Ausgabe 
18.3.1907 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Pferde (2166)

und andere Einhufer, 20 115 (20 175) Ochsen, 2297 Bullen, 36 638 (36 427) Kühe, 37 799 (39 268)

über 3 Monate alte junge Rinder, 73 562 (76 308) Kälber, 292 894 (817 952) Schweine, 14 193 (17 610) Schafe, 26 907 (26 775) Ziegen. Eine Zunahme ist sonach zu ver­zeichnen bei Bullen (132 Stück), Kühen (211) und Ziegen (182), während bei allen übrigen Tiergattungen eine Ab- nahme zu verzeichnen ist und zivar bei Ochsen 60 Stück,

- Betrug. Am verflossenen Freitag erschienen zwei Mädchen im Alter von etwa 14 und 10 Jahren in einem hiesigen Goldwaren-Geschäft, gaben sich als Töchter eines bekannten Arztes aus und ließen sich zwei Armbänder und zwei Ringe auf Rechnung dc§ Arztes geben. Es stellte sich dann heraus, daß der Arzt gar feine Töchter hat und daß eS sich um einen Schwindel handelte. Die Mädchen wurden ermittelt, das Aeltere, das die Hauptrolle bei der Sache spielte, entpuppte sich als ein entlassenes Lehr- mädchen. Die erschwindelten Waren fanden sich in seinem Besitz und wurden ihm abgenommen.

-Hülfe in Unglücks fällen. Die hiesige Sani- tätSkolonne hat in der Stadt fünf Verbandstellen eingerichtet, die in den nächsten Tagen durch Anbringen von Schildern mit entsprechender Aufschrift kenntlich gemacht werden. Mit dieser Einrichtung hofft sie, ihren Zweck der ersten Hülfeleistung bei Unglücksfällcn im Interesse der Ein­wohnerschaft besser als seither verwirklichen zu können. Von diesen Verbandstellen wird auch der Transport von Kranken oder Verwundeten in die Krankenhäuser ausgcführt.

- Oberhessische Veteranen.Versamlung.^ Tie Feldzugsteilnehmer aus den Kriegen 1866 und 1870/71 waren am Sonntag mittag im Cafü Ebel zahlreich zusammen­gekommen, so daß der untere Saal sie nicht zu fassen ver­mochte. AuS ganz Oberhcssen und auch aus dem früher hessischen Hinterlande waren Veteranen erschienen. Forstwart Blei eröffnete die Versammlung mit einem Hoch auf Kaiser und Grobherzog und machte Mitteilungen über von auswärts, insbesondere von Darmstadt vorliegende Zustimmungserklär­ungen. Stadto. Gabriel-Gießen, Vorsitzender des Kcieger- veremS-Gießen, wurde zum Leiter der Verhandlungen be­stimmt. Sämtliche Redner, darunter Petri-Gießen, Leicht- Watzenborn, Blei-Rieder-Bessingen, Langsdorf-Lich, forderten unter langanhaltendem Beifall für jeden Veteranen einen Ehrensold von 120 Mk. im Jahre und eine dahingehende Petition an den deutschen Reichs­tag. Auf Antrag Gabriel uud Petri-Gießen wird am Schluß der Verhandlungen eine zwölfgliederige Kommission gewählt. Außer dem Vorsitzenden Petri gehören dazu Kommerzienrat EmmeliuS - Gießen, Direktor Loos-Gießen, Blei-Rieder- Bessingen, LangSdorf-Lich, I. Sommer-Watzenborn, Fischer- Gcoßen-Lmden, I. Heß-Ober-Bessingen, Koburger-Reichels- heim, Vetzberger-Ridda, Jakob-Ronnenroth, Christ-Elpenrod. Die Kommission soll eine Petition an den Reichstag aus­arbeiten und sich mit den Veteranen der Provinzen Starken­burg und Rheinheffen, die auch in diesen Tagen Versamm­lungen abhalten, ins Einvernehmen setzen. Tie Kommission wird in etwa 14 Tagen in Gießen eine weitere Sitzung ab­halten. Petri-Gießen gedachte zum Schluß in kurzen Worten der hohen Verdienste für die Veteranen und brachte ein Hoch auf die Kriegsteilnehmer aus. Auf Anregung des Stadtv. Gabriel wurde die Versammlung mit dem Gesang des Liedes ,Deutschland, Deutschland über alles" geschlossen.

* Die Schlachtvieh- und Fleischbeschau er­streckte sich im Jahr 1906 in Heffen auf 1827 (1905: 1912)

ist » b, len leWh ^rl

Mick & drr X bes2

ä

die Ljr

b" zur völlig

"ÄH»S

x der

L me^ oli ebZ ng von Schiss N angenom, 1 Spruch et, l'M ergab, .erAände'run l^derlichen A> -r eu lieber dir htsbeamten, Heilung von Ar.

"feriem E buid) M, ierte Zätigleitj. >ennehrung b# den, ob es afc ungsvvllen ut. W&. dmübtt nger tnit deq den Standpund -unian-Tanni Mitteln. Nach

Handelskammer n ausspricht, daß

Regelung des int unter Hinzu- ch'chieden werden Zuständigkeit lechtsstreitigkeiten referierte tom- hlußfassung über lllichen hessischen eber die Fr acht« ingsreismden be> inz; hierzu wird : öffentlichen Ai- u allgemeine Hi­er bei Geschäft bete der hoppeln Kegfall tonunt ages wurde ehv

it am Sonntag skonzert w Teilen sehr g.

Herrn Frim )e mit dem- >A, das von der. und Krauße |t wurde. Tie- tonen aus dm außerordentlich u h e gab sodm r als Cellist igaben verW- nter dem Zechli i sang mit seiner i stimme zwei tev Mrkgras übern ir herein". t auch m eine« .plaus hm zugad. üe wiederzugeben Walde" und danr mers ziell>ewußtel stimmlich un all raesetzte C^r sew en hohen W :*uarnMth£ Bliebet buch * t dadurch welegp r Charakter und ie yialT» *

beit-"-A" V U £ an b°l »ff dscheunb f ? Li- Wert g» M .-sA Ä-Sl oo.n « sehen - s;

Pferden 85, Rindern 1469, Kälbern 2746, Schweinen 25058, und Schafen 8417 Stück. Die Gesamtabnahme der 1906 beschauten Tiere gegen das Vorjahr beträgt sonach 32 360 Stück. In Oberhessen wurden beschaut 185 Pferde, 3796 Ochsen, 702 Bullen, 5218 Kühe, 11 554 Rinder, 12 269 Kälber, 70 398 Schweine, 2957 Schafe und 7506 Ziegen.

Tabak bauende Gemeinden gab eS in Heffen im Erntejahr 1905/06 14, die sämtlich in der Pro­vinz Starkenburg lagen. Tabakpflanzer gab es 1373, die auf 2951 Grundstücken zusammen 45 874 Ar mit Tabak bepflanzten. Die geernteten 933 989 Kilo Tabak hatten einen Gesamtwert von 823 534 M.; die Geivichtsstener davon betrug 336 021 M. und die Flächensteuer 190 M. Der Steuerertrag überstieg den des Vorjahres um rund 40000 M.

Alsfeld, 17. März. Unsere landwirtschaft­liche Winterschule war in diesem Winter von 45 Schülern 18 im oberen und 27 im unteren Kursus besuchte Ihrer Heimat nach stammten aus den Kreisen Alsfeld 33, Lauterbach 6, Schotten 4, Gießen und Ziegenhain je einer. Exkursionen und Besichtigungen fanden 7 statt. An der Schule, deren Vorsteher Oekonomierat Bittiger ist, unter­richteten 8 Landwirtschafts- und 5 andere Lehrer. Die öffentliche Schlußfeier des 35. Schuljahres der Anstalt, die aus einer Prüfung und gemütlichem Zusammensein besteht, findet am Freitag, 22. März, vorm. 10 Uhr, statt.

H Fried b er g, 17. März. In dem HotelTreiSchwer- ter" tagte gestern nachmittag der Landesverein der TechnikersürdasGroßherzogtumHessen unter zahlreicher Beteiligung. Der Vorsitzende Liebegott- Bensbeim erstattete den Jahresbericht für 1906, der zeigt, daß sich der Landesverband gedeihlich entwickelt hat und daß verschiedene Maßnahmen der Regierung den Wünschen des Verbands emgegenrommen. Schriftführer Hütten­berger erstattet Bericht über die Hauptversammlung 1906 in Mainz, Rotherme l-Mainz verliest die Jahresrech- nnng, die Einnahmen betragen 1207,41 Mk., die Ausgaben 1236,76 Mk. Vom 1. Januar d. I. ab beträgt der Jahres­beitrag 7 Mark. Grün i g-Gießen dankte dem Vorstand für seine Amtsführung. Auf Antrag des Vorstandes wurde beschlossen, daß die neuen Satzungen am 1. Januar 1907 in Kraft treten. Eine lebhafte Debatte ruft ein Antrag der P r o v i n z g r u p p e Ob e r h e s s e n hervor, der dahin geht, bei Gvotzy. Regierung dahin vorstellig zu werden, daß die Anstellung der Anwärter spätestens 10 Jayre nach der Prüfung erfolgt. Rach einiger Debatte wird ein Antrag Gr ünig-Gießen angenommen, die Ziegierung zu ersuchen, in dem Buoger 1908 wieder einige neue Stellen für solche Hochbauausseher eiuzurichien, die aus eine längere Dienstzeit zurückblicken. Ferner wird der Vorstand beauftragt, Er­hebungen aufzustellen, wie weit sich die dienstliche Tätigkeit der Techniker erstreckt. Grünig-Gießen bea.istandet den Titel Bauausseher und hofft aus eine baldige Regelung der Aitelfrage. Bei den Vorstandswahleu wurden

il a. Herren gewählt: zum 1. Vorsitzenden einstimmig Siebe- gott-Bensheim, zum Presseausschuß Weber und KisscpDarm- stadt, zum Rechnungsprüsungsaueschuß Kögel, Hübner und Freudenberger-Gießen. Ter Vorsitzende teilt mit, daß im Lause des Sommers der Süddeutsche Techniker-Verband in Darmstadt seine Hauptversammlung abhält und beantragt, Mittel zu bewilligen, um den Bruderverein würdig zu em- pfangen, abends vorher soll eine Begrüßungsfeier stattfmden. Tie Mittel werden bewilligt. Aus Antrag des Vorstandes wird die Verbandsleitung beauftragt, Verhandlungen ein­zuleiten zwecks Eintritt zum Verband deutscher Beamten- vereine. Man erwartet hiervon einen bedeutenden Schritt zur Förderung der sozialen Interessen der Techniker.

-m. Frtedberg, 16. März. Mehrere Jungen nahmen an einer augenblicklich nicht benutzten Wasserleitung, die ober­irdisch auf der Russenhütte von Gebr. Ulrich hergelcilet ivtrd, Turnübungen vor. Dabei verunglückte der 11jährige Sohn des Fuhrkuechts Friedr. Künzel dadurch, daß ihm em Rohr auf den Kopf fiel. Er brach bewußtlos zlisammen und das Blut floß ihm aus Mund, Nase und Ohren. An seinem Auskontmen wird gezweifelt.

Assenheim, 16. März. Gestern war eine Gerichtskommlssion hier, die infolge des Gesländitiffes öer drei Kassen räuber Nachforschungen nach dem noch nicht vorgefundenen (Selbe anstellte. Bei längerem Nach­suchen fand man fast den ganzen Betrag in dem Pferdestall unter der Pserdekrippe. Bis auf eine Kleinigkeit ist jetzt alles wieder herbeigeschafft.

X L i ch, 18. März. Gestern, am 17. März, feierte Herr Phil. Zimmer, Crtäeinneljmer i. P., seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlaß brachte ihm der GesangvereinCäcilia" am Abend ein wohtgclungenes Ständchen. Zimmer gehört zu den Ehren- mitglieberu des Vereins, auch war er lange Jahre (in den 60er und 70cr Jahren) Dirigent. Ja er gehört iwch zu den Gründern unseres jetzt so blühenden Gesangvereins. Die überaus zahl­reichen Glückwünsche von nah mW fern und auch seitens seiner früheren Vorgesetzten, legten beredtes Zeugnis ab von der großen Liebe und Verel/rung, die der Gefeierte allseits genießt. Wir wünschen Herrn Zimmer, der leider schon 10 Jahre völlig erblindet, aber sonst noch überaus körperlich und geistig frisch ist, einen recht zusriedenen Lebensabend.

Q Queckborn, 17. März. Gestern fand hier Bei­ge o rd n e te n st i ch wa h l statt. Schneidewertbesitzer Ludwig Äff III. siegte gegen Landwirt H. Junker.

a. Dirlammen, 16. März. Am vergangenen Samstag feierte der Polizeidiener unserer Gemeinde März seinen 8 0. Geburtstag. Er hat bereits sein Amt als Polizeioiener 41 Jahre inne und versieht es noch mit seltener Rüstigkeit und Frische. Der Gemeinderat hat ihm als Anerkennung einen schönen Sessel als Angebinde zu seinem Geburtstage verehrt und fand sich am Abend in seiner Wohnung behufs Gratulation ein.

x Lauterbach, 16. März. Ein trauriges Geschick hat unser vor einigen Tagen zurückgekehrtes Storchenpaar ereilt. Das Männchen wurde erschossen uinlbi sitzt von seiner jahrelang zur Freude von jung und alt" benutzten Sommerwohnung tot auf die Straße, worauf auch das Weibchen die ihm einst so lieb ge­wesene Stätte alsbald verließ.

Hörnsheim, 17. März. Die beiden Schul- knaben Friedrich Weber und Wilh. Dörr, hier wurden für ihr entschlossenes und opferwilliges Verhalten bei der von ihnen im vorigen Nachsommer bewirkten Rettung des 9 Jahre alten Wilhelm Weber vom Ertrinken mit einer Geldbelohnung von je 30 Mark bedacht. Die beherzten Jungen hatten ihren Kameraden aus dem hier ziemlich stark fließenden Kleebach gerettet. Der Betrag wurde ihnen bei der Kreissparkasse Wetzlar gutgeschrieben.

Mainz, 17. Alür§. Aus telephonische Benachrichtigung wurde von der Polizei iit Kassel ein von Wiesbaden koininendes A u t o- mobil angehalten, in dem ein Herr v. S. mit 2 Kindern saß. Herr v. S. ivurde beschiildigt, die 2 Kinder entführt zu haben. Tas hatte er allerdnigs getan, allein er wies nach, daß es seine eigene Kinder waren, die seine mit ihm in Ehe- jcheidnng lebende Fran heranSzugeben stch geweigert halte. Da in dem Ehescheldnngsprozeß noch fein Urteil gefällt ist, ließ die Polizei das Automobil mit seinen Insassen seines Weges ziehen.

Eine Massenmörderin vor den Geschworenen. (Unberechtigter Nachdruck verboten.)

H. F. Hirsch berg (Schief.), 17. MmH.

Vier Verbrechen, wie sie teuflischer nicht gedacht sein können, gelangten vor dem Schwurgericht zur Verhandlung. Fern vom großen Weltverkehr liegt das Dorf Grünau. Einsam steht am Eingang zur Dovsstrage d,.is Haus der Chausseewärter Feigeschen Eheleute. Tie Familie Feige gewährte alten, alleinstehenden Leuten Wohnung und Verpflegung. Die von iijrem Alaune getrennt lebenbe SchnetbermeiIterssrau Marie Brückner hatte u. a. Aufnahme in der Feigeschen Familie gesunden. Am 28. März 1906 starb plötzlich die noch rüstige 70jährige Frau. Sie besaß ein kleines Vernwgen. Dies hatte sie wenige Tage vor ihrem Tode den Feigeschen Eheleuten testamenw.risch vermacht. Ihre eigenen Kinder hatte die alte Fnau im Testpjment vollständig ausge­schlossen. Dem Gatten der Verstorbenen, Schneidermeister Brück­ner, kam der plötzlich^ Tod seiner Frau, die Absiassung des Testaments usw. verdächtig vor. Er teilte diesen seinen Argwohn der StaatsaiUvaltsäMst mit. Letztere ordnete die Ausgrabung der Leichspin und sandte die inneren Telle des Leichnams an das chemische Unter]uujiungS.aint der Stadt Breslau. Dieses stellte fest, daß im Magen unb den Eingeweiden der Verswrbenen große Aiengen Arsenik enthalten waren. Dies gab der (Staate amvaltschsast Veranlassung, Frau Feige wegen Verdachts des Gift­mordes in Hast zu nehmen.

Die Gruiiauer Bevölkerung hegte schon lange Verdacht, daß in der Feigeschen Behausung Erbschleicherei im schlimmsten Sinne des Wortes getrieben Wierde. Alan erinnerte sich, daß vor einigen Jahren ein alter Arbeiter nlamens I anitscheck bei Feige gewohnt habe. iAuch dieser besaß ein kleines Vermögen. Er soll ebenfalls die Familie Feige als Erben eingesetzt haben. 1903 ist Janikscheck plötzlich gcfiorben, angeblich durch den Genuß verdorbener Wurst. Im Jahre 1899 wohnte in dem Grunauer Chaussewätterhäuschen die im Jahre 1816 geborene Stief­mutter der Feige. Diei Greisin hatte ihrer Stieftochter 900 Mark zum Ausbau eines Swlkes geliehen. Trotz heftigen Drängens tonnte sie das Geld nicht zurück erhalten. 1899 stprd die alte Frau ganz plötzlich. Einige Jahre vorher lebte bei der Familie F-eige die Schwester des Ehemannes, die Weberin Friederi fe freite. Die etwas fränflidje Person genoß bei den Feigeschen Eheleuten eine Art Wohnungsvecht. Auch diese starb 1897 eines plötzlichen Todes.

Infolge eingegangener Anzeige ordnete die Staatsanwaltschaft auch die Ausgrabung dieser drei Leichen an und in allen dreien wurden große Dl engen Arsenik gefunden. Um jeden Zweifel zu beteiligen, wurde auch die Kirchho,serde unter­sucht, diese enthielt jedoch nur geringe Adengen Arsenik. Die Sachverständigen erklärten, das Gift sei den Verswrbenen augen­scheinlich bei Lebzeiten beigebracht worden und mußte notwendiger­weise den Tod herbeiführen.

Vor einiger Zeit meldete sich bei der Hirschberger Staatsan­waltschaft ein junger Mpnn und bekundete: Er sei ©djreiber in der Apotheke in Goblonz gewesen. Eines Tages fei eine Frau in die Apotheke gekommen und habe für vier Kreuzer Wundbalsam getauft. Tie Frau Oabc den Provisor ersucht, zu einer Unter­redung in das HotelZum Erzherzog" zu wmmen. Der Pro­visor hab. -dem Ersuchten Folge gegeben and ihm erzählt: die Frau habe ihm für eilte größere Menge Arsenik unb Eistoroform 60 Dlark bezahlt. Ihm, iwn Schreiber, fei bie Sache verdächtig

vorgekommen. Er habe deSbesb die Frau verfolgt und festgrstel^ daß sie von Gablonz u/adu 'Jicidyenberg, Kratzau und Grottau m Böhmen gefahren imb in allen diesen Orten in die Apotbeern gegangen sei. Sdstießlidi sei sie über Zittau^ nach Hirschberg gesahren. Er habe bereit-3 damals feine Beobachtungen einem} Polizeibeamten in Hirschberg mitgcteilt. Frau Feige wurde dem jungen Alaun gegenübergcftcllt. Er erkannte die Frau mit voller Bestinlmtbeit wieder. Frau Feige gab schließlich zu, in der pUwi theke in Gablonz von einem Provisor Arsenik und Chwrosormt erhalten zu haben.

Trotzdem stellt Frau Feige mit großer Entschiedenheit in rede, sich eines Dlordes schuldig gemackst zu haben. Die Staats­anwaltschaft ergeb icbüdy die Anklage wegen vier,acheir AiordeÄ gegen Frau Feige. Tie Gesd):vorenen verurteilten fyrau Feige zweimal zum Tode. In den zwei ältesten Fallen ward- iie freigesprochen.

vermischte».

^Berlin, 18. März. Ern P i sto l e n d u e l l soll am frühen Morgen des gestrigen Sonntages an der westlichen Peripherie von Charlotlenburg zwifchei» einem Schriftsteller Sch. und einem Eisenbahnbeamten H. slatlgefnnden haben. Ter erstere fall burd) emen Sck) in bie Schnller kampfunfähig gemacht morden jeui.

~ Arvcttcrvewegung.

Berlin, 18. März. Tie Aussperrung der Holz, a r b e 11 e r soll von nächster Woche ab evtl, auf das ganze Reich aiiögcDclmt werden. Tie 'Arbeitgeber haben für Montag eme Per« Sammlung emberufen, in der über die neii zu treffenden verfchärften Maßregeln Beschluß gefaßt iverden soll.

'JJl ü n che >>, 17. Alärz. T»e ,/DL N. 91." erfahren, daß der in München befindliche Zentralverband des Arbeitgeberverbandes für das S ch n e i d e r g e iv e r b e gestern an alle an der Lohnbewegung beteiligten Ortsgruppen die Verfügung erließ, die Gehülfen auszuspcrren. Alle Versuche zu örtlichen Verhandlungen sollen abgelehnt unb diese nur mit dem Zentralverband in München ge- pflbgcn werden. Von der AuSfperruiig werden folgende Städte vetrossen: Augsburg, Berlin, Bielefeld, Bonn, Braunschweia, Ehern, uitz, Darmstadt, Tüijeldori, Erfurt, Frankfirrt an der Oder, Freibnrg im Breisgaii, Fürtb in Bayern, Gotha, Güstrow, Hagen in West­falen, valberftadt, Hamburg, Alannheim, 'Mainz, 'Mülheim an der Ruhr, 'Neuwied, 'Nürnberg, OSnabriick, Pößneck, Rudolttadt, Saar­burg, Schwerm, Uelzen, Ulm, Wiesbaden, Witten und Zittau. Hiin zufommen wird wohl auch iioch Krefeld, wo die christlichen Ge- iverfschasten ihre Forderungeii eingereicht haben. 91ach den dem genannten Blatte zugegangenen Informationen ist bereits eine Einigung erzielt in: Bielefeld, Braunschweig, Erfurt, Feiburg im Breisgau, Gotha, Neuwied, Pößneck, Rudolstadt und Wiesbaden. 'München bleibt von dieser Lohnbewegung bezw. Aussperrung vor­erst verschont.

Wien 17. März. Die Damenschneidergehtlsen und Gehilsinen haben in 3 Dlassenversammlungen einstimmig jchlogeu, morgen m den Ausstand zu treten. *

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 18. März. (Orig.-Telegr. de«Gießen Anz/) Amtliche 91otierimgen der heutigen örudytmarftpreife, Wetzen All. 18.75J 9.00, Kurhessifcher Alk. 18.75-00.00, La Plata Mk. 20.2520.75, Kansas Alk. 20.2521., Roggen (hiesiger) Mk. 17.5017.75, Gerste (Wetterauer) Alk. 18.0018.75, »yxaufen- selber Alk. 18.5019., Hafer 18.7519.60, Mais Mk. 14.0000.00, Weizenmehl 27.5028.25, M. 0000, 2. Qualität Mk. 25.26 bis Alk. 26.26, 3. Qualität Mk. 23.2523.76, Rogyenmehl 0 Alk. 26.5027.00,1. Qualität Alk. 25.5026.00, Weizenkleie Atk. 10.00 bis Alk. 10.50, Rogqenkleie Mk. 11.0011.25, Maiskeime Alk. 11.00 bis Mk. 11.50, Franken, Pfälzer, Ried Alk. 18.5019.25. Alles per 100 Kg. ab hier. ä

io. Frankfurt a. M., 18.März. (Telegr. Orig.-Bericht bc5 .Gieß. Anz."). Antti. 'Notierungen der heutigen Biehmarktpreis e. Zum Berkanfe standen: 417 Ochsen, 39 aus Oesterreich, 46 Bullen, aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 831 Kühe, Fersen, ©fiere und Rinder, 0 ans Dänemark, 343 Kälber, 383 Schafe und Hümmel, Schafe aus Oesterreich, 17 Ziegen, 1750 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht. Ochfen 1. Qualität 8084 Mk., 2. Qual 7275 Alk., 3. Qual. 6467Alk.; Bullen 1.dual. 71 bi8 75 Alk., 2. Qual. 6769 Alk.; Kühe 1. Qual. 7274 Alk., 2.Quaü 6870 Alk., 3. Qual. 60- 62 Alk, 4. Qual. 0000 Mk., 6. Qual. 0000Alk. Kälber: I.Qual.100104Pfg., Lebendgewicht 6062 Pf., 2. dual. 9296 Pfg., Lebendgewicht 5467 Pfg., 3. dual. 0000 Pfg., Schiachtgeivicht 7075 Pfg., Schafe: 1. dual. 8000, 2. dual. 7678 Pfg., 3. dual. 0000 Pfg.; Schweine 1. duaL 59-60 Pfg., Lebdgew. 46.0000.00 Pfg., 2. du.58-00Pfg., Lebend- gew. 45.0000 Pfg., 3. dual. 5254 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberftanb unbedeutend; bei Klemvieh gut, fern Ueberftanb.

- Ortgirial-DrahtmeLdungen.

St. Ingbert, 18. März. Auf Anordnung des Ge^ neralkomutandos wurde die Musterung in St. Ingbert wegen der Genickstarre auf unbestimmte Zeit vei> schoben. Krank sind im ganzen 16 Personen, der Genick­starre erlegen bereits 3.

Paris, 18. März. Nach Meldungen aus Toulon er­klärte der ja p a n i s ch e M a r i n e a t t a ch e e in einem Pri^ vatgespräch, daß feine Anschauungeir über die Ursache der Katastrophe mit denen des deutschen AdmiralA S i e g e l ü b e r e i n st i m m t e n. Begreiflicherweise könnten s'^h aber beide lsierüber nicht äußern. Die SL.aluvpe des Touloner See^-Präfekten, deren sich Präsident Fallieres zu einer Rundfahrt im Hafen bediente, ist nachts in der Nähe der Barloge-See gesunken.

Petersburg, 18. März. Diehr und mebr gewinnt es den Anschein, als sollte die Untersuchung über den Decken- e i n st u r z im Sitzungösaale der Reichsduma aleichzeitig eilt Panama der Duma-Architekten und der russi­schen Bureaukratie aufdecken. Es hat sich heraus­gestellt, daß die angeblich aus massivem Eichenholz ge­machten Sessel des Sitzungssaales, für welche 108 Rubel pra^ Stück bezahlt worden sind, nur eichen fourniert sind. Die Abgeordneten fordern eine Kontrolle der Rechnungen. Ami weitesten in ihren Angriffen geht die ZeitungRuß"; aus Grund des ihr von Architekten zugegangenen Materials sucht sie uachzuweisen, daß die Duma unter keinen Um­ständen in das alte Lager zurückkehren dürfe, da der ganze- Bau lebensgefährlich sei.

N o r t h o p (England), 18. März. Eme Explosion schlagender Wetter erfolgte auf einer hiesigen Grube, wobei 11 Bergleute den Tod fanden.

Biarritz, 18. März. König Eduard von Eng» land hat 1000 Franks für die Hmterbltebenen der Opfer der Jena-Katastrophe gespendet. Es wird bestätigt, daß eine Zusammenkunft zwischen König Ebuard und König Alfons an Bord der Pacht Giralda stattsinden soll.

Rom, 18. Diärz. Beim gestrigen allgemeinen Em­pfang beim Papst ist eine aus den Abruzzen nach Rom gepilgerten Frau plötzlich tot zusammengebrochen. Der Zwischenfall machte auf den Papst einen tiefen Ein­druck. ,

Tausendfach bewährte

Nahrung bei:

Brechdurchfall, t

Diarrhöe, Darmkatarrh, etc.

Kindermehl

Krankenkost