch feinen Rechtsvertreter mitteilen, daß er durch Krankheit am persönlichen Erscheinen verhindert fei, daß aber seiner kom­missarischen Vernehmung nichts im Wege stehe. Er hatte fiel) > zu diesem Zwecke in Berlin eingefunbeu. Auch sein Bruder' Graf Friedrich von Eulenburg ist nicht erschienen, weil ihm die Ladung falsch zugestellt wurde. Der Chef der Reichskanzlei von Loebell teilt mit, daß er mit dem Fürsten Bülow wieder in Berlin eintreffen werde. Dagegen sind erschienen: Der Ham­burger Theaterdirektor Freih. Alfred v. Berger, die geschiedene Gräfin Kuno Moltke, jetzige Frau v. Elbe, der Leiter des Wisfenschaftlich-Humanistifchen Komitee" Dr. Hirschseld, der 93öi: fenredakteur Viktor Hahn, Chefredakteur Sör._ Paul Liman, Prinz Biron v. Curland, Graf Reventlow, Gras Wedel, Otto Graf v. Moltke, Justizrat Sello, Polizeikommissar v. Trcskow und verschiedene MilitÜrpersoneu. Justizrat Bernstein teilt mit, daß inzwischen auch noch die Gräfin Klara v. Wartensleben, bereit Gatte, und der General v. Kessel als Zeugen von ihm geladen seien. Darauf wurde in die V e r it e h m u n g des Beklagt e n Harden eingetreten. Er gibt an, am 20. Oktober 1861 in Berlin geboren und evangelisch zu [ein. Er ist zweimal wegen Ma- jesttäsbeleidigung durch die Presse bestraft worden, das letzte Mal vor sieben Jahren. Auch ist er noch wegen Preßbcleidi-- gung mit Geldstrafen belegt worden.

Nach dem Eröffnungsbefchluß wird Harden der B e leidigung auf Grund der §§ 185 und 186 beschuldigt. Es sollen dann die inkriminierten Artikel verlesen werden. Auf Vorschlag des Vorsitzenden werden nur einzelne Stellen verlesen. Der erste Artikel vom 27. Okt. 1906 behandelt den streich des Hauptmanns von Köpenick.

Justizrat Bernstein: Dieser Artikel ist unter dem Gc famttitetEnthüllungen" erschienen und der zweite-seiner Art. Er ist veranlaßt durch die Veröffentlichung der Tagebücher des Reichskanzlers v. Hohenlohe und beschäftigt sich mit der deutschen Politik. Justizrat Dr. v. Gordon: Wir erkennen an, daß es sich um: allgemeine politische Artikel handelt. Es sind aber einzelne Wendungen eingestreut, die nicht mehr allgemein politisch sind. _

Der zweite Artikel vom 15. November 1906 handelt vom Fürsten E u l e n b u r g. In ihm wird aus den Einfluß Eulen­burgs hingewiesen. Uebcr den Kreis der Freunde Eulenburgs heißt es:Lauter gute Menschen. Musikalisch, poetisch, hnrr tiftisch, so fromm, d< sie vom Gebet mehr Heilwirkung erhoffen als von dem weisesten Arzt, und in ihrem Verkehr, mündlichen und brieflichen, von rührender Freundlichkeit. Das alles wäre ihre Privatangelegenheit, wenn sie nicht zur engsten Tafelrunde des Kaisers gehörten und von sichtbaren und unsichtbaren Stellen aus Fäden spönnen, die dem deutschen Reich die Atmung er- fchwerten!" .

Der Artikel vom 24. November 1906Dies im" bringt einen Dialog zwischen demHarfner" (dem Fürsten Eulenburg) und demSüßen" (dem Botschaftsrat Lecomte). In einem Artikel vom 8. Dezember 1906 ist wieder vom Fürsten zu Eulen bürg bie Rede. In der Nummer vom 2. Februar 1907 wird von dem franzöfifct)en Botschaftsrat Lecomte gesprochen. Die Nummer Dom 6. April 1907 behandelt DieMarokkoassäre". Auch lster ist tion Scannte die Rede, der mancherlei Einflüsse habe, da er nickst nur auf denVordereingang" angewiesen fei. Ein Artikel vom 13. April 1907 schildert die schwierige politische Lage und erklärt:Kuno v. Moltke, die Grafen Hohenau, Lecomte und die anderen träumen nicht von Weltbränden, fie habens schon warm genug." Der letzte Artikel vom 27. April 1907 beschäftigt sich mit d m Pftunn Fchedr. w Heiarr von Vrauu-

Erstes Blatt LS7. Jahrgang Donnerstag 24. Oktober *1907

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»» General-Anzeiger für Gberheffcn

00limtttog1nrö'ut)" «otottonkdruck uiib Verlag der vnchl'schen Unw.-Vuch. and Steindruckeret. B. Lange. Redaktion, Expedition und vriickerei: Schulstrafte ?. B-ck

Reich.

München, 23. Okt. Wie dieMnch. Allg. Ztg." aus Wien meldet, verlautet in gut unterrichteten dortigen Kreisen, der Papst habe den ehemaligen Provinzial der österreichischen Dominikaner, Pater Andreas Fruh­wirth, als Nuntius für München in Aussicht ge­nommen.

Stuttgart, 23. Okt. Das Gesamtkollegium der Zentralstelle für Handel und Gewerbe hat ein­stimmig eine Resolution angenommen, die die Einfüh- rung desPostscheckverkehrs für das Reich dringend fordert und eventuell ein selbständiges Borgehen Würt­tembergs empfiehlt.

Ans StaOt

Gießen, 24. Okt. 1907.

** Antigoneaufsührung durch Schüler des Gymnasiums. Der Anregung in einemEingesandt" unseres Blattes ist, wie uns mitgeteilt wird, stallgegeben worden. Die Borbereitungeit zur Mederholung der Auf­führung sind im Gange. Sie wird voraussichtlich wieder m der neuen Aula der Universität und zwar Samstag, den 2. November, erfolgen. Zur Deckung der Kosten soll ein niedriges Eintrittsgeld erhoben werden. Näheres wird im Anzeigenteil bekannt gemacht.

** Aus d em Bureau des Stadtth eaters wird uns geschrieben: In Wildenbrirchs effektvollem neuen SchauspielDie Naben st ein er in", das im morgigen Freitagsabonnement zum ersten Male aufgeführt wird, ist der größte Teil des Personals beschäftigt. In Hauptrollen treten auf die Damen Achterberg, Cardung, Schumann, Bonv und die Herren Bcikof, Roden, Gsell, Gareis u. a. m. Die Regie führt Direktor Steingoetter.

** Ein Patent wurde unter Nr. 192 823 dem hiesigen Zahnarzt Theodor Frutig erteilt für einen einstellbaren Memmbacken^Artikulator, bei dem die K.ieser nicht wie bisher eingegipst, sondern durch Klauen festgeklemmt werden.

x Großen-Lin den, 23. Okt. Das Fest der gol­denen Hochzeit begehen hier am 1. November d. I. die Eheleute Agent Anton Ohly und dessen Ehefrau Elisa­beth. geb. Jung. Der Mann steht im 76. Lebensjahr und die Frau im 73. Beide sind geistig und körperlich noch rüstig. Agent Ohl y ist auch Kontrolleur der hiesigen Spar­

äeg, das ihnen so verhaßte Reisen (Eisenbahn- agabundage") einzuschränken. So schreibt denn auch jetzt -ieder die Kreuzzeitung:Für die Eisenbahnfahrkarten-» :eiter lassen sich auch sozialpolitische Erwägungen anführen. \n Deutschland wird viel gereist, vielleicht zu viel, jeden- alls mehr als in den meisten übrigen Kulturstaaten. . . Üäre das Eisenbahnreisen in Deutschland zu teuer, so niroe es nicht ein jo großes Anwachsen aufzuweisen haben. >as Erwerbsleben trägt leicht die Kosten, und jener erheb- iche Teil des Personenverkehrs, der auf Erholung und Vergnügen zurückzuführen ist, sich also bis zu einem ge- üssen Grade als Luxus ansehen läßt, nimmt die Kosten srei- .rillig aus sich. Die Belastung des Personenverkehrs urch eine Fahrkartensteuer erscheint demnach nicht unbe- ründet."

Ganz anders urteilt das amtliche Organ der deutschen nsenbahnen, dieZeitung des ^Vereins deutscher Eisen- ahnverwaltungen". Es schiebt den mangelhaften Erfolg der .eucn Clsenbahn-Personentarifresorm der Fahrkartensteuer u (wobei es zweifellos die Bedeutung der Aufhebung er Rückfahrkarten unterschätzt) und nennt die Steuereine er ungiücrlichsten Maßregeln, die man sich denken kann."

Kardinal Fischer gegen Professor Schrörs.

Erzbischof Kardinal Fischer hat vorläufig den atholischen Theologen den Besuch der Vorlesungen des Professors der Kirchengeschichte an der katholisch-theologi- cheu Fakultät der Universität Bonn Dr. Heinrich Schrörs t n t e r s a g t wegen dessen unlängst veröffentlichter Schrift .Kirche und Wissenschaft, Zustände an einer katholisch-» heologischen Fakultät, eine Denkschrift". In dieser Denk- christ behauptet Professor Schrörs, daß manplanmäßig, >uf allen Wegen und mit einer Energie, die augenscheinlich nle für geboten halte, daran arbeite, die wissenschaftliche Erziehung der Geistlichkeit in der Erzdiözese Köln in Sahnen zu lenken und mit Schranken zu umgeben, die benso unberechtigt und unnötig seien, wie sie sich für die Folgezeit verderblich erweisen müßten. In der Veröffent- ichung dieser Schrift erblickt Kardinal Fischer eine i l ch t u n g d er kirchlichen Disziplin.

Bas Bcsrndeu des Kaisers von Oesterreich.

Wien, 24. Okt. Die Aerzte äußern sich in dem neuen Bulletin über das Befinden des Kaisers zuversichtlich. 2as Bulletin lautet: Besserung anhaltend, kein Fieber, Katarrh in leichtem Rückgang, Husten etwas schwächer, .'lppetit und Krüftezuftand befriedigend, Stimmung be- leutend besser. Das Antlitz des Kaisers gewiimt wieder yarbe. Der Monarch ist sehr beftiedigt über die Spazier­länge in der Galerie und erwartet ungeduldig den ersten Spaziergang im Freien. Gestern war sehr viel Publikum m Schönbrunner Park erschienen, um den Kaiser bei seinen Spaziergängen in der Galerie zu sehen. Der Kaiser er- chien um 12 Uhr in Begleitung des Dr. Kerzl in braunem Nantel mit Ossiziersmütze. Er ging etwas gebückt und angsam, aber sicher. Wiederholt nahm er Platz, um aus- .uruheit.___________ _ .

landals^cnerr im österreichischen Abgeordneteuhause.

W ie n, 24. Okt. Nach Schluß der gestrigen Sitzung )es Abgeordnetenhauses kam es in den Wandelgängen zu 'inem großen Skandal zwischen Sozialisten und dem Grafen Eternberg. Letzterer hatte ein Bild gezeigt, aus dem der Sozialdemokrat Schnhmeier als Lakai einer Hof-Equipage ,u sehen war. Als Schuhmeier davon erfuhr, stürzte er nit mehreren Parteigenossen auf Sternberg zu, packte ihn ui der Brust und rief:Sie Lump, ich haue Ihnen ein iaar Ohrseigen herunter." Schon machten auch einige mberc Sozialdemokraten Miene, sich aus Sternberg zu kürzen, als mehrere Abgeordnete dazwischen traten und