Ausgabe 
22.8.1907 Zweites Blatt
 
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Leiter geforderten 370000 Mark begegnet in den interessierenden Gemeinden doch weniger Sympathie als man nach Lage der Angelegenheit anzunehmen glaubte. Ein großer Teil der Gemeinden glaubt mit der ersten Zeichnung ihrer Beiträge im Gesamtbetrag von 370 000 Mark und freie Gclände- stellung hinlänglich genug Opfer für die projektierte Bahn zu bringen. Auch wirkt die Aussicht des Bahnbaues bis nach Ulrichstein statt einer Durchführung nach Lauterbach in die Bahnbegeisterung hemmend. Ueberhaupt geht das allgemeine Verlangen nach einer Vollbahn von Mückc-Ulrichstein-Lauter- bach, die dann in der ebenfalls bereits projektierten Weiter» sührung Mücke-Marburg eine ganz andere Bedeutung gewänne. Für eineBimbelbahn^, wie man die Sekundär­bahnen hier zu nennen pflegt, hat man angesichts der erforderlichen Opfer wenig Sinn imb Wille.

-j- Lauter, 21. Slug. Auf dem Terrain des staat­lichen Wasserwerks werden augenblicklich größere BaUm­pflanzungen, Sitzplätze und ausgedehnte Anlagen ins Leben gerufen.

+ Lauterbach, 21. Aug. Unter außergewöhnlich starker Beteiligung der Wählerschaft fand geitern die Gemeinderatswahl statt. Von 704 Wahlberechtigten machten 381 von ihrem Stimmrecht Gebrauch, eine Zahl, die bis jetzt m unserem Städtchen noch nie erreicht wurde. Gewählt wurden Zimmcrmeisicr Henkcl mit 361, Kaufmann C. Finger II. mit 341, Metzgermeistcr Suppes mit 297, Hch. Krömmelbein VI. mit 204 und Spediteur Alp mit 168 Stimmen. Letzterer als Ersatzmann auf 6 Jahre.

]. Schotten, 21. Aug. Auch in diesem Jahre ver­anstaltet der Bezirks-Lehrerverein Schotten auf dem reizend gelegenen Lehrerheim eine Familienkonferenz der Lehrer Oberhessens. Die Versammlung findet Samstag, 4. August, nachmittags 3 Uhr statt. Lehrer Floch, Rain- rod, hat einen der Bedeutung des Tages entsprechenden Vor­rag übernommen. Wie alljährlich, so gibt auch Heuer wieder diese Ludwigstag-Konferenz allen Freunden des Lehrcrheims willkommene Gelegenheit zu zwangloser, fröhlicher Zu­sammenkunft.

«= Rudingshain, 20. Aug. Unser Dorf ha Telephonanschluß nach Schotten erhalten.

§ Vom Vogelsberg, 21. Aug. Die Getreide­ernte wird sehr erschwert durch das ungünstige Wetter, da§ noch genau so unbeständig, regnerisch und kalt ist, wie beim

Aus dem Jahresbericht der Handelstammer Friedberg.

IV. <

Industrie und Gewerbe.

Möbelfabrik. Ter Absatz in Massenartikeln war ein be­friedigender, die Preise jedoch nicht entsprechend den erhöhten Her­stellungskosten. Tie Fabrikation von kunstgewerblichen Gegen- ständen nahm weitere Ausdehnung und sand in Holz- und Emaille- artikel bereits Export nach Frankreich statt.

Mineral b ru nn en. Diese Branche krankt an lieber- Produktion und sucht seit Jahren vergeblich eine Einigung zu Stande zu bringen, um der andauernden Unterbietung der Preise ein Ende zu machen.

Al ü h l e n. Die wachsende Konkurrenz der Niesenmühlen er­schwert rnunermehr das Geschäft unserer mittleren und kleineren Betriebe und sind gerade in letzter Zeit wieder einige mittlere Mühlen unseres Bezirks eingegangen. Man fordert in den Kreisen dieser Mühlen die Einsührnng einer Umsatzsteuer, eine Verbilligung der Gelreidefracht und Erhöhung der - Mehlfracht und Kontingen­tierung des Mahlquantums der großen Mühlen, sowrc größere Kontrolle des ausländischen Getreides, über dessen Unreine irnmer- mehr geklagt wird.

P a p i e r i a b r i k a t i o n. Bei allgemeiner guter Beschäftigung besonders für den Export hält das Mißverhältnis in den Preisen der Nohmaterialien und Preise noch an.

Pappenfabrikation. Diese für unseren Bezirk junge Industrie war zufriedenstellend beschäftigt bei sehr gedrückten Preisen, deren Erhöhung bald notwendig ist.

Photographische Papiere. Der Absatz lichtempfind­licher Papiere zeigt weitere Steigerung, ivährend der von Albumin­papiere langsatn zurückging.

Schuhfabrik. Bei ziemlich gutem Umsatz war ein den erhöhten Rohmaterialien entsprechender Aufschlag für das Produkt nicht zu erzielen.

Woll-Spinnerei. Bei flotter Beschäftigung waren infolge der großen Konkurrenz, des Aufschlages der Rohmaterialien und der gestiegenen Kosten entsprechende Preise nicht zu erzielen. Wolle bleibt weiter steigend.

Ziegeleien. Der Absatz besserte sich int Laufe des Sommers, dagegen blieben die Preise der Russensteine trotz der erhöhten Löhne stabil.

Z u ck e r f a b r i k a t i o n. Die enorme Produktion ivurde durch einen stärkeren inländischen Verbrauch, vor allem aber durch den infolge der Cubawirren entstandenen flotten Export nach Nord- Amerika glatt untergebracht. Die Preise für 88°/ggen Rohzucker stiegen bis auf 10 Mk. in Magdeburg. Nach Beendigung der cubauischeu Wirren trat wieder ein größerer Rückschlag ein, der die Preise bis Ende des Jahres wieder auf ca. 8.50 Mk. zurück­gehen ließ.

Eine Fabrik unseres Bezirks wird ihren Betrieb in der neuen Campagne einstellen und erscheinen uns die Aussichten dieser Industrie für die Zukunft sehr ungünstig.

Beginn des Sommers. Das Korn hat man sehr rasch ein» gefahren; noch steht aber auch solches auf dem Felde, ja wird noch geschnitten. Jetzt reifen Weizen und Gerste, während der Hafer noch meist grünt. Letzterem ist das nasse Wetter am meisten zu gute gekommen; sein anfänglich schlechter Stand ist einem üppigen Wachstum gewichen. Ueberhaupt sind die Ernteerträge gut bis recht gut zu nennen. Das Korn hat schwere Aehren und vollkommene Körner; der Weizen ist besonders gediehen. Zu Klagen hat der Landwir trotz des schlechten Sommers keine Veranlassung.

§ Vom Vogelsberg, 21. Aug. Zwischen Birstein und Hartmannshain strebte man die Errichtung einer Auto­mobiloerbindung an. Man hat nun diesen Plan fallen gelassen; statt dessen aber plant man eine zweimalige Fahr- po st Verbindung zwischen beiden Orten. Diese Post soll von Birstein über Fischborn, Lichenroth, Vetzberg nach Hart- mannShain führen. In Lichenroth wird gegenwärtig eine Wasserleitung hergestellt, die zu 35 000 M. veranschlagt ist. In Arnsheim sind unter den Schulkindern die Masern und der Keuchhusten ausgebrochen, die Schule mußte geschlossen werden, da von 66 Kindern 47 krank sind.

sd Darmstadt, 21. Slug. Ein französischer Luftballon ist gestern bei Wiebelsbach i. O. gelandet. Die beiden Insassen konnten sich bei dem Versand der Hülle mit den Stationsbeamten so wenig verständlich machen, daß ihre Abreise nach Darmstadt nur mit Mühe erfolgen konnte und der Bahnbeamte nach Darmstadt telephonierte. Hier wurdne, weil man in ihnen französische Offiziere vermutete, durch die Bahnpolizei und einen höheren Bahnbeamten ihre Personalien festgestellt. Sie waren Vertreter einer französischen Ballonfabrck bei Paris.

-o- Dorlar, 20. Aug. Auch hier wurde die wirt­schaftliche Zusammenlegung der Grundstücke be­schlossen. Der Flächenrauur der Gemarkung beträgt 548 ha, worunter sich 159 ha Wald befinden. Die Bewohner be­schäftigen sich mit Ackerbau und Viehzucht, daneben sind auch viele an der Bahn bedienstet. Ueberhaupt huldigt unsere Gemeinde dem Fortschritt. Mit einem großen Kostenaufwand wurde eine Güterverladestelle geschaffen, die auch den benach­barten Genieinden Atzbach und Waldgirmes zugute kommt. Dazu baut zurzeit die Gemeinde eine neue Schule.

X Groß-Rechtenbach, 20. Aug. Für unsere 106 Schüler wurde mit Ostern eine 2. Klasse eingerichtet. Rach wie vor sind aber die beiden Lehrer auf einen Schul­saal angewiesen. Erst mit Beginn des Winterhalbjahres soll das bisherige Gemeindezimmer als Unterrichtsraum für die eine Klasse benutzt werden. Auch hier sieht der Schulhaus- Neubau in Aussicht, zumal auch Lehrerwohuungcn geschaffen werden müssen.

Greifenstein (Dill), 20. Aug. Gegenwärtig werden unter Leitung des Fürstl. BraunfelSschen Baumeisters Seiler an unserer Burgruine Aufräumungsarbeiten vor- genominen. In 10 Jahren gedenkt man sämtlichen Schutt zwischen den Ueberblcibseln der Feste beseitigt und die einzelnen Mauerteile für längere Zeit vor weiterem Verfall gesichert zu haben. Eben i|t man damit beschäftigt, denMünzturm in Stand zu setzen. Das hier einst geprägte Geld hatte eine tellerförmige Gestalt. Verschiedentlich hat man hier solche Münzen gefunden und dem Fürstl. Solmsschen Archiv in Braunfels zur Aufbewahrung übergeben. Auch Geschosse, Lanzen, Waffensplitter re. hat man schon aus dem Schutt heroorgebracht. Der Eingang zu einer unterirdischen Röß­mühle liegt frei. Es führen etiva 20 Treppenstufen in die Tiefe. In dem oberen Teile dieser eigenartigen Mühle bemerken wir 5 und in dem unteren 4 Schießscharten, deren Bildung besonders interessiert. Die Mauerdicke beträgt an­nähernd 5 Meter. Die größte Slusmerksamkeit lenkt der auf einem Turm befindliche Greif auf sich. Er besitzt Adlerkopf und -Flügel, Löwentatzen und einen Schlangenschwanz. Es ist zu schade, daß nirgends ein Plan zu finden ist, der uns den Greifenstein in seiner ursprünglichen Gestalt zeigt. Aber immerhin wird man sich nach Beendigung der jetzt planmäßig ausgeführten Arbeiten ein Bild von unserer Burg machen können.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 20. Aug. iin Unverbesserlicher.

Im verflossenen Frühjahr kam der Schreiner I. St. aus Gettenbach nach Friedberg, um in einer Möbelfabrik um Arbeit nachzusuchen. Als seine Annahme erfolgte, bat er um 2 Mark Vorschuß, um seine angeblich an der Bahn befindlichen Effekten abholen zu können. Nachdem ihm das Geld behändigt war, begab er sich in die Wohnung eines ihm bekannten Ar­beiters, wo er dessen Frau antraf. Dieser gab er an, er sei in Not und habe kein Geld, um das an der Bahn befindliche Ge­päck einzulösen, sie möge ihm doch 2 Mark geben; sobald er die Arbeit angetreten habe, werde er sich Vorschuß geben lassen und das Geld zurückerstatten. Er bekam auch hier den erbetenen Betrag, aber statt seine Arbeit aufzusuchen, fuhr er nach Hanau und mietete sich ein Zimmer mit Kost, indem er angab, er stehe da in Arbeit. Tatsächlich trieb er sich aber beschäftigungslos umher, um dann, als ihm der Boden zu heiß wurde, zu ver­schwinden ohne Kost und Wohnungsmiere zu begleichen. Hier­für und wegen eines weiteren zu Frankfurt a. M. begangenen Betrugs, ist er inzwischen abgeurteilt worden, welche Strafen er zurzeit in der Strafanstalt Lichtenburg verbüßt. Nach seinen Angaben hat ihm ein Betrug fern gelegen; Bekannte in Hanau hätten ihn davor gewarnt, in der genannten Fabrik zu arbeiten, weshalb er nicht nach Friedberg zurückgekehrt sein will. Er ist aber nicht in der Lage, die Leute zu nennen, die ihn von seinem Vorhaben abgebracht haben. Unter diesen Umständen und mit Rücksicht darauf, daß er die letzten fünfzehn Jahre fast aus­schließlich wegen Betrügereien in Gefängnissen und Zuchthäusern zugebracht hat, ging das Gericht wohl nicht fehl, wenn es an­nahm, daß der Angeklagte von vornherein die Absicht hatte, nicht in Arbeit zu treten. >.Es wurden ihm wegen Betrugs im wiederholten Rückfalle je 6 Monate Gefängnis zu­diktiert, die in 8 Monate Zuchthaus umgewandelt mit 4 Monaten auf die in Frankfurt a. M. und Hanau erkannten Strafen aufgerechnet wurden, was eine Gesamtstrafe von 3 Jahren und 4 Monaten Zuchthaus ergab. Gleichzeitig wurde auf eine Geld­strafe von 150 Mark erkannt, die im Uneinbringlichkeitsfalls mit 15 Tagen Zuchthaus zu verbüßen ist und ihm weiter die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre aberkannt, sowie die Zu­lässigkeit der Polizeiaufsicht ausgesprochen.

Vertagt.

Dem Landwirt G. Sch. von Geiß Nidda ist zur Last gelegt, daß er Kaufschillinge von Liegenschaften, bezüglich derer die Verkaufsverhandlungen noch nicht abgeschlossen waren, an die Langsdorfer Spar- und Leihkasse zediert hat, um so auf betrügerische Art und Weise in den Besitz von Geld zu gelangen. Nachdem ihm dieses gelungen war, soll er unter den näm­lichen Umständen die Kasse seines Heimatsorts um einen größeren Geldbetrag geschädigt haben. Die Sache war ohne den früher in der Angelegenheit tätig gewesenen Revisionsbeamten nicht aufzuklären, weshalb Vertagung auf nächsten Freitag nach­mittags 3 Uhr eintrat, wozu der genannte Beamte geladen wird.

vermischt«».

* (Sine brütende Frau. Die Sonne hat zwar in diesen Hundstagen uns nicht gerade durch sengende Glut­strahlen verwöhnt und die Phantasie in ungewöhnlichem Maße angespornt, trotzdem wird in Schleswig-Holstein ein Hundstagsgeschichtchen kolportiert, das sich tatsächlich im Amtsbezirk Rapstedt zugetragen haben soll: Die Henne einer Bauernfrau hatte diese zur üblichen Zeit durch eine Anzahl Küchlein erfreut, war aber nicht dazu zu bringen ge­wesen, noch länger auf zwei Eiern sitzen zu bleiben, denen die Insassen noch nicht entschlüpft waren. Was tun? Auf den Rat kluger Frauen beschloß die junge Frau, das Brut- geschäft persönlich zu Ende zu führen und die Kücken durch die eigene Körperwärme zum Ausschlüpfen zu bringen. Sie wickelte die Eier in ein Stück Watte und legte das Päckchen unter ihre Bluse; das war am Morgen. Am Nachmittag aßen einige Frauen, darunter unsere angehende Kückenmama, bei einer Nachbarin gemütlich plaudernd bei Kaffee und Kuchen, als plötzlich das lebhafte Gespräch wie auf Kommando ins Stocken geriet, dennPiep, Piep" erscholl es mit einem Male, und das Piepen wiederholte sich, obgleich der bis dahin so gesprächige Mund sämtlicher Kaffeeschwestern fest geschlossen blieb, dafür die Augen argwöhnisch um so leb­hafter umherflnnkerten, bis sämtliche Augenpaare sich auf die »brütende" junge Frau vereinigten, deren Antlitz eine Blut­welle nach der anderen überflog. Des Rätsels Lösung ergab ich denn nach verlegenem Hin und her mit der Feststellung, daß zwei muntere Küchlein an so ungewöhnlicher Stelle das

Zehen Sie, meine Herren, ich bin überzeugt @e daß ich heute sterbenskrank wäre, hätte ich gestern, als ic I g in die Schneespalte fiel und erst nach drei Stunden roicoc heraus kam, nicht eine SchachtelFays ächte Sodener Minera Pastillen bei mir gehabt. Ich bad die ganze Schachtel au B gebraucht, das ist wahr, aber ich bin dafür auch ohne E' 3 kältung davongerommen und das ist doch die Hauptfach 8 Lernen Sie an meiner Erfahrung und versäumen Sie nl' I Fays ächte Sodener zum Reisegepäck und in den Ruckia zatdot zu stecken. Die Schachtel kostet 85 Pfg. und ist übera WW erhältlich. vh"

I Licht der Welt erblickt hatten. Die bei der Kaffeesitzunq durchlebten peinlichen Minuten sind aber der jungen Frau f3 ungemütlich gewesen, daß sie sich vorgenommen hat, re§ me wieder zu tun".

Universitäts-Nachrichten.

D i e Zahl der deutschen Universitätslehrer betrug ivährend des letzten Semesters 3132. Darunter sind 123. ordentliche und 729 außerordentliche Professoren, 116 Honorar. Professoren und 1054 Privatdozenten. An der Spitze der beutfcbci' Universitaten steht Berlin mit 477 Dozenten; dann folgen Münchc., mit 226 und Leipzig mit 224. Die geringsten Zahlen weisen Rostow mit 61, Erlangen mit 69 und Münster mit 73 ans. Gießen zäh!, 93 Lehrkräfte. Die meisten Privatdozenten befinden sich in Berlin wo nicht weniger als 245 dozieren. Erst in weitem Abstand folger München mit 81 und Bonn mit 71. Gießen hatte 19 Privatdozentei!

Kandel.

3proz. Deutsche Reichsanleihe. Tie Zprozenti^ Deutsche Reichsanleihe hat am Montag ihren niedrigsten Stand mit 81,10 erreicht; an gestriger Börse stand sie 81,25. Sie steh, gegenüber dem Kurs im Emissionsjahr 1895 um ca. 20 Prozeß schlechter, gegenüber der kritischen Zeit in 1901 um ca. 5 Proz. und 8 Proz. niedriger als i. V.

Märkte.

-th. Gießen, 22. Aug. Der Austrieb auf dem gestrige! Sch weine markt bestand ans ca. 600 Ferkeln und Saufet. Der Handel war überaus flau und war nur in Läufern und Einleg. schweinen ein Geschäft zu machen, wobei die Preise sich ziemllä hoch hielten. Ferkel waren fast unverkäuflich. Es wurden ge handelt: Ferkel, 58 Wochen alt, Mk. 2735, dis 13 Woche?, alte Ferkel Mk. 4060, Läufer Mk. 80100, stärkere Läufe: Alk. 120140, das Paar Einlegschweme wurden das Stück mi; Mk. 7585 bezahlt. Fette Schweine werden in der Gegend nv; Mk. 5355 lebend oder Schlachtgewicht mit Mk. 7072 der Ztnr bezahlt. Nächste Marktage 3. und 4. September. Am 4. Seu fernher H e r b st - P f e r d e m a r k t.

? Gedern, 20. Ang. Der heutige Sommermark. (Schweinemarkt) war gut befahren und emwickelte sich alsbald ei lebhafter Handel. Die Preise waren ziemlich hoch und bestand bt sondere Nachfrage nach Schweinen der englischen Rasse. Seitz Wochen alte Ferkel wurden durchschnittlich mit 3040 Mau 10 Wochen alte mit 4660 Mark, sogen. Läufer mit 80120 Mat das Paar bezahlt.

Limburg a. d. L., 21. Aug.. Fruchtmarkt. Durchschliitts- preise pro Alalter. Roter Weizen (Nassauischer) 00.00 Alk., weißu Weizen 00.00 Alk., Korn (neu) 14.40 Mk., Gerste 00.00 Alk., Hasri 00.00 Mk. Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 7.00 Alk.

Uirehiiehe Nachrichten.

Israelitische Religionsgemeinde.

Hottesdienfl in der Synagoge (Südaulage).

Samstag, den 24. Aug u st 1907;

Vorabend 7.15 Uhr.

Morgens 8.30 Uhr.

Nachmittags 4 Uhr. Schrifterklärung.

Sabbatausgang 8.15 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschaft.

Gottesdienst.

Sabbatfeier am 24. August 1907:

Freitag abend 7.00 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 8.15 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 6.00 Uhr, abends 7.00 Uhr.

jamilien41aiv^^kn.

Geborene: Herrn Oberlehrer Reuter in Friedberg eint Tochter. Herrn Lehrer Rochelmeyer in Vadenrod ein Sohn Han^

Verlobte: Frl. Mathilde Göbel mit Herrn Heinrich Spou beide in Wetzlar. Frl. Friederike Gruner mit Herrn Wilhelm Jc'- beide in Laubach.

Verstorbene: Herr Gastwirt Peter Schäfer in Altenkirch^! Lehrerin Frl. Thekla Engel in Biedenkopf. Fran Katharine (Srauei geb. Schwarz in Butzbach. Herr Invalide Philipp Hubert 1. n> Klein-Altenstädten. Herr Schneidermeister Adolf Locke in Wetzla. Frau Marie Fittica geb. Schier in Marburg. Frau Brunnen- meister Stork Wwe. in Eibelshausen. Herr Pfarrer Rndo!^ Baustädt m Marburg. Herr Heinrich Matthäi in Marburg, H'aroluie Müller Wwe. geb. Klein in Usenborn. Frl. Elisabeih^ Kasper in Reibertenrod. Herr Caspar Schwaner in Marburg.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für llandvi und Industrie, Giessen.

Frankfurter Rör.ie, 22. Aug., 1.15 Uhr.

3j^°/0 Reichsanleihe . , 92.001 Eiektriz. Lahmeyer . . . 113 2

3% do. . . 81.20 Eiektriz. Schuckert . . . 95"

3^70 Konsols .... 92.20 3% do. .... 81.30 3J4°/o Hessen ..... 3>£°/o Oberhessen . . . 90.00 4-6 Oesterr. Goldrente . 97.10 4l/6 % Oesterr. Silberrente 96 40 456 Ungar. Goldrente . .--

456 Italien. Reute . . . 103.00 356 Portugiesen Serie I . 66.00 356 Portugiesen III 66.50 4)60/'q russ.Staatsanl. 1905 90.60 456% japan. Staatsanleihe. 456 Conv.Türken von 1903 93,00 Türkenlose......138.20

456 Griech. Monopol-Anl. . 46.30 4% ävs>ere Argentinier . 80.60 3% Mexikaner < . . 60.70

456% Chinesen .... 94.40

Aktien:

Bochum Guss..... 203.50

Buderus E. W. . . . ..

Tendenz: etwas fester.

Eschweiler Bergwerk . . 1963 Gelsenkirchen Bergwerk . 188.m Hamburg-Amerik. Paket!. 124.91 Harpener Bergwerk. . . 188a<

Laurah litte......216.5

Nordd. Lloyd . ... 108?

Obeischles. Eisen-Industrie 95 -"

Berliner Handelsges. . . 148 Darmstädter Bank . . . 124.11

Deutsche Bank . . . , 220.1 Deutsch-Asiat Bank . . 138 > Diskonto-Kommandit. . . 166,-

Dresdner Bank . . . 135.25

Kreditaktien.....196

Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn ..... 89.3C

Gotthard bahn.....

Lombard. Eisenbahn . . 29 Oesterr. Staats bahn . . . 1367' Piince-Heuri-Eiseubahn . 123,ik

Berliner Börse, 22. Aug. Anfangskurse.

Canada E. B. . . . . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . . Dortmunder-Union C. . . Dresdner Bank . . .

Tendenz: schwächer.

159.00 123.70

220,60 61.30

135.40

Harpener Bergwerk. Laurahütte . . Lombarden E. B. . Nordd. Lloyd . . . Tiirkenlose . . .

. 187.41

. 217.01

107.71

. 139.0l

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