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platz. Dort an gekommen, ergriff Bürgermeister Sann nos, tnals das Wort und gedachte der durch schweres Ungl^x heimgesuchten hessischen Schwestergemeinde Herbstein, gleich die Anwesenden zur Unterstützung ausfordernd. Ti? hierauf vom Bürgermeister Sann und die Lehrer Habermehl und Jnderthal veranstaltete Tellersammlung "ergab den Betrag von 44.50 Mk.
£■ o r 0 e i m, 21. Aug. A ch t z i g Jahre alt wurde heute die Gräfin Mathilde zu Solms-Rödel he ini und Affenheim, geb. Prinzessin zu Salm-Horstmar, Witwc des Grafen Friedrich zu Solms-Rödelheim.
--Ehringshausen a. d. Till, 21. Aug. An derselben Stelle, wo vor 49 Jahren das Feuer ein Gebäude als Opfer gesordert, brannte heute nachmittag ein H o l z st a l l und eine Scheuer des Landwirts Philipp Huttel nieder. Als man den in Flammen stehenden Stall und gleich danach die gefüllte Scheuer brennen sah, konnte man annehmen, dal sich das Feuer zum Großfeuer gestalten würde. Solche« wurde denn auch einigen Till- und den Lahndörfern teic. phonisch gemeldet. Von den Nachbarwehren war zunächst Dill he im am Platze und half der hiesigen Feuerwehr größeres Unglück verhüten. Auch verschiedene andere Wehren taten dann etwas später ihre Schuldigkeit. Wasser formte man hinlänglich aus dem Lempbacy und einem Laufbrunnen entnehmen. Auf welche Ursache das Feuer zurüclzusühren ist, ist iinbefamit
(w.) Weilburg, 21. Aug. Im Beisein der Groß Herzogin-Mutter Adelheid von Luxemburg, des Erb. grofzherzoglichen Paares von Baden und der vier ältester luxemburgischen Prinzessinnen sauo heute die Enthül. l u n g des T e n k m a l s des Herzogs Adolf v o n N a s s an statt. Tie Feierlichkeit wurde durcy ein F-estessen beschlossen, bei dem Pfarrer Scheerer auf das Haus Nassau, der Erb- großherzog von Baden auf die Stadt Weilburg toastete.
(tu.) Frankfurt a. M., 21. Aug. Heute nachmittag m 3 Uhr 45 Min. fuhr die Vorspa i: nmaschine des Schnellzugs Berlin-Frauksurt-Basel Nr, 6 im Hauprperfoueubaynho: infolge zu sa-nelleu Einfahrens bezw. zu späten Bremsen: ri über die Sanoschüttung des Einfahrtgeleijes 4 (Bahnsteig 2 „ auf den Prellbock. Personen wurden nicht verlehi " eine Verspätung des Zuges ist nicht entstanden. Ter M. terialschaden besteht lediglich aus einem leicht beschädigter । Prellbock. L
Hoinburg v. d. H., 21. Aug. Der Kaiser tra- m heute vormittag gegen 11 Uhr mit der Prinzessin Friedrich il1' ZI a rl von Hessen im Automobil von Schloß Friedrichsho- aus der Saalburg bei Homburg ein. Er besichtigte da:
Saalburgniuseum, sowie das neuerrichtete Quüstorium uni " die dort befindliche Bibliothek. Nach eingehender Besichtigun? begab sich der Kaiser uni V/t Uhr nach Schloß Hombm^ woselbst er das Frühstück emnahm. Nach dem Frühste besichtigte er die neuerbauie Erlöserkirche. Hieraus nah» r der Kaiser beim Regierungspräsidenten von Meister in befjcn 1 Homburger Villa den Tee ein. Die ursprünglich für viei Uhr vorgesehene Abreise wurde auf 6 Uhr verschoben; sie erfolgte nach Wilhelmshöhe.
einigen Wochen um seinen Abschied gebeten, und zwar aus denselben Gründen, welche die Generale Metzinger, Michal Und Hagron veranlaßten, aus dem aktiven Dienste zu scheiden. DaS heutige Amtsblatt veröffentlicht nun die Ernennung des Generals Lombard zum Nachfolger Famins.
Bordeaux, 21.Ang. Der König und die Königin von Spanien sind heilte nachmittag ineognito hier ein- g etroffen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 22. August.
•• Hülfe für Herbstein. Die Bank für Handel und In duskrie hier (Hauptsitz in Darmstadt), hat dem Gießener Anzeiger für die abgebrannten hessischen Lands- leute in Herbstein zur Weiterbeförderung 100 0 Mark übermittelt.
Weiter gingen ein: Pfarrer Schwabe 3 Mk.. H. W. 3 Mk., L. Wortmann 5 Mk., I. M. Sch. 3 Mk., A. M. 10 Mk., F. 5 Mk., H. A. S". 2 Mk., Adolf Bär 5 Mk., R. H. 1 Mk., G. W. 10 Mk., Frl. A. Müller 1 Mk., G. S. 1 Mk., Frau Eckardt 1 Mk., Poliklinische Armenkasse der Nniv.-Frauenklinik &0 Mk., R. B. 20 Mk., P. I. Mobs 10 Mk., Willi) Rudolph jun. 5 Mk., gesammelt in der Medizinischen Klinik 25 Mk., Karl Bourgeois 2 Mk., Philipp Weiler 2 Mk., F. B. P. 5 Mk., Bank für Handel und Industrie, Depositenkasse Gießen (Darmstädter Bank) 1000 Mk., G. Straub 3 Mk., L. V. 2 Mk., Stammtisch Erambambuli im „Augustiner" 5 Mk., Ungenannt 1.50 Mk., Herm. Mettenheimer 10 Mk., L. K. 5 Mk., A. R. 5 Mk., Frau Helene Oncken 10 Mk., Dr. F. Günther, Vorstand des Chem. Untersuchungsamtes, 10 Mk., Heinrich Meister 5 Mk., Frau M- L. 3 Mk., Frau K. L. 3 Mk., Hettler 10 Mk., Regierungsrat Bähr 3 Ml., Dr. W. 3 Mk., Postdirektor i. P. Ritsert 5 Mk., M. S. 5 Mk., Professor Buchhold 6 Mk., G. Bergen in Heuchelheim 2 Mk., Frau Dr. Dehn-Rotselser 2 Mk., Lehrer W. M. 3 Mk., M. G. 10 Mk., Regierungsrat Hoffmann 3 Mk., N. N. 3.50 Mk., Ungenannt 10 Mk., zusammen mit den bereits quittierten 1031.95 Mk., b i s jetzt 2 3 3 5.9 5 M k. Gestern ging die 3. Rate von 400 Mk. nach Herbstein ab.
** Zum Brand in Herbstein- Wohl selten hat der Vogelsberg eine solch gewaltige Verwüstung durch Brand gesehen, wie sie in Herbstein geschehen ist- Zur Entfaltung ^dieser Vernichtung brauchte das entfesselte Element la um zwei Stunden, eine Wehr konnte ihm kaum entgegengesetzt werden- Verschiedenen Umständen ist cs zuzuschreiben, daß der Vrand^nicht lwch größer wurde, so hat am Brandherde die alte Stadtmauer bewirkt, daß der Brand von dieser Seite und der katholischen Kirche abgehalten wurde; wäre die Mauer nicht da gewesen, dann war das ganze höher gelegene Herbstein dem Untergänge geweiht- Andererseits bot die Bedachung mit Hohl- Kiegel und Strohbüschelunterlage dem Feuer rasche Nahrung, im Nu standen derartige Häuser im Brand- Tas Amtsgericht mit seiner massiven Ziegelbedachung bot Widerstand, aber darüber hinaus zündeten einzelne Feuergarben, indessen diese Zündung konnte von den Besitzern gelöschr werden. Heldenhaft mußt die Arbeit der Feuerwehr gewesen sein, um einzelne Gebäude, wie Apotheke und Sparkasse zu retten- — Tie Stadt Herbstein wird wohl jetzt ein anderes Bild bekommen, wie man hört, sollen die Plätze der Abgebrannten zum Teil von der Stadt angekauft werden, dagegen soll Baugelände an der Peripherie der Stadt geschaffen werden- Die AbschätzungStommission der Brandversicherung ist seit Dienstag an der Arbeit; hoffentlich werden die paar stehen gebliebenen Mauerreste nicht hoch angeschlagen- Ein Bäcker, dessen Backofen noch brauchbar ist, zimmert eben cinD'ach darüber, damit ier wieder backen kann, so hat auch ein Schmied über die noch stehenden Wände seiner Werkstelll. ein Dach gelegt, um darin arbeiten zu können- Tie Bedürfnisse sirch gestiegen, einesteils durchs den regen Zustwm der Fremden, and^rnteils auch durch die 70 Soldaten, die an der Ausräumungsarbüt sind- Das Aufräumen der Trümmer ist keine leichte Arbeit- In Staubwolken tzehüllt stehen die Infanteristen und schippen Schutt aus die Wagen; )abei betommjens sie ein Aussehen wie Mulatten, verrußt und chmutzig- Zwischendurch wird in die iwch glühende Masse ge- pritzt und wenn da ein Infanterist eine Tusche abkriegt, so Flucht er wohl, aber er nimmt sie hin- Eine kleine Freude wird den Soldaten mitunter dadurch bereitet, daß sie eine Flasche Schnaps oder Wein aus dem Schutt zu Tage fördern, die nach der notwendigen Mkühlung durch die durstigen Kühlen fließt- Im Uebrigen löschen die Vaterlandsverteidiger ihren Durst in der Hauptsache aus dem Inhalt der Spritzenschläuche. Tie Dauer der Aufräumungsarbeiten ist noch nicht abzusehen und die Verhandlungen über das Hierbleiben des Militärs sind noch im Gange- Die Unterbringung des Schutts bereitet der Stadt Schwierigkeiten, ,ihw in tiefe Wege zu schütten ist gefährlich wegen der Nägel und Glasscherben- Die Alteisenhändler sind emsig bei der Arbeit, inanch schönes Altertum wird da auf den Haufen geworfen- Ein großer Teil von Herbstein liegt in Schutt und Asche, qualmend strömt aus einigen Kellern noch der Rauch der letzten brennenden Reste, Staubwolken ziehen in die Luft, die im Verein mit dem Wasserdampf den dabei Beschäftigten oft den Atem benehmen- Tie ersten Ansichtspostkarten vom Brand erschienen bereits am Donnerstag, die aber infolge des Rauchs unklar Waren- Heute liegt eine Anzahl guter Photographien vor, die die Verheerung in vollem Umfang erkennen lassen; die Bilder sind im Schaufenster unserer Redaktion zur Ansicht ausgehängt- Eins,der Bilder zeigt die Soldaten auf dem Trümmerfeld stehend, ein anderes so ziemlich die gesamte Flüche der Brandstelle mit dem Amtsgericht im Hintergrund, ein drittes Bild zeigt die noch stehenden Giebelseiteil vorn Reis'schen Geschäfts hause, von welch einer der obere Teil nachgestürzt ist, auf einem weiteren Bild steht Leutnant Eoulmann auf der Treppe eines niedergebrannten Geschäftshauses an der katholischen Kirche, aus dessen Schutt eben die verkohlten rauchenden Leinwandballen herausgeschippt werden, während eine Ausnahme an derselben Stelle zeigt, daß unsere Vogelsberger Schönen sich immerhin über die Anwesenheit deS Militärs freuen und ihren militärischen Gruß verstehen- Tas letzte Bild ist vorn .Dach des Ruhl'schen Wohnhauses aus gewonnen, im Hintergründe die Apotheke und Hotel Deutsches Haus- Zur Linderung der Not wird von vielen Seiten geholfen, aber viel, sehr viel muß noch geschehen, unt die Beschädigten wieder einigermaßen auszuhelsen-
** Vorn ©teuevfommiffariat Gießen. Se. Kgl. Hoh. der Groß Herzog haben den Steuerkommissär des Steuerkommisfariats Gießen, Regierungsrat Dr. Gust. M e tz l e r, mit Wirkung vorn 15. Oktober 1907 an in gleicher Dienst- eigenschaft in das Steuerkommissariat Darmstadt I, sowie ferner den Steuerkommissär des Steuerkommisfariats Mainz I, Regierungsrat Otto Stroh, in gleicher Diensteigenschast in das Stellerkommissariat Gießen versetzt.
*• S. M. der Kaiser passierte gestern abend 7 Uhr, von Homburg kommend, mittelst Extrazuges den hiesigen Bahnhof. Der Zug hielt nur fünf Minuten. Empfang sand nicht statt. Nach vollzogenem Niaschinenwechsel setzte sich der Zug wieder in Beweglmg.
** 1857 —- Fünfzigerfeier — 1907. Die diesjährigen Fünfziger iverden ihre gemeinsame Geburtstaasfeier nächsten Niontag, 26. August, begehen. Die FestUchkeit findet im Restaurant „LiebigLhöhe" statt und beginnt nach- nnttags 3 Uhr. Das Programm bietet in reicher Fülle und schöner Abwechslung Unterhaltung jeder Art, so daß den Altersgenossen ein paar recht vergnügte Stunden in Aiissicht stehen.
♦* Mit der Einführung des Achtuhr-Ladenschlusses und der völligen Sonntagsruhe für Ladengeschäfte beschäftigte sich eine gestern abend vom hiesigen p e u t, ch - n a t r o,u a l e u H. a ir d l u n g s g e h i l f e u v e r b a n d
veranstaltete öffentliche V e~r f a m ml ü n g im Cafe Ebel. Die Versammlung war recht gut besucht, zumeist von jüngeren Kaus- mannsgehülfen und auch von Lehrlingen. Auch einige Laden-- inhaber waren erschienen. Tas Referat erstattete Herr S ch e 11 i n von Frankfurt a. M., der in über einftünbiger sachlicher Rede sich über die beiden zur Beratung stehenden Fragen verbreitete und die volkswirtschaftlichen und sozialen Vorteile eines einheitlichen frühen Ladenschlusses und der völligen Sonntagsruhe für die Ladengeschäfte eingehend erörterte. Auch bei der Widerlegung der in der Regel gegen beide Forderungen erhobenen Bedenken traf der Redner das richtige. In der sich anschließenden Debatte sprach Herr Blau vom Leipziger Verband sein grundsätzliches Einverständnis mit den beiden Forderungen aus, wünschte jedoch reichsgesetzliche Regelung und vermißte in dem Referat praktische Vorschläge zur Erreichung des erstrebten Zieles. Seine Mitteilung, daß sich der Leipziger Verband dieser- halb in einer Eingabe an die Stadtverordneten-Versammlung gewendet habe, gab dem Referenten Veranlassung, den bisherigen sachlichen Ton zu verlassen und diese Eingabe als kolossale Dummheit zu bezeichnen, weil die Angelegenheit die Stadtverordneten nichts angehe. Er mußte sich aber späterhin von Rechtsanwalt Kaufmann dahin belehren lassen, daß auch die Stadtverordneten-Versammlung zu hören ist. Professor Sui eb sprach sein grundsätzliches Einverständnis mit beiden Forderungen aus und riet zu schrittweisem Vorgehen, da man damit am raschesten zum Ziel gelange. Auch ein Ladeninhaber, Herr Haas, bekundete seine Zustimmung. Im übrigen spitzte sich die Debatte, in der auch mehrfach betont wurde, daß sich ein gänzlicher Schluß an Sonntagen mit Rücksicht auf die Land- kundschast hier nicht empfehle, zu einem Konkurrenzkampf zwischen den verschiedenen kauftnännischen Gehülsenverbänden zu, der mit der zur Verhandlung stehenden Frage herzlich wenig zu tun hatte. Oberlehrer Werner pries dabei den deutsch-nationalen Verband als den führenden und auch der Referent, sowie Herr Reuther und der Vorsitzende Herr Eckold t benutzten die Gelegenheit, für den deutsch-nationalen Verband Stimmung zu machen. Erst nach 1 Uhr wurde die Versammlung geschlossen.
* * Beschlagnahmt wurde bei einem hiesigen Spezereihändler eine Partie Mehl, das mit Milben durchsetzt war und für den menschlichen Genuß ungeeignet ist.
* * Durchgebrannt ist in verflossener Nacht aus der Sichenanstalt der Pflegling Berthold. Derselbe hatte sich sittlich an einer geisteskranken Person vergalten, weshalb eine Untersuchung gegen ihn eingeleitct war. Berthold leidet an chronischeut Rheumatismtls; er ist trotz seiner Lähmung über die Cinsriedigungsntatler gestiegen und flüchtig geworden.
* * E r st e s B e r t u r n s e st auf d e m H o h e r o d s- k o p s. Gemäß Beschluß de§ letzten Gautlirntags findet an Stelle des Dünsbergturnens dieses Jahr am 25. Augllst probeiveise ein Volkswetturnen auf dem herrlich gelegenen aussichtsreichen Hoherodskops statt. Die Vorbereitungen haben die Tiirnvereine Gedern, Lailterbach und Schotten übernommen. Kein Prunkfest soll die Turner, Freunde mit) Gönner der edlen Turnsache aus dem höchstgelegenen Gipfel des Hessenlandes zusammensühren, sondern schlichter Sinn und turnerischer Geist sollen der Veranstaltung ein volkstümliches Gepräge geben. Das Wetturnen beginnt IVj2 Uhr mit einer Gruppe einfacher Stabübungen. Der Festbeitrag beträ gt für jedermann 20 Psg. Für gute Verpflegung, sowie für Konzert und Tanz ist Sorge getragen. Entgegenkommender Weise hat die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. am Sonntagmorgen einen Sonderzug ab Nidda eingelegt, der Anschluß an den in Gießen um 5U Uhr morgens abgehenden und in Nidda um 653 ankommenden Zug hat, so daß die ihn Benutzenden schon um 729 Uhr vorm. in Schotten sein können.
* * D a s E r g e b n i s des Oktrois im Rechnungsjahr 1 9 0 7. Die Oktroieinnahmen betragen nach der Zusammenstellung des Oktroiinspektors: Von Schlachtvieh 37 559,86 3Jt. (im Vorjahr 37 308,50 2)1.), von Fleisch, Fleischwaren und Wild 4149,53 M. (un Vorjahr 5 497,81 M.), von Brennmaterial 41 658,28 M. (im Vorjahr 41 219,80 M.) von Mühlenfabrikaten und Haler 5 525,47 M. (im Vorjahr 6758,55 2)!.), von Getränten 32 607,87 M. (irn Vorjahr 33 229,18 2)L) Tie Gesamteümahrne betrug 121 501,01 M. gegen 124 013,85 M. im Jahr 1906. Aus die Gesamteinnahme kommt in Abzug an Rückvergütungen (Attsstlhr re.) 13 179,91 M. (im Vorjahr 13 545,62 2)1.), so daß der Oieittübcrschuß sich mit 108 321,10 M. gegen 110 468,23 M. im Jahre 1906 stellt. Von diesem Betrage fommeit allerdtngs noch die Vertvalttmgs- kosten in Abzug. Die Einnahme stellt sich also um 2 147,13 M. niedriger als im Jahre zuvor. Mindereinnahmen sind bei den Positionen Fletsch- und Mühlensabrikate zu verzeichnen. Tie Ursache, daß weniger Fleisch und Fleischtvaren eingesührt tvnrden, wirb darauf zurückgeiührt, daß dttrch die im Herbst 1905 eingeführte Nachkontrolle des uon außerhalb eingesührlen Fleisches die Einfuhr wegen der dem Einbringer entstehendetl Kosten unb des mit der Nachkontrolle verbundenen Zeitverlustes die auswärtigen Metzger sich einen andern Abnehmerkreis gesucht haben (Bad 91atthenn). Ter Ausfall mi Oktroi für Hafer erklärt sich dadurch, daß im Vorjahr vor dem Inkrafttreten, der neuen Handelsverträge atts- nahmsweise bebentenbe Quantitäten Hafer in die Stadt eingebracht würben, bie ein erhöhtes Oktroi brachten. Ter Ausfall an Einnahmen für beide Positionen übersteigt beit wirklichen Mtnbereingan g an Oktroi, so baß ber Mehreingang anderer Positionen dadurch wettgemacht wirb. Interessant sind bie Zahlen, bie bartmi, wie ber Verkehr an ben vier Toren verschieben start ist. Obenan steht baö Sellerstor mit 12115 Bezettelungen, bann folgt bas Neustäbtertor mit 11 991, bas Walltor mit 3389 unb bas Neuenwegertor mit 2066 Bezettelungen. Int Gmtzett würben 29 561 Bezettelrmgen (gegen 31 502 im Voriahr) vor- genommen. Auch hierburch wirb bargetan, baß bie Einfuhr gegen bie bes Vorjahres abgenommen hat, beim es sind 1941 Bezettelnngen weniger erforderlich gewesen. Interessant dürfte sein, daß die llebertretungen der Oktrotvorschriflen erheblich abgenommen haben. Im Jahre 1905 wurden 85 Anzeigen, 1906 dagegen nur 53 Anzeigen erhoben. Allerdings ist ja bekannt, baß bie Organe unseres Oltroi- ivesens nicht weniger als anzeigelustig sind, sonberti bie Erhebung mit großer Kulanz hanbhaben unb nur, wenn sie vermuten, daß Jemand wissentlich sehlt, Anzeige erstatten.
* * D l e Hei m a t a iis st e lt ilng in Schwanheim, von der in unseren gestrigen Familienblättern die Oiede ist, findet, wie berichtigend mitgeteilt sei, bis ziun 28. b. Alls, statt.
+ Klein-Linden, 22. Aug. Unsere Kirchw eihe ist auf 8 Tage verschoben und auf Sonntag, 1. September, estgesetzt tvorden.
A Weitershain, 21. März. Am Sonntag, 18. Aug., wurde das hiesige Kirchweihfest gefeiert. Da zugleich der Jahrestag der Schlacht von Gravelotte war, so zog der hiesige Kriegervercin und Gesangverein mittags 2 Uhr mit 2Nusrk zum Kriegerdenkmal. 9tach Vortrag zweier Lieder durch den Gesangverein gedachte Bürgermeister Sann in zündenden Worten der großen Schlachtentage vor 37 Jahren und ermahnte die junge Generation, dankbar ber Männer zu gedeilken, die damals ihr Leben für das Vaterland Hingaben und sich dankbar zu erweisen den Veteranen, die jetzt noch unter uns weilen. Er forderte weiter auf zur Treue zu Kaiser und Landesherr und ließ seine Rede in einem brausenden Hoch auf beide ausklingen. Hierauf gedachte Lehrer Haber mehl in kernigen Worten aller deutschen 23rut)C’ ärnme. Sein Hoch galt dem deutschen Vaterlande. 9iach . .n gemeinsamen Gesang des Liedes „Deutschland, Deutschland über alles" belvegtc sich der Zug nach dem Fest-
0crm6fd?t#s.
* Bluttaten, termoröct wmbe m einem Walde in der Nähe von Posen das zwanzigjährige Fräulein Helene Nieradzinsk-i aus 3cion§. Sie war ui den Wald gegangen, um Pilze zu suche». Als sie nach mehreren Stunden noch nicht zurücklam, ging nur., auf die Suche und sand die Leiche in einem Gebüsch. Tie Lage der Leiche läßt vermuten, daß der Mörder das Alädchen mißdraua! hat. Von dem Aiörder sehlt jede Spur. — In Walthaus ei \ im württembergischen Cberamt Gerabroim Hai ein 40jähriger, sei! L Jahren wahnsinniger Mann, feinen 70 Jahre alten Onkel mit einen V" alten Kavalleriesäbel am Morgen im Belte überfallen unb ihm de. l> Hals abgeschnitten. — In einer Onschau bei Oldenkirchen wurbi f ein mit seinem Bruder zusammenwohilendes Fräulein von 3b Jahre:, m seiner Wohnung tot aiisgestmdcn. Es besteht der Verdacht, tw es von seinem Bruder, der verfchwunben ist, ermorde: • worben ist. Zwischen beiben Geschwistern sollen wegen einer Erd- schafisaiigelegenheit Zwistigkeiten bestauben haben. — Der von einer auswärtigen Staatsanwaltschaft verfolgte Kailsmann Roberl Hai-.se.: aus Hamburg kam letzte 2iacht zii feiner in einer berüctjiißter , Straße wohneuben Ehefrau nach B r a u n s ch w e i g. Es kam zr einem Wortwechsel, in bessert Verlaus Hansen einen Revolver zo; unb ans seine Frau seuerte. Es gelang der Frau jedoc zu entfliehen. Hierauf richtete Hansen ben Revolver gegen sich seid' unb wurde schwer verletzt m das Krankenhaus gebracht. Air. Alorgen ist er seinen schweren Verletzungen erlegen.
* Kleine Tages cl) r o n » l In dem Dorfe Marquetle le ' Lille (Frankreich) stürzte eine bereits bis zum 7. Stockwerk gefühlt ; Mühle ein. Tie Zahl der Opfer beläuft sich auf 16 Tote. Mr führt die Katastrophe auf den Einsturz eines Betonsußbodens, dc-. noch nicht trocken war, zurück. — In Pofen erkrankten vic. Familien infolge Geniiffes giftiger Pilze schwer. Von de. Erkrankteii sind 3 Perfonen gestorben. Die übrigen befinden sich u Lebensgefahr. — Im Zirkus Sporn zu Düsseldorf entstanden gesierr abend, als ber Ringkämpfer StenrS aus Belgien teilten Gegner 'S Um: aus Berlin unfair cmgrisf, Streitigkeiten. Die beiöci.
Kämpfer ohrfeigten einander. Das Publikum stürmte ' die 2Jtanege unb mußte von ber Polizei unb der
Feuerwehr zurückgebräfigt werben. Die Preisrichter bisqmü- fixierten beide Ringer. Die Polizeibehörbe verbot ihr weit eie- Auftreten. — Bei Lemberg taub gestern ein P i ft o 1 e n d uel. zwischen bem früheren Reichstagsabg. Hofrat im Ackerbauministeriiir'. Struczkiewicz unb bem Direktor zur Förberung der heimischcn Industrie Olszewski statt. Der Zweikampf verlief unbluhg. — Er: furchtbares Gewitter ging gestern vormittag über den nock' westlichen Teil der Däu. Jnfel Jütland nieder uiib richtete gro^ Verwüstungeii an. Gleichzeitig erhob sich eine gewaltige Wasser' Hose. Letztere hob Dächer empor und stürzte Wände um. Sie hol' in einem Hasen zwei Pferde zwanzig Fuß hoch und fetzte sie außer halb des Hafens nieder. Em Hund nrachte sogar eine Fahrt vor. 200 Fitß in die Luft mit.______________________
LIniverfttäts-NacyrtchtE.
Von der Akademie zu Frankfurt a. M. Pfarrer v. Ehr ich Fo erst er ist als Privatdozent für Geschichte der christlichen Religion und Kirche zugelassen worden. Er wirb seine Lehrtätigkeit im fommenben Wintersemester mit einer einftünbigen Vorlesung über die Anfänge der christlichen SHeltgion und Kirche
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Marrte.
ke. Frankfurt a. M., 22. Aug. (Tetegr. Ong.-Bericht de» „Gieß. Anz.".) Amtliche Notieruiigen der heutigen Viehmarll' p r e i f e. Zum Verkaufe standen: 20 Ochsen, 00 aus Oeftevvcw1 3 Bullen, 1 aus Oesterreich, 112 Kühe, Fersen, Stiere unb Rinder 00 aus Rumänien, 701 Kälber, 17 Schafe unb Hammel, 0 Ziege». 0 Ziegenlämmer, 0 Schatlämmer. Bezahlt würbe ’111 bas Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 83—85 M- 2. Qualität 76-80 Alk., 3. Olualilät 70-72 Mk.; Bulle" 1. Qual. 78-75, 2. Qual. 70-72; Kühe 1. Qualität 75-77 M. 2. Qual. 72—74 Alk., 3. Qual. 64-66 Mk., 4. Qual. 00—00 M- 5. Qual. 00-00 Mk. Kälber 1. Qual. 76—84 Psg., Lebeiidgeivrch 49—54 Psg., 2. Qualität 60—66 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pig- Schlachtgew. 00-00 Psg.; Schase: 1. Qual. 84—00 Psg., 2. Quo 78—80 Psg. — Geschäft: bei Hornvieh gut, bei Kleinvieh gut, ve Kälber lebhaft. Ueberstand gering. __
Mctzener Wetterdienst.
VoranHstchtliche Wittcruug für Hesse» am Freitag de 23. Angiisl: Trübe, neblig, geringer Regen. Kühl. Westliche WiNdi


