Ausgabe 
19.11.1907 Drittes Blatt
 
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Nr. 272

Drittes Blatt

tRgNch mtt Ausnahme des SonntcrgS.

157. Jahrgang

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: bl.

Redaktion:^^l12. Tel.-AdruAnzeigerGteßen.

Die ^Gtetzenrr.^amilienblötter" werden dem Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daS Mrclsblatt für den Kreis Wetzen" zweimal wöchentlich. Derhessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Dienstag 1$. November 1907

aa Rotationsdruck und Verlag der BrühNchen gp Unwersitäts - Buch- und Stemdruckeret.

1 Lj w" Fs R. Lange, Dreßen.

Kelchsyausr-aLlsetat für 1908.

DieNordd. Allg. Ztg." bringt weitere Mitteilungen aus . heur Etat für 1908/09:

Bei dem Reichsamt de s I n ne r n betragen die Ein­nahmen 13 102 684 Mk. (mehr 669 695 Mk.) im ordentlichen, 217 000 Mk. (mehr 10 200 Mk.) im außerordentlichen Etat. Die fortdauernden Ausgaben des ordentlichen Etats belaufen sich auf 77 278 617 Mk. (mehr 2 042 072 Mk.). Bei den allgemeinen Fonds ist em Betrag von 10 000 Mk. als Reichsbeitrag zu den Kosten der Zentralstelle für Volkswohlfahrt eingestellt. Zur Be­kämpfung des Typhus sind wieder 200 000 Mk., zur Bekämpfung der Tuberkulose wie bisher 120 000 Mk. eingestellt; für weitere Forderung des Zeppelinschen Luftschiffunternehmens 2150 000 Mk. Im außerordentlichen Etat werden 24 Mill. Mk. (mehr 5 Mill. Mk.) gefordert, imd zwar 4 Mill. Mk. für Kleinwoh- nungen, 20 Mill. Mk. (mehr 5 Mill. Mk.) als zweite Rate zur Erweiterung des Kaiser Wilhelmkanals.

Militäretat. Im Etat für das preußische Militärkon­tingent sind die ordentlichen Einnahmen für Rechnung der Bundes­staaten mit Ausschluß von Bal)ern in Höhe von 7 596 459 Mk. intebr 1285 200 Mk.), für Rechnung aller Bundesstaaten in i Höhe von 449 084 Mk. (mehr 3 700 Mk.) angesetzt. Die außer- ordentlichen Einnahmen sind auf 3 271286 Mk. (mehr 2 019 708 1 Mk.) veranschlagt, darunter 50 750 Mk. für Festungsgelände 1 in Metz, das die Verwaltung der Reichseisenbahnen übernimmt, und 2 125 000 Mk. als erste Rate für das von der Stadt Cöln für 251/z Mill. Mk., zahlbar in 12 zinsfreien Jahresraten, an- qekaufte Umwallungsgelünde. Die fortdauernden ordentlichen Aus­gaben betragen 522 920 216 Mk. (mehr 24 944 185 Mk.), die einmaligen ordentlichen Ausgaben 95 392 520 (mehr 11890 634 Mk.), die außerordentlichen Ausgaben 40 003 300 Ml. (weniger 1141100 Mk.). Bei den einmaligen Ausgaben ist zunächst beim Bekleidungs- und Ausrüstungswesen eine Forderung von 4 665 390 " Ulf. für neue Bekleidung zu erwähnen.

. Im Etat für das Reichs-Militärgericht werden bei einer Einnahme von 100 Mk. die fortdauernden Ausgaben mit 550 664 Mk. (mehr 5245 Mk.) veranschlagt.

Der Marineetat erfordert bei einer ordentlichen Einnahme von 599 767 Mk. (mehr 18 343 Mk.) und einer Gesamtausgabe von 339 323 724 Mk. an fortdauernden Ausgaben im ordentlichen Etat außer 115 375 Mk. (mehr 11460 Alk.) für die Zentral­verwaltung des Schutzgebiets Kiautschou 133 685 699 Mk. (mehr 12 918 319 Mk.), an einmaligen Ausgaben, unter Abzug des - Zuschusses des außerordentlichen Etats in Höhe von 64 410 000 3 Mk., 115 387 500 Mk. (mehr 15156 050 Mk.), an Ausgaben im ( außerordentlichen Etat einschließlich des obigen Anleihezuschusses zum ordentlichen Etat 90135150 Mk. (mehr 32 764 890 Mk.).

Dem Etat ist eine Denkschrift beigegeben, in der auch der Entwurf eines Gesetzes wegen Aenderung des §2 des Flotten­gesetzes vom 14. Juni 1900 berücksichtigt ist. Sie enthält eine neue Berechnung der voraussichtlichen Gestaltung des Marineetats 1908 bis 1917 und erörtert die Gründe, welche die eingetretene Steigerung des Geldbedarfs und damit die Ausstellung der neuen Geldbedarfsberechnung notwendig gemacht haben. Hierzu gehören die erforderliche Verstärkung der Küstenbefestigung, die Schaffung einer Dockanlage an der Elbe, Mehrausgaben auf dem Gebiete der Schiffsbauten und Armierungen, die Vermehrung der Unter- Vboote, eine weitere Besatzungsverstärkung der Schiffe, der Ersatz der veralteten Segelschulschiffe für Seekadetten und Schiffsjungen durch moderne Schiffe, schließlich auch Besoldungs- und Lohn­erhöhungen sowie die Erhöhung der Tafel- und Schifssverpflegungs- gelder in der Heimat. r

Der Etat des allgemeinen Pensionsfonds erfordert bei einer Einnahme von 10 776 Mk. eine Ausgabe von 96 405 976 Mk. (mehr 3 102 414 Mk.).

Die Ausgaben des Reichsinvalidenfonds belaufen sich auf 36 039 449 Mk. (weniger 623 343 Mk.); sie werden gedeckt . )urch eine Zinseneinnahme von 5 081 000 Mk. und einen Kapital- ;uschuß von 30 958 449 Mk.

Der Etat der Reichspost- und Telegraphen- , Verwaltung veranschlagt die ordentlichen Einnahmen auf ; 644 106 700 Mk. (mehr 33 948 960 Mk.). Die fortdauernden Aus- gaben des ordentlichen Etats betragen 544108 341 Mk. (mehr r 30511 429 Mk.), die einmaligen Ausgaben 16295488 Mk. (mehr : 225 259 Mk.), der Ueberschuß der ordentlichen Einnahme über die , ordentliche Ausgabe 83 702 871 Mk. (mehr 3 212 272 Mk.).

Bei den einmaligen Ausgaben sind 1050 000 Mk. zur Der- 1 ünsung der Anleihe von 60 Millionen ausgebracht. Für Grnnd- t stuckserwerbungen, neue Bauten re. erscheinen neue Forderungen h für Bensheim 90000 Mk., Grunderwerb am Haupt-- bahnhof in Darmstadt und erste Baurate 215000 Mk., ' desgleichen am Hanptbahnhof Frankfurt a. M. erste Rate 250 000 Mr.

t Schluß folgt.

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t Reichstag und kaufmännische §oz-aipslillk

2 Der Vorstand des K'reisvereins Gießen im Verbände s deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig hatte für gestern ; abend zu einer Versammlung eingeladen, in der Verbands­direktor Hiller aus Leipzig überReichstag und kaufm.

1 Sozialpolitik" sprach. Die Versammlung war sehr gut besucht.

Herr Hiller ist ein glänzender Rednerer spricht klar ind überzeugend, dabei kurz und doch erschöpfend. Von feinen hochinteressanten Ausführungen geben wir nach­stehendes wieder:

Als Fürst Bülow im vorigen Jahre, in jener denk- würdigen Sitzung die Auflösung des Reichstags verkün­digte, ging erst durch ganz Deutschland ein ganz kleiner | Schauer. Viele haben geglaubt, daß nun daS letzte Stündlein . der Liberalen und Konservativen geschlagen habe. Mit ] Zagen ist man damals in die Wahlen gegangen. Als dann 0 aber die Wahlresultate bekannt wurden, kannte der Jubel . keine Grenzen.

Tie Reichstagskandidaten haben mit ihren Versprech­ungen nicht gekargt. Ueöerall haben auch die Prrvatange- stellten sich vor den Wahlen vergewissert, wie dre einzelnen Kandidaten sich zu ihren Forderungen stellen würden. So ist der neue Reichstag seiner Struktur und Farbe nach ' geeignet, die Bestrebungen der Privatangestellten zu fördern. [ Die erste Session hat freilich nichts für die Handlungs- gehilsen gebracht. Nun stehen wir aber vor einem neuen > Sessionsabschnitte und nach allem, was vorausgegangen v ist, scheint der Reichstag auch au^ die Forderungen der 1 Handlungsgehilfen naher ein geh en zu wollen, Aber nicht ' nur der Reichstag, auch die Regierung hat ihr Herz für die Handlungsgehilfen entdeckt. Redner gedachte an dieser ' Stelle des allgemein bedauerten Rücktritts Poiadowstys und der letzten bedeutsamen Reden Bethmann-Hollwegs und Delbrücks aus dem Ingreß der evangelischen Arberter- vereine und in der Generalversammlung des Jentral- verbandes der deutschen Industriellen. Es sei höchst erfreu­lich, jo jührtg der Redner weiter aus, hab Mn eusiluß-

reiche Männer auch die Interessen der Angestellten in solcher Weise betont hätten. Die Forderungen der Hand­lungsgehilfen paßten sich durchaus dem Erfüllbaren an; man wolle keineswegs mit dem Kopfe durch die Wand rennen. Sehr sympathisch berühre es ferner, daß das Ber­liner Polizeipräsidium bei den Sportfreunden angefragt habe, wie weit es möglich sei, daß die jungen Leute sich körperlich fortbilven. Das Polizeipräsidium sei also für Verkürzung der Arbeitszeit und die Sonntagsruhe. Tas seien Momente, die die Handlungsgehilfen mit froher Hoff­nung für die bevorstehende Kampagne erfüllten.

Was die Handlungsgehilfen forderten, sei: Sicherheit ihrer Zukunft, möglichste Schonung ihrer Arbeitskraft und Festerstellung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Stellung. Redner ging dann näher auf den § 63 des H.-G.-B. ein und sagte, daß die Mehrzahl der Prinzioale schon fttzt den hierauf bezüglichen Forderungen der Hanolungsgehisien zusnmmte. Wenn dre Handelskammern sich zum größren Teil ablehnend verhielten, so liege es daran, daß viele einflußreiche und geistvolle Kaufleute nicht Zeit genug hätten, sich in den sozialpolitischen Geist unserer Zeit hmeinzndenren. Cs stünden viele noch auf dem Standpunkte, den sie noch selbst als Gehilfen eingenommen Hütten. Aus den ersten Anblick scheine es so, als^wenn den Handlungsgehilfen durch diesen Paragraph besondere Vorteile eingerüumt werden sollten, aber es sei doch zu bede-nkeu, daß der Handlungsgehilfe seinem Chef gegenüber auch in einer Weise gebunden sei, wie lein anderer Angestellter, üledner glaubt, daß der erste Absatz dieses Paragraphen jetzt zwingendes Recht werde, daß also die Handlungsgehilfen in Krankheitsfällen bis zu sechs Wochen Recht auf Gehaltszahlung haben.

Auch der Konkurrenzklaujel gegenüber habeir die Han­delskammern sich ablehnend verhallen. Die Konkurrenzklausel sei aber eine schwere Fessel für den Handlungsgehilfen und bedeute häu;ig nich-rs anderes als Vernichtung seiner Existenz. Durch deir § 9 (unlauterer Wettbewerb) sei der Prinzipal schon genug geschützt. Redner bedauert es, daß es gerade die Sozialdemokraten gewesen seien, die gegen die Konkurrenzklauzcl ausgetreten se-ien.

Redner ging dann auf die Frage der Sonntagsruhe und des Achtuhr-Ladeuschlusses ein, frreifte dann kurz die Frage des Sommerurlaubs, der gewissermaßen als Ent- ichädigung für Extraarbeiten zu betrachten sei. Redner meint, die völlige Sonntagsrirhe würde kommen und der Achtuhr-Landenscyluß sei spätestens im Laufe der nächsten Jähre zu erwarten. Ferner behandelte der Vortragende die Frage der Handelsini'pertoren. In Württemberg und Bayern sei man schon bereit, Handelsinspektoren einzu­führen, wenn das Reich nicht darauf eingehen sollte. Redner sprach sich sodann für die Verhängung der Schau­fenster an Sonntagen aus und wies kurz auf das Lehrlings­wesen hin. Es müsse dafür gesorgt werden, daß die kauf­männische Jugend bis zum 18. Lebensjahre die Möglichkeit habe, bei Tage für ein paar Stunden die Handelsschule zu besuchen. Der Vortragende streifte dann kurz die Frage der Handlungsgehilfenkammer und meinte, daß man sich im Reichstage wahrscheinlich für paritätische Kämmern ent­scheiden werde.

Zum Schluß behandelte der Vortragende noch die Frage der staatlichen Penjionsverficherung der Privatangestellten unter Hinweis auf die Verhandlungen, die dieser Tage in Frankfurt a. M. stattgefunden haben. Man habe sich für eine Sonderkajfe ausgeiprochen, und wenn der Reicystag dieses Gesetz beschließe, könne man sagen, der Reichstag ist gut gewesen unddie Wahl war für uns ein Glück^.

Die Versammlung danrte dem Redner durch lebhaften Applaus. Rach dem Vortrage fand noch eine längere Dis­kussion statt. an.

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Gl en, 19. Roo. 1907. Landwirtschaftlicher Arbeiterreachwels.

Die Landwirtschaftskammer für das Groß- Herzogtum Hessen hat eine landwirtschaftliche Arbeiternach­weisstelle errichtet, die gegen Vermitrlungsgebühr vorerst nur den Bezug von auswärtigem Personal (galizische, ev. ruthenische und russische Sommeraröeiter) vermittelt. Die Landwirtschaftskammer übernimmt hierbei, wie die Korre­spondenz der Landwirtschaftskammer schreibt, auf Grund der Bestellungen der Arbeitgeber den Anwerb und Hin- sowie Rücktransport der Feldarbeiter. Die Errichtung eines Arbeitsnachweises für einheimisches Personal (Aufseher, Lehrlinge, Knechte, Mägde, Schweizer, Tagelöhner) ist be­reits vorgesehen und wird voraussichtlich nach Neujahr ins Leben treten. Die Landwirte Hessens werden diese neue Organisation der Landwirtschaftskammer sicher sehr begrüßen, da sich der Bezug von Arbeitern von nun an viel einfacher und billiger gestaltet. Auch macht sie den | Landwirt für die Zukunft unabhängiger von den Stellen- vermittlungsbu.reaus. Landwirte, welche die Landwirt- schaftskammer mit dem Bezug von Sommerarbeitern beauf­tragen wollen, sind gebeten, ihre Bestellungen unter Be­nutzung der von der Landwirtschaftskammer hierfür aus- zugebenden Bestellbogen baldmöglichst der Landwirtschafts­kammer Darmstadt, Neckarstraße 8, in Auftrag geben zu wollen.

** Eine weitere Gruppenwasserversor­gung. Bon Lollar, 18. Nov., wird uns geschrieben: Die Wasserleitungsarbeiten sind bald beendet. Die meisten Einwohner sind angeschlossen und empfinden das Angenehme des kultrrrellen Fortschrittes. Allgemein ist man sehr befriedigt über die guten Ausführungen der Ar­beiten der Firma Alber aus Feuerbach in Württemberg. Ob aber die Bewohner Hollars mit dem Beschluß der Kom­missionen im Einverständnis sind, möchten wir sehr be- ziveifeln. Die ganze Verwaltung befindet sich nämlich in Staufenberg. Biirgermeister Stephan ist Vorsitzender, sein Sohn Rechner und ein Herr Becker Rohrmeister geworden. Diese ganze Verwaltung hätte doch unstreitig nach Lollar gehört, da dieser Ort fast doppelt so viel Wasser

gebraucht als Staufenberg und Mainzlar zuscimmen. ES sind nämlich für Mainzlar 50, Staufenberg 60 und Lollar 200 Kubikmeter Wasser berechnet. Auf alle Fälle müsse Lollar die doppelte Zahl Vertreter in die Kommission entsenden, um die dem Ort zukommenden Rechte zu wahren.

** Vortrag Brun Huber. Wir werden gebeten, noch einmal aus die heutige Volksversammlung hin­zuweisen. Wenn man es als selbstverständlich betrachtet, daß die hiesigen kaufmännischen, technischen usw. Privat­beamten vollzählig erscheinen, so dürften Wohl auch weitere Kreise sich für den Stoff interessieren, den man getrost mit Arbeiterversicherung und Zolltarif seiner Bedeutung nach in eine Reihe stellen darf und an dcnn jeder Staatsbürger Anteil nehmen sollte. Außerdem stellt diese Versammlung auch das Debüt eines'neuen politischen Vereins unserer Stadt dar. Mit Rücksicht auf die Kaufmannschaft ist der Beginn auf 9 Uhr festgesetzt.

** Weibliche Pri v a t b e am te. Zu dem am 17. No­vember in Frankfurt a. M. abgehaltenen Pcivatbeamten-Tage hatten neben Fraiien- und Lehrerinnen-Vereine auch viele Käilfinännische Vereine für weibliche Angestellte ihre Delegierten gesandt. Frankfurt a. M., Hamburg, Breslau, Kassel, Kiel, Königsberg i. Pr., Atannheiin waren vertreten auch unser Gießener Käufin. Verein für weibl. Angestellte durch seine Vorsitzende. In der am 26. Noveinber hier stattfindenden öffentlichen Versammlung des ftatifm. Vereins wird Frau Pröll airs Frankfurt a. M. ganz besonders über die Wünsche dec weiblichen Privatbeamteu berichten.

X Lollar, 18. Nov. Heute waren Großh. Regier- iingsrat Merck, Schulrat K l e insch Ni itt, Baurat Diehm iind Negierungsbaumeister Kalbfleisch hier, um mit dem Geiiieinderat und Schiilvorstand wegen Errichtung einer weiteren Schrilklasse zil verhandeln. Nach längerer Besprechung rourbe beschlossen, im nächsten Jahre mit dem Bau em.es zweiklafsigen Gebäiides zu beginnen und das Großh. Kreisbailaiiit beaiiftragt, Pläne und Entwürfe auszuarbeiten. Der ^liisicht, daß nian den neuen Bail direkt an die alte Schiile anschließen könne, wurde im allgemeinen nicht zu­gestimmt. Jedenfalls ist es aiich zweckmäßiger, wenn ein Bau für sich ailfgeführt ivird, an den man leicht eine weitere Vergrößerung anbaut, was bei der starken Bevölkerungs- znnahine bald wieder zu erwarten ist.

LrnSVerzrtQts-riQchrichteLr.

Professor Dr. Paul Lazarus, Assistent am Krebsinstitut der Eharitö in Berlin, ist zum dirigierenden Arzt der inneren Abteilung des Atarienkrankenbailses und Dr. S ch iro k a n e r zuin Assistenteii am Diediziniichen Potitliiiischen Jnsiilut ernannt worden.

Italien hat schon seit langem einen offiziellen Lehrstuhl für PolneiWissenschaft. Tie Schweiz ist diesem Vorbild jetzt gefolgt und hat Professor Dr. R. A. R e i ß die P r 0 f e f s u r für Polizei-- Wissenschaft an der Universität Lausanne übertragen.

VerrnLschtrs.

* Abenteuer eines französischen Offiziers in Berlin. Ter PariserMatin", der seit einiger Zeit in auffallender Weise sich an Deutschland zu reiben ver­sucht, erzählt heute eine Geschichte aus dem Jahre 1905, die nach seiner Angabe bisher unbekannt geblieben ist. Der Hauptmann Ferris, Direktor der Station für drahtlose Telegraphie auf dem Eiffelturm, habe im Herbst 1905 mit der Genehmigung des Kriegsministeriums den Grafen Arco, Direktor der Telefunkengesellschaft in Berlin, besucht, um die dortigen Einrichtungen zu studiereit. Als er nach einem Aufenthalt von vierzehn Tagen mit dem Grafen Arco nach Bremerhaven fahren wollte, sei er auf dem Bahnhof von einem Geheimpolizisten verhaftet und erst durch Vermittelung der ftanzösischen Botschaft nach 24 Stunden wieder in Freiheit gesetzt worden. In­zwischen hatte man sein ganzes Gepäck durchsucht, ohne etwas Kompromittierendes zu finden. Die deutsche Re­gierung habe allerdings das Bedauern über den begangenen Irrtum ausgedrückt, aber in Worten, die den Wert einer solchen Erklärung einigerrnaßen verringert. So weit der Matin". Graf Arco teilt hierzu folgendes mit: Es ist nicht richtig, daß er sich in Begleiturrg des Hauptmarrns Ferrie befunden habe, als dieser, der nach Cuxhaven und Hamburg und nicht nach Bremerhaven fahren ivollte, ver­haftet wurde. Es ist auch nicht richtig, daß Ferrie 24 Stunden in Haft geschweige im Gefängnis zu geb rächt habe. Er blieb vielmehr etwa drei Stunden im Polizei­bureau, bis der Graf von Arco hiervon unterrichtet wurde und dann ohne jede Schwierigkeit die Entlassung seines Freundes erwirken konnte. Die französische Botschaft wurde erst am folgenden Tage benachrichtigt. Ob und welche Erklärung die deutsche Regierung gegeben hat, ist ihm unbekannt.

Kleine TageSchronik.

In Düsseldorf rteriie sw) uct x9Kaufmann Pippig der Polizei unter der Selbslberichtigung, int Oktober 1906 einer Magdeburger Vanksirma 15 000 Mk. unterschlagen zu Haven. Von diesem Gelbe besaß er noch 2 Mk. Das aitbcre hatte er in­zwischen im Auslände verjubelt.

DasBert. Tgbl." meldet: In Mül h a u s e n (Els.) wurde die neueste Nummer des nationalelsüssischen WitzblattesBing Ersaß" polizeilich beschlagnahmt, da mau in einer Zeichnung eine Verhöhnung der Offiziere des in Mülhausen garni-. sonierenden Dragonerregimeutes erblickte.

Auf meinem llKchMsch liegt ein §chatz ein ganz kleiner: eine Schachtel Fai)S achter Sodener Mineral-Pastillen. Ich rauche nämlich viel und bin abends «skA und morgens verschleimt. Da nehme ich denn allemal vor £3^438 dem Schlasengrchen und dem Auntehen zwei Pastillen, und ich werde nicht nur alle Beschwerden los die Panillen wirten anregend auch auf den Magen und wirklich citaltct bin ich nie. Und darum sind Fano . 'jtc Sodener ein Schatz, den ich nicht entbehren kann, llra - niufi sie tut ® Pfennig die Schachtel in allen Apotheken, Drogerien mi- Mineralwaiierbandlunaert.