Erstes Blatt 157. Jahrgang Donnerstag 22. August 1907
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bis »onnittaas'"ffi RotqtisnrdNlS und Verlag der Vrähl'schen Univ.-Vuch. und Zteindruüerei. «. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrah« 7. E. HM: Mr den ' *♦•1 jciycmeii • -öcct<
Zur Abwehr.
Von nationalliberaler Seite werden wir um Aufnahme des' Nachstehenden gebeten: I
Immer sich wiederholende Ausstreuungen von Antisemiten/ die den Nationalliberalismus bei dem Bauernstand und dem städtischen Bürgertum in Mißkredit zu bringen und sich als die alleinigen Freunde des Mittelstandes hrnzustellen suchen, nötigen mich leider noch einmal die Jeder z uv'Ab w e h r zu ergreifen.
Es ist eine sonderbare Behauptung, daß die Mittelstands-« bewegung der in sich so gespaltenen antisemitisch-agrarischen Gruppe den Nationalliberalismus erst zur Beschäftigung mit diesen Fragen gebracht haben sollte. Schon die Tatsache, daß diese Gruppen ^zusammen 1907 nur 584 000 Stimmen gegenüber! den 1 743 700 Stimmen der nationalliberalen Partei hatten, sollte doch davor stutzig machen, etwas derartiges anzunehmen.
Ten Vorwurf der Spaltung in solchen Fragen gebe ich den Herren einfach zurück; denn in keiner Partei im Reichstage, haben die Angehörigen jener Gruppen so ost gegen einan«, der gestimmt und geredet als gerade bei dieser h et e r o g e n e n Bereinigung. '
Es ist eine grobe Unwahrheit, daß sich die nationalliberale Partei gegenüber den Forderungen der Mittelstandsbewegung fast durchweg ablehnend verhalten habe. Ter gegen uns ins Feld geführte Berliner Obermeister Rahardt lud am 17. März 1906 den Vo rstand der nativ nalliberalen Fraktion des Reichstags zu einer VersamuUung der Mittelstandsver- einigung ein. In dem Einladungsschreiben heißt cs: „Es würde uns eine ganz besondere Freude sein, wenn der ergebenst unterzeichnete Vorstand das Vergnügen hätte, Vertreter dernationalliberalenFraktion, welche allezeit die Interessen des M i L te l st a n d e s nach bestem Wissen und Können v e r t r e t en hat, in der Versammlung begrüßen zu können.
Ueber die Stellung pes Bundes der Landwirte zu uns und der deutschsozialen Partei sage ich: Es kann nicht wahr sein, daß der Bund die Antisemiten stets als. zuverlässig in landwirtschaftlichen Fragen anerkennt; denn wie lange ist es her, daß dm T>und und die Antisemiten sich im hiesigen Wahlkreise bekämpft haben?
Nun zudem gewerblichen Mittelstand- Man sucht der nationalliberalen Partei eins anzuhängen durch Hinweis auf Vorgänge bei den Stadtverordnetenwahlen in Frankfurt und auf eine Aeußerung der Köln- Zeitung. Jnbezug auf ersteres sage cch: Solche Vorkommnisse müssen vor allen Dingen vom örtlichen Standpunkt aus beurteilt werden, von lokalen Verhältnissen und von ^erfo neu fragen- Als Maßstab für die Beurteilung einer Partei im ganzen Reiche lassen sie sich nicht verwenden. Ebenso muß ich die Aeußerung der Köln- Zeitung, wenn sie wirklich den angegebenen Sinn haben -vllte, als Gradmesser zurückweisen; denn die in Betracht kommende Rede des Herrn Patzig fand in Goslar lebhaften, lairganhaltenden Beifallund wurde von unserer Partei als programmatisch während der letzten Wahlkämpfe als Flugblatt verteilt; letzteres geschah auch hier- Tos allein ist maßgebend und nicht etwa die Aeußerung eines Redakteurs b_e r Kölnischen Zeitung. Im folgenden sei nun eine Skizze der Tätigkeit der nationalliberalen Partei auf den in Betracht kom- nicuDen Gebieten gezeichnet- Auf Vollständigkeit erheben diese Ausiührungen feinen Anspruch.
Bei Schaffung des deutschen Reiches und desl Reichstages tagen unsere wirtschaftlichen Verhältnisse ganz anders als heute- Landwirtschaft, Handel und Gewerbe und die geringe Industrie konnten unsere 40 Millionen-Bcvölkerung ohne große Schwierig- leiten ernähren- ' Erst von den 70er Jahren an nahm unsere Bevölkerung stark zu und das wirtschaftliche Leben wurde ver- rüidcUer. In jener Zeit standen nationale und kulturelle Fragen rin Vordergrund des politischen Interesses- Erst der wirtschaft- stche ’Jiiebergang, der auf die erste Hochflut folgte, zeigte drohende Gefahren und Schäden- Daß bei der Lösung neuer Fragen auch Ustgrisse Vorkommen, ist selbstverständlich Ter Schritt, den man l8'>8 inbezug auf das Jnnnngswesen zu weit-gegangen war, ist richt von Antisemiten sondern von dem nationalliberalen Tr- Miquel durch das sog- Osnabrücker Statut wieder rückgängig zemacht worden-
Tie nationalliberale Partei hat zur Förderung der klein- ürgerlichen Verhältnisse, 1880 für Gesetze zur Einschränkung ) es Geld- u nb Grund Wuchers g e ft i mm t-
An den Schulze-Telitzschen Kr e di tv e re i n e n varen viele Nationalliberale beteiligt-
1893 suchte man den Sachwucher, namentlich den Vieh- vucher zu treffen-
1895 wurde die Zcntralgeno ssenschastskasse ins Leben gerufen- >
Alte diese Gesetze und Einrichtungen zielen aufFörderung )es Interesses des Hewervlichen Mittelstandes« r n d der Landwirtschaft a b-
1894 erfolgte in Frankfurt die Aufstellung eines neuen virtschaftlichen Programms der nationallibe- : al en Partei- Tiefe begrüßt'- daher das Marke nschutz- ! e s e tz, stimmte den Vorschlägen wegen der üblen Nachrede und ber verläumderischen Kreditschält g u n g e n zu, ebenso den Bestimmungen gegen den Verrat vo n B etrieos- undGeschästsge Heimnissen.
Was ist nicht alles geschehen zur Heranbildung eines uch tig en Standes auf dem Gebiete der Gewerbe nirch Bestimmungen über das Lehrlingswesen, Anlage )on gewerblichen und kaufmännischen Schulen, Interstützuirg von Ausstellungen? In Preußen, >as gegen 10 Millionen jährlich für Hebuwg der Gewerbe >urch Schulen ausgibt, hat gerade der n at io n a l lib er a le Oe i n i st e r Möller mit dem Abgeordnetenhaus ein 5 t) ft ent der Gewerbeförderung geschaffen-
In u n s e r e m L a n d e, in dem die nationalliberale Partei >och seit Mitte der 70 er Jahre eine hervorragende Rolle spielt, ,t ungeheuer viel für, b ie Förder un g der Gewerbe [ e t a n !vorden- Im Reichstage hat die nationalliberale Partei Anträge gestellt wegen neuer Regelung des Ausver- a u f s w e s e n s , der S'i ch e r u n g d e r F o r d e r u n g e n d e r i)au Handwerker, wegen der Sonntagsruhe auf । en Kontoren, wegen des Lehrlingswesens, wegen >er Zuständigkeit der Gewerbegerichte in geloiffen 5-ragen, wegen des unlauteren Wettbewerbs, wegen Schaffung von Kleinwohnungen, wegen der Schaf- ung von P e n s io n s kaffen für Privatbeamte. Un» ere großen Zeitungen und unsere Versammlungen beschäftigen ich eifrig mit diesen Fragen- Auch derWiesbadener Par- eita g int Oktober wird zum Teil dieserFrage gewidmet ein. In unseren Blättern bebatrdelt man die Frage der
Schaffung einer Gelegenheit für Versicherung b er selbständigen Gewerbetreibenden mit einem Einkommen von über 2000 Mk- Und trotz allem wagt man uns von antisemitischer Seite als mittelstandsfeindlich zu verdächtigen!
Sind mir auch keine einseitig agrarische P ar tei, so haben wir doch gearbeitet, um der bedrohten Landwirtschaft unterdie Arme zu greifen- Wir erfreuen uns ja gerade deswegen der „liebensivürdigsten" Vorwürfe seitens der Sozialdemokratie, der 5perren Barth, Gothein, Naumann-
Unsere industriellen Parteimitglieder haben so beispielsweise für den russischen Handelsvertrag mit seinem Getreidezoll tro tz Zollerhöhungen auf Produkte der eigenen Inoustrie gestimmt- Sie sind eingetreten f ür d en Schutz der Landwirtschaft zur Verhütung von Seucheneinschleppung. Tie nationallib. Mitglieder der hessischen zweiten klammer haben r ei ch l i ch e 'M i11 el verWilligt für die Förderung der Landwirtschaft.^
Im jüngsten Reichstag zeugen Anträge für die Besserung der Sage der Weinbauern, für die Herabsetzung der i nl ändis chetl Z u ckerv er b r am chs a b g ab e zur Erhöhung des in la it di sch en Konsums, für die Schaffun g eines dem städtis chen M it te l st a nd und den Land- nzirten zugute 'kommenden Gesetzes durch Einführung desScheck- verkehrs u- a. von den: i'tetigen Interesse für die Landwirtschaft-
Die bayerischen Nationalliberalen sagten jüngst in ihrem Ausruf: „Wir fordern energische Mithilfe im landwirtschaftlichen Erwerbskampf. Wir fordern tatkräftige Unter st ützung des Handwerks, des Klein- gelverbes in dem sch wer en Kampf um d i e Existenz, die Stärkung des M i t t e l st a n d e s.
Auch die zum Mittelstände gehörige Beamtenschaft hat in der nationall. Partei stets Stütze gefunden! Die Schule und Lehrer in ihren materiellen und idealen Bestrebungen, die Beamten der Reichspvst und der Bahn.
Tiefe Darlegungen aus dem großen politischen Leben zeigen, ob die antisemitischen Ausstreuungen haltbar sind oder nicht.
-Fage in Marokko.
Madrid, 21. Ang. Hiesigen Blättern zufolge soll bereits ein dritter ernster Angriff gegen Casablanca erfolgt sein.
Casablanca, 21. Aug. Ueber den neuen Angriff, der gegen die Stadt erfolgte, wird berichtet, daß die Kriegsschiffe „Moire", und „Conds" in das Gefecht eingegrifsen und die Beschießung der Kabylen wieder ausgenommen habe. Einzelheiten über das Treffen fehlen noch.
Paris, 21. Aug. Tie Schlacht vor den Mauern von Casablanca dauert nach Berichten hiesiger Zeitungen fort Tie Marokkaner suchten, in die Stadt einzudringen. Es gelang ihnen, fünf Breschen in die Mauern ^u schlagen, durch welche sie einschleichen wollten. An der rechten Stadtseite wurden drei Breschen geschlagen. Tie französische Besatzung ist mit der Vermauerung beschäftigt.
Tanger, 21. Aug. Tie letzten Nachrichten aus Fez lauten unbefriedigend. Es wird befürchtet, daß die Europäer jeden Augenblick die Stadt verlassen müssen. Die Reise nach Tanger dürfte gefährlich sein; obwohl die Europäer gut beschützt werden, dürsten sie doch Beschimpfungen ausgesetzt sei. Es heißt, daß Muley Hafid srch geweigert habe, die Krone anzunehmen und sein Bestes tun werde, um die aufgeregten Gemüter zu beruhigen. Wie aus Tetuan verlautet, hat zwischen der Mahalla Buchta Ben Bagdadis und zwischen den Scharen der Aufrührer eine Schlacht stattgefunden, die siegreich für den Sultan endete. Viele wurden gefangen genommen und nach Tetuan gesandt. Ueber die Entlassung Mac Lean's ist nichts Neues zu berichten.
London, 21. Aug. Tas Reuter'sche Bureau meldet unter dem 19. August aus Magador, daß dort zwar noch alles ruhig sei, aber unter den Europäern große Unruhe wegen ihrer Unsicherheit herrsche, da der französische Kreuzer zum Schutze der Stadt nicht ausreiche, wenn die Stämme sich erheben sollten. Das Bureaic meldet ferner, Muley Hafid sei in Marrakesch mit großem Jubel zum Sultan ausgerufen worden und habe die Regierung abgesetzt. Ter Kaid vom Atlas sei zum Gouverneur von Marrakesch ernannt worden. Weiter wird berichtet, daß Muley Hafid Vorbereitungen treffe, um mit 20 000 Reitern nach vtorden gegen Casablanca zum Angriff gegen die europäischen Truppen vorzugehen. Man fürchte, daß der neue Sultan nach den Hafenstädten Abgesandte schicken werde, um dort neue Gouverneure zu ernennen, wodurch sicherlich neue Unruhen entstehen werden.
— Ueber das Schicksal Mac Leans herrscht noch immer Ungewißheit. Daily Mail meldet, der britische .^^n- sularagent von Alcazar habe sich, zur Armee El Mc . nws begeben, um Mac Lean zu empfangen, dessen Fr. clas- sung heute erwartet werde. Standard dagegen teilt mit, oaß Eingeborene versichern, Raisuli sei mit Atac Lean weiter ins Gebirge gegangen.
Eine Berschwörung gegen ven König von Portugal.
Madrid, 21. Aug. Wie aus Lissabon gemeldet wird, ist dort eine Verschwörung gegen dasLeben des Königs Don Carlos und des Premierministers Joao Franco entdeckt worden. Im Arbeiterviertel ereignete sich eine Dynämit-Explosion, bei der 2 Personen getötet und 2 verwundet wurden. Die Nachforschungen, die die Polizei aus diesem Anlaß anstellte,' führten zur Verhaftung eines Studenten der Medizin namens Joso Bettencourt. Bei seinem Verhör ergab sich, daß er der Anführer einer Verschwörer-Bande war, die ein Bomben-Attentat gegen den König und den Ministerpräsidenten plante und zu diesem Zweck eine Bom- ben-Werkstätte eingerichtet hatten. Ber einer Durchsuchung seiner Wohnung wurden b e l a st e u d e B a p i e r e gefunden.
durch welche den Behörden die Namen vieler am Komplott beteiligten Personen bekannt wurden. Man schritt sofort zur Verhaftung von 30 Beteiligten, die fänitx lich der republikanischen Partei angehören. Sie wurden hierauf an Bord des in Jnjo vor Anker liegenden Kreuzers Adamastor gebracht. Es heißt, daß dort ein geheimes Prozeßverfahren gegen sie durchgeführt und sie dann nach der zu den hinterindischen Inseln gehörigen Kolonie Times deportiert werden sollen.
Ausfallendes Berhalten der Chinesen.
Petersburg, 21. Aug. Llus C h a r b l n kommt die Meldung, daß alle Chinesen, die bei Russen als Wächter, Köche usw. in Stellung sind, die Stadt verlassen und sich eiligst in ihre Heimat begeben. Ihre Abreise motivieren sie mit der nahe bevorstehenden Gefahr eines Krieges« Auf die Frage, welcher Krieg in Aussicht stehe, schweigen sie. Eine derart auffallende Erscheinung machte sich auch 1900 vor dem chinesischen Kriege bemerkbar.
Deutsche» Reich.
Kassel, 21. Llug. Der Kaiser ist heute abend 9 Uhr 30 Alin, mit dern Gefolge auf Bahnhof Wil Helms höhe eingetroffen unb hat sich nach dem Schloß begeben.
Wilhelmshöhe, 21. Aug. Der japanische Prinz Kuni wurde vom 1. Oktober 1907 ab auf ein ^ahr zum Dienst beim 2. Garde-Regt. zu Fuß zugelassen.
Berlin, 21. Aug. Eine Abordnung des katho» lisch en Lehrerverbandes Deutschlands (preußische Abteilung) hatte gestern vormittag eine Audienz" beim Kultusminister Herrn Dr. Holle, um ihm die Wünsche der katholischen Lehrer Preußens zu unterbreiten. In einer sich daran anschließenden zwanglosen Unterhaltung suchte der Minister sich namentlich über die Wünsche zur Besoldungs- und Küsterfrage zu orientieren und gab die Versicherung, die vorgetragenen Wünsche wohlwollend zu prüfen und das Mögliche zu ihrer Verwirklichung zu tun.
— Die Besteigung des Erzbischof st uh les in Posen durch den Pfarrer und geistlichen Rat Reinh. Schirm eisen ist als gesichert zu betrachten. Schirmeisep ist zurzeit Pfarrer in Benthen in Oberschlesien. Er ist geboren am 23. Januar 1842 und erhielt die Weihe am 28. Juli 186-6.
Koloniales.
Muansa, 21. Äug. (W. B.) Der Dampfer „Clement Hill" ist nach fünftägiger Reise über den Viktoria-See mit Staatssekretär Dernburg und seiner Begleitung an Bord in MIlan s a eingetroffen. Von hier soll der Marsch nach Taborch angetreten werden. Eine neuerliche Aenderung des Reiseplanes^ nach der die Rückkehr von Tabora hierher und von hier über Mombassa nach Dar-es-Salaam erfolgen soll, ist wahrscheinlich. Es würde so Zeit für Ufambara und den Süden gewönnest werden. Während der Fahrt nach Muansa wurde Entebbe, die Hauptstadt des englischen Protektorats Uganda, angejaufeit und die deutsche Station Bukoba besichtigt, die unter HauM mann von Stimmer schnell emporblüht und große Ueberschüssi abwirft. .Der Staatssekretär empfing die Sultane der stark be^ völkerten Umgebung der Station, die mit großem Gefolge an- rückten, und gab ferner einer Einladung des sechs Stundest von Bukoba ansässigen Sultans Kahini Folge.
— Nach fünftägiger Fahrt über den Viktoria- Nyanza, wobei mehrere englische und deutsche Ansiedelungen besucht wurden, hat Staatssekretär Dernburg mit seinen Begleitern Muansa am Südufer des Sees erreicht, von wo heute der Marsch nach Tabora angetreten wird.
— Staatssekretär Dernburg entsandte auf Grund der Nachricht von der Grenzüberschreitung Morengas. Oberstleutnant Quade nach Teutsch-Südweftaftika.
— Oberstleutnant von Estorsf beabsichtigt, mit den von Norden zusanmiengezogenen Truppen, welche am 22. d. marschbereit sein müssen, den Vormarsch nach dem Südosten dess Schutzgebietes anzutreten. Morengas Aufenthalt ist in der Gainsib-Kluft festgestellt. Es ist jedoch noch nicht zu sagen, ob der Rebell sich auf deutschem ober englischem Gebiet auf- hält. Auch scheint sein Anhang, der ursprünglich sich auf 400 Köpfe belief, sich nicht mehr so sicher bei ihm zu fühlen und auf jein Glück zu Oertrauen, denn er wird neuer- bingg bebeufenb gering er.
Är-sland.
Marienbad, 21. Aug. Ministerpräsident Clemen- ceau ist von Karlsbad hier eingetroffen und begab sich in daS Hotel Weimar, wo er vom König Eduard aufs herzlichste begrüßt wurde. Clemenceau trat heute nachmittag nach dem Frühstück beim König von England die Rückreise nach Karlsbad an, das er morgen verläßt, um über München nach Paris zurückzukehren.
Rom, 21. Aug. Infolge der in letzter Zeit vorgekommenen antiklerikalen Kundgebungen hat der Papst beschlossen, die Leiche Leos XIII. in der Nacht ohne Feierlichkeit in den Lateran überführen zu lassen und zwar noch vor Ende des Sommers. Später wird ein Totenamt in der Basilika San Giovanni abgehalten.
— Der „Osservatore Romano" veröffentlicht ein Dekret der Kongregation des Konzils, welches eine Reihe von Abänderungen und Bestimmungen trifft, die vom Tridentiner Konzil über die Formalitäten, betreffend baS Verl ö bnis und die Ehe, festgesetzt worden waren. Die neuen Anordnungen werden zu Ostern 1908 in Kraft treten-.
Kopenhagen, 21. Aug. Der König und die däm- chen Reichstagsdelegierten kehrten heute vormittag von ihrer Reise nach Island zurück.
Paris, 21. Aug. Wie der ,Eclair" meldet, hat der General Famin, Direktor der Kolonialtruppen, bereits vor


