Ausgabe 
20.11.1907 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

An unsere Mitbürger richten wir das Ersuchen, bei der Stadt­verordnetenwahl den Männern nnr die Stimme zu geben, deren ganzer Lebens­lauf, deren eigener Haushalt die Ueber- zeugung gibt, daß vou ihuen auch in mustergültiger Weise der große Stadt­haushalt geleitet wird; die unbeirrt nicht nach links oder rechts blickend, den geraden Weg gehend nur bas allgemeine Wohl im Auge haben.

Als solche Leute schlagen wir Euch vor die schon verschiedentlich genannten Kandi­daten. pisyu

Louis Beil Martin Dörr Dr. Ebel MaxFMerger August Gabriel Emil Horst Louis Jäger Heinrich Leib Wilhelm Löher

Ztadtverordnetemvahl.

Beamte aller Rangklassen!

Männer des gewerbtätigen Mittelstandes! 9kationalgefinnte Arbeiter !

Der vom Bürgerausschuß veröffentlichte Vorschlag zur Stadtverordnetenmahl hat in weitesten Kreisen unserer Be­völkerung große Enttäuschung hervorgerufen. Weiten Kreisen der Wählerschaft, großen Stadtteilen und altangesehenen Vereinen und Verbänden hat man es unmöglich gemacht, an den Vorbereitungen zu den diesntaltgen Stadtverordnetenwahlen gleichberechtigt teilzunehmen und ihre wohlerwogenen berechtigten Wünsche nut irgend welcher Aussicht auf Erfolg daselbst zu vertreten. Direkte Zusagen in dieser Beziehung sind sogar unerfüllt geblieben. In dem Vorschlag des Bürgecausschusses tvird mit Recht vermißt, ein Eingehen aus die Wünsche der Beamten, eine entsprechende Berücksichtigung des Handwerker- und Kaufmannstandes und nicht zuletzt die rtotwendige Aufstellung eines Vertreters der nationalen Arbeiterschaft.

Wähler! Wir wollen uns nicht mundtot machen lassen von den in schwach besuchten Versatniiitungen gewählten wenigen Vertretern jener 5 Vereine, deren Mitgliederzahl bei weitem nicht 1/8 aller Wahlberechtigten beträgt, wie trrtüntlich angegeben wird, diesmal gilt es zu zeigen, daß man in Gießen weiß, was man will, daß man nicht gesonnen ist, zu jedem vorgelegten Zettel Ja und Amen zii sagen. Wir haben zu unseren Beratitngen alle Ver­einigungen ohne Ausnahme in gleicher Weise zugelassen, je nach ihrer Größe, und wir haben dann die Wahl unserer Kandidaten, mit welchen wir heute an die Oeffentlichkett treten, aus der überaus großen Anzahl der Vorschläge in der Welse vorgenommen, daß alle Stände die gebührende Berücksichtigung gefunden haben, ohlte Ansehen irgendwelcher Sonderinteressen und Freundschaften, ohne jegliche Partei-, Konfessions- und Bezirksiiitereffen.

Die unterzeichnete Bereinigung, in der sich die Masse unseres Beaurten- und Bürgerstandes zu gemeinsamer Arbeit zusantmengefunden, bringt nach reiflicher Ueberlegung alles dessen, was dein Gemeinwohl not tut, folgende Herren zur Wahl in Vorschlag und bittet, nur für diese stimmen zu wollen:

1. Dr. Wilhelm Schäfer, Geh. Justizrat, Stadtverordneter

2. Wilhelm Grünewald, Rechtsanwalt

3. Dr. Karl Wimmenaner, Geh. Forstrat, Stadtverordneter

4. August Gavriel, Fabrikant, Stadtverordneter

5. Wilhelm Homberger, Kaufmann

6. Dr. Emil Heuser, Oberbivliothekar

7. Peter Fuchs, Telegraphensekretür

8, Ferdinand Mentzel, Rechnungsrat i. P.

9. Heinrich Winn, Bannnteruehmer

10. Friedrich Habenicht, Kaufmann

11. Louis Troß, Ziegeleibesitzer

12. Karl Beek, Oberbriesträger

13. Ludwig Jäger, Landgerichtsregistrator

14. Wilhelm Werner, Werkmeister

Die aus der Beamtenschaft der Riegeipfad- und Seltersbcrgvereinignng gebildete ______ Wereinranng für kommunale Wahlen.___________ Zur AMverordnetenwahl.

Die Stadtverordneteuwahleu drohen eine arge Zersplitterung mit sich zu bringen. Fast jeder Verein, darunter auch mancher, der weitab von der Kommunalpolitik liegende Ziele verfolgt, stellt seine Sonderkandidaturen ans. Wohin soll das führen? Will man denn mit Gewalt der sozialdemokratischen Liste zum Di ege verhelfen? Es versteht sich doch von selbst, daß, je mehr sich die bürgerlichen Stimmen zersplittern, desto geringer die Aussichten selbst einiger der besten bürgerlichen Kandidaten werden. Einigkett der Bürgerlichen ist darum oberstes Gebor.

Nun unterliegt es ja keinem Zweifel, daß einige der vom G ew äh lten Bürg er- ausschufse" aufgestellten Kandidaten dem größeren Teil der Bürgerschaft nicht die rechten Männer zu sein scheinen. Immerhin ist es die Pflicht der Bürgerlichen, sich doch auf die von dem gewühlten Bürgerausschuß proklamierten Kandi­daten zu vereinigen. Mag der eine oder der andere Wähler diesen oder jenen Kandidaten, der ihm durchaus nicht geeignet erscheint, streichen im wesentlichen sollte aber die gesamte Wählerschaft die Gefahr, die eine Zersplitterung mit sich bringt, im Auge behalten und den Kandidattn d s gewühlten Bürgcrausschufles ihre Stimme geben!

Dr. Schäfer H. Schaffstaedt Georg Simon Louis T ross Heinrich Winn

Viele Wähler die für das Wohl der Stadt besorgt sind.

v-7

Eine Anzahl unabhängiger Wähler.

Stabtocrortatnimljhi l

Mitbürger!

Was hat eigentlich unser Mitbürger Stadtverordneter Philipp Euler IV verbrochen, daß seine eigene Partei ihn als Kandidaten hat fallen lassen. Will inan fügen, Herr Euler babe während seiner neunjährigen Amtsperiode weniger geistreiche Reden gehalten als Ändere, er sei bei öffentlichen Veranstaltungen nicht im Zylinder und Frack erschtenen und habe Versammlungen bezw. Vereinssitzungen zu wenig besucht. Frellich, dies alles ist dem biederen, einfachen Wesen unseres Philipp Euler zuwider, iveshalb ihm auch der TitelStadtrat" nicht in den Kops gestiegen ist. Dagegen hat Euler seine Pflichten als Stadtverordneter stets treu, gewissenhaft und unermüdlich erfüllt; in uneigennützigster Weise hatte Euler fein Grundstück der Stadt zu einem wesentlich billigeren Preise zur Verfügung gestellt, als ihm dafür von anderer Seite geboten worden war, im Gegen­satz zu anderen Anliegern, die einen dreifach höheren Preis gefordert hatten.

In der letzten öffentlichen Stadtverordnetensitzung war es Herr Euler, der das Wort nahm, um Dinge zur Sprache zu bringen und zu geißeln, die geeignet waren, die Ehre und das Ansehen einzelner Stadtverordneten in höchstem Maße zu diskreditieren rtnd zu verletzen. Aus vorstehend angeführten Gründen sollten alle vorurteilsfrei denkenden einsichtigen Wähler ihre Stimmen vereinigen auf unseren bewährten Stadtverordneten

Philipp Euler IV.

7170 Seine vielen Freunde.

Aug. "Waag

Seltersweg 60.

Herren-

Handschuhe

Damen-

Handschuhe

kurze und lange billigst bei

itfeMbar

M/SL finden Sie für alle v Arten Sina- u. Zier- uijfiel das paffende

sowie auch Eierbrot, Präp. VogelkicS, Scpiaschalen rc. rc. m nur bester 6924 Qualität in der

Germania-Di ogerie.

Carl Seibel.

Frankfurterstr. 39 Tel. 593