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23.2.1907 Viertes Blatt
 
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Nr. 46

Viertes Blatt

Samstag 23. Svcbntf

Eichener Anzeiger

Erscheint tSgllch mit Ausnahme deS Sonntags.

General-Anzeiger für Oberhesjen

Redaktion, straße 7. Redaktion:

örpebihon und Dnickerei: Ecbul- Ervedinon unb Vertag: 51.

«-^112. IeL-v2U>u21 nötiger® leben.

157. Jahrgang

TieSiebener Zamlllenblütter" werden dem ,91 meiner' viermal wöchentlich beigelegl, da» Urei,blatt für den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Terk.esstfche tanbölrt** erscheint monatlich eimnaL

Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UnwersiläkS - Buch- und 6tembnidereL 9L Lange, Gießen.

lar und Limburg erhalten je

IHidionen 2)if. vor.

sind Nountag, den 24. Febr. von

Die nach- A a r 7 i p stehenden fivl ulv

11 Lhr Initials

sicher auzulrelfen.

auf» eine nur

Angesichts der bestehenden unb noch fortwährend neu tauchenden Eisenbahnwunsche liegt die Gefahr nahe, daß allgemeine Kräftezersplitterung eintritt und damit nicht

am nm der flO

walttge Kirchen-Oratorium des Altmeisters Bach bedarf großer 'Dhttel zur Ausführung, deshalb hat der Akad. Gefangoereui den Kirchengesangvereln zur Mitwirkung emgeladen und die Knaben- chorschule der eoang. Kirche zugezogen. Tas hiesige Orchester

bis 12. Uhr nachts lDe/,

Dr.Harkwald, Seltersweg-8 IL-Dr. Bich ter,Frankt Str. 4IL Dr. Stuhl, Baüuhulstr. 26.

einen Hafen. (Und (Liegen?)

* Der Konzert-Verein veranstaltet bekanntlich Mittwoch, 27. Febr. (Hauptprobe Dienstag, 26. Febr.) 5l/a Uhr nachiuillags in der Stadtkirche eine Atifführung Viatth aus-Passion von Joh. Seb. Bach. Las

Arbeiterbewegung.

Reichenberg, 21. Febr. Sämtliche Tuchweber- und Weberinnen Nordböhmeiis beschlosjeii, in den Generalstreik einzuNeten, falls nicht binnen einer Woche ihre Forderungen be­willigt sind.

Prinz ArenVerg.

Bei den bevorstehenden Kolonialdebatten wird zwar Abg. Erzberger sich wieder geräuschvoll in den Vorder­grund drängen, man erwartet indessen in parlamentarischen Kreisen, baß and) der nahezu in Vergessenheit geratene frühere Kolonialspezialist des Zentrums, Abg. Prinz Arenberg, sich hören lassen werde. Langwierige Krankheit verhinderte ihn, noch im alten Reichstag den Vorwurf zu entkräften, auch er habe eine unzulässige Beeinflussung der Anitsführung Tr. Stübels unternommen und zioar dadurch, daß er auf einer ,schioarzen Liste' die Namen der Kolonialbeamten zusammen- stellte, die beim Zentrum in Mißkredit stehen auf Grund der über sie besonders von den Missionen eingegangencn Berichte. Prinz Arenberg hat sich in seiner langen parlamentarischen Tätigkeit stets als aufrichtiger Mann gezeigt, als der er nicht am wenigsten vom Fürsten Bülow geschätzt wird. Er wird also wohl in der Lage sein, die gegen ihn erhobene An- schuldiguug als unzutreffend zurückzuweisen unb einwandfrei fellzustellen, daß die Wege der Herren Roecen und Erzberger nicht die seinigen sind.

Au» Stabt und Laub.

Gießen, 23. Februar.

* D r. Clemens Thaer aus Hamburg ist, wie unS von sehr geschätzter Seite nutgeleilt roirb, zum Assistenten am Mathematischen Seminar der Universität Jena ernannt worden. Thaer hat in Gießen studiert unb hier 1906 pro­moviert; er ist em Sohn des Oberrealschuldirektors Thaer m Hamburg, ein Enkel unseres verstorbenen Geheunrats Thaer.

Der Vorstand des deutschen Vereins für Psychiatrie hat beschlossen, die Jahresversammlung des Vereins 1907 von» 26.28. April in Fr a n kfu rt a. M. und Gießen abzuhalten. 2)ht den Vorbereitungen sind Direktor Dr. Scoti in Frankfurt und Prof. Tr. S0in in er in Gießen beauftragt. Bei der vorjährigen Verjaiumlung in München haben ungefähr 180 Jrrren- und Nerven- Aerzte teilgcnommen.

Lahnkanalisierung. Das Projekt über die Ver­besserung der Lahnschiffahrt dürfte nach der ,Frkf. Korrcsp.' schon im Herbst dem preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten zugehen. Es fid)t einen Kostenaufwand von 19

Aiaynpwjckte.

Tie bevorstehende ftnmmertagung wirb sich mit einer größer'n Anzahl von oberhessischen Bahnprojekten zu be,assen haben. Aus ber Tagesordnung der ersten Sitzung am 27. Febr. steht z. B. der Antrag des Abg. Köhler, betr. Erbauung zweier Neben­bahnen von einer bei Gießen zu errichtenden Zentralstation, einerseits nach Bad-Nauheim, ander!eits nach Zaubach, zur vorläufigen Beratung, außerdem eine Vorstellung von Ein­wohnern von Ober-Erlenbach, betr. eine Bahn von Lubel nach Öomburg v. d. H. Das seit einigen Jahren scheinbar ruhende Klee- bachtal-Bahnprojekt mürbe kurzllch burch den Gießener Burger­verein in erneute Anregung gebracht und auch an der Verwirk­lichung der Eisenbahnwunsche von Bntzoach, GrünbergLich, Als­feld, Ulrichstein usw. roirb ununterbrochen gearbeitet. Wie groll das Jntercssse an den verschiedenen Wünschen ist, geht schon aus der Tatsache hervor, daß uns z. Zt. nicht weniger als d Zu­schriften ans unserem Leserkreis vorliegen, die im Jntereiie der

3

Anm.: Tie m SUammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle m der beliessenden Krmckhelt auf von auSiuand nach Gießen gebrachte Kranke lominen.

lUö^rntli^r llrbrrOi^t irr Soitefnllt inörtStadt ibiegrn

6. Woche. Vom 3.-9. Februar 1907.

Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 iinkl. 1600 Mann Militär) SlerblichkeitSjisser: 19^9",

nach Abzug von 5 Ortsfremden: 10,57 /«.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Ertvachseiie: im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Iah»

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manches an sich aussührungsroürdige Projekt niemals gebaut wirb, (onbern auch Bahnen zustande kommcit, deren organische Ein­fügung in bas große Verkehrsnetz mit Schwierigkeiten verbunden ist. ES wäre daher zu wünschen, baß die in erster Linie dazu berufenen Organe unserer Provinz, die Sclbstverwaltungstörper ber Provinz, ber Kreise unb interessierten Gemeinden gemeinsam mit den Landtagsabgeorbneten und den in Frage kommenden Indu­striellen usw. zur Aufstellung einer großzügigen, alle Interessen gleichmäßia berücksichtigenden Nebenbahn-Bauplanes sich zu­sammen finden würden, in ähnlicher Weise, wie dies erst dieser Tage hinsichtlich der Licht- unb Wasserversorgung geschehen ist.

wird iveieiillid) verstärkt, 5 vorzügliche oolilieu nut der be­rühmten Sängerin Frau Kammersängerin Rückbeil-Hiller an der Spitze sind gewonnen. Profestor Bassermann hat die Violm-Soli übernommen, an der Orgel finden wir unseren geschätzten Organisten Gürlach und daS Ganze steht unter der Führung unseres erprobten ProfefforS Traut mann. Es kommt noch hmzu, daß die großen Räume ber Kirche eine Uebcn'üUuug ausschließen, jedem Besucher des Konzertes daher ein ungetrübter Genuß in Aussicht geiiellt werden kann.

** A l t e VollSbräuche beim Schlachtjest in Ober­hessen. DaS Schla^ticit, oas in früheren Jahren in den S)ör- icrn Obcrh.iiens, als die heutige allgemeineFestfcuche" noch nicht so ausgebreitct war, säst d..ö hömite Fest des JahrcS war, hat in unserer ^ui viel von seiner a.ten .Herrlichkeit verloren. Auch sinden die Hausschlachtungen der Bauern nicht mehr in dem Maße und der Weise statt als trüljer, kargt doch jetzt auch der Bauer im eirtiegenften Dor e des Boge^soerges all- sonntäglich und auch in der Wowe ihm einmalgrünes", d. h. irisches Fleiia), während eS sruhcr an den 5ommenoniitagen, vielt eia) timt Ausnahme der Festtage, jor.gesetzt Sauerkraut mit Moäespeck", d. h. gcrüua>crics Schweineileisch gab. Tie g> räucherien Scknvtinsli.uibacleu und bllppm.n gelte» noch im Som­mer als Dclltatcsse. Heute macht oct BaucrLmairn weniger Dörr- lleisch, dagegen mehr Wurst. An die frühere Uebenülle des Schweinespeus und Törr,lerschs erinnert em o,ters toipoitierteS Gespräch zwischen zwei Dorsbuben. Karl sagte:Ui Philipp, woas hatte niet so väil Spaeck vo ifer Sau, mer konnten näii all gäll'ie."Ei woas Holter dann bemet genwachtMer hunn en doan) gäessc", antwortete IJaridjen. In ganz Ober helfen luareS ehedem Sille, daß zum ischlaolliest nicht nur die Verwandten, son­dern auch noch Nachoarn und Bekannte cmgelaben wurden. Die Kinder der Nachbarsä/aft setzten sich an einen besonderen Tischt Zu den guten, jetten Bissen gab es auch einen seinen Tropfen gezuckerten Branntweins und Bieres, so daß bald die Stimmung lebhaft wurde. Kam diann abends dieWorschtsupp" unb die frische Wurst aus den Tisch, jo wurde wieder Luftig zugelangt, jo daß dasMützchen" arg zusammenschmolz. Und |o erhärt efl «ich auch, daß einmal ein Landwirt, als er abends den Gästen im Hof leuchtete und diese cs nicht für nötig erstatten, jagte: Ei ich wollt joa nur, mein Säuche yankleuclste." Am Schlacht- sestabend verkleideten sich die Kinder der ärmeren Leute, mit­unter auch Nachbarlinder und kamen in das HauS. Im Hausflur blieben sie stehen und sangen daö BerSchen:

,^Ich hab aehört, ihr fritt geschlacht, Unn. hält so lange Wurst gemacht. So gebt mir eine lange.

Die kurze laßt ihr hange."

Infolge des iuiubmenben Wohlstandes der ländlichen De- vöskcrung ist auch die alte Sitte fast ganz verschwunden. Auch daS Einladen ber Berwandtschstjt zum Schlachtsest bat allenthalben aujaehört, das Schlnchtjest hat von seinem trüberen Reiz viel verloren und wirb ihn wohl noch ganz einbüßen.

x Waldgirmes, 22. Febr. Wohl kaum in einem Jahr zuvor waren die Nutzholzversteigerungen im hiesigen Gcmeinbewald von auswärtigen Holzhändlern und Geschäftsleuten so stark besucht wie die heutige. Tis Distrikte .Eichelhard' und Hamaer Wäldchen bergen einen uralten Eichenbesland, der sich vortrefflich zu Werkholz eignet. Zwar hat man nut den alten Eichen schon bedeutend auf­geräumt, dennoch wurden sehr hohe Preise erzielt. Der schwerste Stamm von 8,14 Festmeter wurde mit 821 Mark bezahlt. Daß bei solcher Preissteigerung viele Interessenten ohne Käufe heimkehrten, ist erklärlich.

Erschließung der betr. noch bahnlosen Gegenden für den Verkehr mitgeteilt seien.

Eine nus Steinbach stammend« Zuschrift betrifft ba8 Bahnbau-Projekt Gießen Laubach. Sie sagt: Wie mir au8 einem Briese der £irma Lenz u. Comp. in Berlin ent­nehmen, ist das Grovh. JVr.üamt Gießen fdjen vor längerer Ze.t mit dieser Firma über die Erbauung einer Bahnlinie von Gicijen nach Laubach in Verbindung getreten. Es hat bereits eine Be­reisung der Strecke durch Sachverständige stattgeiundcn, auch ist sogar fdjon die Anfertigung einer Skizze für die Linienführung sowie eines generellen Kvstenanschlages in Arbeit genommen. Ta die hessische Regierung dem Projell günstig gegenubersteht und auch den bekannten Staatszuschuß zum Bau der Bahn beisteuert, wird cs nur noch eine Frage ber Zeit sein, ba» die Bahnstrecke GießenLaubaa; in Angrin genommen wird. Möge das Komitee in seiner sellherigen ruhigen We.ie zum Gelingen des Unternehmens Weiterarbeiten.

Zu einem Projekt Leuern Großen-Buseck Gießen schreibt man und aus Beuern:

Nachdem in letzter Zeit mehrmals über die verschiedenen Dahnprotckte im Kreise Gießen geschrieben worden ist, erkennen wir dankbar an, daß die Regierung jowie die Stadt Gießen mit dem größten Eifer für die Ersustießung der verschlossenen Industrie­gebiete für die in Frage komi.ienden Ortschaften eintreten und oas Bestreben Haven, oen Wertem der Kiew.iadt Gießen zu er­halten und söroern. Ausjatlenoerioeise linden wir aber das sehr wichtige Bahnprojekt Beuern Großen-Buseck Gießen nicht erwähnt. 5)af wie allgemein bekannt, in Beuern neben den Lungstein- unb Basallsteinbrüchen auch noch gediegene Lager von Kaeseigur, Eisensteinen und Braunkohlen sowie weißen Tonlagern vorhanden sind, ist es nicht unerklär.ich, aus welaZen Gründen bie Interessenten ber Gemeinoe Beuern fiu> nicht rühren, währenb andere Gemeinden der Bahnsachc mit großem Eifer naher treten und ihren Zweck schließlich auch erreichen. Wir fragen hiermtt ergebenft an, ob unb inwieweit irgend welche Sdjrilte getan worden sind? Es wird sich vorläufig empsehlen, nur auj eine Stichbahn einzugehen, die in Grvßen-Buscck euunünbet und aus dem Lderhefsiichcn Bahngeleife vis Gießen läuft. Diese toafon tännte bann 1 pater uuer Londorf nau> Wermerts­hausen in die vrojettierte Bahn '.UiarburgMücke durch- gesührt werden. Leiber verhält sich Wieseck zu bcm früher ge­planten Bahnprojelte Beuern Alten - Buseck W i e seck- Gießen ablehnend, bas auch ber Stadt Gießen, insbesondere dem nördlichen Stadtteil sehr zum Vorteile gereicht hätte. Viel­leicht wäre die Bedürfnis- und Lientabilitätssrage dieses Pro­jektes wieder aufgerollt unb wir könnten über den jetzigen Staub ber Sache etwas crsahren.

Ferner wird uns aas Mücke geschri.ben: Wenn bie Wichtig­keit eines geplanten Eisenbahnbaues uuru) die Anzahl der dabei auftauchenben Projekte bargetan wird, so muß schon um ihrer Zahl willen ber Bahnbau Mücke Ulrichstein sehr wichtig sein. Nachbeul schon aiisangS drei Projekte für diese westliche Bahnlinie des Voge.svcrges austauchten, von denen eins bereits ber Versenkung anheimgefallen ist, erschien in jüngster Zeit ber Plan ber Linie Mücke Großeichen O h m ta 1. Nun tritt von neuem daS Projekt auf: Mücke Großeichen Ruppertenrob G r 0 ß f e l d a. DaS letztere und neueste Projekt ginge quer über bie Höhenzüge. Die hierbei zu über- roinbenben Terrainschwierigkeiten im Verein mit den großen Kosten lassen bies Projekt wenig aussichtsreich erscheinen. Die neue Bahn soll eine O h in t a l b a h n werden, folglich hat sie auch naturgemäß lediglich durch das Obintal zu gehen unb ihren Lauf zu nehmen, wie sie die ersten Veruiessungsarbctten markiert hoben.

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jurüdbleibenbe flhiber, sowie blut­arme, sich maitfnblenöe unb nervöse überarbeitete, leicht erreg­bare, ttübzeitig erschöp'ie Erwachsene gebrauchen als Rräfligung»- nuttel nut großem Erfolg Tr. Hommcl'S Haematogeu.

Ler cnoucyr, Oie gci,llgiu UNS lorperlichen

Kräfte werden rasch gehoben, das Gesaml-Aerveusystem gestärkt. C*/i

Alan verlange jedoch ausdrücklich das echteDr. Hommel's" Hacutatogcu unb laste sich keine der vielen Nachahmungen auheben.

I s» SuDoenfleisch spart *rsuppen

B VXi 1 uiii M» zuavchen. Mehr als 30 Sorten. Ein Würfel ;,u

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politische Tagesschau.

Bolksbund und Aeformpartei.

Vor nicht langer Zeit war die Nachricht verbreitet worden, daß der Deutsche Anttsemitifche Volksbund sich mit der Anti» semitischen Rejoimpartel zu einem Ganzen verschmolzen habe; aber die Einigkeit hat nur ein paar Wochen gedauert. Jetzt hat noch die Leitung der Deutschen Neformparlei nicht nur den einen Führer des VolksbuudeS, Dr. Fünter, sonder» sich auch von dem ganzen Volksbund wieder losgejagt, mbem sie einliinnnig folgenden Beschluß gefaßt hat:

.Herr Profestor Tr. Paul Förster ui Friedenau, der Vor­sitzende des Teiiijchen BolksbundeS, wird ans der Partei a u s - ae|d)l offen, weil seine Kandidatur un Wahlkreise Ariisivaide- Friedeberg gegen den bisherigen Abg. Bruhn, dessen Wledera»'- ftelliing im Beilein des Proiesjors Förster von der Panel gutge- heißeii ivorden ivar, nicht nur verstößi gegen die unbedingt erforderliche Parieidisziptin, lonbern weil auch die Betreibung jener Kandidaiui nut den v e r w e rs l i ch st e n Mitteln allen jenen denijcheii sittlichen und rechtlichen Anschauungen loiber- ipridjt, die als grundlegend für unsere getarnte Bewegung gelten müssen. Der Ausschluß erstreckt sich gleichzeitig aut öui Deutschen BolkStznnd selbst, tucil feine leuenöen Pecfönlich- feiten die Kandidatur Förster, über bereu Frivolität sie sich klar fein mußten, trotzdem unterstützt haben. In Wahrung ihres Ansehens, ihrer Et>re unb Gefchtosjenbeit sieht sich die Tcutjche fheformpartei zu dem Ausschluste solcher Elemente veipfltchtet, die ein gedeihliches, eucheitliches Fottardeuen immögltch machen."

Keine Illusion!

An die am 4. März beginnende außerordentliche Tagung deS amerikanischen Senats werden dentschersetts in handelSpolit. Beziehung Erwartungen geknüpft, die sich nicht erfüllen können, weil sie auf unzutreffender Beurteilung ber Sachlage beruhen. Uebcr den Entwurf eines Handels­vertrags mit Deutschland zu diskutieren, ist der Senat garntcht in der Lage, denn bis zur Festlegung der Einzel» hetten eines derartigen Gesetzentwurfs sind die Verhandliingen mit den amerikanischen Tarijdelegierten nicht entfernt gediehen. Deren Führer, 2)lr. Norlh, ist seines ZeichensZensus- bireftor'. In Deutschland versteht man darunter den Prä­sidenten deS Stalisttschen Amts. Ältcht besten, sondern der politischen Instanzen Aufgabe ist es, einen Tarifvertrag zu vereinbaren. Dem Zensusdtreklor kann nur obgelegen haben, Material für den Vertrag vorzuberetten, und von diesem Stande bet Dinge blS zur Einigung über die zahlreichen Einzelheiten emeS Vertrags pflegt noch ein ansehnlicher Schritt zu fein. TaS weiß man auS den Tartfoerhandlungen Deutschlands mit Staaten, bie ungleich mehr Entgegenkommen zeigten, als bie norbamerikanische Union. Präsident Roose­velt kann mit all' feinen freundlichen Bemühungen über bie Tatsache nicht himvegtäuschen, daß eS für die Tarifbeziehungen zwijchen ber Union unb Deutschlanb eine andere Grundlage als die im laufenden Provisorium festgelegte nicht geben wird b»S zum Herbst 1908, b. h. bis zur ersten Kongreß- tagung nach ber Präsidentenneuwahl. Deutschland wird, um einen Zollkrieg zu vermeiden, in den sauren Apfel beißen und biS dahin der Union bie Vergünstigung seines VertragS- tarifS ohne Entgelt zugestehen müssen. Für den Fürsten Bülow freilich dürfte es im Reichstag eine böse Stunde werden, wenn er die Volksvertreter erneut auffordert, vor den hochmögenden Pankees die Waffen des Generaltarifs zu ftreefen.

Tuberkulose

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