Ausgabe 
23.4.1907 Erstes Blatt
 
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Geheimrat Prof, von

WM. «Zs err*f" .... :

dem Kreise Wetzlar, 2 Hessen, unb je ein «Ähuler dem Kreise Biedenkopf, fr. Stabt Hamburg unb dem König­reich Bayern an. Um den Söhnen wenig bemittelter Land- wirte den Besuch der Winterschule zu ermöglichen, bewilligt der Kreisausschuß im Falle der Bedürftigkeit und Würdig­keit fleißigen Schülern ein Stipendium. Der Kreiskom- munalverband stellt Schulraum nebst Einrichtung und Ti­rektorwohnung im eigenen Kreisgebäude und wendet jähr­lich 2500 Mk. für die Schule aus. Außer Direktor Courtin and Kreisobstbaumlehrer Kilb unterrichten zwei Lehrer der städtischen Schulen an der Anstalt. ,

(b.) Biedenkopf, 20. April. Nachdem der Bezirks­ausschuß zu Wiesbaden im Herb stv. I. feine Genehmigung zur Abhaltung eines Wochenmarktes erteilt, hat unsere städtiesche Behörde in dem Kreisblatt die Marktordnung bekannt'gegeben. Der Markt ist für jeden Donnerstag fest, gesetzt und der erste soll am 2. Mai abgehalten werden. Unsere Hausfrauen begrüßen das Unternehmen mit Freuden. Nach einstimmigem Beschluß des hiesigen Grenzgang­vereins wird das in siebenjährigen Zwischenräumen zu feiernde historische Grenzgangfest in diesem Sommer wieder gefeiert. Als Festtage sind der 15., 16. und 17. August

vorgesehen.

W M a r b u r g, 21. April.

Behring, der ans Wunsch beS türk. Sultans sämtliche Hospital, unb Medizinschulen in Konstantinopel besichtigt hat, ist mit bem Medjibje-Orben erster Klasse aus.

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Hierbei

1 der einen Hand aus urbe von den Wagkn le, ein tüchtiger ° sechs Jahre mar e.- ihn sofort nach Girtz-r wurde.

il- Aus dem nah« enen Krater werben Konsoüium Schürf.' lommen, deren ein!. Kohlenlager schließ 1 unb dem Traich.-- [feiten im Wege, k kommen sind, als cd) ichle Aersiachtunz btt Mts. ist der serhrrige Wunsch an baS^m» Sie ®emeinbe sieht 2ef)ttr nur ungern inen, Echulveavalts Derben.

:mber 1907 sind IC erfübTCt tzranfult , Lbsicht, noch in tiefst bten. EhrenpmsideM t Fürst zu Stolberg« hönleldSlyotteu. Zm teifter Bptl, M 2. ifeifor Roichn^itSm, RegierunM Mel« ees die Serien Mt- 'reine in Gedern, Lchm Lidemeistcr Wedau kmals gaben 'M: Geplant ist, das V- ierzustetleu, bet aut ' ib auf der Äücheüe m in bat Kriegs!^

hiesige Turnverei» m Sommer eingeror.:: -um Andenken an bei gründet des deuhchc g-Turnhalle'. D« Turnsaal, einem Geiell- tarnen «u« i" * ) Mk. Die Stadt h- Die Einweihung M

gezeichnet worben.

h Kassel, 21. April. Ein schwerer Unglücks fall ereignete sich in dem benachbarten Dorf O e l b e. Es stürzten 1000 Ziegel, bie auf dem Boden eines Hauses aufgeschichtet waren, durch die Tccke der darunter befindlichen Wohnstube und erschlugen eine Frau nebst einem zweijährigen Kinde. Ein älteres Kind, das in dem Hause auf Besuch weilte, erlitt schwere Verletzungen. Der Eigentümer hatte aus Sparsamkeit die Ziegel, die zum Decken des Hauses benutzt werden sollten, auf dem Boden auf- gespeichert. . (B- T.)

Kassel, im April. Zur Errichtung einer Philipps- stiftung wurden anläßlich des 400jährigen Geburtstages Philipp des Großmütigen 100 000 Mk. zusammengebracht. Die Stiftung soll den Zweck haben, wenig bemittelten Kranken aus dem Regierungsbezirk Kassel, welche wegen der Natur ihres Leidens in den zurzeit bestehenden Kranken. Häusern nicht aufgenommen werden können, eine Heil- und Pflegestätte zu gewähren. Der Vorstand der Stiftung hat bei dem nicht weit von Kastel gelegenen Städtchen Immen- hausen ein Grundstück erworben. Demnächst soll mit dem Bau der Anstalt, deren Baukosten auf 150 000 Mk. ver­anschlagt sind, begonnen werden. DaS Zentralkomitee zur Er- lichtung von Lungenheilstätten wird voraussichtlich 25 000 Mk. Zuschuß zu dem Baufonds gewähren.

X Hanau, 22. April. Ter Aktiengesellschaft Hanauer Klein­bahn-Gesellschaft wurde die nachgesuchte Genehmigung zur Aus- sührung der allgemeinen Vorarbeiten für die neue Bahn­linie von Ravolzhausen oder Langendiebach im Kreise Hanau über Marköbel bis zur hessischen L a n d e s g r e n z e in der Richtung nach Büdingen (Oberhessen) erteilt. Diese Bahn würde also auch eine Verbindung zwischen Hanau und Büdingen unter Benutzung eines Teiles der Hanauer Kleinbahn Hütten­gesäß-Hanau darstellen. Ob das Projekt sich verwirklichen wird, i'ieh. noch dahin, da die Vorarbeiten für eine direkte Bahnlinie Hanau-Büdingen, die von der Aktiengesellschaft für Bahnbau unb -Betrieb in Frankfurt betrieben werden soll, sehr weit ge-

** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In O b e r - M o ck st a d t wird am 1. Juni eine Postagenlnr errichtet. Dem Kriegeroerein Nonnenroth würbe die Kaijerichletle verliehen. Sie wird am 28. April dem Verein übergeben werden. In Weidenau im Siegerland würbe gestern bas iünijährige Töchterchen bes Weichenstellers 91 x von der elektrischen Bahn überfahren und getötet. In Zell fiel ein svielendes Mädchen in einem unbewachten Augen­blick in einen Kroppen kochendes Wasser und wurde so furchtbar verbrüht, daß es mgs darauf nach großen Qualen starb.

Ist eine Herabsetzung der Fleischpreise zu erwarten?

Vom städtischen Viehhof wird, so lesen wir in einem Berliner Blatte, fort lau send berichtet, daß der Auftrieb ganz gewaltig sei. Dementsprechend wird auch ein dauerndes Sinken der Preise für Schlachtvieh gemeldet. Aber vom Vieh­hof bis zum Laden des Schlächters scheinen sich bie Wirkungen des wachsenden Auftriebs und der sinkenden Notierungen zu verflüchtigen.

Im vreuß. landwirtschaftlichen Ministerium ist man von der jetzigen Lage keineswegs überrascht. Von zwei zu zwei Jahren, so hat die Beobachtung gelehrt, gibt es eine steigende Not an Fleisch mit entsprechend ansteigenden Preisen, und bann wieder gibt es eine Fülle von Vieh auf dem Markte, und die Notierungen sinken tiefer und tiefer. Nach den zwei Jahren der Ebbe hat letzt die Flutperiode eingesetzt, und die Engrospreise beginnen zu fallen. Aber und das dürfte das kennzeichnende Merk­mal fein! die Detailpreise erreichen niemals wieder den Stand, von dem die Auswärlsbewegung ausgegangen war. Stets bleibt bie Notierung für den einfachen Käufer höher, als sie bei Be­ginn der knappen Zeit gewesen. Es ist nun nicht zu verlangen, daß die Metzger den Preissturz nun auch gleich in vollem Um­fange mitmacien, da auch sie ein Recht besitzen, sich selbst erst ein wenig nach den mageren Jahren zu erholen. Denn in diesen ist ihr Umsatz kleiner und sind die Kosten größer gewesen. Aber dann, wenn die Erholung eingetreten ist, werden sie nicht mehr zu den alten Preisen zurückkehren können. Eine fühlbare Ermäßigung der Ladenpreise müßte jedenfalls bald iommen. Denn nach dem April, der die niedrigsten Notierungen zu bringen pflegt, hebt die Aufwärtsbewegung meistens aufs neue an.

Einer der grüßten Berliner Konsumenten billigt den Metzgern ebenfalls zu, daß sie den Preissturz nicht in vollem Umfange sogleich mitgemacht haben. Immerhin hätten sie mehr, als sie es getan, mit dem Sinken der Preise am Viehmarkt Schritt halten können. Auch waren sie mit dem Teuerwerben sehr schnell bet der Hand, als die Viehpreise anzogen. Mit dem Herunter­gehen aber lassen sie sich mehr Zeit. Dennoch stehe als ziemlich sicher zu erwarten, daß das Flcstch billiger werde, als es gegen» wärtig noch bezahlt werden müsse.

vermischte».

'Ter neueste (S t i c n b a l) n u n f a l L In Poduli 1 oi (Rumänien) entgleiste ein Lastzug, wobei drei Personen ge­tötet und vier fduoer verwundet wurden.

* Duell mit Schmiedehämmern. Aus Belfast in Irland wird von einem Zweikampf berichtet, der sich in dem Distrikt von Antrim ereignete. Ein schon lange bestehender Zwist zwischen zwei Familien Tclargie und Mac Aulay kam in einem wütenden Kampf auf offener Landstraße zum Ausbruch. Schwere Schmiedehämmer waren bie gegenseitigen Massen. James Mac Auleh wurde durch einen Schlag auf den Kopf sofort getötet, einige andere Personen wurden schwer verwundet. Bis jetzt sind zwei Verhaftungen vorgenommen worden.

* Eine Bart st euer. Wie aus Newyork gefabelt wird (nicht am 1. April), hat ein Mitglied der gesetzgebenden Ver­sammlung von New Jersch den Antrag eingebracht, die Backen­bärte mit einer Steuer von 5 bis 50 Dollar zu belegen. Der Abgeordnete findet, daß die Mode, sich den Backenbart stehen zu lassen, im Zunehmen begriffen sei; --dadurch ersparen viele Männer die Kosten für das Rasieren, unb es sei nicht mehr als billig, wenn der Staat von den mühelos gemachten Er­sparnissen seinen Anteil fordert. Die Idee, den Aart zu be­

steuern, ist übrigens nicht neu. Peter der Große legre eine Steuer auf die Bärte, um die struppigen Russen etwas zu zivilisieren.

* Der älteste Mann der Welt. Dem medizinischen Kongreß zur Bekämpstwg der Tuberkulose, der kürzlich in Lporto tagte, wurde als Beispiel eine? gesunden allen Mannes der 118jährige Franciso Joss vorgesührt, der älteste Mann Portugals, und, soweit authentische Daten zu erhalten find, vermutlich der ganzen Welt. Ioss wnrde im Jahre 1788 in Paradella, Ama res, geboren. Er diente in der portugiesischen Armee, die 1810 gegen die Invasion Napoleons kämvste, unb hat bie Belagerung Ovortos im Jahre 1832 miterlebt. Noch heute arbeitet er m verschiedenen Bernien und er ist auch ein kreislicher Schutze. Nie hat er Wein oder Alkohol genossen und vor schweren Erkrankuttgen ist er stets bewahrt geblieben. Tie ®clehrten, die ihn imtcriuchtcu, konnten keinerlei Anzeichen eines körperlichen Verlalles konstatieren.

* Der Liebesroman der Hundertjährigen. Ein rührender Roman aus dem Leben wird uns aus Newyork berichtet: Ein Junggeselle von 101 Jahren namens John B. Bundren rüstet sich gegenwärtig zu einer Reise über den Atlan­tischen Ozean, die er im Juli antreten will, um in England seine Braut von 99 Lenzen heimzusühren. Dasjunge Paar" will zusammen nach Amerika zurückkehren unb sich am 27. August, dem 100. Geburtstage der Braut, in Tatesville (Eastern Tennessee) in dem Hause, in dem sie ihre Kinderjahre verbrachte, trauen lassen. John Bundren lebt gegenwärtig in den Bergen bei Tates­ville mit Miß Rose McGuire in Preston in Lancashiere. Vor 80 Jahren waren die beiden miteinander verlobt und wollten sich heiraten; aber Roses Ellern, die aus England ausgewandert waren, widersetzten sich ihrem Wunsche und schickten sie nach England zurück. John schnürte sein Bündel unb ging nach dem Westen, um in einer anderen Umgebung den tiefen Schmerz zu vergessen, in den ihn die Trennung von der Geliebten versetzt hatte. Er war in Kalifornien gerade zu der Zeit der großen Goldfunde, und wie viele andere so machte auch er hier sein Glück und kehrte als reicher Mann nach Tennessee zurück, wo er sein Geburtshaus unb auch das Nachbarhaus, in dem die Jugend­geliebte gewohnt hatte, in )einen Besitz brachte. Vor kurzem sah er eine Gesellschaft von alten Freunden bei sich zu Gaste, von denen keiner unter 90 Jahre alt war. In den Zeitungen wurde von dieser Veranstaltung berichtet, ein englisches Blatt übernahm die Notiz, und plötzlich erhielt John Bundren einen Brief von seiner ehemaligen Braut mit der Anfrage:Sind Sie derselb.e John Bundren, der vor langen Jahren in Tattsville lebic?" Und sie erzählte ihm, daß sie jetzt 99 Jahre alt und unvermählt geblieben wäre. Bundren antwortete, er wäre ihr ehemaliger Bräutigam unb erneuerte seine Werbung, die auch angenommen wurde. So hat er sich denn zu seiner Brautfahrt im Sommer entschlossen. Bundren ist für sein hohes Alter außerordentlich rüstig; er hat niemals geraucht oder Alkohol getrunken, hat nie eine Brille gebraucht unb nie eine anbere Frau geliebt, da er immer noch im Herzen die Hoffnung hegte, daß er doch noch eines Tages mit der Geliebten seiner Jugend vereint sein würde. . . .

* Kleine Tageschronik. Auf einem Hügel bei Aarau wurde die Leiche des 19jährigen, aus Stuttgart stammenden Gymnasiasten Otto Meyer gefunden. Derselbe hat in einem Anfalle von Schwermut Selbstmord begangen. In Ems erregt Aufsehen das Verschwinden des Obersteigers Wilhelm Klein, der am Mittwoch von einem Tienstgang nicht zurückgekehrt ist. Klein versah mehrere Ehrenämter. Ter Bürgervorsteher Gibhard aus Alfeld hat sich in der Nähe von Änbeck er­schossen. Im Finstertale (Tirol) stürzte der Maler Waschak aus Wien in einen Abgrund von 300 Meter Tiefe unb war auf ber Stelle tot. In Neapel überrannte bei einem Automobilrennen der Wagen Ibrahims, Vetter des Khe-- bive, eine Frau mit ihrem achtjährigen Kinde. Die Frau war sofort tot, während das Kind schwer verletzt wurde. General Bailloud, der neueste ftanzösische Revanchemaulheld, ist am Sonntag mit knapper Not einem schweren Unfall entgangen. Er wollte von Montpellier nach Bordeaux reifen unb kam erst auf dem Bahnsteig an, als ber Zug bereits einlief. Um den Weg zu kürzen, wollte er das Gleis überschreiten. Seine Reise­tasche, welche an einer Lederschnur über feiner Schuller hing, rutschte zu Boden und bie Schnur verwickelte sich in seine Beine, sodaß erzuBodenfiel. Die Lo ko mo t iv e war nur 20 Meter entfernt unb er selbst unbeweglich. Da sprangen zwei Bahnbeamte hinzu und trugen den General im letzten Augenblick vom Gleis weg. Er erholte sich bald von dem Schrecken und bestieg eiligst seinen Zug. In Chalon für Marne würben drei Husaren verhaftet, welche in einem nach Paris gehenden Zuge ein junges Mädchen vergewaltigen wollten. Tas Mädchen konnte noch rechtzeitig die Notleine ziehen. In Budapest wurde ber Privatbeamte Desiber Herz nachts in ber Tobakgasse von mehreren Strolchen überfallen, beraubt und beert verletzt, baß er kurze Zell barauf seinen Geist auf­gab. Einer ber Strolche konnte verhaftet werden; er weigert sich hartnäckig, seinen Namen zu nennen.

Saatenstandsbericht.

Berlin, 20. April. In den Bemerkungen der Statistischen Korrespondenz heißt es zunächst, daß auf Anregung verschiedener Landwirtschaftskammern die Minister für Landwirtschaft, sowie des Innern bestimmt haben, die Berichte von jetzt an auch auf Erbsen, Ackerbohnen, Wicken, Zuckerrüben, Winterraps, Winter­rüben und Flachs auszudehnen. Sodann heißt es weiter: Die nach dem Berichte vom November des Vorjahres gemeldete Hoff­nung auf gute Durchwinterung der Herbstsaaten ist leider n i cht in Erfüllung gegangen. Der ungewöhnlich lange harte Winter habe die Saaten erheblich geschädigt. Besonders sei der vom 20. Januar plötzlich eingetretene Te mperatur - stürz den damals meist schneefreien Aeckern verderblich gewesen, aber auch die nachher niedergegangenen ungeheuren Schnecmasfen hätten vielfach geschadet, indem sie die Saaten erstickten und zum Faulen brachten. Erst Ende März seien warme sonnige Tage gekommen, an denen der Schnee schmolz und das Pflanzenleben sich regte. Leider sei »-ber Die Zell zu kurz gewesen, um dies genügend bewirken zu können; denn nur zu bald setzten stürmische östliche Winde ein und das Thermometer sank an manchen Orten erheblich unter den Gefrierpunkt. Bei ber nun herrschenden Trockenhell habe man die Bestellung der Aecker zur Sommersaat mit Eifer aufgenommen, .wnd in »eiliger schneefrei gewordenen Gegenden haben auch Kartoffel und Zuckerrüben gebaut werden können. Die Klagen über die Mäuseplagen hätten gegen das Vor­jahr infolge ber Härte bes Winters zwar abgenommen, boch sollen 'ich bie Nager noch überall bemerkbar machen. Sie unb Acker- chnecken hätten ihr Zerstörungswerk hauptsächlich vor Eintritt bes Winters vollführt. Als weitere Schädlinge hätten sich Traht- roürmer, Krähen und Maulwürfe hervorgetan. Durchweg am wenigsten hätten die feineren englischen Weizensaaten dem Kahlfrost w i d e rst an d e n, mährend einheimische Sorten durchgekommen seien. Dagegen hätten Roggens aalen unter den Witterungseinflüssen nicht allzusehr gelitten. Raps und Rüben seien an vielen Orten dem Kahlfrost gänzlich erlegen. Auch Klee, besonders der frische, sei nellenroeife erheblich ausgefror en. Weniger dagegen Luzerne.

Wien, 20. April. Nach dem Saaten st andsbericht des Ackerbauministcr'' ms war der Stand Mille April folgender: Winterweizen war allgemein befriedigend; zumeist gut überwintert. Roggen war ausnahmslos schlecht, Ueberrointerteä muß vielfach durch Sommerfrucht ersetzt werden, besonders in Böhmen und Mähren, wegen des durch Mäuse und Schnecken angerichteten Schadens. Der Ravsstand war allgemein gut, bie Kleebestänbe ziemlich gut. Tie Wiesen haben gut überbauert, ber Anbau von Sommersaat ist verspätet unb jetzt in vollem Zuge. Frühkartoffeln finb im ©üben größtenteils gelegt, ber Rübenanbau hat begonnen. Der Hopfen ist kräftig enrnndelt, ber Weinstock hat häufig ge- litten; bie Obsternte bietet gute Aussichten.

Arbeiterbewegung.

Der Kampf in ber Holzinoustrre bauert an. Der Arbeitgeberverband für das deutsche Holzgewerbe hat beschlossen, die an der Maifeier l. ^nehmenden beiter sofort zu ent­lassen. Tie Wiederemstetcung darf nur >.uj Weisung des Zentral- oorstandes erfolgen. Die Ketpziger HolzindustrieUen beschlossen.

vom 1. Mai ab unorganisierte Arbeiter einzustellen. Ueber bie Beteiligung her M. sikdranche an her Holzarbeiteraussverrung wird am 25. d. M in Berlin ein Beschluß herbciqeführt werben.

Magdeburg, 22. April. Sämtliche organisierten Klempner unb Installateure haben wegen unbewilligter Lohn- Forderungen heute die Arbeit eingestellt, dezw. gekündigt.

Oberhausen, 22. April. Wegen Pobnürcitigfciten traten die Koks- unb Erzfahrer des der Gulehosfnungshütte ge­hörigen Eisenwerks in den Ausstand.

Leipzig, 22. April. Die au.ständigen Maler unb An­streicher beschlossen unter Aushebung de s General­streikes in einen Teilstrei! einzutreten. Bei den Firmen, die die Forderungen bewilligen, soll die Arbeit aufgenommen werden.

Marseille, 22. April. Tie ausständigen Bäcker be­schlossen in einer gestern abgehaltenen Versammlung die W i e d er - aufn"hme der Arbeit. Tie Versammlung verlies äußerst stürmisch.

Ottawa, 22. Avril. In bin Provinzen Albuta unb Eng­lisch Ost-Kolumbien haben die Arbener in vielen Bergwerken, etwa 7000 Mann, ohne vorherige Kündigung plötzlich die Arbeit eingestellt.

£anfrwirtfcbaft.

Auswinterung des Getreides zeigt sich in diesem Frühjahr in besonders ausgedehnter Weise. Wenn auch vielfach ungünstige Witlerungsoerhällnisse die Erscheinung verursacht haben, so kommen doch anch noch andere, sowohl tierische wie pilzliche Schädlinge als Ursache derselben in Frage. Daß lncrüber von Fall zu Fall Klarheit geschaffen wird, liegt im Interesses aller Beteiligten. Es ergeht daher an alle Landwirte, auf bereit Feldern Auswinterung sich zeigt, die Bitte, eine portofreie Mitteilung hierüber möglichst unter Beifügung, einer nicht zu kleinen P fl a n z en pro b e an das Landwirtschaft­liche Institut Gießen bezw. die Kaiserliche Biologische AnstaltinDahlemb. Steglitz zu senden. In den Angaben ist Auskunft erwünscht über die Getreideart und -Sorte, Lage des Feldes, Zeil der Bestellung, Vorfrucht und Düngung.

Großh. Hess. Hauplsammelstelle I für Pflanzenschutz. _______________________Prwf. Gisevius.

Universitäts-Nachrichten.

E ö l n, 22. April. An der H a n d e l § h o ch s ch u l e hat sich tür das Sommersemester als erst er Studierender Prinz Heinrich XXXII. Renß eingeschrieben.

Ter Physiker Professor Tr. Philipp Lenard in Kiel hat einen Rui als ordentlicher Professor ber Physik und Leiter des physikalischen Instituts in Heidelberg an Stelle des in den Ruhestand tretenden Geheimrats Quincke angenommen. Die hab. Regierung hat in Heibelberg ein Gelände für 108 000 Mark angekauft zur Herstellung eines neuen physikalischen Instituts.

Gerichtssaat.

P a r i 5 , 23. April. Die Schauspielerind'Allemagne, bie vor einigen Monaten den früheren F i n a n z m in i st e r Atereier durch einen Revolverschuß leicht verwundete, wurde vom Schwurgericht freigesprochen.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fllr Hande) und Industrie. Giessen.

Frankfurter Börse. 23. April, 1.15 Uhr.

3^®/o Reichsanleihe . . 95.60 396 do. . . 84.60

6/0 Konsoh .... 95.60 396 do. .... 84.60 3H°/o Hessen . . . 94.50

394°/o Oberbessen ...--

4% Oesterr. Goldrente. . 99.50 4V8 96 Oesterr. Silberrente 99.90 4% Ungar. Goldrente . . 94.50 496 Italien. Reute . . .. 3 96 Portugiesen Serie I . 67.50 396 Portugiesen III 68 25 4>60/e russ.Staatsanl. 1905 91.05 416" n japan. Staatsanleihe 93.30 4 96 Conv. Türken von 1903 94.80 Türkenlose.....141.00

496 Griech. Monopol-Anl. 50.00 4 96 äussere Argentinier . 87.00 3°/0 Mexikaner . . 65.50 4>$7o Chinesen .... 97.30

Aktien:

Bochum Guss..... 227.90

Buderus E. W ....

Tendenz: fest

Elektriz. Lahmeyer . . . 128.75 Elektriz. Schlickert . . . 114.40 Eschweiler Bergwerk . . 233.90 Gelsenkirchen Bergwerk . 201.50 Hamburg-Amerik. Paket!. 138.10 Harpener Bergwerk. . . 212.50 Laurabütte...... 229.75

Nordd. Lloyd ..... 127.10 Obeischles. Eisen-Industrie 111.00 Berliner Haudelsges . . 158.75 Darmstädter Bank 133.40

Deutsche Bank . . . 230.50

Deutsch-Asiat Bank . , 171.50 Diskouto-Kommandit. . . 173.90 Dresdner Bank . . . 146.50 Kreditaktien..... 208.30

Baltimore- und Ohio-

Eiseulabn . . . 99.50

Gotthard bahn . . . ..

Lombard. Eisenbalm . . 24.00 Uesterr. StaatsDahn . . . 145.75 Prince-lleuri-Eiseubahu . 139.00

Berliner Börse, 23. April. Anfangskurse.

Cauada E. B......

Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . . Dortmunder-Union C. . , Dresdner Bank . . .

Tendenz: fest.

176.10

133.40

230.50

76.60

146.40

Harpener Bergwerk.

Laurabütte . .

Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd . . .

Türkenlose .

212.20

. 229.60

. 24.20

. 126.50

. 141.40

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