8u den bevorstehenden bringen wir folgende Kandidaten in Vorschlag?
Telefraphen-Sikreiär P. Fachs Fabrikant L Gabis!, Siadtverordn. EibIiothek.D r.Karl Zb e l Stadtvsror dn.
Fabrikant ä Biigspcr Genersi-Ageni hi. Schmidt Steinbruchbcsibr Ms. Hieb
WmMWkr Martin Herr Gastwirt PL Reitze!
Bäckermeister P. Pfeiffer
Es sind von verschiedenen Seiten Kandidaten aufgestellt worden, die mehr oder weniger für das Amt eines Stadtverordneten geeignet erscheinen. Auch unser Verein sieht sich veranlagt, zu den Stadtverordnetenwahlen mit einer eigenen Liste vor die Wähler zu treten und bringt au§ allen Teilen der Stadt Männer in Vorschlag, von denen erwartet werden kann, daß sie ihre eigenen Interessen und Wünsche den Interessen der Allgemeinheit unterordnen werden. Auch gehören sie nicht alle den höchsten Steuerklassen an. Es sind Männer, die auf Grund ihrer sozialen Anschauungen auch den berechtigten Forderungen der unteren und mittleren Bevölkerungskreise gerecht zu werden versprechen. Insbesondere sehen wir uns veranlaßt, zweien bisher sehr stiesinütterlich behandelten Berufskreisen — Handwerker und Beamten — Rechnung zu tragen.
Wir bitten daher alle Wähler der ganzen Stadt Gießen und insbesondere die Wähler unseres Bezirks, Marm für Mann unserer nach reiflicher Ueberlegung ausgestellten
Kandidatenliste ihre Stimmen zu geben.
7195
Der Vorstand
StetomWriiMlMl
Mitbürger!
Was hat eigentlich unser Mitbürger Stadtverordneter Philipp Euler IV verbrochen, daß seine eigene Partei ihn als Kandidaten hat fallen lassen. Will man sagen, Herr Euler habe während seiner neunjährigen Amtsperiode weniger geistreiche Reden gehalten als Andere, er sei bei öffentlichen Veranstaltungen nicht im Zylinder und Frack erschienen und habe Versammlungen bezw. Vereinssitzungen zu wenig besucht. Freilich, dies alles ist dem biederen, einfachen Wesen unseres Philipp Euler zuwider, weshalb ihm auch der Titel „Stadtrat" nicht in den Kopf gestiegen ist. Dagegen hat Euler seine Pflichten als Stadtverordneter stets treu, gewissenhaft uiib unermüdlich erfüllt; in uneigennützigster Weise hatte Euler sein Grundstück der Stadt zu einem wesentlich billigeren Preise zur Verfügung gestellt, als ihm dafür von anderer Seite geboten worden war, im Gegensatz zu anderen Anliegern, die einen dreifach höheren Preis gefordert hatten.
In der letzten öffentlichen Stadtverordnetensitzung war es Herr Euler, der das Wort nahm, um Dinge zur Sprache zu bringen und zu geißeln, die geeignet waren, die Ehre und das Ansehen einzelner Stadtverordneten in höchstem Maße zu diskreditieren und zu verletzen. Aus vorstehend angeführten Gründen sollten alle vorurteilsfrei denkenden einsichtigen Wähler ihre Stimmen vereinigen auf unseren bewährten Stadtverordneten
Philipp Euler IW.
7170_______________________________Seine vielen Freunde.
Stoiitef roriiirtfK-Wkii!
Zur Vermeidung von Stimmenzersplitterung empfehlen wir, keine Stimmzettel abzugeben ohne die Namen der nachstehenden, unabhängigen, von jedem kleiulichen Ehrgeiz freien, zielbewußten Männer: 08883
Meter Fuchs, TetcgraphknSckrctär Dr. Biermer, Professor
Wilhelm Homberger, Kanfumnn Philipp Reitzel, Hotclbcscher Georg Simon, Landwirt.
Viele Wähler.
Männer, die für das Amt eines Stadtverordneten Verständnis, und — Zeit haben, die laufen nicht danach, um auf die Kandidatenliste der und jener Partei zu kommen, die sagen sich: wollt Ihr mich haben, soll ich für Euch und für die Stadt' beraten, dann wißt Jbc ja wo ich bin. Em solcher Mann ist
Sm «Kl Nm Postsekretär i. P.
also auch ein Beamter. Lange Jahre steht derselbe aber im öffentlichen Leben und kommt mit einer seltenen Pünktlichkeit den von ihm übernommenen Geschäften nach. Gerade, feinet Ueberjeugung nach, urteilt er und fragt nicht nach Freund und Vetter, wenn ihm im Interesse der Allgemeinheit etwas nicht paßt. Er ist durch seine Ziivorkommenheit gegen hoch unb niedrig bekannt und hat im Stillen mehr gutes getan und stets unparteiisch gehandelt, als man öffentlich weiß. Solche Manner brauchen wir als Stadtverordnete. — Lver darum vorurteilsfrei nächsten £)oiinec§tag abstunmen will, der streiche auf dem von ihm abgegebenen Stiilnnzettel einen Namen und schreibe darauf
Karl Mayer
Postsekretür i. P.
osgeg Miehrsre Wähle?»
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Eiu Blick in den gestrigen „Anzeiger" zeigt, daß die zahlreichen Vorschläge für die Stadtverordnetenwahl zu einer ungeheuren Zersplitterung führen müsseu. Die Wirkung kann nur eine verhängnisvolle sein. D19/n
Jeder Bürger, der diese üblen Folgen hiervon vermeiden will, möge den vom Bürgerausschuß vorgeschlagenen 14 Herren seine Stimme geben.
Man wühle also:
1. Dr. Magn. Biermer, Umversitätsprofefsor, 2. Dr. Karl Ebel, Bibliothekar, Stadtverordn., 3. Max Friedberger, Kaufmann,
4. Mug. Gabriel, Fabrikant, Stadtverordn., 5. Friedrich Habemcht, Kaufmann,
6. Hch. Leib, Schneidermeister, Stadtverordn., 7. Wilhelm Löber, Rentner, Stadtverordn., 8. Wilhelm Plrwk, Gerbermeister, 9. Dr. Wilhelm Schäfer, Geh. Justizrat,^
Stadtverordneter,
10. Heinrich Schaffftädt, Kommerzienrat- Stadtverordneter, v :
11. Georg Simon, Oekonom,
12. Louis Trotz, Ziegeleibesitzer,
13. Karl Wimmeuauer, Geh. Forstrat, Stadtverordneter,
14. Heinrich Winn, Bauunternehmer.
Aus sämtlichen bis jetzt aufgestellten Kandidaten-Listen möchten wir folgende Herren, die die Interessen der Stadt am besten zu wahren wissen, in Vorschlag bringen:
1. Magn. Biermer, Universttäts-Prostssor
2. Carl Ebel, Stadtverordneter
3. PH. Euler IV., Stadtverordneter
4. Max Friedberger, Kaufmann
5. Aug. Gabriel, Stadtverordneter
6. Friedrich Habeuicht, Kaufmann
7. Heinrich Leib, Stadtverordneter
8. Wilhelm Löber, Stadtverordneter
9. Ferdinand Mentzel, Nechnungsrat
10. Ph. Reitzel, Gastwirt
11. Wilhelm Schäfer, Stadtverordneter
12. Heinrich Schafsstaedt, Stadtverordneter
13. Georg Simon, Oekonom
14. Carl 'Wimmenaner, Stadtverordneter
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