Ausgabe 
21.10.1907 Zweites Blatt
 
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dieses

Scheuer nebst Stall, sowie daZ Dach des Wohnhauses ab­brannte, ist abermals von einem schweren Schicksalsschlag^ be­troffen worden. Der bei der Mutter schlafende jüngste Sohn wollte sie gestern morgen wecken. Da sie nicht erwachte, rief er den Vater, der dann sofort merkte, daß die Fran tot war. Wahrscheinlich ist sie einem Schlaganfall er­legen. Das ganze Dorf nimmt Anteil an dec Trauer der Familie, von der vor wenigen Tagen erst ein Tag nach dem oben angeführten Brandunglück ein Sohn nach Dießen zum Militär einrücken mußte.

G. Nüddingshausen, 20. Okt. Vom herrlichsten Herbstwetter begünstigt, fand heute die Einweihung des hiesigen neuen Schul Hauses statt. Am alten Hause spielte zunächst die von Lehrer Schmidt geleitete Schüler-Kapelle zwei Choräle, die prachtvoll vorgetragen wurden. Sodann sprach Herr Schmidt den Abschiedsgruß vom alten Hause. Unter Klängen eines flotten Marsches ging es zum neuen Hause, einem herrlichen Bau. Hier hielt Pfarrer Ne lisch die zu Herzen gehende Weiherede. Er übergab den Schlüssel den Herrn der Ballleitung, die der Gemeinde und den Meistern und Mitarbeitern ihren Dank für das Gelingen des Werkes abstatteten. Sodann ergriff Schulrat Kleinschmidt das Wort und legte den Eltern ernste Mahnungen ans Herz, die Lehrer in ihrer schweren Erziehungsarbeit aufs tatkräftigste zu unterstützen. Auch die Schüler forderte er auf, stets fleißig und brav zu sein, damit ihnen das, was ihnen in der Schule geboten wird, zu dauerndein Segen gereichen möge. Er über­reichte den Schlüssel Bürgermeister Braun, der das Haus öffnete und die Anwesenden zur Besichtigung einlud. Der

Zeichen echten Pürgersinnes stolz sein.

ctz Lich, 20. Okt. Auf einem größeren von der Fürst­lichen Rentkammer gepachteten Gelände wird ein großes Don werk errichtet. Es hat sich eine Gesellschaft mit einem Stammkapital von 90 000 Mk. gebildet; zum Ge­schäftsführer wurde Heinrich Schmidt VIII. bestimmt. Zweck des Unternehmens ist die Herstellung und Verwertung von Ziegel- und Tonwaren und Handel mit keramischen Erzeugnissen.

Münzenllerg, 20. Okt. Gestern früh entstand in der Scheuer des Johannes Koch auf noch unaufge­klärte Weise Feuer, dem die Stallgebäude mit Scheuer und die gesamten Erutevorräte zum Opser sielen. Die an- grenzmide alte Stadtmauer verhinderte ein weiteres Um­sichgreifen des verheerenden Elements. Die verbrannten Erntevorrate, die verhältnismäßig gering versichert waren, schätzt man auf 78000 Mk.

Bad-Nauheim, 19. Okt. In der abgelaufenen Woche sind 95 Kurgäste amjefommen. Die Gesamtfrequenz bis zum 17. Oktober beträgt 29 318 Personen, wovon an genanntem Tage noch 620 anwesend waren. Bäder wur­den bis zum 17. Oktober 395 658 abgegeben.

sd. Darmstadt, 21. Okt. (Tel.) Durch ein von Darmstadt kommendes Automobil wurde beim Weiter- stadter Exerzierplatz ein Mann, Heinrich Alt von Gräfen- Ijanfen üderfahren und schwer verletzt. Die offenbar nach Frankfurt in rasendem Tempo fahrenden Arttomobi- listen ließen den Verletzten besinnungslos liegen. Telegra­phische Ermittelungen litten keinen Erfolg.

--- Göbelnrod, 21. Oktober, Wie schon seinerzeit mitgeteilt wurde, wird unser Ort demnächst eine Haltestelle an der Bahn GießenFulda bekommen. Die Pläne für die Anlage sind bereits fertiggestellt und werden in den nächsten Tagen auf der hiesigen Bürgermeisterei zur Einsicht­nahme für die Interessenten aufgelegt werden.

8ct. Darmstadt, 21. Oktober. (Tel.) Der seit etwa 30 Jahren am hiesigen Hostheater tätige Hofchor-Direktor Wilhelm Knörzer stürzte heute vormittag aus dem Hof­theatersaal 6 Nieter herab aus die Straße. Sein Schädel wurde zertrümmert, so daß dec Tod sofort eintrat. Man nimmt an, daß em Unglücksfall vorliegt; Kn. stand am Fenster mid las Zeitung.

R.B. Darmstadt, 20. Okt. Die Erhöhung der Brotp reise ist gestern auch in Darmstadt zur Tat- sache geworden. Die Generalversammlung der Bäcker be­schloß, den Brotpreis zunächst um U/2 Pfennig pro Pfund zu^exhöhen^so daß also ein ^Bierpfundbrot von jetzt ab

6 Pfennig teurer ist. Ferner wurde auch noch beschlossen, angesichts der sich ständig steigernden Mehl- und Kohlen- preise jede Zugabe abzuschaffen. >

sd. Frankfurt a. M., 21. Okt. Tie General­versammlung der im vorigen Jahre gegründeten Ge­nossenschaftsbrauerei der Bierhändler von Frankfurt und Umgebung fand statt. Aus dem Bericht ist zu ersehen, daß int letzten Rechnungsjahre 1906/07 16 000 Hektoliter Bier verbraucht wurden. Bei einem Brutto­gewinn von 66 062 Mk. wurden verwandt für Abschrei­bungen 15 884 Mk., für Hypothekenzinsen 9939 Mk., 15 Proz. für Reserve 6035, für Rückvergütungen an Bierabnehmer 20 000 ML, für Divideude 9 Proz. (5202 Mk., sowie 3300 Mk. Gratifikationen für Aufsichtsrat, Vorstand und Arbeiter. Für die neue Rechnung werden 5643 Mk. vorgetragen. Die Zahl der Mkglieder ist von 54 auf 95 gewachsen,, von denen 71 anwesend waren und die Rechnung ge­nehmigten.

[] Marburg, 20. Okt. Anschließend an einen Fest­gottesdienst in der reformierten Kirche fand heute mittag um 11 Uhr auf dem Marktplatz hier die Einweihung der von den Damen des Krieger-und Landwehr-Ver­eins aus Anlaß des 35. Stiftungsfestes gestifteten neuen Fahne statt. Die Weiherede hielt Geh. Reg.-Rat Landrat v. Negelein. Abends wurde eine Festfeier in den Stadt­sälen abgehalten. Am Freitag abend flog bei Cölbe ein Motorautomobil in den Straßengraben. Ein Mann und ein Kind trugen schwere Verletzungen davon.

Vermischtes.

* Ueber die Mutterliebe.In dem Bürger- stande, in dem höchsten wie in dem niedrigsten, besteht eine gewisse mütterliche Liebe, die sich bis zur Leidenschaft erhebt und bis zum Götterdienste herabsinkt. Mütter treffen sich dort oft, deren Zärtlichkeiten sich vor einem Sohne beugen, vor ihm niederknien. Das ist keine mütterliche Liebe mehr, die, mit ihren Rechten gewassnet, aus ihre Pflichten eifer­süchtig, für die Hierarchie und die Zucht der Familie besorgt, von Achtung und Ansehen umgeben, ihre Schwächen ver­schleiert. Durch alle Vertraulichkeiten der Mutter genährt, empfängt das Kind von ihr Aufmerksamkeiten, die der Huldigung gleichen, und Liebkosungen, wo nichts als Ser­vilität ist. Die Mutter erzählt ihm alle ihre Träume, denn es ist nicht allein der Erbe, sondern auch noch die Zukunft der Familie, der es ihr allmähliches Vorwärtskommen und Auf- stergen von Geschlecht zu Geschlecht verheißt. Die Mutter freut sich seiner Gegenwart wie seiner Zukunft. Sie liebt es und verherrlicht sich in ihm. Sie gesteht ihm ihre ehr­geizigen Träume und weiht ihm ihre Verehrung. Dieser Sohn erscheint ihr wie ein höheres Wesen, das sie erstaunt ist, in ihrem Schoße getragen zu haben. Man sollte meinens daß sich in ihr verworren Stolz und die Demut der Gottes­mutter verbinden." Les Goneourts.

stattliche Bau kostet mit allen Nebenanlagen nur etwa 35 000 Mack. Die aufstrebende Gemeinde darf auf

.. Ueber die Feuerbestattung machen sich die morsten Menschen ganz falsche Vorstellungen. Der Leichnam kommt weder mit dem Brennmaterial, noch mit den Flam- mett in Berührung, sondern das Brennmaterial wird durch Erhitzen in gasförmige Kohlenwasserstoffe verwandelt und in dieser Form mit atmosphärischer Luft gemischt. Ein solches Gemrsch gibt bei der Entzündung eine ungeheure Hitze. Diese Entzündung findet in einem Raume statt, der mit gitterartig geschichieten Chainottesteincn angefüllt ist. Sobald diese Steine weißglühend geworden sind, lvird das Gas abgestellt und in den Raum atmosphärische Lust ein­gelassen, welche sich au den Steinen auf ca. 1000 Grad Pelsins erhitzt. Der Sarg wird nach beendeter Feier aus oer Halle des Krematoriums herabgelassen und in den durch eine eiserne Tür abzuschließenden Verbrennungs­ofen geschoben, in welchen nun die an den Steinen erhitzte Liist eingelassen lvird. Schon nach wenigen Minuten chmrlzt das Zink des Sarges und verflüchtigt sich infolge der großen Hitze. Da der menschliche Körper eine ziemlich große Menge brennbarer Substanzen enthält, so geraten dieselben durch die hohe Temperatur natürlich auch ins Glühen, aber ohne eigentliche Flammenerscheinung. Mit der fortschreitende!' Auflösung fallen die glühenden Ueber- reste in sich zusammen und durch einen Rost von Cha- mottesteinen in einen nach unten sich verengenden Schacht durch welchen die erhitzte Luft ebenfalls einströmt, um o noch die letzten brennbaren Reste zu zerstören; schließ­lich sammelt sich in einem Blechbehälter ein kleines £äuf= djen Asche. Der ganze Prozeß dauert ungefähr eine Stunde;

mühungen bestens unterstützt. Aber auch die anderen Mit- wickenden hatten offensichtlich Freude an den lustigen Vor­gängen auf der Bühne. Herr N e i m e r - Sch l e g e l, dec die Regie führte, war als Miesebeck ein gleich famoser Kolonial­warenhändler, Onkel, Diener des Schröder'schen Hauses und Lokalhumorist. Seine Kupleteinlagen fanden ungeteilten Bei- faß,~ umsomehr, als sich ihre Spitzen gegen tiefgefühlte Gießener Mißstände richteten. Fr. Lutter war eine schneidige Ungarin, die mit ihrer gewinnenden Vortragsweise und ihrer frischen Singstinime außerordentlich gefiel. Einen reizenden Backfisch gab Fräulein Winderstein. Anmutige Beweglichkeit imd em nettes, wenn auch wenig umfangreiches Organ zeich­neten ihre Lilli aus. Herr van der Becke gab als Süßmilch einen äußerst humorvollen, derben Berliner Schusterjmigen t £eiT Noden als Triller einen waschechten Künstler

?enn er e§ auch -nicht nötig" hatte. Herr Gsell war als Walzebock wohl nicht ganz am rechten Platze. Er mimte emcn ^nC merkwürdigen Wucherer, der wirklich so aussah wie Miesebeck in einem Bonmot behauptete: als sei er vorn' Gießener Omnibus gefallen. Die übrigen Darsteller taten das ihrige zum Gelingen des Ganzen. Besonders zu er- wahnen find noch Fräulein Bonö als Häppchen und Fräulein Ormont als Pauline. Die Ausstattung de§ Stückes must prächtig genannt werden. Das Haus war beinahe ausverkailft.

rFuS Frankfurt a. M. wird uns unter dem 20. ds. Mts. geschrieben: Unser Schauspielhaus rüstet sich zu emer literarischen Tat: Am 28. Oktober wird cs seine erste Uraufführung veranstalten, ein neues Werk von Erich Schlaikier, der bereits mit seinem Erstling, dem stark an ^bsen anklingenden Drama:Hinrich Lornsen", nnb dann m,,-Esmaßig-derben SchauspielDes Pastors Rieke«

Oehabt. Das neue Werk, erst .Leiden- chast betitelt, heißt jetzt ,Außerhalb der Gesellschaft". Es ^".aktiges Drama, das bisher noch nicht aufgeführt

jrv nn( l1 ^ocht aus die Premißre gespannt. Jn- We k/"m m Un§ 9c|tcin Schauspielhaus zwei klassische ^>erke, Grillparzers .Esther-Fraginent" und M^ißres tiefste

her iicfjt'e 111)100111010 an. HorvorragenD schöne Ci^eiWplare ber twrischen Kieselsäure- und Homschwämme fnYTa Die Sammlung der Kopffüßler ist gleich­

falls sehr reich. Daran schließen fick) die Säle für bie hnm «S aufgestellten Konchylieu- und Jnfekten-Samm- lung Swen breiten Raum nimmt die neue Ausstelluna ^?rcl)ende Auatotnie ein. Hier ist die embryonale iner FEheit und Akkuratesse Mensck^bi? -V Bld ihresgleichen sucht. Vom Mensch bis onm niederen Tier sind alle Phasen der Ent- !^^olung, vom unentwickelten Embryo bis zum ausgewach- an vorzüglichen Präparaten durchgeführt.

der Beuteltiere beispielsweise an ^clcr Form besser nirgends mehr zu sehen

iDer inneren Organe, der 2C- ?ou deut geringsten Lebewesen bis <gun .Aenschen fystematisch dargestellt. Diese Lkbteiluna ist etn wahres Juwel des Atuseums.^Jin^oberen Geschoß ^nbemrbQriUm biC botanif^ Sammlung Platz ge- Hoch oben über der stolzen Fassade hält der Sei

Chronos Wache, unter seinem)utz und Schirm steht diese schaft.^^^ emsiger Forschung und unermüdlicher Wisfeu-

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^?'^°n-rStadt.Th-at°r. An, Sonntag sanden wie not ich zwc, Aufführungen statt. Am Nachniittag wurde ä'ls Vol^ 7. n"f' Shakespheares Wintermärchen

7? r,? , cVUna 9e9eben- Dieses Entgegenkommen

'代 -Ä 8Ä3TSS der Mappe d-7' v°r!Li?^ r'" ^""ig-, flotte Musik, Drrigentenpult sag 6ett We ^°>"ponisten. Am

der sich bereitsm 6^,if? Thea.erkapellmeister, -Listige,, Witwe« »ovtcilha t 7- ""'Malischen Leitung ,sl auch für die gestriae Auttru Angeführt hat zollen. Von der Regimentsmusit mürd7er Slnei'r.eniu,n9 i 1 utoe m seinen Be>

d°s Blechgefäß mit der Asche, etwa 2 Kilogramm h einem erwachsenen Menschen -- wird sofort verlötet , dem Namen des Eingeäscherten versehen und den SDiVt birebenen übergeben. An die meisten Krematorien qri- nun eine Urnenhalle ober ein Urnenheim, wo die aufgestellt werden. Vielfach wird auch die Urne mit ? Asche in das Familiengrab auf dem Fri^hose der des durch Feuer Bestatteten beigefetzt.

m 7 Zur Frauenfrage. Milton, der Dichter v Verlorenen Paradies", darüber befragt, weSbalb ein * *trr Prinz schon im 14. Jahre gekrönt werden dürfe und erst 18. heiraten, antwortete:Das ist ganz logisch- denn es leichter, einen Staat zu beherrschen, als eine' Frau."

* Was sind die Nerven? Wir lesen im , Bei Vaterland": Saßen da irgendwo in Bayern an einem h letzten Sonntage um den sogenannten Bauerntisch ein Dorf-Bräuhauses der akademisch weihen-stephanisch aebw- Diplom-Biersieder, vulgo der Bräu, zwei ehemaliae la, wirtschaftlich durchgewinterte und dabei vorschriftsmä^ akademisch-agrarisch geschulte Bauern, ferner der To oascha, der Schmied, der Müller, der Metzger und h Kooperator. Das Gespräch drehte sich um die Vorzü des Landlebens vor dem Stadtleben, wobei > Brauiii den Ausspruch tat:,In da' Stadt wern'n d' Le all samm' närsös." Daraus wurde die anatomische Fra erörtertwas eigentti' d' Nervw san".D'Nerv'n h fan b' Flax'n," erklärte der Metzger als Naturauatom. ' w dös san's not, die (an üppas audersch", widersprach"- Brau. Jedoch über diesesAeppas andersch" könnte h Biersieder feine klare Auskunft geben. Der eine der Qi demisch durchgewinterten und jo landwirtschaftlich aeschuli. Bauern meinte:D'Nerv'n, dös fan d'Seyuen". No h fan ja d'Flax'n," antwortete der Metzger darauf" qerin schatzrg. Da mischte sich der Dorfpascha mit (einer Anss

Gespräch, indem er meinte:T'Nerv'n san a Einb düng von do' Stadtleut'.Und i' uoa'", sprach der Müll, d'Nerv'n fan, wenn ma wild werd," und dabei qinq ifi fein Vollmondsgesicht aus-einander, daß die Zähne blinkte als sei ein Klavierdeckel aufgemach: worden. Da man s einfach nicht einigen konnte, was und wo die Nerven feie wurde der Bader geholt, eine weit und breit bekam klinische Dor (große, nachdem auch der auf Huf sch lag. ( prüfte Schmied in der Nervensrage total versagt hat indem er auf die Frage des Kooperators:Schmied st könnt es wissen, was und wo die Nerven sind, denn bi Pserd ist bekanntlich ein sehr nervöses Tier," Hirn fe mangelndes Wissen mit dem klassischen Ausspruch L schleierte:Dös is mir Wurscht, was d' Nerv'n san." «i tarn der Bader, und nachdem dieser über die Str eit fr a genügend informiert war, erklärte er ernst und würdevo D'Nerv'n dos fan Bazill'n, do wo in Da ftinfat'rt Li in do Stadt'n ujuananba fliag'n, und irema z'vül schluc davo' nacha werd ma' nervios." Ein Seitenblick ftreii den Kooperator als energische Mahnimg, diese klinisc Definition einfach, ohne mit einer Wimper zu zucken hi abzudrosfelu, was der geistliche §err auch tat, jedoch m einem Gefühl, als würde ihm dabei mit einem Bierschleq der Rachen gecitzelt. Schüchtern meide zwar der Bra Dös glaub' i' nöt recht": jedoch dei Schmied pflichte dem Bader sofort bei, indem er erklcrte:Dös glaub' scho', weil's bei uns heraust afm Land 'oani neroiöfn Lei net gibt." Der Metzger allerdings zieifelte noch inum indem er hartnäckig behauptete:Dm stecka's in Körp da Nerv'n, san's jetzt wo's mögn, i laub' aba doch d< d'Nerv'n d'Flax'n (an". Und der MLler meinte:M auf, Metzga, baldst Wieda a Sau stich nacha schaust ai und wennst Nerv'n finds, nacha sagsima's weil f feil glaub', daß' d'Flax'n fan." Kurz, die Esellschaft ging au einander, ohne die 9terocnfrage ganzgelöst zu haben.

* Ein Wettbewerb im Eierlaen. Ein Preisau schreiben für das Eierlegen hat der Uiity-Ponltry-Klub t lajfen. Zn diesem Wettbewerb, der sich ich ein ganzes Jahr < strecken soll, sind eine große Anzahl Hsmer gemeldet, der Legeresultate sorgfältig gebucht werden. Am interessantest scheint zunächst bie Frage, wieviel Eier !des Huhn inncrbi der bestimmren Zeit legen soll. Bei einerahnliehen Gelegenh ergab sich in Aufiralien eine Durchschnittsistung von 171 Sb ini Jahr. In diesem Falle sollen die Eierber nicht gezählt wc den, vielmehr sollen, da sich die Eierpreisrnit den Jahreszeit verändern, bie erzielten Verkaufspreise masxbend für die Prei Verteilung sein. Die Konkurrenten leben m einer Farm in Eis unter natürlichen Lebensbedingungen. Jrgidivelches Kraft- ot Patentfutter wird nicht erlaubt. Das Ergebu dieses Wettbewerb wird auch für die Wissenschaft intcreffnn sein, denn neue dings haben amerikanische Zoologen gerade uf die Produktivit der Hühner die Aufmerksamkeit gelenkt; jas ist sogar bebau tet worden, ein Huhn könne täglich zwei ier legen, währe:

-i .tiWH i «li nintnj-nj-..- ... - -- - - .

Komödie, denMisanthrop" in neuer Eliudierung gebrac und den Besuchern damit anscheinend sehr, Danke gehande Namentlich die Aufführung des Fragmens machte sichtli tiefen Eindruck, da wir in unserer neuen ^endlichen Seni mentalen, Frl. Urban, eine höchst poffche und eben intelligente wie warm empfindende Darslerin ber Esth haben. In ber Oper steht bas große »eignis ber erst, ernsthaften Premiöre am Ende der kommenn Woche bevo Die rote Gred" von Bittner wird am 26.)ktobec erstmal m Szene gehen, und man verspricht sich vonieser Aufführm einen starken Erfolg. Wenige Tage darauf finl bas Carufc Gastspiel statt, bas natürlich einen grätigen Verla nehmen muß, denn ein guter Parkettplatzostet 25 Mai

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Dr. G. Z.

K l e i n e K u n st ch r o n i k. Im Hoftheaterl Kassel fai bie Erstaufführung des vieraktigen Lustspiels ,jc schiefmäuli Almuth" von Friedrich Bartels trotz guterwrstellunq m reicher Ausstattung nur mäßigen Beifall. Techchlußakt aefi besser. Tie Hauptdarsteller erhielten Hervorrufe In snrfl mußte wegen Streiks des Orchesterpersonal im Teutf^ Theater die OperetteWäschermädel" mit Fl Niese a Gast mit Klavierbegleitung gegeben ..

der Streik nach mehrtägiger Tauer beigef' D Intendant des MannheiiNer Hof- und Nationalthürs Dr. Ka ^,^9^mann, hat dieser Tage in ber Freien literarmuiistleinscb Ge>ellschaft in Darmstadt überdie moder a t i r H d Komödie" gesprochen, als deren Repräsentant er Wüt tobaio und Wedekind ansieht. In Eberhard KL>g ^eftsvi S t e i n", das am 150. Geburtstage des Staatsmann!,^ 26 b 9 am neuen Schauspielhause zu Berlin zur Aufführung lanaen'io ist bas Auftreten der Figur der Königin Luise vonpaiser nie gestattet worden.

9R ar bürg. In unserer Nr. 221, 2. Blatt, .Jüten w bpn der Unvernunft und Blindheit, mit der biev^rbura städtischen Behörden ihr schönes Städtchen vernichten, tu §re in seiner neuesten sJhtnnner auch der ,,K u n st w aV mied einmal diesen groben Unfug auf unb suhrt ihn atz t).»lic bte sehen können (leider gibt es deren inimre nohneniai Dor Augen. Ob's fteilich viel nützen wird2<f^a^

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der Deutschen Tropcumedizinischeu Ges^^s 1 .

3 n (een.a t i o u a le Tropenmedi 11,1 L. z gegründet worden. An ihrer Sptffe London, Schatzmeister ist Professor yutaU-^an